Beleuchteter Reichstag

7.5.2020 | Von:
Lenore Lobeck

Missbraucht und entzaubert – Der Mythos der „Freien Republik Schwarzenberg“

Schwarzenberg im Westerzgebirge wurde vor allem durch die Legende von der „Freien Republik Schwarzenberg“ bekannt. Grundlage für den Schwarzenberg-Mythos ist die Tatsache, dass ein kleiner Landstrich nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 sechs Wochen lang von den Alliierten unbesetzt blieb. Doch weder von den Lebensumständen noch administrativ verwirklichte sich hier eine gesellschaftspolitische Utopie.

Schwarzenberg im Erzgebirge auf einer Luftaufnahme aus dem Dritten Reich. Blick auf den Ort mit seiner 1938 eingeweihten NS-"Feierstätte der Volksgemeinschaft" auf dem Rockelmann. 1950 wurde sie vom damaligen Präsidenten der DDR in „Wilhelm-Pieck-Feierstätte“ umbenannt. 1993 erhielt sie den Namen „Waldbühne".Schwarzenberg im Erzgebirge auf einer Luftaufnahme aus dem Dritten Reich. Blick auf den Ort mit seiner 1938 eingeweihten NS-"Feierstätte der Volksgemeinschaft" auf dem Rockelmann. 1950 wurde sie vom damaligen Präsidenten der DDR in „Wilhelm-Pieck-Feierstätte“ umbenannt. 1993 erhielt sie den Namen „Waldbühne". (© picture-alliance, arkivi)

Das Geschehen in der Stadt Schwarzenberg im Frühjahr 1945 wurde mehrfach absichtsvoll ideologisch umgedeutet und umgeschrieben; so lebt der Schwarzenberg-Mythos unter der Bürgerschaft des Ortes weiter und polarisiert nach wie vor.

Im Jahr 2004 erschien Die Schwarzenberg-Utopie. Geschichte und Legende im Niemandsland.[1] Anhand sorgfältiger Aktenrecherchen wurde die Diskrepanz zwischen dem in der Legende beschriebenen gesellschaftlich-politischen Idealzustand und der in der Stadt 1945 erlebten Wirklichkeit deutlich. Die fünfte, überarbeitete und erweiterte Auflage des Buches erschien 2018 unter dem Titel Die Schwarzenberg-Legende. Geschichte und Mythos im Niemandsland. Sie berücksichtigt jüngere Untersuchungen, die den gesamten Landkreis einbeziehen und Forschungsergebnisse erhärten, die zuvor verbreitete Erkenntnisse über die Legende von der „Freien Republik Schwarzenberg“ ad absurdum führen.

Historische Grundlagen

Niemandsland nannte die Elterngeneration das 1945 von den Alliierten für kurze Zeit nicht besetzte Territorium im westlichen Erzgebirge, das den Landkreis Schwarzenberg einschloss. Der Begriff war lexikalisch korrekt: „Gebiet zwischen zwei Fronten“. Die US-Armee war bis Anfang Mai 1945 aus westlicher Richtung bis Auerbach und Zwickau vorgerückt und die Rote Armee marschierte am 8. Mai ins östlich gelegene Annaberg ein.

Das dazwischenliegende Gebiet blieb vorerst Niemandsland, weil die US-Armee mit Kriegsende am 7. Mai 1945 sämtliche weiteren Vormärsche stoppte. Sie führte im gesamten Landkreis weiterhin regelmäßig Patrouillenfahrten durch, errichtete jedoch keine Militärkommandantur.

Auf der Konferenz in Jalta im Februar 1945 hatten die Alliierten die Bildung eines gemeinsamen Kontrollrates sowie die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen beschlossen und die Zonengrenzen entsprechend festgelegt. Seitdem war klar, dass das westliche Erzgebirge zur Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gehören wird. Die endgültige Regulierung der Demarkationslinie gemäß den Beschlüssen von Jalta erfolgte aber erst im Juni/Juli 1945. In diesem Zusammenhang rückte die Rote Armee, wie vorgesehen, allmählich in den Landkreis vor und schloss am 24. Juni 1945 mit der Errichtung einer Militärkommandantur in Schwarzenberg die Besetzung ab.

Das Geschehen innerhalb der sechs Wochen in diesem scheinbaren machtpolitischen Vakuum bietet seit langem Raum für verschiedene vorsätzlich zweckdienliche Spekulationen. Was aber war das Geschehen, das die Legendenbildung beflügelte? Die Akten verschiedener Archive bergen eher nüchterne Tatsachen, die keinen Anlass für Mythen bieten.

