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Das Leben der Anderen – Wieslers Verweigerung

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? 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Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? 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Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. 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Das Leben der Anderen – Wieslers Verweigerung

Manfred Wilke

/ 27 Minuten zu lesen

"Das Leben der Anderen" war ein Welterfolg. In Deutschland löste der oscar-prämierte Film Kontroversen aus: Ein Stasi-Offizier als positiver Held war eine Provokation. War die Filmhandlung eine Fiktion, oder beruhte sie auf authentischen Ereignissen der DDR-Geschichte?

I. Die Macht der Musik – die Filmidee

Florian Henckel von Donnersmarck fand die idealistische Idee zu seinem Film "Das Leben der Anderen" (2006) beim Lesen der Erinnerung des russischen Schriftstellers Maxim Gorki an Wladimir I. Lenin. Dieser habe – so erinnerte sich Gorki – die "Appassionata" von Beethoven geliebt, konnte sie aber nach der Revolution nicht oft anhören, weil seine seelische Verfassung dies verhinderte. Lenin sah in dieser Sonate "eine erstaunliche, nicht menschliche Musik". Nachdem die Bolschewiki an der Macht waren, konnte er sie nicht allzu oft hören, zu sehr lähmte sie seine politische Entschlusskraft: "Sie greift die Nerven an, man möchte liebevolle Dummheiten sagen und den Menschen die Köpfe streicheln [...]. Aber heutzutage darf man niemandem den Kopf streicheln – die Hand wird einem abgebissen, man muss auf die Köpfe einschlagen, mitleidlos einschlagen [...]!" Es war der Kontext des russischen Bürgerkriegs, in dem diese Worte gefallen sind. Der Begründer des Sowjetstaates und der kommunistischen Weltbewegung hat mit diesen Worten selbst den Widerspruch zwischen der humanistischen Vision des sozialistischen Ziels und der terroristischen Praxis der an der Macht befindlichen Bolschewiki benannt. Sein Nachfolger Josef W. Stalin sollte durch seine terroristische Politik innerhalb der Sowjetunion die humane Vision endgültig zur ideologischen Rechtfertigung der Macht degradieren. Der Widerspruch zwischen dem humanistischen Ziel und den terroristischen Mitteln kommunistischer Herrschaft blieb ein unlösbares Problem dieser Diktaturen. Die Ideologie des kommunistischen Endziels konnte der herrschende Parteiapparat aber nicht aufgeben, da sie sein Machtmonopol legitimierte.

Wie im "Rausch" zog Henkel von Donnersmarck aus dem Bericht über die Wirkung großer Musik auf den russischen Revolutionär die Konsequenzen für die Story des Films. Er stellte sich vor, wie der Lauscher des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR eine solche Musik nicht zum Vergnügen hört, sondern im Dienst durch seine Kopfhörer, als er einen "Feind seiner Ideen" bespitzelt, der aber ebenfalls ein "Freund dieser Musik" ist. Musik als Katalysator von

Hautpmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe). Szenenfoto aus "Das Leben der Anderen" – als DVD erhältlich. (© Disney, Buena Vista Home Entertainment, Inc. 2006)

Hauptmann Gerd Wieslers Verweigerung – war das wirklich ein überzeugendes Motiv, auf dem die Handlung des Films aufgebaut werden konnte?

Die Idee des Filmprojektes bedurfte einer Geschichte für das Drehbuch, sie bestimmte bereits das kulturelle Milieu, in dem er spielen sollte. Schriftsteller, Schauspieler und Intellektuelle waren für eine Weltanschauungsdiktatur immer eine Risikogruppe; denn gesellschaftliche Veränderungen beginnen in den Köpfen der Menschen. Daher gehörten Zensur und Sprachlenkung ebenso wie die geheimpolizeiliche Überwachung der Bevölkerung zu den Herrschaftsmethoden dieser Diktatur. Aus Sicht der Macht mussten die "Kulturschaffenden" von der Geheimpolizei besonders intensiv überwacht werden. Die Geschichte von Wissenschaft und Kultur in der DDR war geprägt von vielen Konflikten, die Künstler und Wissenschaftler mit der Staatsmacht hatten. Solche wirklich stattgefundenen Konflikte mussten das Material liefern für die Geschichte, die "Das Leben der Anderen" erzählen sollte.

