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Revolutionäre Wege zur Einheit | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 45 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Zehn Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Alltag und Gesellschaft Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass „DDR-Übersiedler in Afrika hochwillkommen” Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? 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Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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Revolutionäre Wege zur Einheit 1848/49 und 1989/90 – Parallelen und Unterschiede

Rainer S. Elkar

/ 30 Minuten zu lesen

"Freiheit" gehörte immer zur politischen Rhetorik der Bundesrepublik, die sich damit in die revolutionäre Tradition von 1848/49 stellte. 1989/90 erlangte sie gewaltfrei eine neue einheitsstiftende Qualität. Ein Vergleich, aufbauend auf dem aktuellen Stand der Revolutionsforschung, macht Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich.

Einleitung

Anfangs, so schien es, musste die ostdeutsche Revolution um ihre wissenschaftliche und öffentliche Anerkennung kämpfen. Sie erwies sich auch in dieser Hinsicht als erfolgreich. Dennoch: Die Vorstellung, dass Deutschen eine Revolution gelinge, erschien vielen wenn nicht als befremdlich, so doch als überraschend.

"Fest der Freiheit" am Brandenburger Tor in Berlin, 9. November 2009. (© Bundesregierung, Foto: Thomas Köhler)

Von "Wende" war die Rede, ein scheinbar alles erklärender Begriff, der 1982 dazu dienen sollte, beim Amtsantritt Helmut Kohls eine "geistig moralische Wende" im Westen zu verkünden, und der sich dann 1989 im Westen wie im Osten, wo ihn Egon Krenz im November erstmals verwandte, zeitweilig vor die Wahrnehmung einer Revolution schob. Im nachfolgenden Dezember erklang im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt Beethovens Neunte mit revidiertem Text "Freiheit, schöner Götterfunken" und damit schon das Motiv für das "Fest der Freiheit" zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Wer dies so inszenierte, wer die "Friedliche Revolution 1989/90" etwa ein Jahr lang im Zentrum der Hauptstadt der Weltöffentlichkeit präsentierte, der reflektierte kaum noch Begriffe. Dabei handelte und handelt es sich um keine Klischees oder rhetorische Floskeln, sondern um Topoi, also literarische Formeln, die als solche sowohl in ihrer Tradition wie in ihren Bindungen an die geistige Umgebung der Zeit zu untersuchen sind.

Politische Rhetorik

Die alte Bundesrepublik verfügte über ein festes, aber durchaus begrenztes Arsenal an Topoi. Sie begegnen uns zum Teil in der Gegenwart wieder und bilden so eine Brücke, die von Ost und West aus zugänglich ist, was aber nicht bedeutet, dass die Topoi gleichen Ursprungs und im Zusammenhang analoger politischer Bestrebungen zu sehen sind. Zwischen 1953 und 1963, also zu Zeiten Konrad Adenauers, beherrschte eine Freiheits-Rhetorik, unterstützt vom Gedanken des Selbstbestimmungsrechtes der Deutschen, die Ansprachen zum Tag der Deutschen Einheit. Dabei ging es vornehmlich um eine selbstvergewissernde Abgrenzung der nach eigener Überzeugung freien Bundesrepublik vom unfreien, durch die "Sowjets" besetzten Teil Deutschlands. Auch jener "Machtwechsel", der 1969 durch die Wahl Gustav Heinemanns zum Bundespräsidenten eingeleitet wurde, beendete keineswegs die Zentralität dieses Begriffes in der politischen Debatte, er erfuhr freilich neue Akzentsetzungen, vor allem was seine innere, auf die westdeutsche Gesellschaft selbst gerichtete Ausgestaltung anbelangte.

In seiner Rede zum Amtsantritt bekannte der Nachfolger Heinrich Lübkes: "Wir stehen erst am Anfang der ersten wirklich freiheitlichen Periode unserer Geschichte. Freiheitliche Demokratie muss endlich das Lebenselement unserer Gesellschaft werden." Er verband dies mit einer Zukunftsperspektive: "Überall müssen sich Autorität und Tradition die Frage nach der Rechtfertigung gefallen lassen." "Nicht weniger, sondern mehr Demokratie – das ist die Forderung, das ist das große Ziel, dem wir uns alle und zumal die Jugend zu verschreiben haben." Freiheit und Demokratie – dies waren Werte,

Gustav Heinemann bei seiner Rede zur Einweihung der "Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte" in der Außenstelle des Bundesarchivs in Rastatt, 26. Juni 1974. (© Bundesarchiv, Bild 146-1974-177-03, Fotograf: o.A.)

die Heinemann aus der Geschichte der deutschen Freiheitsbewegungen ableitete – hauptsächlich, aber nicht ausschließlich aus der Revolution von 1848/49. Zugleich sprach er der DDR die Legitimierung ihres politischen Handelns auf derselben historischen Grundlage ab und reklamierte die freiheitlichen Traditionen vornehmlich für die Bundesrepublik Deutschland; hierin lag ohne Zweifel ein Stück politischer Kontinuität zu CDU-geführten Regierungen in Zeiten des Kalten Krieges. Doch Heinemanns Idee einer demokratischen Bürgergesellschaft mit ihren Grundrechten, die in Aufrufen und Programmen 1848/49 gefordert und sogar mit Waffen verteidigt wurden, bot hinreichenden Kontrast zu den bisher gepflegten staatstragenden Gedanken national-konservativer Prägung. Anders als sein Vorgänger beschränkte sich Heinemann nicht auf die Repräsentation, sondern setzte eigene Leitthemen. Der Satz: "Wir wollen mehr Demokratie wagen", ausgesprochen von Willy Brandt in der Regierungserklärung am 28. Oktober 1969, bildete das Pendant zu den Ausführungen des Bundespräsidenten. Freiheit als Grundelement der Demokratie gehörte weiterhin zum zentralen topischen Reservoir der westdeutschen politischen Rhetorik. Doch gerade die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Freiheit in Deutschland kehrte zwangsläufig auch die Phasen der Unfreiheit und des Scheiterns der Demokratie in Deutschland hervor; das nationale Selbstverständnis der Deutschen erwies sich dadurch als ein schwieriger Gegenstand.

Zwischen 1969 und 1977 wurde die Freiheitsthematik zunehmend von einem anderen Topos begleitet und zuweilen sogar überragt: nämlich der Friedensidee der Ära Brandt, die bis in die Anfangsjahre der Regierung Schmidt ausstrahlte. In diesem Zeitraum schwanden gesamtdeutsche Hoffnungen; ein stabiler Frieden zwischen den Systemen wurde zum politischen Leitmotiv, was zugleich das Verhältnis zwischen beiden deutschen Staaten einschloss, die nebeneinander auf internationalen Konferenzen auftraten. 1983 bis 1986 erschien dann als eine Periode nicht nur rhetorischer Rückbesinnung – es sind die Jahre der Kohlschen "Wende". Die eigene Nation und ihre freiheitlichen Werte, diese im Bezug auf die Menschenrechte gegen totalitäre Regime propagiert, gehörten zu den Leitthemen, die bewusst eine Tradition aus der Adenauer-Zeit aufnahmen. Dabei waren sowohl der Kanzler selbst als auch die ihm nahestehenden Redner erkennbar bemüht, die noch vorhandenen Friedens-Topoi der Freiheits-Rhetorik nachzuordnen, um "möglichst defensiv mit der Sprache der Friedensbewegung umzugehen. Damit trafen in den frühen 1980er Jahren sämtliche Schlüsseltopoi aus der Geschichte der Deutschlandpolitik gemeinsam in der Sprache der Bundesregierung zusammen." Die Sprache wurde so zum Mittel einer politischen Strategie, um nicht nur der alten Bundesrepublik eine eigene, von der CDU getragene Wertorientierung zu vermitteln, sondern überdies jene Bewegung zu erfassen, die dem "Einheitskanzler" in wachsendem Maße auf den Straßen zujubelte. Kurt Biedenkopf hatte auf dem 22. Bundesparteitag der CDU 1973 in Hamburg einst ein entschiedenes rhetorisches Angehen gegen die Linken gefordert; die Kohlsche Rhetorik maß nunmehr der politischen Sprache die gleiche Bedeutung zu, doch – und dies ist ein bedeutsamer Unterschied – nicht angreifend und Fronten bildend, sondern integrierend: ein, wie sich zeigen sollte, wirkungs- und machtvollerer Weg.

