Beleuchteter Reichstag

4.10.2021 | Von:
Hans-Christian Herrmann

Zur Bedeutung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR

Das Aufbrechen der Abschottung und die Annäherung der Systeme?

Die Grande Nation und der SED-Staat betrieben regen Handel. Darin eingebunden war ein Netz kommunistischer Parteiunternehmen. Während sich die strategischen Erwartungen Frankreichs erfüllten, verhinderte die Abschottung des SED-Staates, besser von westlichem Know-how zu profitieren.

Schwarz-Weiß-Foto: Leipzig: Rundgang auf der Herbstmesse 82. Am Stand der französischen Automobilfirma Citröen führten Erich Honecker und Willi Stoph Gespräche mit dem Botschafter Frankreichs, Maurice Deshors (r.), und dem Generaldirektor von Citröen, Raymond Ravenel (2.v.r.).Leipzig: Rundgang auf der Herbstmesse 82. Am Stand der französischen Automobilfirma Citröen führten Erich Honecker und Willi Stoph Gespräche mit dem Botschafter Frankreichs, Maurice Deshors (r.), und dem Generaldirektor von Citröen, Raymond Ravenel (2.v.r.). (© Bundesarchiv Bild 183-1982-0905-109, Fotograf: Rainer Mittelstädt)

Wirtschaftliche Kontakte zur kommunistischen Welt bildeten ein stabiles Element französischer Außenpolitik nach 1945. Vor allem Charles de Gaulle sah darin einen Weg, Frankreichs politisches Gewicht zu stärken und die bipolare beziehungsweise einseitig von den USA und der UdSSR bestimmte Welt aufzubrechen. Dabei ging es ihm auch um Kontakte zu den blockfreien kommunistischen Staaten wie Rumänien und Jugoslawien. Aber bereits vor de Gaulle hatte sich ein westeuropäischer Konsens entwickelt, aus wirtschaftlichen und außenpolitischen Motiven den Handel mit der UdSSR und ihrem Machtbereich zu pflegen und zu intensivieren. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich die Frage der Wirtschaftsbeziehungen zum sowjetischen Machtbereich zu einem innerhalb des sich formierenden Westbündnisses strittigen Thema. Wirtschaftlich waren direkt nach dem Krieg, mit Ausnahme der USA, beide Seiten auf den gegenseitigen Handel angewiesen. Für den Westen waren etwa Kohle und Grubenholz aus Polen, Futter- und Nahrungsmittel aus Ungarn und Polen sowie der Tschechoslowakei ebenso wichtig wie Lieferungen von Mangan, Nickel und Chrom aus der Sowjetunion.

Nicht zuletzt wegen des Verlustes ihres früheren Kolonialreiches setzte die britische Wirtschaft auf eine Expansion nach Osten, aber auch Frankreich und andere Länder. Deutschland war vor 1933 der größte Handelspartner Osteuropas. Vor allem die neutralen Staaten Schweden, die Schweiz, Finnland und Österreich versuchten in den ersten Nachkriegsjahren, diese Position einzunehmen. Angesichts der sowjetischen Expansion setzten die USA ab 1948 auf eine strenge Embargopolitik. Zur Durchsetzung entstand 1949 die Consulting Group/Coordinating Committee for East West Trade Policy (Cocom) mit Sitz in Paris.[1] Trotz Marshallplan-Hilfen entwickelte sich der Osthandel immer wieder zum Streitpunkt zwischen den USA und Westeuropa, denn Großbritannien und Frankreich akzeptierten ein Embargo nur dann vorbehaltlos, wenn es sich um Waffen handelte oder Güter, die eindeutig und direkt Rüstungszwecken dienten. In der US-Öffentlichkeit gab es dagegen heftige Kritik. Für Großbritannien und Frankreich wurde die Frage des Osthandels auch zur Frage ihrer politischen Souveränität gegenüber den USA. So hatten im Mai 1949 Großbritannien und die UdSSR einen Handelsvertrag unterzeichnet. Und auch zwischen den Besatzungszonen gab es über den Interzonenhandel rege Wirtschaftsbeziehungen.

