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Zwangsarbeit im Fokus. Die Haftarbeit im Volkseigenen Betrieb (VEB) Pentacon Dresden, "Fertigungsstelle Cottbus" – eine Fallstudie

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? 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Zwangsarbeit im Fokus. Die Haftarbeit im Volkseigenen Betrieb (VEB) Pentacon Dresden, "Fertigungsstelle Cottbus" – eine Fallstudie

Steffen Alisch

/ 16 Minuten zu lesen

Der Kamerahersteller VEB Pentacon Dresden unterhielt zwischen 1964 und 1990 eine "Fertigungsstelle" auf dem Gelände der Strafvollzugsanstalt Cottbus. Die in ihrer Mehrheit aus politischen Gründen einsitzenden Gefangenen stanzten und entgrateten dort vor allem Gehäuseteile für die auch im Westen beliebten "Praktika"-Modelle. Unter welchen Bedingungen arbeiteten die Häftlinge? Wie rentabel war die Produktion? Konnten die Kameras tatsächlich nur aufgrund der besonders billigen Häftlingsarbeit im Westen zu konkurrenzfähigen Preisen verkauft werden?

Die frühere Pentacon-Halle in Cottbus (© Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus)

Die Haftarbeit gehörte zu den zentralen Säulen des DDR-Strafvollzugs. Einige Gefangene wurden für hausinterne Tätigkeiten eingesetzt. Die meisten waren aber unter häufig sehr schlechten, gefährlichen und gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen für Betriebe in der Region tätig. Diese richteten teilweise Außenstellen in den Haftanstalten ein – die sogenannten A-Betriebe. In den letzten Jahren sind mehrere Überblicksdarstellungen zur Haftarbeit erschienen, Spezialstudien zu einzelnen Betrieben oder Branchen bilden aber immer noch ein Desiderat der Forschung.

Die Etablierung der "A-Betriebe" im Strafvollzug

Die Arbeit in der Strafhaft sollte offiziell zuallererst der "Erziehung" dienen. Tatsächlich aber unterwarf das im SED-Staat für den Strafvollzug zuständige Innenministerium die Gefängnisproduktion seit den 1950er Jahren immer stärker ökonomischen Kriterien. Ab 1953 wurde die Haftarbeit DDR-weit in die Regie der „volkseigenen“ Industrie überführt, da nach Auffassung des Innenministeriums die "Weiterentwicklung" der Produktion unter den Bedingungen des Strafvollzugs nicht mehr möglich gewesen sei. In den Haftanstalten als Strafvollzugspersonal tätige Volkspolizisten hätten immer mehr die Rolle von Wirtschaftsfunktionären übernommen, ohne "produktionstechnisch" dafür genug geschult zu sein. Der A-Betrieb sei "sowohl politisch als auch wirtschaftlich die geeignetste Form der Gefangenenerziehung."

In der Strafvollzugsanstalt (StVA) Cottbus etablierte man zunächst den VEB Matratzen- und Polstermöbelfabrik (MAPO) als A-Betrieb. Bereits im vierten Quartal 1953 arbeitete die MAPO im Zweischichtsystem mit 136 Beschäftigten. Aufgrund der großen Überbelegung des Gefängnisses und der räumlichen Bedingungen war nach Ansicht der zuständigen Bezirksverwaltung der Deutschen Volkspolizei (BdVP) insgesamt in der StVA Cottbus kein 100-prozentiger Arbeitseinsatz möglich. In den Folgejahren kam es aus vielerlei Gründen bei der MAPO zu Produktionsausfällen und Planrückständen. Seit 1956 gab es deshalb immer wieder Überlegungen, den Polstermöbelproduzenten durch einen für den Strafvollzug geeigneteren A-Betrieb zu ersetzen.

Doch erst 1964/65 kam es zu größeren Veränderungen. 1964 nahm mit dem Kamerahersteller VEB Pentacon aus Dresden ein neuer A-Betrieb die Produktion in Cottbus auf. Ende September beschäftigte dieser 31 Strafgefangene. Innenminister Friedrich Dickel schlug dem Volkswirtschaftsrat in einem Schreiben vom 13. November 1964 vor, die Zahl der Cottbuser Pentacon-Beschäftigten auf 300 zu erhöhen. Im Januar 1965 übernahm Pentacon die ehemalige MAPO-Werkstatt.Im Sommer 1966 konnte die Umstellung der Produktion in der StVA Cottbus abgeschlossen werden, Pentacon war von nun an der wichtigste Arbeitgeber für die Cottbuser Häftlinge, was bis 1989/90 so blieb.

