Beleuchteter Reichstag

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20.9.2012 | Von:
Carmen Laux

Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen

Reclams Kampf um seine Westautoren

2. Von Reclam zu Reclam: Ludwig Klages und die "Ursprünge der Seelenforschung"

Ludwig Klages: Ursprünge der SeelenforschungDrei Ausgaben, drei Ausstattungen: RUB Nr. 7514 bei Reclam Leipzig (1942), Reclam Stuttgart (1952) und in der neuen Gestaltung ab 1970. (© Reclam Verlag)
Eine recht aufreibende Auseinandersetzung hatte Ernst Reclam im Jahr 1947 auch mit dem Schweizer Philosophen und Graphologen Ludwig Klages bezüglich einer Neuauflage seines Werkes "Ursprünge der Seelenforschung" zu führen (Reclams Universalbibliothek Nr. 7.514).[37] Sie begann im Mai 1947, als Klages sich verärgert an den Verlag wandte: Bereits seit Januar habe er unbefriedigende Korrespondenzen mit der Firma Reclam & Cie. in Zürich geführt, die ihn zunächst einige Monate lang vertröstet und schließlich nach Leipzig verwiesen habe. Nun drängte er auf eine rasche Entscheidung über das Wiedererscheinen seines Buches.[38] Ernst Reclam klärte ihn zunächst darüber auf, dass Reclam & Cie. lediglich eine Schweizer Auslieferungsstelle des Verlages sei, und erinnerte daran, dass Klages seinen Vertrag schließlich mit der Leipziger Firma geschlossen habe.[39]

Obwohl Reclam zugleich ankündigte, sich um eine Druckgenehmigung für eine Neuauflage der "Ursprünge" zu bemühen, zeigte sich Klages nicht besänftigt: Er beschwerte sich über das mangelnde Engagement des Verlages, der seit Kriegsende nichts unternommen habe, um sein seinerzeit so lebhaft begrüßtes Bändchen wieder auf den Markt zu bringen, und erklärte, dass er sich mit der von Reclam geäußerten ungewissen Aussicht auf Neudruck nicht zufriedengeben könne: "Das mindeste, um was ich ersuchen muß, ist, daß Sie mich bevollmächtigen, die Lizenz […] einem dafür in Frage kommenden Verlage zu erteilen. Andernfalls würde ich ohne weitere Rücksichtnahme auf Verträge über mein Skriptum verfügen."[40]

Nun war es an Ernst Reclam, deutliche Worte zu finden: Offenbar wisse Klages nichts von den schwierigen Verhältnissen in Leipzig und der absoluten Abhängigkeit vom Kulturellen Beirat, was ihn jedoch keineswegs ermächtige, sich über vertragliche Abmachungen ohne Weiteres hinwegzusetzen. Eine Lizenz käme nur für den Reclam Verlag Stuttgart in Frage und Klages solle sich dorthin wenden.[41] An diesem Punkt der Auseinandersetzung wurde es dem Autor offenbar zu viel. Er erklärte: "Mein Briefwechsel mit dem Reclam-Verlag entbehrt nicht ganz der Komik. Reclam in Zürich verweist mich an Reclam in Leipzig, Reclam in Leipzig an Reclam in Stuttgart, und dieser würde mir vermutlich einen vierten Reclam-Verlag empfehlen. Den Rundgang gedenke ich jedoch nicht fortzusetzen".[42] Klages warf Reclam stattdessen vor, an dem Büchlein, auf das er seinerzeit viel Mühe verwendet habe, kein Interesse mehr zu haben. Gleichzeitig empörte er sich, dass Reclam ihm eine Lizenz verweigere: "Das hieße ja: Eine Neuausgabe verhindern wollen!" Er bestand auf dem "Recht des Autors an seinem geistigen Gut" und kündigte an, von seinem Vertrag zurückzutreten, sollte Reclam einer Lizenz nicht zustimmen. Er werde "nötigenfalls [s]einen Standpunkt vor jeder Instanz zu vertreten wissen".