Für die Bedeutung und das Interesse am Osthandel steht auch die Bildung eines entsprechenden Ausschusses Anfang der 1950er-Jahre im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die Westeuropäer sahen in Wirtschaftskontakten einen Beitrag zur Entspannung. Zudem bestand der ökonomische Druck, das Defizit der europäischen Dollarbilanz abzubauen. Auch auf amerikanischer Seite gab es befürwortende Stimmen, die auf Abspaltungstendenzen im Osten (Titoismus) hofften. Ab 1954 akzeptierten die USA dann die europäische Position.[2]

Das Interesse Frankreichs am Handel mit der DDR blieb allerdings bis Mitte der 1950er-Jahre eher gering. Denkbar schlecht war das Image des SED-Staates, dazu kam eine für diese Zeit noch typische Deutschfeindlichkeit auch
Schwarz-Weiß-Foto: Messebesucher aus FrankreichLeipzig, Frühjahrsmesse 1976:Besucher aus Frankreich sind zur Leipziger Messe angekommen. (© Bundesarchiv, 183-R0316-0109, Fotograf: Wolfgang Thieme)
in Reihen der kommunistischen Partei Frankreichs (PCF).[3] Ab 1954 änderte sich dies: Auf der Leipziger Messe war das französische Außenhandelszentrum vertreten, und 1956 war Frankreich erstmals hinter der Bundesrepublik der zweitgrößte westliche Aussteller. Während die Messe von der SED zunächst als Forum zur Demonstration des nationalen Wiederaufbaus genutzt wurde, entwickelte sie sich ab der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre zur Drehscheibe des Ost-West-Handels. So war hier 1965 die Beteiligung der DDR am französischen Farbfernsehprojekt SECAM besprochen worden.[4]

Das Interesse an Wirtschaftsbeziehungen war auch im sowjetischen Machtbereich gegeben und ging vor allem von der PCF und den italienischen Genossen aus. Gemeinsame wirtschaftliche Interessen überlagerten dabei ideologische Differenzen. Das Potenzial dieses Osthandels erkannte als einer der ersten Jean Baptiste Doumeng (1919-1987), auch als "roter Baron" von Toulouse oder als "Le milliardaire rouge" bezeichnet. Als junger Kommunist hatte er in der Résistance gekämpft und die Lebensmittelversorgung organisiert. Nach Kriegsende und der Teilung der Welt wurde er mit seinem Unternehmen INTERAGRA zu einem Pionier des Osthandels und verdiente dabei Milliarden. So importierte er Kartoffeln aus der ČSSR in das nach 1945 hungernde Frankreich und baute mit dem Gewinn eine große Agrargenossenschaft in Südwestfrankreich auf. Später organisierte er den Verkauf von EG-Landwirtschaftsüberschüssen in den Ostblock beziehungsweise. vor allem in die UdSSR.[5]

Die kommunistischen Parteien sahen im Osthandel die Chance, über Provisionen erhebliche Einnahmen zu generieren, die ihrer Parteienfinanzierung dienten. Für die SED ging es vor allem um Devisen. Die französischen Kommunisten genossen im Nachkriegsfrankreich der ersten Jahre ein sehr hohes Ansehen und verfügten dementsprechend auch über wertvolle Kontakte zu Eliten aus Politik und Wirtschaft, die mit Blick auf die französischen Strukturen besonders eng verzahnt waren. Viele verband dabei die Erinnerung an den gemeinsamen Kampf in der Résistance und gemeinsame Leidensjahre im KZ Buchenwald. Die DDR knüpfte daran an und bemühte sich früh darum, bei der antifaschistischen Erinnerungsarbeit in Buchenwald Franzosen mit einzubinden und die antifaschistische Staatslegitimation gerade in Frankreich als Türöffner zu nutzen, auch um eine diplomatische Anerkennung zu erreichen. Auf französischer Seite hatte Marcel Paul als Präsident des Internationalen Buchenwaldkomitees diese Bemühungen unterstützt, ebenso Colonel Manhés, Präsident der Vereinigung ehemaliger Résistance-Kämpfer.[6]

