Beleuchteter Reichstag

8.2.2011 | Von:
Bogdan Musial

Die westdeutsche Ostpolitik und der Zerfall der Sowjetunion

Die neue Ostpolitik unter Willy Brandt wird zumeist unter politischen Aspekten betrachtet: der Wille zur friedlichen Gestaltung der Beziehungen zur Sowjetunion und den Osteuropäern und die politische Entspannung. Wirtschaftliche Gesichtspunkte werden hingegen ausgeklammert – doch gerade diese waren den Sowjets wichtig.

Aspekte der Neuen Ostpolitik


Willy Brandt (l.) und Egon Bahr (2.v.l.) am 17.9.1971 beim Gespräch mit Leonid Breschnew (r.) in Oreanda auf der Halbinsel Krim in der UdSSR.Willy Brandt (l.) und Egon Bahr (2.v.l.) am 17.9.1971 beim Gespräch mit Leonid Breschnew (r.) in Oreanda auf der Halbinsel Krim in der UdSSR. (© Ludwig Wegmann / Bundesregierung, B 145 Bild-00105653)
Im Oktober 1969 bildeten die SPD und FDP eine Koalitionsregierung unter der Führung von Bundeskanzler Willy Brandt. Brandt begann gemeinsam mit Egon Bahr ein neues Kapitel in der westdeutschen Ostpolitik, die heute als eine der wichtigsten Zäsuren in der Nachkriegsgeschichte Europas angesehen wird. Dabei werden vor allem die politischen Aspekte der neuen Ostpolitik unterstrichen, der Willen zur friedlichen Gestaltung der Beziehungen zur Sowjetunion und ihrer osteuropäischen Vasallen und die politische Entspannung. Die wirtschaftlichen Gesichtspunkte werden hingegen völlig ausgeklammert.

Gerade die spielten aber für den Kreml die Schlüsselrolle. Den sowjetischen Herrschern ging es darum, deutsche Wirtschaftshilfe bei der Erschließung von gigantischen Öl- und Gasfeldern in Westsibirien zu bekommen. Der Kreml hoffte, auf diese Weise das immer noch aggressive kommunistische Imperium vor dem fortschreitenden wirtschaftlichen Zerfall zu retten. Und die damalige sozialliberal Bundesregierung und westdeutsche Konzerne machten mit.


Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

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Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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    Die Straftaten gegen die Umwelt aus den geltenden Umweltschutzgesetzen werden im Strafgesetzbuch erfasst, vereinheitlicht und verschärft. Umweltkriminalität und Umweltgefährdung (z. B. die Verunreinigung von Boden, Wasser und Luft, Lärmverursachung,... Weiter
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    Das Baugesetzbuch, das Städtebauförderungs-und Bundesbaugesetz vereint, tritt in Kraft (27. 7. 1971). Es stärkt die Planungshoheit der Gemeinden und verkürzt das Baugenehmigungsverfahren. Weiter
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  • 1. Juli 1991
    Die von der Bundesregierung am . 8. 3. beschlossenen und vom Bundestag am 14. 5. 1991 verabschiedeten Steuererhöhungen treten in Kraft; sie sollen die Kosten der deutschen Einheit und des alliierten Golfkriegs (17. 1. - 28. 2. 1991) finanzieren helfen: 1.... Weiter
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  • 1. Juli 1996
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    United Nations Volunteers (UNV), die UN-Freiwilligenorganisation, zieht von Genf nach Bonn. Die Bundesstadt wird damit UN-Sitz. Als Ausgleich für den Umzug von Parlament und Regierung nach Berlin sollten in Bonn nationale, internationale und supranationale... Weiter
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  • 1. Juli 1999
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