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Rechtsextremismus, Populismus und Juden in Deutschland | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 45 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Zehn Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Alltag und Gesellschaft Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass „DDR-Übersiedler in Afrika hochwillkommen” Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Rechtsextremismus, Populismus und Juden in Deutschland

Harald Schmid

/ 14 Minuten zu lesen

Sammelrezension zu Rechtsextremismus, Populismus und zu Juden in Deutschland.


Kristian Buchna: Nationale Sammlung an Rhein und Ruhr. Friedrich Middelhauve und die nordrhein-westfälische FDP 1945–1953 (Schriftenreihe der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte; 101), München: Oldenbourg 2010, 248 S., € 24,80, ISBN: 9783486598025.

Jan-Ole Prasse: Der kurze Höhenflug der NPD. Rechtsextreme Wahlerfolge der 1960er Jahre, Marburg: Tectum 2010, 165 S., € 24,90, ISBN: 9783828822825.

Harald Bergsdorf: Fakten statt Fälschungen. Argumente gegen rechtsextreme Parolen, München: Olzog 2010, 160 S., € 14,90, ISBN: 9783789282744.

Friso Wielenga, Florian Hartleb (Hg.): Populismus in der modernen Demokratie. Die Niederlande und Deutschland im Vergleich, Münster u.a.: Waxmann 2011, 220 S., € 14,90, ISBN: 9783830924449.

Detlef Joseph: Die DDR und die Juden. Eine kritische Untersuchung – mit einer Bibliografie von Renate Kirchner, Berlin: Das Neue Berlin 2010, 400 S., € 19,95, ISBN: 9783360019905.

Y. Michal Bodemann, Micha Brumlik (Hg.): Juden in Deutschland – Deutschland in den Juden. Neue Perspektiven, Göttingen: Wallstein 2010, 294 S., € 19,–, ISBN: 9783835307803.

"Nationale Sammlung an Rhein und Ruhr"


Buchna: Nationale Sammlung (© Oldenbourg Verlag)

Nach der multiplen Katastrophe des "Dritten Reiches" war die Frage, wie mit den ja nicht verschwundenen politischen Kräften am rechten Rand des neu entstehenden politischen Systems umzugehen sei, eine permanente Herausforderung der politischen Kultur. Das erste Parteiverbot des jungen Bundesverfassungsgerichts zielte schon 1952 auf den erneut aufstrebenden Nazismus in Gestalt der Sozialistischen Reichspartei (SRP), die insbesondere in Niedersachsen beträchtliche Wahlerfolge erzielt hatte – zusammen mit dem vier Jahre später erfolgten Verbot der KPD ein Gründungsdokument der wehrhaften Bonner Demokratie, die nicht mehr "Weimar" sein wollte.

In einer breiteren Öffentlichkeit weitgehend vergessen ist hingegen der kurz nach dem politischen Aus der SRP für Unruhe sorgende Versuch einer rechtsnationalen Sammlungsbewegung im Landesverband Nordrhein-Westfalen der FDP. Vorgeschichte und Kontexte dieses in mehrfacher Hinsicht lehrreichen Falles hat Kristian Buchna nun erstmals auf breiter Quellengrundlage ausgeleuchtet. Er fragt, weshalb der größte FDP-Landesverband "überhaupt in den Ruch geraten konnte, nationalsozialistisch unterwandert zu sein" (11). Buchna zeigt, wie sehr die Erinnerung an das Scheitern des Liberalismus in der Weimarer Republik in den Jahren nach 1945 wirksam war, wie sehr auch die traditionelle Frontstellung zwischen einem gesellschaftspolitisch- und einem national-liberalen Kurs 1952/53 die FDP in eine tiefe Krise stürzte. Er rückt Friedrich Middelhauve als "geistigen Vater" (217) der Sammlungsidee eines in den letzten Jahren Weimars wurzelnden autoritären Staatsmodells ins Zentrum seiner Darstellung. Middelhauve wurde nach 1945 alsbald zur führenden Figur der programmatischen und parteipolitischen Reorganisation des Liberalismus an Rhein und Ruhr, amtierte von 1947 bis 1956 als NRW-Landesvorsitzender. Er verfolgte einen konsequenten Kurs der Sammlung all jener Kräfte, die sich durch CDU, SPD und KPD nicht angesprochen fühlten. Dies umfasste im Kern einen entschiedenen Rechtsruck – personalpolitisch, programmatisch und im Umgang mit der NS-Zeit.