Auch wenn zahlreiche SED-Funktionäre als frühere KPD-Mitglieder vor Hitler nach Frankreich geflohen waren, wie etwa die SED-Politbüromitglieder Kurt Hager sowie Hermann Axen und Albert Norden, beides Juden, und Stasi-Chef Erich Mielke sich jahrelang in Frankreich versteckte, so war Frankreich für die DDR dennoch der Klassenfeind. Von einer besonderen Beziehung, wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" 1979 urteilte, kann in dieser Eindeutigkeit nicht gesprochen werden. Frankreich war der Klassenfeind, strategisch allerdings sehr wertvoll.[7]

Frankreich war ein empfänglicher Adressat für die Beschwörung des gemeinsamen antifaschistischen Kampfes und für den Antifaschismus als Staatslegitimation beziehungsweise Türöffner recht empfänglich. Nicht ohne Grund entsandte die DDR 1974 Ernst Scholz an ihre diplomatische Vertretung nach Paris, der nach seiner Zeit als Spanienkämpfer nach Frankreich geflohen war, sich der Résistance anschloss, 1944 französischer Staatsbürger wurde und nach dem Kriegsende in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) ging. Gerade auch im Bereich der Wirtschaftskontakte gab es auf französischer Seite bürgerliche Eliten, die wie etwa der Gaullist Pierre Sudreau in der Résistance aktiv waren, mit Kommunisten gemeinsam gekämpft hatten und auch ins KZ-Buchenwald verschleppt worden waren. Als Überlebende entwickelten sie eine wohlwollende Haltung gegenüber den Forderungen der DDR nach Anerkennung und förderten auch die Entwicklung reger wirtschaftlicher Beziehungen. Sudreau, unter anderem Bürgermeister von Blois (Stadt im Départements Loir-et-Cher, in der Region Centre-Val de Loire), war Präsident der Eisenbahnmaterial produzierenden Industrie Frankreichs. Wie der Ehrenpräsident des französischen Arbeitgeberverbandes, Georges Villiers, warb Sudreau bereits in den späten 1960er-Jahren für die Anerkennung der DDR und den Ausbau des Außenhandels.[8] Zu den im Osthandel Aktiven zählte auch Isidore Klajnbaum, ein polnischer, nach Frankreich emigrierter Jude und Gründer der Firma SORICE (Sociéte de réalisations industrielles et de commerce pour l‘Europe). Diese hatte zahlreiche Tochterfirmen, darunter zum Beispiel B. CIFAL, die der Finanzierung der PCF dienten. Diese Ausgangslage förderte die Entwicklung des französischen Osthandels, unterstützt auch von Banken- und Handelshäusern wie etwa Rothschild. Klajnbaum verfügte über eine unbefristete Einreisegenehmigung in die DDR. Die Parteifirma CIFAL unterhielt in Ostberlin Büros. Gut 40 Prozent des Exports der DDR nach Frankreich und 30 Prozent der französischen Exporte in die DDR sollen über Parteifirmen abgewickelt worden sein.[9]

Das ohnehin in Frankreich gepflegte Interesse am Osthandel wuchs Ende der 1960er-Jahre im Zeichen der amerikanischen Embargopolitik der Nixon-Administration und der neuen deutschen Ostpolitik. Wirtschaftliche Kontakte zum Osten, insbesondere auch Know-how- beziehungsweise Technologietransfers, sollten mittelfristig zu einer Öffnung des Ostblocks und einer Annäherung der Systeme führen. 1970 hatte Samuel Pisar für diesen Weg geworben. Pisar (1929-2015), polnischer Jude und Überlebender des Holocaust, war unter anderem wirtschaftspolitischer Berater von US-Präsident John-F. Kennedy. Der lange Zeit in Paris lebende Pisar beriet auch zeitweise Bundeskanzler Willy Brandt (SPD). Seine Ideen bildeten eine Gegenposition zu der sich verschärfenden Embargopolitik gegenüber dem Ostblock in der Ära Nixon. Pisars in viele Sprachen übersetztes Werk war ein Bestseller, so auch in Frankreich unter dem Titel "Les armes de paix". Jean-Jacques Servan-Schreiber schrieb das Vorwort für die deutsche Ausgabe.[10] Servan-Schreiber selbst hatte bereits 1967 in seinem Buch "Le défi americain" (Die amerikanische Herausforderung) für einen engen wirtschaftlichen Austausch mit dem Osten geworben.[11] Sein auch in deutscher Übersetzung 1968 erschienenes Buch war ebenfalls ein Besteller, mit einem Vorwort von Franz-Josef Strauß.[12] Servan-Schreiber, der links-liberale Herausgeber des Nachrichtenmagazins "L‘Express", war einer der bedeutendsten Politiker seiner Zeit. Auch er sah im Osthandel eine Chance für Frankreich und Europa, ein wirtschaftlich stärkeres Gewicht gegenüber den so übermächtigen USA entwickeln zu können. Präsident Georges Pompidou (1969-1974) und vor allem sein Nachfolger Valéry Giscard d’Estaing (1974-1981) waren um einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zum Ostblock bemüht und orientierten sich an Servan-Schreibers Ideen. Giscard verband mit ihm zudem eine persönliche Freundschaft. Zudem wollte auch die französische Wirtschaft Bonn nicht allein das Feld überlassen, insbesondere nicht nach der neuen Ostpolitik der sozialliberalen Koalition.[13]

