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Flughafen Tempelhof

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Flughafen Tempelhof Berlins „Tor zur Welt“ im Kalten Krieg

Stefanie Endlich Monica Geyler-von Bernus

/ 17 Minuten zu lesen

Was hat es mit dem „Mythos Tempelhof“ auf sich und wie hat er sich im Lauf der Zeit verändert? Heute betrachten Besucherinnen und Besucher die Vielschichtigkeit des Ortes als sein herausragendes Merkmal. Tatsächlich ist Tempelhof ein Ort der doppelten Erinnerung.

„Die Rosinenbomber kehren zurück“ – so textete Der Tagesspiegel am 20. November 2017. Sieben Jahrzehnte nach der Berliner Luftbrücke soll im Juni 2019 der „Big Lift“ der West-Alliierten noch einmal auf nostalgische Weise in Szene gesetzt werden. Mit Care-Paketen, Candy-Dropping und mit Schau-Flügen von mindestens vierzig jener DC-3- oder DC-4-Propellermaschinen, die die West-Alliierten für die Versorgung der Bevölkerung in ihren drei eingeschlossenen Berliner Sektoren einsetzten, soll diese historische Meisterleistung anschaulich gewürdigt werden. Der Mythos Luftbrücke, aufs Engste verbunden mit dem Flughafen Tempelhof, existiert auch heute noch. Er verblasst jedoch im Lauf der Zeit, wird von den Ereignissen der Friedlichen Revolution, der Deutschen Einheit und dem Ende des Kalten Krieges überlagert und ist gerade jüngeren oder zugewanderten Berlinerinnen und Berlinern oft nicht mehr gegenwärtig. Das geplante Reenactment des „Big Lift“ soll dazu beitragen, das Ereignis wieder im öffentlichen Gedächtnis zu verankern. Das Tempelhofer Flugfeld allerdings ist als Schauplatz für die Wiedersehens-Tour der „Rosinenbomber“ nicht mehr verfügbar. Im Jahr 2010 wurde es in einen Stadtpark umgewandelt und wird seitdem für vielfältige Freizeitaktivitäten genutzt.

Zur Vorgeschichte des jetzigen Flughafengebäudes

Auch wenn das Thema dieses Beitrags die Bedeutung des Flughafens für West-Berlin ist, soll die erstaunlich wenig bekannte Vorgeschichte kurz erwähnt werden. Gänzlich in Vergessenheit geraten scheint der Vorläufer, der in den Jahren 1924 bis 1929 auf dem Ostteil des Tempelhofer Feldes, in Verlängerung der Lilienthalstraße errichtete „Alte Hafen“. Die moderne, weltstädtische Anlage im Stil der Neuen Sachlichkeit entwickelte sich in kürzester Zeit zum „Luftkreuz Europas“ mit dem größten Passagieraufkommen aller europäischen Flughäfen. Von diesem hervorragenden Bau-Ensemble sind nur noch einige Bodenreste, Planungsunterlagen und eine Fülle interessanter Fotos vorhanden. Das jetzige, ab 1936 nach Plänen des Architekten Ernst Sagebiel errichtete „neue“ Flughafengebäude wiederum wird von einem Großteil der Berliner Bevölkerung bis heute nicht als nationalsozialistisches, von Hitler selbst für die zukünftige „Welthauptstadt“ bestimmtes Projekt wahrgenommen, sondern als genuin West-Berliner Bauwerk, dessen Geschichte erst mit dem Einzug der US-amerikanischen Alliierten und der Luftbrücke begonnen hat.

Tatsächlich weist die nach Hitlers Vorstellungen entworfene bauliche Anlage charakteristische Merkmale nationalsozialistischer Architektur auf. Die repräsentative Schauseite zum Stadtraum hin verbirgt das hochmoderne Skelett-Tragwerk aus Stahlbeton hinter ihrer wuchtigen Natursteinverkleidung und starren Fassadengestaltung. Die technisch fortschrittliche freitragende Kragkonstruktion über dem 380 Meter langen, gebogenen Flugsteig zum Flugfeld hin ist dagegen offen sichtbar. Der Flughafenneubau, zur Entstehungszeit das größte Einzelbauwerk der Welt, sollte den Herrschaftsanspruch des NS-Regimes zur Schau stellen und zugleich alle Anforderungen an einen modernen Verkehrsbau erfüllen. Während des Zweiten Weltkriegs kamen die Bauarbeiten zum Erliegen. Der Flugverkehr erfolgte bis zum Kriegsende über den alten Flughafen. Die gesamte Flughafen-Anlage wurde zum Fliegerhorst erklärt, also zum Militärflugplatz der Luftstreitkräfte. Im alten Flughafen waren Einheiten der Luftwaffe stationiert. Dort, wie auch im Neubau, wurde Rüstungsproduktion betrieben. Hierfür war am Nordrand des Flugfeldes, zwischen dem alten und dem neuen Gebäude, ein großes Zwangsarbeiterlager eingerichtet worden. In 30 Baracken mussten dort 1944 etwa 2400 Insassen auf engstem Raum leben. Weitere Barackengruppen befanden sich am Ostrand des Feldes. Die auf dem Tempelhofer Feld untergebrachten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter kamen vor allem aus Polen, aus der Tschechoslowakei und ab 1942 aus der Sowjetunion; unter ihnen waren viele Kriegsgefangene. Im Flugsteig und in den riesigen Hallen des Neubaus wurden Kriegsflugzeuge repariert, Funkabwehrgeräte montiert und das Sturzkampf-Flugzeug („Stuka“) JU 87 produziert.