An diesem Punkt der Realisierung seines Films suchte der Drehbuchautor die historische Beratung über das historische Material für sein Drehbuch. Florian Henckel von Donnersmarck war 17 Jahre alt, als die Mauer fiel, er war also angewiesen auf Zeitzeugen, um sein Drehbuch zu schreiben. Er nahm sich für diese Recherche viel Zeit und befragte systematisch Zeitzeugen, auch ehemalige MfS-Offiziere. Diese offene Haltung schuf Raum für das kontroverse Gespräch zwischen uns über inhaltliche Fragen seines Drehbuchs. Die zentrale Kontroverse mit mir betraf die Frage: Konnte seine Filmidee in der Handlung seines Films überzeugend dargestellt werden? Ich hatte meine Zweifel und betonte die Notwendigkeit, die Musik mit Widersprüchen im Ablauf des Operativen Vorgangs (OV) Dreyman zu verbinden. Das geschieht im Film: Wieslers Auftrag bei der Bespitzelung eines Schriftstellers bringt sein Koordinatensystem als Geheimpolizist und Kommunist durcheinander, er verliert den klaren Bezug zum ideologisch vorgegebenen Feindbild.

II. Das Drehbuch und seine historischen Quellen

Das DDR-Bild des Films

Wollte der Film über Struktur und Mechanismen der SED-Diktatur aufklären, so mussten verschiedene, historische Grundfragen für die Gestaltung des Drehbuchs geklärt werden. Das DDR-Bild, das der Film zeigen sollte, war das ihrer politischen Ordnung, also das einer kommunistischen Diktatur. Um diese DDR-Wirklichkeit im Film zu zeigen, bedurfte es menschlicher Konflikte, die der Machtanspruch der Partei verursachte. Damit rückte der Film die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) als Staatspartei und ihre zentralistische Struktur in den Blick.

Die SED-Führung legte die Erwartungen an "ihre Menschen" inner- und außerhalb der Partei fest in Form von Programmen, Plänen, Direktiven und klaren Grenzziehungen. Ideologisch lag ihrer Politik ein vom Marxismus-Leninismus formuliertes dichotomisches Weltbild zugrunde, das bestimmt wurde vom Klassenkampf, den die Kommunisten in der DDR und in der Weltpolitik für den Sozialismus und gegen den Imperialismus führten. Innenpolitisch kodifizierte das politische Strafrecht die Grenzen, in denen sich die DDR-Staatsbürger zu bewegen hatten.

Das dichotomische Weltbild war seitens der SED durch Sprachregelungen verbindlich strukturiert und erlaubte es den Parteifunktionären und ihren Geheimpolizisten, menschliches Handeln inner- und außerhalb der DDR politisch zu kategorisieren. Die ideologischen Sprachregelungen trafen besonders Kunst und Kultur, sie sollten hier selbstbestimmte, menschliche Individualität unterdrücken und es dem MfS ermöglichen, jene "Anderen", die sich nicht an die ideologischen Vorgaben der Partei hielten, zu erkennen, sie zu bespitzeln, zu bekämpfen, zu verhaften und diese Menschen in Objekte ihres Hasses zu verwandeln. Dem Hass auf die Feinde, den die Tschekisten für ihre Arbeit brauchten, komplementär war der Glaube an den Kommunismus, an das Glück kommender Generationen. In seiner Lektion an der MfS-Hochschule in Potsdam-Golm trichtert Wiesler den Studenten ein: "Bei Verhören arbeiten Sie mit Feinden des Sozialismus. Vergessen Sie nie, sie zu hassen."

In diesem Selbstverständnis lebt und arbeitet der MfS-Hauptmann Wiesler, bis er den OV Dreyman übernimmt. Das Drehbuch musste dieses abstrakte DDR-Bild in eine Geschichte übersetzen, in der die Konflikte zwischen der Partei und "ihren Menschen" gezeigt werden. Die Aufgabe des Historikers war es, geeignete Konflikte zwischen den SED-Machthabern und der Opposition aus der Ära Honecker für das Drehbuch zu suchen.

"Abweichler" unter den MfS-Offizieren?

