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Pippi Langstrumpf oder Was ist ein Linksautonomer? | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 45 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Zehn Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". 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Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? 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Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Pippi Langstrumpf oder Was ist ein Linksautonomer?

Udo Baron

/ 20 Minuten zu lesen

Sie sind schwarz gekleidet, tragen Kapuzenjacken und dunkle Sonnenbrillen. "Deutschland halt´s Maul" oder "Fuck the system" steht auf ihren Transparenten. Angetrieben vom Hass auf alles Staatliche und von ihnen als "Rechts" Verdächtigte, suchen sie die Auseinandersetzung mit "Bullen" und "Nazischweinen" wie Polizisten und Rechtsextremisten bezeichnet werden.

Pippi Langstrumpf

Pippi Langstrumpf – für Linksautonome eine Schwester im Geiste. (© Indymedia)

Pippi Langstrumpf ist ein selbstbewusstes rothaariges Mädchen, das so lebt, wie es ihr gefällt. Sie wohnt allein mit ihrem Pferd und einem kleinen Affen in einem großen Haus namens Villa Kunterbunt und kann tun und lassen, was sie möchte. Regeln existieren nicht für sie, zur Schule geht sie schon gar nicht. Die Staatsmacht, verkörpert durch zwei Dorfpolizisten, kann ihr nichts anhaben; im Gegenteil, Pippi macht sie lächerlich, wo sie nur kann. Was hat nun ausgerechnet dieses kleine Mädchen mit den Linksautonomen gemein? Mehr als ihre Erfinderin, die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, sich jemals hätte träumen lassen. Mit ihrer Lebensweise entspricht Pippi Langstrumpf linksautonomen Vorstellungen von einem selbstbestimmten Leben ohne Regeln, ohne Staat und ohne Hierarchien. Nicht von ungefähr schmückt ihr Konterfei zahlreiche Selbstzeugnisse der linksautonomen Szene.

Politik der 1. Person

Dass die Linksautonomen Pippi Langstrumpf mit einem Augenzwinkern als eine ihrer Schwestern im Geiste betrachten, unterstreicht bereits ihre Selbstbezeichnung. Etymologisch setzt sich der Begriff "Autonome" aus den griechischen Wörtern "auto" (selbst) und "nomos" (Gesetz) zusammen. Wörtlich übersetzt bedeutet er in etwa "diejenigen, die sich ihre eigenen Gesetze geben." Darin wird schon einiges über das autonome Selbstverständnis deutlich: Autonome lehnen den Staat, seine Institutionen und Regeln kategorisch ab. Sie brechen aber nicht nur mit dem Staat, sondern auch mit der bestehenden Gesellschaft und wollen diese durch eine herrschaftsfreie ersetzen. Über eine einheitliche Weltanschauung, gar über eine gesamtgesellschaftliche Utopie, verfügen sie nicht. Ihr Weltbild setzt sich vornehmlich aus kommunistischen und anarchistischen Ideologieelementen zusammen. Theoriedebatten spielen nur eine untergeordnete Rolle; ideologische Schulungen, wie sie die revolutionären Marxisten betreiben, lehnen die Autonomen ab. Was sie verbindet, ist ein gemeinsames Lebensgefühl, geprägt von einem tiefsitzenden Hass sowohl auf den Staat, seine Institutionen und Repräsentanten als auch auf die angeblich mit diesen verbündeten Rechtsextremisten und ein davon abgeleitetes Bestreben, die bestehende Ordnung zu überwinden.

Generell ist die autonome Szene sehr heterogen. An Stelle des Kollektivs steht für sie das Individuum im Vordergrund. Im Sinne einer "Politik der ersten Person" kämpfen Autonome deshalb "nicht für Ideologien, nicht fürs Proletariat, nicht fürs Volk", sondern für sich selbst. Zugleich verstehen sie sich als Avantgarde und zählen sich zu denjenigen, die angeblich erkannt haben, wie die Welt funktioniert. Obwohl eine kleine Minderheit, sind sie aus diesem elitären Gefühl heraus, ebenso wie andere Extremisten, nicht bereit, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren. Vielmehr versuchen sie der Mehrheitsgesellschaft mit allen Mitteln ihre Sicht der Dinge zu oktroyieren. Autonom zu sein ist für sie ein Lebensstilexperiment. Autonomes Leben und Handeln unterliegt dabei einer intern streng kontrollierten political correctness – von der Sprache über die Kleidung und den Musikgeschmack bis hin zu Gestik und persönlichen Kontakten. Verstöße gegen diese selbstauferlegte "Schere im Kopf" können mit der Nötigung zu gruppeninterner Selbstkritik bis hin zum Ausschluss aus der Gruppe geahndet werden, vor allem, wenn sie das Geschlechterverhältnis betreffen.