Wie überall in Deutschland konstituierten sich bei Kriegsende auch in den Gemeinden des besatzungsfreien Landkreises Schwarzenberg sogenannte Aktionsausschüsse für den zwingend erforderlichen Neubeginn. In der Stadt Schwarzenberg gründeten dieselben Kommunisten, die bereits 1918 in Schwarzenberg Arbeiter- und Soldatenräte proklamiert und während der Märzunruhen 1920 Aktionsausschüsse gebildet hatten, am 12. Mai 1945 mit zwei Sozialdemokraten erneut einen solchen Ausschuss. Die reale Möglichkeit, ihre seit 1918 angestrebten machtpolitischen Ziele zu verwirklichen, schien den Gründern nun greifbar nah.

In allen vier Besatzungszonen war den Ausschüssen selbständige Arbeit untersagt. Im besatzungsfreien Landkreis hingegen konnten diese autonom arbeiten, in die Verwaltungen eingreifen und Ämter übernehmen. Die Akteure gingen strategisch streng nach revolutionärem Muster vor, besetzten unverzüglich die Schlüsselstellen im Rathaus, bildeten eine Hilfspolizei, übernahmen die Kontrolle über das Amtsgerichtsgefängnis, führten willkürlich Verhaftungen durch und weiteten innerhalb der sechs Wochen ihren Einfluss auf die Kreisebene aus. Nach der endgültigen Besetzung des Kreises befahl der sowjetische Kommandant zwar die sofortige Auflösung aller Aktionsausschüsse, bestätigte aber in der Stadt Schwarzenberg und auf Kreisebene alle Aktivisten in ihren Ämtern, die sie ohne demokratische Wahl besetzt hatten.

Legendenbildung

Aus diesen Tatsachen konstruierte der DDR-Historiker Werner Groß in seiner 1961 veröffentlichten Diplomarbeit die erste Version der Legende von der Möglichkeit einer eigenständigen kommunistischen Revolution und dem Sieg über das NS-Regime aus eigener Kraft.[2] Groß heroisierte die sogenannten Aktivisten der ersten Stunde, überhöhte ihre Aktivitäten und gab ihnen so einen besonderen Platz im heimatkundlichen DDR-Geschichtsbild. Er würdigte den Vorgang der Machtübernahme im Rathaus als einzigartig und betonte die damit zwangsläufig übernommenen behördlichen Zuständigkeiten als Eigeninitiative der Akteure.

Zusätzlich attestierte Groß dem Schwarzenberger Aktionsausschuss Aktivitäten, die jedoch nie in dessen Tätigkeits- und Verantwortungsbereich lagen. Nahezu unerwähnt hingegen blieb die Tatsache, dass die Verwaltungsstruktur im Landkreis im Mai 1945 noch intakt war und der seit 1944 amtierende parteilose Landrat einen erheblichen Anteil an der Lösung der damals anstehenden Probleme hatte. Ihm warf Groß vielmehr vor, er habe die Arbeit der Kommunisten hintergangen, indem er die US-Armee um Besetzung des Kreises bat. Groß betonte die Kontinuität der kommunistischen Arbeit und würdigte die sowjetische Besetzung als Entlastung der Akteure und den Beginn einer zukunftsweisenden Zusammenarbeit.

Die späteren Legenden-Versionen, bis hin zur Interpretation als „Freie Republik Schwarzenberg“, wurden aus unterschiedlichen Beweggründen sämtlich aus dieser ersten Darstellung entwickelt. Überregionale Bekanntheit erlangte das Geschehen 1984 durch Stefan Heyms Roman Schwarzenberg.[3] Heym hatte die Ausführungen von Werner Groß weitgehend übernommen, koppelte aber mit einem Kunstgriff das Geschehen vom Realsozialismus ab, um seine Utopie vom basisdemokratischen Sozialismus im besatzungsfreien Gebiet anzusiedeln.

Heym verweigert den Akteuren die Kontinuität ihres Wirkens, indem er kein Einvernehmen mit der sowjetischen Besatzungsmacht herstellt. In seinem Roman bereitet die Rote Armee im Juni 1945 basisdemokratischen Ansätzen ein Ende und zwingt auch Schwarzenberg den Stalinismus auf. Darin sah die SED eine Verunglimpfung der Sowjetunion sowie des Sozialismus und verbot die Veröffentlichung des Romans. Dass dieser daraufhin in Westdeutschland erschien, verlieh ihm, vor allem in der DDR, eine besondere Anziehungskraft.

