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Zum Gedenken an Helmut Schmidt (1918–2015)

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass „DDR-Übersiedler in Afrika hochwillkommen” Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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Zum Gedenken an Helmut Schmidt (1918–2015)

Meik Woyke

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Im November 2015 verstarb im hohen Alter Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt. Auch nach dem Rückzug aus der aktiven Politik war er ein gefragter Mann, der das Weltgeschehen bis zuletzt kritisch analysierte – sei es als Autor zahlreicher Bücher, eloquenter Gesprächspartner oder als brillanter Redner. Am 23. Dezember 2015 wäre Schmidt 97 Jahre alt geworden.

Helmut Schmidt bei einer Veranstaltung in Berlin im Oktober 2008 (© picture-alliance/ ZB)

Helmut Schmidt gehört zu den bedeutendsten Staatsmännern des 20. Jahrhunderts. Als Sozialdemokrat und fünfter deutscher Bundeskanzler hat er seine Partei geprägt und die internationale Anerkennung der Bundesrepublik in schwierigen Zeiten befördert. Den globalen Währungsturbulenzen und den Ölpreiskrisen der 1970er Jahre begegnete er als Bundesminister und Kanzler mit nüchterner Souveränität. Auch in der Auseinandersetzung um den im "Deutschen Herbst" eskalierenden Terrorismus der Roten Armee Fraktion zeigte er eine konsequente politische Haltung und ließ sich von einer philosophisch begründeten Verantwortungsethik leiten. Politik bedeutete für ihn pragmatisches Handeln zu sittlichen Zwecken, wie er selbst einmal formulierte. Gleichzeitig begriff er die politische Auseinandersetzung in der parlamentarischen Debatte im Deutschen Bundestag als eine Art Kampfsport und betrieb sie über Jahrzehnte hinweg aus Passion.

Am 23. Dezember 1918 in Hamburg geboren, wuchs Schmidt in einem kleinbürgerlichen Elternhaus auf. Sein Vater, dem als Studienrat der soziale Aufstieg gelang, ließ ihn die reformpädagogisch ausgerichtete Lichtwarkschule besuchen. Über Politik wurde mit Schmidt zu Hause nicht gesprochen. Den Zweiten Weltkrieg durchlebte er als Wehrmachtsoffizier an der Front und im Reichsluftfahrtministerium, wo er – trotz frühzeitig vorhandener und wachsender Zweifel – dem verbrecherischen NS-Regime diente.

Nach 1945 studierte er Volkswirtschaftslehre und engagierte sich im Sozialistischen Deutschen Studentenbund, dessen Vorsitz er 1947/1948 führte. Sein Engagement verhalf ihm zu einem Stipendium bei der Friedrich-Ebert-Stiftung. Schmidts Eintreten für die SPD und die Grundwerte der Partei entsprang dem Bemühen, die Adenauer-Republik zu verändern und gesellschaftliche Reformen durchzusetzen. 1953 zog er zum ersten Mal in den Deutschen Bundestag ein, wo er sich in den folgenden beiden Legislaturperioden über die Fraktionsgrenzen hinweg einen hervorragenden Ruf als Experte für Verteidigungs- und Sicherheitspolitik erarbeitete. Zudem unterbreitete er als Neuling im Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion umfassende Reformvorschläge, um die Aktivität und Effizienz dieses Führungsgremiums zu verbessern und dessen Wahrnehmung in der wahlberechtigten Öffentlichkeit zu erhöhen. Diese Initiative entsprang Schmidts hohem politischem Analysevermögen, das sich mit seinem kräftigen Gestaltungswillen und seinem ausgeprägten Selbstbewusstsein paarte.

Während der Hamburger Flutkatastrophe 1962 machte er sich als für die Polizeibehörde verantwortlicher Senator bundesweit einen Namen als zupackender Krisenmanager, wodurch er sein Profil nochmals schärfte. In der Presse wurde er daraufhin bereits als zukünftiger Kanzlerkandidat der SPD gehandelt, nachdem Willy Brandt bei der Bundestagswahl im Vorjahr zwar einen Achtungserfolg errungen, diese aber nicht für sich hatte entscheiden können. Dadurch geriet Schmidt in einen Loyalitätskonflikt gegenüber seinem Parteivorsitzenden, da er durchaus Ambitionen hegte, selbst Bundeskanzler zu werden, zugleich aber Brandt, welcher sich als Regierender Bürgermeister von West-Berlin im Ost-West-Konflikt und speziell während des Mauerbaus im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit bewährt hatte, hohe Wertschätzung und Achtung entgegenbrachte.