Ökonomische Rahmenbedingungen der Kameraproduktion

Die Dresdner Kameraindustrie konnte nach den Kriegsverlusten und den nachfolgenden Reparationen zunächst wieder an ihre internationale Spitzenstellung in den Vorkriegsjahren anknüpfen, verlor aber trotz einer Vielzahl innovativer Entwickler und anderer hervorragend ausgebildeter Fachkräfte insbesondere ab den 1970er Jahren immer mehr an Boden. Der langjährige Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des VEB Pentacon Gerhard Jehmlich hat diese Entwicklungen sehr deutlich beschrieben: Eine extrem hohe Fertigungstiefe, Zulieferschwierigkeiten, mangelnde Investitionen in Gebäude, Anlagen und Entwicklung – alles Dinge, die nicht die Betriebe, sondern die SED und die von ihr "angeleiteten" Planungsbehörden zu verantworten hatten – ließen den Rückstand auf die technologisch führenden Japaner immer größer werden. Zwar konnten 63 Prozent der zwischen 1964 und 1989 produzierten Kleinbild-Spiegelreflexkameras auf westlichen Märkten abgesetzt werden, allerdings sank die sogenannte Devisen-Ertragskennziffer zwischen 1953 und 1984 von 0,7 auf 0,17, das heißt für eine erwirtschaftete D-Mark mussten zuletzt etwa sieben Mark der DDR ausgegeben werden. Der Exportpreis wurde nicht von Pentacon selbst, sondern vom zuständigen Außenhandelsbetrieb nach Marktgesichtspunkten festgelegt, die Herstellungskosten spielten hierbei keine Rolle. Die Differenz zwischen dem niedrigeren Exportpreis und dem Betriebspreis wurde dem Betrieb als staatliche Exportstützung erstattet. Der Betrieb hatte zwar in den 1980er Jahren nur einen Anteil von circa 0,4 Prozent am gesamten NSW-Export der DDR, war aber dennoch wegen der kurzen Zahlungsziele für Kameras bedeutsam für die Devisenwirtschaft der DDR, ohne selbst davon zu profitieren.

1989/90 war der technologische Rückstand auf Ostasien so groß und die Kostenstruktur so ungünstig, dass sich die Treuhandanstalt gezwungen sah, schon am 2. Oktober 1990 die Einstellung der Kameraproduktion bei Pentacon zu veranlassen – laut der späteren Treuhandchefin Birgit Breuel "die erste Entscheidung der noch jungen Treuhand zur Schließung eines Betriebs."

Der VEB Pentacon im Cottbuser Gefängnis – "normale" Arbeitsbedingungen?

Tür zur Stanzerei in der früheren Pentacon-Halle in Cottbus (© Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus)

In seiner 2009 erschienenen Firmengeschichte ging Gerhard Jehmlich auch kurz auf die Arbeit in Cottbus ein. Der Betrieb sei 1964 angewiesen worden, dort eine "Fertigungsstelle für niedere Lohngruppen ohne Facharbeiterausbildung" einzurichten. Man habe keinerlei Einfluss auf die Zuweisung von Gefangenen gehabt. Die Arbeiten hätten "sowohl Stanzgänge (Ausschneiden und Biegen) mit präzisen Werkzeugen als auch das Entgraten von Kamera-Druckgussstellen" umfasst. Sie seien "zeitweilig parallel und anteilig" auch im Stammbetrieb oder in Heimarbeit durchgeführt worden und hätten auf der gleichen Technologie und Arbeitsvorbereitung beruht. In den 1980er Jahren seien bis zu 40 Stanzen in Cottbus im Einsatz gewesen.

Laut Jehmlich arbeiteten in der Außenstelle im Gefängnis bis zu 250 Häftlinge in zwei Schichten. Hinzu kamen "ca. zehn Fachkräfte des Betriebes für Arbeitsvorbereitung und Logistik sowie ebenfalls etwa zehn Mitarbeiter als direkte Fachbetreuer." Dennoch sei dem Betrieb durch Schäden an Werkzeugen, insbesondere durch den häufigen Wechsel der anzulernenden Arbeitskräfte, ein beträchtlicher Aufwand entstanden. "Auch kam es in seltenen Fällen zu bewussten Zerstörungen an Werkzeugen." Weitere Produktionsprobleme habe es infolge von Amnestien gegeben. Auf die ihm wahrscheinlich bekannten Klagen ehemaliger Gefangener über die Arbeitsbedingungen geht Jehmlich nicht explizit ein. Offensichtlich geht er aber nicht von relevanten Unterschieden zwischen der Fertigungsstelle Cottbus und Produktionsstätten mit ähnlichen Aufgaben im Stammbetrieb aus. Auch Kalkulation und Abrechnungen seien identisch abgelaufen. Allerdings hätte "die Auszahlung an die Inhaftierten […] außerhalb der Kompetenz und der Kenntnis des Betriebes" gelegen.

