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Kampf gegen "Professionalisierung und Kommerzialisierung" im Sport. Wie die DDR dennoch zu einem adidas-Land wurde

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? 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Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? 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Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. 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Kampf gegen "Professionalisierung und Kommerzialisierung" im Sport. Wie die DDR dennoch zu einem adidas-Land wurde Teil I

Peter Boeger

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Für die DDR-Führung verkörperte der westdeutsche Sportartikel-Konzern adidas unter seinem gut vernetzten und sportpolitisch einflussreichen Konzernchef Horst Dassler die negativen Seiten einer Professionalisierung und Kommerzialisierung des Sports. In seinem zweiteiligen Beitrag für das Deutschland Archiv zeigt Peter Boeger, wie durch eine Mischung aus Einflussnahme und Mangelwirtschaft adidas dennoch in der DDR Eingang fand.

Entgegennahme der Ehrung in Sportkluft aus dem Westen: Manfred Ewald zeichnet auf dem NOK-Schwimmfest 1983 Sven Lodziewski und Birte Weigang mit dem Wanderpokal des Nationalen Olympischen Komitees der DDR aus (© Bundesarchiv, Bild 183-1983-0402-015, Foto: Hubert Link)

Werbung für westliche Sportartikel in der DDR? Das war lange Zeit undenkbar. Schließlich galt es doch, alle Leistungssportkader "zum Haß gegen den Imperialismus und seine aggressiven Ziele zu erziehen", wie es 1980 in einer Beschlussvorlage des Politbüros heißt. Außerdem führte die zunehmende Professionalisierung des internationalen Sports nach sportpolitischer Auffassung der DDR direkt zu einem kommerziellen Missbrauch der Sportler. Von dieser Fehleinschätzung verabschiedete sich die DDR erst Ende der 1980er Jahre, nicht zuletzt wegen fehlender Unterstützung aus dem sozialistischen Lager. Gleichzeitig suchte der bundesdeutsche Sportartikelhersteller adidas in die DDR zu expandieren. Dessen geschicktes Taktieren führte schließlich zu einem Umdenken bei der Partei- und Staatsführung der DDR. Die Genossen zeigten sich angesichts nicht enden wollender Engpässe bei der Versorgung mit Sportartikeln, qualitativer Überlegenheit westlicher Produkte und chronischer Devisenknappheit zu erstaunlichen Kompromissen bereit.

Neuhaus an der Elbe, DDR-Bezirk Schwerin

Bisweilen war bereits das Tragen westlicher Sportkleidung eine gefährliche politisch-ideologische Gratwanderung im SED-Staat, wie ein Fall im Bezirk Schwerin zeigt. Sportfreund Hermann Sack (1921-2011) setzte sich über alle Maßen für seine Sportler der Betriebssportgemeinschaft (BSG) "Traktor" im Grenzort Neuhaus/Elbe ein. Der gelernte Bankkaufmann war 1955 aus der Bundesrepublik in seinen Heimatort in der DDR zurückgekehrt, um den väterlichen Betrieb zu übernehmen. Im Sport war er seither selbst aktiv und bekleidete im Laufe der Zeit unterschiedliche Funktionen in der BSG. Der Deutsche Turn- und Sportbund (DTSB) zeichnete ihn mit der Ehrennadel in Bronze und Silber aus, er erhielt die Ehrenurkunde "30 Jahre sozialistische Sportorganisation". Als treibende Kraft baute er über die Jahre den Verein auf. Mit Eingaben an den Rat der Gemeinde suchte er für Sportler und Verein organisatorische und finanzielle Hürden zu überwinden. Seit Anfang der 1960er Jahre beobachtete die Stasi wechselnd mit den inoffiziellen Mitarbeitern (IM) "Blume", "Christel", "Doris", "Ecke", "Emil Kaiser", "Fred Neumann", "Fritz Müller“, "Karl", "Kluge", "Stuhl", "Wiese" und "Zeiger" den umtriebigen Bürger.