Ernst Reclam bemühte sich, die Diskussion zu entschärfen: "In dem Briefwechsel mit dem Reclam-Verlag kann nur jemand eine Komik finden, der in der freien Schweiz lebt, fern von allen Schwierigkeiten, unter denen wir Deutschen leiden müssen. Wenn Sie sich gleich an die Stelle gewandt hätten, mit der Sie den Vertrag haben, nämlich an mich, so würde schon ein Teil der Komik weggefallen sein, den 4. Reclam-Verlag gibt es ja sowieso nicht."[43] Er äußerte zudem Zweifel, dass Reclam Stuttgart einen Neudruck der "Ursprünge" produzieren könne, "so lange nicht feststeht, ob ein Werk aus ihrer Feder in der dortigen Zone genehm ist". Auch der Kulturelle Beirat hatte mittlerweile seine Ablehnung gegen Klages überaus deutlich gemacht und von seinem Werk bereits bei Einreichung der Planung dringend abgeraten.[44] Obwohl Reclam seinem Autor angesichts dieser Umstände nun doch eine Lizenz für einen anderen Verlag anbot, sind die "Ursprünge der Seelenforschung" nie außerhalb Reclams erschienen. Für Leipzig allerdings war der Autor verloren: 1952 brachte Reclam Stuttgart schließlich doch eine Neuauflage des Bändchens heraus und druckte es bis 1970 noch zweimal nach. In der Stuttgarter Verlagsgeschichte wurde Klages im Rahmen der Reihe Philosophie besonders hervorgehoben.[45]

Am Fall Ludwig Klages lässt sich sehr gut nachvollziehen, wie schwierig es selbst für einen Verlag mit einem so bedeutenden Namen wie Reclam sein konnte, unter Nachkriegsbedingungen den Wünschen seiner Autoren gerecht zu werden, und wie groß die Diskrepanz zwischen den Möglichkeiten des Verlegers und den Interessen des Autors war. Einen Kompromiss zwischen beiden zu finden, gelang selten und forderte vom Verleger ein hohes Maß sowohl an Einfühlungsvermögen, Gleichmut und diplomatischem Geschick als auch an Durchsetzungsvermögen und Stärke.

3. "Anklänge an die nationalsozialistische Sphäre": Die Werke Rudolf Huchs

Rudolf Huch: Hans der TräumerDie Erzählung Hans der Träumer von Rudolf Huch erschien 1925. Der Schutzumschlag war der Auftakt der jahrelangen engen Zusammenarbeit Reclams mit dem Leipziger Grafiker Karl Stratil. (© Reclam verlag)
Viel Fingerspitzengefühl musste Ernst Reclam auch im Falle von Rudolf Huch beweisen.[46] Es galt hier, den Vorstellungen der Zensurbehörde zu entsprechen und gleichzeitig die Erben eines bis dahin renommierten Autors nicht vor den Kopf zu stoßen. Rudolf Huch war im Januar 1943 verstorben, und so trat seine Tochter Liselotte im Frühjahr 1947 an den Verlag heran, um sich nach den Plänen für Neuauflagen der Werke ihres Vaters zu erkundigen. Die Erzählungen "Der tolle Halberstädter", "Hans der Träumer" und "Die beiden Ritterhelme" sowie die recht bekannten Romane "Der Herr Neveu und seine Mondgöttin" und "Brinkmeyers Abenteuer von ihm selbst erzählt" waren in der Mitte der 1920er-Jahre bei Reclam erschienen.

Auf Liselotte Huchs Anfrage reagierte Ernst Reclam äußerst verhalten: Es sei ungewiss, ob die Werke ihres Vaters in der SBZ überhaupt wieder aufgelegt werden dürften.[47] Immerhin war der heute weitgehend unbekannte Autor willentlich oder unwillentlich von den Nationalsozialisten herausgestellt worden und selbst auch Mitglied der NSDAP gewesen. Liselotte Huch zeigte sich erstaunt angesichts dieser abwartenden Haltung Reclams: In der britischen Zone fänden zurzeit "überall" Gedächtnisfeiern für ihren Vater statt. Sie fügte hinzu: "Es ist hier allgemein bekannt, daß mein Vater sehr stark antinationalsozialistisch eingestellt war und viel durch das Naziregime gelitten hat, worüber wir schriftliche Unterlagen in Menge haben. Sollte sich dort also die Sache zu Ungunsten meines Vaters entscheiden, darf ich Sie wohl bitten, uns sofort die Rechte an den Büchern zurückzugeben".[48]

Ernst Reclam schlug statt der Rückgabe der Verlagsrechte eine Lizenzausgabe bei Reclam Stuttgart oder einem anderen Verlag vor und versprach gleichzeitig, dass er bezüglich der Aussicht auf Genehmigung der Werke die "Fühler ausstrecken" werde.[49] Noch am gleichen Tag löste er dieses Versprechen ein, indem er an F. A. Unger vom Kulturellen Beirat schrieb. In diesem Brief beklagte er die sich häufenden Probleme mit abwandernden Westautoren, "die sich in unserer Zone nicht gedruckt sehen und die Verleger nicht nur um Lizenzen in den anderen Zonen, sondern vielfach um Rückgabe des Verlagsrechts angehen. Solche Anträge habe ich auch leider schon erhalten, aber bis jetzt versucht, diese Angriffe abzuschlagen. Dies geht aber auf die Dauer nicht. Ein Fall, der zwar noch nicht unangenehm geworden ist, es aber leicht werden kann, ist Rudolf Huch, dessen Tochter mit dem Wunsch, dass die Werke ihres Vaters wieder neu aufgelegt werden, an mich geschrieben hat."[50] Reclam schloss diesen Brief mit dem Hinweis, dass Huch in der britischen Zone zurzeit sehr herausgestellt werde, und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Beurteilung Huchs in der hiesigen Zone ähnlich positiv ausfallen werde.

