Beleuchteter Reichstag

30 Jahre letzte Volkskammer -
30 "ungehaltene Reden"

Am 2. Oktober 1990 endete die Geschichte des letzten Parlaments der DDR. Sechseinhalb Monate zuvor, am 18. März 1990, war die "10. Volkskammer" gewählt worden, zum ersten Mal in einer freien und demokratischen Wahl. Am 12. April trat sie im Ostberliner "Palast der Republik" zusammen, ein Gebäude, das seit 2008 nicht mehr existiert. Mittlerweile 37 ehemalige Abgeordnete kamen seit dem Sommer 2020 dem Angebot des Deutschland Archivs nach, noch einmal eine "ungehaltene Rede" zu formulieren.

Protest-Plakate vor der DDR-Volkskammer am 4. November 1989. Viereinhalb Monate später wurde das DDR-Parlament erstmals frei gewählt.Protest-Plakate vor der DDR-Volkskammer am 4. November 1989. Viereinhalb Monate später wurde das DDR-Parlament erstmals frei gewählt. (© picture-alliance/dpa)

Quer durch die damaligen Parteien kamen hintergründige Rückblicke, aber auch couragierte Denkanstöße für Deutschlands Zukunft zustande - von den AkteurInnen des wahrscheinlich effektivsten deutschen Parlaments. Denn es hatte in der Kürze seiner Amtszeit den DDR-Alltag gesetzlich neu zu regeln, die Deutsche Einheit am 3. Oktober 1990 vorzubereiten und sich am Ende selber abgeschafft. Ein Mosaik zum Durchstöbern - als demokratischer Erfahrungsschatz:

Wahlzettel 2021 in Berlin.

Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken?

Aus Anlass der Bundestagswahl 2021 eine Demokratie-Reflexion zum Abschluss der Serie „ungehaltene Reden“ von Abgeordneten der letzten Volkskammer der DDR 1990. Hans-Peter Häfner (82) war nach dem Mauerfall selbst einmal Kandidat. Er vertrat damals für die CDU den Wahlkreis Suhl. Heute haben ihn PopulistInnen und "QuerdenkerInnen" ins Grübeln gebracht.

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Die an der neuen DDR-Regierung beteiligten Parteien unterzeichnen in der Volkskammer in Berlin die Koalitionsvereinbarung. V.l.n.r.: Rainer Eppelmann, Markus Meckel, Lothar de Maiziere, Hans-Wilhelm Ebeling und Prof. Dr. Rainer Ortleb.

Die letzte Volkskammer als „Schule der Demokratie“

Am 12. April 1990 begann die eigentliche parlamentarische Arbeit der letzten Volkskammer der DDR. Der ehemalige Abgeordnete Rüdiger Fikentscher (SPD) erinnert sich: "Wer nach der Vereinigung vermutet hätte, dass wir drei Jahrzehnte später noch immer über Ost-West-Unterschiede sprechen, wäre als notorischer Pessimist bezeichnet worden." Doch vieles mehr trat ein.

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Montagsdemonstration in Leipzig am 16.9.1989. Mindestens 120.000 DDR-Bürger gingen an diesem Abend friedlich für mehr Demokratie, Bürgerrechte und Reformen auf die Straße. Der Untergang des SED-Regimes vollzog sich kurz darauf in einem rasanten Tempo: Am 9. November 1989 öffnete die DDR ihre Grenzen, ein Jahr später, am 3. Oktober 1990 waren die Deutschen 45 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges wieder in einem souveränen Staat vereint.

Revolution ohne souveränen historischen Träger

Die Volkskammerwahl 1990 war das letzte Glied der Umwälzung in der DDR. Aber war dies eigentlich eine Revolution? Und wie ist mit Abstand dieser Prozess zu bewerten - und wie die Missstimmung heute im Osten Deutschlands? Ein Essay des Molekularbiologen und Bürgerrechtlers Jens Reich, der dazu rät: "Es ist wichtiger, die Vernünftigen und Anständigen stark zu machen und sie einzubeziehen, als ratlos auf die Ausbrüche übler politischer Laune zu starren".