Die inneren Zusammenhänge zwischen bürgerlicher Freiheit und demokratischer Revolution traten zeitweilig in den Hintergrund, gewannen aber in der Folge der Ereignisse von 1989 erneut Sinn stiftende Bedeutung, die einen Vergleich zwischen 1848/49 und 1989/90 aus der Perspektive der Revolutionsforschung nahelegt.

Umstrittene Theorien

Im Prinzip gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen: Eine Richtung – sie ist vor allem in der vergleichenden Politikwissenschaft beheimatet – erkennt in den letzten Jahrzehnten international eine zwangsläufige Entwicklung in Richtung Demokratie, die vor allem dort unvermeidlich war, wo bestehende Staaten durchaus funktionierten, das heißt über ausgebaute Institutionen verfügten, wie dies im Sowjetsystem gegeben war. Diese gerieten – in der DDR wie in anderen Ostblockstaaten – in eine Krise. Was folgt, ist der Wechsel zu einem attraktiveren, als besser wahrgenommenen und letztlich auch überlegenen System, wofür die baltischen Staaten, die der Anziehungskraft der Europäischen Union überaus rasch folgten, ein deutliches Beispiel abgeben. Hélène Carrère d'Encausse, Theda Skocpol und Samuel Huntington dachten in diese Richtung; ihr ist ebenso Francis Fukuyama zuzuordnen, der mit dem Untergang des Sowjetsystems bekanntlich das Ende der Geschichte in Form des globalen Sieges von Liberalismus, Marktwirtschaft und Demokratie nahen sieht. Komplexere Transformationstheorien, als sie in den Denkschulen eines Alan Bloom und Francis Fukuyama entwickelt wurden, stellt Wolfgang Merkel vor. Doch nicht ganz unähnlich zur beschriebenen Forschungsrichtung bescheinigt auch er autokratischen Systemen aus systemtheoretischen Überlegungen eine endogene Instabilität. Er erkennt dabei unterschiedliche Transformations- bzw. Demokratisierungswellen, darunter eine lange Phase von ca. 1828–1922, wozu die Revolution von 1848/49 gehört, und die jüngste, in Portugal, Griechenland und Spanien (1974–1976) beginnende, der sich die Ereignisse von 1989/90 zuordnen lassen.

Eine andere Forschungsrichtung begegnet der Verwendung des Revolutionsbegriffes mit Skepsis. Dieser sei gar, so bemerkten Stephen Chan und Andrew Williams mit Blick auf die "abtrünnigen Staaten" des Sowjetimperiums, durch Übernutzung nahezu bedeutungslos geworden sei. Ihre Intention richtet sich sowohl gegen konventionelle marxistische Ansätze, die nicht-ökonomische Faktoren zu gering schätzen, wie gegen Vorstellungen von Alexis de Tocqueville und in jüngerer Zeit von Charles Tilly oder Simon Schama, die – so wird unterstellt – der Nation, dem Volk und dem "Citoyen" zu große Bedeutung beimessen. Unverkennbar treten in dieser Sichtweise konfliktsoziologische Betrachtungsweisen hervor, die in Deutschland eine lange Tradition besitzen: Schon 1908 führte Georg Simmel die Alltagskategorie des "Streits" in seine soziologischen Untersuchungen ein. Der Streit ist – nach Simmel – keineswegs ein dysfunktionales Phänomen, sondern dient der Schaffung und Festigung von Gruppenidentitäten.

Ralf Dahrendorf setzte diese gedankliche Linie fort, indem er den "Konflikt" – so sein Schlüsselbegriff – als schöpferische Kraft begreift. Auch Dahrendorf lehnt das marxistische Revolutionsmodell ab und setzt unmissverständlich auf die Durchsetzungskraft von Ideen, die während einer Revolution besonders sichtbar hervortreten, doch häufig genug – er blickt dabei insbesondere auf die Amerikanische und die Französische Revolution wie auf jene von 1848/49 – vor diesen Kulminationspunkten zu wirken beginnen und darüber hinaus, gerade was die Freiheitsrechte anbelangt, beständige Kraft bewahren. Dies führt weiter zu einem Vergleich der Ereignisse von 1848/49 und 1989/90, sind doch die ideenrezipierenden, ideenproduzierenden und ideentragenden Bürgerbewegungen vor jenen historischen Stichdaten von großer Bedeutung. Schon die Haarrisse zu bestehenden Systemen – Haarrisse, hervorgegangen aus einem "Streit" im Simmelschen Sinne – zeigten ihre wachsende gruppenidentifizierende Wirkung, die sich zu Konfliktsystemen ausdehnen können.

Für die Periode vor 1848/49 stehen sogar Begriffe zur Verfügung, die diese Entwicklung anzeigen: "Vormärz" und "Junges Deutschland". Was die Zeit vor 1989 angeht, so bedarf es noch eines genaueren Hinsehens. Und doch lässt sich bereits an dieser Stelle bemerken, dass all jene, die sich nicht völlig mit dem von der SED geführten und den Blockparteien mitgetragenen Staat identifizierten, die mit dem System der DDR mehr oder weniger kräftig im "Streit" lagen bzw. einen Konflikt austrugen, dass all jene nach Rechten und Freiheiten strebten, auf die sie subjektive Ansprüche anmeldeten und deren objektiver Mangel spürbar war.

Der den Revolutionsbegriff eher marginalisierende soziologische Forschungsansatz hat ebenso in der politikwissenschaftlichen Nachbarschaft große Bedeutung erlangt. Er misst nicht nur dem Konflikt, sondern auch dem Widerstand (resistance) große Bedeutung bei. Beide werden als eigene soziale Form mit eigenen Wirkungszusammenhängen wahrgenommen, die einen neuen Strukturaufbau bewirken. Eine Vorhersagbarkeit von Revolutionen und Systemzusammenbrüchen wird faktisch ausgeschlossen. Einige Vertreter erkennen im Untergang des Sowjetsystems lediglich die Wiederherstellung eines "normalen" Zustands, wie er einer weitgehend unipolaren stabilen Welt entspricht. In einem solchen Verständniszusammenhang ist der Revolutionsbegriff, wenn er überhaupt gebraucht wird, weder gut noch schlecht konnotiert.

Beide hier vorgestellten Sichtweisen gehen darin überein, dass Revolutionen wie Konflikte sich nur in internationalen Perspektiven hinreichend und zuverlässig analysieren lassen. Zugleich betonen sie die Macht der Ideen, vornehmlich den Drang nach Freiheit, wobei die zuletzt genannte Konzeption, insbesondere in der Version von Chan, Williams und anderen, die Zusammenhänge von Freiheit und Kultur hervorhebt, was auf eine anthropologische Betrachtungsweise hinausläuft, die nationalstaatliche Dimensionen überwindet. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass sich der Forschungsfokus seit den 1990er-Jahren zunehmend der asiatischen und arabischen Welt zuwandte – zu Recht, wie die jüngsten Entwicklungen in Tunesien, Ägypten, Libyen und im Jemen zeigen. Beiden Richtungen ist es überdies gemeinsam, dass der Primat ökonomischer Interpretation – wie sie dem konventionellen marxistisch-leninistischen Revolutionsmodell zugrunde liegt – bezweifelt wird.

Damit sind genügend theoretische Instrumente zur Hand, um 1848/49 und 1989/90 in ihren internationalen Zusammenhängen zu vergleichen.

