Beleuchteter Reichstag

19.3.2013 | Von:
Günter Riederer

Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945

Das Leben in der "Lagerstadt" nach 1945

"Stadtplan eines Teilgebietes der Stadt des KdF-Wagens", Stand vom Oktober 1941, Maßstab 1:10.000, mit den Stadtteilen Wellekamp, Schillerteich und Steimker Berg sowie Barackenlagern"Stadtplan eines Teilgebietes der Stadt des KdF-Wagens", Stand vom Oktober 1941, Maßstab 1:10.000, mit den Stadtteilen Wellekamp, Schillerteich und Steimker Berg sowie Barackenlagern (© Stadt Wolfsburg, Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation)
Nach der Befreiung leerten sich im Frühsommer 1945 die Lager, um kurze Zeit später gleich wieder gefüllt zu werden. Die Alliierten nutzten die ehemaligen Baracken als Lager zur Unterbringung von Flüchtlingen und Displaced Persons (DPs). Wolfsburg wurde zum Sammelpunkt und zur Durchgangsstation für viele Displaced Persons, die aus ganz Norddeutschland hier zusammengezogen wurden. Die topografische Situation hatte sich im Vergleich zu dem Plan von 1941 in ihrem Kern nicht wesentlich geändert. Wolfsburg - wie die ehemalige "Stadt des KdF-Wagens" mittlerweile auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 25. Mai 1945 hieß - war als Stadt kaum existent, die eigentliche Wohnbebauung beschränkte sich auf einige wenige Häuserzeilen, einzig die Lager waren umbenannt und mit neuen Namen versehen: Auf dem Gebiet des heutigen Innenstadtbereichs befanden sich das "C-", "D-" und "E-Camp", das ehemalige "Gemeinschaftslager", daran schlossen sich das "F-" und "G-Camp", das ehemalige "Ostlager", an. Außerhalb des unmittelbaren Stadtkerns lagen des Laagberg-Lager als "A-Lager", das kleinere Hohenstein-Lager, das nun als "B-Camp" firmierte, und das Reislinger Lager bei den Baracken des Stadtkrankenhauses.

Das Leben im Provisorium stellte im Wolfsburg der unmittelbaren Nachkriegszeit den Normalfall der Unterbringung dar, und folgerichtig existierte in der Stadt ein ständiger Erzählstrom über das Lager. Der in der Forschung bisweilen geäußerte Eindruck vom Lagerdasein als einem tabuisierten Thema der deutschen Nachkriegsgeschichte trifft auf die Stadt Wolfsburg definitiv nicht zu.[8] In der Publizistik, den Tageszeitungen, in Berichten über den Aufbau der städtischen Infrastruktur - immer wieder ist von Wolfsburg als der "halbwüchsigen Stadt" die Rede, vom Gemeinwesen, das den "Eindruck des Unvollendeten" hinterlasse.[9]

Obwohl ein Großteil der Baracken als sprechendes Symbol an die Zwangsarbeit im Volkswagenwerk erinnerte, wurden die Lager in der kollektiven Wahrnehmung der Stadtgesellschaft mit Nachkriegselend und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Ostgebieten in Verbindung gebracht. Moralische Bedenken gegenüber einer Weiternutzung der Lager und Baracken, in denen kurz zuvor KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter untergebracht waren, gab es keine. Stattdessen setzte sich unter der deutschen Bevölkerung der Stadt rasch eine Umkehrung der Vorstellung von Tätern und Opfern durch: Es gab Klagen über Beschädigungen und Plünderungen der Lager durch Displaced Persons und ehemalige Zwangsarbeiter, die angeblich wagenweise Einrichtungsgegenstände und Baumaterial abtransportierten.[10]

Unmittelbar nach Kriegsende waren sich Werk und Stadt in ihrem Wunsch einig, die noch in den Baracken lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter und Displaced Persons, also die Hauptopfer der verbrecherischen NS-Wirtschaftspolitik, möglichst rasch loszuwerden. In einer Aktennotiz über eine Besprechung zwischen Vertretern der Stadt und des Werkes hieß es am 3. Juli 1945: "Weiterhin ist es sehr wesentlich, wenn es gelingen würde, sämtliche Fremdländer aus dem Gebiet der Stadt Wolfsburg hinauszunehmen, damit den im Arbeitsprozess eingesetzten deutschen Arbeitskräften die Gewähr gegeben ist, dass sie ihre Arbeit ungestört und unbelästigt durch Fremdländer ausführen können."[11]

Diesen Wünschen wurde von der britischen Militärregierung nicht nachgegeben. Wolfsburg entwickelte sich im ersten Übergangsjahr nach dem Krieg vielmehr zu einer Durchgangsstation für Displaced Persons, die zunächst in den ehemaligen Lagern zusammengefasst und von dort in ihre Heimatländer abtransportiert wurden. In einem Artikel der lokalen Presse hieß es 1950 aus der Rückschau auf diese Zeit: "Laufend rollten 1945 und im Frühjahr 1946 die großen amerikanischen Sattelschlepper nach dem Laagberg und brachten DPs von Berlin. Hier bei uns wurden diese Menschen aus aller Herren Länder gesammelt und anschließend in ihr Heimatland abtransportiert. (…) Ein buntes Völkergemisch strömte auf dem Laagberg zusammen, und das Lager hatte tatsächlich den Beinamen ‚Die Welt im Kleinen‘. Zu Zeiten, an denen Hochbetrieb im Lager herrschte, wurden mehr als vierzig Nationalitäten gezählt."[12]