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Vorwahlkampf. Der damalige Bundeskanzler und CDU-Vorsitzende Helmut Kohl (r) neben DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (l) am 19. Dezember 1989 in der Dresdner Innenstadt auf dem Weg zum Kulturpalast, im Hintergrund die Kreuzkirche.

Die Deutsche Zweiheit

Ein Rückblick von Hans Modrow (92), Ministerpräsident der DDR a. D. 1989/90 und Mitglied der DDR-Volkskammer 1958 bis 1990. In der Deutschland Archiv-Reihe „Ungehaltene Reden“ ehemaliger Abgeordneter des letzten Parlaments des DDR plädiert Modrow, der den Ältestenrat der Partei Die Linke leitet, für eine vielperspektivische Aufarbeitung: "Es wäre Zeit für Glasnost". Modrow regt an, "auch geplatzte Träume, Brüche und verpasste Chancen für den Prozess der Vereinigung und des Zusammenwachsens zu reflektieren".

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Der Vorsitzende der Ost-CDU, Lothar de Maiziere, im Gespräch mit Sabine Bergmann-Pohl. Auf der konstituierenden Sitzung der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR am 5. April 1990 wurde die CDU-Abgeordnete mit 214 Stimmen zur neuen Volkskammer-Präsidentin gewählt. Auf ihren Gegenkandidaten Höppner aus der SPD entfielen 171 Stimmen, fünf Stimmen waren ungültig.

Ein emotional aufgeladenes Parlament

Kein Historiker "wird jemals den physischen und psychischen Druck nachempfinden können, den wir alle täglich erlebten", bilanziert Sabine Bergmann-Pohl ihre Volkskammerarbeit 1990. Sie zog damals für die CDU ins letzte DDR-Parlament ein und wurde zu dessen Präsidentin gewählt: "Es ging nicht um weniger als die Verwirklichung lebendiger Demokratie in der DDR".

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Wandbild auf der ehemaligen Berliner Mauer an der East Side Gallery in Berlin zur Würdigung von Michail Gorbatschow, der von März 1985 bis August 1991 reformorientierter Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und von März 1990 bis Dezember 1991 Staatspräsident der Sowjetunion war.

Gorbatschows vergessene, erste Friedliche Revolution

Martin Gutzeit, der Mitgründer der SDP (später SPD) in der DDR, blickt auf das Jahr 1988 zurück. Damals machte der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow die Umwälzungen in der DDR 1989/90 erst möglich – und damit auch die erste demokratische Volkskammerwahl im März 1990 und in deren Folge die Deutsche Einheit.

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Mauerrest 1991 im Norden Berlins.

„Eine äußerst widersprüchliche Vereinigungsbilanz“

Der Ökonom Prof. Klaus Steinitz war damals PDS-Vorstandsmitglied. Er beschreibt facettenreich die wirtschaftliche und soziale Entwicklung im Osten Deutschlands - als „Vorausschau aus dem Jahr 1990 und Rückblick 30 Jahre danach“. Bilanzierend plädiert er für ein „spezielles Zukunftsprogramm für Ostdeutschland", das "sowohl die Spezifik der hier bestehenden Verhältnisse, als auch Erkenntnisse aus der Bekämpfung der Corona-Pandemie berücksichtigt".

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Vor 30 Jahren: DDR-BürgerInnen mit Transparenten wie "Kein § 218! So wahr und Gott helfe" vor der Volkskammer in Ostberlin am 22. April 1990.  Bei einer Vereinigung der beiden deutschen Staaten müsse dafür gesorgt werden, dass das Recht auf Abtreibung nicht eingeschränkt werde, so die Forderung der Frauen. Ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche war seit 1972 in der DDR legal.

Für mehr Frauenrechte und Parität

Die sachsen-anhaltinische CDU-Politikerin Carmen Niebergall reflektiert über die "Kraft der Anfangsjahre" nach 1989, auch frauenpolitische Ziele durchsetzen zu können. Doch inzwischen, so kritisiert sie, bewege sich auf diesem Gebiet vieles nur noch "im Schneckentempo". Eine strukturelle, institutionelle Gleichstellungspolitik sei "irgendwo angesiedelt, wenig sichtbar, und mit wenig Befugnissen ausgestattet". Engagiert fordert sie ein Parité-Gesetz.