So erklärt sich die Unterzeichnung des Abkommens zwischen der DDR und Frankreich über die wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit im Juli 1973. Es war das erste Abkommen dieser Art, das die DDR mit einem westlichen Land schließen konnte. Für Frankreich unterzeichnete Giscard d’Estaing noch als Minister für Wirtschaft und Finanzen im Kabinett Pompidou, für die DDR unterschrieb Horst Sölle als Minister für Außenhandel. Zunächst war die Zusammenarbeit auf 10 Jahre angelegt. Drei Jahre später eröffneten zwei große französische Geldinstitute als erste westliche Banken eine Niederlassung in Ostberlin, 1978 die staatliche Fluggesellschaft Air France. Innerhalb von drei Jahren sollte Frankreichs Export in die DDR von 189 auf 402 Millionen Dollar steigen. Im Zuge der Umsetzung des Wirtschaftsabkommens entstanden für einzelne Wirtschaftsbereiche gemischte Kommissionen, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit aushandelten. Und so fallen in die Präsidentschaft Giscards große Anlagenexporte in die DDR. Den größten bildete das Gelenkwellenwerk von Citroën in Mosel bei Zwickau im Wert von 1,6 Milliarden Franc, gefolgt von der Düngemittelfabrik von Le Creusot in Rostock mit 1,5 Milliarden Franc. Obwohl andere Anbieter häufig günstiger waren, bekamen die französischen Unternehmen den Vorzug. Eingebunden waren auch hier die Parteifirmen CIFAL und SORICE. Diese wiederum waren auch personell über gemischte Gesellschaften beziehungsweise Handelsvertretungen mit dem DDR-Außenhandel eng verbunden.[14]