Uwe Bastian und Hildigund Neubert beschrieben in ihrer Studie zur Haftarbeit in der DDR die Arbeitsbedingungen in der Cottbuser Werkstatt des VEB Pentacon anhand der Auswertung von 35 Fragebögen, die sie selbst an ehemalige Häftlinge verschickt hatten. Die erste deutliche Differenz zu Jehmlich besteht in der Feststellung, dass alle Befragten ab 1972 von einem Dreischichtsystem berichteten. Diese Aussage wird auch von anderen Zeitzeugen bestätigt. Insbesondere Nachtschichten waren mit zusätzlichen Belastungen verbunden, da tagsüber ein ungestörter Schlaf im Gefängnis nur schwer möglich war.
Die ehemaligen Häftlinge beklagten unter anderem mangelnden Arbeitsschutz, veraltete Maschinen und unzulängliche Werkzeuge sowie Lärm. Hinzu kamen Stress durch Normdruck, schlechtes Licht und unzulängliche Belüftung. Verbrauchsmittel wie Handschuhe, Mund- und Gehörschutz seien fast völlig eingespart, das Werkzeug nur selten erneuert worden.
Acht der befragten Häftlinge erlitten einen Arbeitsunfall, vier von ihnen berichteten über mehrfache Verletzungen an Fingern und Händen, ein anderer verlor ein Fingerglied. Hinzu kamen drei Knochenbrüche. Die früheren Gefangenen brachten auch weitere Gesundheitsprobleme mit der Haftarbeit in Verbindung: hierzu gehörten beispielsweise Rückenbeschwerden oder – bedingt durch die starke Staubentwicklung in der Werkstatt – schwere Atemwegserkrankungen.

Der Widerspruch zwischen den Ausführungen Jehmlichs und den Erinnerungen vieler Häftlinge liegt auf der Hand. Sicherlich wollte der frühere Leiter der Pentacon-Forschung die Verhältnisse in der Fertigungsstelle Cottbus nicht in allzu schlechtem Licht erscheinen lassen. Andererseits waren wohl auch die Arbeitsbedingungen in Teilen des Pentacon-Stammbetriebs durchaus kritikwürdig.

Auch auf Seiten der Strafvollzugsbehörden blieben diese Umstände nicht unbeachtet. Weder die Tätigkeiten selbst noch die Arbeitsbedingungen entsprachen offiziellen Vorgaben. Die verantwortlichen Angehörigen der Volkspolizei (VP) kritisierten schon im Sommer 1966, dass sich die Arbeit bei Pentacon durch die laufenden Rationalisierungs- und Automatisierungsmaßnahmen immer weniger für den Strafvollzug eigne. Die Bedingungen für die Berufsqualifizierung der Masse der Strafgefangenen seien auch im neuen A-Betrieb wieder sehr ungünstig, die Produktion wirke vom Rhythmus her eintönig. Immerhin werde versucht, im ständigen Wechsel jeweils 20 Strafgefangene als Maschineneinrichter und Gütekontrolleure zu qualifizieren und die Allgemeinbildung der anderen Häftlinge durch Teilnahme an Volkshochschullehrgängen zu verbessern.

Der Umgang mit Arbeitsunfällen

Allerdings wurden keine Anstrengungen gemacht, die Situation zu ändern. Die Verwaltung Strafvollzug des Innenministeriums kritisierte 1976 die Zusammenarbeit mit den Cottbuser Arbeitseinsatzbetrieben bei der "Gewährleistung des Gesundheits- und Arbeitsschutzes" sowie bei der Einhaltung hygienischer Normen als mangelhaft. Beispielhaft genannt werden "die unhygienischen Zustände in den Sanitäranlagen und Waschgelegenheiten für die Strafgefangenen" sowie "die Nichteinhaltung der Arbeitsschutzbedingungen, wie Tragen von Gehörschutzmitteln und Brillen." Arbeitsunfälle können zumindest teilweise in den Aufzeichnungen des Strafvollzugs und des Betriebes nachgewiesen werden. Einige schwerere Unfälle werden in den verfügbaren Unterlagen der Verwaltung Strafvollzug des Innenministeriums erwähnt. So geriet laut einer Übersicht über besondere Vorkommnisse im Jahre 1981 ein Gefangener in Cottbus beim Stanzen von Teilen mit einer Hand in die Presse. Es sei eine Teilamputation erforderlich gewesen.