Eine Beurteilung des Arbeitgebers über Hermann Sack vom Februar 1979 fiel trotz des großen Engagements für die BSG verheerend aus: In Wirklichkeit sei er gegen die DDR eingestellt, wie die Arbeitsstelle Elbewerft bescheinigte. Was war passiert? Kleine Sportvereine wie auch die BSG "Traktor" standen vor dem Dauerproblem des stetigen Verschleißes bei Textilien, Schuhen oder Sportgeräten. Die BSG "Traktor" musste also regelmäßig die Kluften der Sportler erneuern, die vom Rat der Gemeinde finanziert wurden. Das Problem war jedoch nicht die Finanzierung, sondern schlicht fehlende Möglichkeiten, in der Mangelwirtschaft der DDR grün-weiße Sportkleidung für die Fußballmannschaften zu kaufen. Über Kontakte im Westen beschaffte Hermann Sack begehrte Trainingsanzüge der Marke adidas. Der ganze Vorgang flog auf, als die Spieler bei einem Turnier in Hagenow mit den Hosen aufliefen und vom Platz geschickt wurden. Wie der Vorstand der BSG "Traktor" im Nachhinein ermittelte, sei diese adidas-Kleidung nicht in der DDR käuflich zu erwerben. Für die beschenkten Vereinsmitglieder war das nicht ohne Weiteres zu erkennen, da adidas-Kleidung durchaus auch in der DDR bei entsprechend hohem finanziellem Einsatz erhältlich war. Mit einem tiefen Griff in das ideologisch-politische Vokabular der DDR teilte der Traktor-Vorstand dem Kreisvorstand des DTSB in Hagenow seine Bedenken mit. "Die Mitglieder des DTSB tragen aus patriotischer Verantwortung zur allseitigen Stärkung der DDR bei. […] Die Handlungen des Sportfreundes Hermann Sack sind geeignet, die sozialistische Sportbewegung zu diffamieren. Es wird der Eindruck erweckt, daß nur durch irgendwelche Geldgeber in der BRD die materiellen Voraussetzungen zum Sportbetrieb bei uns gegeben werden können. Die gegensätzlichen Gesellschaftssysteme in der DDR und BRD werden nicht zur Kenntnis genommen."

Die Vertreter des DTSB in Hagenow ermittelten in dem Fall weiter und gelangten zu folgenden Erkenntnissen: Weitere Trainingsanzüge im Wert von 2.000 D-Mark seien unterwegs in die DDR, um die komplette Mannschaft auszustatten. Hermann Sack hatte zudem die Einfuhr von Baumaterial aus dem Westen beantragt, um Sozialgebäude und Sportplatz zu reparieren. Schon einmal sei Sack belehrt worden, nachdem er dem Verein zwei Fußbälle aus der Bundesrepublik übergeben hatte. Der DTSB Hagenow zeigte sich entschlossen und unnachgiebig. Alle Sportler sollten die Geschenke an Hermann Sack zurückgeben, Sack wurde aus dem DTSB ausgeschlossen und verlor seine Ämter im Sportverein. In den Strudel des Verfahrens geriet auch ein Sektionsleiter, der ebenfalls einen Trainingsanzug erhalten und den Vorgang geduldet hatte: "Denkt doch nicht, daß es so einfach ist, Kluften für 5 Mannschaften zu bekommen. Unsere waren schon teilweise Lumpen", suchte er sich und Hermann Sack zu rechtfertigen.

Ostberlin

Sportveranstaltung, Berlin 1977. Auf der Ehrentribüne (v.l.n.r): Werner Lamberz, Rudolf Hellmann, Paul Verner, Franz Rydz, Erich Honecker, Joachim Herrmann (ND), Erich Mielke, Günther Mittag (© Bundesarchiv, Bild 183-S0514-013, Foto: Rainer Mittelstädt)

Die Partei- und Staatsführung in Ostberlin dürften die Vorgänge im fernen Neuhaus kaum berührt haben. Die restriktiven Reaktionen in der BSG "Traktor" und im örtlichen DTSB zeigten eine vorauseilende Abwehrhaltung, gewissermaßen als Beispiel einer sich verselbständigenden Diktaturdurchsetzung auf allen Ebenen. Das Grundproblem mangelnder Versorgung mit Sportartikeln aber wurde 1979 auch im Politbüro erkannt. Sportartikel und Materialproduktion in der DDR summierten sich auf 9.000 Einzelpositionen, die von sechs Industrie-Ministerien gesteuert wurden. Entscheidend aber war: Zwischen dem tatsächlichen Bedarf an Sportartikeln und den vertraglich vereinbarten Produktionszahlen klafften erhebliche Lücken. 1981 appellierte der DTSB in Anbetracht der schlechten Versorgungslage seiner Mitglieder mit Sportartikeln an den stellvertretenden Vorsitzenden des Staatsrats der DDR und ZK-Sekretär für Sport in der SED, Paul Verner (1911-1986): "Es müßte durch die Staatliche Plankommission, das Staatssekretariat für Körperkultur und Sport und die zuständigen Fachministerien nach Wegen gesucht werden, um diese kritische Lage zu überwinden." Der Ruf verhallte zunächst.