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Aufbruchstimmung vor 30 Jahren in der Nacht zum 3. Oktober 1989 am Brandenburger Tor.

"Vereinigungsbedingte Inventur"

"1 plus 1 macht so etwa 1,7“ bilanziert der ehemalige CDU-Volkskammerabgeordnete Jörg Günter Brochnow aus Halle die Deutsche Wiedervereinigung und reflektiert seine Parlamentserfahrung von 1990. Viel Arbeit sei „für den Papierkorb“ erfolgt. Dennoch habe die Wiedervereinigung auch dazu geführt, in der Bundesrepublik überfällige Veränderungen zu bewirken. Fraktionszwang und Lagerdenken hätten ihn aber abgeschreckt, seine politische Karriere fortzusetzen.

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"Wir sind ein Volk" - fotografiert bei einer Kundgebung am 9. Dezember 1989 in Ost-Berlin.

Trotz allem im Zeitplan

"Mehr als 30 Jahre danach sollten wir begreifen, dass die Deutsche Vereinigung ein längerer Prozess sein wird", resümiert der ehemalige Ostberliner SPD-Volkskammerabgeordnete Wolfgang Thierse. Er mahnt, intensiver zu betrachten, warum Rechtsaußen in Ostdeutschland so erfolgreich sind. "Demokratiearbeit, emotionale Arbeit und kommunikative Verständigung" seien dringend geboten, damit die Einheit gelingt. Als hinderlich sieht er eine "Unwilligkeit vieler Ostdeutscher zu positiver Selbstwahrnehmung".

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Ziel ein geeintes Deutschland mit europäischem Geist? Transparent während der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 in Leipzig.

„Ein echtes Arbeitsparlament“

„Alles musste eigentlich gleichzeitig geschehen“ erinnert sich die CDU-Politikerin Maria Michalk aus der Lausitz an ihre Volkskammerzeit. Die später langjährige Bundestagsabgeordnete berichtet von politischen "Mogelpackungen" der damaligen SED-Nachfolgepartei PDS und bedauert, dass manches 1990 versäumt wurde, intensiv zu behandeln. So seien DDR-BürgerInnen nicht auf die Europäische Union vorbereitet worden. Das habe im Osten Deutschlands „Folgen bis heute“

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Berlin-Mitte, Palast der Republik am ehemaligen Marx-Engels-Platz. Teilansicht der Fassade, hinter der u.a. die DDR-Volkskammer tagte, noch mit dem DDR-Staatswappen (Hammer und Zirkel) 1990.

„Was meine Enkel von der Volkskammer im Jahr 1990 erfahren sollen“

Der Fall der Mauer glich dem Bruch eines Staudammes. Wir standen vor der Aufgabe, nicht zu jammern und das Land wieder urbar zu machen, schreibt der Bergbau-Ingenieur Hans-Peter Häfner (82), der damals den Wahlkreis Suhl für die CDU vertrat.

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Die Abgeordneten der Volkskammer stimmen mit Handzeichen während der Abstimmung am 23. August 1990 für den Beschluss zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990. Die nach langen Auseinandersetzungen um unterschiedliche Beitrittstermine gefällte Entscheidung erfolgte mit 294 Ja - gegen 62 Nein-Stimmen.

Putins Ausweis

Konrad Felber war damals Gründungsmitglied der Deutschen Forum Partei DFP, die sich dem Wahlbündnis „Die Liberalen“ anschloss. Später wurde Felber zum Leiter mehrerer Außenstellen der Stasi-Unterlagenbehörde. Bei Aktenrecherchen stießen seine Mitarbeiter auf den Stasi-Hausausweis von Vladimir Putin.

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Der SPD-Staatssekretär Stefan Körber 1990 nahe dem Gästehaus der Volkskammer in Hohenschönhausen, wo mehrere Abgeordnete unterkamen.

