Hans und Max Dankner
Am 21. April 1908 kam Hans Dankner in Dresden in einer jüdischen Familie zur Welt. Nach der Volksschule erlernte er den Beruf des Gärtners. Zunächst engagierte er sich in der Externer Link: Bündischen Jugend und ab 1927 im Kommunistischen Jugendverbands Deutschland (KJVD). 1929/1930 wurde er Leiter des KJVD-Unterbezirks Leipzig und Mitglied des Zentralkomitees des KJVD. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war Dankner weiterhin aktiv in der illegalen KPD, deshalb wurde er im November 1933 verhaftet. Nach einem Jahr wurde er aus dem Gefängnis entlassen. 1934 ging er in die Tschechoslowakei und war von 1935 bis 1938 im Exil Abschnittsleiter für die illegale Arbeit der KPD in Ostsachsen. Im März 1939, nach dem Einmarsch der Wehrmacht, wurde er in Prag verhaftet und sollte zwölf Jahre im Zuchthaus absitzen. 1943 erfolgte seine Auslieferung an die Gestapo, und er wurde ins KZ Auschwitz deportiert. Danach war er im KZ Dachau, dort verstarb er am 20. März 1945.
Max Dankner an seinem Schreibtisch. Original Bildunterschrift: Einer der 5000 deutschen Antifaschisten, die gemeinsam mit 37.000 Männern und Frauen aus über 50 Ländern im spanischen Bürgerkrieg kämpften, war Max Dankner. Anfang 1938 ging der damals 27Jährige an die Front mit dem Thälmann-Bataillion der XI. Internationalen Brigade. Erlebnisse von Max Dankner, insbesondere die eines Rückzugsgefechts des Thälmann-Bataillions, bildeten die Grundlage des DEFA-Films "Fünf Patronenhülsen". Aufnahme vom 25.7.1986. (© Bundesarchiv, 183-1986-0725-027, ADN-ZB, Thomas Lehmann)
Max Dankner an seinem Schreibtisch. Original Bildunterschrift: Einer der 5000 deutschen Antifaschisten, die gemeinsam mit 37.000 Männern und Frauen aus über 50 Ländern im spanischen Bürgerkrieg kämpften, war Max Dankner. Anfang 1938 ging der damals 27Jährige an die Front mit dem Thälmann-Bataillion der XI. Internationalen Brigade. Erlebnisse von Max Dankner, insbesondere die eines Rückzugsgefechts des Thälmann-Bataillions, bildeten die Grundlage des DEFA-Films "Fünf Patronenhülsen". Aufnahme vom 25.7.1986. (© Bundesarchiv, 183-1986-0725-027, ADN-ZB, Thomas Lehmann)
Max Dankner wurde am 7. Mai 1911 in Dresden geboren. Der jüngere Bruder von Hans lernte Möbeltischler und trat 1928 dem KJVD bei. Auch er wurde im Herbst 1933 verhaftet und schließlich 1935 als Jude und polnischer Staatsbürger ausgebürgert. Max Dankner emigrierte in die Tschechoslowakei und wurde im Exil Mitglied der KPD. Ab 1937 war er Angehöriger der Internationalen Brigaden und kämpfte im spanischen Bürgerkrieg. 1939 ging er nach Frankreich und wurde dort in Lagern interniert. Er konnte fliehen, lebte illegal in Frankreich und unterstützte die Resistance. Im Juni 1945 kam er zurück nach Deutschland. Max wurde Sekretär der KPD Dresden und war nach der Zwangsvereinigung von KPD und SPD in gleicher Funktion für die SED tätig. 1949 trat er in die Volkspolizei ein. Bis 1951 war er Politkommandeur im Landesbrandschutzamt Sachsens. Ab 1951 war er Sekretär für Wirtschaft der SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt und danach bis Juni 1958 in gleicher Funktion in der SED-Bezirksleitung Halle tätig. 1958/59 studierte Dankner an der Parteihochschule beim ZK der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) in Moskau. Nach kurzer Tätigkeit im ZK der SED war er ab 1960 bis 1962 Sekretär für Wirtschaft der SED-Bezirksleitung Halle. Von Juni 1962 bis März 1967 war er Vorsitzender des Bezirksverbandes Halle des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds (FDGB). Dann wurde er abberufen, da er den stalinistischen Kurs Walter Ulbrichts und Horst Sindermanns kritisiert hatte. Max Dankner verstarb am 13. April 1992. Hans und Max Dankner waren Cousins von den drei Zimmering-Brüdern sowie von Lea Grundig und Bruno Goldhammer.