Längst hatte sich international eine Fachdiskussion entzündet, bei der es nur vordergründig so schien, als habe sie nichts mit bundesdeutschen Sportartikelherstellern zu tun. Es ging um die Auseinandersetzung, ob im internationalen Sport und insbesondere bei den Olympiaden neben Amateuren auch Profis zugelassen werden sollten. Es fragte sich nur, wer ist Profi und wer Amateur? Welche Rolle spielen etwa die Ausübung eines vollen Berufes neben dem Training, das Sponsoring oder die Annahme von Preisgeldern? Obwohl DDR-Spitzensportler bekanntermaßen nur formal berufstätig waren und bisweilen mit Immobilien, Autos, Reisen oder anderen bedeutenden Vorteilen bedacht wurden, rechnete Ostberlin seine sogenannten Staatsamateure nicht dem Profisportlager zu und vermied daher entsprechende Bewertungsfragen.

Das angespannte Verhältnis der SED zu bundesdeutschen Sportartikelfirmen stand im Kontext eben jener Diskussionen um den Profi- und Amateursport. Die DDR hatte durchaus schlechte Erfahrungen auf dem internationalen Sportparkett gemacht. Während der Leichtathletik-Europameisterschaft in Budapest 1966 trat aus Ostberliner Sicht der sportpolitische GAU ein. Gegen 100 Dollar Bestechungsgeld eines bundesdeutschen Sportschuh-Vertreters überredete DDR-Sportler Jürgen May einen Kollegen, Spikeschuhe jenes Sportartikelherstellers zu tragen und dafür selbst 500 Dollar zu kassieren. Beide mussten später Geld und Schuhe an die Delegationsleitung übergeben. Wegen Verstoßes gegen die Amateurregel verhängte die DDR gegen May eine lebenslange Sperre. Wenige Monate später floh er in den Westen. Bei Verstößen gegen die Amateurregel reagierte auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit unnachgiebiger Härte - und das nicht nur bei Sportkleidung mit Firmenlogos. Ski-Legende Karl Schranz aus Österreich wurde 1972 wegen eines Verstoßes gegen die Amateurregel vom IOC von Sapporo nach Hause geschickt. Für eine Sperre reichte hier bereits aus, dass er im Vorfeld der Olympiade für Kaffee geworben hatte. Die Folgen der ärgerlichen Sperre waren allerdings bei Weitem nicht vergleichbar mit den weitreichenden Repressionen, die DDR-Sportler in vergleichbaren Fällen erleiden mussten. Süffisant kommentierte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel den heimischen Empfang von Schranz: "Seit 38 waren nie mehr so viele Jubel-Wiener auf die Straßen geströmt". Es kam eben darauf an, aus welcher politischen Hemisphäre ein verurteilter Sportler kam.

Im Zentrum der Diskussion stand Regel 26 der Statuten des Olympischen Komitees. Danach durfte ein Wettkämpfer niemals im Zusammenhang mit seiner sportlichen Betätigung eine finanzielle Zuwendung oder materielle Vorteile erhalten. Es sollte sich bald erweisen, dass eine scharfe Abgrenzung zwischen Profis und Amateuren unmöglich war, denn Spitzenleistungen wurden zunehmend von Berufssportlern erbracht. Und die deckten in der westlichen Welt ihre Aufwendungen oftmals aus Werbeeinnahmen. Während Regel 26 schrittweise aufgeweicht wurde, beharrte die DDR auf Einhaltung. Das war nicht nur ideologisches Lagerdenken, sondern strategisches Kalkül. Westliche Sportler, die sich als Werbeträger vermarkteten, fielen als Konkurrenten aus dem Amateursektor, welchem sich der DDR-Sport zurechnete. Die SED, insbesondere das sportpolitische Gesicht des DDR-Sports, DTSB-Präsident Manfred Ewald (1926-2002), brandmarkte daher stets die „Professionalisierung und Kommerzialisierung“ des Leistungssports im Westen, insbesondere mit dem Ziel, die Amateurregel zu stärken.