Frankreichs Automobilindustrie setzte Hoffnungen ins Ostgeschäft. Der Aufbau einer Fertigung etwa in der DDR eröffnete die Möglichkeit, den riesigen Bedarf im Osten zu bedienen. Angesichts der niedrigen Lohnkosten bestand die Perspektive, einen Teil der Produktion auf den Märkten von Schwellen- und Entwicklungsländern abzusetzen. Mit Blick auf die japanische Konkurrenz schien es lukrativ, im Osten beziehungsweise in der DDR hergestellte Autos auch in Europa zu attraktiven Preisen anzubieten. Die DDR als interessanter Billiglohnproduzent – diese Linie verfolgte auch die bundesdeutsche Wirtschaft, zum Beispiel Kaufhausketten und Versandhäuser wie Quelle und Neckermann. Und selbst wenn die Partner im Osten eine eigene Autofabrik und Marke aufbauen wollten, konnte auch der Verkauf eines ganzen Automobilwerks ein Mega-Deal werden, wie die Mitte der 1960er-Jahre von Fiat errichtete Lada-PKW-Produktion in der UdSSR zeigte.[15] Renault hatte damals das Nachsehen in der UdSSR, konnte aber Rumänien ein großes Autowerk verkaufen. Citroën-Generaldirektor Raymond Ravenel hoffte möglicherweise, über das Gelenkwellenprojekt die DDR für die Fertigung von Fahrzeugen zu gewinnen. Mehrfach schlug er vor, das Modell Visa in der DDR zu bauen, ferner machte er den Vorschlag, ein Werk der zum PSA-Konzern gehörenden Marke Talbot in die DDR zu verbringen und dort wieder aufzubauen. Zuletzt kam der Vorschlag, den Kleinwagen Citroën AX in der DDR zu produzieren.[16] Die DDR brauchte die Gelenkwellenfabrikation als ihren Beitrag für das geplante RGW-Auto,[17] zu dem die CSSR mit Skoda die Motoren beisteuern sollte.[18] In der Praxis zeigte sich, dass der Know-how-Transfer die Abhängigkeit der DDR vom Westen einerseits erhöhte; und das Festhalten an der strengen Abschottung vom sogenannten Klassenfeind verhinderte andererseits die erfolgreiche Nutzung westlicher Technik. Die als Kettenfertigung angelegte Produktion im Gelenkwellenwerk Mosel setzte voraus, dass ein Arbeitsprozess reibungslos in den nächsten griff. Im Jahr 1983 betrug die Ausfallzeit in Mosel fast 190.000 Arbeitsstunden, das bedeutete einen Maschinenausfall von etwa 70 Prozent. Bei fast 30 Prozent der Maschinen fehlten über Wochen Ersatzteile. Kleinigkeiten wie ein gerissener Keilriemen konnten die Produktion für Tage lahmlegen. Der bürokratische Aufwand in einer auch vom Ministerium für Staatssicherheit überwachten Planwirtschaft machte ein erfolgreiches Führen des Werkes unmöglich. Bis die Bestellung beim Ersatzteillieferanten in Frankreich einging, dauerte es fast 80 Tage. Dazu kamen Lieferzeiten von 14 Tagen bis zu vier Monaten.

Das Werk in Mosel konnte nicht einfach in Frankreich die benötigten Ersatzteile bestellen. Die Havarie war zunächst einmal zu protokollieren und als signierte Meldung an das Kombinat weiterzuleiten. Nach Eingang und Prüfung im Kombinat folgte die Auftragsbestätigung durch die Kombinatsleitung, dann die Weiterleitung der Bestellung und ihre Auslösung durch den Außenhandelsbetrieb AHB Transportmaschinen. Nach diesen Stationen konnte nun über Colmant-Wemex als DDR-Handelsvertretung in Frankreich beim Hersteller das Ersatzteil bestellt werden. Nach Bereitstellung des Ersatzteils beim Produzenten war der Transport nach Mosel zu organisieren. Wenn Colmant-Wemex nicht binnen einer akzeptablen Frist die Devisen bereitstellen konnte, kam es zu weiteren Verzögerungen. Traten mit Blick auf das Ersatzteil Unklarheiten auf oder bestand Nachfragebedarf, sorgte dies für weitere Verzögerungen. 80 Facharbeiter aus Mosel waren über mehrere Monate bei Citroën in CIichy und Mulhouse geschult worden. Dabei hatte Citroën das handwerkliche Können der Mosel-Mitarbeiter unterschätzt. Zahlreiche Lerninhalte beherrschten die Gäste aus der DDR bereits. Entscheidend war aber, dass Mosel zu wenig Arbeitskräfte zum Klassenfeind geschickt hatte. Der Leiter des Automobilwerkes Zwickau war im Mai 1978 noch von einem Fortbildungsbedarf von 1.100 Arbeitern ausgegangen. Die DDR setzte stets darauf, Know-how-Transfer aus dem Westen mit einer sogenannten NSW-Importablösung (NSW=Nicht sozialistisches Wirtschaftsgebiet) zu verknüpfen. Dies bedeutete, die volkseigene Wirtschaft sollte die westlichen Anlagen studieren, ihre Bestandteile kopieren und selbst die Ersatzteile fertigen. Nicht nur im Falle von Mosel scheiterte diese Strategie.[19] Devisen waren für die DDR unverzichtbar, um Know-how aus dem Westen zu beziehen. Aber auch die sogenannte Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik erhöhte den Devisenbedarf, um den Konsumwünschen der Bevölkerung entgegenzukommen. Im Zuge des Gelenkwellenprojektes hatte Citroën-Generaldirektor Ravenel Erich Honecker zwei Citroën CX Prestige geschenkt. Honecker schätzte wohl die hydropneumatische Federung, absorbierte sie doch wie kein anderes Auto die "Schlaglochpisten" der DDR. Der CX wurde neben den Volvos zur Staatskarosse. Der DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski entschied in dieser Zeit, auch Citroën-Fahrzeuge für die DDR einzukaufen und Konsumwünsche Privilegierter zu erfüllen. So kamen insgesamt über 5.000 Exemplare vom Mittelklasse-Modell GS/GSA in die DDR, eingebunden in das Geschäft war auch die französische Parteifirma SORICE.[20]