Nach der politischen Zäsur 1989 bot Heyms Utopie aus unterschiedlichen Motiven sowohl der SED/PDS als auch den Verfechtern eines sogenannten Dritten Weges[4] eine gute Basis für weitere Legendenversionen. Die SED/PDS suchte eine neue Identität in vermeintlich alternativ-sozialistischer Herkunft. Die Medien interviewten, fotografierten oder filmten das letzte, bis 2002 noch lebende Mitglied des Aktionsausschusses, als bürgten noch immer allein die damaligen Protagonisten für die Richtigkeit des Geschehens, und so vermischten sich im Laufe der Zeit Tatsachen und Fiktion, verschmolzen die wirklichen Akteure mit Heyms Utopisten. Zu guter Letzt wurde der Mythos von der „Freien Republik Schwarzenberg“ als Realität präsentiert, und der Begriff hielt sogar Einzug in seriöse Bücher oder Reiseführer

Erkenntnisse seit 2005: Die Selbstverwaltungen

Auf vielfache Weise wird in Schwarzenberg an die "unbesetzte Zeit" erinnert, u.a. mit einer Ausstellung im Schlossmuseum und einem "Lehrpfad Unbesetzt", zu dem es auf der Website der Großen Kreisstadt Schwarzenberg heißt: "Unsere Geschichte soll Sie Schritt für Schritt in eine Zeit zurückführen, die als einzigartiger historischer Abschnitt in dieser Region Unfassbares hervorzubringen vermochte. Wandern Sie mit uns von Etappe zu Etappe, zurück in die Vergangenheit, erfahren Sie von den geschichtlichen Ereignissen oder erleben Sie den Geist der Fiktion der 'Republik Schwarzenberg' mehr als 60 Jahre später."Auf vielfache Weise wird in Schwarzenberg an die "unbesetzte Zeit" erinnert, u.a. mit einer Ausstellung im Schlossmuseum und einem "Lehrpfad Unbesetzt", zu dem es auf der Website der Großen Kreisstadt Schwarzenberg heißt: "Unsere Geschichte soll Sie Schritt für Schritt in eine Zeit zurückführen, die als einzigartiger historischer Abschnitt in dieser Region Unfassbares hervorzubringen vermochte. Wandern Sie mit uns von Etappe zu Etappe, zurück in die Vergangenheit, erfahren Sie von den geschichtlichen Ereignissen oder erleben Sie den Geist der Fiktion der 'Republik Schwarzenberg' mehr als 60 Jahre später." (© picture-alliance/dpa)
Die Stadt Schwarzenberg reklamiert die Lokalgeschichte der Nachkriegszeit und den Mythos von der „Freien Republik“ als ihr Alleinstellungsmerkmal. Damals war jedoch der gesamte Landkreis mit all seinen Orten ohne Besatzung geblieben – wieso steht oft nur Schwarzenberg im Mittelpunkt?

Im Mai 1945 gründeten sich in allen 41 kreiszugehörigen Gemeinden Aktionsausschüsse. Sie unterschieden sich in Größe, Zusammensetzung und politischer Absicht. Mit mindestens je einem bürgerlichen Ausschussmitglied waren die Akteure in Markersbach, Schneeberg, Eibenstock oder Oberschlema um die Einhaltung demokratischer Grundsätze bemüht, während beispielsweise in Bermsgrün, Johanngeorgenstadt und Schwarzenberg von der KPD dominierte Ausschüsse fundamentalistisch vorgingen.

In 31 Gemeinden setzten die Aktionsausschüsse die Bürgermeister bereits im Mai/Juni 1945 ab, in den übrigen zehn Orten behielten sie diese als Fachleute an ihrer Seite und die Abberufung erfolgte erst nach der sowjetischen Besetzung. Bis zu den Gemeindewahlen 1946 gab es in vielen Orten mehrfach personelle Wechsel in den Bürgermeisterämtern. Eine Kontinuität wie in Schwarzenberg war die Ausnahme. In einigen Orten agierten die Kommunisten seit 1945 zwar ähnlich rigoros wie die Akteure der Stadt Schwarzenberg und waren noch viele Jahre politisch einflussreich und aktiv. Jedoch allein die Gruppe der Schwarzenberger Kommunisten hatte es vermocht, die Handlungsspielräume im rechtsfreien Raum systematisch für ihre machtpolitischen Ziele auszunutzen.