Ausstieg, Aufstieg, Abstieg, Umstieg

Das ehemalige Mitglied der SPD-Fraktion, Stefan Körber beschreibt, wie er als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium hinter die Kulissen der wirtschaftlichen Transformation Ostdeutschlands blicken konnte und beklagt die "Entwertung von Biografien und Know-how".

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9. November 1989, 23.20 Uhr im Grenzübergang Bornholmer Straße. Die Mauer ist offen.

Die durchlaufene Mauer

Der ehemalige Volkskammerabgeordnete der SPD, Steffen Reiche, beschreibt jenes „Unbegreifliche“ aus 1989, wie es überhaupt zur ersten freien Parlamentswahl im März 1990 kommen konnte: durch Überwindung der Mauer. Er erinnert auch an die Rolle Willy Brandts und reflektiert, warum die damals in der DDR neu gegründete SPD bei der Volkskammerwahl schlechter abschnitt, als erwartet.

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Hans-Dietrich Genscher und Markus Meckel während der "2+4"-Gespräche zur deutschen Einheit im Juni 1990

Eine Glücksstunde mit Makeln

Die Verhandlungen waren umstritten - und von der DDR-Bevölkerung selbst wenig geachtet. Bei vielen galten sie als Zeitverschwendung und Verzögerung der Einheit. So erinnert sich der letzte Außenminister der DDR, Markus Meckel, an das politische Ringen um den 2+4-Vertrag. Er sieht seine Parlamentszeit als "aufrechten Gang der DDR-Bürger in diese mehrheitlich von ihnen gewünschte Einheit".

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Treffen ost- und westdeutscher Sozialdemokraten zum Auftakt des Volkskammerwahlkampfs am 12. Februar 1990 in Ost-Berlin: Johannes Rau (SPD-NRW), Stephan Hilsberg, der Autor dieses Textes (damals Sprecher der SPD-Ost), Hans-Jochen Vogel (damals Parteivorsitzender SPD-West), Ibrahim Böhme (damals bis zu seiner Enttarnung als Stasi-IM Geschäftsführer der SPD-Ost) und Markus Meckel (Zweiter Geschäftsführer der SPD-Ost) sowie vorn sitzend Willy Brandt (ehemaliger Bundeskanzler und Ehrenvorsitzender der SPD-West).

"Der Schlüssel lag bei uns"

Der Mitbegründer der SDP 1989 in Ost-Berlin, Stephan Hilsberg, resümiert welche drei Faktoren auf dem Weg zur Deutschen Einheit besonders wichtig waren. Er verweist dabei auf den nicht unerheblichen Einfluss Michail Gorbatschows und der Friedensbewegung als Impulsgeber für die Demokratie- und Bürgerrechtsbewegung.

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Landesflagge Namibia

Deutschland – Namibia, Beziehung der ungenutzten Chancen

Der Schriftsteller und PDS-Volkskammerabgeordnete Jürgen Leskien blieb seiner Wahlheimat "südliches Afrika" auch nach 1990 verbunden. Er kritisiert die deutsche Afrikapolitik und beschreibt sein anhaltendes Engagement. Bereits zu DDR-Zeiten half er in Namibia, Angola und Tansania.

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Der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow (links) und US-Präsident George H. Bush (rechts) reichen sich auf dem Kreuzfahrtschiff Maxim Gorki vor Malta die Hände. Im Hintergrund Fotografen.

Die Rolle der USA: „Als erster aus der Kurve kommen“

Schon viel ist über die Rolle des sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow 1989/90 reflektiert worden. Weniger auf die Rolle des damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush (sen.) und auf weitere US-Amerikaner, die 1990 ebenfalls maßgeblich am Prozess der Deutschen Einheit beteiligt waren.

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Werben für die Einheit in Berlin nahe dem Brandenburger Tor am 19. Dezember 1989

Warten auf das Abschlusszeugnis

Als „Lernenden in einem politischen Crashkurs“ bezeichnet sich der ehemalige Volkskammerabgeordnete Rainer Jork aus Radebeul. Er vertrat damals die CDU und blickt in Form einer Glosse auf seine Erfahrungen im letzten Parlament der DDR zurück - auf erfüllte Hoffnungen, aber auch auf Altlasten, die bis heute geblieben sind.