Die Situation bei Kriegsende

Ende April 1945 erreichte die Rote Armee den Berliner Bezirk Tempelhof und nahm das Flughafengelände in Besitz. Soldaten brachten auf dem Dach des Empfangsgebäudes die Fahne der Sowjetunion an. Sie begannen mit der Sicherung und Instandsetzung des Gebäudes und nutzten das Areal für ihren Flugverkehr. Am 8. Mai landeten hier die Repräsentanten der West-Alliierten, Luftmarschall Tedder und General Lattre de Tassigny, begrüßt vom sowjetischen Oberkommandierenden Marschall Schukow, um im Offizierskasino Karlshorst, dem heutigen Deutsch-Russischen Museum, die Kapitulationsunterzeichnung der Spitze des deutschen Militärs formell entgegenzunehmen. Wenige Minuten nach ihnen landeten auch die deutschen Militärs in einem Flugzeug der US-Luftwaffe, das sie aus Flensburg abgeholt hatte.

Trotz zahlreicher Bombenangriffe war der Flughafenneubau weitgehend intakt geblieben. Der alte Flughafen hingegen wurde schwer beschädigt; auch die Baracken des Zwangsarbeiterlagers wurden fast vollständig zerstört. An der Neubau-Anlage waren kriegsbedingt viele Elemente der ursprünglichen Planung nicht mehr ausgeführt worden. Von der städtebaulichen Gesamtanlage wurde der Vorplatz mit den Rundbauten nur ansatzweise realisiert. Ungebaut blieb zudem die geplante Kaskaden-Architektur, die axial vom Vorplatz zum damals völkisch überhöhten Kreuzberg-Denkmal von Karl Friedrich Schinkel führen sollte. Unvollendet blieben auch die Treppentürme und die Dach-Tribünen, von denen aus mehr als 80.000 Zuschauerinnen und Zuschauer Schauübungen der Luftwaffe auf dem Flugfeld hätten sehen sollen.

Knapp zwei Monate nach Kriegsende bezogen US-amerikanische Truppen ihren Sektor in Berlin, zu dem auch der Bezirk Tempelhof gehörte. Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, übernahmen die US-Streitkräfte offiziell von den Sowjets ihren Sektor im Südwesten Berlins. Flughafen-Neubau und Flugfeld wurden zum streng kontrollierten Luftwaffenstützpunkt der US Army. Statt der Grasbahn, die für ihre schweren Maschinen nicht geeignet war, ließen die Amerikaner zunächst eine Start- und Landebahn aus Lochplatten anlegen.

Berlin-Blockade und Berliner Luftbrücke

Ein Transportflugzeug der US-Luftwaffe während der Berlin-Blockade im Landeanflug auf den Flughafen Tempelhof, 1948 (© picture-alliance/ dpa – Bildarchiv, Foto: DB US Air Force)

Nachdem sich die vier Siegermächte nicht auf eine gemeinsame Währung als Basis für den Wiederaufbau der Besatzungszonen einigen konnten, zerbrach die Anti-Hitler-Koalition. Der Ost-West-Konflikt spitzte sich zu. Als die West-Alliierten am 23. Juni 1948 begannen, in ihren Sektoren die D-Mark einzuführen, sperrten sowjetische Truppen in der Nacht zum 24. Juni die Land- und Wasserwege in die West-Sektoren Berlins. Die West-Alliierten reagierten darauf mit der Entscheidung, die Versorgung per Flugzeug zu organisieren. US-Militärgouverneur Lucius D. Clay startete die „Operation Vittles“ (Operation Verpflegung). Flugzeuge der britischen Alliierten beteiligten sich mit der „Operation Plain Fare“ (Operation Hausmannskost), Frankreich mit dem Ausbau des Flughafens Tegel, der innerhalb von drei Monaten die damals längste Start- und Landebahn Europas erhielt.