Bruderorgane in Ost-Berlin und Moskau

MfS-Anweisung für den Umgang mit der adidas-Geschäftsführung an der DDR-Grenzübergangsstelle Heinrich-Heine-Straße (Berlin), 1982 (© BStU, MfS, HA XX 14749, Bl. 150)

Die Stasi beobachtete die Firma adidas als eine treibende Kraft dieser Entwicklung und befürchtete deren Einflussnahme auch in der DDR. Akkurat registrierte sie, wenn kaufmännische Angestellte, Sportschuhingenieure oder gar Maschinenarbeiter, Stepperinnnen, Stanzerinnen, Hotelangestellte, Köche, Kellner oder Gärtner von adidas einreisten. Ein leitender Mitarbeiter der Firma Puma mit Kontakten zu einer Leistungssportlerin der DDR wurde im Operativen Vorgang (OV) "Puma" bearbeitet, ein adidas-Manager im Zentralen Operativen Vorgang (ZOV) "Jagd". Hingegen wurden offizielle DDR-Besuche der adidas-Hausleitung innerhalb der Stasi zur bevorzugten und höflichen Abfertigung durch die Passkontrolle der Hauptabteilung VI avisiert, Zollkontrollen und Zwangsumtausch sollten explizit entfallen. Es sollte das freundliche und freizügige Gesicht der DDR gezeigt werden.

1986 unterzeichneten MfS-Chef Erich Mielke und der Vorsitzende des Komitees für Staatssicherheit der UdSSR, Wiktor Michailowitsch Tschebrikow (1923-1999), ein als streng geheim klassifiziertes Dokument. Der umfassende Plan für die kommenden vier Jahre definierte Bereiche, in denen die Geheimdienste gemeinsam "bei der Abwehr der imperialistischen Konfrontationspolitik" zusammen arbeiten würden. In den Fokus nahmen die Geheimdienstler Friedens-, Ökologie- und Menschenrechtsgruppen, Rundfunksender wie "Radio Free Europe" oder "Radio Vatikan", West-Berliner Zeitschriften, Organisationen in kirchlicher Trägerschaft, DDR-Künstler und andere Einzelpersonen, etwa Konsistorialpräsident Stolpe oder die jüdische Gemeinde von West-Berlin, "insbesondere ihres Führers Galinski". Bei der politisch-operativen Abwehrarbeit im Zusammenhang mit "bedeutsamen internationalen Veranstaltungen und Organisationen" wurde adidas an erster Stelle genannt, was als Indiz gelten kann, welcher ideologisch-politische Stellenwert der Firma beigemessen wurde. Erst nachrangig wurde das IOC aufgeführt, dessen Einfluss in nationalen Sportverbänden zurückgedrängt werden müsse. Besonders interessierte ein Vertrag zwischen der adidas-Firmentochter ISL (International Sport and Leisure AG) und dem IOC. Die Schweizerische ISL, deren Ziel die umfassende Werbevermarktung von Sportveranstaltungen war, gehörte zu 51 Prozent adidas. Kaum abzuschätzen ist, wie konkret sich ein Informationsaustausch zwischen den beiden Diensten gestaltete oder ob der abgestimmte Plan eher eine demonstrative Stärke des MfS gegenüber den Freunden zeigen sollte. Für letzteres spricht einiges. Immerhin beziehen sich die definierten Aufgaben und Zielpersonen fast ausschließlich auf operative Felder des MfS.

Herzogenaurach, Bundesrepublik Deutschland

Auch in der Zentrale von adidas dürfte der Sportartikelhersteller mit Milliardenumsatz keine Kenntnis von den Problemen im DDR-Grenzort Neuhaus erlangt haben. Hier, im mittelfränkischen Herzogenaurach, wurde sportpolitisch in einer ganz anderen Liga gespielt. Es interessierte insbesondere, wie die Machthaber in Ostberlin strategisch vorgingen. Eine eigens eingerichtete sportpolitische Gruppe unter Leitung von adidas-Chef Horst Dassler (1936-1987) nahm sich derartiger internationaler Fragen an. Wo immer ein hochrangiger sportpolitischer Posten zu besetzen war oder Entscheidungen zum Austragungsort der nächsten Olympiade anstanden, zog Dassler im Hintergrund mit an den Fäden und entwickelte seine Familienfirma gleichzeitig zum weltgrößten Sportartikelhersteller.