Der Aktionsausschuss der Stadt Schwarzenberg demonstrierte im Vergleich mit den anderen Ausschüssen als einziger unzweideutig eine kommunistische Machtübernahme und war deshalb prädestiniert für die von Werner Groß beschriebene und der Staatsideologie entsprechende Revolutionstheorie. Die Vorgänge in den anderen Orten des Landkreises waren aus seiner Sicht politisch unklar. Groß’ Diplomarbeit bildet das Fundament für die nachfolgenden Legendenversionen. Das bedeutet, dass der zum Alleinstellungsmerkmal der Stadt Schwarzenberg erhobene Mythos von einem basisdemokratischen Neubeginn nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes sich ausgerechnet auf den Ausschuss gründet, der seine politischen Ziele am radikalsten und undemokratisch verfolgte.[5]

Verhaftungen

Mitglieder des Schwarzenberger Aktionsausschusses nahmen bereits am 12. Mai 1945 mehrere Personen fest und arretierten diese in dem im Schlossturm befindlichen Amtsgerichtsgefängnis. In anderen Orten des Landkreises hielten die Ausschüsse Gefangene in Fabriken fest. Die Festnahmen waren von Willkür geprägt und beruhten nicht selten auf persönlichen Feindschaften, die bis in die 1920er Jahre zurückreichten.

Eine Gesamtzahl der im Mai/Juni 1945 im Landkreis Festgenommen ist nicht zu ermitteln, Belege sind nicht vorhanden. Nachgewiesen ist, dass 71 Gefangene aus dem Kreisgebiet noch vor der Besetzung von der neuen Hilfspolizei direkt zur sowjetischen Kommandantur nach Annaberg gebracht wurden. Davon kamen 44 in sowjetischen Speziallagern[6] oder bereits in Annaberg ums Leben. Das ist mit 62 Prozent eine vergleichsweise hohe Todesrate.

Am 20. Juni 1945 untersagte der sowjetische Kommandant von Annaberg eigenständige politisch motivierte Festnahmen im Landkreis Schwarzenberg. Im August 1945 wurde der gesamte Schlosskomplex Schwarzenberg unter sowjetische Kontrolle gestellt und bis März 1946 daselbst eine der Operativen Gruppen des Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (OG NKWD) untergebracht.[7] Die Festnahmen erfolgten fortan vom NKWD mit Unterstützung der deutschen Kommunisten, waren weiterhin von Willkür geprägt, nun jedoch durch sowjetische Befehle legitimiert.

Fast 1.200 Inhaftierte, davon starben 230

Bisher konnten die Namen von 978 Personen aus dem Landkreis Schwarzenberg ermittelt werden, die zwischen 1945 und 1950 in den sowjetischen Speziallagern inhaftiert waren. Während das Haftschicksal von 767 Personen geklärt werden konnte, musste dieses für 211 bislang unbekannt bleiben. 230, also 29,9 Prozent der 767 vom NKWD Inhaftierten starben unter den schlechten Bedingungen in den Speziallagern, weitere 20 durch Vollstreckung eines Todesurteils.

Deutsche Gerichte verurteilten im genannten Zeitraum 48 Personen und 158 wurden bis 1950 während ihrer Tätigkeit bei der SAG Wismut im Landkreis festgenommen.[8] Somit beläuft sich die Gesamtzahl der zwischen 1945 und 1950 für den Landkreis nachgewiesenen Inhaftierungen derzeit auf 1.184.[9]

Nach den vom nationalsozialistischen Deutschland im In- und Ausland begangenen Verbrechen war die Suche nach Tätern und deren Verurteilung dringend geboten. Unter dem Aspekt, dass 487 der 767 Gefangenen in sowjetischen Speziallagern dahinvegetierten, ohne dass jemals eine Überprüfung der gegen sie vorgebrachten Vorwürfe erfolgte, muss das Bemühen des NKWD, nach NS-Tätern zu suchen und diese zu bestrafen, als inkonsequent und zweifelhaft erscheinen. Denn diese Häftlingsgruppe umfasste neben lokalen NSDAP-Funktionären, Bürgermeistern, Ortsbauernführern, SA-, SS- oder Volkssturm-Angehörigen, funktionslosen NSDAP-Mitgliedern auch Personen, die nie einer NS-Organisation angehörten, und viele Jugendliche des Jahrgangs 1929, die unter „Werwolfverdacht“ festgenommen und in Lager verbracht wurden.