Über die Sozialisation von Autonomen lässt sich dagegen nur wenig sagen. Empirische Materialien zur Frage nach Herkunft und Motivation fehlen weitgehend. Hier offenbart sich ein Hauptproblem der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Linksextremismus im Allgemeinen und den Autonomen im Besonderen: Es fehlt bis heute eine ausreichende empirische Basis. Umfangreiche Forschungsstudien, vergleichbar etwa mit denen zum Rechtsextremismus, die Fragen nach der Sozialisation, nach den Motiven für autonomes Handeln und nach den Ein- und Ausstiegsprozessen nachgehen, sind noch nicht geschrieben worden. Somit bleiben bisweilen oftmals nur die "gefühlten" Erkenntnisse der Verfassungsschutzämter von Bund und Ländern. Ihnen zur Folge sind die Anhänger der Autonomen etwa zwischen 15 und 30 Jahre alt. Über autonome Jugendorganisationen wie beispielsweise der Jugend-Antifa Göttingen werden anpolitisierte Schüler im Alter ab etwa 14 Jahren bereits in der Schule zur Mitarbeit in Antifa-Gruppierungen motiviert. An den Hochschulen werben autonome Gruppierungen mit Einsteigerabenden um Erstsemester und versuchen diese schon mit Beginn ihres Studiums zu rekrutieren. Neben Schülern und Studierenden gehören Auszubildende ebenso wie Jobber sowie Arbeitslose und Hartz IV- bzw. Sozialhilfeempfänger zu den Zielgruppen. Die Verweildauer in der autonomen Szene ist für viele junge Menschen aber lediglich eine Lebensabschnittsphase und somit oftmals nur von geringer Dauer. Im Alter zwischen 25 und 30 Jahre lösen sich die meisten wieder aus dem autonomen Milieu. Alt-Autonome bilden somit zwar eher die Ausnahme, sie spielen aber aufgrund ihrer Erfahrungen eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Szene und können diese aus dem Hintergrund steuern.

Negation als Programm

Das politische Selbstverständnis von Autonomen zeichnet sich durch eine radikale Verneinung des Bestehenden aus und ist in erster Linie von Anti-Einstellungen geprägt. Sie verstehen sich vor allem als antifaschistisch, antikapitalistisch, antirassistisch, antimilitaristisch und antirepressiv. Der Kampf gegen (vermeintliche) staatliche Repression, gegen einen ihrer Meinung nach staatlich verordneten Militarismus, gegen eine "neoliberale Globalisierung", gegen die Umgestaltung von Wohnvierteln ("Gentrifizierung") und für selbst verwaltete Freiräume sowie gegen die friedliche Nutzung der Kernenergie bilden daher die wichtigsten Themenfelder. Damit greifen sie Bereiche auf, bei denen sie sich im Einklang mit der Mehrheitsgesellschaft wähnen und bis weit ins bürgerliche Lager auf Verständnis auch für militante Aktionen setzen können. Das gibt ihnen die Möglichkeit, sich in "soziale Bewegungen und Selbstorganisationsprozesse der Bevölkerung ein[zu]bringen [...], um sie zu radikalisieren und damit die Risse und Widersprüche innerhalb der kapitalistischen Totalität zu vertiefen – bis zum offenen Klassenkampf." Diese Aussage verdeutlicht zugleich, dass es den Autonomen bei ihren Bemühungen nicht um die Beseitigung von Missständen und somit um systemimmanente Reformen, sondern um die (revolutionäre) Überwindung der bestehenden Gesellschaftsordnung geht.

Spielte der Antifaschismus bis Ende der 1980er-Jahre eher eine untergeordnete Rolle, so bildete er sich als "organisierte Antifa" vor dem Hintergrund der deutschen Einheit und eines von vielen Autonomen behaupteten neuen "großdeutschen" Nationalismus in den 1990er-Jahren zum zentralen autonomen Agitationsfeld.

Einher ging diese Entwicklung mit einem Zerwürfnis innerhalb der autonomen Szene. Aus Sorge vor einem "IV. Reich" und einen davon ausgehenden neuerlichen Holocaust an seinen jüdischen Mitbürgern bildete sich eine als "antideutsch" bzw. als "antinational" verstehende Strömung heraus. Diese meinte einen dem deutschen Volk immanenten und nicht zu überwindenden Antisemitismus ausgemacht zu haben. Aus diesem Grunde reichte ihnen die orthodox-kommunistische Erklärung, dass NS-Regime sei eine Diktatur im Dienste der aggressivsten Teile des Kapitalismus, nicht aus, weil sie den Antisemitismus des Nationalsozialismus ausblendete. Unter der Parole "Nie wieder Deutschland" bekämpften sie als Bündnis "Radikale Linke" eine deutsche Wiedervereinigung und forderten die Auflösung des deutschen Staates und das Aufgehen des deutschen Volkes in einer multikulturellen Gesellschaft.