Die DDR war schon in der Ära Ulbricht Abnehmerin von adidas-Produkten. Der Inoffizielle Mitarbeiter mit vertraulichen Beziehungen zur bearbeitenden Person (IMV) "Technik", Dopingarzt Dr. Höppner, berichtete bereits 1970, dass der Vizepräsident des DTSB, Franz Rydz (1927-1989), wiederholt in Westdeutschland war, um Schuhe für DDR-Spitzensportler einzukaufen. Dabei sah die Geschäftsleitung von adidas im Verhandlungspartner Rydz "einen ausgekochten Ökonomen, mit welchem ziemlich schwierig zu verhandeln sei". Die Beziehungen reduzierten sich nicht nur auf Schuhe und Trikotagen, sondern umfassten durchaus auch Spezialausstattung. Mit einem neuentwickelten Hochsprungstab von adidas, jedes Exemplar wurde individuell auf die Maße des Athleten angepasst, ersprang die DDR 1972 Olympiabronze. IMV "Technik" nahm den Hightech-Stab nach eigenem Bekunden "bei Nacht und Nebel von einem adidas-Vertreter" in Mexiko in Empfang. Aus Sicht der DDR durfte die internationale Öffentlichkeit nichts erfahren, was Image und Selbstbild des sozialistischen Sport- und Industriestaats DDR hätte beschädigen können. Die westliche Sporthilfe wurde entsprechend konspirativ abgewickelt. Ob sich das Geschäft für adidas wirtschaftlich lohnte, ist unbekannt. Es schuf auf jeden Fall Abhängigkeiten, die Horst Dassler systematisch pflegte.

In der UdSSR zeigten die Genossen unterdessen weit weniger Schamgefühl. Das MfS erfuhr über Dr. Höppner während des Europacups der Leichtathleten am 16. und 17. September 1967 in Kiew (UDSSR) von einem sowjetischen Arzt, der für den sowjetischen Verband einen größeren Einkauf von Sportschuhen mit den vor Ort anwesenden adidas-Vertretern ausgehandelt hatte. Anschließend war er für eine Woche Gast des Konzerns in der Bundesrepublik. Den Zusammenhang zwischen Geschäft und der so wörtlich "Gratifikation" räumte er freimütig ein. Sein Besuch in der Bundesrepublik dürfte aus Sicht der Hausherren von adidas nicht nur von geschäftlichem Interesse gewesen sein. Die Mitglieder der Familie Dassler waren russischer Geschichte und Sprache sehr zugetan. Horst Dassler lernte sogar selbst Russisch. Insgesamt sei die Beziehung von Horst Dassler zu den Sowjetfunktionären ziemlich kostspielig gewesen, wie Dassler-Biografin Barbara Smit berichtet. Für die Partei- und Staatsführung in Ostberlin dürften die schwunghaften Handelbeziehungen der Freunde zu adidas in ideologischer Hinsicht nicht unbedingt hilfreich gewesen sein. Den sowjetischen Sportminister Sergej Pawlow (1929-1993), der 1980 die Olympiamannschaft seines Landes vom westdeutschen Sportartikelhersteller ausstatten ließ, nannte Manfred Ewald abschätzig "Mr. Adidas".