Zwischen dem 26. Juni 1948 und dem 6. Oktober 1949 transportieren Flugzeuge in 278.000 Einsätzen mehr als 2,3 Millionen Tonnen Fracht nach West-Berlin: Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs, Kohle, Maschinen, Ausrüstung, darunter auch für das Kraftwerk West. Alle zwei bis drei Minuten landete eine Maschine auf einem der drei Flughäfen. Auf dem Rückweg nahmen die Flugzeuge in West-Berlin hergestellte Produkte mit, Passagiere und auch Produktionsanlagen von Firmen, die ihren Standort verlagern wollten. Die Zuteilung der Lebensmittel und Güter pro Kopf war knapp bemessen. Mit Unterstützung von Verwandten, Freunden und Kollegen aus Ost-Berlin stockten die Berlinerinnen und Berliner – im Rahmen des „kleinen Grenzverkehrs“ – ihre Ration auf. Wer konnte, versorgte sich auf dem Schwarzmarkt. Die West-Berliner Bevölkerung stand mehrheitlich auf der Seite der Piloten. Blockade und Luftbrücke trugen wesentlich dazu bei, dass sie die westlichen Besatzungsmächte nun als Schutzmächte betrachteten.

Die Blockade West-Berlins war der erste Höhepunkt des Kalten Krieges. Die Sowjets beendeten sie nach schwierigen Verhandlungen offiziell am 12. Mai 1949. Die Luftbrücke lief noch bis in den Oktober mit bis zu 1000 Flügen pro Tag, um Vorräte anzulegen für den Fall weiterer Behinderungen im Berlin-Verkehr.

Dass die Luftbrücke auch unmittelbar mit dem Weiterleben von Juden nach dem Zweiten Weltkrieg in Verbindung stand, ist nicht Teil der Luftbrückenlegende und heute weitgehend unbekannt. 5536 jüdische Männer, Frauen und Kinder flogen im Juli 1948 mit den Transportmaschinen von Tempelhof nach Frankfurt am Main. Berlin war seit Kriegsende Zwischenstation für Zehntausende jüdischer Flüchtlinge aus osteuropäischen Staaten, vor allem aus Polen. Als Überlebende der Shoah hatten sie seit dem Spätsommer 1945 wegen unzumutbarer Lebensbedingungen und wegen erneuter antisemitischer Anfeindungen nun vor allem aus der polnischen Bevölkerung, besonders im Pogrom von Kielce am 4. Juli 1946, ihre Heimat verlassen und hofften nun, nach Palästina oder in andere Länder auszuwandern. In Berlin fanden sie Aufnahme zunächst in Durchgangslagern der jüdischen Gemeinde, dann in „Displaced Persons (DP)“-Camps der West-Alliierten. In der politisch unsicheren Situation der Blockade ordnete General D. Clay an, diejenigen, die nicht privat zurückbleiben wollten, aus West-Berlin auszufliegen und auf DP-Camps in der US-amerikanischen Besatzungszone in Süddeutschland zu verteilen.

Ein Mythos

Im Lauf der Jahre wurde die Luftbrücke zum Mythos. Sie galt als Beleg für die Zuverlässigkeit und Stärke der Schutzmacht USA, die auf den Durchhaltewillen der Bevölkerung angesichts kommunistischer Bedrohung bauen konnte, wie ihn Ernst Reuter am 9. September 1948 vor dem Reichstagsgebäude in seiner berühmten Rede beschworen hatte. Sie hatte den West-Berlinerinnen und -Berlinern die Gelegenheit gegeben, sich als „Vorposten der Freiheit“ zu verstehen, bereit, unerschrocken und unbeirrbar ihr Schicksal als Frontstadtbewohner zu meistern.

1951 errichtete der Senat von West-Berlin als Zeichen der deutsch-amerikanischen Freundschaft, auch zum Gedenken an die Todesopfer der Flugunfälle, auf dem Platz der Luftbrücke das Luftbrückendenkmal nach einem Entwurf des Architekten Eduard Ludwig. Die 20 Meter hohe Betonskulptur, deren drei gebogene Rippen die drei Luftkorridore zwischen Berlin und den westlichen Besatzungszonen symbolisieren, war nicht unerwartet das erste monumentale Kunstwerk im West-Berliner Stadtraum. Das früheste West-Berliner Denkmal für die Opfer des NS-Regimes hingegen, ein kleiner steinerner Quader am Steinplatz, wurde 1953 nicht vom Land Berlin errichtet, sondern vom Bund der Verfolgten des Naziregimes.