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Erinnerung an den Mauerfall, East Side Gallery, Berlin 2020. Das Bildmotiv des Berliner Künstlers Kani Alavi aus dem Jahr 1990 heißt: "Es geschah im November"

Geht alle Macht vom Volke aus?

Dietmar Keller war damals stellvertretender Fraktionsvorsitzender der PDS. Der einstige DDR-Kulturpolitiker reflektiert über „kopfgesteuerte Demokratie“, und erinnert daran, wie 1989/90 „Demut, Diskussions- und Streitfähigkeit und vor allem Toleranz“ neu gelernt wurden. Aktuell formuliert er eine „Aufforderung zur politischen Mitte“ in der Außenpolitik.

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Ein ehemaliger mit Graffiti bemalter DDR-Grenzturm inmitten einer grünen Wiese mit Blumen Sträuchern und Bäumen.

Die Sicht auf die DDR-Volkskammer 2020 - Eine Generation danach

Für viele Abgeordnete galt es, vor dem “Selbstabwickeln“ der DDR und ihrer "Volkskammer" noch etliches Eigenständiges aus den Zielen der Friedlichen Revolution umzusetzen. Und vieles gelang, sagt der ehemalige SPD-Abgeordnete Volker Schemmel.

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Coronavirus

„Corona führt uns die Schwächen unserer Gesellschaft vor Augen“

Wie lässt sich Demokratie nachhaltig stärken, fragt Hinrich Kuessner (SPD) aus Greifswald. „Menschen wollen heute nicht nur regiert werden“, kritisiert er, sondern sich beteiligen. Dabei lenkt der Theologe den Blick über Grenzen hinaus – bis hin zu deutscher Verantwortung in Afrika.

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Die letzte Volkskammerpräsidentin, Dr. Sabine Bergmann-Pohl, und Schiedsrichter Walter Eschweiler, kurz vor dem Anstoß zum Fußball-Spiel von Volkskammer-Abgeordneten am 21. September 1990 gegen Parlamentarier aus dem Bundestag. Das Motto: »Miteinander-Füreinander – nie wieder gegeneinander« .

2:2 gegen den Bundestag

Erinnerungen an die Demokratisierung der DDR von Reiner Schneider, der 1990 den Wahlkreis Karl-Marx-Stadt für die CDU in der Volkskammer vertrat. Er wirft einen detailreichen Blick hinter die Kulissen des letzten DDR-Parlaments und beschreibt die Vorurteile zwischen Ost- und West-CDU-Vertretern.

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Wendland - ein Transparent am 4. November 1989 in Ost-Berlin

"Es gab kein Drehbuch"

„Die Aufgabe, gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland zu schaffen, bleibt Handlungsauftrag“ für die Bundesregierung, urteilt im Rückblick auf 30 Jahre deutsch-deutscher Transformationsgeschichte der ehemalige SPD-Volkskammerabgeordnete Hans-Joachim Hacker aus Schwerin. Er bemängelt, dass es keinen Lastenausgleich wie nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik gab.

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Eine alte Grenzmarkierung im Harz auf der Mauerkrone der Eckertalsperre bei Ilsenburg

"Die vier Pentagone der Gesellschaft"

Gedankensplitter zur Lage der Nation. Ein Beitrag von Ortwin Ringleb in der Reihe „ungehaltene Reden“ ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR 1990. Der heute 71-jährige Sozialdemokrat vertrat damals als Nachrücker den Wahlbezirk Magdeburg. Er formuliert "gemischte Gefühle" beim Blick zurück und erzählt auf etwas ungewöhnliche Weise seinen politischen Werdegang in Ilsenburg im Harz.

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Ist im wiedervereinigten Deutschland wirklich alle Freiheit freiest möglich geregelt? Oder ist beispielsweise Rundfunkfreiheit zu gemaßregelt organisiert, fragt der ehemalige Volkskammerabgeordnete Joachim Steinmann (CDU).

Antrag auf Staatsferne

Joachim Steinmann, der vor 30 Jahren für die CDU den Wahlkreis Bützow in Mecklenburg vertrat, lebt heute in Lübeck. Er schlägt im vereinigten Deutschland eine Neustrukturierung der Rundfunkgremien vor, ohne Einfluss von ParteienvertreterInnen. Eine fiktive Rede.

