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Wirtschaft und Einheit | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 45 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Zehn Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? 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Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Wirtschaft und Einheit

Jörg Roesler

/ 7 Minuten zu lesen

Welche wirtschaftlichen Folgen hatte die Deutsche Einheit vor 20 Jahren, und welche Perspektiven gibt es für die Wirtschaft in Ostdeutschland? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der beiden hier besprochenen Bücher.

Wirtschaft und Deutsche Einheit


Karl-Heinz Paqué: Die Bilanz. Eine wirtschaftliche Analyse der Deutschen Einheit, München: Hanser 2009, 298 S., € 19,90, ISBN 9783446419582.

Institut für Wirtschaftsforschung Halle (Hg.): 20 Jahre Deutsche Einheit. Von der Transformation zur europäischen Integration. Tagungsband (IWH-Sonderheft; 3/2010), Halle (Saale): IWH 2010, 461 S., € 35,–, ISBN 9783941501058.

Anlässlich des 20. Jahrestages der deutschen Vereinigung waren 2010 Rückblicke der Politiker und den Einigungsprozess analysierende und resümierende Veranstaltungen der Zeithistoriker zahlreich. Vielfach wurden die gehaltenen Beiträge auch publiziert. Geisteswissenschaftler anderer Disziplinen ließ das Thema ebenfalls nicht kalt. Mit dem Zustandekommen und den Folgen der deutschen Einheit beschäftigten sich – wie zu erwarten – auch die Wirtschaftswissenschaftler. Während jedoch unter den Zeithistorikern jene Auffassung eindeutig dominiert, wonach mit der raschen und konsequenten Übernahme westdeutscher Strukturen der einzig richtige Weg zur Beseitigung der ostdeutschen Rückständigkeit und zur Angleichung an den Weststaat eingeschlagen wurde, sind unter den Wirtschaftswissenschaftlern zwei rivalisierende Auffassungen über die seit 1990 unternommenen Maßnahmen zur Herbeiführung der Konvergenz und die zukünftige Angleichung des Wirtschaftsniveaus Ost an West erkennbar. Die beiden hier zu besprechenden Publikationen stehen für jeweils eine dieser Interpretationen der Wirtschaftsentwicklung Ostdeutschlands in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

Ausgangspunkt ist in beiden Fällen der unbefriedigende Stand der wirtschaftlichen Angleichung in der Gegenwart.

"Die Bilanz"


Paqué: Die Bilanz (© Carl Hanser Verlag)

In seinem Buch fasst Karl- Heinz Paqué, Magdeburger Ökonomieprofessor und für einige Jahre Wirtschaftsminister im Bundesland Sachsen-Anhalt, dieses Unbehangen so zusammen: "Noch immer fließen Steuermittel von West nach Ost, noch immer wandern Menschen von Ost nach West, noch immer hinkt der Osten in der Wirtschaftskraft hinter dem Westen her". Ungeachtet dessen hält Paqúe die Aufgabe der deutschen Wirtschaftseinheit für "im Wesentlichen bewältigt". (VII) Diejenigen, die dem widersprächen, begingen zwei Fehler. Erstens würden sie die Entwicklung der ostdeutschen Wirtschaft in den vergangenen beiden Jahrzehnten an den überzogenen Erwartungen der frühen 90er-Jahre messen – so an Kanzler Helmut Kohls "blühenden Landschaften" etwa. Zweitens unterschätzten sie die Schäden, die vier Jahrzehnte der Abschottung vom Weltmarkt in der ostdeutschen Wirtschafte hinterlassen haben. "Es wurden die falschen Güter in den falschen Mengen an den falschen Orten produziert", betont Paqué. (6) Nach der Öffnung der ostdeutschen Wirtschaft für den Weltmarkt durch die Wirtschafts- und Währungsunion blieb in der Ex-DDR "von einer eigenen Produktpalette praktisch kaum etwas übrig. Und damit war auch die Innovationskraft jener Ingenieurkunst zerstört, die weitgehend an dieser Produktpalette hing." (222) Die Tiefe und Langfristigkeit der Schäden für das ostdeutsche Sach- und Humankapital würden bis heute unterschätzt, die seit 1990 erreichten Fortschritte folglich nicht genügend gewürdigt. Paqués Fazit: "Nicht das Erreichte ist enttäuschend, sondern die Aufgabe war extrem schwierig." (VII)

"20 Jahre Deutsche Einheit"