Fluchtpunkt Tempelhof

Das unter dem Ansturm der Flüchtlinge 1950 von der Bundesregierung verabschiedete „Notaufnahmegesetz“ trat 1952 auch in West-Berlin in Kraft. Danach konnten 80 Prozent der hierher Zugewanderten in die Bundesrepublik ausgeflogen werden, wo sie auf verschiedene Flüchtlingslager verteilt wurden. Der Luftweg war die einzige unkontrollierte Verbindung in die Bundesrepublik; ein Transfer durch das DDR-Gebiet kam nicht in Frage. Bis zum Bau der Mauer 1961 sind so monatlich viele tausend Menschen mit dem Flugzeug von Tempelhof in eine neue Lebensphase gestartet.

Für eine andere Gruppe von Flüchtlingen war Tempelhof nicht Startpunkt, sondern Ziel: Zwischen 1963 und 1983 wurden 13 Flugzeugentführungen aus Ostmitteleuropa dokumentiert. Zeitungen berichteten sogar über knapp zwanzig erfolgreiche Fluchten aus Rumänien, Polen und der damaligen Tschechoslowakei.

Kinderluftbrücke

Mit der sogenannten Kinderluftbrücke flogen in den Jahren 1953 bis 1957 etwa 10.000 Kinder aus bedürftigen Familien in die Bundesrepublik zur Erholung bei Gasteltern oder in Kinderheimen. Hintergrund war die schwierige Nachkriegssituation in West-Berlin mit Wohnungsnot, Unterernährung und dem unablässigen Zustrom von Flüchtlingen. Die Kinderluftbrücke war ein humanitäres Hilfsprojekt, das insbesondere Kindern aus Flüchtlingsfamilien eine unbeschwerte Zeit gewähren sollte, zugleich aber auch ein Mittel der politischen Werbung im Kalten Krieg. Pressebilder von Abschieds- und Empfangszeremonien mit führenden Politikern und alliierten Offizieren sollten im In- und Ausland auf die besondere Problematik der Inselstadt aufmerksam machen. Unter dem Motto Kinderluftbrücke zogen die Initiatoren eine Verbindungslinie zur Luftbrücke von 1948/49, während der die Alliierten auch etwa 15.000 Kinder zur Erholung ausgeflogen hatten.

Flughafen der US Air Force und Zivilflughafen

Während der Luftbrücke entstanden in wenigen Monaten eine asphaltierte Landebahn und eine Startbahn, die Anflugbefeuerung und die Flugsicherheitszentrale mit Radarsystemen für die weitreichende Strecken- und die Anflugkontrolle. Bis zum Abzug der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs war der Flughafen Tempelhof Stützpunkt der US-amerikanischen Luftstreitkräfte. Gebäude und Gelände waren in die amerikanische Militärbasis und den Zivilflughafen geteilt.

1950 übergab der amerikanische Hohe Kommissar einen zunächst kleinen Teil des Flughafens an den West-Berliner Senat. Deutsche Piloten waren nicht zugelassen. Die West-Alliierten führten die Flüge durch – mit ihren Fluggesellschaften Pan American Airways (PAA), British European Airways (BEA) und Air France. Bald rangierte der Zivilflughafen Tempelhof vor Frankfurt am Main, Hamburg und Düsseldorf auf Platz eins der deutschen Flughäfen. Ab 1959 durfte die Berliner Flughafen Gesellschaft (BFG) die große Abfertigungshalle nutzen, den Vorhof und die angrenzenden Gebäude. Die östlich davon gelegenen Flächen waren bis zum Abzug der Alliierten im Jahr 1994 dem US-amerikanischen Army Aviation Detachment Berlin vorbehalten. Dazu gehörten auch viele Einrichtungen für die Versorgung, Freizeit und Unterhaltung der Soldaten, zum Beispiel Post und Bank, Bücherei und Läden, Sportstätten und das Kino Columbia Theater. Der US-genutzte Flughafenbereich öffnete sich für die begeisterten Berlinerinnen und Berliner nur einmal im Jahr zum „Tag der offenen Tür“.

Die Flugsicherheitszentrale blieb unter der Aufsicht der amerikanischen Luftstreitkräfte. Neben der Abwicklung des Flugverkehrs hatte die amerikanische Luftwaffe auch luftpolizeiliche Aufgaben. Außerdem gehörte die elektronische Aufklärung zu ihrem Einsatzbereich ebenso wie die Funkaufklärung der Luftstreitkräfte der Sowjetunion und der Staaten des Warschauer Paktes.

Tor zur Welt

Modenschau auf dem Flugfeld anlässlich der Eröffnung der direkten Fluglinie Berlin-Düsseldorf, 1954 (© picture alliance – akg-images, Foto: Gert Schütz)

Für die West-Berliner Bevölkerung war Tempelhof das Symbol für die unbehinderte Verbindung mit der Bundesrepublik und zugleich ihr von den US-Amerikanern garantiertes „Tor zur Welt“, Schauplatz für Auftritte der einfliegenden Prominenz aus Film, Mode, Pop und Politik. Die Insellage der Halbstadt und der besonders mühevolle Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg ließen den Flughafen als Inbegriff großstädtischen Lebens erscheinen – mit repräsentativer Halle, modernem Design und internationaler Atmosphäre. Die Inszenierung des Einschwebens, das Öffnen der Flugzeugtür, das Hinabschreiten der Gangway, die Blitzlichtgewitter und die jubelnden Fans gaben der Nüchternheit des West-Berliner Alltags den oft vermissten weltstädtischen „Glamour“.