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Als die Freiheit laufen lernte. Demonstration am 4.11.1989 in Ost-Berlin vor dem damaligen Sitz der DDR-Volkskammer im Palast der Republik. Fünf Tage später fiel die Mauer. Das Foto stammt aus einem Sack zur Verbrennung vorgesehener Stasi-Akten.

"Halten wir diese Demokratie offen"

Gunter Weißgerber aus Leipzig verließ seine Partei, die SPD, 2019. Er bemängelt, dass Wissenschaft sich nicht mehr "im kreativen Diskurs von These und Antithese" entwickele. Ein weiterer Meinungsbeitrag im Rahmen der Serie „Ungehaltene Reden“ des Deutschland Archivs.

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Was wäre, würde es den Palast der Republik mit der einstigen DDR-Volkskammer darin heute noch geben und ehemalige Abgeordnete aus dem Jahr 1990 könnten nochmals eine Rede halten? Das ehemalige "MdVK" (Mitglied der Volkskammer) Walter Fiedler aus der Fraktion CDU/DA würde sich der Schwimmbadförderung annehmen, die aus seiner Sicht unzureichend ist.

"Nicht förderungswürdig"

Der Mediziner Walter Fiedler vertrat 1990 den Wahlkreis Magdeburg für die CDU. 30 Jahre später wirbt er engagiert für den Erhalt und die Förderung kommunaler Treffpunkte, zu denen er beispielsweise lokale Freibäder zählt, 2.000 Bäder-Existenzen seien derzeit bedroht.

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Transparent vor der DDR-Volkskammer am 4. November 1990.

Das Ringen um Auflösung & Akten

Die ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, schildert, wie umstritten die Öffnung der Stasi-Akten auch in der Volkskammer auf dem Weg zur deutschen Vereinigung war und wie kompliziert ihre Aufarbeitung wurde.

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Alte Parolen vom Bitterfelder Kulturpalast, für den Sperrmüll bereitgestellt 1990

Deutschland einig Vaterland

Der Stand der Deutschen Einheit ist besser als ihr Ruf. Die Bereitschaft, Unterschiede unverzerrt wahrzunehmen ohne auszurasten, sei "jedoch noch ausbaufähig", ist die Sicht von Richard Schröder, der 1990 für die in der DDR neu gegründete SPD ins letzte DDR-Parlament einzog.

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Vor 31 Jahren, am 7. Oktober 1989, war in Ost-Berlin noch unvorstellbar, wie schnell die DDR in den Folgewochen implodieren sollte. Mit einer Militärparade hatte die SED-Führungsriege den 40. Jahrestag des Landes gefeiert, zu Gast war der damalige sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow, der den DDR-Staatsratsvorsitzenden und SED-Generalsekretär Erich Honecker vergeblich zu demokratischen Reformen drängte

Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen

Wie prägend war das Aufwachsen in der totalitär regierten DDR? Ein Denkanstoß des Theologen Rainer Eppelmann, der 1990 den "Demokratischen Aufbruch" in der Volkskammer vertrat, über den oft fehlenden demokratischen Geist, fair zu streiten und um Kompromisse zu ringen.

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Wahlparty der SPD Sachsen-Anhalt am 18. März 1990. Die Autorin dieses Beitrags und damals frisch gewählte Volkskammerabgeordnete Susanne Kschenka (m., damals Seils) neben Reinhard Höppner (l.), dem späteren Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts.

Blick zurück nach vorn

Die ehemalige SPD-Abgeordnete Susanne Kschenka aus Magdeburg war maßgeblich an der Erarbeitung der Volkskammer-Geschäftsordnung beteiligt, die nach einem kirchlichem Vorbild entstand. Heute vermisst sie eine kinder- und bildungsfreundliche Gesellschaft und wünscht sich, "dass Politik und Parteipolitik noch stärker transparent, erlebbar und bürgernah passieren".