191 der festgenommenen Landkreisbewohner wurden von einem Sowjetischen Militärtribunal (SMT) verurteilt. Davon waren lediglich 74 wegen NS-Straftaten angeklagt, 117 hingegen aus anderen Gründen, wie Spionage, "sowjetfeindlicher Hetze", Bildung von Untergrundgruppen, Sabotage oder Diebstahl. Während 1945/46 Anklagen wegen NS-Tätigkeit im Vordergrund standen, erhöhte sich ab 1947 die Zahl der Anklagen gegen wirkliche oder vermeintliche Kritiker der neuen Ordnung deutlich.

Die 158 bei der SAG Wismut tätig gewesenen Personen wurden von den SMT ausnahmslos aus anderen Gründen verurteilt. Die pauschale Behauptung, nach dem Krieg seien ausschließlich Nazi- und Kriegsverbrecher verhaftet worden, war Teil des DDR-Geschichtsbildes.[10]

Die „Rückführung der Flüchtlinge“

Die vor Bombardements und Krieg geflohenen Menschen gelangten seit 1943 aus dem Westen, später aus dem Osten Deutschlands in den Landkreis. Der damalige Landrat schätzte die Zahl der Mitte Mai 1945 im Landkreis lebenden Evakuierten und Flüchtlinge auf ein Drittel der Stammeinwohnerschaft, also auf etwa 43.500:[11]

Bis heute wird dem Schwarzenberger Aktionsausschuss als besondere und humane Leistung angerechnet, mehreren Tausend Flüchtlingen und Evakuierten umgehend die Rückreise in die Heimat ermöglicht zu haben. Diese Darstellung geht auf Werner Groß zurück.[12]

Dem Großteil der Evakuierten und Flüchtlinge war jedoch nach dem Krieg 1945 die Heimkehr an die vertrauten Wohnorte unmöglich geworden. Die Akten belegen, dass der sofortige Abtransport der Evakuierten und Flüchtlinge aus dem Landkreis nicht aus empathischen Gründen, sondern aufgrund der prekären Versorgungslage erfolgte. Die Flüchtlinge waren ohnehin nicht gern gesehen, und so diente die in der Tat schwierige Lebensmittelbeschaffung als Rechtfertigung der erfolgten inhumanen Abschiebepraxis. Bürgermeister und Aktionsausschüsse aller Landkreisgemeinden wiesen die Flüchtlinge an, sich sofort in ihre Heimatorte zu begeben, und drohten mit der Streichung der Lebensmittelkarten.

Die seit Mitte Mai 1945 kontinuierlich veröffentlichten Informationen verschiedener Institutionen, dass weder im Westen die amerikanischen noch im Osten die sowjetischen Sperrlinien passiert werden könnten, Züge allenfalls bis Chemnitz oder Dresden führen, wurden ignoriert. Abtransporte aus dem Kreis erfolgten mit Lastwagen oder Zügen, in denen katastrophale Zustände herrschten und Tote zu beklagen waren. Die total ausgebombten Städte Chemnitz und Dresden verweigerten jeglichen Zuzug, dennoch ordneten Bürgermeister des Landkreises die Rückführung Evakuierter an.

So kehrten etliche aus dem Landkreis Ausgewiesene wieder zurück, weil sie außerhalb keine Bleibe fanden, wurden jedoch erneut weggeschickt. Die inhumane Vorgehensweise wurde sowohl unter den sowjetischen Kommandanten als auch von der neugebildeten Landesverwaltung Sachsen fortgesetzt, die im August 1945 die Aussiedlung der zwei Millionen in Sachsen befindlichen Flüchtlinge forderte. Von der Radikalität der Abschiebungspraxis zeugt die Statistik, die im Dezember 1945 nur noch fünf Prozent Flüchtlinge[13] im Vergleich zur Stammeinwohnerschaft (1939) ausweist.[14]

Obwohl die damals im Landkreis ankommenden Kriegsflüchtlinge deutschsprachig waren, als sogenannte „Volksgenossen“ demselben Kulturkreis angehörten und Deutschland die Fluchtursachen selbst verschuldet hatte, wurden sie vielfach, genauso wie Flüchtlinge heute, ohne Empathie als Störfaktoren betrachtet und abgeschoben. Das wirft viele Fragen auf, vor allem die nach den Ursachen von Fremdenfeindlichkeit.