Im Brennpunkt des öffentlichen Interesses standen die prominenten Filmstars und Regisseure, die jährlich zur Berlinale anreisten, wie Gina Lollobrigida, Sophia Loren, Geraldine Chaplin, Gary Grant, Gregory Peck, Maurice Chevalier und Eddie Constantine. Auf den Fotos jener Jahre ist das Who’s who der westlichen Filmwelt bei der Ankunft in Tempelhof versammelt. Ähnliches gilt für die Prominenten aus der Modewelt. Die in Berlin traditionell verankerte, durch den Nationalsozialismus weitgehend zerstörte Mode- und Haute-Couture-Branche wurde in der Nachkriegszeit gezielt gefördert und fand auf den Gangways und in der Ankunftshalle große Auftritte. Auch Politiker, allerdings insgesamt weniger spektakulär, sowie die Größen des Showgeschäfts und des Rock und Pop prägen die Erinnerung an den Flughafen Tempelhof. Für Filme zum Kalten Krieg war der Flughafen ein spektakulärer Schauplatz. Mit Billy Wilders „Eine auswärtige Affäre“ (A Foreign Affair, 1948) und „Eins zwei drei“ (One, Two, Three, 1961) gingen Bilder von Tempelhof in alle Welt. Will Trempers Filmdrama „Die endlose Nacht“ (1963) wurde ausschließlich in der großen Abflughalle gedreht.

Die Entscheidung für Tegel

Die technische, touristische und vor allem die politische Entwicklung brachte Tempelhof aber an seine Grenzen. Bereits 1960 landete Air France mit der „Caravelle“ wegen der längeren Piste auf dem Flughafen Tegel. Die dreistrahlige Boeing 727 der PAA und die zweistrahlige BAC 1-11 der BEA flogen weiterhin Tempelhof an. Als sich Düsenmaschinen auch für Urlaubsflüge durchsetzten, zogen die Charterunternehmen um nach Tegel, wo 1974 der Hauptterminal einer neuen Flughafenanlage eröffnet wurde. 1962 hatte der West-Berliner Senat unter dem Eindruck des Mauerbaus den Ausbau des Feldflughafens zum „Düsenhafen“ beschlossen. Im selben Jahr hatte die Bundesregierung erstmals Berlin-Flüge mit rund 30 Millionen DM subventioniert. Von 1961 bis 1963 war die Zahl der Flugreisen von und nach Berlin um 50 Prozent gestiegen.

Das Transitabkommen zwischen dem Berliner Senat und der Regierung der DDR brachte ab 1972 ein Ende der schikanösen Kontrollen auf den Transitstrecken durch die DDR. Jetzt wurden die preiswerteren Auto- und Bahnfahrten wieder attraktiv. Die Fluggastzahlen brachen ein; statt der erwarteten sieben mussten nur etwa vier Millionen Reisende befördert werden. PAN AM und BEA zogen auch mit ihren Linienflügen nach Tegel um. Technische Neuerungen, Umweltbelastungen und die Abhängigkeit des Berlinverkehrs von der politischen Lage brachten 1975 erstmals das Aus für den Innenstadtflughafen. Die Möglichkeit eines Volksentscheids gab es für Berlin damals noch nicht. Die Presse diskutierte die damalige Entscheidung intensiv. Für Tegel sprachen demnach das gesunkene Passagieraufkommen (Der Spiegel) und die Lärmschutzmaßnahmen (Die Zeit) und die Bild-Zeitung konstatierte: „Tempelhof macht dicht: Bier in Strömen, Hammel am Spieß“. Der Zivilflughafen wurde geschlossen, die Legende aber weitergetragen.

Vom Zivilflughafen Tempelhof starteten weiterhin Lufttaxis und Shuttledienste, ab 1985 auch Linienflüge nach Paderborn, später dann nach Dortmund und zu weiteren Zielen. Mit der Deutschen Einheit wurde 1990 – erstmals nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – die Lufthoheit an die deutschen Behörden übergeben. Die Fluggastzahlen im Berlin-Verkehr stiegen erneut sprunghaft; die große Empfangshalle füllte sich wieder mit Leben. Im August 1993 zog nach 48 Jahren militärischer und geheimdienstlicher Präsenz die amerikanische Luftwaffe ab; 1994 löste die US-Armee auch die in Tempelhof stationierte Hubschrauber-Staffel auf. Der letzte Helikopter verließ den Flughafen in Richtung AlliiertenMuseum.