Letzteres skizziert Buchna detailliert unter der Überschrift "'liberale' Vergangenheitspolitik" und zeigt, wie das Zusammenspiel Middelhauves mit den rasch einflussreichen, schwer belasteten ehemaligen NS-Funktionären Ernst Achenbach, Werner Best, Wolgang Diewerge und Friedrich Grimm zu einer massiven "Schlussstrich"-Politik gegen die Entnazifizierung und für eine Generalamnestie führte, was jedoch in der Gesamtpartei letztlich nicht mehrheitsfähig war. Buchna betont freilich die Mitverantwortung der seinerzeit schwachen, mithin bis zur Selbstverleugnung entgegenkommenden Führung der Bundespartei für die "Politik der offenen Arme" (100) des nordrhein-westfälischen Landesverbandes. Doch trotz des Erfolgs des rechten Flügels auf dem Bundesparteitag in Bad Ems im November 1952 scheiterte Middelhauves Projekt einer nationalistischen "Führerdemokratie": Mitte Januar 1953 verhafteten britische Sicherheitskräfte den Kreis ehemaliger NS-Funktionäre um Werner Naumann, den ehemaligen Staatssekretär im Reichspropagandaministerium. Die mit der "Naumann-Affäre" verbundene öffentliche Aufmerksamkeit führte unter anderem zu einer innerparteilichen Untersuchungskommission, die jedoch die schonungslose interne Aufklärung im Schlussbericht der heiklen Zwangslage der Bundespartei opferte – denn fast drei Viertel der Parteigelder stammten 1951/52 aus Middelhauves, nachhaltig von Industrie-Spendern wie Hugo Stinnes jr. unterstütztem Landesverband. Middelhauves Konzept einer "Nationalen Sammlung" war allerdings ruiniert, wenngleich Theodor Heuss noch drei Jahre später von der nordrhein-westfälischen "Nazi-FDP" (208) sprach.

Kristian Buchna hat eine beachtliche historische Studie geschrieben, deren Bedeutung über den primär landes- und regionalgeschichtlichen Fokus hinausgeht: Informiert, reflektiert, quellenkritisch und fast durchgängig überzeugend urteilend, zudem ausgesprochen gut geschrieben, ist ihm mit der systematischen Ausleuchtung von Middelhauves Konzept und Praxis einer rechten Sammlungspartei ein objektiver Erkenntnisgewinn für die Frühgeschichte der Bundesrepublik gelungen.

"Der kurze Höhenflug der NPD"


Prasse: Der kurze Höhenflug (© Tectum Wissensverlag)

Die Affäre Naumann, im Grunde eine Affäre Middelhauve, verdeutlichte, welches politische Potenzial rechts der Mitte in den frühen 1950er-Jahren existierte. Nach dem Verbot der SRP lag die rechtsextreme Szene über ein Jahrzehnt ohne nennenswerte Wahlerfolge darnieder. Erst mit dem rasanten Aufstieg der NPD Mitte der 1960er-Jahre begann sich dies kurzfristig zu ändern. Der Berliner Historiker Jan-Ole Prasse hat nun den "kurzen Höhenflug der NPD" genauer unter die Lupe genommen – nochmals, muss man sagen, denn natürlich ist er in diesem Unterfangen nicht der erste. Ihn interessieren vor allem die Ursachen für die Wahlerfolge zwischen 1966 und 1968 sowie mögliche Zusammenhänge mit der gesellschaftlichen Liberalisierung. Dabei konzentriert er sich besonders auf die Analyse der NPD-Wählerschaft und auf die Programmatik der Partei im Spannungsfeld gesellschaftlicher Entwicklungen. Hier liegt auch der Wert seiner so informativen wie soliden Studie. Prasse kann zeigen, wie sehr die NPD ein Produkt der 1960er-Jahre war: vor allem der Umbrüche im westdeutschen Parteiensystem und der politisch-kulturellen Strukturveränderungen. Sich zur "autoritären Alternative" (108) gegen die angeblichen politischen und sittlichen Verfallserscheinungen stilisierend, führte die NPD einen Vielfronten-Kampf gegen die Pluralisierung und Liberalisierung der Gesellschaft. In diesem anti-liberalen kulturellen Resonanzraum sieht der Autor auch die wichtigste Bedingung für die Erfolge der rechtsextremen Partei.