Mit dem Beginn des 2. Golfkrieges Anfang 1991 überwarfen sich die "Antideutschen"/"Antinationalen" über die Haltung zum Staat Israel und seiner Schutzmacht, den USA, mit den sich mehrheitlich als "antiimperialistisch" verstehenden Autonomen. Während die "Antiimps" sich in dieser Auseinandersetzung vorbehaltlos mit den "antiimperialistischen Befreiungsbewegungen", die ein sozialistisches Regime in ihren jeweiligen Ländern anstrebten, solidarisierten, befürworteten die "Antideutschen"/"Antinationalen" militärische Aktionen der USA und ihrer Verbündeten gegen den Irak aus einer pro-israelischen Haltung heraus und machten von nun an verstärkt durch Antisemitismusvorwürfe gegen rivalisierende linksextremistische Gruppierungen von sich reden. Unter dem Eindruck des Afghanistan- und des 3. Golfkrieges befürworteten dann die sich 1999 von den "Antinationalen" abgespaltenen "Antideutschen" nicht nur die Existenz von Armeen, sondern auch militärische Aktionen der USA und ihrer Verbündeten gegen den Irak. Den herkömmlichen "Antiimperialismus" der autonomen Szene lehnten sie aufgrund seiner antizionistischen bzw. antisemitischen Ausrichtung ab.
Allen sonstigen Gegensätzen zum Trotz verbindet die unterschiedliche Strömungen innerhalb des autonomen Spektrums aber weiterhin der Antifaschismus und der damit einhergehende Kampf gegen alles als "Rechts" Verdächtige. Unter Rückgriff auf die von Georgi Dimitroff im August 1935 auf dem VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale in Moskau aufgestellte These, wonach der Faschismus "die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals" sei, gilt dieser als dem Kapitalismus immanent. Faschismus kann aus diesem Grunde dem autonomen Verständnis nach nur dann erfolgreich bekämpft werden, wenn zugleich auch seine Ursache, der Kapitalismus, beseitigt wird. Konsequenter Antifaschismus zielt daher für Autonome immer auf die zu überwindende kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung und die sie stützenden Institutionen und Repräsentanten, zu denen gemäß der stalinistischen Sozialfaschismusthese auch linksliberale Kräfte wie die SPD zählen. In ihren eigenen Worten klingt das folgendermaßen: "Faschismus ist eliminatorischer Fressneid und beruht auf den ungerecht gestalteten ökonomischen Verhältnissen, weshalb unser Eintreten gegen Nazis mit dem Kampf gegen Kapitalismus untrennbar verbunden ist." Einfacher gesagt: "Kampf dem Faschismus heißt Kampf dem imperialistischen System."

Eine Form der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus ist seine systematische Ausspähung. Der politische Gegner, seine Lebensumstände, Gewohnheiten und Aktivitäten sollen ebenso ermittelt werden wie seine Wohnanschrift und sein Arbeitgeber. Im Rahmen von "Outingaktionen" werden die dabei gewonnenen Erkenntnisse vor allem über das Internet mit dem Ziel öffentlich gemacht, den Betroffenen maximal zu schädigen. Hinzu kommen klandestine Aktionen, die über gezielte physische Übergriffe auf den politischen Gegner und Sachbeschädigungen öffentlich wahrgenommen werden.
Eint die linksautonome Szene der Kampf gegen alles, was sie als rechtsextremistisch verdächtigt, so spaltet sie immer wieder die Auseinandersetzung um Geschlechterfragen und Sexualität. Im Fokus des Konflikts steht dabei der männliche Linksautonome und sein Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Formal interpretieren Linksautonome beiderlei Geschlechts die Geschlechterrollen ganz im marxistische Sinne als Ausdruck patriarchalischer Verhältnisse, die wiederum ihre Wurzeln in den kapitalistischen Produktionsbedingungen haben. Aus diesem Grunde bildet ihrem Verständnis nach in der kapitalistischen Gesellschaft die bürgerliche Kleinfamilie die Grundlage des bürgerlichen Patriarchats und weist Männern und Frauen bestimmte Rollen zu: Während der Mann mehrwertschaffende Arbeiten in den Fabriken verrichtet, umsorgt die Frau ihren Mann, bekommt Kinder und kümmert sich um deren Versorgung. Ist der Mann für die Produktion zuständig, so ist es die Frau für die Reproduktion.

Autonome führen deshalb einen "antipatriarchalischen und antisexistischen Kampf", bei dem es darum geht "klassische patriarchale Verhaltensmuster zu erkennen und sie entsprechend zu verändern" mit dem Ziel, alle patriarchalischen Strukturen zu zerschlagen. In einem ersten Schritt sollen die männlichen Geschlechtsgenossen mit ihrem patriarchalen Verhalten konfrontiert werden. Dadurch sollen sie klassische patriarchale Verhaltensmuster erkennen und sich ändern, um dann antisexistische Standards zu entwickeln, die sie schließlich zu Verbündeten im antisexistischen Kampf machen. Männlichen Linksautonomen will man so eine antipatriarchalische und antisexistische Lebenseinstellung oktroyieren.

Soweit die Theorie. In der Praxis wird dagegen szeneintern ein "allgemeiner antifeministischer Backlash" beklagt. Dieser beginnt mit dem mangelhaften Interesse vor allem männlicher Linksautonomer an diesen Themen und setzt sich fort mit der Weigerung des "Gros der autonomen Bewegung", sich "mit den Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt auseinander zu setzen." Diese zumeist männlichen Einstellungsmuster, vor allem aber das oftmals machohafte Auftreten männlicher Linksautonomer führt zu den immer wiederkehrenden "Sexismusdebatten", die zumeist damit enden, dass der Betroffene vor die Alternative gestellt wird, sich therapieren zu lassen oder die Gruppe zu verlassen.

Organisierung der Unorganisierbaren

Die linksautonome Szene ist nicht homogen, sondern zerfällt in diverse zumeist lose organisierte Gruppierungen ohne einheitliches ideologisches Konzept. Parteiähnliche Strukturen und Führungspersönlichkeiten lehnen Autonome formell ab: "Etliche sehen sich durchaus als Revolutionäre, Anarchisten, Sozialisten. Aber eine Partei mit Programm und Sekretär lehnen nahezu alle ab, denn im Gegensatz zu den K-Gruppen ist für uns vor allem wichtig, dass wir uns in kollektiven und sozialen Strukturen bewegen." Sie organisieren sich überwiegend über Kleingruppen, die durch persönliche Kontakte bzw. projekt-, aktions- oder themenbezogene Zusammenhänge zustande gekommen sind. Viele von ihnen gleichen eher "losen Cliquen" ohne formale Strukturen wie Satzungen, Mitgliederverzeichnisse und Geschäftsordnungen.