Neue Pläne für Tempelhof

Die kritischen Stimmen gegen den Flugbetrieb in der Innenstadt mehrten sich. Überlegungen zu einem neuen Luftverkehrskonzept mündeten 1996 in dem gemeinsamen Beschluss von Bund, Land Brandenburg und Land Berlin, Schönefeld zum Standort des einzigen internationalen Verkehrsflughafens der Region Berlin-Brandenburg zu entwickeln und die Flughäfen Tempelhof und Tegel endgültig zu schließen.

Ein Volksentscheid am 27. April 2008 über die Offenhaltung Tempelhofs, bei dem das notwendige Quorum von 25 Prozent nicht erreicht wurde, konnte die Entwidmung des Flughafens nicht verhindern. Beim Streit in den Medien über Schließung oder Offenhaltung hatte der mit der Nachkriegsbedeutung des Flughafens verbundene Mythos nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Beide Seiten brachten vor allem pragmatische Gründe vor. Die Befürworter des Volksbegehrens, darunter Konzerne und Industrie- und Handelskammer, beschworen einen drohenden wirtschaftlichen Standortnachteil durch die Schließung; der rot-rote Senat hingegen verwies auf die Gefährdung der Berliner Bevölkerung durch den innerstädtischen Flugbetrieb und vor allem auf den geplanten Großflughafen Berlin-Brandenburg.

Während des Verfahrens zum Volksentscheid 2008 hatte Infratest dimap im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg und der Berliner Morgenpost zwei repräsentative Befragungen durchgeführt, eine parallel zur Vorbereitung des Volksbegehrens, die zweite direkt vor dem Volksentscheid. Letztere ergab ein anderes Bild als die öffentliche Debatte. Zur Frage nach den Motiven derer, die die Offenhaltung befürworteten, kam das Institut zu folgendem Ergebnis: „Emotionale und historische Gründe bestimmen die Entscheidung zugunsten Tempelhofs vor allem im Westteil der Stadt (58 Prozent) sowie bei älteren Berlinern (61 Prozent)“, bei weiblichen Wahlberechtigten (mit 60 Prozent) deutlich stärker als bei männlichen (49 Prozent). Die Festveranstaltung zur Schließung am 30. Oktober 2008 war mit dem letzten Start eines DC 3-Rosinenbombers und eines Junkers-Oldtimers also durchaus richtig konzipiert. Befürworter wie Gegner standen sich noch einmal mit großen Emotionen gegenüber, gleichzeitig folgte die Berliner Verkehrspolitik anderen Prioritäten. Trotz der unendlich scheinenden Verzögerung bei der Fertigstellung des bereits 1996 beschlossenen und 2006 begonnenen Flughafenneubaus Berlin Brandenburg International ist eine Reaktivierung des Flughafens Tempelhof ausgeschlossen.

Doppelte Erinnerung

Kinder warten auf das Flugzeug der Luftbrücke, das an kleinen Fallschirmen befestigte Süßigkeiten abwarf, 1948 (© picture-alliance / akg-images)

Was hat es auf sich mit dem „Mythos Tempelhof“ und wie hat er sich im Lauf der Zeit verändert? Mythenbildend war in erster Linie die Berliner Luftbrücke, in der Tempelhof – nicht zuletzt durch ausgezeichnete PR-Strategien „der Amerikaner“, durch seine Innenstadtlage und Größe – als Hauptflughafen rezipiert und durch das Luftbrückendenkmal bestätigt wurde. Die Erinnerung an die Luftbrücke stand bis in die 1960er Jahre vor allem für den Kampf gegen die kommunistische „Macht der Finsternis“. Die West-Berliner, so das Narrativ, haben in unverbrüchlicher deutsch-amerikanischer Freundschaft „tapfer viele Krisen bestanden, die von Stalin und Ulbricht bedrohte Demokratie verteidigt und der gebeutelten Stadt selbst in aussichtsloser Lage die Treue gehalten“. Dass West-Berlin nach den Jahren des Nationalsozialismus wieder auf der „guten“ Seite stehen und so die Last der NS-Zeit vermeintlich hinter sich lassen konnte, wie es der Publizist Alfred Grosser beobachtete, trug wesentlich zum Selbstbewusstsein der Bewohnerinnen und Bewohner bei.