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Damals noch ohne Parteivorsitz: Der Ost-Berliner Rechtsanwalt Gregor Gysi am 4. November 1989 auf einer Demonstration gegen den diktatorisch herrschenden SED-Machtapparat und für Meinungsfreiheit und Demokratie, zu der Ost-Berliner Kunst- und Kulturschaffende eingeladen hatten.

Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht

"Heute möchte ich den damaligen Demonstrierenden danken, dass sie den Mut hatten, dafür einzustehen, die Verhältnisse in der DDR gründlich in Richtung Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu verändern". Eine "ungehaltene Rede" von Gregory Gysi, er war von Ende 1989 bis 1993 letzter Vorsitzender der SED-PDS und ihrer Nachfolgepartei.

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Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrages am 12. September 1990 in Moskau (v.l.n.r. US-Außenminister James Baker, Englands Außenminister Douglas Hurd, Außenminister der Sowjetunion Eduard Schewardnadse, Frankreichs Außenminister Roland Dumas, DDR-Außenminister Lothar de Maiziere und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher).

"Meine Damen und Herren, wir schaffen uns ab!"

Der Rechtsanwalt Lothar de Maizière, letzter DDR-Regierungschef, war sechs Monate im Amt und hatte nur einen Auftrag: das eigene Land aufzulösen. Im Interview erzählt er, wie Helmut Kohl ihn verriet, Hannelore Kohl heimlich vermittelte und warum er am Tag der Wiedervereinigung nur noch 51 Kilo wog.

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Der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel (links) mit Joachim Gauck (rechts) nach dessen Wahl zum Sonderbeauftragten der Bundesregierung für die Verwahrung der Akten und Dateien des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit - Amtes für Nationale Sicherheit.Joachim Gauck und Peter-Michael Diestel in der Volkskammer (1990)

"Die Staatssicherheit war zu diesem Zeitpunkt der fähigste Geheimdienst"

Der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel löste 1990 die DDR-Geheimpolizei Stasi auf. Er arbeitet heute als Rechtsanwalt und nennt die Ausgrenzung seiner Landsleute in der deutschen Vereinigungs-Gesellschaft "verfassungswidrig".

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Wolfgang Schäuble (l.)  und Günther Krause nach der Unterzeichnung des Einigungsvertrages

"Wir wollten, dass der Tag des Beitritts der Tag null wird."

Der Ingenieur Günther Krause verhandelte und unterschrieb 1990 den deutsch-deutschen Einigungsvertrag. Ein Gespräch über schwierige deutsch-deutsche Verhandlungen mit Wolfgang Schäuble und über Wutanfälle Helmut Kohls, aber auch über eine Champignonzucht im Keller.

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Analyse

Demonstranten beklebten im November 1989 die Wände des Hauses der Volkskammer in Berlin mit auf Tapeten geschriebenen Losungen wie "Demokratie jetzt und hier"

Bettina Tüffers

Bilanz: Die 10. Volkskammer der DDR – Eine Schule der (repräsentativen) Demokratie?

Prägte die letzte Volkskammer der DDR eine neue parlamentarische Kultur, zur Nachahmung empfohlen? Waren die Volkskammermitglieder, „eine aus dem Volk herausgegriffene Masse", die eher den Bevölkerungsquerschnitt darstellten als heutige Parlamente? Und wuchs aus ihnen trotz aller Skepsis gegenüber Repräsentanz "ein Elitenpool der neu entstehenden politischen Führungsgruppen im Osten Deutschlands"? Fragen, denen Dr. Bettina Tüffers nachgeht, die Historikerin leitet den Forschungsschwerpunkt "Parlamente in der DDR" bei der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien in Berlin.

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Ergänzendes über die DDR-Volkskammer 1990

Im Februar 1990 wetteifern unterschiedliche Parteien mit Plakaten in Dresden Pillnitz um die Gunst der Wähler zu den ersten und letzten freien Volkskammerwahlen am 18. März 1990.

Das Ergebnis der ersten freien Wahl in der DDR

Am 18. März 1990 konnten die Bürgerinnen und Bürger der DDR erstmals in freier Wahl ihr Parlament bestimmen. Das Ergebnis der Volkskammerwahl war wegweisend für den Verlauf der deutschen Wiedervereinigung.