Die DDR versuchte, was möglich war, in Frankreich zu verkaufen. Die Beziehungen zur PCF halfen auch hier. Hier spielten die Betriebe der PCF eine Rolle, etwa die PCF-Parteibuchhandlungen und -Druckereien. So hatte Klaus Gysi in seiner Eigenschaft als Vorsteher des Börsenvereins französischen Genossen kostenlos Ferienplätze im Erholungsheim des Börsenvereins in Lauenstein verschafft. Auch der politisch links stehende Germanist Gilbert Badia, aktiv in der Freundschaftsgesellschaft France-R.D.A., half den Absatz von DDR-Verlagsprodukten an den germanistischen Instituten französischer Universitäten zu unterstützen. Über den Parteibetrieb Tradimex wurden Malbücher an den Supermarkt Leclerc und die Schallplatten- und Buchhandelskette FNAC verkauft. Das VEB Metallgusswerk Leipzig produzierte seit 1973 Abgaskrümmer für Citroën und das VEB Schwermaschinenkombinat TAKRAF Leipzig Wagenheber für den Automobilkonzern PSA. Mit der Qualität der DDR-Produkte gab es aber auch Probleme. So bezogen französische Supermärkte Kaffeemaschinen über den AHB Heimelektrik Meißen, produziert vom VEB Kombinat Wohn- und Freizeitbedarf Leipzig. Leider kam es zu einem tragischen Unfall, als einer dieser Kaffeeautomaten bei einem französischen Endverbraucher explodierte; dieser erblindete auf einem Auge und verklagte anschließend die Supermarktkette.[21]

Einen Höhepunkt des Westhandels der DDR und der Wirtschaftsbeziehungen zu Frankreich markiert der Kauf von Airbus-Flugzeugen. Die DDR-Fluggesellschaft Interflug, die sich für die Westberliner als Billig-Fluglinie mit Qualitätsanspruch profilieren konnte, brauchte
Grafik: Direkte Flugverbindungen zur Leipziger Herbstmesse 1986.
Vom 30. August bis 7. September 1986 sorgt die Interflug gemeinsam mit den Fluggesellschaften Aeroflot (Sowjetunion), Air France (Frankreich), Austrian Airlines (Österreich), Balkan (Bulgarien), British Airways (Großbritannien), Fin Air (Finnland), KLM (Niederlande), Lufthansa (BRD), Malev (Ungarn), SAS (Skandinavien) und Swissair (Schweiz) für den Flugverkehr zur Leipziger Herbstmesse. Im Angebot sind direkte Verbindungen mit 23 europäischen Städten und Leipzig.Direkte Flugverbindungen zur Leipziger Herbstmesse 1986: Vom 30. August bis 7. September 1986 sorgt die Interflug gemeinsam mit den Fluggesellschaften Aeroflot (Sowjetunion), Air France (Frankreich), Austrian Airlines (Österreich), Balkan (Bulgarien), British Airways (Großbritannien), Fin Air (Finnland), KLM (Niederlande), Lufthansa (BRD), Malev (Ungarn), SAS (Skandinavien) und Swissair (Schweiz) für den Flugverkehr zur Leipziger Herbstmesse. Im Angebot sind direkte Verbindungen mit 23 europäischen Städten und Leipzig. (© Bundesarchiv, 183-1986-0815-018)
aus wirtschaftlichen Gründen eine Alternative zu den völlig veralteten, enorm kerosinintensiven und unkomfortablen Iljushin. Interflug hoffte zudem bei einer Airbus-Beschaffung auf Überflugrechte über die Bundesrepublik. Diese Erwartung ging nicht in Erfüllung. Interflug musste auch akzeptieren, dass die Wartung der Maschinen in Hamburg durchzuführen war und Interflug der Zugang zur Blackbox verwehrt blieb. Zur Vertragsunterzeichnung war der Interflug-Chef nach Toulouse gekommen, am Tisch saß auch Franz-Josef Strauß, Airbus-Aufsichtsratsmitglied und Vater des Bonner Milliardenkredits für die DDR.[22]