Bruno Goldhammer
Am 10. Februar 1905 wurde Bruno Goldhammer in Dresden geboren. Er wuchs in einer jüdischen Familie auf. Sein Vater war Textilkaufmann und besaß ein Kino, seine Mutter war Schneiderin. Er besuchte die Bürgerschule und das Realgymnasium in Dresden, das er mit der mittleren Reife abschloss. Von 1922 bis 1923 absolvierte er ein Volontariat im Berliner Osterag Verlag und machte eine Ausbildung zum Buchhändler und Bibliothekar. Ab 1922 wurde er Mitglied des Kommunistischen Jugendverbands und der KPD. 1923 war er Politischer Leiter des KPD-Unterbezirks Dresden. 1924 trat er aus der Jüdischen Gemeinde aus. Von 1924 bis 1930 war Goldhammer Mitglied der KPD-Bezirksleitung Ostsachsen. 1925 wurde er Redakteur und ab 1929 Chefredakteur der KPD-Zeitung Arbeiterstimme in Dresden. 1930 war er Chefredakteur beim Kämpfer in Chemnitz. Dann wurde er für ein Jahr zur Festungshaft wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt und saß in Auerbach/Sachsen ein. 1932 bis 1933 kam Goldhammer in Untersuchungshaft aufgrund eines Prozesses wegen Verrats militärischer Geheimnisse. Im Februar 1933 floh er zunächst in die Tschechoslowakei, dort war er Mitglied der KPD-Emigrationsleitung in Prag. 1935 ging er nach Brüssel und war Redakteur der Rundschau einer Zeitschrift der Kommunistischen Internationale. Im Oktober 1936 ging Goldhammer nach Zürich, er wurde dort als verfolgter Gewerkschafter anerkannt. Er arbeitete dort als Chefredakteur der illegalen KPD-Zeitung Süddeutsche Informationen und späteren Süddeutschen Volksstimme.
Von 1936 bis 1940 war er in der Schweiz Mitarbeiter der Abschnittsleitung Süd der KPD. Ab 1939 unterhielt er Kontakte zu dem US-Diplomaten und Marxisten Noel Field. Dieser leitete ab 1941 das Unitarian Service Committee in Marseille und rettete Flüchtlinge vor der NS-Gewaltherrschaft. Goldhammer wurde im Juli 1940 in Zürich verhaftet. Anstatt ausgewiesen zu werden, war er in Schweizer Lagern interniert. In der Schweiz schloss er sich der Bewegung Freies Deutschland an und war von 1944 bis 1945 Chefredakteur der Zeitschrift Freies Deutschland. Ab Juni 1945 war er als Sekretär der KPD München zuständig für Agitation und Propaganda und bis 1947 2. Sekretär der KPD in Bayern sowie Chefredakteur der Bayerischen Volksstimme. Im Juni 1946 verurteilte das amerikanische Militärgericht Goldhammer zu vier Monaten Haft in Landsberg. Im Januar 1947 übersiedelte er nach Ost-Berlin und arbeitete zunächst als Lehrer am 1. Journalistenlehrgang der Parteihochschule „Karl Marx“. Kurze Zeit danach wurde er Leiter des Nachrichtendienstes beim Berliner Rundfunk, schließlich Chefredakteur des Senders und ab 1949 stellvertretender Intendant. Am 24. August 1950 wurde Goldhammer wegen seiner angeblichen Beteiligung an der Affäre um Noel Field, dem der Aufbau einer Spionageorganisation in Osteuropa nachgesagt wurde, verhaftet und aus der SED