Internationale Beziehungen

Die Revolution von 1848/49 brach alles andere als überraschend aus. Was 1815 auf dem Wiener Kongress als Ordnung etabliert wurde, verursachte zumal in Deutschland erhebliche Spannungen, die keineswegs durch die Gewährung von Verfassungen von oben allein zu bewältigen waren. Ganz Europa war von einer Systemkrise erschüttert, die vor allem revolutionäre europäische Eliten zeitweilig in sehr enge Beziehungen zu einander brachte. Zu denken ist an die sich verändernden Konstellationen im Norden Europas schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts mit einem langsam zusammenbrechenden dänischen Großreich, zu denken ist ebenfalls an die Französische und die Belgische Revolution 1830, vor allem aber an den Polnischen Aufstand von 1830/31, der das russische Großreich erheblich herausforderte. All dies sind Spannungen und Konflikte, die sich auf unterschiedliche Weise mit den beiden dargestellten Politik-Modellen analysieren lassen. Vergleiche über die unterschiedlichen nationalen und liberalen Ideen und Bewegungen in den europäischen Staaten bis hinunter auf die regionale Ebene zumal in Deutschland sind in reichem Maße und mit immer neuen Einsichten angestrengt worden. Sie haben das Bild der europäischen Entwicklung sehr bereichert.

Ebenso notwendig ist die Sicht auf die internationalen personalen Verflechtungen der Demokraten, Republikaner und Revolutionäre, lässt sie doch auch Unterschiede zu dem erkennen, was sich 1989 und davor zutrug. Wichtig ist, nicht zu vergessen, welche Begeisterung und Solidarität der Polnische Novemberaufstand von 1830 in Deutschland, aber nicht nur hier auslöste. Über 5.000 polnische Emigranten ließen sich in Frankreich nieder. Zwei Jahre später wurde zum Hambacher Schloss nicht nur die deutsche, sondern auch die polnische Fahne getragen.

Wilhelm Adolf von Trützschler und Ludwik Mierosławski vor der angetretenen Mannheimer Volkswehr vor der Niederschlagung des Badischen Aufstandes 1849. Kolorierte Lithographie, 1849. Reiss-Engelhorn Museum Mannheim. (© AKG)

In Rastatt führte 1849 der Pole Ludwik Mierosławski die badische Revolutionsarmee in die aussichtslose Entscheidung gegen die Truppen der Reaktion, um die bürgerliche Freiheit der Deutschen zu behaupten. Schon als 16-Jähriger hatte er 1830 am Polnischen Novemberaufstand, 1846 dann am Aufstand im Großherzogtum Posen teilgenommen. 1847 war er in Berlin zum Tode verurteilt worden, seine Befreiung durch Berliner Revolutionäre nutzte er, um sich in Baden wieder ins Feuer zu stürzen. Mierosławski kämpfte in Polen, Deutschland, Italien und Russland um eine Freiheit, die letztlich nur eine europäische sein konnte.

Am 15. April 1834, auch daran sei erinnert, schlossen sich in Bern unter der Führung Giuseppe Mazzinis ein Häuflein von sieben Italienern, fünf Polen und fünf Deutschen, die sich das Junge Italien, das Junge Polen und das Junge Deutschland nannten, unter dem Motto "Freiheit – Gleichheit – Humanität" zu einem Geheimbund zusammen. Sie strebten ein demokratisches "Europa der Völker" an. Doch so hochfliegend ihre Vorstellungen auch waren: Das war kein mächtiger Zusammenschluss, er sollte sich längst nicht als so weitgreifend revolutionär erweisen wie Mazzinis italienische Carbonari; und doch lohnt der Keim einer Idee wie der "kleine" Widerstand gewiss die Aufmerksamkeit, selbst wenn sich nur Haarrisse in einem System bemerken ließen. Darauf wird noch zurückzukommen sein. Wie weit die internationale Solidarität der 1848er reichte, ließ sich an den Reihen der revolutionären Streitkräfte in Ungarn ablesen, wo unter dem Oberbefehl Henryk Dembińskis neben den Magyaren auch Deutsche, Italiener und Polen kämpften.

Der Vergleich zwischen den Revolutionen scheint einfach zu sein: Die Auseinandersetzungen wurden in Deutschland 1848/49 durch militärische Gewalt entschieden, jene von 1989/90 nicht. In Rumänien forderte 1989 ein 1848 verfasstes Lied, heute die Nationalhymne, zu blutigen Kämpfen auf, die dann tatsächlich die Revolution prägten. In der DDR setzten am 4. September 1989

Demonstranten am Montag, 4. September 1989, auf dem Leipziger Nikolaikirchhof. (© picture-alliance/AP)

zwei Frauen, Katrin Hattenhauer und Gesine Oltmanns, mit einem Transparent vor der Leipziger Nikolaikirche "Für ein offenes Land mit freien Menschen" einen öffentlichen Auftakt dafür, woraus sich die Montagsdemonstrationen entwickeln sollten; sie blieben stets friedlich, selbst dann, als die repressive Gewalt der staatlichen Sicherheitskräfte wie in Leipzig am 2. Oktober, in Plauen am 7. Oktober und besonders heftig in Dresden zwischen dem 4. und 8. Oktober den Massen entgegentrat. Ein Massaker wie auf dem "Platz des Himmlischen Friedens" am 3. und 4. Juni 1989, wie es zeitweilig befürchtet wurde, unterblieb. Zutreffend beschreibt Charles S. Maier "zwei Pfade zur Revolution in Europa", einen gewaltsamen und einen gewaltfreien. Auf dem einen bewegten sich unter anderem der Englische Bürgerkrieg 1642–1649, die Amerikanische und die Französische Revolution im 18. Jahrhundert wie auch die Revolution von 1848/49, auf dem anderen die "friedlichen" Revolutionen der Zeitgeschichte.

Was sich am ehesten mit dem Vormärz vergleichen lässt, sind Anzeichen einer strukturellen Krise im gesamten Ostblock, die den Systemwechsel einleiteten. Doch diesbezüglich lässt sich sofort ein erheblicher Unterschied bemerken. Nach 1849 erfolgte eine Transformation in Richtung Demokratie eben nicht, vielmehr hielt die Restauration und Reaktion eine Entwicklung in dieser Richtung mindestens ein halbes Jahrhundert zurück. 1990 war dies anders. Dies wird sich selbst dann bemerken lassen, wenn man 1989 als eine unvollendete, rückgestaute, als "abgebrochene" oder gar als "abgetriebene" Revolution bezeichnet.

Anders als 1848/49 gab es 1989 keine grenzüberschreitende Solidarisierung. Eine tatkräftige Unterstützung des revolutionären Geschehens unterblieb. Diese fehlte in der alten Bundesrepublik, die lange die Geschehnisse mit Sorge beobachtete, sowohl im Hinblick auf die DDR als auch im Hinblick auf Polen, obwohl es in dieser Richtung durchaus schriftliche Solidaritätsbekundungen von Intellektuellen wie aus der katholischen Kirche gab – mehr jedoch nicht. Sicherlich gab es einen geistigen Austausch über die Grenzen hinweg, doch ein deutscher Mierosławski trat nicht hervor – glücklicherweise, denn die Folgen einer solchen "Einmischung" wären unabsehbar gewesen. Diese Feststellung ändert nichts an der Bedeutung der Solidarność und der Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze für Deutschland. Sie zeigt nur, dass die Menschen in den von Unruhen betroffenen Staaten weitgehend auf sich gestellt waren. Nicht zu bestreiten ist dabei allerdings, dass die Massenbewegungen, wie Maier feststellt, ihre "Kraft aus den ferner liegenden weltgeschichtlichen Entwicklungen" bezogen und diese gleichzeitig durch ihr eigenes Auftreten stärkten.

Wichtig ist überdies die Feststellung, dass die europäischen Transformationsprozesse nicht anders als die asiatischen am Rande des sowjetischen Machtbereiches stattfanden, während das Zentrum selbst von einem Systemwechsel erschüttert wurde. 1848/49 lagen diese Dinge anders: Die Revolution brach in der Mitte Europas auf und wurde von den dort herausgeforderten, sie überlagernden Großmächten niedergeschlagen. Was sich bedingt vergleichen lässt, ist die Kettenreaktion nationaler Unabhängigkeitserklärungen, die auf der Grundlage einer formal bestehenden Unabhängigkeit und Souveränität einen Systemwechsel vollzogen, der nach 1990 nicht zuletzt durch NATO-Beitritte eine besondere Profilierung erfuhr.

