30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren
Beleuchteter Reichstag

26.1.2011 | Von:
Manfred Wilke

Erinnern für die Zukunft

Die Gedenkstätte Berliner Mauer im Kontext des Gedenkstättenkonzeptes des Bundes

Die Überreste der Berliner Mauer stehen im Spannungsfeld doppelten Gedenkens, das nur mittelbar aufeinander bezogen zu sein scheint: Sie stehen als Symbol der deutschen Teilung und der Unterdrückung durch die SED-Diktatur einerseits und als Zeichen deren friedlicher Überwindung andererseits.

Einleitung


Gedenkstätte Berliner Mauer, Ansicht des Abschnitts A mit Nachzeichnung des Mauerverlaufs entlang der Bernauer Straße, Ecke Gartenstraße, 2010.Gedenkstätte Berliner Mauer, Ansicht des Abschnitts A mit Nachzeichnung des Mauerverlaufs entlang der Bernauer Straße, Ecke Gartenstraße, 2010. (© Stiftung Berliner Mauer)
Aus dem Stadtbild ist die Berliner Mauer fast gänzlich verschwunden, trotzdem ist sie bis heute das weltweit berühmteste Bauwerk der DDR und sehr wahrscheinlich auch das der Stadt. Heute, 20 Jahre nach ihrem Fall, "kommt alle Welt nach Berlin, um das Monstrum der Berliner Mauer wie einen erlegten Drachen zu inspizieren", schreibt Axel Klausmeier, der Direktor der Gedenkstätte Berliner Mauer.[1] – Um im Bild zu bleiben, ihre Panzerteile aus Beton sind als Monumente über die ganze Welt verstreut, dank der NASA trägt gar ein Gebirgszug auf dem Mars ihren Namen.[2]

Die Kristallisationskerne staatlich geförderter Erinnerungskultur an die deutschen Diktaturgeschichten des 20. Jahrhunderts sind Gedenkstätten. Diese entwickeln sich zunehmend zu Lernorten für die Nachgeborenen und nehmen auch museale Funktionen wahr. Diesem Trend verdankt auch die 2009 eröffnete Gedenkstätte Berliner Mauer ihre Entstehung. Die Geschichte ihrer Etablierung ist Gegenstand der folgenden Ausführungen, die sich in drei Teile gliedern.

Einleitend geht es um die Bilder und die doppelte Symbolik dieser DDR-Grenzbefestigung. Der zweite Teil ist den Berliner Entscheidungen für einen dauerhaften Ort der Erinnerung an die Mauer gewidmet. Abschließend geht es um das Gedenkstättenkonzept des Bundes, in dem die Bundesregierung festlegte, welche Gedenkstätten an die doppelte deutsche Diktaturgeschichte von nationaler Bedeutung sind und finanziell vom Bund gefördert werden.

Erst durch die Beteiligung des Bundes an der Förderung der Stiftung Berliner Mauer konnte diese Gedenkstätte vom Land Berlin ausgebaut werden. Ihre nationale Bedeutung stand außer Frage, war sie doch das Symbol der Teilung und wurde sie 1989 zum Symbol deutscher Einheit.

Fußnoten

1.
Axel Klausmeier, Ein Memorialort neuer Prägung. Die Erweiterung der »Gedenkstätte Berliner Mauer« an der Bernauer Straße, in: DA 42 (2009) 5, S. 892–900, hier 893.
2.
Anna Kaminsky (Hg.), Die Berliner Mauer in der Welt, Berlin 2009.

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

Mehr lesen

NEU: Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

Jetzt ansehen

Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

Mehr lesen

Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

Was wäre, wenn die Mauer Berlin erneut halbieren würde? 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Deutschland Archiv der bpb mit 30 Bildmontagen und einem Film von Alexander Kupsch an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

Mehr lesen

Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

Mehr lesen

Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

Mehr lesen auf jugendopposition.de

Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

Mehr lesen

13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

Mehr lesen

Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

Mehr lesen

Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

Mehr lesen

Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

Mehr lesen auf bpb.de

Der Tag in der Geschichte

  • 26./27. Okt. 1962
    Spiegel-Affäre: Die Redaktions- und Verlagsräume des Nachrichtenmagazins Der Spiegel werden in Hamburg und Bonn nachts polizeilich besetzt und durchsucht. Der Herausgeber Rudolf Augstein, der Verlagsdirektor Hans Detlev Becker und mehrere leitende Redakteure... Weiter
  • 26. Oktober 1965
    Zweites Kabinett Erhard aus einer CDU/CSU- und FDP-Koalition. Erhard war am 20. 10. 1965 zum zweiten Male zum Bundeskanzler gewählt worden. Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) Stellvertreter und gesamtdeutsche Fragen Erich Mende (FDP) bis 28. 10. 1966,... Weiter
  • 26. Oktober 1988
    Erstmals in der Geschichte der BRD legt in Hamburg ein Lehrerstreik große Teile des Schulunterrichts lahm. Der Streik soll kürzere Arbeitszeiten und Neueinstellungen von Lehrern bzw. Lehrerinnen durchsetzen helfen. Weiter
  • 26. Oktober 1998
    Der 14. Bundestag konstituiert sich letztmals in Bonn. Er wählt den SPD-Abgeordneten Wolfgang Thierse als Repräsentanten der stärksten Fraktion zum neuen Bundestagspräsidenten. Thierse spricht von einem »historischen Datum« und »mehr als einer Geste«, da... Weiter