Horst Dassler spann ein globales Netzwerk der Kommerzialisierung des Sports. Das MfS erkannte: "Dassler selbst verfügt über ungeheure Mittel und Einfluss. Alle seine Aktionen dienen der Sicherung des Profits – nur deshalb hält er die Verbindung zu den Sozialisten, weil diese im Augenblick die spektakulärsten Leistungen haben." Das MfS sah seine Aufgabe allerdings nicht darin, in den weit verzweigten Betrieb einzudringen. Es würde ausreichen, Informationen vom adidas-Führungspersonal abzuschöpfen. IMS "Hans" drang bis in die Firmenspitze vor und berichtete aus Herzogenaurach über Mitarbeiter und über geschäftspolitische Strategien. "Hans" mahnte beim MfS an, man müsse in die ISL-Gruppierung eindringen, "um rechtzeitig und noch besser vorbereitet zu sein auf die Aktivitäten, die der Gegner in der Form von Dassler und IFL [sic!] gegen die sozialistischen Länder unternehmen". Spitzenquelle für MfS-Oberstleutnant Gerhard Radeke (Hauptabteilung XX/3) war IM "Möwe", der im offiziellen DDR-Auftrag regelmäßig mit Horst Dassler zusammentraf. Radeke hatte sich 1971 an der MfS-Hochschule mit der Abschlussarbeit "Zu einigen Erscheinungen der feindlichen Kontaktpolitik der westlichen Sportführung gegen die sozialistische Sportbewegung der DDR – insbesondere den Leistungssport – und ihre politisch-operative Bekämpfung" für diese Aufgabe in besonderer Weise qualifiziert. Nun bekämpfte er adidas. Sein IMB "Möwe", ein Inoffizieller Mitarbeiter der Abwehr mit Feindverbindung beziehungsweise zur unmittelbaren Bearbeitung im Verdacht der Feindtätigkeit stehender Personen, sollte unter anderem Beweise finden, die die Machenschaften von adidas in anderen internationalen Sportföderationen belegen konnten. Zur Aufklärung der Firma sollte es aus Sicht von IMB "Möwe" ausreichen, vier besonders wichtige Hauptpersonen der sportpolitischen Gruppe bei adidas abzuschöpfen, darunter den Präsidenten der Internationalen Boxföderation AIBA, Prof. Anwar Chowdhry (1923-2010). Am Ende profitierte "Möwe" selbst von den Machenschaften, die er eigentlich aufklären sollte. Königsmacher Horst Dassler korrumpierte die AIBA-Wahl 1986 auf einem Kongress in Bangkok dahingehend, dass IM "Möwe", alias Karl-Heinz Wehr, deren Generalsekretär wurde. Einen solchen Karrieresprung hatte der ehrgeizige Wehr wohl stets im Blick gehabt, der seinen Führungsoffizier jahrelang mit ausgefeilten Berichten belieferte. Seine Akte umfasste schließlich zwölf Bände. Über sich selbst berichtete er vorsichtshalber in der dritten Person. "Möwe" über Wehr: "Meine vorsichtigen Schätzungen ergeben, daß alles in allem, von adidas u.a. ca. 200 000 DM aufgewandt wurden, um den Kongreß zu gewinnen. In Zusammenarbeit mit den Organisatoren hatte Wehr die Durchführung des Kongresses militärisch organisiert." Horst Dassler, der an Geld oder opulentem Auftreten kein vordergründiges Interesse zeigte und eher den Ausbau seiner sportpolitischen Machtposition pflegte, dürfte bestenfalls die potenziellen Geschäftsbeziehungen seiner Firma in die DDR gesehen haben, die durch eine Ernennung des ostdeutschen Karl-Heinz Wehr deutlich gestärkt würden.

Der Weg des DDR-Sportfunktionärs in die Position des AIBA-Generalsekretärs dauerte fast ein Jahrzehnt. Ewald hatte bereits 1977 intern gefordert, den Niederländer Hans Hoffman als Präsidenten der Europäischen Boxsportföderation (EABA) abzuwählen und durch Wehr zu ersetzen. Letzteres gelang zwar auf europäischer Ebene nicht, schließlich aber im Weltverband des Boxsports (AIBA). So wurde adidas zum unmittelbaren Steigbügelhalter für die Durchsetzung zentraler sportpolitischer Interessen der SED. Die Sportdisziplin Boxen war für die SED wegen der sicheren Medaillenaussichten bei Olympiaden von herausragender Bedeutung. Horst Dassler und seine sportpolitische Abteilung dürften dies in ihre Strategie einbezogen haben.

Horst Dassler war sich durchaus darüber im Klaren, dass seine sportpolitischen Aktivitäten insbesondere im Ostblock großes Interesse bei den Geheimdiensten erregen mussten. Immerhin bestärkten Wanzenfunde in Herzogenaurach diese Vermutungen. Dassler führte einen Wanzendetektor mit sich und forderte seine leitenden Mitarbeiter dazu auf, bei Reisen irreführende Dokumente mit sich zu führen. Durch wohlkalkulierte Aussagen am Telefon oder hektische Autofahrten kreuz und quer durch Moskau suchte er selbst Verwirrung unter potenziellen Geheimdienstlern zu stiften. Während der Olympiade in Moskau belauschten die Sowjets Horst Dassler, als er sich über Christian Jannette äußerte. Jannette, vormals Protokollchef der Münchner Olympiade, war seit 1973 Dasslers Assistent, der gegenüber der DDR-Passkontrolle als Beruf "Directeur des Relations extérieures Adidas" angab, übersetzt "Direktor für Außenbeziehungen". Jannette war nach Aussage von Barbara Smit "einer der gewieftesten Lobbyisten", den Dassler für sich gewann. Von der UdSSR war er immerhin mit einer uneingeschränkten Reisegenehmigung für das ganze Land ausgestattet und Frankreich hatte ihn als Olympic attaché der Delegation für die Spiele in Moskau 1980 ernannt. Dassler äußerte nun in Moskau beiläufig, ihm sei "nicht bekannt, für welche Geheimdienste der JANNETTE, Christian, Jean alles arbeitet", wie die sowjetischen Freunde umgehend der DDR-Staatssicherheit mitteilten. Der gewitzte Franke hatte die Geheimdienste erfolgreich vorgeführt.