Die im Hauptstaatsarchiv Dresden überlieferten Unterlagen des durch die Treuhandanstalt abgewickelten VEB Pentacon sind unvollständig, legen aber nahe, dass Pentacon Arbeitsunfälle im Stammbetrieb und in der Fertigungsstelle Cottbus nicht unterschiedlich behandelte. So nahmen an der Untersuchung des Unfalls eines 22-jährigen Häftlings in der Stanzerei der Strafvollzugseinrichtung (StVE) Cottbus neben dem Betriebsleiter die beiden Abteilungsleiter Stanzerei beziehungsweise Inspektion für Arbeitsschutz, technische Sicherheit und Brandschutz sowie ein Vertreter der Arbeitsschutzinspektion Cottbus teil. Der Unfall ereignete sich am 18. November 1985 an einer Exzenterpresse. Im Unfalluntersuchungsbericht des VEB Pentacon heißt es:

"Der Beschäftigte war als Einrichter und Maschinenarbeiter eingesetzt. Er hatte den Auftrag, die Presse […] einzurichten und danach Schnittteile zu lochen. [...] Nach den Angaben des Unfallbetroffenen wollte er nach 150 Teilen das Werkzeug mit der Hand reinigen, dabei soll die Presse nachgeschlagen haben und er zertrümmerte sich den Mittelhandknochen der rechten Hand, der 3. und 4. Finger mussten amputiert werden. Die Untersuchungen ergaben, dass die Presse technisch in Ordnung war und ein Nachschlagen ausgeschlossen wird."

Stattdessen ging die Kommission davon aus, dass der Beschäftigte mit einer Hand den vom Arbeitsplatz aus erreichbaren Wahlschalter betätigte und sich mit der anderen Hand im Werkzeug festhielt, um das Gleichgewicht zu halten. Als Konsequenz aus dem Unfall wurde angeordnet, die Abstände der Schaltschränke von den Maschinen so zu verändern, dass Schalthandlungen vom Arbeitsplatz aus nicht mehr möglich seien; die Schaltschränke sollten ständig unter Verschluss gehalten werden. Gegen den zuständigen Leiter wurde wegen Verstoßes gegen Arbeitsschutzbestimmungen ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

In derselben Akte befinden sich weitere Berichte über Stanzunfälle in anderen Pentacon-Produktionsstätten, einmal war auch ein zur Arbeit bei Pentacon abgeordneter Volkspolizei-Angehöriger im Grundwehrdienst betroffen. Bei diesen Unfällen wurde aber, anders als im Fall des Strafgefangenen, immer der Name des Betroffenen genannt.

Laut einer von der Pentacon-Zentrale am 8. Januar 1990 erstellten Analyse des Jahres 1989 zum Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz gab es 1988 im Bereich F 9 (der „Fertigungsstätte Cottbus“) fünf gemeldete Arbeitsunfälle, 1989 nur noch drei. Aus den Unfällen resultierten 1988 46 und 1989 26 Arbeitsausfalltage. Die sogenannte „Ereignisquote“ (eine nicht genauer definierte Kennziffer) lag in Cottbus etwa in ähnlicher Höhe wie im Gesamtbetrieb.

Die Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS)

Das MfS – dessen für die StVE zuständigen Mitarbeiter in einem "konspirativen Objekt" im Gefängnis residierten, überwachte auch die Haftarbeit sehr intensiv. Hierzu nutzte man nicht zuletzt Inoffizielle Mitarbeiter unter den Gefangenen, dem Strafvollzugspersonal und den Angehörigen der Arbeitseinsatzbetriebe.Eine Vielzahl von Sicherheitsüberprüfungen des MfS sowohl von Volkspolizisten im Strafvollzug als auch von Beschäftigten von Pentacon und Sprela (dem zweiten größeren Betrieb auf dem Gelände der StVE, der unter anderem Schmierbuchsen aus Epoxydharz produzierte), zeugt von erheblichem Misstrauen der Stasi gegen das eingesetzte Personal. Neben allgemeinen menschlichen Schwächen (Redseligkeit, hohe Spieleinsätze) richtete sich die Aufmerksamkeit des MfS vor allem auf den "falschen" Umgang mit den Gefangenen ("Geschäftemacherei", Schwarzarbeit, sexuelle Kontakte, labile Dienstdurchführung). Wurden entsprechende Verfehlungen des Personals entdeckt, leitete das MfS "operativ bedeutsame Sachverhalte […] neutralisiert dem Leiter der StVE Cottbus zur Entscheidung" zu. "Auf Drängen des MfS" seien vom 1. Januar 1980 bis zum 29. Februar 1984 aus der StVE Cottbus 14 Angehörige des Strafvollzugs "wegen politischer, fachlicher oder moralischer Nichteignung bzw. disziplinarischen Gründen entlassen" worden. "Im gleichen Zeitraum wurde wegen Verbindungen ins NSW bzw. unerlaubten Verbindungen zu SG [Strafgefangenen] 7 Betriebsangehörigen die Zutrittsberechtigung zur StVE entzogen."