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Die letzte DDR-Regierung oder wie man sich selbst abschafft

Die letzte DDR-Regierung oder wie man sich selbst abschafft

Ein Film über die kurze Amtszeit der letzten, einzigen demokratisch gewählten DDR-Regierung unter Ministerpräsident Lothar de Maizière. Parlament und Kabinett verfügten nur über wenig Erfahrung und handelten unter großem Druck.

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Bei den ersten freien Volkskammerwahlen der DDR wartet ein Hund vor einem Leipziger Wahllokal, vor dem sich eine lange Schlange gebildet hat, geduldig auf seinen Besitzer.

Wahlkampf und TV-Spots der Wahl vom 18. März 1990

Wie sich die DDR nur wenige Monate nach dem Mauerfall auf die Wahl vorbereitete. Parteien wurden neu gegründet, andere wandelten sich. Und zum ersten Mal zeigte das DDR-Fernsehen Wahlwerbespots. Was vermittelten sie?

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Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Die Mauer. 1961 bis 2021

Bildmontagen und eine VR-Animation

Anlässlich des 60. Jahrestags des Mauerbaus erinnert das Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit 46 Bildmontagen und einer Virtual-Reality-Animation an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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Themenseite

60 Jahre Mauerbau

Die Berliner Mauer trennte mehr als 28 Jahre lang Ost und West. Sie ist zum Symbol der konfliktreich verkanteten Nachkriegsordnung der Alliierten geworden. Zwischen 1961 und 1989 wurden mindestens 140 Menschen an der Berliner Mauer getötet oder kamen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende aus Ost und West vor, während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen. In diesen Angaben nicht erfasst ist die unbekannte Anzahl von Menschen, die aus Kummer und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihre individuellen Lebensverhältnisse starben.


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NEU: "(Ost)Deutschlands Weg 1989-2021". 80 Studien zur Lage des Landes

Ein Mosaik der (ost)deutschen Transformationsgeschichte von 1989/90 bis in die Gegenwart. Mit Texten von Ilko-Sascha Kowalczuk, Krisztina Slachta, Jens Reich, Marianne Birthler, Hans Modrow, Steffen Mau, Antonie Rietzschel, Andreas Zick, Esther Dischereit, Bernd Wagner, Naika Foroutan, Raj Kollmorgen und 70 weiteren AutorInnen. Der Doppelband mit 1.350 Seiten und zahlreichen Fotos kostet 7 Euro im Angebot der bpb.

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Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen und Designers, Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, zeigen, dass bei Kriegsende im Mai 1945 in der Stadt kaum ein Stein mehr auf dem anderen stand. Die Bildmontagen rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen und Schuttberge aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Der Tag in der Geschichte

  • 20. Oktober 1946
    Erste und bis 1990 letzte freie Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin und zu den Bezirksverordnetenversammlungen unter alliierter Aufsicht. Die SED erhält nur 19,8 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, die SPD dagegen 48,7 Prozent, die... Weiter
  • 20./21. Okt. 1950
    Die DDR nimmt erstmals an einer Außenministerkonferenz sozialistischer Staaten in Prag teil. Sie protestieren gegen Pläne, Deutschland zu remilitarisieren und in »Aggressionspläne« einzubeziehen. Statt dessen fordern sie, den Rat der Außenminister neu... Weiter
  • 20. Oktober 1953
    Das zweite Kabinett Adenauer besteht aus einer CDU/CSU-, FDP-, DP-, BHE-Koalition. Stellvertreter des Bundeskanzlers wird der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit Franz Blücher (FDP). Adenauer ist bis 6. 6. 1955 zugleich Außenminister, ab 8. 6. 1955... Weiter
  • 20. Oktober 1963
    Wahlen zur 4. Volkskammer, zu den Bezirkstagen und zur Ost-Berliner Stadtverordnetenversammlung. Nach amtlichen Angaben entfallen bei einer Wahlbeteiligung von 99,25 Prozent insgesamt 99,95 Prozent der gültigen Stimmen auf den Wahlvorschlag der Nationalen... Weiter

Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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