Im Interner Link: zweiten Teil seines Beitrags beschreibt Peter Boeger, wie nach der Tagung des Olympischen Kongresses in Baden-Baden 1981 die DDR-Führung sich schrittweise - auch unter dem Eindruck der Ereignisse in befreundeten Staaten – dem Sportartikelhersteller öffnete.

Zitierweise: Peter Boeger, Kampf gegen "Professionalisierung und Kommerzialisierung" im Sport. Wie die DDR dennoch zu einem adidas-Land wurde (Teil I), in: Deutschland Archiv, 31.7.2015, Link: http://www.bpb.de/210155

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vorlage für das Politbüro des ZK der SED, 21.11.1980, Bundesarchiv (BA), Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen (SAPMO), DY 30/ IV 2/2.036/24 [Büro Paul Verner], Bl. 170-207, hier 188.

  2. Vgl. Hans Leske, Erich Mielke, die Stasi und das runde Leder. Der Einfluß der SED und des Ministeriums für Staatssicherheit auf den Fußballsport in der DDR, Göttingen 2004, S. 231-232.

  3. Vgl. Günther Wonneberger, Geschichte des DDR-Sports, Berlin 2002, S. 296.

  4. Vgl. Artikel über Hermann Sack im Hagenower Kreisblatt: 7.11.1991 (Geburtstag); 6.11.2001 (Dem Sport verbunden); 24.4.2011 (Zum Tod); 24.2.2014 (Ehrung).

  5. Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen (BStU), Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Bezirksverwaltung (BV) Schwerin, Kreisdienststelle (KD) Hagenow, ZMA 3083-1.

  6. Turnverein von 1860 Neuhaus (Hg.), Festschrift zum 150. Jahrestag der Gründung des Turnvereins von 1860 Neuhaus/Elbe e.V. (Redaktion Petra Dittmer), Neuhaus 2010, S.155.

  7. Ausschluss des Sportfreundes Herrmann Sack aus dem DTSB der DDR (BSG "Traktor" Neuhaus an den DTSB Hagenow), 27.1.1979, BStU, MfS, HA XX 651, Bl. 13-14.

  8. Herman Sack jun. merkt hierzu an: "Soweit mir bekannt ist, haben die Sportler die Anzüge nicht zurückgeben müssen, nur das Tragen bei offiziellen Sportveranstaltungen etc. wurde untersagt." Email an Peter Boeger am 15.4.2015.

  9. Informationsbericht über Vorkommnisse in der BSG "Traktor" Neuhaus (vom DTSB Kreisvorstand Hagenow), 26.1.1979, BStU, MfS, HA XX 651, Bl. 17-23, hier 20.

  10. Vermerk (Hauptabteilung XX), 18.11.1981, BStU, MfS, ZAIG 26293, Bl. 53-63, hier 62.

  11. Vgl. Gunter Holzweißig, Diplomatie im Trainingsanzug, Schriften des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. Bonn, München, Wien 1981, S. 118f.

  12. Auszug aus Informationsbericht EM [Europameisterschaft] der LA [Leichtathleten] 1966 – Budapest (Quelle: GI "Technik"), o. D., BStU, MfS Teilablage A 637/79, T. II/1, Bl. 35-36.

  13. A Hetz, in: Der Spiegel, 14.2.1972, S. 86f.

  14. Vgl. BStU, MfS, HA XX 14749, Bl. 86f.

  15. Vgl. OV „Puma“, BStU, MfS, Gera X 586/86.

  16. Vgl. BStU, MfS, AOP 16415/89, Bd. 4.

  17. Plan für die Zusammenarbeit zwischen Hauptabteilung XX des MfS der DDR und der V. Verwaltung des Komitees für Staatssicherheit der UdSSR für den Zeitraum 1986-1990, o. D. (1986), BStU, MfS Abt. X 1834, Bl. 1-15 (deutscher Textteil), hier Bl. 1.