Ihrer Heterogenität ist es geschuldet, dass viele dieser Gruppen nur kurzzeitig existieren. Sowohl unterschiedliche ideologische Ausrichtungen als auch persönliche Differenzen und Animositäten führen oftmals dazu, dass Zusammenschlüsse sich so schnell wieder auflösen, wie sie entstanden sind. Häufig gehen sie in anderen Gruppierungen auf oder benennen sich um. "Aus Freundeskreisen werden mehr oder weniger kurzlebige Banden oder bei Bedarf aktivierbare Aktionsgruppen; aus Demo-Bekanntschaften ergeben sich spontan handlungsfähige und wieder zerfallende Chaoten-Combos; aus politischen Plena entwickeln sich dauerhafte Gruppen, die auch zur Tat schreiten, in wechselnden und sich auch überschneidenden Zusammensetzungen agieren Gruppen manchmal nur ein einziges Mal, manchmal über Jahre, einige verfestigen sich, andere bleiben lose, manche wandeln sich in Theoriezirkel oder Selbsthilfegruppen", heißt es hierzu leicht romantisierend in einer ihrer Verlautbarungen.
Dennoch sind zumindest Teile von ihnen zunehmend willens und in der Lage, für konkrete Projekte Gruppenstrukturen und Netzwerke aufzubauen sowie organisatorische Arbeit zu leisten. So versuchten Autonome bereits zwischen 1992 und 2001, sich mit der Antifaschistischen Aktion/Bundesweiten Organisation (AABO) eine bundesweite Struktur mit dem Ziel zu geben, "einheitliche programmatische Standpunkte", eine "konkrete Utopie" und eine "Strategie zur Überwindung des kapitalistischen Systems" zu entwickeln. Auch wenn dieses Vorhaben scheiterte, bedeutete es nicht das Aus für weitere Bemühungen auf diesem Gebiet. Seit geraumer Zeit finden beispielsweise in Berlin als auch in einigen anderen Städten mehr oder weniger regelmäßige sogenannte Autonome Vollversammlungen (AVV) statt. Sie richten sich an Gruppierungen und Einzelpersonen und dienen dem Austausch untereinander als auch der Vernetzung und Vorbereitung von Aktionen. Als Treffpunkte fungieren insbesondere Gaststätten und Jugendzentren. Sie bieten Raum für gruppenübergreifende Veranstaltungen und Diskussionen und wirken so auch identitätsstiftend. Ihre kulturelle Seite dient zudem dazu, Aktivisten an die Bewegung zu binden, neue Anhänger zu mobilisieren und über Veranstaltungen wie beispielsweise Solidaritätskonzerte Kampagnen zu finanzieren. Als Kommunikationsmedien fungieren seit den 1980er-Jahren vor allem szeneinterne Zeitschriften wie "Interim" oder "radikal" bzw. Websites wie www.indymedia.org. Sie informieren über geplante und durchgeführte Organisationen, bieten Diskussionsforen und liefern auch schon mal Anleitungen, beispielsweise zum Bau von Brandsätzen.

Dass die autonome Szene nicht statisch, sondern ständig "in Bewegung" und somit Veränderungen unterworfen ist, wie es in einer ihrer Selbstdarstellungen zutreffend heißt, belegt die Entwicklung der Gruppe "Avanti – Projekt undogmatische Linke". Avanti entstand "aus einer Kritik an der Unverbindlichkeit, der mangelnden Kontinuität und fehlenden gesellschaftlichen Verankerung der damaligen Autonomen" im Oktober 1989 als Zusammenschluss der Autonomen Gruppe Kiel mit dem Lübecker Arbeitskreis antiimperialistischer Widerstand (AKAW). Begonnen als Linksautonome, hat Avanti in den letzten Jahren die szenetypischen Verhaltensmuster wie Unverbindlichkeit und Organisationsfeindlichkeit weitgehend abgelegt, ohne zugleich die zentralistisch-hierarchische Organisationsform kommunistischer Gruppierungen dadurch zu übernehmen. Während große Teile ihrer theoretischen Basis revolutionär-marxistischem Gedankengut entnommen sind, praktiziert sie in der politischen Arbeit eine breite Palette differenzierter Vorgehensweisen. Avanti sucht die Kooperation nicht nur mit dem autonomen Spektrum, sondern ausdrücklich auch mit nicht-extremistischen Kräften. So organisiert sie sich in städtischen Ortsgruppen; mittlerweile existieren vier in Schleswig-Holstein (Flensburg, Kiel, Lübeck, Norderstedt) und je eine in Bremen, Hamburg, Berlin und Niedersachsen (Hannover). Zugleich ist Avanti Teil der Interventionistischen Linken (IL), einem bundesweiten Zusammenschluss von Einzelpersonen und Gruppen aus der undogmatischen und linksautonomen Szene. Die IL betrachtet sich als maßgeblichen Teil einer organisierten linksradikalen Strömung, die sich durch "Intervention in praktische Kämpfe fortentwickeln" will und auf eine "bundesweite Organisierung der undogmatischen linksradikalen Strömung abzielt."