ausgeschlossen. Ausschlaggebend für diesen Verdacht waren Säuberungsaktionen Stalins in Osteuropa gegen Westemigranten. Bis 1953 saß Goldhammer in verschiedenen Stasi-Gefängnissen in Untersuchungshaft. Im April 1954 wurde er wegen angeblicher Agententätigkeit zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Bis 18. April 1956 saß er im Zuchthaus Brandenburg ein. Nach seiner Entlassung wurde er öffentlich rehabilitiert und wieder in die SED aufgenommen. Goldhammer wurde 1956 Redakteur der Dresdener Zeitschrift Zeit im Bild und im Juni 1957 Chefredakteur der SED-Bezirkszeitung Freiheit. Nach einem Schlaganfall arbeitete er wieder für die Zeitschrift Zeit im Bild. Bruno Goldhammer starb am 7. August 1971 in Dresden.
Lea Grundig
Porträtaufnahme der Künstlerin und Professorin Lea Grundig, aufgenommen am 22.2.1955 (© Bundesarchiv, 183-29085-0001, Erich Höhne, Erich Pohl)
Porträtaufnahme der Künstlerin und Professorin Lea Grundig, aufgenommen am 22.2.1955 (© Bundesarchiv, 183-29085-0001, Erich Höhne, Erich Pohl)
Am 23. März 1906 wurde Lea Grundig als Lina Lea Langer in Dresden in eine gutbürgerliche, jüdisch-orthodoxe Familie geboren. Als Jugendliche war sie von 1920 bis 1924 Mitglied im zionistischen Jugendbund „Blau-Weiß“. 1922 begann Lea ein Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule. Von 1924 bis 1926 studierte sie als Meisterschülerin an der Dresdener Kunstakademie und lernte hier den sechs Jahre älteren Kommunisten und Maler Hans Grundig kennen. 1926 wird Lea Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). 1928 heiratet sie Hans Grundig gegen den Willen ihres Vaters. Gemeinsam mit ihrem Mann war sie 1929 an der Gründung der Dresdner Gruppe „Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands" (ASSO) beteiligt. In ihrer künstlerischen Arbeit befasst sie sich mit der Darstellung des proletarischen Lebens. Ab 1936 wird Lea Grundig wiederholt von den Nationalsozilisten verhaftet. Bis 1938 erschuf sie den Grafikzyklus „Der Jude ist schuld“. Ab 1937 entstand der Zyklus „Unterm Hakenkreuz“. 1940 konnte Lea Grundig über Umwege ins britische Mandatsgebiet Palästina fliehen. Sie hatte großes Glück und überlebte das Schiffsunglück der „Patria“. Das Schiff wurde von der Hagana, einer zionistischen paramilitärischen Untergrundorganisation, gesprengt, um die Aufnahme der Flüchtlinge in Palästina zu erzwingen. Lea Grundig kam danach zunächst ins Auffanglager Atlit. Im Anschluss lebte und arbeitete sie in Tel Aviv und Haifa. 1948 kehrte sie über Prag nach Dresden zurück. Ab 1950 bis 1977 war sie Professorin an der Dresdner Hochschule der Bildenden Künste. 1961 wurde sie Mitglied der Ost-Berliner Akademie der Künste. Sie hatte in der DDR viele Ausstellungen. Von 1964 bis 1970 war sie Präsidentin des Verbands Bildender Künstler der DDR. Ab 1967 gehörte sie dem Zentralkomitee der SED an. Lea Grundig starb am 10. Oktober 1977.