Die Provokation des Films bestand in der dargestellten Verweigerung, die ein Stasi-Mann während der Bespitzelung eines Schriftstellers vollzog. Gehorsam und Disziplin wichen dem Zweifel. Zuvor hatte er die "Feinde des Sozialismus" verfolgt und sie in der Untersuchungshaft zu Geständnissen gezwungen, wie es sein Fahneneid von ihm forderte. Nun hörte er auf, ein willenloses Rädchen im Getriebe der Repression zu sein.

Grundlegend für die Glaubwürdigkeit des Films war – angesichts der deutschen Diskussion über das MfS der DDR – eine Antwort auf die Frage: Gab es in der Geschichte der Geheimpolizei und des Nachrichtendienstes überhaupt Abweichler und Verweigerer? Oder musste sich der Regisseur dem begründeten Vorwurf aussetzen, das Drehbuch arbeite mit einer Fiktion von einem "guten Stasi-Mann", die dazu angetan sei, die Staatssicherheit und ihre Tätigkeit in das milde Licht der Legende zu tauchen? War es gar die Absicht des Regisseurs, eine "Wohlfühldichtung für Mitläufer" der Diktatur zu inszenieren? – Unabhängig von der Unterscheidung zwischen einer Dokumentation und einem fiktiven Spielfilm musste Henckel von Donnersmarck mit solcher Kritik rechnen.

Historisch war die Antwort eindeutig: Es gab "Abweichler" in der Staatssicherheit. Das Ende ihrer Dienstzeit gestaltete sich sehr unterschiedlich; sie wurden abgesetzt, sie wechselten die Seiten und arbeiteten für einen westlichen Geheimdienst, oder sie wurden ermordet. Die ersten beiden Minister für Staatssicherheit, Wilhelm Zaisser und sein Nachfolger Ernst Wollweber, wagten als alte kommunistische Revolutionäre den Widerspruch gegen den SED-Generalsekretär Walter Ulbricht. Beide verloren ihr Amt, und Ulbricht ernannte Erich Mielke 1957 zum Minister, was er bis 1989 blieb. In seiner Amtszeit wurden die Aussteiger Major Gerd Trebeljahr (1979) und Hauptmann Werner Teske (1981) zum Tode verurteilt und hingerichtet. Werner Stiller, der von Ost-Berlin aus ein Agentennetz unter bundesdeutschen Physikern geführt hatte, die in die friedliche Nutzung der Kernenergie involviert waren, floh 1979 in die Bundesrepublik. Vor seiner Flucht hatte er als Doppelagent auch für den Bundesnachrichtendienst spioniert. Schließlich spielten die MfS-Offiziere Harald Jäger und Edwin Görlitz am Grenzübergang Bornholmer Brücke eine wichtige Rolle beim Fall der Berliner Mauer. Nach ihrer Darstellung haben sie am 9. November um 23.30 Uhr gegen ausdrücklichen Befehl eigenverantwortlich den Grenzübergang für die demonstrierenden Ost-Berliner geöffnet.

Für "Verräter" kannte Erich Mielke keine Gnade: "Wir sind nicht davor gefeit, dass wir mal einen Schuft unter uns haben. Wenn ich das schon jetzt wüsste, würde er ab morgen nicht mehr leben. Kurzen Prozess! Weil ich Humanist bin, deshalb habe ich solche Auffassungen." Das erklärte er 1982 vor seinen Generalen und fügte hinzu: "Das ganze Geschwafel von wegen nicht hinrichten und nicht Todesurteile – alles Käse, Genossen. Hinrichten, wenn notwendig auch ohne Gerichtsurteil." Als der 75-jährige Mielke Verrätern mit dem Tod drohte, verdeutlichte er zugleich: Die bolschewistische Parteiherrschaft gründete sich auf Gewalt und Terror.

Aber eine solche Abrechnung droht Wiesler zu Beginn des Films nicht, noch bewegt er sich im Koordinatensystem der tschekistischen Ideologie.