Erklärtes Ziel von Avanti ist die revolutionäre Überwindung der bestehenden Ordnung: "Unsere Überzeugung war und ist, dass die heutige Gesellschaft revolutionär verändert werden muss und dass die hierfür notwendige gesellschaftliche Gegenmacht nicht allein aus spontanen Bewegungen bestehen kann, sondern die Beteiligung revolutionärer Organisationen braucht." Zur Frage einer strategischen Anwendung gewaltsamer Aktionsformen bezieht Avanti klar Stellung: "Unsere Utopie ist die einer gewalt- und herrschaftsfreien Gesellschaft. Dennoch haben Revolutionärinnen immer wieder zum Mittel der Gewalt gegriffen."

Militanz als Selbstzweck

Diese Aussagen lassen ein Grundprinzip linksautonomen Handelns erkennen: ein hohes Maß an Gewaltbereitschaft. Auch wenn nicht alle von ihnen selber Gewalt ausüben, so befürworten sie in der Regel dennoch den Einsatz von Gewalt. Als Militanter gilt daher nicht nur der aktiv Handelnde, sondern auch derjenige, der Gewalt billigend in Kauf nimmt bzw. mit gewaltsamen Aktionen sympathisiert. Die linksautonome Gewaltbereitschaft basiert auf einem klaren Feindbild, zu dessen tragenden Säulen der Staat und die ihn nach linksautonomer Auffassung stützenden Rechtsextremisten zählen. Ihrem Verständnis nach bedingen Staat und Rechtsextremisten sich gegenseitig. Linksautonome zielen deshalb mit ihren sogenannten antifaschistischen Aktivitäten zugleich immer auch auf den Staat. Ihn wollen sie nicht reformieren, sondern auf revolutionärem Wege überwinden und durch eine "herrschaftsfreie Gesellschaft" ersetzen.

Um dieses Ziel zu erreichen, halten sie alle Widerstandsformen bis hin zum Einsatz von Gewalt für notwendig. Politisch motivierte Gewalt dient ihnen als "Geburtshelfer einer neuen Gesellschaft", denn um die herrschaftsfreie Gesellschaft zu errichten, muss zuvor der Staat als Garant der bisherigen Ordnung radikal beseitigt werden. Gewalt wird zudem als "Selbstbefreiung von verinnerlichten Herrschafts- und Gewaltverhältnissen" aufgefasst und gehört somit zu den tragenden Säulen linksautonomen Selbstverständnisses. So heißt es in einem ihrer Statements: "Die Anwendung von Gewalt/revolutionärer Gewalt halten wir unter bestimmten Voraussetzungen nicht nur für legitim, sondern auch für unverzichtbar. Wir werden uns nicht an den vom Staat vorgeschriebenen legalen Rahmen von Protest und Widerstand halten. Denn damit wären wir auch kontrollier-, berechen-, und beherrschbar. [...] Also – eine Absage an Gewalt wird es von uns nicht geben – nicht heute und auch nicht in Zukunft!!!!!"
Bereits ein Blick in die Historie der Linksautonomen lässt erkennen, welch hohen Stellenwert die Anwendung von Gewalt für ihr Selbstverständnis hatte und hat. In Anlehnung an die militante italienische Arbeiter- und Studentenbewegung "Autonomia Operaia", welche unabhängig von parteilichen oder gewerkschaftlichen Bindungen Sabotageakte in Fabriken verübte und die gewaltsame Auseinandersetzung mit dem Staat suchte, bildeten sich ab Mitte der 1970er-Jahre auch in der Bundesrepublik in "bewusste[r] Abgrenzung zur Politik der damaligen Linken" linksautonome Gruppierungen. Diese insbesondere aus den militanten Teilen der Anti-AKW-Bewegung und der Hausbesetzerszene stammenden Linksautonomen entwickelten sich seit Anfang der 1980er-Jahre zu einer eigenständigen Subkultur.

Während der Demonstration gegen den großen Zapfenstreich im Bremer Weserstadion am 6. Mai 1980 entzünden Linksautonome Dienstwagen der Bundeswehr und der Polizei. (© Radio Bremen, Foto: Peter Meier-Hüsing)

Über den Einsatz von Gewalt erlebte die autonome Bewegung auch ihre mediale Geburtsstunde: Am 6. Mai 1980 blockierten mehr als 10.000 Linksautonome das Bremer Weserstadion, in dem zu diesem Zeitpunkt der damalige Bundespräsident Karl Carstens eine öffentliche Vereidigung von Rekruten der Bundeswehr vornahm. Zahlreiche Bundeswehrfahrzeuge gingen in Flammen auf, ganze Straßenzüge wurden verwüstet.

Mitte der 1980er-Jahre entwickelten sich zunehmend militante Kerne aus den autonomen Gruppierungen und begannen sich zu spezialisieren. Es kam zur Annäherung zwischen den gewaltbereiten Linksautonomen und den terroristischen Revolutionären Zellen (RZ) bzw. ihrem radikalfeministischen Flügel, der Roten Zora. Gemeinsam versuchten sie, das linksautonome Spektrum durch eine "Propaganda der Tat", das heißt mittels militanter Interventionen, zu radikalisieren. RZ und Rote Zora lieferten den Linksautonomen konkrete Handlungsanleitungen für ihre Taten und wurden "so was wie ein Lehrer der militanten Autonomen in Sachen Technik des militanten Angriffs" und somit wegweisend für die gewaltbereite linksautonome Szene.