  18. Ebd., Bl. 13.

  19. Die adidas-Firmentochter ISL (International Sport and Leisure AG) ist jüngst wieder in die Schlagzeilen geraten, obwohl sie bereits im Jahr 2001 implodierte. Die Marketingagentur ISL war zuletzt die "Schmiergeld-Agentur" der FIFA. Sie bezahlte gewaltige "Provisionen" an Fifa-Exekutivkomitee-Mitglieder und erhielt dafür die Vermarktungs-Rechte der Fußball-Weltmeisterschaften. Eine Strafuntersuchung in der Schweiz deckte auf, dass die ISL dafür rund 138 Millionen Franken bezahlte. Vgl. Johannes Aumüller, Thomas Kistner: Begrenzung der Restlaufzeit. EU-Parlament fordert sofortigen Rücktritt Blatters, in: Süddeutsche Zeitung (Ressort Sport), 11.6.2015, S. 33. Gerhard Hegmann, Was Adidas und Sepp Blatter über Jahrzehnte verband, in: Die Welt, 3.6.2015, Externer Link: http://www.welt.de/wirtschaft/article141884905/Was-Adidas-und-Sepp-Blatter-ueber-Jahrzehnte-verband.html, letzter Zugriff am 11.6.2015.

  20. Vgl. BStU (Hg.), MfS und Leistungssport. Ein Recherchebericht (Reihe A, Nr. 1/94, Dokumente), Berlin 1994.

  21. Treffbericht (IMS "Technik"), 23.3.1970, BStU, MfS, Teilablage A 637/79, T. II/1, Bl. 118-122, hier 120.

  22. Bericht des IMV "Technik" (Einzelblatt aus dem Bericht ohne weiteren Vorgang, handschriftlich vermerkt: 3.3.77), BStU, MfS, HA XX 651, Bl. 10.

  23. Vgl. Treffbericht (IMV "Technik"), 20.3.1972, BStU, MfS, Teilablage A 637/79, T. II/1, Bl. 257-262, hier 260 und 262.

  24. Vgl. Treffbericht (GI "Technik"), 29.1.1968, BStU, MfS, Teilablage A 637/79, T. II/1, Bl. 68-70, hier 69.

  25. Vgl. Barbara Smit, Die Dasslers. Drei Streifen gegen Puma, Bergisch Gladbach 2007, S. 137.

  26. Hans Modrow, In historischer Mission. Als deutscher Politiker unterwegs, Berlin 2007, S. 47.

  27. Abschrift IM-Bericht. Ergänzungen zum Bericht Chowdhry, 19.6.1985, BStU, MfS, HA I, AIM 15825/89, Bd. 8, Bl. 142-144, hier Bl. 142.

  28. Gemeint ist die ISL. Wahrscheinlich handelt es sich um einen phonetischen Übermittlungsfehler. Anlage zum Treffbericht IMS "Hans" am 1.4.1986, 3.4.1986, BStU, MfS, HA 15260, Bl. 14-18, hier 17.

  29. Vgl. Günter Förster, Bibliographie der Diplomarbeiten und Abschlussarbeiten an der Hochschule des MfS (Hg. BStU, Reihe A: Dokumente Nr. 1/1998), Berlin 1998, S. 368.

  30. Tonbandabschrift des Berichtes IMB "Möwe", 5.3.1987, BStU, MfS, HA I, 15825/89, Bd. 9, Bl. 204-205, hier 205.

  31. Vgl. Schatztruhe geöffnet, in: Der Spiegel, 15.7.1996, S. 140f.

  32. Betr. Zusammenfassender Bericht AIBA-Wahlen 1986, 21.1.1987 (IM "Möwe"), BStU, MfS, HA I, 15825/89, Bd. 9 Bl. 177-188, hier 184.

  33. Vgl. Treffbericht (IMV "Möwe"), 9.6.1977, BStU, MfS, HA XX 14066, Bl. 2-5, hier 5.

  34. Vgl. Barbara Smit, Die Dasslers (Anm. 25), S. 179.

  35. Barbara Smit, Die Dasslers (Anm. 25), S. 137. Vgl. auch Andrew Jennings, Even More Foul! The Story Of FIFA Corruption, 2014, S 16f.

  36. Angaben d.[er] Freunde zur Vervollständigung u.[nd] zum Verbleib, o. D. (1980), BStU, MfS, HA XX 14749, Bl. 213-214.

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Dr. M.A.; Geb. 1956; Leiter der Forschungsgruppe Regionalgeschichte beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen; Vorsitzender der Aufarbeitungsinitiative Checkpoint Bravo e.V. (Grenzmuseum) im Land Brandenburg.