Hans Grundig
Der Künstler und Professor Hans Grundig, aufgenommen 2.10.1958 (© Bundesarchiv, 183-58820-0002, ZB, Giso Löwe )
Der Künstler und Professor Hans Grundig, aufgenommen 2.10.1958 (© Bundesarchiv, 183-58820-0002, ZB, Giso Löwe )
Am 19. Februar 1901 wurde Hans Grundig in Dresden geboren. Sein Vater war Dekorationsmaler, bei ihm absolvierte er zunächst eine Ausbildung. Von 1920 bis 1922 studierte er an der Kunstgewerbeschule Dresden und von 1922 bis 1927 an der Dresdener Akademie der bildenden Künste. 1925 schaffte er die Gemälde „Arbeitslose Zigarettenarbeiterin“ und „Liebespaar“. Hans Grundig wurde 1926 Mitglied der Kommunistischen Partei (KPD). 1927 war er als Dekorationsmaler tätig, 1928 heiratete er Lea Langer. Gemeinsam waren sie 1929 an der Dresdener Gruppe ASSO beteiligt. Hans Grundig arbeitete künstlerisch und politisch für die KPD. Nach 1933 erhielt er Berufsverbot. Es fanden mehrere Hausdurchsuchungen und Verhaftungen statt. Trotzdem erschuf Grundig den Zyklus „Tiere und Menschen“ sowie das Triptychon „Das Tausendjährige Reich“. 1940 bis 1944 war er im KZ Sachsenhausen interniert, 1944 kam er in ein Strafbataillon und lief zur Roten Armee über. Im Januar 1946 kehrte Hans Grundig nach Dresden zurück. Er wurde Mitglied der SED. Von 1947 bis 1948 war er Rektor und Professor an der Hochschule für bildende Künste Dresden. 1946 entstand das Bild „Den Opfern des Faschismus“. Hans Grundig starb am 11. September 1958 in Dresden.
Leo Haas
Auf dem Volksfest "Buch-Bild-Notenbasar" in der Ost-Berliner Kongresshalle zeichnet der Künstler Leo Haas einen chilenischen Besucher, aufgenommen am 1.5.1976. (© Bundesarchiv, 183-R0501-0034, ADN-ZB Berlin, Vera Stark )
Auf dem Volksfest "Buch-Bild-Notenbasar" in der Ost-Berliner Kongresshalle zeichnet der Künstler Leo Haas einen chilenischen Besucher, aufgenommen am 1.5.1976. (© Bundesarchiv, 183-R0501-0034, ADN-ZB Berlin, Vera Stark )
Leo Haas wurde am 15. April 1901 in Troppau (Österreich-Ungarn, heute Opava in Tschechien) geboren. Er entstammte einer bürgerlichen jüdischen Familie. Von 1919 bis 1924 studierte er Malerei an den Kunstakademien in Karlsruhe und Berlin. Ab 1925 war er Pressezeichner in Wien bei den Zeitungen Abend, Arbeiterzeitung und Stunde. Von 1926 bis 1938 betätigte sich Haas als freischaffender Maler, Pressezeichner, Gebrauchsgrafiker und Bühnenbildner in Troppau. 1939 wurde er von der Gestapo verhaftet. Haftorte waren u. a. die KZs Theresienstadt, Auschwitz, Sachsenhausen und Mauthausen. 1945 hatte Haas nach dem Zweiten Weltkrieg seine erste Ausstellung in Prag. Von 1945 an war er Mitglied der tschechischen Gewerkschaft der Journalisten und ab 1946 der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei (KPČ). Er arbeitete wieder als Pressezeichner und Karikaturist für die KPČ-Zeitung sowie andere. 1955 zog er in die DDR, wurde dort 1956 Mitglied des Verbands der Journalisten der DDR (VDJ). Danach war er Mitarbeiter bei der Satirezeitschrift Eulenspiegel und war für Neues Deutschland und die Wochenpost tätig. Später arbeitete Haas beim Fernsehen und schuf Fernseh-Karikaturen. Es entstanden die DFF-Senderreihe „Zeitgezeichnet“ sowie die Filme „Mord in Lwow“ und „Aktion J.“. Haas erhielt viele Preise auf internationalen Ausstellungen. 1958 wurde er mit der Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus ausgezeichnet. Ab 1959 gehörte Hass der Leitung der Sektion Pressezeichner und Karikaturisten im VDJ an sowie dem Verband Bildender Künstler der DDR. 1966 wurde er zum Professor ernannt. Leo Haas erhielt viele Auszeichnungen. Er starb am 13. August 1983 in Ost-Berlin.