Die Macht der Ideen

Es ist nun geboten, danach zu suchen, an welcher Stelle im System der Freiheitsgedanke aufgebrochen ist. Nochmals scheint ein kurzer theoretischer Ausflug geboten zu sein: In Fortführung von Niklas Luhmanns Theorie der sozialen Systeme hat Heinz Messmer ein Modell entworfen, das die gesellschaftliche Kommunikation in den Mittelpunkt rückt und dem Konflikt eine spezifische Typik unterlegt. Er bemerkt dabei vier Entwicklungsstufen:
1. die Konfliktepisode,
2. den Sachkonflikt,
3. den Beziehungskonflikt und
4. den Machtkonflikt.

Konfliktepisoden kommen den einfachen Formen des Streites, von denen Simmel zunächst ausgeht, besonders nahe. Sie lassen sich beilegen und werden dadurch zur Episode. Allerdings können sie auch jene Haarrisse hervorrufen, die weiterreichende Folgen nach sich ziehen. Der Sachkonflikt nähert sich der sprachlichen Großform des Argumentierens an. Sachlich bedingte Unvereinbarkeit schließt jedoch eine soziale Harmonie nicht aus, sie führt in diesem Falle zu einer Achtungskommunikation. Bereits in diesem Zusammenhang bildet der Widerspruch eine soziale Struktur aus. Je mehr und je stärker die laufende Kommunikation Probleme hervorbringt, desto stärker münden diese in einen Beziehungskonflikt, der ebenfalls strukturbildend wirkt. Hier lässt sich ein Schwenk von Verantwortungs- oder Schuldzuweisungen, die in einem Sachkonflikt noch auszutragen gewesen wären, hin zu einem kategorischen Freund-Feind-Schema beobachten. Eine Drohkommunikation wird zur unmittelbaren Vorläuferin des Machtkonfliktes, der durchaus die Formen einer Revolution, verstanden als Herbeiführung eines Systemwechsels, annehmen kann. Hieraus ein gleichsam teleologisches, gar noch formationstheoretisches Modell abzuleiten, ist unangebracht, weil der kommunikationstheoretische Ansatz von hoher Komplexität der Systeme ausgeht, wobei nicht vorhersagbar ist, wann und unter welchen Bedingungen Kommunikationen abbrechen. Das vorgestellte Stufenmodell macht die Betrachtung von Vorlaufzeiten unerlässlich.

Unter diesen Gesichtspunkten lassen sich beide Revolutionen vergleichen:

Was 1848/49 anbelangt, so ist über 1830 bis 1815 zurückzublicken. Bereits sehr früh zeichnete sich ein Sach-, dann ein Beziehungs- und Machtkonflikt ab, denen eine lange Inkubationsphase folgte. Innerhalb von zwei Jahren lässt sich diese Verschärfung beobachten: zwischen dem Wartburgfest 1817 und den Karlsbader Beschlüssen vom August 1819. Höchst eilfertig und in einem durchaus fragwürdigen Verfahren bestätigte der Frankfurter Bundestag am 20. September das im Vormonat Beschlossene. Damit war der Machtkonflikt eröffnet. Die vier zusammenhängenden Gesetze betrafen vor allem die Meinungs- und Pressefreiheit, sorgten für eine Überwachung der Universitäten, kontrollierten und verfolgten die Studentenverbindungen wie auch freiheitlich gesinnte Professoren bis hin zu faktischem Berufsverbot. Die sogenannte Demagogenverfolgung durchzog den gesamten Vormärz.

Wurde so – aus Revolutionsangst der Herrschenden – ein Repressionssystem beständig ausgebaut, so ist auf der anderen Seite zu bemerken, dass just das, was den Untertanen verwehrt wurde, verstärkt zu einem erstrebenswerten politischen Wert und Ziel aufstieg. Der integrierende Repressionsdruck auf die jungen intellektuellen Eliten ist unverkennbar. Diese wuchsen immer wieder nach, während die dem Jugendalter Entwachsenen zunehmend zu einem sich verstärkenden kritisch-journalistischen Potenzial wurden, das unterdrückt auf seine Chance wartete oder – wie etwa Heinrich Heine oder Ludwig Börne – aus dem Ausland agierte.

So blieb der bürgerliche Freiheitsgedanke unentwegt aktuell und erhielt 1830 nochmals einen kräftigen Auftrieb, der einer verschärften Unterdrückung begegnete, was ihn aber nicht schwächte. Franz August Gathy schrieb am 27. Juli 1830 nachts aus Paris: "Ich fühle es an meinem bewegten Innern, an den Tränen, womit unwillkürlich sich mein Auge füllt, wenn diese alten welthistorischen Revolutionslieder ertönen, mein sehnlichster Wunsch ist, daß die gute Sache siegen möge, die Sache der Wahrheit, der Freiheit, der Unabhängigkeit [...]." Die klarste Ausformulierung der grundlegenden Freiheitsrechte findet sich im Parteiprogramm der Linken in der Paulskirche, die im Oktober 1848/49 "Volkssouveränität in ihrem vollen Umfang, demokratische Freiheit, Einheit des deutschen Vaterlandes, Humanität und Nationalität zur oberste[n] Grundlage für ihre Handlungsweise" machte. Sie forderte ein Reichsgericht für Verfassungsfragen. Humanität und Nationalität schloss auch die "Gleichberechtigung" aller "auf deutschem Boden wohnenden fremden Nationalitäten", ihrer Sprache, Sitte usw. ein. In weiten Teilen gingen diese Vorgaben auch in die Märzverfassung des Jahres 1849 ein. Sie bilden im Prinzip nach wie vor Grundlagen für unsere heutige Verfassung. Mit der nachdrücklichen Einbeziehung der sozialen Frage griff die Linke überdies Anliegen auf, die sich aus der wirtschaftlichen Entwicklung vor 1848, namentlich den letzten großen Hungerkrisen alten Typs, der bäuerlichen und der proletarischen Volksbewegung der Revolutionszeit ergaben.

Sucht man nach Vergleichsparametern zwischen 1848/49 und 1989, so lässt sich für die ältere der beiden Revolutionen Folgendes festhalten:

1. Sie brachte frühzeitig eine intellektuelle Gegenelite hervor, die das Freiheitsthema beizeiten, sehr direkt und in wachsender inhaltlicher Ausdifferenzierung zu ihrem Thema machte. Nach der militärischen Niederlage blieb die Thematik vor allem in Exilkreisen erhalten, während sie in Deutschland selbst wie in Österreich im Bürgertum an Boden verlor, jedoch in der Arbeiterbewegung und später auch in der Frauenbewegung bewahrt blieb.

2. Die Gegenelite ist zeitweilig aufs engste mit einer Jugendkultur verbunden.

3. Der Machtkonflikt tritt sehr früh auf – längst vor der Revolution.

4. Die Freiheitsbewegung besitzt kaum institutionelle Unterstützung. Soweit Universitäten und Gymnasien hierfür Keimzellen waren, werden entsprechende Ansätze rasch unterbunden. Die Kirchen als Institution bieten zu keinem Zeitpunkt eine entsprechende Basis.

5. Die soziale Frage ist von erheblicher Bedeutung, jedoch vor der Revolution nur in einem sehr kurzen Zeitsegment.

Sicherlich könnten die Ausführungen über die Vorgeschichte und die Ereignisse der Jahre 1848/49 noch manche Differenzierung vertragen. Gewiss ist die dort entdeckte Freiheitslinie kräftig gezeichnet und vernachlässigt jene bereits vor 1848/49 angelegten Entwicklungen, die über einen weniger demokratisch oder gar republikanisch angelegten Konstitutionalismus leichter in den Bismarck-Staat zu integrieren waren. Dieser Einwand hat ein umso größeres Gewicht, wenn behauptet wird, dass Gleiches – nämlich eine permanente, direkte und explizite Thematisierung des Freiheitsbegriffes durch eine intellektuelle Gegenelite von langer Dauer – in der DDR nicht zu beobachten war. Die Geschichte der Opposition in der DDR, die eine Reihe von Forschenden inzwischen sehr detailreich nachgezeichnet haben, lehrt ein sehr viel differenzierteres Bild von Opposition und Widerstand, von der Einforderung und Nutzung von Freiheiten, die in dieser Form und als derartig vielfältiges Arsenal im 19. Jahrhundert noch gar nicht zur Verfügung standen. Diesbezüglich nach Gleichem zu suchen, wäre ein schlichtweg anachronistisches Unterfangen.