Das Untersuchungsorgan MfS im Strafverfahren

Dramaturgisch packend beginnt der Film im zentralen Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen. Ein Häftling wird "zugeführt". Wiesler tritt als pflichtbewusster MfS-Offizier auf, der einen Fall von "Republikflucht" aufzuklären hat. Der filmischen Darstellung von Wieslers Vernehmungen lagen die "Vernehmungsprotokolle" des Schriftstellers Jürgen Fuchs zu Grunde, der 1976/77 in Hohenschönhausen inhaftiert war. Nach seiner Abschiebung nach West-Berlin hat er diese Vernehmungen rekonstruiert und publiziert.

Der "ungesetzliche Grenzübertritt", wie die Flucht im Amtsdeutsch der DDR hieß, war nach § 213 ihres Strafgesetzbuches eine "Straftat gegen die staatliche Ordnung" und wurde mit bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug bestraft. Schon die Vorbereitung und der Versuch einer "Republikflucht" waren strafbar. Wiesler will von den Inhaftierten den Namen eines Fluchthelfers erfahren, der einem "Republikflüchtling" geholfen hat, die Berliner Mauer zu überwinden und dem somit entweder das "Verleiten zum Verlassen der DDR" oder gar "Menschenhandel" (§ 132) vorzuwerfen war. Aktive Fluchthilfe, die dazu beitrug, eine Person "ins Ausland" zu verbringen, war mit einer Freiheitsstrafe bis zu 8 Jahren bedroht.

Gewaltenteilung widersprach dem Prinzip der diktatorischen Macht der SED. Das MfS war Untersuchungsorgan im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren. Mit seinem Netz von "Inoffiziellen Mitarbeitern", so die Dienstbezeichnung der Spitzel, war das Ministerium nicht nur für die Überwachung der Bevölkerung zuständig, sondern auch für die Überprüfung der politischen Zuverlässigkeit der Kader der Justiz: "Bei der Berufung von Staatsanwälten und Richtern in Funktionen, die die Verantwortung für MfS-Sachen beinhalteten, besaß das MfS faktisch ein Vetorecht."

Das betraf vorrangig die für politische Delikte zuständigen Staatsanwälte und Haftrichter. Die Ermittlungen in Fällen von Republikflucht zählten zu den politischen Strafverfahren. Das Ermittlungsverfahren war eine Aufgabe der Staatssicherheit. Somit bestimmte in politischen Verfahren in der DDR "die Staatssicherheit von Anfang an maßgeblich den Gang der Untersuchung und den weiteren Verlauf des Verfahrens". Das MfS schlug dem Staatsanwalt auch das Strafmaß vor.

Partei und Staatssicherheit – zwei Perspektiven

"Das Leben der Anderen" sollte kein Stasi-Film werden, es ging Henckel von Donnersmarck um das Leben von Schriftstellern und Schauspielern in der DDR, die unter geheimpolizeiliche Überwachung gerieten. Die Dramaturgie des Films orientierte sich an den Polit-Thrillern, die aus Hollywood kamen.

Die zentrale Rolle des MfS für die Herrschaftssicherung der SED steht historisch fest. Gegenüber der Gesellschaft waren die SED und ihre Geheimpolizei untrennbar miteinander verbunden. Zwei Perspektiven waren nötig, um zum einen das Binnenverhältnis zwischen Partei und MfS und zum anderen das Agieren der Geheimpolizei gegenüber der Gesellschaft darzustellen.

Die erste Ebene war die der Macht. Der Film spielt im Kulturbetrieb der DDR; die herrschende SED trat in zweierlei Gestalt in diesem Kulturbetrieb in Erscheinung: die Partei als kulturpolitischer Akteur und ihre Geheimpolizei als Instrument der Kontrolle und Überwachung. Das Unterstellungsverhältnis des MfS unter die SED wird im Film durch den

MfS-Oberstleutnant Grubitz (Ulrich Tukur) und Kulturminister Bruno Hempf (Thomas Thieme). Szenenfoto aus "Das Leben der Anderen" – als DVD erhältlich. (© Disney, Buena Vista Home Entertainment, Inc. 2006)