Der Flughafen Tempelhof verband zudem die sich nur langsam von den Kriegszerstörungen erholende Stadt mit den Westzonen und dem Rest der Welt. Er ermöglichte die Teilhabe der West-Berliner Bevölkerung am internationalen „Flair“ und stand für die Hoffnung der Stadt, wieder Metropole zu werden. Die Teilung Berlins, politische Unsicherheit, Insellage, wirtschaftliche Schwierigkeiten, Wegfall der Absatzmärkte im Umland, Verlagerung von Produktionen und Unternehmenssitzen in die Bundesrepublik, wachsende Abhängigkeit von Subventionen und schließlich der Mauerbau zeichneten das Bild einer eher schwachen Großstadt. Im Spannungsverhältnis zwischen Bedeutungsverlust und dem Bemühen, Glanz zu schaffen, diente der Flughafen als Transmissionsriemen und Projektionsfläche gleichermaßen.

Der Mythos West-Berlins als „Vorposten der Freiheit“, weitergetragen von vielen, die sich mit tiefen Gefühlen an den Mauerbau 1961 und an John F. Kennedys Auftritt vor dem Rathaus Schöneberg 1963 erinnern, blieb allerdings auf Dauer nicht unhinterfragt. Ab den 1960er Jahren wurde die in der Luftbrücke verkörperte Erfolgsgeschichte der deutsch-amerikanischen Freundschaft zunächst von den USA im Zuge ihrer „Politik inszenatorischer Détente“ zurückhaltender zelebriert. Später, als sich gerade in West-Berlin die Auseinandersetzungen der Studentenbewegung mit der Staatsmacht in Demonstrationen gegen den Schah-Besuch und den Vietnamkrieg gewaltsam zuspitzten, wurde auch der Mythos Tempelhof kritisch beleuchtet. Mit der Grenzöffnung und der Vereinigung der beiden Stadthälften drohte er, gänzlich zu verblassen. Für viele Ost-Berlinerinnen und -Berliner war das Thema fremd und blieb es auch auf Dauer, trotz regelmäßig gepflegter Veranstaltungen und Jahrestage auf dem Tempelhofer Feld.

Die im Rahmen der Entwicklung und Vermarktung des Areals propagierte „Tempelhofer Freiheit“ stieß auf vehemente Ablehnung und wurde stillschweigend zurückgenommen. Bürgergruppen hatten immer stärker auf die NS-Vergangenheit des Ortes aufmerksam gemacht und an die Massenkundgebungen Hitlers zum 1. Mai, an das KZ Columbia, an Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit erinnert. Der „Mythos Tempelhof“ hatte die Rolle des Flughafens in der NS-Zeit lange überdeckt. Die Amerikaner hatten mit der Übernahme des Areals, mit der Luftbrücken-Aktion und mit ihrer jahrzehntelangen Präsenz den historischen Ort gewissermaßen umcodiert und neu interpretiert. Nachdem der Flughafen seine Funktion endgültig verloren hat, kann diese Umcodierung rückgängig gemacht werden. Dies geschieht seit einigen Jahren. Insbesondere jüngere und auswärtige Besucherinnen und Besucher betrachten die Vielschichtigkeit des Ortes als sein herausragendes Merkmal. Im Fokus steht die Geschichte des Flughafens in den beiden Etappen, die die gegenwärtige Erinnerungskultur prägen: Nationalsozialismus sowie SED-Diktatur und Kalter Krieg. Tatsächlich ist Tempelhof ein Ort der doppelten Erinnerung. Wie seine Geschichte im Spannungsfeld von Repression und Freiheit vor Ort vermittelt werden kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

Stefanie Endlich und Monica Geyler-von Bernus, Flughafen Tempelhof – Berlins „Tor zur Welt“ im Kalten Krieg, in: Deutschland Archiv, 16.2.2018, Link: www.bpb.de/264109

Fussnoten

Fußnoten

  1. Gegen die Nachnutzungs- und Bebauungspläne des Berliner Senats wehrte sich eine Bürgerinitiative. In einem Volksentscheid für den Erhalt des Tempelhofer Feldes, für Schutz der Freiflächen und gegen eine Bebauung, sprachen sich im Mai 2014 fast 30 Prozent aller Stimmberechtigten aus.

  2. Der Beitrag stützt sich in wesentlichen Teilen auf den „Informationspfad zur Geschichte des Tempelhofer Feldes“ (ständige Open Air Ausstellung), erarbeitet von Stefanie Endlich, Monica Geyler-von Bernus und Beate Rossié im Auftrag der Tempelhof Projekt GmbH und Grün Berlin GmbH, 2012–2016. Siehe auch Externer Link: www.thf-berlin.de/standortinfos/standortgeschichte/chronik, letzter Zugriff am 6.1.2018.

  3. Elke Dittrich, Der Flughafen Tempelhof in Entwurfszeichnungen und Modellen 1935–1944, Berlin 2008.

  4. Peter Jahn, Das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft: Die Kapitulation in Berlin-Karlshorst am 8. Mai 1945, in: Museum Berlin-Karlshorst e.V. (Hg.), Erinnerung an einen Krieg, Berlin 1997, S. 40–44.