LKW-Kolonne der UNRRA am Wolfsburger Bahnhof, im Hintergrund das Kraftwerk des VolkswagenwerksLKW-Kolonne der UNRRA am Wolfsburger Bahnhof, im Hintergrund das Kraftwerk des Volkswagenwerks (© Foto: Julie Engels)
An die Stelle von ehemaligen Zwangsarbeitern und Displaced Persons rückten spätestens seit Mitte des Jahres 1946 zunehmend deutsche Flüchtlinge aus dem Osten, deren Zuzug zunächst auf der Zuweisungspolitik der Behörden beruhte.[13] Aus Sicht der zuständigen Kommunalpolitiker, aber auch übergeordneter Regierungsstellen begannen sich die Lager zunehmend zu gefährlichen politischen Unruheherden zu entwickeln. Im Gegensatz zu anderen Kommunen fanden diese Befürchtungen in Wolfsburg allerdings einen ganz konkreten Anknüpfungspunkt: Bei den niedersächsischen Gemeinde- und Kreiswahlen am 28. November 1948 feierte die "Deutsche Rechts-Partei" mit einem Anteil von 64,3 Prozent der Stimmen einen ebenso überraschenden wie fulminanten Wahlsieg.[14] Aus dem politischen Nichts errang sie im bislang von den Sozialdemokraten dominierten Rat der Stadt die Mehrheit und stellte für kurze Zeit - bis zur Annullierung der Wahl aus formalen Gründen durch das zuständige Wahlprüfungsgericht im März 1949 - auch den Bürgermeister. Die Wahlerfolge einer Partei des organisierten Rechtsextremismus wurden außerhalb Wolfsburgs aufmerksam wahrgenommen. Die "Süddeutsche Zeitung" beispielsweise nahm den Ausgang der Wahl zum Anlass, um in einer längeren Reportage über die Lebenssituation in der jüngsten Stadt Deutschlands zu berichten. Der Verfasser des Artikels kam dabei zu einem niederschmetternden Ergebnis: Das Stadtbild Wolfsburgs werde von "kasernenartigen, schmucklosen Wohnblocks" bestimmt, die durchzogen seien "von ausgetretenen Fußpfaden und Splittergräben, bedeckt mit Gerümpel, Kaninchenställen und einzelnen Schrebergärten".[15]

Der Wahlsieg der Deutschen Rechts-Partei lässt sich nicht monokausal erklären, ein Motiv für das auffällige Wahlverhalten in Wolfsburg war aber sicher die dort herrschende dramatische Wohnungsnot. Das Leben in dieser Stadt gestaltete sich beschwerlicher als anderswo: Zahlreiche Ämter der Stadtverwaltung waren in Baracken untergebracht, nach und nach errichtete die Stadt Steinbauten für Schulen, und erst im August 1957 wurde der Neubau eines Bahnhofs erstellt. Selbst das bereits 1941 eröffnete städtische Krankenhaus war in Behelfsbauten untergebracht, ein Zustand, der auch nach dem Ende des Krieges noch längere Zeit anhielt. Erst im November 1955 nahm dann das neu gebaute, mit moderner medizinischer Technik ausgestattete Stadtkrankenhaus seinen Betrieb auf.

Fußnoten

8.
Siehe dazu etwa Mathias Beer, Lager als Lebensform in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Zur Neubewertung der Funktion der Flüchtlingswohnlagern im Eingliederungsprozeß, in: Jan Motte/ Rainer Ohliger/ Anne von Oswald (Hg.), 50 Jahre Bundesrepublik – 50 Jahre Einwanderung. Nachkriegsgeschichte als Migrationsgeschichte, Frankfurt am Main/ New York 1999, S. 56-75, hier S. 65.
9.
So etwa der damalige Leiter der Werbeabteilung des Volkswagenwerkes: Oskar Herbert Hahn, Die halbwüchsige Stadt, in: Gute Fahrt. Die Zeitschrift für den Volkswagenfahrer, Oktober 1950, Heft 1, S. 8-10.
10.
Siehe z.B. Vermerk Quartiermeister, 26.6.1945, Stadtarchiv Wolfsburg (im folgenden abgekürzt als StA WOB) HA 2491.
11.
Aktennotiz Schmidt-Depas, 3.7.1945, StA WOB HA 2800, Bd. I.
12.
Wird Wolfsburg besetzungsfrei? Aus turbulenten Tagen - Die "Kleine Welt" am Laagberg, in: Wolfsburger Nachrichten, 28/29.1.1950, S. 5.
13.
Zur Flüchtlingsfrage in Wolfsburg siehe Grieger, Zuwanderung und junge Industriestadt (Anm. 4), S. 188-198 bzw. Monika Uliczka, Berufsbiographie und Flüchtlingsschicksal. VW-Arbeiter in der Nachkriegszeit, Hannover 1993.
14.
Siehe dazu ausführlich Günter J. Trittel, ‚Genossen, es gilt den Anfängen zu wehren…!’ Sozialdemokratie und Rechtsextremismus in der frühen Nachkriegszeit in Niedersachsen (1948-1955), in: Karsten Rudolph/ Christl Wickert (Hg.), Geschichte als Möglichkeit. Über die Chancen von Demokratie. Festschrift für Helga Grebing, Essen 1995, S. 270-289, hier v.a. 270-272.
15.
J.-A. Elten, Eine beschlagnahmte Stadt wählt Schwarz-Weiß-Rot. Merkwürdige politische Entwicklung in Wolfsburg - 17 Stadträte der "Deutschen Rechtspartei", in: Süddeutsche Zeitung, 22.1.1949, S. 3.
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