Im Arbeitsalltag hatten die Zivilbeschäftigten gewisse Spielräume im Umgang mit den Häftlingen, die sie nach Aussagen von Betroffenen durchaus unterschiedlich nutzten. In der Überlieferung der Auswertungs- und Kontrollgruppe des MfS findet sich zum Beispiel ein Bericht über einen Pentacon-Mitarbeiter, der einem Gefangenen und dessen Frau beim Einschmuggeln von Briefen, Informationen, Alkohol, Kaffee und Zigaretten half. Dafür erhielt er kleinere Geschenke und das Versprechen des Häftlings, nach der eigenen Ausreise in die Bundesrepublik dem Beschäftigen bei dessen Übersiedlung mittels "Schleusung" zu helfen. Dem Pentacon-Mitarbeiter wurde das Zutrittsrecht zur StVE entzogen, außerdem sollte ein Ordnungsstrafverfahren eingeleitet werden.

Den Häftlingen war schon während ihres Gefängnisaufenthalts bekannt, dass die Dresdner Fotoapparate mit gutem Erfolg auf westlichen Märkten verkauft wurden. Viele Gefangene glaubten und glauben, dass die Kameras nur aufgrund der Häftlingsarbeit zu günstigen Preisen angeboten werden konnten. Einige versuchten, in Exportgütern Kassiber in die Bundesrepublik zu schmuggeln, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen, andere wandten sich nach ihrem Freikauf durch die Bundesregierung selbst an westliche Medien.Die Presseabteilung der West-Berliner Firma Beroflex, die 1969 zum Vertrieb der Praktika-Kameras gegründet worden war, verbreitete 1976 die offensichtlich falsche Behauptung, es gäbe keine Häftlingsarbeit bei Pentacon – die Arbeitsbedingungen seien dort mindestens so gut wie im Westen. Als sich im Frühjahr 1988 ein ehemaliger Häftling brieflich an Beroflex wandte und unter Verweis auf die Häftlingsarbeit einen Importstopp für Praktika-Kameras forderte, reagierte man nicht auf das Schreiben – im Gegensatz zum MfS, das in diesem wie auch in allen anderen Fällen gegen die Urheber ermittelte.

Wie rentabel war die Cottbuser Produktion?

Innensicht der Pentacon-Halle heute (© Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus)

Die Häftlingsarbeit generell hatte zweifellos hohe Bedeutung für die DDR-Ökonomie. Ohne den Einsatz von Gefangenen, (Bau-)Soldaten und Bereitschaftspolizisten wären viele besonders schmutzige und zum Teil lebensgefährliche Arbeitsplätze in der maroden Volkswirtschaft vor allem in den 1980er Jahren kaum noch zu besetzen gewesen. Seit 1973 wies die Staatliche Plankommission den Betrieben (zum Teil auf Anforderung) je nach volkswirtschaftlichen Prioritäten Häftlinge zu.
Trotz der bedeutenden Exportzahlen des Kameraherstellers wurde Pentacon im Herbst 1976 nur in die volkswirtschaftlich weniger bedeutsame Kategorie II der Arbeitseinsatzbetriebe des Strafvollzugs (AEB) eingeordnet. Laut einem vom SED-Politbüro am 26. Oktober 1976 bestätigten Beschlussentwurf zum Arbeitseinsatz von Strafgefangenen in der Volkswirtschaft sollte der Innenminister die Belegung der StVE so steuern, dass bei rückläufiger Anzahl der Gefangenen (vor allem infolge von Amnestien) „die Einsatzgrößen für die Betriebe der Kategorie I zu Lasten der Kategorie II gesichert werden." Es gibt keine Hinweise darauf, dass Pentacon zu irgendeinem Zeitpunkt eine höhere Kategorie erreicht hätte. Dennoch wurden 1986 kurzfristig 100 Häftlinge aus anderen Gefängnissen in die Pentacon-Produktion verlegt, als es dort zu Planrückständen kam.

Welche Bedeutung hatte nun die "Fertigungsstätte Cottbus" für den Gesamtbetrieb VEB Pentacon? Unter anderem überlieferte Geschäftsberichte, Rechenschaftslegungen zeigen, dass die Gefängnisproduktion seitens der Dresdner Firmenzentrale grundsätzlich vor allem als Klotz am Bein angesehen wurde, der viele Probleme und immer wieder auch Zusatzkosten produzierte – gleichwohl war ein eigenverantworteter Rückzug vom Standort unter den Bedingungen der Planwirtschaft natürlich unmöglich. Die wichtigste Schwierigkeit, mit der die Verantwortlichen konfrontiert waren, bestand in den erheblichen Schwankungen des Arbeitskräfteangebots, insbesondere im Kontext von Amnestien. Hinzu kam häufig mangelnde Leistung der ungeübten und widerwilligen Gefangenen, die verständlicherweise oft bewusst langsam und ungenau arbeiteten oder die Arbeit sogar zu sabotieren versuchten, was natürlich mit hohen Strafen bedroht war.