Geschichte der Legende

Forschungsergebnisse in der Zeitgeschichte entfalten eine andere Wirkung als die in der älteren Geschichte, weil sich sowohl Zeitzeugen als auch politische Strömungen, deren Ursprünge in der jüngsten Vergangenheit liegen, bestätigt oder auch provoziert fühlen können. Dass das Erscheinen des Buches Die Schwarzenberg-Utopie vor fünfzehn Jahren in der Region heftige Auseinandersetzungen auslösen würde, war damals nicht überraschend, denn es zog sowohl das gewohnte Geschichtsbild als auch die Legende in Zweifel.

Seitdem berichten überregionale Zeitungen zwar von einem „Bröckeln“ oder „Entzaubern“ der Schwarzenberg-Legende, aber ein Mythos ist mit rationaler Aufklärung gewöhnlich nicht zu entkräften. Die Verteidiger der Legende zogen sich aus unterschiedlichen Beweggründen hinter ihre jeweils gewohnten Argumentationsmuster zurück, und der Mythos diente somit einer politisch inhomogenen Gruppe als Projektionsfläche ihrer jeweiligen Illusionen.

Im mythischen Biotop in Schwarzenberg gärte es weiter, und es war genau das eingetreten, was der Historiker Heinrich August Winkler in einem Vortrag 2004 darlegte: „Eine Geschichtspolitik, die historische Legenden pflegt und damit wissenschaftlichen Erkenntnissen widerspricht, muss wissenschaftliche Kritik herausfordern. Das gilt vor allem dann, wenn sich eine bestimmte Lesart von Geschichte zu einem Mythos verdichtet und gegenüber wissenschaftlicher Kritik abzuschotten versucht. Im Zuge seiner Folklorisierung wird ein Mythos zu einem kulturellen Besitzstand; wird er in Frage gestellt, löst er die typischen Reflexe der Besitzstandswahrung aus.“[15]

Die PDS diskutierte und veröffentlichte noch im Jahr 2006 ihre alten Thesen.[16] Der Verein Kunstzone e. V. organisiert alle fünf Jahre ein Straßenfest in der Schwarzenberger Altstadt, die dabei in fünf Zonen aufgeteilt wird[17]. In Form kommerzialisierter touristischer Events mit leiblichen Genüssen, Spaß und Musik wird weniger des Endes der NS-Zeit und des Krieges gedacht, sondern ein vermeintlich einzigartiger Neubeginn zelebriert.

Die Stadtverwaltung ihrerseits versucht den Spagat zwischen Vermarktung der Legende und Darstellung der Geschichte, die Unterscheidung zwischen Tatsache und Legendenbildung bleibt jedoch unscharf. 2015 übernahm sie eine in weiten Teilen Werner Groß’ Diplomarbeit folgende Veröffentlichung aus dem Jahr 1995[18] unverändert auf ihre Webseite. Das zeigt, dass es ihr schwerfällt, sich vom DDR-Geschichtsbild zu distanzieren, und trägt zur weiteren Verbreitung der Legende bei.

Zu den Jahrestagen beschränkt sie sich regelmäßig auf die Präsentation von Stefan Heyms Roman in verschiedenen Darbietungen und auf thematische Stadtführungen wie „Freie Republik – besondere Geschichte laufend erzählt“ (2010), „Entlang des Lehrpfads ‚unbesetzte Zone’“ (2015). Zum einen scheint der Mythos der Trivialität des Marktes zu erliegen, zum anderen wird er mit Rechtfertigungseifer weiterhin in Heyms Sinne instrumentalisiert und mit der verklärten und „Besseres“ verheißenden Frage: „Was wäre gewesen, wenn …“, mittlerweile auch auf den gesellschaftlichen Wandel 1989 übertragen.[19]

Aus einer DDR-Romanvorlage der "Republik Schwarzenberg" gründete eine Künstlergruppe nach 1989 die "Freie Republik Schwarzenberg" und stellt seitdem auch fiktive Pässe aus. Auch eine Schwarzenberger Kneipe übernahm den Namen.Aus einer DDR-Romanvorlage der "Republik Schwarzenberg" gründete eine Künstlergruppe nach 1989 die "Freie Republik Schwarzenberg" und stellt seitdem auch fiktive Pässe aus. Auch eine Schwarzenberger Kneipe übernahm den Namen. (© picture-alliance/dpa)
Ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 25. September 2014 brachte die Sehnsüchte auf den Punkt: die „Freie Republik Schwarzenberg“ habe es zwar nie gegeben, es sei aber „eine reizvolle Idee, sich vorzustellen, es gäbe eine kleine Republik, ein Alternativdeutschland jenseits von Ost oder West, mit sozialistischer Prägung und voller vernünftiger Menschen.“[20]

Derartige Äußerungen widerspiegeln eine aus einer gegenwärtigen Unzufriedenheit resultierende Erwartungshaltung, die sich in Schwarzenberg hartnäckig an eine verfälschte Vergangenheit klammert und sich mit dem Sehnsuchtsbild der Vollkommenheit von der gegenwärtigen politischen Realität entfernt.