So neu, wie es zunächst erscheint, war diese Annäherung zwischen Autonomen und Terroristen nicht. Bereits "zwischen den linksradikalen Gruppierungen im Umfeld der Spontiszene in den 70er Jahren und den Stadtguerillagruppen 'RAF', 'Bewegung 2. Juni' und 'Revolutionäre Zellen/Rote Zora' existierte immer ein enges, wenn auch nicht widerspruchfreies Verhältnis." Trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung war das Jahr 1986, wo es nach eigener Aussage zu 60 Sprengstoffanschlägen, mehr als 250 Brandanschlägen und 150 Angriffen auf Hochspannungsmasten mit einer Schadenssumme im zweistelligen Millionenbereich kam.

Um die von Linksautonomen ausgehende Gewalt richtig einordnen zu können, muss man sich ihren Gewaltbegriff vergegenwärtigen. In Anlehnung an den Philosophen und Sozialwissenschaftler Herbert Marcuse und den norwegischen Friedensforscher Johann Galtung liegt die Ursache für Gewalt in den "kapitalistischen Produktionsverhältnissen". Diese üben keine physische, sondern eine auf gesellschaftlichen Strukturen wie Werte, Normen, Institutionen und Machtverhältnissen basierende "strukturelle Gewalt" auf ihre Bürger aus. Diese ist systemimmanent, drückt sich durch Ungleichheit unterschwellig aus und hindert den Einzelnen daran, sich seinen Anlagen und Möglichkeiten entsprechend frei zu entfalten. Da diese "Diktatur der Gewalt" den kapitalistischen Systemen inhärent ist, leiten nicht nur Linksautonome, sondern Linksextremisten im Allgemeinen daraus unter Berufung auf Marcuse ein Naturrecht von "unterdrückten" Minderheiten auf Widerstand ab. Marcuse prägte dafür das Prinzip "Gegengewalt". Es versteht sich ausschließlich als Reaktion auf die vermeintliche "Gewalt des Systems" und somit als ein reaktives und dadurch legitimes Mittel, um die herrschende Gewalt aufzubrechen und Veränderungen herbeizuführen.
Von diesem Gedanken ausgehend wird schon seit Jahren in der linksextremistischen Szene eine Debatte über das Für und Wider von Gewalt als Mittel zur Durchsetzung der eigenen Interessen geführt. In dieser "Militanzdebatte" geht es aber nicht um ein generelles Ja oder Nein zur Gewalt an sich. Einzig die Legitimität der Anwendung von Gewalt auch gegen Menschen und nicht allein gegen Sachen wird noch ernsthaft diskutiert. Zwar "rechtfertigt die Gewalt eines Systems, das über Leichen geht, jede Form von Widerstand. Es gibt allerdings die stille Übereinkunft der Nichtgefährdung von Unbeteiligten; wir nehmen also nicht den Tod von Menschen in Kauf." Im Gegensatz zu Marxisten-Leninisten, die den Einsatz von Gewalt auch gegen Menschen ausschließlich nach ihrem Nutzen für die eigenen Ziele beurteilen, muss sie dem linksautonomen Verständnis nach politisch für diejenigen vermittelbar sein, die man befreien will. Während weiterhin gezielte Gewalt gegen Menschen somit mehrheitlich abgelehnt wird, werden Polizisten und Rechtsextremisten davon ausdrücklich ausgenommen. Sie gelten als das personifizierte Feindbild eines jeden Linksautonomen, ihnen werden Menschenwürde und Grundrechte pauschal abgesprochen, Gewalt gegen sie gilt als legitim und vermittelbar.

Szenemagazine wie "radikal" oder "Interim" liefern konkrete Anleitungen zur praktischen Umsetzung von Gewalttaten, weshalb sie nahezu regelmäßig von den zuständigen Gerichten beschlagnahmt werden. In diesem Zusammenhang erschien im Frühjahr 2010 in Berlin eine Broschüre namens "Prisma". Unbekannte Verfasser griffen darin die Militanzdebatte erneut auf, plädierten für gezielte militante Aktionen und lieferten handbuchartige Anleitungen, wie sich schwere Straftaten begehen und Spuren vermeiden lassen. So enthält "Prisma" beispielsweise Beiträge über den Bau von Brandsätzen zur Zerstörung von Fahrzeugen, zur Herstellung von Molotowcocktails oder zur Blockade und Sabotage von Bahnstrecken und Straßen.

Ihren Ausdruck findet linksautonome Gewalt in erster Linie in Massenmilitanz, vornehmlich am Rande von Demonstrationen.

Vor dem Hundertwasserhaus in Magdeburg gehen Polizeibeamte mit Pfefferspray gegen Linksautonome vor. (© picture-alliance/dpa)

Dort agieren Linksautonome – einheitlich schwarz gekleidet und vermummt, um nicht von der Polizei identifiziert zu werden – vornehmlich aus einem "schwarzen Block" heraus gegen den politischen Gegner und die Repräsentanten des ihnen verhassten Systems. Der "Schwarze Block" dient dabei als "Schutz gegen Übergriffe von Polizei oder Neonazis" und bietet die Möglichkeit, "militant zu agieren." Er symbolisiert zugleich den "militanten, unversöhnlichen Bruch der Autonomen mit dem Gewaltmonopol des Staates." Klandestine Zellen, also konspirativ agierende Kleingruppen, verüben zudem Brandanschläge vor allem auf Luxus- und Firmenfahrzeuge, aber auch gegen öffentliche Einrichtungen wie Polizeireviere, Jobcenter und Behörden.