Bald nach der Bildung der Großen Koalition (1966–1969) avancierte Schmidt als Nachfolger seines schwer erkrankten Mentors Fitz Erler zum Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion. Unter dem Eindruck der massiven Krise der Regierung Erhard, die ein Jahr nach der Bundestagswahl 1965 wegen fortdauernder Differenzen zwischen der CDU/CSU und der FDP zerbrach, war Schmidt bereits seit Längerem entschieden für die Errichtung eines solchen, erstmals auf Bundesebene geschlossenen Koalitionsbündnisses eingetreten. Die stabile Bundestagsmehrheit, die sich aus einer großen Koalition ergab, gedachte er für tief greifende Reformprojekte zu nutzen. Mit dieser Position konnte er einflussreiche Sozialdemokraten wie Herbert Wehner, Karl Schiller und Alex Möller als Unterstützer gewinnen, während der neue Außenminister Willy Brandt schon damals ein Bündnis mit der FDP vorzog. Der Stellenwert und die Kompetenzen des Bundestags konnten – nach dem Verständnis von Schmidt – während der Großen Koalition gar nicht hoch genug veranschlagt werden. Er begriff das höchste deutsche Parlament nicht allein als Legislative, sondern betonte ausdrücklich dessen kontrollierende Funktion gegenüber der Regierung. Mit Rainer Barzel, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU, verband Schmidt in diesen Jahren ein gut funktionierendes kooperatives Verhältnis, das auch darüber hinaus Bestand hatte.

Neben den anstehenden Sachfragen nahmen die politischen Debatten über die Wahlrechtsreform und die Notstandsgesetze im Bundestag einen breiten Raum ein. Schmidt, seit 1968 zusätzlich stellvertretender SPD-Vorsitzender, trat dafür ein, das in der Bundesrepublik geltende relative Verhältniswahlrecht möglichst durch ein Mehrheitswahlrecht nach britischem Vorbild zu ersetzen, um klare Abstimmungsverhältnisse im Bundestag auf Kosten der FDP zur Regel werden zu lassen. Ferner hätte eine Wahlrechtsänderung die besorgniserregende Erfolgsserie der rechtsextremen NPD ausgebremst. Wie Brandt indes seinem engen Partner und Rivalen brieflich darlegte, war ihm daran gelegen, die Freidemokraten zu schonen, zumal in Nordrhein-Westfalen eine sozial-liberale Koalition regierte. Auf keinen Fall wollte er sich die von ihm ins Auge gefasste Bündnisoption mit der FDP auf Bundesebene verbauen. Ähnlich umstritten war in der bundesrepublikanischen Gesellschaft die Diskussion um die angestrebte Grundgesetzänderung zur Verabschiedung einer Notstandsverfassung, welche zur Bildung einer außerparlamentarischen Opposition führte. Das Gesetzeswerk galt auch bei zahlreichen sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten und in den Reihen des Deutschen Gewerkschaftsbunds als außerordentliche Gefahr für die Demokratie. Mit Blick auf diese gegensätzlichen Positionen, die von der zeitlich parallel laufenden Debatte über die Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmung überlagert wurden, stand Schmidt als Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion vor der schwierigen Aufgabe, den Koalitionsfrieden nicht zu gefährden und gleichzeitig dem innerparteilichen und gewerkschaftlichen Widerstand genügend Rechnung zu tragen.

Schmidt gehörte dem ersten sozial-liberalen Regierungskabinett als Verteidigungsminister an, welches nach der Bundestagswahl 1969 von Brandt und Walter Scheel (FDP) gebildet wurde. Dabei war ihm die Reform der Bundeswehr getreu dem Leitbild des "Staatsbürgers in Uniform" ein besonderes Anliegen. Grundsätzlich hätte er gern den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion weitergeführt, gab diesen aber schließlich beim Regierungswechsel aus Parteiräson und aufgrund übergeordneter Erwägungen an Herbert Wehner ab, zumal er seit mehr als einem Jahrzehnt über breite Sachkenntnis auf dem Gebiet der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik verfügte sowie auf hochrangige Kontakte in NATO-Kreisen zurückgreifen konnte. Die Neue Ostpolitik, die Willy Brandt und Egon Bahr in den frühen 1960er-Jahren während ihrer gemeinsamen Zeit in Berlin konzipiert hatten und nun mit hohem Tempo in die Tat umsetzten, lag voll auf Schmidts politischer Linie, da auch ihm an spürbaren Erleichterungen für die west- und ostdeutsche Bevölkerung im Alltag des geteilten Deutschland gelegen war. Das umfangreiche innenpolitische Reformprogramm der Regierung Brandt/Scheel überforderte aus seiner Sicht hingegen auf Dauer den Bundeshaushalt, ohne dass er jedoch bereit gewesen wäre, den von ihm betriebenen kostenintensiven Umbau der Bundeswehr zu verlangsamen oder sogar hintanzustellen. Zu dieser Paradoxie gehörte Schmidts Credo, der zu Reformen entschlossene Brandt habe durch seine Regierungserklärung nach Übernahme des Kanzleramts unter dem Leitmotiv "Mehr Demokratie wagen" bei zahlreichen Bundesministern wie bei den Bürgerinnen und Bürgern allzu hohe Erwartungen geweckt.