Kulturminister Bruno Hempf, Mitglied des Zentralkomitees der Partei, und den MfS-Oberstleutnant Grubitz personalisiert. Als leitender Funktionär der Partei befiehlt Hempf Grubitz, den Schriftsteller Georg Dreyman zu überwachen. Er soll diskret einen "Operativen Vorgang" organisieren: "Es darf niemand etwas von dem OV mitbekommen, bis wir etwas gefunden haben. Aber wenn Sie gegen den etwas finden, dann haben Sie einen mächtigen Freund im ZK." (30) Mit diesem Gespräch wird der "Operative Vorgang" Dreyman eingeleitet, und Grubitz beauftragt Wiesler, den Lauschangriff zu organisieren. Er befiehlt ihm, die Überwachungsergebnisse ausschließlich ihm zu übergeben. Die Durchführung dieses Auftrags wird den Kommunisten Wiesler in eine Glaubenskrise stürzen, die der Film erzählt.

Die zweite Ebene der Darstellung ist die des DDR-Kulturbetriebs und der in ihm tätigen Schriftsteller, Schauspieler, Kritiker, Journalisten und Regisseure. Sie alle waren in ihrer Arbeit der Macht der Partei und der Kontrolle durch die Staatssicherheit unterworfen. In seinem Trinkspruch auf die "Kulturschaffenden" spricht Hempf offen aus, was die Partei von ihren Schriftstellern erwartet: "Ein großer Sozialist (ich weiß nicht mehr wer) hat einmal gesagt: Der Dichter ist der Ingenieur der Seele." Der Journalist Paul Hauser fragt den Minister: "Ingenieure der Seele ... Das war Stalin, den Sie zitiert haben." (32) Hempf lächelt und weicht in seiner Antwort aus, er bestätigt nicht Stalins Urheberschaft. Die Lebenswirklichkeit der Künstler unter der Allmacht der Staatspartei bringt in einem Streit mit Dreyman dessen Freundin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, kurz und bündig zum Ausdruck: "sie bestimmen, wer gespielt wird, wer spielen darf und wer inszeniert." (82) Als Sieland sich entschließt, die Verabredungen zum Sex mit dem Minister nicht mehr einzuhalten, befiehlt dieser ihre Verhaftung. Hempf sieht sich selbst als "bedeutenden Mann", er erwartet von der von seiner Gunst abhängigen Schauspielerin "Gefolgschaftstreue", auch im Bett. Die Wahrnehmung über die Machtverhältnisse im DDR-Kulturbetrieb werden deckungsgleich zwischen oben und unten.

Das MfS erzeugt Angst, um den Gehorsam gegenüber der Partei und ihrer Politik in der Gesellschaft durchzusetzen. Eine kleine Szene genügt, um dies im Film zu zeigen: Die Nachbarin sieht, wie das MfS in Dreymans Wohnung einbricht. Wiesler bemerkt es, und er droht: "Frau Meineke, ein Wort zu irgendwem, und Ihre Mascha verliert morgen ihren Medizin-Studienplatz. Verstanden?" (43) Ängstlich nickt die Frau. Ein Geschenk für ihre Verschwiegenheit soll sie zur Komplizin der Geheimpolizei machen.

Die "tschekistische Ideologie"

Die äußere Bedrohung der DDR durch die "imperialistischen Feinde", die "Antikommunisten" in der Bundesrepublik, die den sozialistischen Staat von außen bekämpften und in der DDR selbst "feindlich-negative Kräfte" unterstützten, begründete für die SED die Notwendigkeit, eine schlagkräftige Geheimpolizei zu schaffen. Es ging um die Sicherung des Weges zum Kommunismus, der ihren Terror und ihre repressive Gewalt gegenüber der Gesellschaft legitimierte. Diese dogmatische Überzeugung der regierenden, kommunistischen Partei schuf auch den besonderen Korpsgeist der MfS-Offiziere. Sie nannten sich stolz "deutsche Tschekisten" nach ihrem sowjetischen Vorbild, der "Tscheka".