Offenbar aus ähnlichen Motiven bemächtigen sich mittlerweile auch rechte und rechtsextreme Gruppierungen des Begriffs „Freie Republik Schwarzenberg“. Im Sommer 2018 tauchten auf der Veranstaltung eines Vereins Freigeist e. V. und der NPD mit dem rechtsextremen Liedermacher Frank Rennicke Schilder mit der Aufschrift „Freie Republik“ auf. Überregional sofort registriert, kommentierte Die Zeit am 2. Juli 2018: „Die zentrale Forderung erinnert an Reichsbürgerfantasien: Schwarzenberg soll ein eigenständiger Kleinstaat werden. […]. Auf dem Freigeist-Fest wird ein Volksentscheid über die Abspaltung von der Bundesrepublik verlangt.“[21]

Ein örtlicher AfD-Kreistagsabgeordneter und Kandidat für den Bundestagswahlkampf 2017 plädierte für völlige Abgrenzung[22] und unterzeichnete seine Kandidatenvorstellung „Mit besten Grüßen aus der Freien Republik Schwarzenberg ...“, weil es für ihn ein kleines Stück Hoffnung sei, „daß, sollte Deutschland den derzeitigen Weg Richtung Selbstabschaffung weiter beschreiten, ich dann zumindest noch die ‚Freie Republik Schwarzenberg’ in Reserve habe.“[23]

Dies war erneut ein Vorstoß, den Mythos von der Freien Republik Schwarzenberg im Sinne einer Ideologie umzudeuten. Ganz gleich, wer zu den diversen Legendenbildungen beiträgt, indem er sie mit seinem jeweiligen Inhalt besetzt – ob Kommunisten, Utopisten, Linke oder Rechte – sie alle formulieren am Ende nur das Bild einer geschlossenen Gesellschaft, die heute, wie schon damals, Menschenrechte missachtet, Andersdenkende und Flüchtende ausgrenzt.

Zitierweise: Lenore Lobeck, "Missbraucht und entzaubert - der Mythos der Freien Republik Schwarzenberg", in: Deutschland Archiv, 7.5.2020, Link: www.bpb.de/308577 . Hinweis: Dieser Text aktualisiert eine erste Recherche von Lenore Lobeck, die im Jahr 2005 in der Druckversion des Deutschland Archivs mit der Bandnummer 38 erschienen ist.


Ergänzend zum Thema:

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Wolfgang Benz im DA vom 24.5.2019 - "Zwischen Amnesie und Erinnerungskultur"

Aus dem DA vom 18.12.2015 - Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende

bpb-Dossier - "Der Zweite Weltkrieg"