Die Ideen von Samuel Pisar und Jean-Jaques Servant-Schreiber hatten in der Tat zu einer immer stärkeren Abhängigkeit der DDR vom Westen geführt. Finanziell lohnten sie sich dagegen für die französische Seite, auch wenn sich nicht all ihre Erwartungen erfüllen sollten.

Zitierweise: Hans-Christian Herrmann, "Zur Bedeutung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR", in: Deutschland Archiv, 4.10.201, Link: www.bpb.de/341291

Fußnoten

1.
Cocom hatte die Aufgabe, Lieferungen von Kriegsmaterial und Waren, die zu militärischen Zwecken genutzt werden konnten, in die Länder des Ostblocks zu verhindern. Mitglieder der Cocom waren alle NATO-Staaten außer Island sowie Australien und Japan.
2.
Gunther Mai, Osthandel und Westintegration 1947-1957. Die Entstehung einer hegemonialen Partnerschaft, in: Ludolf Herbst/Werner Bührer/Hanno Sowade (Hg.), Vom Marshallplan zur EWG. Die Eingliederung der BRD in die westliche Welt, München 1990, S. 203-205, 211-215, 219-221, 225.
3.
Ulrich Pfeil, Die "anderen" deutsch-französischen Beziehungen. Die DDR und Frankreich 1949-1990, Köln 2004, S. 234-238.
4.
Hans-Christian Herrmann, Leipzig in den Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR, in: Leipziger Stadtgeschichte, Jahrbuch 2005, hg. vom Leipziger Geschichtsverein e. V., Leipzig 2005, S. 117-140, hier S. 119.
5.
Jacques Lamalle, Le milliardaire rouge, Paris 1980. René Mauriès/Jean-Baptiste Doumeng, Le grand absent, Paris 1992, S. 7, 81, 115.
6.
Hans-Christian Herrmann, "Bedeutende Basen der Anerkennungsbewegung". Zur Bedeutung der Städtepartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR, in: Heiner Timmermann (Hg.), Das war die DDR. DDR-Forschung im Fadenkreuz von Herrschaft, Außenbeziehungen, Kultur und Souveränität, Münster 2004, S. 356-387, hier S. 365; Gerd Gruhle, Probleme der Wirtschaftsbeziehungen zwischen sozialistischen Ländern und kapitalistischen Industrieländern unter den Bedingungen der sozialistischen ökonomischen Integration bei besonderer Berücksichtigung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der DDR und der Republik Frankreich, Dissertation A, KMU Leipzig, Sektion Wirtschaftswissenschaften, VD-eingestuft, 1974, S. 325.
7.
Liebeswerben in Paris, in: Der Spiegel, 28/1979, https://www.spiegel.de/politik/liebeswerben-in-paris-a-4bb68322-0002-0001-0000-000040350038, letzter Zugriff 23.07.2021.
8.
Hans-Christian Herrmann, Zum Verhältnis SED und PCF, in: Deutschland Archiv 6/2004, S. 1039-1047, hier S. 1039 ff.; zur Biografie Sudreaus: Pierre Sudreau, Au-delà de toutes les frontières, Paris 2002.
9.
A. Schalck-Golodkowski an G. Mittag vom 31.1.1984, in: Bundesarchiv-SAPMO (BArch-SAPMO), DY 30/2978, Bl. 73 ff.
10.
Samuel Pisar, Supergeschäft Ost-West: Der Schlüssel zum Weltfrieden, Vorwort Jean-Jacques Servan-Schreiber, Hamburg 1970.
11.
Jean-Jacques Servan-Schreiber, Le défi americain, Paris 1967.
12.
Jean-Jacques Servan Schreiber, Die amerikanische Herausforderung, Hamburg 1968.
13.
https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Servan-Schreiber, letzter Zugriff 8.7.2021. Michael Meimeth, Frankreichs Entspannungspolitik der 70er-Jahre. Zwischen Status Quo und friedlichem Wandel. Die Ära Pompidou und Valéry Giscard d’Estaing, Baden-Baden 1990, S. 129.
14.
Herrmann, Zum Verhältnis SED und PCF (Anm. 8), S. 1041.
15.
Vgl. Benjamin Bidder, Als Russland mobil machte, Spiegel Geschichte, 21.05.2013, www.spiegel.de/geschichte/autostadt-toljatti-lada-produktion-in-der-sowjetunion-a-951125.html, letzter Zugriff am 31.8.2021.
16.
Hans-Christian Herrmann, Importiertes Know-how. Wege zur Modernisierung des DDR-Fahrzeugbaus in den 1970er und 1980er-Jahren, in: Dresdener Beiträge zur Geschichte der Technikwissenschaften 30/2005, S. 61-83, hier S. 65.
17.
Das RGW-Auto war ein Kooperationsprojekt innerhalb des RGW (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) unter Federführung der DDR und der CSSR. Es sollte den Trabant, Wartburg 353 und Skoda 100 ablösen. Das Projekt scheiterte endgültig 1979.
18.
Herrmann, Importiertes Know-how (Anm. 15), S. 63 ff.
19.
Herrmann, Importiertes Know-How (Anm. 15), S. 71.
20.
Ebd., S. 65.
21.
Vermerk vom 30.6.1986, in: Staatsarchiv Leipzig, VEB Kombinat Wohn- und Freizeitbedarf, Nr. 475, Vermerk vom 26.6.1986, ebd., Nr. 157.
22.
Sehr, sehr hoher Preis, in: Der Spiegel, 26/1988, www.spiegel.de/wirtschaft/sehr-sehr-hoher-preis-a-d6851245-0002-0001-0000-000013529894, letzter Zugriff 23.07.2021.
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Der Tag in der Geschichte