Was die Begriffe Opposition und Widerstand anbelangt, so hat man ohnehin nicht den Vergleich zu 1848/49 gesucht, sondern eher jenen zum "Dritten Reich". Nachdrücklich hat Rainer Eckert betont, "dass die Kategorisierungsversuche widerständigen Verhaltens in der zweiten deutschen Diktatur auf den Ergebnissen der Erforschung des Nationalsozialismus fußen sollten." Wenn eine solche Vorgehensweise nicht vornehmlich geschichtspolitischen Zielsetzungen dienen soll und gerade deshalb die Parallelisierung zwischen der "ersten" und der "zweiten deutschen Diktatur" möglicherweise fraglich werden lässt, dann bedarf es des Nachweises, dass die gewonnen Kategorien so allgemeiner Natur sind, dass ihre Übertragbarkeit hinreichend begründbar ist; beeinflusst doch die Anwendung eines Forschungsinstrumentes gleichermaßen Diskurs wie Ergebnisse.

Zwei prominente Autoren haben neben manch anderen Publizisten die Ereignisse von 1989 mit jenen von 1848/49 unmittelbar verglichen: Ralf Dahrendorf und Timothy Garton Ash. Dahrendorf bemerkt den großen "Aufschwung liberalen und demokratischen Empfindens", der "die Völker Europas ergriff, Parlamente geschaffen, alte Annahmen herausgefordert und neue Horizonte erkundet" hat. Er möchte aber denn doch lieber über jene Klimax weiter zurückschreiten zu den Ideen des 18. Jahrhunderts, die seinem Befund nach von ungleich nachhaltigerer Wirkung waren. Garton Ash schließt sich dem im Prinzip an, indem er den Gedanken auf 1989 überträgt: "Revolutionspolitik wurde nicht von Arbeitern und Bauern gemacht. Revolutionspolitik machten die Intellektuellen: der Bühnenautor Václav Havel, der Mediävist Bronisław Geremek, der katholische Redakteur Tadeusz Mazowiecki, die Malerin Bärbel Bohley, die Philosophen János Kis und Gáspár Miklós Tamás, der Ingenieur und Professor Petre Roman und der Dichter Mircea Dinescu. Die Massen auf dem Wenzelsplatz riefen: 'Lang leben die Studenten! Lang leben die Schauspieler!' Und die Zusammensetzung der oppositionellen Foren (Neues Forum, Demokratisches Forum, Bürgerforum), Parteien und parlamentarische Kandidaten erinnerten durchaus an die der Frankfurter Nationalversammlung oder des Slawischen Kongresses in Prag 1848."

Vergleichspunkte

Stellt man die Revolution von 1848/49 jener von 1989/90 gegenüber, so lassen sich in Bezug auf die letztere eine Reihe von herausragenden Vergleichspunkten festhalten:

1. Dazu gehört in der Tat ihr friedlicher Charakter, der sie von den Ereignissen von 1848/49 deutlich unterscheidet – was vor allem die Massenbewegung auf der einen Seite anbelangt; die Unterdrückungsgewalt auf der anderen Seite scheute offenkundig vor letzten Konsequenzen, wie sie 1848/49 zu beobachten waren, zurück.

2. Ebenfalls offensichtlich verschieden ist ein Institutionenbezug. Die Rekrutierung von Gegeneliten wurde vornehmlich von der evangelischen, kaum aber von der katholischen Kirche vorangebracht. Dies bedeutet nicht, dass die evangelischen Kirchen und schon gar nicht die "Kirche im Sozialismus" ein einheitlicher Widerstands- oder Oppositionsblock gewesen seien. Doch ohne die Räume, Gesprächs- und Publikationsmöglichkeiten, ohne die Gottesdienste, ohne die Möglichkeiten der Zuflucht, Hilfe und Unterstützung, ohne die Solidarisierungsmöglichkeiten, ohne die spezifische Konzertkultur, ohne ihre Friedens- und Umweltarbeit hätte die notwendige Gegenkultur schwerlich entstehen und wachsen können. Derlei gab es im Vormärz und auch danach im staatstragenden Protestantismus nicht.

3. In der Jugendkultur während des Vormärz und in der Jugendkultur der DDR finden sich verwandte Phänomene bei der Herausbildung von Gegeneliten. Trotz des Siegeszuges der Jugendweihe in der DDR blieben die Kirchen eine begrenzte, aber keineswegs ohnmächtige Sozialisationsagentur mit Einfluss. Die Bluesgottesdienste hatten im 20. Jahrhundert eine vergleichbare Wirkung auf die Jugend wie der hainbündische und vormärzliche Freundschaftskult auf Schülerkreise und Studentenverbindungen im 19. Jahrhundert – wohlgemerkt eine in Bezug auf die politische Sozialisation vergleichbare, inhaltlich jedoch keineswegs gleiche Wirkung.

4. An der Revolution von 1848/49 beteiligten sich auch Frauen, sogar in revolutionären Truppen wie zum Beispiel Mathilde Franziska Anneke und Amalie Struve. Angesichts der in der DDR stark vorangeschrittenen Gleichstellung der Frauen war es nicht verwunderlich, dass sie entscheidend in den Bürgerrechtsgruppen vertreten waren und sich massiv an den Demonstrationen beteiligten. Dies belegt keinen grundsätzlich anderen Charakter der Revolutionen, sondern den Fortschritt in der Emanzipation.

5. Die Freiheitsthematik selbst zeigt zwischen 1848/49 und 1989 merkliche programmatische Unterschiede, was aber nicht bedeutet, dass sich nicht ein Bogen spannen ließe: 1848/49 mussten die Grund- und Menschenrechte, mussten rechts- und sozialstaatliche Gedanken unter dem Drang der Ereignisse erst formuliert werden. In der Bundesrepublik wie in der DDR waren sie gleichermaßen bekannt, wenn auch nicht gleichermaßen praktiziert. Wenn also in der DDR eine Friedensbewegung einerseits und eine Ökologiebewegung andererseits die oppositionellen Leitthemen setzten, dann bedeutet dies nicht, dass sie dies anstatt oder anstelle einer zielgerichteten Freiheitsorientierung, sondern implizit – bewusst wie unbewusst – in der praktischen Nutzung von Freiheitsrechten taten. Daraus erhellt eine erkennbare Verschiedenheit zwischen den beiden zu vergleichenden Ereignissen, aber auch ein Spannungsbogen, der sie beide verbindet, mehr noch ein sich ausdifferenzierender Entwicklungsstrang, wobei einer Minderheit der Akteure möglicherweise bewusst war, wohin das führen konnte: in eine Systemveränderung zumindest, in einen Systemwechsel womöglich.

6. Insofern hat das Freiheitsstreben von 1989 denn doch eine andere Qualität als jenes von 1848/49; es ist komplexer und um zwei Motive erweitert worden: um die Freiheit, im Einklang mit der Natur zu leben, und um die Freiheit, im Frieden zu leben. Dies war in der weitgehend noch vorindustriellen, vormodernen und kampfeserfüllten Zeit um 1848/49 weder ein konkretes Ziel noch eine politische Utopie.

7. Der Wunsch

Demonstranten fordern die deutsche Einheit, Leipzig 11. Dezember 1989. (© picture-alliance/AP)

nach Einheit war vor 1953 stark; welche Stärke dieser Wunsch danach noch hatte, ob er als eine konkrete Utopie verstanden wurde, bedürfte noch gründlicher Erforschung. Für die Mitglieder der verschiedenen Bürgerbewegungen stand er nicht im Mittelpunkt ihrer Überlegungen, die lange auf eine Reform der DDR ausgerichtet blieben. Bei den Demonstrationen spielte er in der eigentlich revolutionären Phase vor dem Mauerfall keine irgendwie bemerkenswerte Rolle, erst am 13. November, mithin vier Tage danach, erscholl erstmals "Deutschland einig Vaterland" aus der seit langem nicht mehr gesungenen Becher-Hymne. Die Parole "Wir sind ein Volk!" war kaum zu vernehmen und fand erst in der Wahlkampfplakatierung der CDU während des Winters größere Verbreitung. Ähnlichkeiten des Begehrens sind also zu bemerken, doch fallen diese in stark veränderte historische Zusammenhänge, sodass ihre inhaltliche Gleichgewichtung problematisch ist.