Der Direktor des Kombinats VEB Pentacon sah im Dezember 1972 für das Folgejahr massive Probleme voraus:

"Auf der Grundlage der durchgeführten Amnestie wird die für 1973 vorhandene Arbeitskräftebilanz von 400 Arbeitskräften – davon 265 Produktionsgrundarbeiter – der StVA Cottbus nicht in vollem Umfang wirksam. Die dadurch auftretende Fehlkapazität beträgt für das Jahr 1973 ca. 250.000 Stunden. Eine exakte Aussage darüber ist nicht möglich, da diese abhängig ist von der Zuführung neu inhaftierter Strafgefangener in die StVA."

Der Kombinatsdirektor schlug vor, durch die "Territorialorgane" Dresden (360), Görlitz (30), Berlin (10) und Cottbus (40) Arbeitskräfte zu gewinnen. Außerdem sollten insbesondere im Bereich Vorfertigung durch andere Betriebe des Ministeriums Elektrotechnik beziehungsweise Elektronik-Kooperationsleistungen im Umfang von bis zu 250.000 Stunden erbracht werden. Interne Pentacon-Materialien vom Sommer 1973 zeigen die beträchtlichen finanziellen Auswirkungen der Amnestie: Aufgrund fehlender Produktionsgrundarbeiter und "Minderleistung" der vorhandenen Beschäftigten im Betriebsteil Cottbus sei eine kritische Situation in der Kostenentwicklung der Kameraproduktion eingetreten, im ersten Halbjahr wurden "die Kosten mit TM 1850 überschritten". Ganz ähnliche Probleme brachte die Amnestie 1987 mit sich.

Mitte 1989 beantragte Pentacon bei der Kombinatsleitung in Jena – der VEB Pentacon gehörte seit 1985 zum Kombinat VEB Carl Zeiss – die Finanzierung zusätzlicher Aufwendungen für den Westexport. Begründet wurde dies mit "erhöhten außerplanmäßigen Aufwendungen", da in Cottbus "durch ständigen Personalwechsel eine unterdurchschnittliche Leistungskurve sowie erhöhter Anfall von Ausschuss- und Nacharbeitskosten" zu verzeichnen seien.

Resümee

Die Pentacon GmbH Kamera- und Kinowerke, "Fertigungsstelle Cottbus", kündigten der Strafvollzugseinrichtung Cottbus am 13. September 1990 zum Jahresende den Nutzungsvertrag. Es gibt Hinweise, dass zumindest bis Ende 1990 noch Strafgefangene in der Halle tätig waren.

Während etwa in der Chemieindustrie und der Energiewirtschaft die Tätigkeit von Häftlingen wegen der flexiblen Einsatzmöglichkeiten – auch unter freien Arbeitern nicht zumutbaren Bedingungen – aus Sicht der Planungsbehörden unverzichtbar war und diese sowohl betriebs-, als auch volkswirtschaftlich einen positiven Saldo produzierte, war die Beschäftigung von Gefangenen bei Pentacon weder aus Sicht des Betriebs noch aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive wirklich sinnvoll. Freie Arbeiter mit größerer Erfahrung hätten bessere Arbeitsergebnisse bei geringeren Kosten erzielen können. Die Annahme, nur aufgrund der Häftlingsarbeit hätten die Kameras im Westen so billig angeboten werden können, erweist sich als gegenstandslos, da die Produkte zu nahezu jedem erzielbaren Preis verkauft wurden, um den "Devisenhunger" des SED-Staates befriedigen zu können; die tatsächlichen Betriebskosten spielten dabei keine Rolle. Gleichwohl wurden die Häftlinge einem enormen Druck unterworfen, die gefährliche monotone Arbeit im Dreischichtsystem unter Gefängnisbedingungen ohne wirkliche Erholungsmöglichkeiten ist als menschenunwürdig einzuschätzen, für viele Betroffenen resultieren daraus bis heute gesundheitliche Nachwirkungen.