Zudem attestierte Schmidt dem Bundeskanzler und SPD-Vorsitzenden mangelnde Führungsstärke – am Kabinettstisch wie in den Leitungsgremien der Partei. Die innerhalb der SPD während der 1970er Jahre tobenden Flügelkämpfe störten ihn sehr. Mit noch größerer Sorge verfolgte Schmidt die neomarxistischen Umtriebe und Stamokap-Parolen der Jungsozialisten. Diese seiner Ansicht nach häufig realitätsfernen Auseinandersetzungen mit ihrer Tendenz zu ideologischen Haarspaltereien waren ihm ein ungeheures Ärgernis und seiner Einschätzung nach dazu geeignet, die Autorität von Brandt als Parteivorsitzender zu untergraben. Ebenso kritisch beobachtete Schmidt auch dessen Versuche, die SPD gegenüber den Neuen Sozialen Bewegungen zu öffnen und auf diese Weise möglichst viele Strömungen des linken politischen Spektrums auf den Boden der Sozialdemokratie zu integrieren, wobei Brandt den demokratischen Sozialismus als verbindende Klammer verstand.

Nach dem Rücktritt von Karl Schiller amtierte Schmidt bis zur Bundestagswahl 1972 an dessen Stelle für vier Monate als Superminister mit dem Doppelressort Wirtschaft und Finanzen. Danach achtete er als Bundesfinanzminister mit weitreichenden Kompetenzen auf konsequente Haushaltsdisziplin. Darüber hinaus konnte er in der Weltwährungskrise internationale Anerkennung erwerben, wobei ihm sein guter Draht zu seinem US-Kollegen George Shultz dienlich war. Auch wenn Schmidt es nur selten direkt aussprach, fehlte es dem Bundeskanzler aus seiner Perspektive an ökonomischem Sachverstand. Weder habe er in der Ölpreiskrise 1973/1974 angemessen reagiert, noch sei er in der Lage gewesen, die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr bei Tarifverhandlungen von zu hohen Lohnforderungen abzuhalten.

Nach dem Rücktritt Brandts infolge der Guillaume-Affäre wurde Schmidt im Mai 1974 in das Amt des Bundeskanzlers gewählt. Als Reaktion auf die grassierende ökonomische Krise initiierte er zusammen mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing die seit 1975 jährlich tagenden Weltwirtschaftsgipfel der führenden Industriestaaten. Zudem trat er für die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Währungssystems ein. Angesichts des Wettrüstens der beiden Supermächte USA und Sowjetunion war Schmidt wesentlich am Zustandekommen des NATO-Doppelbeschlusses (1979) beteiligt, um die Aufrechterhaltung der militärischen Sicherheit mit einer Politik der Entspannung und Rüstungskontrolle im Ost-West-Gegensatz zu verbinden. Den Aufschwung der Ökologie- und Friedensbewegung verfolgte er skeptisch. Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundeskanzleramt aufgrund eines konstruktiven Misstrauensvotums im Jahr 1982 wechselte Schmidt beinahe nahtlos als Mitherausgeber zur Wochenzeitung "Die ZEIT". Überdies blieb er "außer Dienst" – so eine von hanseatischem Understatement getragene Selbstcharakterisierung – als langjähriger Spitzenpolitiker ein gefragter Mann, der als Elder Statesman das Weltgeschehen bis zuletzt kritisch analysierte – sei es als Autor zahlreicher Bücher, eloquenter Gesprächspartner oder als brillanter Redner.

Zitierweise: Meik Woyke, Zum Gedenken an Helmut Schmidt (1918–2015), in: Deutschland Archiv, 23.12.2015, Link: www.bpb.de/217820

Lektüreempfehlungen

  • Hartmut Soell: Helmut Schmidt 1918–1969. Vernunft und Leidenschaft, München 2003 (Bd. 1); Helmut Schmidt 1969 bis heute. Macht und Verantwortung, München 2008 (Bd. 2).

  • Gunter Hofmann: Helmut Schmidt. Soldat, Kanzler, Ikone, München 2015.

  • Willy Brandt und Helmut Schmidt: Partner und Rivalen. Der Briefwechsel (1958–1992), herausgegeben und eingeleitet von Meik Woyke, Bonn 2015 (Willy-Brandt-Dokumente, Bd. 3).

Dr. phil, Geb. 1972; Promotion an der Universität Hamburg, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (2005-2007), seit 2007 im Historischen Forschungszentrum/Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, dort seit 2009 Schriftleiter des Archivs für Sozialgeschichte und seit 2012 Leiter des Referats "Public History" im Archiv der sozialen Demokratie, Lehrbeauftragter an der Universität Köln.