8. Soziale wie ökonomische Interessen, zwischen 1846 und 1849 durchaus vorhanden, waren in der DDR ebenfalls mächtig: Ein Auswanderungsdruck lässt sich in beiden Perioden beobachten; genauere Analysen dürften jedoch differente Motivstrukturen zeigen, die nicht nur auf die schieren Gegebenheiten verweisen. Die nationale Währungsfrage stand im 19. Jahrhundert wiederholt zur Debatte. 1989/90 und nicht 1848/49 erscholl der Ruf nach einer gemeinsamen Währung auf der Straße und verstärkte so den Drang zur Einheit und in letzter Konsequenz auch zur damit verbundenen Einbindung in die Europäische Union. Prekär war die gesamtwirtschaftliche Lage vor der 48er-Revolution wie in der Endphase der DDR.

9. Der Vergleich zwischen 1848/49 und 1989/90 kehrt einen Unterschied deutlich hervor: Die demokratisch-republikanisch gesinnten "48er" erreichten weder die Freiheit noch die Einheit der Nation, sondern wurden – soweit sie nicht auswanderten und sich nicht völlig anpassten – etwa eine Generation später mit einer Einheit überzogen, die während der Zeit der Restauration und des Kaiserreiches breiten Bevölkerungsteilen eine auf gleicher Freiheit gegründete demokratische Mitwirkung verwehrte. Die "89er" sind diesbezüglich – trotz Mängel im Vereinigungsprozess – erheblich besser gestellt.

Nehmen wir nochmals unser Modell der vier Konflikttypen zur Hand, so zeigt sich hinsichtlich der DDR eine sehr viel ausgedehntere und differenziertere Entwicklung und zwar auf jeder Stufe. Möglicherweise lassen sich noch zahlreiche Konfliktepisoden bemerken, die vor wie nach dem Mauerbau beigelegt wurden, die aber denn doch zu Haarrissen im System beitrugen. Dass Sachkonflikte ausgetragen wurden, diese Tatsache konnte sogar das Zentralkomitee der SED für sich in Anspruch nehmen. Die immer mächtiger werdenden Ökologie- und Friedensbewegungen, die in Bürgerbewegungen mündeten, institutionalisierten den Beziehungskonflikt und bestanden schließlich den Machtkonflikt gegen einen Staat, der sich schließlich als weitaus schwächer erweisen sollte als die Mächte der Reaktion im 19. Jahrhundert. Dies ist ein bemerkenswerter Umstand, unterstreicht doch die Studie von Máté Szabó, dass in Gegenüberstellung zu Ungarn und Polen die DDR das bei weitem intransigenteste System aller Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes herausgebildet hatte. Bilanziert man dies, so lässt sich ein letzter Vergleichspunkt formulieren:
10. Angesichts der Tatsache, dass es zu einem Systemwechsel innerhalb der DDR kam, der auf einen weitreichenden Machtkonflikt zurückzuführen ist, erscheint die Anwendung des Revolutionsbegriffes durchaus als angemessen. Benennt man die Ereignisse von 1848/49 als Revolution, so bietet sich eine Analogiebezeichnung durchaus an, unabhängig davon, welchen Erfolg man dem Geschehen von 1989/90 wie übrigens auch jenem von 1848/49 beimisst. Die beschriebene Gewaltfreiheit lässt überdies eine Charakterisierung als "friedliche Revolution" zu.

Die Revolution in der DDR –
eine Frage der "Geschichtspolitik"?

Geschichtliche Vergleiche dienen nicht selten einem Erkenntnisgewinn in politischer Absicht. Damit berühren sie das Thema der "Geschichtspolitik". Die Auseinandersetzung um die Begriffe "Revolution" oder "Wende" bewegte sich auf diesem umstrittenen Feld. Die Hinzufügung eines wertenden oder gar abwertenden Attributs wie die "abgebrochene" Revolution im Gegensatz zu einer, die als friedlich und abgeschlossen angesehen wird, verstärken den Eindruck einer in besonderer Weise standortbezogenen Wissenschaft. Die Gegenüberstellung der "ersten" und der "zweiten deutschen Diktatur" handelt bereits in der Wahl der Begriffe geschichtspolitisch. Gleiches gilt – wenn auch nicht durch eine ähnlich zugespitzte Formulierung – ebenfalls für den Vergleich zwischen 1848/49 und 1989/90.

Wenn der vorliegende Beitrag den Eindruck erwecken sollte, dass die freiheitlichen Traditionslinien des deutschen Volkes über 1848/49 hinaus bis 1989/90 reichen, dass sie mithin den freiheitlichen Fundus des deutschen Staates bereichern, so lässt sich dies durchaus geschichtspolitisch verstehen, zumal dann, wenn damit die Konzeptionslinie, wie sie von Gustav Heinemann nicht nur für die Gedenkstätte Rastatt im Besonderen, sondern für eine demokratische Bürgergesellschaft im Allgemeinen konturiert wurde, weiterzuführen ist.

Nun ist der Begriff der "Geschichtspolitik" alles andere als hinreichend verbindlich definiert. Edgar Wolfrum hat ihn schon 1999 in den Zusammenhang mit einer Instrumentalisierung der Vergangenheit gebracht, um erstens spezifische politische Interessen durchsetzen zu können, zweitens eigene Anhänger zu mobilisieren, drittens Gegner zu delegitimieren und um viertens Gruppenidentitäten zu stiften. Zu begrüßen ist das Bestreben, die Ereignisse des Jahres 1989 in eine internationale Zusammenschau zu bringen, sodass eine allzu nationale "Geschichtspolitik" auf diese Weise durchbrochen wird. Drei Jahre zuvor hatte Norbert Frei den verwandten, aber nicht identischen Begriff der "Vergangenheitspolitik" in den wissenschaftlichen Diskurs eingebracht, um mit Blick auf jene Institutionen, die sich mit der Aufarbeitung von Unterdrückungserfahrungen befassen, Ziel und Zweck solchen Bemühens kenntlich zu machen: nämlich erstens die strafrechtliche Verfolgung zu unterstützen, zweitens Täter und Mitläufer zu integrieren und drittens Integrationsverweigerer zu desintegrieren. Beide nicht ganz kommensurablen Ansätze von Frei und Wolfrum führen vor Augen, dass "gar so harmlos", wie Christian Meier zutreffend bemerkte, "historische Arbeit ja nicht" ist. Dies gilt nicht nur für die "Aufarbeitung" der Geschichte, sondern nicht minder für die Besetzung der Begriffe und die rasche Verbreitung von Topoi, zumal wenn sie mit institutioneller Deutungsmacht vorangebracht werden, was inzwischen auch vernehmbare Kritik provozierte.

Es sind drei Felder, auf denen "Geschichtspolitik" vornehmlich agiert:
1. geht es um die Bewertung, wem der Erfolg der Revolution zuzuschreiben sei;
2. geht es um den Begriff der Friedlichen Revolution;
3. geht es um die Bewertung der DDR als Diktatur.

Zum Ersten: Was den Erfolg der Jahre 1989/90, die Einheit anbelangt, so gab und gibt es zwei Perspektiven: Die eine richtet sich vornehmlich auf die beiden Volksbewegungen, nämlich die Masse jener, die "hier blieben" und ihren Protest auf die Straßen trugen, und die Scharen jener, die den Bestand des Staates durch massive Auswanderung erschütterten. Die andere Sichtweise fokussiert eine mächtige politische Führung, welche die Vereinigung der beiden Staaten in internationalen Verhandlungen durchsetzte und sicherte. Es ist dies eine Betrachtung, die vor allem die Verdienste von Michail Gorbatschow, George Bush sen. und Helmut Kohl, dem "Kanzler der Einheit", hervorkehrt. So zeichnete sich tatsächlich ein geschichtspolitisches Spannungsfeld zwischen einer Betonung des realpolitischen Erfolges "großer Männer" und dem Erfolg der Straße ab. Dazu passt, dass – nicht nur – der Kanzler den Begriff der "Wende" bevorzugte, während die "Revolution" zum Gegenstand komplexer wissenschaftlicher Reflexionen wurde. Unschwer lässt sich so ein Ringen um politische Topoi bemerken.