Herbert Sandberg
Der Grafiker und Karikaturist Herbert Sandberg, aufgenommen am 2.5.1984 in Berlin. Er war einer der bekanntesten Künstler der DDR. (© picture-alliance, ZB, ddrbildarchiv.de)
Der Grafiker und Karikaturist Herbert Sandberg, aufgenommen am 2.5.1984 in Berlin. Er war einer der bekanntesten Künstler der DDR. (© picture-alliance, ZB, ddrbildarchiv.de)
Geboren wurde Herbert Sandberg am 18. April 1908 in Posen (heute Poznań in Polen). Sein Vater war der orthodoxe jüdische Lederhändler Salomon Sandberg. Die Familie siedelte 1918 nach Breslau (heute Wroclaw in Polen) um. Dort war Herbert Sandberg Schüler an einem Gymnasium. Von 1925 bis 1928 studierte er zunächst an der Kunstgewerbeschule und dann an der Kunstakademie in Breslau bei dem Expressionisten Otto Mueller. Bereits während seines Studiums arbeitete er ab 1926 bei lokalen Zeitungen. Von 1928 bis 1933 arbeitete Sandberg für Berliner Zeitungen und Satirezeitschriften. 1929 wurde er Mitglied der ASSO und trat 1930 in die KPD ein. Von 1934 bis 1945 war er im Zuchthaus Brandenburg-Görden und im KZ Buchenwald inhaftiert. Dort entstanden 1944 Zeichnungen aus Ruß und Schlämmkreide, die er später im Zyklus „Eine Freundschaft“ veröffentlichte. Von 1945 bis 1950 war er mit Günther Weisenborn Herausgeber des Ulenspiegels (1954 umbenannt in Eulenspiegel). Ab 1947 bis 1961 war Sandberg als Bühnenbildner für Berliner Theater tätig. Von 1954 bis 1957 arbeitete er als Chefredakteur der Zeitschrift Bildende Kunst. Ab 1954 zeichnete er außerdem für die Sonntagsausgabe vom Neues Deutschland, und von 1954 bis 1990 stellte er in Das Magazin Karikaturisten aus dem In- und Ausland vor. Von 1970 bis 1972 war Sandberg als Gastdozent an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig tätig. 1972 folgte die Ernennung zum Professor. 1983 wurde er Mitglied der Akademie der Künste. Herbert Sandberg verstarb am 18. März 1991.
