Beleuchteter Reichstag

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6.1.2012 | Von:
Manfred Wilke

Erinnerungspolitik und Erinnerungskultur

Das Feld der Erinnerungskultur, in dem sich die Nationen ihrer Geschichte und Identität vergewissern, ist heftig umkämpft. Häufig geht es in diesen Auseinandersetzungen um den Umgang mit diktatorischer Vergangenheit – so auch in den Debatten um die staatliche Erinnerungspolitik in Deutschland.

Sammelrezension zu:

Vera Caroline Simon: Gefeierte Nation. Erinnerungskultur und Nationalfeiertag in Deutschland und Frankreich seit 1990 (Campus Historische Studien), Frankfurt a. M.: Campus 2010, 415 S., € 39,90, ISBN: 9783593391922.

Thomas Großbölting, Rüdiger Schmidt (Hg.): Der Tod des Diktators. Ereignisses und Erinnerung im 20. Jahrhundert, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 2011, 320 S., € 29,95, ISBN: 9783525300091.

Carola S. Rudnick: Die andere Hälfte der Erinnerung. Die DDR in der deutschen Geschichtspolitik nach 1990, Bielefeld: Transcript 2011, 766 S., € 39,80, ISBN: 983837617733.

Jan Karski: Mein Bericht an die Welt. Geschichte eines Staates im Untergrund, München: Kunstmann 2011, 620 S., € 28,–, ISBN: 9783888977053.


Gedenkstätten an die Opfer der beiden Diktaturen in Deutschland stehen in der Regel im Mittelpunkt der deutschen Debatte um die staatliche Erinnerungspolitik. Objektiv sind sie aber nur ein gewichtiger Ausschnitt des großen Themenkomplexes Erinnerungskultur, in dem sich die Nationen ihrer Geschichte und Identität vergewissern und in dem entschieden wird, was generationenübergreifend nicht vergessen werden soll.

Die vier Bücher, die hier kurz vorgestellt werden, zeigen die Spannbreite des Themas.



Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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NEU: Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei, Betriebskampfgruppen und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen, Demokratie und Reisefreiheit eintraten - und sich mit Kerzen, Worten und Zivilcourage gegen die Staatsmacht durchsetzten. Ein filmischer Überblick.

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Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

Was wäre, wenn die Mauer Berlin erneut halbieren würde? 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Deutschland Archiv der bpb mit 30 Bildmontagen und einem Film von Alexander Kupsch an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

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Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Der Tag in der Geschichte

  • 27. Mai 1952
    In Paris schließen Frankreich, Italien, die Beneluxstaaten und die BRD den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) ab. Sie sieht die Integration der nationalen Streitkräfte bei gleicher Ausrüstung, Ausbildung und Dienstzeit der Soldaten... Weiter
  • 27. Mai 1952
    Unterzeichnung des Vertrages über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (27. 5. 1952). - Mit der EVG scheitert auch die geplante Europäische Politische Gemeinschaft (EPG), die ein supranationales Europa der EVG-Staaten hätte politisch realisieren... Weiter
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    Der Staatsbesuch des persischen Schahs Reza Pahlawi löst in der BRD Proteste und Kundgebungen aus, die sich einerseits gegen die Zustände im Iran, andererseits gegen die Verhältnisse an den westdeutschen Universitäten richten. In West-Berlin als Zentrum der... Weiter
  • 27. Mai 1967
    Der neue Perspektivplan 1966 - 1970 sieht vor, die industrielle Produktion und Arbeitsproduktivität beträchtlich zu steigern. Schwerpunkte sind die Petrochemie, die Elektronik/EDV, der Städtebau (vor allem neue Wohnzentren) und die Zusammenarbeit mit dem RGW.... Weiter
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    Im Sinne des IX. Parteitags (18. - 22. 5. 1976) beschließen SED, FDGB und Ministerrat Verbesserungen der Arbeits- und Lebensbedingungen für berufstätige Mütter, für Schichtarbeiter und für Rentner. Die Grund-und Mindestlöhne werden angehoben. Der... Weiter
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