Zum Zweiten: Seit 2009 scheint sich der Begriff der Friedlichen Revolution weithin durchzusetzen. Die "Wende" tritt in den Hintergrund; der frühen Bezeichnung als "deutsche Revolution 1989/1990", was eine deutliche Parallele zu 1848/49, möglicherweise auch zu 1918 hergestellt hätte, war keine breite Aufnahme vergönnt. Dies ist ein durchaus "geschichtspolitisches" Ergebnis. Dabei fällt auf, dass nicht wenige Oppositionelle aus der Zeit vor 1989 an diesem topischen Gestaltungsprozess mitwirken; und so bleibt denn ein tiefgreifender Unterschied zur Revolution von 1848/49 nachzutragen: Die "48er" konnten nur aus einer größeren zeitlichen oder räumlichen Distanz, das heißt Jahrzehnte später wie etwa Stephan Born oder aus der Emigration wie Carl Schurz, ihre Sicht der Dinge verbreiten; prominente "89er" hingegen wirken unmittelbar auf Geschichtsbild und Topik – zum Teil als höchst aktive Geschichtspolitiker in Parteibindung oder -nähe, darunter – auch dies ein Unterschied zu 1848/49 – nicht wenige Frauen.

Zum Dritten liegt es nahe, den Totalitarismus-Vergleich nicht ausschließlich oder vornehmlich auf den Nationalsozialismus zu beziehen, sondern den Blick auf internationale Zusammenhänge zu lenken, in denen sich beide deutsche Staaten und Gesellschaften tatsächlich entwickelten.

Doch warum sollten die Kategorien für Opposition und Widerstand just aus der Zeit des Nationalsozialismus heraus entwickelt werden und nicht ihre besondere Schärfe durch einen Vergleich mit den Gegebenheiten in anderen Staaten des Warschauer Paktes gewinnen? Mehr noch: Die Frage der Menschenrechte, der Menschenrechtsverstöße und deren Ahndung ist längst ein internationales Thema, sodass nicht zuletzt aus dieser Perspektive der internationale Vergleich zwingend erscheint – sowohl was den wenigstens zum Teil sich dahinter verbergenden Totalitarismus-Vergleich mit solchen Staaten und Gesellschaften anbelangt, die sich als sozialistisch bzw. kommunistisch bezeichneten oder bezeichnen, wie gleichermaßen mit solchen, die dem kapitalistischen Lager zuzuordnen sind: An die Menschenrechtsverletzungen in Chile unter Augusto Pinochet sei ebenso erinnert wie an Guantanamo. Nur aus wirklich komplexen Perspektiven und nicht aus eindimensionalen Vergleichen lässt sich bemessen, wann und wo Freiheit endet, wann und wo sie aufbricht und wie weit sie reicht.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Zum Forschungsstand vgl. insb.: Eckart Conze u.a. (Hg.), Die demokratische Revolution 1989 in der DDR, Köln u.a. 2009; Klaus-Dietmar Henke (Hg.), Revolution und Vereinigung 1989/90. Als in Deutschland die Realität die Phantasie überholte, München 2009; Andreas H. Apelt u.a. (Hg.), Der Weg zur Deutschen Einheit, Berlin 2010; Elisabeth Bakke/Ingo Peters (eds.), 20 Years since the Fall of the Berlin Wall. Transitions, State Break-Up and Democratic Politics in Central Europe and Germany, Berlin 2011.

  2. Vgl. Matthias Fritton, Die Rhetorik der Deutschlandpolitik, Stuttgart 1998, S. 45–86.

  3. Gustav W. Heinemann, Allen Bürgern verpflichtet. Reden des Bundespräsidenten 1969–1974, Frankfurt a. M. 1975. Darin: Ansprache vor dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat in Bonn, 1.7.1969, S. 13–20, zit. 15f, 19f.

  4. Vgl. Gustav W. Heinemann, Geschichtsbewußtsein und Tradition in Deutschland, in: Ders., Allen Bürgern verpflichtet (Anm. 3), S. 30–35; ders., Die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, in: Einigkeit und Recht und Freiheit. Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegung in der deutschen Geschichte, Hg. Bundesarchiv, Außenstelle Rastatt, Bönen 2002, S. 36–44.

  5. Heinemann, Freiheitsbewegungen (Anm. 4), S. 43: "In der DDR pflegt man bewußt revolutionäre Überlieferungen. [...] Sie werden aber in Entwicklungsstufen zum kommunistischen Zwangsstaat verfremdet. [...] Wir stehen mit dem anderen deutschen Staat im Wettbewerb um die bessere Ordnung der öffentlichen Dinge, der Freiheit und der Gerechtigkeit. Dazu gehört auch die Frage, wer sich mit dem Recht auf die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte mehr berufen kann, und wer ihre Ziele besser verwirklicht hat oder verwirklichen will."

  6. Vgl. Willy Brandt, Mehr Demokratie wagen. Innen- und Gesellschaftspolitik 1966–1974, Berlin 2007, S. 219.

  7. Fritton (Anm. 2), S. 14.

  8. Ebd., S. 283.

  9. Ebd., S. 15.

  10. Hélène Carrère d'Encausse, L'empire éclaté. La révolte des nations en U.R.S.S., Paris 1979; dies., Le malheur russe, Paris 1988; Theda Skocpol, States and Social Revolutions. A Comparative Analysis of France, Russia, and China, Cambridge u.a. 2007; Samuel P. Huntington, The Third Wave. Democratization in the Late Twentieth Century, Norman 1991.

  11. Francis Fukuyama, The End of History and the Last Man. New York 1992 (dt.: Das Ende der Geschichte, München 1992). – Randall Collins/David Waller, Der Zusammenbruch von Staaten und die Revolutionen im sowjetischen Block, in: Hans Joas/Martin Kohli (Hg.), Der Zusammenbruch der DDR. Frankfurt a. M. 1993, S. 302–325, hier 302, haben sogar behauptet, dass der "Zusammenbruch des sowjetischen Blocks [...] nicht unvorhersehbar" gewesen, sondern "tatsächlich [...] bereits etwa 10 Jahre zuvor auf der Grundlage sozialwissenschaftlicher Theorien ausdrücklich vorausgesagt" worden sei.

  12. Vgl. Wolfgang Merkel, Systemtransformation. Eine Einführung in die Theorie und Empirie der Transformationsforschung, 2. Aufl., Wiesbaden 2010.

  13. Stephen Chan/Andrew J. Williams (eds.), Renegade States. The Evolution of Revolutionary Foreign Policy, Manchester/New York 1994, S. 7.

  14. Charles Tilly, Die europäischen Revolutionen, München 1993; Simon Schama, Der zaudernde Citoyen. Rückschritt und Fortschritt in der Französischen Revolution, München 1989.

  15. Georg Simmel, Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Frankfurt a. M. 1992, S. 284–382.

  16. Ralf Dahrendorf, Betrachtungen über die Revolution in Europa in einem Brief, der an einen Herrn in Warschau gerichtet ist, Stuttgart 1991; ders., Der Wiederbeginn der Geschichte. Vom Fall der Mauer zum Krieg im Irak, München 2004; ders., Versuchungen der Unfreiheit, München 2008; ders. u.a., Über die Revolution in Europa 1989, Berlin 2009.

  17. Williams/Chan (Anm. 13), S. 14f.

  18. Vgl. Frank Engehausen, Die Revolution von 1848/49, Paderborn 2007, S. 9; Dieter Hein, Die Revolution von 1848/49, München 2004, S. 11.