"Fakten statt Fälschungen"


Bergsdorf: Fakten statt Fälschungen (© Olzog Verlag)

Der öffentliche und politische Umgang mit Rechtsextremismus ist eine stetig präsente, wenngleich sich angesichts wechselnder gesellschaftlicher Bedingungen immer wieder neu stellende Herausforderung. Deshalb bedarf es neben nüchternen wissenschaftlichen Analysen auch aktueller, auf Praxisfragen konzentrierter Handreichungen. Zusätzlich zu den bereits vorliegenden Büchern hat Harald Bergsdorf ein weiteres verfasst: "Fakten statt Fälschungen. Argumente gegen rechtsextreme Parolen". Der Politikwissenschaftler, vormals Referent im thüringischen Innenministerium und der CDU-Landtagsfraktion in Düsseldorf, ist gegenwärtig als Koordinator gegen Rechtsextremismus in der nordrhein-westfälischen Landeszentrale für politische Bildung tätig. In seinen Publikationen setzt er sich nicht nur mit der NPD auseinander, so trägt ein Buch einen ähnlichen Titel wie das hier besprochene: "Fakten statt Legenden. Argumentationshilfen gegen die 'Linke' Lafontaines und Gysis" (2009).

Bergsdorf definiert zunächst den Begriff "(Rechts-)Extremismus", setzt sich dann mit Wahlerfolgen der extremen Rechten auseinander, gibt Überblicke zum "Rechtsextremismus im Osten", zur Demoskopie sowie zum jüngeren Wandel des Rechtsextremismus. Im umfangreichsten Textkapitel setzt er dann "Fakten gegen rechtsextreme Lügen und Halbwahrheiten". Im Anhang findet der Leser ein knappes Literaturverzeichnis (das zu 20 Prozent aus Titeln des Autors besteht), ergänzt von einem Glossar und einer, wie man dem "Dank" entnehmen kann, in der Erstfassung vom Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Verfassungsschutz NRW gelieferten 50-seitigen Zusammenstellung von gesetzlichen Bestimmungen, Gerichtsentscheidungen zu und Abbildungen von Zeichen und Symbolen rechtsextremer Gruppierungen.

Das Buch hinterlässt einem ambivalenten Eindruck. Insbesondere die Auseinandersetzung mit Parolen des rechten Randes und die ausführliche Information über das Aussehen und die Verbote diverser Symbole geben der kleinen Schrift einen hohen Praxiswert. Doch jede genauere Lektüre wirft einige Fragen auf. Erstens fallen eklatante Widersprüche ins Auge. Beispielsweise betont der Autor einleitend unter Berufung auf Rudolf van Hüllen und Erwin K. Scheuch zu Recht, eine "besenreine" Gesellschaft bleibe eine Utopie, da Rechtsextremismus als eine "normale Pathologie westlicher Industriegesellschaften" zu verstehen sei (7). Im Buch ist dann jedoch mitunter von "Therapie" (27) die Rede und im Fazit formuliert er dann seine "Vision": "Deutschland soll zu einer 'no go area' für Rechtsextremismus werden, die auch keine Parallelgesellschaften duldet, in denen sich schlecht integrierte Deutsche tummeln. Ziel ist es, 'braune Sümpfe' noch stärker trockenzulegen" (84f). Den Tonfall dieser Aussage steigert Bergsdorf noch, wenn er – gänzlich ironiefrei – von "lupenreinen" (24) und "eindeutigen Demokraten" (85) spricht, denen er das Privileg der einzig legitimen Kraft gegen Rechtsextreme zubilligt – was freilich ganz auf der kontrovers diskutierten politischen Linie der gegenwärtigen Bundesregierung liegt, die Fördergeld-Empfängern aus ihren anti-extremistischen Programmen neuerdings nicht nur ein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung abverlangt, sondern auch die Überprüfung von Kooperationspartnern auf deren Verfassungstreue fordert.