20 Jahre Deutsche Einheit (© Institut für Wirtschaftsforschung Halle)

Wie Paqués Buch ist auch der vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) herausgegebene Tagungsband dem 20. Jahrestag der deutschen Einheit gewidmet. In ihm haben Wirtschaftswissenschaftler (nebst einigen Soziologen) publiziert, die sich im März 2010 in Halle (Saale) zusammenfanden, um ihre Forschungsergebnisse über das Zustandekommen und die Folgen der deutschen Einheit auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet vorzustellen. Einen wesentlichen Teil der im Tagungsband veröffentlichten Beiträge lieferten Mitarbeiter des IWH selbst, des einzigen in den neuen Bundesländern beheimateten unter den sechs dem Sachverständigenrat der Bundesregierung zugeordneten ökonomischen Forschungsinstitute. Insgesamt haben mehr als 40 Wirtschaftswissenschaftler aus dem In- und Ausland in 24 fachspezifischen Beiträgen ihre Auffassungen zum Stand der deutschen Einheit und vergleichend dazu zur Integration der ehemaligen Ostblockstaaten in die Europäische Union niedergelegt.

Die Beiträge sind in dem Band zu drei großen Gruppen zusammengefasst: gesamtwirtschaftliche Prozesse, sektorale und regionale Entwicklungen sowie Arbeitsmarkt, Transfers und Wertewandel. In weiterer Untergliederung wird zur deutschen und europäischen Währungsunion, zum deutschen Weg der Transformation, zum Verhältnis von Staat und Markt in der Transformation, zu Stadtentwicklung und Stadtumbau, zu Arbeitsmarkt und sozialer Lage, zu den West-Ost-Transfers und zum gesellschaftlichen Wertewandel Stellung genommen.

Aus der Vielzahl der interessanten, allerdings dem allgemein gebildeten Leser teilweise durch Fachbezogenheit nicht gerade einfach zu erschließenden Beiträge sei hier auf jene verwiesen, die Paqués Auffassungen widersprechen.

Die realisierte Vereinigungsstrategie, stellt Hans Jürgen Wagener von der Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) in seinem Beitrag "Der deutsche Sonderweg der Transformation" fest, war keinesfalls alternativlos. Ob ein anderes Verfahren der Privatisierung als das durch die Treuhand im Auftrage der Bundesregierung verfolgte, "z.B. eine Verteilung der Eigentumsrechtre an die ostdeutsche Bevölkerung, sinnvoller gewesen wäre, war kaum Gegenstand der Diskussion". Die Debatte entzündete sich vor allem an der geplanten Geschwindigkeit der Privatisierung und an der Frage, ob erst zu sanieren und dann zu privatisieren sei oder umgekehrt. (83f)

Anders als Paqué bewertet hier eine Reihe von Wirtschaftswissenschaftlern die rasche Zerschlagung der in der DDR im Verlauf von vier Jahrzehnten in der Wirtschaft entwickelten Leitungs- und arbeitsteiligen Strukturen während der Jahre 1990–1994 nicht nur als "schöpferische Zerstörung". Udo Ludwig vom IWH fragt in seinem "strukturellen Brüchen und Disparitäten im Aufholprozess der ostdeutschen Transformationswirtschaft" gewidmeten Beitrag nach den Ursachen der "Disparität zwischen der scheinbaren Konvergenz makroökonomischer sektoraler Strukturen und der stockenden Angleichung des Leistungsniveaus Ost an West". Diese Differenz ist für ihn Ausdruck problematischer Entwicklungen in der Wirtschaft der neuen Bundesländer. Dies habe letztlich seine Ursache "in der Art und Weise der Transformation des 40 Jahre zentral geplanten Unternehmenssektors". (129) Eckhard Wurzel vom OECD Economics Department in Paris hat das Problem, das Ludwig benennt, in seinem Beitrag "Der deutsche Transformationsprozess – Einflüsse und Wirkungen", so formuliert: "Allerdings waren der massive Einsatz öffentlicher Transfers und die fast vollständige Übernahme westdeutsche Regulierungen auch mit signifikanten Störungen in der Ressourcenallokation der Neuen Länder verbunden, die den wirtschaftlichen Aufholprozess behinderten." (95)