Max (genannt Mix) Zimmering
Originale Bildunterschrift: Pioniertreffen vom 18. bis 25.8.1952: Pionierräte-Beratung im "Ernst Thälmann"-Saal des FDGB-Heimes zum Thema: "Wie arbeite ich mit dem Buch, Film und Funk". Hier spricht der Schriftsteller Max Zimmering mit Jungen Pionieren über sein neues Buch "Puttje Piter und sein Held". (© Bundesarchiv, 183-15935-0016, Zentralbild, Klein)
Originale Bildunterschrift: Pioniertreffen vom 18. bis 25.8.1952: Pionierräte-Beratung im "Ernst Thälmann"-Saal des FDGB-Heimes zum Thema: "Wie arbeite ich mit dem Buch, Film und Funk". Hier spricht der Schriftsteller Max Zimmering mit Jungen Pionieren über sein neues Buch "Puttje Piter und sein Held". (© Bundesarchiv, 183-15935-0016, Zentralbild, Klein)
Max Zimmering wurde am 16. November 1909 in Pirna in eine jüdische Familie geboren. Sein Vater war Uhrmacher und Kaufmann. Seine Brüder sind Fred Zimmering, später Redakteur beim DDR-Rundfunk und Josef Zimmering, späterer Diplomat, Politiker und Übersetzer. Max Zimmering war Cousin von Lea Grundig, Bruno Goldhammer sowie von Hans und Max Dankner. Die Familie Zimmering zog 1914 nach Dresden um. Dort legte Max 1930 das Abitur ab. Von 1925 bis 1928 gehörte er der zionistischen Jugendbewegung „Blau-Weiß“ und dem jüdischen Pfadfinderbund Kadimah an. Ab 1928 war er Mitglied des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands (KJVD). Von 1930 bis 1932 erlernte er den Beruf des Schaufensterdekorateurs beim Warenhaus Hermann Tietz in Dresden. Bereits ab 1928 veröffentlichte er Texte wie Glossen, Gedichte und Prosa in der Arbeiterpresse und war Leiter für Agitation und Propaganda beim KJVD in Dresden-Altstadt sowie Mitbegründer der Jüdischen Arbeiter- und Angestelltenjugend. Ab 1929 war Zimmering Mitglied der KPD. 1930 erhielt er den Lyrikpreis der Zeitschrift Linkskurve. Bei Tietz wurde Zimmering wegen gewerkschaftlicher Arbeit entlassen. Ab 1932 arbeitete er beim Warenhaus Wohlwert in Dresden, das zur Woolworth-Gruppe gehörte, als Dekorateur und Plakatmaler. Auch diese Stelle verlor er wegen gewerkschaftlicher Tätigkeit.
Als Arbeitsloser widmete er sich dann mehr dem Schreiben. Von 1930 bis 1933 arbeitete er im Militärpolitischen Apparat der KPD mit. 1933 emigrierte Zimmering nach Paris und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. 1934 ging er ins britische Mandatsgebiet Palästina, arbeitete dort u.a. im Kibbuz und betätigte sich in der illegalen Kommunistischen Partei Palästinas. 1935 emigrierte er nach Prag und schrieb dort für verschiedene deutschsprachige Zeitungen. Im März 1939 gelang ihm die Flucht nach Großbritannien, er lebte in Oxford und London, wurde von 1940 bis 1941 zunächst in Liverpool, dann in Australien und schließlich auf der Isle of Man als „feindlicher Ausländer“ interniert. Ab 1941 war er als Redakteur der Zeitschrift Freie Deutsche Kultur und Freie Deutsche Tribüne in London sowie bis 1945 als Leiter der Publikationsabteilung des Freien Deutschen Kulturbundes in Großbritannien tätig. Im Juli 1946 kehrte Zimmering nach Dresden zurück und schloss sich der SED und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) an. Von 1946 bis 1953 arbeitete er als Kulturredakteur bei der Wochenzeitung Zeit im Bild. Ab 1953 bis 1956 war er freischaffender Schriftsteller. Von 1952 bis 1956 war Zimmering 1. Vorsitzender des Deutschen Schriftstellerverbands (DSV) im Bezirk Dresden, 1956 bis 1958 1. Sekretär des DSV in Berlin. Von 1958 bis 1964 hatte er die Funktion des Direktors am Instituts für Literatur „Johannes R. Becher“ in Leipzig inne. Seit 1963 war Zimmering Kandidat des ZK der SED. Von 1964 bis zu seinem Tod am 15. September 1973 lebte er als freischaffender Schriftsteller in Dresden. Er verfasste vor allem Lyrik und Kinderbücher.