Innerhalb des MfS kann von einer eigenen "tschekistischen Ideologie" gesprochen werden. Ihre drei zentralen Elemente waren:

a) Das MfS verstand sich als "Schild und Schwert" der Partei. Die Beschlüsse der SED waren die obersten Richtlinien für das Handeln des Ministeriums, seine hauptamtlichen Mitarbeiter waren in der Regel Mitglieder dieser Partei.

b) Das Ministeriums legitimierte sich als Organ der "Diktatur des Proletariats". Dieser Anspruch rechtfertigte bereits den Einsatz von repressiver Gewalt als Mittel des Klassenkampfes zum Schutz und für den Sieg des Sozialismus in der weltweiten Konfrontation mit dem westlichen Imperialismus. Diese Wahrnehmung der Blockkonfrontation führte zur Kultivierung und Vermittlung eines Feindbildes des "Imperialismus", der für die Wahrnehmung von innergesellschaftlichen und zwischenstaatlichen Konfliktlagen für die Angehörigen des MfS von ausschlaggebender Bedeutung war.

c) Die im Selbstverständnis der Tschekisten humanistische Zielbestimmung ihres Handelns legitimierte zugleich das geheimdienstliche und geheimpolizeiliche Methodenspektrum des Ministeriums, wie Spionage, Denunziation, Verfolgung der Andersdenkenden, Tötung von "Verrätern" und Anschläge auf gefährliche Feinde.

Diese Ideologie der "Weltanschauungskämpfer" gegen die inneren und äußeren Feinde diente den Tschekisten als persönliche Motivation, die im Glauben an die gute Sache wurzelte. Das Ziel begründete den Hass auf den Feind, wollte dieser doch den Aufbau des Sozialismus verhindern. Die Verhörszenen zu Beginn des Films zeigen die Funktion des Hasses für die Arbeit des Tschekisten. Allein die Verhaftung beweist schon, dass man es mit einem Feind oder einem "feindlich-negativen Element" zu tun hat. Es ist Parteiauftrag des MfS, sich aktiv und bedrohlich in das Leben der Anderen einzumischen, um es grundlegend zu ändern, wenn es nicht den Erwartungen der Partei entspricht.

III. Die "Westveröffentlichung" als Akt des Widerstands

Dreymans "Spiegel"-Artikel und das DDR-Strafrecht

Der Schriftsteller Georg Dreyman gilt in der SED und im MfS als linientreu. Nach dem Freitod eines mit Berufsverbot belegten Regisseurs entschließt sich Dreyman aber, seinen Protest gegen die Umstände des Todes seines Freundes zu publizieren und die seit 1977 geheim gehaltene Statistik über den Suizid in der DDR im Hamburger "Spiegel" zu veröffentlichen. Dreyman konnte über den Abdruck mit dem in Ost-Berlin akkreditierten "Spiegel"-Korrespondenten direkt verhandeln. Er tat dies in seiner Wohnung, von der er glaubte, sie sei nicht "verwanzt". Der Korrespondent sagt ihm den Abdruck zu und versichert dem Schriftsteller, die Anonymität des Autors zu wahren.

Erneut stellt sich hier die Frage: Fiktion oder nacherzählte Geschichte? Eine erste Antwort liefert das Verfahren für eine "Westveröffentlichung", die ein DDR-Schriftsteller einhalten musste. Das Büro für Urheberrechte musste sie vermitteln, und die Texte unterlagen damit automatisch der staatlichen Kontrolle. Im Fall des Suizid-Artikels war eine solche Genehmigung von vornherein ausgeschlossen. Die Statistik war geheim, ihre Veröffentlichung verstieß gegen eine Reihe von Paragraphen des DDR-Strafgesetzbuches, die der Film behandelt, ohne sie explizit zu zitieren.

So definierte § 97 des DDR-Strafgesetzbuches den Straftatbestand der "Spionage", der mit einer Freiheitsstrafe "nicht unter 5 Jahren" geahndet wurde. Der Tatbestand war weit gefasst und betraf alle "Nachrichten oder Gegenstände", die geheim zu halten waren und deren Verrat "zum Nachteil der Interessen der Deutschen Demokratischen Republik" von einer fremden Macht oder deren Medien verwandt werden können.

Unter die "Verbrechen gegen die DDR" fiel auch die "Landesverräterische Nachrichtenübermittlung" (§ 99). Auch die nicht "der Geheimhaltung unterliegenden Nachrichten" durften nicht für ausländische Medien gesammelt und dort "zum Nachteil der Interessen der Deutschen Demokratischen Republik" publiziert werden. Wer dies trotzdem tat, dem drohte eine "Freiheitsstrafe von 2 bis zu 12 Jahren."