Fußnoten

1.
Lenore Lobeck, Die Schwarzenberg-Utopie. Geschichte und Legende im ‚Niemandsland’. Leipzig 2004.
2.
Werner Groß, Die ersten Schritte. Der Kampf der Antifaschisten in Schwarzenberg während der unbesetzten Zeit Mai/Juni 1945, Berlin 1961, Bd. 1 der Schriftenreihe des Deutschen Instituts für Zeitgeschichte.
3.
Stefan Heym, Schwarzenberg. München 1984. In der DDR erschien der Roman 1990 im Verlag Der Morgen
4.
Der Dritte Weg hier in seiner allgemeinen Bedeutung: Hinweis auf eine Alternative – einen vermeintlichen oder tatsächlichen neuen Weg – einen Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus.
5.
Vgl. Lenore Lobeck, Die Schwarzenberg-Legende, Leipzig 2018, S.174–180.
6.
In der SBZ waren zehn dem Innenministerium der UdSSR (NKWD) unterstehende Speziallager eingerichtet.
7.
Die SBZ war von der sowjetischen Geheimpolizei eingeteilt in Operative Sektoren auf Länder- und Operative Gruppen auf Kreisebene.
8.
Deren Zahl ist vermutlich weitaus höher; bisher gibt es keine verlässlichen Zahlen zu dieser Häftlingsgruppe.
9.
Stand der Statistik: Ende 2018.
10.
Vgl. Lenore Lobeck, Die Schwarzenberg-Legende, S. 167–174.
11.
Bezug ist die Zahl 131.644 der Volkszählung 1939.
12.
Werner Groß, Die ersten Schritte, S. 72–74.
13.
Kreisarchiv Erzgebirgskreis (KA Erz), 01737/Rat des Kreises Aue.
14.
Vgl. Lenore Lobeck, Schwarzenberg-Legende, S. 180–191.
15.
Heinrich August Winkler, Aus der Geschichte lernen? Zum Verhältnis von Historie und Politik in Deutschland nach 1945. Vortrag, gehalten am 26. März 2004 auf dem Symposium „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für die Politik – Geschichte und deutsche Politik nach 1945“ zum 85. Geburtstag von Helmut Schmidt in Hamburg, in Die ZEIT-ONLINE 14/2004
16.
Klaus Kinner (Hrsg.), Wege in die Zukunft. Nationales – Regionales – Internationales. Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen 2006.
17.
Analog der damaligen Besatzungszonen und einer besatzungslosen Zone.
18.
Stadtverwaltung Schwarzenberg (Hrsg.), Schwarzenberg – Der Krieg war aus und keiner kam, 1995. Die übernommenen Quellenangaben, waren bereits 1995 überholt
19.
Neues Deutschland vom 28.8.2004; Neues Deutschland vom 8./9.5.2010.
20.
Andrea Diener, Pechblende für den Frieden, in: FAZ vom 25.09.2014, S. R1.
21.
https://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2018/07/02/im-erzgebirge-traeumen-neonazis-vom-eigenen-staat_26728, letzter Zugriff 5.5.2020.
22.
http://alternativefuer-erzgebirge.de/downloads/profil-teubner.pdf, letzter Zugriff 5.5.2020.
23.
https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/karsten-u-teubner/fragen-antworten/287886, letzter Zugriff 5.5.2020

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Der Tag in der Geschichte

  • 18. September 1953
    Das Bundesergänzungsgesetz - seit 29. 6. 1956 Bundesentschädigungsgesetz (BEG) - regelt die Wiedergutmachung für NS-Opfer. Voraussetzung ist, dass sie aus Gründen der Rasse, des Glaubens, der Weltanschauung oder der politischen Gegnerschaft Schäden an Leben,... Weiter
  • 18. September 1963
    Die Visapflicht entfällt zwischen der DDR und Ungarn bei Privatreisen. Dies wird auch mit der CSSR am 30. 9. 1963, mit Polen am 7. 6. 1964, mit Rumänien am 15. 6. 1965 und mit der Sowjetunion am 16. 12. 1965 vereinbart. Weiter
  • 18. September 1973
    Aufnahme in die UNO. Die DDR tritt der UN-Charta sowie dem Statut des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag bei. (18. 9. 1973 und 18. 9. 1973) Die DDR ist ab 1. 1. 1980 zwei Jahre lang nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat. Weiter
  • 18. September 1973
    Die Generalversammlung nimmt die BRD und die DDR durch Akklamation in die Vereinten Nationen (UNO) auf. Gemäß Grundvertrag vom 21. 12. 1972 (21. 12. 1972) hatten die beiden deutschen Staaten am 13./15. 6. 1973 ihre Mitgliedschaft beantragt. Der Sicherheitsrat... Weiter
  • 18. September 1973
    Aufnahme der beiden deutschen Staaten in die UNO: 18. 9. 1973. Weiter
  • 18. September 1973
    Die beiden deutschen Staaten werden in die UNO aufgenommen. Zur Antragstellung: 21. 12. 1972 und 18. 9. 1973. Die Vier Mächte hatten am 9. 11. 1972 bestätigt, dass sie die Anträge der BRD und der DDR auf Mitgliedschaft in der UNO unterstützen, und... Weiter
  • 18. September 1973
    Beitritt der beiden deutschen Staaten zur UNO. (18. 9. 1973 und 18. 9. 1973) Weiter
  • 18. September 1990
    West-Berliner Senat und Ost-Berliner Magistrat vereinbaren, die Stadt vom 3. 10. bis zur Bildung einer Gesamtberliner Exekutive nach den Wahlen vom 2. 12. 1990 gemeinsam zu regieren. Weiter