  19. Vgl. Jonathan Sperber, The European Revolutions 1848–1851, Cambridge u.a. 1994; Dieter Dowe u.a. (Hg.), Europa 1848. Revolution und Reform, Bonn 1998; Wolfgang J. Mommsen, 1848. Die ungewollte Revolution, Frankfurt a. M. 1998; Helmut Reinalter, Die europäische Revolution 1848/49 in Polen und Österreich und ihre Folgen, Frankfurt a. M. 2001; Dieter Langewiesche, Europa zwischen Restauration und Revolution 1815–1849, München 2007; Maurizio Gribaudi/Michèle Riot-Sarcey, 1848. La révolution oubliée, Paris 2008; Mike Rapport, 1848. Year of Revolution, London 2008.

  20. Vgl. Rainer Riemenschneider, Die deutsch-polnischen Beziehungen 1831–1848, Braunschweig 1979; Hans Booms u.a. (Hg.), Deutsche und Polen in der Revolution 1848/49 – 1849, Boppard a. Rh. 1991.

  21. Vgl. Alfred Georg Frey/Kurt Hochstuhl, Wegbereiter der Demokratie. Die badische Revolution 1848/49, Karlsruhe 1997; Julia Franke (Hg.), Ein europäischer Freiheitskämpfer. Ludwik Mieroslawski 1814–1878, Berlin 2006.

  22. Vgl. Hans G. Keller, Das Junge Europa 1834–1836, Zürich 1938; Cosimo Ceccuti (ed.), Giuseppe Mazzini dalla Giovine Europa alla Lega internazionale dei popoli, Firenze 2008; Christopher Alan Bayly/Eugenio F. Biagini (eds.), Giuseppe Mazzini and the Globalisation of Democratic Nationalism, 1830–1920, Oxford 2008.

  23. Vgl. Kathrin Sitzler, Solidarität oder Söldnertum, Osnabrück 1980, S. If.

  24. Siehe: http://www.katrin-hattenhauer.de; Gesine Oltmanns: http://www.youtube.com/watch?v=jwK5fFZKRAU&feature=related [2.1.2012].

  25. Vgl. Charles S. Maier, Essay: Die ostdeutsche Revolution, in: Henke (Anm. 1), S. 553–575.

  26. Vgl. Michael Schneider, Die abgetriebene Revolution. Von der Staatsfirma in die DM-Kolonie, Berlin 1990; Stefan Bollinger (Hg.), Das letzte Jahr der DDR. Zwischen Revolution und Selbstaufgabe, Berlin 2004; Thomas Marxhausen, DDR 1989/90 – Revolution oder Konterrevolution?, Berlin 2009.

  27. Vgl. Maier (Anm. 25), S. 575.

  28. Vgl. Heinz Messmer, Der soziale Konflikt, Stuttgart 2003.

  29. Zit.: Jost Hermand (Hg.), Das Junge Deutschland, Stuttgart 1967, S. 5.

  30. Zit.: Walter Grab, Die Revolution von 1848/49, München 1980, S. 133f.

  31. Vgl. Rainer S. Elkar, Young Germans and Young Germany. Some Remarks on the History of German Youth [...], in: Mark Roseman (ed.), Generation Formation and Conflict in Modern Germany, 2. Aufl., Cambridge 2003, S. 69–90; Heide Thielbeer, Universität und Politik in der Deutschen Revolution von 1848, Bonn 1983; Edwin A. Biedermann, Logen, Clubs und Bruderschaften, Düsseldorf 2007.

  32. Vgl. u.a. Ulrike Poppe u.a. (Hg.), Zwischen Selbstbehauptung und Anpassung. Formen des Widerstandes und der Opposition in der DDR, Berlin 1995; Klaus-Dietmar Henke u.a. (Hg.), Widerstand und Opposition in der DDR, Köln u.a. 1999; Ehrhart Neubert, Geschichte der Opposition in der DDR 1949–1989, Berlin 2000; Detlef Pollack, Politischer Protest alternativer Gruppen in der DDR, Opladen 2000; Rainer Eckert, Antitotalitärer Widerstand und kommunistische Repression, Leipzig 2006.

  33. Rainer Eckert, Stille Zeiten. Neuere Forschungen über Widerstand und Opposition in der DDR, in: AfS 43 (2003), S. 529–541, hier 534.

  34. Dahrendorf, Betrachtungen (Anm. 19), S. 29.

  35. Timothy Garton Ash, Ein Jahrhundert wird abgewählt. Aus den Zentren Mitteleuropas 1980–1990, München 1990, S. 456.

  36. Vgl. zuletzt: Ilko-Sascha Kowalczuk, Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, München 2009, insb. S. 108–117.

  37. Vgl. Marc-Dietrich Ohse, Jugend nach dem Mauerbau. Anpassung, Protest und Eigensinn, Berlin 2003; Wiebke Janssen, Halbstarke in der DDR. Verfolgung und Kriminalisierung einer Jugendkultur, Berlin 2010.

  38. Vgl. Marc-Dietrich Ohse, "Wir sind ein Volk!". Die Wende in der "Wende", in: Henke, Revolution (Anm. 1), S. 269–283, insb. 271f.

  39. Vgl. Hein (Anm. 18), S. 20–29; Engehausen (Anm. 18). S. 20–23.

  40. Vgl. Werner Plumpe, Die alltägliche Selbstzermürbung und der stille Sieg der D-Mark, in: Henke, Revolution (Anm. 1), S. 92–103; André Steiner, Die DDR-Volkswirtschaft am Ende, in: ebd., S. 113–129.

  41. Máté Szabó, Zivilgesellschaft und soziale Bewegung in den Transformationsprozessen Ost-Mitteleuropas, in: Dietrich Papenfuß/Wolfgang Schieder (Hg.), Deutsche Umbrüche im 20. Jahrhundert, Köln u.a. 2000, S. 517–542.

  42. Vgl. Norbert Frei, Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit, München 1996; Petra Bock/Edgar Wolfrum (Hg.), Umkämpfte Vergangenheit. Geschichtsbilder, Erinnerung und Vergangenheitspolitik im internationalen Vergleich, Göttingen 1999; Edgar Wolfrum, Geschichtspolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Der Weg zur bundesrepublikanischen Erinnerung 1948–1990, Darmstadt 1999; Beatrix Bouvier/Michael Schneider (Hg.), Geschichtspolitik und demokratische Kultur. Bilanz und Perspektiven, Bonn 2008.

  43. Vgl. Rainer Eppelmann/Robert Grünbaum: Sind wir die Fans von Egon Krenz? Die Revolution war keine "Wende", in: DA 37 (2004) 5, S. 864–869; Rainer Eckert, Gegen die Wende-Demagogie – für den Revolutionsbegriff, in DA 40 (2007) 6, S. 1084–1086, vs. Michael Richter, Die Wende. Plädoyer für eine umgangssprachliche Benutzung des Begriffes, in: DA 40 (2007) 5, S. 861–868.

  44. Vgl. Peter Skyba (Hg.), Himmelweit gleich? – Europa '89, Schwerin 2010.

  45. Christian Meier, Eröffnungsrede zur 36. Versammlung deutscher Historiker in Trier, in: "Historikerstreit", Hg. Piper Verlag, München/Zürich 1987, S. 204–214, zit. 213.

  46. Vgl. Franziska Augstein, Der neue Mythos des 20. Jahrhunderts, in: Süddeutsche Zeitung, 4.11.2005; Daniela Dahn, Wehe dem Sieger! Ohne Osten kein Westen, Reinbek 2009, insb. S. 170f.

  47. Vgl. Helmut Kohl, Erinnerungen 1982–1990, München 2005.

  48. Vgl. Hans Joachim Warbeck, Die deutsche Revolution 1989/1990. Die Herstellung der staatlichen Einheit, Berlin 1991.

  49. Vgl. Bardo Fassbender (Hg.), Menschenrechteerklärung. Neuübersetzung, Synopse, Erläuterungen, Materialien, München 2009; ders. u.a., Menschenrechte als Weltmission, Berlin 2009.

  50. Vgl. Giorgio Agamben, Homo sacer. Die souveräne Macht und das nackte Leben, Frankfurt a. M. 2002; ders., Was von Auschwitz bleibt. Das Archiv und der Zeuge, Frankfurt a. M. 2003; ders., Ausnahmezustand, Frankfurt a. M. 2004.

Dr. phil., em. Prof. für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität der Bundeswehr München, Lehrbeauftragter an der Universität Siegen.