Ebenso strafbar war die nicht von den Staatsorganen der DDR kontrollierte Kontaktaufnahme zu westlichen Journalisten, Wissenschaftlern oder Menschenrechtsorganisationen als "Ungesetzliche Verbindungsaufnahme" (§ 219), vergleichbar – auch im Strafmaß – dem "Ungesetzlichen Grenzübertritt", wie die Flucht aus der DDR in deren Amtsdeutsch umschrieben wurde.

Die Dissidenten, die Opposition und der Widerstand gegen die Parteidiktaturen im sowjetischen Imperium waren stets ein Thema für das Hamburger Magazin "Der Spiegel". Hier erschienen die Texte sowjetischer Dissidenten, polnischer und tschechischer Bürgerrechtler wie auch Essays und Interviews aus der DDR wie die von Robert Havemann oder Jürgen Fuchs. "Der Spiegel" zählte für die SED zu den gegnerischen Presseorganen, zu denen DDR-Bürger keinen unkontrollierten Kontakt unterhalten sollten. Taten sie es doch, gab es für die Strafverfolgung den Paragraphen über die "ungesetzliche Verbindungsaufnahme".

Die historische Vorlage

"SED unter Druck": "Spiegel"-Titel 2/1978 zum "Manifest der (DDR-)Opposition". (© Der Spiegel)

Das Manifest eines "Bundes demokratischer Kommunisten Deutschlands" aus der DDR wurde im Januar 1978 zur Titelgeschichte des "Spiegels". Entstehung und Inhalt des Textes diente dem Drehbuchautor als Vorlage, um die Geschichte von Dreymans "Westveröffentlichung" zu erzählen. Als Verfasser des Manifestes nannte das Magazin "mittlere und höhere Funktionäre der SED", die aus verständlichen Gründen auf ihre Anonymität Wert legten. Hauptverantwortlicher war, wie sich nach 1989 herausstellte, Hermann von Berg. 1978 lehrte er als Historiker an der Berliner Humboldt-Universität, in den 60er-Jahren hatte er im Presseamt des Ministerrats der DDR gearbeitet. Hier hatte er westdeutsche Journalisten und war im Vorfeld der neuen Ostpolitik der Bundesrepublik dort als "Reisekader" der DDR aktiv gewesen. Gleichzeitig hatte er als Inoffizieller Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS über seine Kontakte in der Bundesrepublik berichtet.

Nur wenige Jahre später rechnete der Historiker mit den Zuständen in der DDR ab und vertraute das Manuskript zur Publikation dem Ost-Berliner "Spiegel"-Korrespondenten Ulrich Schwarz an. In dem Manifest wurden Stalinismus und der Nationalsozialismus, was ihre terroristischen Qualitäten anlangte, als "Zwillinge" bezeichnet. Die wirklichen Verhältnisse in der DDR wurden durch in Suggestivfragen gekleidete Feststellungen charakterisiert, darunter auch diese: "Warum ist die DDR Weltspitze bei Ehescheidungen, Selbstmordraten und Alkoholmissbrauch?" Die Veröffentlichung der unterdrückten Suizid-Zahlen bildete den "Geheimnisverrat" in Dreymans "Spiegel"-Artikel im Film.

Den Hauptangriff richtete das Manifest gegen die "Clique an der Spitze", sie schade "der sozialistischen Idee in Deutschland und Europa mehr als alle sogenannte Feind-Propaganda". Seine Publikation beantwortete die "Clique" mit der Schließung des "Spiegel"-Büros in Ost-Berlin. Von Berg geriet unter Verdacht, wurde für kurze Zeit vom MfS verhaftet, konnte aber seine wissenschaftliche Arbeit fortsetzen. Erst 1985 verlor er nach der nicht genehmigten Publikation von zwei Büchern in der Bundesrepublik seine Professur, trat aus der SED aus, wurde ausgebürgert und konnte 1986 in die Bundesrepublik ausreisen. Das war nach der Biermann-Ausbürgerung 1976 eine zunehmende Konfliktlösung für prominente Künstler, Schriftsteller und kritische Wissenschaftler; die SED schob sie in die Bundesrepublik ab, um sich negative Schlagzeilen in der internationalen Presse über politische Gefangene in der DDR zu ersparen.