  • 27. November 1950
    Der Bundesrechnungshof wird durch Gesetz als Oberste Bundesbehörde, d. h. im Range eines Bundesministeriums, mit Sitz in Frankfurt a. M. errichtet. Er ist als Organ der Staatskontrolle dafür zuständig, die Rechnung über alle Einnahmen und Ausgaben des Bundes,... Weiter
  • 27. November 1958
    Zweite Berlin-Krise: In Noten an die drei Westmächte, die BRD und die DDR kündigt die Sowjetunion ihre Viermächteverantwortung für Deutschland und Berlin auf. Sie betrachtet, von der »faktischen Lage« ausgehend, die alliierten Vereinbarungen über Berlin (5.... Weiter
  • 27. November 1958
    Berlin-Note der Sowjetunion: 27. 11. 1958. Weiter
  • 27. November 1986
    Die Volkskammer beschließt nach der Direktive des XI. SED-Parteitags (17. - 21. 4. 1986) den Fünfjahrplan 1986 - 1990.Er soll das produzierte Nationaleinkommen und die industrielle Nettoproduktion beträchtlich erhöhen. Die qualitativen und effektiven Faktoren... Weiter
  • 27. November 1989
    Der Regierende Bürgermeister Walter Momper (SPD) und sein Senat fordern, dass die Bürger West-Berlins das Recht erhalten sollten, ihre Vertreter direkt in den Bundestag und in das Europäische Parlament zu wählen mit der Folge, dass sie voll stimmberechtigt... Weiter
  • 27./ 28. November 1995
    Auf der Außenministerkonferenz in Barcelona vereinbaren die 15 EU-Mitgliedstaaten und zwölf südliche sowie östliche Anrainerstaaten eine Euro-mediterrane Partnerschaft. Sie soll, damit Europa nicht von seinen Nachbarstaaten am Mittelmeer abgeschottet bleibt,... Weiter
  • 26./27. Nov. 1983
    Die aus der CSU ausgetretenen Bundestagsabgeordneten Franz Handlos und Ekkehard Voigt gründen in München aus Opposition gegen Strauß die neue Partei »Die Republikaner« als »unabhängige, konservativ-liberale Volkspartei«. Hintergrund: 29. 6. 1983. Die... Weiter

Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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