Zweitens laboriert das Buch an einem diskussionsbedürftigen, aber im Buch unreflektierten Problemverständnis. Bergsdorf favorisiert offenkundig den eindimensionalen normativen, auf einer Rechts-Links-Achse basierenden Extremismusbegriff, wie er im Verfassungsschutz entstanden und von Politikwissenschaftlern wie Eckhard Jesse und Uwe Backes systematisiert worden ist. Das ist Teil der normalen wissenschaftlichen Diskussion, zum Problem wird es da, wo der Autor abweichende Begriffsverständnisse dem Leser verschweigt oder nur andeutet (z. B.: 21). So kommt es, dass Bergsdorf keine Definition für Rechtsextremismus anbietet, sondern eine für Extremismus generell: "kategorischer Wahrheitsanspruch, Antipluralismus und Rigorismus" (16) seien dessen verbindende Kennzeichen. Die in der Forschung zwar kontrovers diskutierte, aber aus guten Gründen nicht aufgegebene zweidimensionale Differenzierung einerseits von Zielen/Werten und andererseits Mitteln radikaler politischer Strömungen erwähnt der Autor nicht. Zwei wichtige Zugänge bleiben ihm deshalb verschlossen: einerseits die Sensibilisierung für einen "Extremismus der Mitte" (Seymour Martin Lipset), andererseits für den Nährboden rechtsextremer Weltbilder, Gruppierungen und Anhänger in gesellschaftlichen Problemlagen, denen mit "Argumentationshilfen" nicht beizukommen ist, die vielmehr politisch bearbeitet werden müssen.

Damit eng verknüpft ist der dritte Punkt. Dem Autor geht es darum, Rechts- und Linksextremismus zu bekämpfen. Dagegen ist, vorbehaltlich der Bewertung einzelner Aussagen, nichts zu sagen. Doch durch das ganze Buch mit dem Untertitel "Argumente gegen rechtsextreme Parolen" ziehen sich Rechts-Links-Parallelisierungen und -Analogisierungen, ausgesprochen und unausgesprochen, historisch und aktuell; relativierende Einordnungen sucht man meist vergebens. Dies geht soweit, dass selbst im Glossar des Bändchens – beginnend nicht mit "Autonome Nationalisten", sondern mit "Autonome Antifaschisten" – jeder vierte Eintrag jenem Kontext entstammt, den Bergsdorf als linksextrem versteht. Sein Extrem erreicht dieses Vorgehen im Kapitel "Umfassende Untersuchung des Rechtsextremismus im Osten". Darin verweist er zwar mit einigem Recht auf den jüngeren Schwerpunkt vor allem der NPD-Aktivitäten und -Wahlerfolge in Ostdeutschland, doch ist dies für Bergsdorf nicht – wie die Überschrift ankündigt – Anlass, just diese aktuellen Strukturen zu untersuchen, sondern nur die SED-Ideologie des Antifaschismus zu rekapitulieren und als Erklärung für rechtsextreme Erfolge nach 1990 in Ostdeutschland "teilweise" geltend zu machen. Nicht dass dieser Ansatz völlig verkehrt wäre, aber die gleich doppelte Engführung mutet dann doch recht dürftig an: Weitere Erklärungen bietet der Autor nicht an, sodass die sozioökonomischen Verwerfungen im Gefolge des Strukturbruchs nach 1990 als Erklärungsfaktor nicht berücksichtigt werden; zudem fällt im Rahmen der Anti-Antifaschismus-Abrechnungsrhetorik kein kritisches Wort über den westdeutschen Umgang mit der NS-Vergangenheit in den 1950er- und 60er-Jahren.

Bergsdorfs an den Schluss gesetztem Common-sense-Trugbild "Mit beiden Augen sieht man besser" (85) möchte man mit Goethe entgegenhalten: "Weil du die Augen offen hast, glaubst du, du siehst"! Allein, so sinnvoll solche Bücher in ihren Intentionen sein mögen, so sehr leiden sie mitunter an einem kognitivistischen Missverständnis – als sei die Attraktivität extremer Vorstellungswelten primär eine Frage intellektueller Anfälligkeit. Durch diese Engführung einer tatsächlich gesellschaftlichen Problemlage wird das ganze Feld der politischen Psychologie, der Emotionen und vor allem sozioökonomischer Bedingungen und des Elitenverhaltens ausgeblendet.