Ausblick

"Die" Linksautonomen gibt es nicht. Ihr Selbstverständnis ist nicht statisch, sondern "immer veränderlich ... und [kann] mit der Zeit ergänzt und abgeändert werden." Insofern war die autonome Szene nie homogen und wird es sicherlich nie sein.

Auch wenn es innerhalb des autonomen Spektrums immer wieder zu Zerwürfnissen und Abspaltungen kommt, insbesondere wenn es um das Verhältnis der Geschlechter geht, so verbinden die gemeinsamen Feindbilder Rechtsextremismus und Staat die unterschiedlichen linksautonomen Ausrichtungen. Der Kampf gegen staatliche Institutionen und Repräsentanten wie auch gegen die angeblich mit diesen verbündeten Rechtsextremisten ist das "Lebenselixier" des linksautonomen Spektrums. Er rechtfertigt die eigene Existenz, legitimiert das eigene Verhalten und die angewendeten Methoden, wodurch er das eigene Handeln mit dem Anschein einer auserwählten Mission umgibt.

Die Hauptgefahr für den demokratischen Rechtsstaat geht in der Auseinandersetzung mit dem autonomen Spektrum aber nicht primär von der ideologischen Agitation als vielmehr von ihrer hohen Gewaltbereitschaft aus. Zwar greift es zu kurz, Linksautonome nur über die von ihnen ausgehende Gewalt definieren zu wollen. Die jüngsten Anschläge auf das Schienennetz der Deutschen Bahn im Großraum Berlin, auf Kraftfahrzeuge und öffentliche Einrichtungen, aber auch die zunehmende Gewalt vor allem gegen Polizisten, unterstreichen jedoch den Stellenwert, den die gewaltsame Lösung von Konflikten bei den Linksautonomen einnimmt. Es bleibt daher abzuwarten, ob diese Entwicklung mit einer weiteren Radikalisierung und somit erhöhten Gewaltbereitschaft einhergeht. Legt man die Entwicklungen zu Beginn des Jahres 2011 zu Grunde, die eine quantitative und qualitative Zunahme linksextremistischer Gewalt attestieren, so muss davon ausgegangen werden, dass die Hemmschwelle zur Gewalt in der linksautonomen Szene weiter sinken könnte bzw. sehr niedrig bleiben wird.

Pippi Langstrumpf dürfte das alles nicht so sonderlich stören. Ihre Schöpferin Astrid Lindgren hat sie nie erwachsen werden lassen. So kann nur spekuliert werden, ob sie jemals eine Linksautonome geworden wäre. Gewalt, das kann man wohl zu Recht annehmen, hätte sie sicherlich nicht als Mittel zur Problemlösung eingesetzt.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Externer Link: Bericht Veranstaltung autonome Vernetzung [2.11.2011].

  2. Eckart Thurich, pocket politik. Demokratie in Deutschland, Bonn 2006.

  3. Perspektiven autonomer Politik, Hg. AK Wantok, Berlin 2011, S. 188. – Hinter AK Wantok verbirgt sich ein Netzwerk von Linksautonomen, die sich alle in den 1990er-Jahren in entsprechenden Zusammenhängen zu engagieren begannen.

  4. "Anarchie als Minimalforderung", in: radikal Nr. 97, Aug. 1981, S. 10.

  5. Vgl. Externer Link: Klaus Farin, Gefühl und Härte – die Autonomen [2.11.2011].

  6. Vgl. insb. die Studien des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer zum Rechtsextremismus.

  7. Antifa-Gruppen sind Personenzusammenschlüsse, die sich vorwiegend am linksextremistischen Antifaschismusverständnis orientieren. Im Vordergrund stehen Recherchen über die rechtsextremistische Szene, öffentlichkeitswirksame Aktivitäten und Kampagnen sowie theoretische Diskussionsprozesse innerhalb der Gruppen. Die Antifa-Szene versteht sich aber heutzutage nicht mehr als eine "Ein-Punkt-Bewegung". Da sie zudem dem linksautonomen Spektrum hinsichtlich ihrer ideologischen Grundausrichtung, ihres teilweise subkulturellen Aussehens und ihrer grundsätzlich antistaatlichen, antikapitalistischen und antidemokratischen Einstellung sehr stark ähnelt, werden die Begriffe "Antifa" und "Autonome" hier synonym verwandt.

  8. Vgl. Landesamt für Verfassungsschutz Hessen, "Staat. Nation. Kapital. Scheiße." – Einblick in die autonome Bewegung, Wiesbaden 2010, S. 2.

  9. Vgl. Harald Bergsdorf/Rudolf van Hüllen, Linksextrem – Deutschlands unterschätzte Gefahr?, Paderborn 2011, S. 64.

  10. Externer Link: Grundsätze der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB) [7.2.2011].

  11. Perspektiven (Anm. 3), S. 198.

  12. Externer Link: Rudolf van Hüllen, "Antiimperialistische" und "antideutsche" Strömungen im deutschen Linksextremismus [27.11.2009].

  13. Vgl. Carsten Koschmieder, Die Entstehung der "Antideutschen" und die Spaltung der linksradikalen Szene, in: Ulrich Dovermann (Hg.), Linksextremismus in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2011, S. 183–200, hier 189. – Der Grund für die Abspaltung war der von der Bundesrepublik unterstützte Kosovokrieg der NATO gegen Serbien. Während die "Antinationalen" neben dem deutschen auch den serbischen Nationalismus ablehnten, solidarisierten sich die "Antideutschen" mit den Serben als früheren Opfern des Nationalsozialismus.

