2Ausgebombt - eine Zeitreise ins zerstörte Berlin

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Die Bildmontage zeigt die Klopstockstraße im heutigen Hansa-Viertel im Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten.
„Hansa-Viertel“ war der ursprüngliche Name eines 1874/75 gegründeten Wohngebiets zwischen Spree und Großem Tiergarten. Der Name Hansa-Viertel wurde gewählt, weil das Quartier von der Berlin-Hamburger Immobiliengesellschaft Hansa erschlossen wurde, an der hauptsächlich Hamburger Unternehmer beteiligt waren. Das Zentrum bildete der Hansaplatz, an ihm kreuzten sich Klopstock-, Lessing- und Altonaer Straße. Die ältere Brückenallee am östlichen Rand des Viertels wurde integriert. Hier lagen die besten Grundstücke, auf denen Ein- und Mehrfamilienhäuser im Landhausstil errichtet wurden. Die restliche Bebauung bestand vorwiegend aus mehrgeschossigen Wohnhäusern. Seit 1877 wurde der Viadukt der Stadtbahn durch das Hansa-Viertel geführt, die 1882 eröffnet wurde. Das Viertel war seit 1885 durch die Bahnhöfe Bellevue und Tiergarten mit dem Berliner Zentrum und Charlottenburg verbunden.
In der Lessingstraße befand sich eine Synagoge, die von den Nationalsozialisten während des Pogroms am 9. November 1938 niedergebrannt und 1939 abgerissen wurde. Juden, die ihre Wohnungen räumen mussten, wurden eine Zeit lang in sogenannte „Judenhäuser“ zwangseingewiesen. 1941 begannen die Deportationen in die Vernichtungslager; vor einigen Häusern des Hansaviertels erinnern heute „Stolpersteine“ an verschleppte und ermordete Bewohner.
Von 1943 an war das Hansa-Viertel Ziel von alliierten Luftangriffen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren von den 343 Gebäuden des Viertels etwa 300 zerstört, der Rest war zum Teil schwer beschädigt.
Der Bezirk Tiergarten gehörte von 1945 bis 1990 zum britischen Sektor. Das heutige „Hansaviertel“ bezeichnet die Mustersiedlung zwischen dem Großen Tiergarten und der Trasse der Stadtbahn. Es wurde 1953 geplant und im Rahmen der Internationalen Bauausstellung „Interbau 1957“, von 1955 bis 1960 errichtet. Es galt als Demonstrationsobjekt moderner Stadtplanung und Architektur der klassischen Moderne. Dazu gehört in der Klopstockstraße beispielsweise das Wohnhaus Giraffe von Klaus Müller-Rehm und Gerhard Siegmann. Alvar Alto, Werner Düttmann, Egon Eiermann, Walter Gropius, Oscar Niemeyer und weitere namhafte Architekten errichteten im Hansaviertel Wohnbauten im Stile der klassischen Moderne.

Klopstockstraße im Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten (Hansaviertel):

„Hansa-Viertel“ war der ursprüngliche Name eines 1874/75 gegründeten Wohngebiets zwischen Spree und Großem Tiergarten. Der Name Hansa-Viertel wurde gewählt, weil das Quartier von der Berlin-Hamburger Immobiliengesellschaft Hansa erschlossen wurde, an der hauptsächlich Hamburger Unternehmer beteiligt waren. Das Zentrum bildete der Hansaplatz, an ihm kreuzten sich Klopstock-, Lessing- und Altonaer Straße. Die ältere Brückenallee am östlichen Rand des Viertels wurde integriert. Hier lagen die besten Grundstücke, auf denen Ein- und Mehrfamilienhäuser im Landhausstil errichtet wurden. Die restliche Bebauung bestand vorwiegend aus mehrgeschossigen Wohnhäusern.

Seit 1877 wurde der Viadukt der Stadtbahn durch das Hansa-Viertel geführt, die 1882 eröffnet wurde. Das Viertel war seit 1885 durch die Bahnhöfe Bellevue und Tiergarten mit dem Berliner Zentrum und Charlottenburg verbunden.

In der Lessingstraße befand sich eine Synagoge, die von den Nationalsozialisten während des Pogroms am 9. November 1938 niedergebrannt und 1939 abgerissen wurde. Juden, die ihre Wohnungen räumen mussten, wurden eine Zeit lang in sogenannte „Judenhäuser“ zwangseingewiesen. 1941 begannen die Deportationen in die Vernichtungslager; vor einigen Häusern des Hansaviertels erinnern heute „Stolpersteine“ an verschleppte und ermordete Bewohner.

Von 1943 an war das Hansa-Viertel Ziel von alliierten Luftangriffen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren von den 343 Gebäuden des Viertels etwa 300 zerstört, der Rest war zum Teil schwer beschädigt. Der Bezirk Tiergarten gehörte von 1945 bis 1990 zum britischen Sektor. Das heutige „Hansaviertel“ bezeichnet die Mustersiedlung zwischen dem Großen Tiergarten und der Trasse der Stadtbahn. Es wurde 1953 geplant und im Rahmen der Internationalen Bauausstellung „Interbau 1957“, von 1955 bis 1960 errichtet. Es galt als Demonstrationsobjekt moderner Stadtplanung und Architektur der klassischen Moderne. Dazu gehört in der Klopstockstraße beispielsweise das Wohnhaus Giraffe von Klaus Müller-Rehm und Gerhard Siegmann. Alvar Alto, Werner Düttmann, Egon Eiermann, Walter Gropius, Oscar Niemeyer und weitere namhafte Architekten errichteten im Hansaviertel Wohnbauten im Stile der klassischen Moderne. (© Landesarchiv Berlin/Alexander Kupsch inklusive Montage)