"Populismus in der modernen Demokratie"


Wielenga/Hartleb: Populismus ... (© Waxmann)

Diskussionen über extreme und radikale Gruppierungen werfen stets auch die Frage auf, wie zwischen der als "Mitte" apostrophierten moderaten Bevölkerungsmehrheit und den politischen Rändern vermittelt wird, welche Verbindungen es hier gibt. Seit einiger Zeit hat sich dafür der Begriff "Populismus" etabliert. Die zehn Beiträger – Politikwissenschaftler und Historiker, Frauen sind nicht unter den Autoren – des von Friso Wielenga und Florian Hartleb herausgegebenen instruktiven Sammelbandes "Populismus in der Demokratie" zielen auf eine vergleichende Analyse des Phänomens in Deutschland und den Niederlanden. Die wichtigsten Aufsätze seien kurz angesprochen. Einleitend geht Paul Lucardie der Begriffsgeschichte und theoretischen Aspekten von Populismus nach. Von unterkomplexen Deutungen des Populismus als Opportunismus sich abgrenzend, bestimmt er als solche Bewegungen, "die in ihren programmatischen Äußerungen den Antagonismus zwischen Volk und Elite als das politische Hauptproblem betrachten" (22). Lucardie verweist auf drei Kernelemente, die gegeben sein müssen, damit populistische Akteure und Bewegungen gesteigerte Einflusschancen haben können: Modernisierungskrisen, günstige politische Gelegenheitsstrukturen und eine charismatische Führungsgestalt. Da Populisten keine systemüberwindenden Extremisten seien, gibt der Autor schließlich eine gewisse Entwarnung: "Als Demokrat braucht man deshalb den Populismus weder positiv noch negativ zu bewerten. Man sollte aber ernsthaft versuchen, ihn zu verstehen" (37).

Dezidiert kritischer bewertet Frank Decker die populistische Herausforderung. Er sieht die etablierte Politik "gleichsam im populistischen Zangengriff von links und rechts" (39). Decker diagnostiziert in Themenwahl und Verhalten ein zunehmendes Übergreifen des Phänomens auf die Alt-Parteien und begreift Populismus im Kern als anti-egalitäre und antipluralistische "Abgrenzungsideologie" auf der Basis einer konstitutiven "Anti-Establishment-Orientierung" (40f). Sein so grundsätzlich wie aktuell argumentierender, konziser Aufsatz lokalisiert das zentrale Problem in einem normativen Spannungsfeld: Gegenwärtige Demokratien als Synthese aus den normativen Prinzipien Volkssouveränität und Verfassungsstaatlichkeit beschreibend, sieht Decker die demokratiepolitische Hauptgefahr des Populismus darin, im Kontext der "plebiszitären Transformation des Parteienwettbewerbs" (48) die Verschränkung beider Sphären gleichsam auseinanderzudividieren.

Gerd Reuter vergleicht rechtspopulistische Spielarten in Belgien (Vlaams Blok/Vlaams Belang) und den Niederlanden (Pim Fortuyn). Seit etwa fünf Jahren steht im Mittelpunkt des niederländischen Rechtspopulismus Geert Wilders, dessen Partij voor de Vrijheid inzwischen in beiden Kammern des Parlaments vertreten ist. Wilders' ideologische Entwicklung vom Liberalismus über Neokonservativismus bis zum Nationalpopulismus untersucht Koen Vossen. Die einzigen binational vergleichenden Beiträge, die dem Untertitel des Buches im engeren Sinne gerecht werden, stammen von Markus Wilp und Gerrit Voermann. Während Wilp die Krise der christdemokratischen und sozialdemokratischen Parteien in Deutschland und den Niederlanden anhand von Wahlergebnissen und Mitgliederzahlen nachzeichnet und die darin sich ausdrückende, stark reduzierte Integrationskraft der Großparteien analysiert, untersucht Voermann den Linkspopulismus in beiden Ländern anhand der Socialistische Partij und der Linkspartei.

Von René Cuperus stammt der inspirierendste Text des Buches, der sich mit dem "populistischen Dammbruch" auseinandersetzt. Cuperus ist der einzige Beiträger, der explizit den europäischen Horizont eingehender thematisiert und angesichts der Verbreitung des Phänomens von einer "europäischen Populismuskrise" (164) spricht. Interessanterweise unterscheidet sich auch sein analytisch-normativer Zugriff von dem seiner Kollegen, indem er die Eliten als "größte Verursacher des riskanten 'Aufstandes' des Populismus" identifiziert, da sie im Kontext etwa von Globalisierung und Immigration einen "abschreckenden Anpassungs- und Veränderungsdiskurs" (164) praktizierten. Cuperus' Essay kulminiert im Plädoyer für einen "neuen Sozialpakt" (178) sozioökonomischer Sicherheit und kultureller Offenheit, denn die einstmals stabilisierende und integrierende Gesellschaft der Volksparteien sei zerbrochen.