  5. Zur Luftbrücke (Auswahl): Hans Przychowski, Luftbrücken nach Berlin. Der alliierte Luftverkehr 1945–1990, Berlin 1996; Frank Schmitz, Flughafen Tempelhof. Berlins Tor zur Welt, Berlin, 1997; Bezirksamt Tempelhof von Berlin (Hg.), Landing on Tempelhof. 75 Jahre Zentralflughafen – 50 Jahre Luftbrücke, Ausstellungskatalog, Berlin o. J. (1998); Wolfgang J. Huschke, Die Rosinenbomber: Die Berliner Luftbrücke 1948/49, ihre technischen Voraussetzungen und deren erfolgreiche Umsetzung, Berlin 2008; Helmut Trotnow (Hg.), Die Berliner Luftbrücke. Ereignis und Erinnerung, Berlin 2010; Matthias Heisig, Flughafen Berlin-Tempelhof. Die amerikanische Geschichte. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung 2015, für das AlliiertenMuseum herausgegeben von Gundula Bavendamm und Florian Weiß, Berlin 2014.

  6. Angelika Königseder, Flucht nach Berlin. Jüdische Displaced Persons 1945–1948, Berlin 1998.

  7. Ernst Reuter, Rede vom 9. September 1948, zit. nach: Ernst Reuters Rede am 9. September 1948 vor dem Reichstag, Externer Link: www.berlin.de/berlin-im-ueberblick/geschichte/artikel.453082.php, letzter Zugriff am 3.1.2018.

  8. Wolfgang Jacobsen, 50 Jahre Berlinale Internationale Filmfestspiele Berlin, Berlin 2000, S. 11–228.

  9. Der Spiegel 24 (1974); Die Zeit, 14.2.1975; Bild, 1.9.1975; zit. nach Ulli Kulke, Die Welt, 25.4.2008.

  10. Der Landesabstimmungsleiter (Hg.), Volksentscheid „Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen!“ am 27. April 2008. Endgültiges Ergebnis. Statistischer Bericht B VII 4-1, Externer Link: www.wahlen-berlin.de/historie/abstimmungen/Landeswahlleiterbericht_VE08.pdf, letzter Zugriff am 27.11.2017.

  11. Infratest bimap, BerlinTREND, November 2007; Infratest bimap, BerlinTREND, April 2008; vgl. auch: Geert Baasen „Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen!“ Volksbegehren erfolgreich, Volksentscheid gescheitert, in: Zeitschrift für amtliche Statistik Berlin Brandenburg 3 (2008), S. 41–46, Externer Link: www.statistik-berlin-brandenburg.de/publikationen/aufsaetze/2008/HZ_200803-04.pdf, letzter Zugriff am 27.11.2017.

  12. Ernst Reuter, Rede (Anm. 7).

  13. Krijn Thijs, Der Mauerfall und das verlorene West-Berlin, in: Deutschland Archiv, 12.7.2011, Interner Link: www.bpb.de/53683, letzter Zugriff am 3.1.2018.

  14. Alfred Grosser, Hauptstadt Berlin: Die Symbolik, die Realität und das Europa der Werte, in: Werner Süß, Ralf Rytlewski (Hg.), Berlin. Die Hauptstadt. Vergangenheit und Zukunft einer europäischen Metropole, Berlin 1999, S. 251.

  15. Dominik Geppert, Symbolische Politik. Berliner Konjunkturen der Erinnerung an die Luftbrücke, in: Helmut Trotnow und Bernd von Kostka, Die Berliner Luftbrücke, Berlin 2010, S. 142.

  16. Vgl. Stefanie Eisenhuth, Leben mit der „Schutzmacht“. Die amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin, in: Deutschland Archiv, 1.12.2017, Interner Link: www.bpb.de/260613, letzter Zugriff am 3.1.2018.

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Prof. Dr.; freiberufliche Publizistin und Ausstellungsmacherin in Berlin. Lehrtätigkeit an der Universität der Künste Berlin seit 1978; Honorarprofessur für Kunst im öffentlichen Raum seit 2003. Langjährige Zusammenarbeit mit Gedenkstätten in Projekten und Gremien; zahlreiche Bücher, Buch- und Website-Beiträge über bildende Kunst, Architektur, Stadtgeschichte und zum Thema Erinnerung.

Diplompädagogin mit Studienschwerpunkt Erwachsenenbildung und Politologie. Seit 1991 als freie Kuratorin verantwortlich für zahlreiche Ausstellungen zur Kultur-, Stadt- und Regionalgeschichte; seit 2012 Vorstandsvorsitzende des Berliner Forums für Geschichte und Gegenwart e.V.