  14. Externer Link: Rudolf van Hüllen, "Antiimperialistische" und "antideutsche" Strömungen im deutschen Linksextremismus [27.11.2009].

  15. Georgi Dimitroff, Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale im Kampf für die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus, in: ders., Gegen Faschismus und Krieg. Ausgewählte Reden und Schriften, Leipzig 1982, S. 49–136, hier 52.

  16. Externer Link: Grundsätze der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB) [7.2.2011].

  17. Perspektiven (Anm. 3), S. 195.

  18. Vgl. Udo Baron, Die linksautonome Szene, in: Dovermann (Anm. 13), S. 231–245, hier 237.

  19. Perspektiven (Anm. 3), S. 126.

  20. Ebd., S. 124.

  21. A.G. Grauwacke, Autonome in Bewegung. Aus den ersten 23 Jahren, 3. Aufl., Berlin u.a. 2003, S. 25. – Dieser Band gehört zu den zentralen Publikationen aus dem autonomen Milieu, hg. unter dem Pseudonym "A.G. Grauwacke". Grauwacke ist ein Sandstein und "gebräuchliches Material für Pflastersteine" wie es augenzwinkernd in der Erklärung der Autoren dieses Buches heißt.

  22. Vgl. Bergsdorf/van Hüllen (Anm. 9), S. 46.

  23. LfV Hessen (Anm. 8), S. 2.

  24. Grauwacke (Anm. 21), S. 143.

  25. Perspektiven autonomer Politik, Hg. AK Wantok, Berlin 2011, S. 195. Vgl. Harald Bergsdorf/Rudolf van Hüllen, Linksextrem – Deutschlands unterschätzte Gefahr?, Paderborn 2011, S. 60.

  26. Vgl. Externer Link: Protokoll der Autonomen Vollversammlung 12/2010 [12.1.2011].

  27. Vgl. Marie-Isabel Kane, Das Politikverständnis in linksautonomen Publikationsorganen, in: Dovermann (Anm. 13), S. 247–261, hier 247f.

  28. Grauwacke (Anm. 21).

  29. Selbstdarstellung von Avanti-Projekt undogmatische Linke, in: UNBEKANNT VERZOGEN. Veranstaltungsreihe zum Semesterbeginn 2011, Hannover 2011, S. 3.

  30. Vgl.Externer Link: Avanti Grundsatzpapier [2.11.2011].

  31. Vgl. ebd. Vgl. Verfassungsschutzbericht 2010, Hg. Niedersächsisches Ministerium für Inneres, Sport und Integration, Hannover 2011, S. 189ff.

  32. Vgl. Senator für Inneres und Sport, Verfassungsschutzbericht 2009, Bremen 2010, S. 37.

  33. Selbstdarstellung von Avanti-Projekt (Anm. 29), S. 4.

  34. Vgl.Externer Link: Avanti Grundsatzpapier [2.11.2011].

  35. Grauwacke (Anm. 21), S. 142.

  36. Vgl. Almut Gross/Thomas Schultze, Die Autonomen – Ursprünge, Entwicklung und Profil der autonomen Bewegung, Hamburg 1997, S. 56.

  37. Vgl. Bergsdorf/van Hüllen (Anm. 9), S. 34.

  38. Matthias Meltzko, Merkmale politisch motivierter Gewalttaten bei militanten autonomen Gruppen, in: Uwe Backes/Eckhard Jesse (Hg.), Jahrbuch für Extremismus & Demokratie 11 (1999), S. 180–199, hier 183f.

  39. "Legal, Illegal, Scheißegal!!! Aber lieber wie ein Fisch im Wasser als einsam und vertrocknet am Flußrand", in: Interim, Aug. 1995, S. 12 (Hervorheb. i. Orig.).

  40. Vgl. Geronimo, Feuer und Flamme. Zur Geschichte der Autonomen, 6. Auflage, Berlin 2002; Primo Moroni/Nanni Balestrini, Die goldene Horde. Arbeiterautonomie, Jugendrevolte und bewaffneter Kampf in Italien, Berlin 1994, S. 36ff.

  41. Perspektiven (Anm. 3), S. 188.

  42. Vgl. Gross/Schultze (Anm. 36), S. 9.

  43. Grauwacke (Anm. 21), S. 90.

  44. Ebd., S. 136.

  45. Geronimo (Anm. 40), S. 78.

  46. Grauwacke (Anm. 21), S. 144.

  47. Johan Galtung, Strukturelle Gewalt. Beiträge zur Friedens- und Konfliktforschung, Reinbek 1982.

  48. Herbert Marcuse, Repressive Toleranz, in: Robert Paul Wolff u.a., Kritik der reinen Toleranz, Frankfurt a. M. 1966, S. 127.

  49. "Militanz muss vermittelbar sein", Interview mit Autonomen, in: taz, 18.6.2011.

  50. Vgl. die Militanzdebatte in den einschlägigen Internetforen der linken Szene wie Indymedia.

  51. Prisma steht für "prima radikales info sammelsurium militanter aktionen".

  52. Zeitschrift Prisma: "Bau dir deine Bombe", Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport Nr. 161, 19.8.2010.

  53. Perspektiven (Anm. 3), S. 190.

  54. Meltzko (Anm. 38), S. 184f.

  55. Externer Link: Selbstverständnis der autonomen Gruppierung La Rage [7.3.2011].

Dr. phil., Niedersächsisches Ministerium für Inneres, Hannover.