"Die DDR und die Juden"


Joseph: Die DDR und die Juden (© Das Neue Berlin)

Detlef Joseph, von 1961 bis 1991 DDR-Hochschullehrer an der Sektion Rechtswissenschaft der Humboldt-Universität Berlin, bemüht sich seit einigen Jahren, die im vereinigten Deutschland verbreitete kategorische Kritik des SED-Realsozialismus als haltlos zu widerlegen. Nun hat er ein neues Buch geschrieben: "Die DDR und die Juden. Eine kritische Untersuchung". Anlass, ein 400 Seiten-Werk zu dem Thema vorzulegen, war für Joseph die seit 2007 präsentierte Wanderausstellung "'Das hat's bei uns nicht gegeben!' Antisemitismus in der DDR", die er in seinem Buch immer wieder scharf attackiert. Doch da er hierzu bereits in seiner Veröffentlichung "Vom angeblichen Antisemitismus der DDR" (2008) Stellung genommen hat, bedurfte es eines zusätzlichen Grundes, um ein weiteres Buch zum gleichen Thema zu publizieren. Dieser liegt nun in der begrüßenswerten, wenngleich in der Auswahl mitunter problematischen, über 80-seitigen Bibliografie "Jüdisches in Publikationen aus DDR-Verlagen 1945–1990", die Renate Kirchner mit 1.086 hier aufgelisteten Titeln beigesteuert hat. Kirchner war ehemals Leiterin der Gemeindebibliothek der Jüdischen Gemeinde Ost-Berlins und ist die Ehefrau des einstigen Vorsitzenden dieser Gemeinde, Peter Kirchner.

Das Buch gibt sich wissenschaftlich, ist aber weit davon entfernt: Der Autor führt Quelle nach Quelle an, zitiert aus der Literatur, hat aber nur zu letzterer, sofern sie den Umgang der SED mit Juden problematisiert, ein kritisches Verhältnis. Wenn etwa eine DDR-Behörde einen Bericht über eine Jüdische Gemeinde erstellte, wenn sich Vertreter der Jüdischen Gemeinden öffentlich äußerten – gern zitiert er Peter Kirchner gewissermaßen als Kronzeuge –, dann nimmt Joseph diese Texte als getreue Abbildung der gesellschaftlichen Realität – ohne Quellenkritik, ohne Quelleninterpretation, ohne politischen Kontext. Wenn er mit Autoren der Sekundärliteratur ins Gericht geht, formuliert er Behauptungen etwa einer tendenziösen Darstellung – aber belegt seine Kritik, beispielsweise durch Textvergleiche, nicht.

Gewiss, Joseph räumt ein, was nicht zu leugnen ist, den frühen, 1952/53 kulminierenden "antisemitischen Exzess in der SBZ/DDR" (34), der freilich "dem Wesen eines sozialistischen Staates nicht immanent" (123) gewesen sei, auch konstatiert er "antisemitisches Reliktdenken" (72) ebenso wie individuelles Fehlverhalten, aber sonst war alles in Ordnung – im politischen System (das er gegen den Diktaturvorwurf in Schutz nimmt) ebenso wie im Umgang der SED mit den Jüdischen Gemeinden. Das Verhältnis der DDR zu Israel rechtfertigt Joseph immer noch mit Verweis auf dessen "imperialistische Politik", weshalb er den SED-Antizionismus wieder in sein Recht setzen will; immer noch verrechnet er die verweigerte "Wiedergutmachung" und Entschädigung gegenüber Israel mit den hohen Reparationen an die UdSSR.

Dabei gäbe es durchaus Anlass, manch ahistorische oder geschichtspolitisch allzu selbstgewisse Kritik des SED-Antifaschismus und des Umgangs mit den Juden in der DDR, wie sie nach 1990 formuliert wurde, systematisch zu prüfen. Allein, wo eine scharfsinnige Studie mit offenem Visier erforderlich wäre, verbleibt Josephs ermüdender, steril die alten Verhältnisse und Positionen verteidigender Duktus größtenteils im Weltbild der ehemaligen Staatspartei. So umgeht er entscheidende Fragen: Wie wurden die Themen Juden und Antisemitismus ideologisch vermittelt, wie hat sie die SED-Diktatur geschichtspolitisch kleingehalten und dann am Ende massiv instrumentalisiert? Das Buch, das sich gegen die diagnostizierte Praxis wehren will, "mit allen Mitteln und in Bezug auf alle Lebensbereiche der DDR die Kübel voll Unrat zu füllen und dann auszukippen" (123), ist so aufregend wie die Rede eines SED-Bezirkssekretärs – eine wissenschaftlich verbrämte, durch und durch apologetische Streitschrift (die überdies lausig redigiert ist). Wer solche Verteidiger hat, braucht sich um seine Gegner nicht zu kümmern.