Zwar zahlte der Betrieb (abzüglich gewisser Sozialleistungen) den Tariflohn für Hilfsarbeiter, die Gefangenen erhielten aber nur einen Bruchteil davon. Die Differenz wurde vom Innenministerium zur Reduzierung der Kosten des Strafvollzugs genutzt.Die Hauptverantwortung für die Zustände bei der Haftarbeit trug die SED, das Innenministerium und MfS waren wie generell im Strafvollzug für die operative Umsetzung der Richtlinien der Partei zuständig. Die Einflussmöglichkeiten des Betriebs auf die Situation der Gefangenen waren demgegenüber gering, Mängel beim Arbeitsschutz sind den Verantwortlichen bei Pentacon aber zuzurechnen. Von Protesten der Betriebsleitung etwa gegen den Arbeitszwang für politische Häftlinge ist nichts bekannt.

Zitierweise: Steffen Alisch, Zwangsarbeit im Fokus. Die Haftarbeit im Volkseigenen Betrieb (VEB) Pentacon Dresden, "Fertigungsstelle Cottbus" – eine Fallstudie, in: Deutschland Archiv, 16.6.2017, Link: www.bpb.de/249692

Fussnoten

Fußnoten

  1. Unter einem A-Betrieb verstand man einen autonomen Betriebsteil eines VEB auf dem Gefängnisgelände, in den B-Betrieben wurde für externe Auftraggeber gearbeitet, C-Einrichtungen erledigten hausinterne Arbeiten.

  2. Wichtig vor allem Christian Sachse, Das System der Zwangsarbeit in der SED-Diktatur, Leipzig 2014 und Tobias Wunschik, Knastware für den Klassenfeind. Häftlingsarbeit in der DDR, der Ost-West-Handel und die Staatssicherheit (1970–1989), Göttingen 2014.

  3. Verdienstvoller Vorreiter hier Justus Vesting, Zwangsarbeit im Chemiedreieck. Strafgefangene und Bausoldaten in der Industrie der DDR, Berlin 2012; gerade neu erschienen Susanne Kill, Christopher Kopper und Jan-Henrik Peters, Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR. Häftlingszwangsarbeit und Gefangenentransporte in der SED-Diktatur, Essen 2016.

  4. Schreiben der Hauptabteilung Strafvollzug des DDR-Innenministeriums an den Generalinspekteur der Volkspolizei, August Mayer, bezüglich einer Tagung im Haftkrankenhaus Klein-Meusdorf, 5.5.1954, Bundesarchiv (BArch), DO1/28498.

  5. Bericht der BDVP Cottbus, Abteilung SV, 1954, Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Rep. 871/17, Nr. 94.

  6. Ausführlich dazu Steffen Alisch, Strafvollzug im SED-Staat. Das Beispiel Cottbus, Frankfurt a. M. 2014, S. 192 ff.

  7. BArch, DO 1/3781.

  8. Bericht der Kontrollgruppe vom 19.3.1965, BLHA, Rep. 871/17.1/21.

  9. BDVP Cottbus, Abteilung Strafvollzug, Auskunftsbericht vom 12.7.1966 über die Lage und Entwicklungstendenzen des Organs SV des Bezirkes im 1.Halbjahr 1966, BLHA, Rep. 871/17.1/171.

  10. Gerhard Jehmlich, Der VEB Pentacon Dresden, Geschichte der Dresdner Kamera- und Kinoindustrie nach 1945, Dresden 2009, S. 193.

  11. Ebd., S.194. NSW steht für Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet.

  12. Birgit Breuel (Hg.), Treuhand intern, Frankfurt a. M./Berlin 1993, S. 112 f; Weitere Informationen zur Abwicklung und der Sicht der Betriebsangehörigen darauf in: Jehmlich, Pentacon (Anm. 10), S. 212 ff.

  13. Ebd., S. 113 f.

  14. Ebd.

  15. Uwe Bastian und Hildigund Neubert, Schamlos ausgebeutet. Das System der Haftzwangsarbeit politischer Gefangener des SED-Staates, Berlin 2003, S. 82.

  16. Vgl. z. B. Bernd Pieper, Roter Terror in Cottbus. Siebzehn Monate in Gefängnissen der DDR, Berlin 1997, S. 182.

  17. Bastian und Neubert, Schamlos ausgebeutet (Anm. 15), S. 82 ff.

  18. Bericht BDVP Cottbus vom 12.7.1966 (Anm. 9).

  19. Verwaltung Strafvollzug: Bericht vom 23.11.1976 über den Kontrollgruppeneinsatz der Verwaltung Strafvollzug in der StVE Cottbus vom 3.11. bis 12.11.1976, BLHA. Rep. 871/17.2./372.