Doch Reclam wurde enttäuscht: Einige Tage später teilte Unger ihm mit, "dass eine Einreichung dieser Werke nach meinen Informationen keinerlei Aussicht auf eine zustimmende Haltung des KB in sich birgt."[51] Dennoch ermutigte er Reclam, es auf einen Versuch ankommen zu lassen und die Druckgenehmigung für Huchs Werke zu beantragen, vorausgesetzt, es lägen eindeutige Beweise für dessen antifaschistische Haltung vor.

Im Mai 1947 wurden also "Brinkmeyers Abenteuer" und "Herr Neveu" beim Kulturellen Beirat eingereicht. Wie sich wenig später herausstellte, zeigte auch der Leiter des Referats Verlagswesen im KB, Lothar von Balluseck, wenig Begeisterung dafür: "Wir kennen die Erwägungen, die Sie zur Vorlage dieser beiden Werke veranlaßt haben, nicht. Vielleicht taten Sie es deshalb, weil die Möglichkeit der Abwanderung in die westlichen Zonen bestehe. Dennoch möchten wir Sie bitten, diese beiden Objekte zurückzuziehen. Rudolf Huch hat dem Nationalsozialismus doch wohl einigermaßen nahegestanden; möglich, dass er sich später von ihm zurückgezogen, möglich auch, dass er sich niemals vollständig mit ihm identifiziert hat – die Tatsache ist aber nicht zu leugnen, dass er innerhalb der literarischen nationalsozialistischen Propaganda als eine bedeutende Potenz gewertet worden ist und eine entsprechende Rolle gespielt hat. Es ist doch wohl notwendig, zunächst einmal alle Anklänge an die nationalsozialistische Sphäre […] zu vermeiden."[52]

Zwar bestätigte Ernst Reclam daraufhin, die beiden Werke nur vorgelegt zu haben, um die Verlagsrechte nicht zu verlieren, betonte aber: "Daß Huch von den Nationalsozialisten besonders herausgestellt wurde, weiß ich, nicht aber, daß er selbst nazistisch eingestellt gewesen ist."[53] Dennoch war es nun an ihm, Liselotte Huch mitzuteilen, dass eine Neuauflage der Bücher ihres Vaters in der SBZ nicht möglich sei. Er verwies sie an Reclam Stuttgart, schränkte jedoch gleichzeitig ein, dass auch dort die Chancen nicht zum Besten stünden.[54] Die Tochter erklärte sich mit dieser Lösung zunächst einverstanden.[55] Der Grundton dieser und der folgenden Korrespondenz mit ihr war im Gegensatz zu den Briefwechseln mit Ludwig Klages oder Hans Künkel ausgesprochen freundlich.

Liselotte Huch nahm also Verbindung zu Stuttgart auf, musste jedoch im Herbst 1947 von Gotthold Müller erfahren, dass auch er vorläufig keine Möglichkeit sehe, die Werke ihres Vaters neu aufzulegen.[56] Zu diesem Zeitpunkt hoffte sie allerdings noch immer auf eine spätere Neuauflage oder zumindest auf eine Lizenz für den ebenfalls interessierten Löwen-Verlag in Braunschweig. Als sie ein Jahr lang nichts mehr von Müller gehört hatte, wandte sie sich mit etwas mehr Nachdruck nach Stuttgart: "Falls Sie nicht beabsichtigen, sich um die Werke zu kümmern, muß ich Schritte unternehmen, die Bücher frei zu bekommen, da sich mehrere andere Verlage ernstlich für meines Vaters Bücher interessieren."[57]