Anders als Paqué, der zwar zeitliche Verzögerungen auf dem Weg zur Einheit benennt, aber zuversichtlich ist, dass der 1990 eingeschlagene Weg beibehalten werden könne und zum Ziele führen werde, werden in einem Teil der Beiträge des Tagungsbandes Zweifel daran geäußert, dass eine Angleichung des ökonomischen Leistungsniveaus der neuen an die alten Bundesländern mit den seit 1990 geschaffenen Strukturen überhaupt möglich ist. So wollen Michael Behr und Martin Ehrlich vom Institut für Soziologie an der Universität Jena in ihrer Analyse von "Arbeitsmarkt, Fachkräfteentwicklung und regionaler Dynamik" eine "Verfestigung der Produktivitätslücke zu Lasten der Neuen Länder" beobachtet haben. (212) Als wesentliche Ursache benennen sie – in Übereinstimmung mit Ludwig – den Fakt, dass die Art der Privatisierung dazu geführt hat, dass fast alle übernommenen bzw. neu gegründeten größeren Betriebe Ostdeutschlands als "verlängerte Werkbänke" fungierten. Diese Filialbetriebe spezialisierten sich auf Zulieferungen für die auswärts, meist in Westdeutschland gelegenen Stammbetriebe. Welcher Art die Vorleistungen der ostdeutschen Filialen waren, wann und wie sie durch andere abgelöst wurden, bestimmten die Vorstände am Unternehmenssitz entsprechend den von den Abteilungen Forschung und Entwicklung, Marketing usw. im Stammbetrieb gewonnenen Erkenntnissen über zukünftige technologische und Absatztrends. Die für die Zeit unmittelbar nach der Privatisierung vielleicht unvermeidliche Entstehung von "verlängerten Werkbänken" sei später nicht revidiert worden. Die Produktivitätslücke bestehe folglich bis heute.

Wie Ludwig halten auch Behr und Ehrlich die bisherige Entwicklung für bedenklich. Auch dann, "wenn viele ostdeutsche Unternehmen von der Juniorpartnerschaft mit westdeutschen Finanzproduzenten profitieren und durch exportstarke Betriebe in internationale Wertschöpfungsketten integriert werden," schreiben sie, drohe eine Verfestigung der Produktivitätslücke. Denn obwohl viele ostdeutsche Unternehmen innovative Lösungen entwickeln und ihre Arbeitsabläufe optimiert haben, so argumentieren Behr und Ehrlich, wird ihnen durch den "Status als Hersteller von Vorleistungsgütern die Innovations- und Produktivitätsrendite strukturell vorenthalten. Inzwischen profitiert die westdeutsche Industrie nicht unwesentlich von der Nutzungsoption eines preiswerten, qualitativ leistungsfähigen und flexiblen 'Hinterlandes'". (212) Behr und Ehrlich verweisen auch darauf, dass gut qualifizierte ostdeutsche Arbeitskräfte, vor allem Universitätsabsolventen, sich einen geeigneten Arbeitsplatz in Frankfurt am Main oder München, also in den Ballungszentren, von denen aus die Headquarters operieren, suchen müssen, wo sie "ganz wesentlich zur positiven Wertschöpfungsbilanz beitragen." (213)

Verallgemeinernd heißt es zu dieser bei Behr und Ehrlich vor allem unter dem Aspekt Humankapital analysierten Entwicklung bei Ludwig: "Das Potenzial solcher verlängerten Werkbänke für Aufholprozesse ist wegen des konzerninternen Abstandes ihrer wirtschaftlichen Parameter von ihren auswärtigen Zentralen gering." Ludwig sieht kaum Chancen für eine Besserung in Zukunft, alles "spricht für ein anhaltendes regionales West-Ost-Leistungsgefälle für den Sektor außerhalb der Eigenständlergruppe." (130)

Mit anderen Worten: Die planwirtschaftlichen Strukturen der DDR, die zu einer Innovationslücke geführt hatten, sind nach 1990 durch Strukturen abgelöst worden, die verhindern, dass diese Innovationslücke geschlossen wird. Damit der Osten wirtschaftlich aufschließen kann, bedarf es struktureller Änderungen in der ostdeutschen Industrie, zu denen die die ostdeutschen Filialbetriebe beherrschenden westdeutschen Stammwerke wohl kaum von sich aus bereit sein werden. Damit könnte die "Disparität zwischen der scheinbaren Konvergenz makroökonomischer sektoraler Strukturen und der stockenden Angleichung des Leistungsniveaus Ost an West", die Ludwig beklagt, zu einem Dauerproblem der ostdeutschen Wirtschaft werden.

Insgesamt gesehen gewähren beide Bücher tiefe Einblicke in die ostdeutschen Wirtschaftsabläufe in den vergangenen 20 Jahren und deren soziostrukturellen Folgen, die zur Kenntnis zu nehmen der an der Entwicklung der neuen Länder allgemein interessierte Leser schon angesichts der Wechselbeziehungen zwischen Wirtschaft, Sozialem, Politik und Kultur nicht versäumen sollte.

Fussnoten

Prof. Dr. rer. oec., Wirtschaftshistoriker, Berlin.