"Juden in Deutschland –
Deutschland in den Juden"


Bodemann/Brumlik: Juden in Deutschland (© Wallstein Verlag)

Der Horizont weitet sich, historisch und politisch, intellektuell und literarisch, kulturell und religiös, wenn man Detlef Josephs gleichsam posthume Verteidigung der sozialistischen Welt zuklappt und in dem von Y. Michal Bodemann und Micha Brumlik herausgegebenen weitläufigen Band zu lesen beginnt, der den angemessen reziproken Titel "Juden in Deutschland – Deutschland in den Juden" trägt. Als ein "buntes Stimmengewirr" bewirbt der Verlag das Buch, und es ist tatsächlich keine editorische Ausrede, sondern der treffende Hinweis auf eine ebenso anregende wie bereichernde Annäherung an die Wirklichkeit jüdischer Erfahrungs- und Lebenswelten in Deutschland. Eingeteilt in sieben Themenfelder, versammelt der Band 37 vorwiegend kürzere Essays mehrheitlich jüdischer Autorinnen und Autoren: Journalisten, Schriftsteller, Publizisten, Wissenschaftler, Rabbiner, Künstler, die – meist zwischen den 1940er- und 60er-Jahren geboren – aus ganz unterschiedlichen Perspektiven schreiben.

Zugegeben, die "neuen Perspektiven", die der Band im Untertitel ankündigt, sind nicht in jedem Beitrag erkennbar, und doch lohnt es, alle zu lesen. Hier können leider nur wenige der Essays hervorgehoben werden: etwa Dalia Wissgott-Monetas berührende Erinnerungen an Kindheitstage und jüdische Familientreffen; die nachvollziehbare Kritik der aus Israel in die Bundesrepublik emigrierten Iris Hefets am stereotypen, nur israelfreundlichen Judentum, wie es der Zentralrat der Juden in Deutschland praktiziere; Philipp Gesslers Verweis auf die gern übersehene Rückseite der "Blüte des Judentums in Deutschland" seit 1991, die er in "drei schwerwiegenden Krisen" (87) sieht, einer finanziellen, demografischen und religiösen; Meron Mendels, mit Blick auf die junge Zuwanderergeneration formuliertes Plädoyer für eine "post-Shoa-, postzionistische und religiös-pluralistische Option jüdischer Identität" (268).

Bemerkenswert ist, dass sich der hochsensiblen Kontroverse um Israelkritik und Antisemitismus nur drei Beiträge explizit widmen, wobei sich die beiden Herausgeber beharken und Tom Segev die Komplexität der Verhältnisse erläutert. Hazel Rosenstrauchs Essay fällt auf durch ihre zwischen Skepsis und Zurückweisung changierenden Überlegungen zu gutgemeinten Erinnerungsanstrengungen im öffentlichen Raum: "Manchmal denke ich, es wäre schön, wenn ich einkaufen gehen könnte, ohne an meine ermordeten Großeltern erinnert zu werden." Erinnerungsorte, so ihre Pointe, sollten "sich bewegen, verändern, weiterentwickeln können, weil oder insofern sich die Beziehungen zwischen den einen und den anderen, die Namen dafür und die Zugehörigkeiten verändern" (202). Besonders erwähnt sei auch Michael Wolffsohns Durchmusterung integrationspolitischer Argumente: einerseits anhand der Geschichte der Juden in Deutschland, andererseits am Beispiel der aktuellen Auseinandersetzung um Muslime im vereinigten Deutschland. In schöner Konsequenz des hier versammelten Stimmengewirrs schließt der Band mit einer kleinen Anleitung von Olga Mannheimer zum Begreifen innerjüdischer Vielfalt und Abgrenzungen.

Fussnoten

Dr. phil., Politikwissenschaftler und Zeithistoriker, Hamburg.