Die Antwort hierauf kam jedoch nicht aus Stuttgart, sondern wieder aus Leipzig. Hildegard Böttcher zeigte sich verständnisvoll und wiederholte bedauernd, dass Huch in der SBZ nicht tragbar sei und dass auch Reclam Stuttgart "zur Zeit nicht daran denken" könne, Neuauflagen herauszubringen: "Wenn Sie also der Meinung sind, daß Sie nicht länger warten können, sondern sich ernsthaft bei anderen Verlagen um die Neuherausgabe bemühen müssen, so bleibt mir nichts anderes übrig, als Ihnen den Weg dazu freizugeben. Ich tue es außerordentlich ungern und hätte gern die Werke Ihres Vaters auch weiterhin betreut. Es liegt jedoch bei Ihnen, wie Sie sich entscheiden wollen."[58] – Weshalb Böttcher an dieser Stelle nicht auf die Möglichkeit einer Lizenzvergabe zurückgriff, bleibt unklar. Die Korrespondenz endete mit der Zusicherung Liselotte Huchs, dass sie gern die Bücher ihres Vaters bei Reclam gelassen hätte, dass sie jedoch einen Verlag finden müsse, der die Bücher auch herausbringen könne.[59]

Dieses Vorhaben scheint nicht geglückt zu sein, denn keines der bei Reclam erschienenen Werke Huchs wurde nach 1945 je wieder aufgelegt.[60] Dennoch ist der Fall Rudolf Huch ein geeignetes Beispiel dafür, wie politisch missliebige Autoren durch die Zensur gezwungen wurden, für ihre Bücher neue Verlage zu suchen.


Fußnoten

37.
Zu Klages vgl. u.a. Michael Großheim, Ludwig Klages und die Phänomenologie, Berlin 1994; ders. (Hg.), Perspektiven der Lebensphilosophie: Zum 125. Geburtstag von Ludwig Klages, Bonn 1999; Steffi Hammer (Hg.), Widersacher oder Wegbereiter? Ludwig Klages und die Moderne, Heidelberg 1992; Hans Eggert Schröder, Ludwig Klages – Die Geschichte seines Lebens, in: Franz Tenigl (Hg.), Ludwig Klages: Sämtliche Werke, Bd. Suppl. 1, Bonn 1966.
38.
Vgl. Ludwig Klages an Ernst Reclam, 5.5.1947, RAL, Akte 3.
39.
Vgl. Ernst Reclam an Ludwig Klages, 16.5.1947, ebd.
40.
Ludwig Klages an Ernst Reclam, 28.5.1947, ebd.
41.
Vgl. Ernst Reclam an Ludwig Klages, 13.6.1947, ebd.
42.
Dieses und die folgenden Zitate: Ludwig Klages an Ernst Reclam, 16.7.1947, ebd.
43.
Dieses und das folgende Zitat: Ernst Reclam an Ludwig Klages, 29.7.1947, ebd.
44.
Vgl. Käthe Barth an Ernst Reclam, 12.6.1947, RAL, Akte 21.
45.
Vgl. Annemarie Meiner, Reclam. Geschichte eines Verlages, Stuttgart 1958, S. 75.
46.
Zu Rudolf Huch vgl. ders., Mein Weg. Lebenserinnerungen, Zeulenroda 1937; Christian Jenssen, Rudolf Huch, Bayreuth 1943; Ewald Lüpke, Gruß an Rudolf Huch. Zum 80. Geburtstag, 28.2.1942, Braunschweig 1942; Ernst Sander, Rudolf Huch. Der Dichter und das Werk, Braunschweig 1922.
47.
Vgl. Ernst Reclam an Liselotte Huch, 15.3.1947, RAL, Akte 2.
48.
Liselotte Huch an Ernst Reclam, 23.3.1947, ebd.
49.
Ernst Reclam an Liselotte Huch, 11.4.1947, ebd.
50.
Ernst Reclam an F. A. Unger, Sekretariatsleiter des KB, 11.4.1947, RAL, Akte 43. Das Folgende ebd.
51.
F.A. Unger an Ernst Reclam, 19.4.1947, ebd. Das Folgende ebd.
52.
KB (Lothar v. Balluseck) an Ernst Reclam, 19.5.1947, ebd.
53.
Ernst Reclam an den KB (Lothar v. Balluseck), 23.5.1947, ebd.
54.
Vgl. Ernst Reclam an Liselotte Huch, 26.7.1947, RAL, Akte 2.
55.
Vgl. Liselotte Huch an Ernst Reclam, 20.7.1947, ebd.
56.
Vgl. Liselotte Huch an Ernst Reclam, 8.9.1947, ebd.
57.
Liselotte Huch an Gotthold Müller, 19.8.1948, RAL, Akte 22.
58.
Hildegard Böttcher an Liselotte Huch, 27.10.1948, ebd.
59.
Vgl. Liselotte Huch an Ernst Reclam, 4.11.1948, ebd.
60.
Eine Ausnahme bildet "Der tolle Halberstädter", der 1961 in der Literarischen Vereinigung Braunschweig erneut erschien. Allerdings war dieses Werk von Anfang an bei verschiedenen Verlagen untergebracht gewesen (Morawe & Scheffelt, Velhagen & Klasing).

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