  20. Verwaltung Strafvollzug: Übersicht über besondere Vorkommnisse 1981, BArch, DO1/3682.

  21. Hauptstaatsarchiv Dresden, Bestand VEB Pentacon Dresden, Signatur 11591/2072.

  22. Ab Anfang der 1970er Jahre sprach man offiziell nicht mehr von StVA, sondern von StVE.

  23. Unfalluntersuchungsbericht des VEB Pentacon vom 20.11.1985, Hauptstaatsarchiv Dresden (Anm. 21), Signatur 11591/1444-1144-1.

  24. Zu solchen Einsätzen von Soldaten und Bereitschaftspolizisten im Grundwehrdienst in der Volkswirtschaft vgl. Clemens Heitmann und Marcus Sonntag, Einsatz in der Produktion. Soldaten und Strafgefangene als Stützen der DDR-Staatswirtschaft, in: Deutschland Archiv 3 (2009), S. 451–458.

  25. Hauptstaatsarchiv Dresden (Anm. 21), Signatur 11591/1444-1142-6.

  26. Vergleiche ausführlich Alisch, Strafvollzug (Anm. 6), S. 116 ff.

  27. Die Informationsquelle durfte nicht erkennbar sein.

  28. Oberstleutnant Siegel: "Bericht über die Ergebnisse der durchgeführten Kontrolle in der StVE Cottbus zur Überprüfung des Standes und der Wirksamkeit der Durchsetzung der Befehle und Weisungen des Ministers für Staatsicherheit zur allseitigen Gewährleistung der staatlichen Sicherheit sowie Sicherheit und Ordnung", ca. März 1984, BStU, MfS, HA VII 2077.

  29. MfS-Bezirksverwaltung Cottbus: Bericht über "unstatthafte Verbindungen zwischen einem Angehörigen des Arbeitseinsatzbetriebes VEB ‚Pentacon’ Dresden und einem Strafgefangenen der StVE Cottbus vom 7.5.1985.“, BStU, MfS, AKG 4730, Dok Nr. 002270.

  30. Vgl. die Angaben zu Marktanteilen bei Jehmlich, Pentacon (Anm. 10), S. 183. Zu den Kenntnissen und Vermutungen der Häftlinge vgl. z. B. Pieper, Terror (Anm. 16), S. 172.

  31. Wunschik, Knastware (Anm. 2), S. 256.

  32. Mündliche Berichte von Häftlingen.

  33. Wunschik, Knastware (Anm. 2), S. 257.

  34. Schreiben Beroflex an die Jenoptik, Büro Düsseldorf vom 31.5.1988, BStU, HA XVIII, 8336.

  35. Vgl. Heitmann und Sonntag, Einsatz (Anm. 24), S. 451–458.

  36. Sachse, Zwangsarbeit (Anm. 2), S. 38 ff.

  37. Arbeitsprotokoll des SED-Politbüros vom 26.10.1976, SAPMO-BArch, DY 30, J IV 2/2A/2014.

  38. Heitmann und Sonntag, Einsatz (Anm. 24), S. 457.

  39. Vgl. dazu Zeitzeugenberichte von Häftlingen bei Tomas Kittan, Das Zuchthaus Cottbus. Die Geschichte des politischen Strafvollzugs, 3. Aufl., Cottbus 2012, S. 79.

  40. Problemkatalog 1973, Unterpunkt. Vorfertigungskapazität der Fertigungsstelle Cottbus (StVA) vom 7.12.1972, Hauptstaatsarchiv Dresden (Anm. 21), Signatur 11591/140.

  41. Rechenschaftslegung des Hauptbuchhalters vor dem Kombinatsdirektor vom 23.7.1973, ebd.

  42. Geschäftsbericht VEB Pentacon 1987, S. 48, ebd., Signatur 11591/1444-1652-1.

  43. U. a. von Betriebsdirektor Schönemann unterzeichnetes Schreiben des VEB Pentacon an Kombinatsdirektor Biermann vom 30.6.1989, ebd., Signatur 11591/1444-1351-5.

  44. Schreiben Geschäftsführer Dr. Schulzki, ebd., Signatur 11591/1444-1258-1.

  45. Ebd., Signatur 11591/1444-2060/2.

  46. Vesting, Zwangsarbeit (Anm. 3), S. 118 ff.

  47. Vgl. dazu z. B. Kornelia Beer und Gregor Weißflog, Weiterleben nach politischer Haft in der DDR. Gesundheitliche und soziale Folgen, Göttingen 2011.

  48. Vgl. dazu ausführlich Steffen Alisch, Der Mythos vom Goldesel Strafvollzug. Anmerkungen zur Rentabilität der Haftzwangsarbeit in der DDR und deren Entlohnung, in: ZdF (Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat) 33 (2013), S. 73–86.

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Dr. Steffen Alisch ist freier Publizist und Zeithistoriker in Berlin.