Das Drehbuch zum Film entstand 15 Jahre nach dem Untergang der DDR und um Strukturen und Mechanismen der Diktatur darstellen zu können, musste sich Henckel von Donnersmarck auf Zeugnisse des Protestes gegen die SED-Herrschaft stürzen. Nach 1990 wandelte sich die Bedeutung dieser Texte, die – als sie geschrieben wurden – Ausdruck des Protestes gegen eine allmächtige Diktatur waren und die sich nach deren Sturz als Wegmarken für den Verfall der totalitären Macht der Kommunisten erwiesen.

IV. Wer ist der Feind? –
Vom Selbstzweifel zur Verweigerung

Henckel von Donnersmarck orientiert sich bei der Erzählung von Wieslers Glaubenskrise an ursprünglich zutiefst christlichen Glaubenszweifeln: Kommt im Jenseits das versprochene Paradies wirklich? Die Kommunisten versprachen, es auf Erden zu errichten. Der Missbrauch des Glaubens durch die Kleriker, den die Kirchengeschichte kennt, wird zur Analogie für diesen Kommunisten in der DDR. Als Wiesler den Missbrauch im OV Dreyman erkennt, verweigert er die Durchführung seines Auftrags. Ob daraus schon die Umkehr aus einem Irrweg wird, lässt der Film offen.

Zu Beginn des Films hält Wiesler sich als linientreuer Kommunist buchstäblich an den MfS-Fahneneid, der ihn verpflichtete, "die Feinde des Sozialismus auch unter Einsatz meines Lebens zu bekämpfen und alle mir gestellten Aufgaben zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit zu erfüllen." Bei Wiesler sind die emotionalen Dispositionen eines gläubigen Kommunisten noch vorhanden, als er den OV Dreyman übernimmt. Allerdings ist er schon kritisch gegenüber dem zynischen Karrierismus in den Reihen der Tschekisten, wie ihn sein Vorgesetzter Grubitz verkörpert. Zugleich sehnt Wiesler sich nach dem von seiner Partei mit Gewalt versprochenen irdischen Paradies. Von dem war im grauen Alltag des "realen Sozialismus'" der DDR nichts zu spüren, nichts deutete darauf hin, dass das Glück für alle vor der Tür stand.

Sehr schnell entdeckt Wiesler jedoch, dass der eigentliche Grund für den Lauschangriff auf den Schriftsteller ein höchst privater ist.

Die Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck) und ihr Lebensgefährte Georg Dreyman (Sebastian Koch). Szenenfoto aus "Das Leben der Anderen" – als DVD erhältlich. (© Disney, Buena Vista Home Entertainment, Inc. 2006)

Die Liebesbeziehung zwischen der Schauspielerin Sieland und dem Schriftsteller Dreyman stört den Kulturminister, der mit Sieland ein Verhältnis hat, das als "Unzucht mit Abhängigen" dargestellt wird. Wieslers Dienstverweigerung entspringt der Erkenntnis, dass es bei diesem OV nicht um den Kampf gegen den imperialistischen Feind des Sozialismus geht, sondern dass ein hoher Parteifunktionär die Geheimpolizei benutzt, um einen Rivalen aus dem Weg zu räumen.

Es ist die in dem "Spiegel"-Manifest" gegeißelte, moralische Verkommenheit der "Clique an der Spitze" der SED, zu der Hempf zählt, die den OV Dreyman für den Kommunisten Wiesler zur moralischen Selbstprüfung werden lässt. Geht es wirklich um den Kampf gegen imperialistische "Diversion", oder wird das MfS missbraucht, um die Liebesaffäre eines Ministers zu Gunsten der Macht zu entscheiden? Angesichts dieser moralischen Entscheidungssituation hilft der Hass auf die Feinde des Sozialismus nicht weiter. Wer ist in diesem konkreten Fall ein Feind des Sozialismus? Die bedrängte Schauspielerin, der Schriftsteller, der bislang vermieden hatte, Position zu beziehen in den innenpolitischen Auseinandersetzungen in der DDR, oder der Minister, der mit Wieslers Hilfe Belastungsmaterial gegen Dreyman zu finden hofft, um die Schauspielerin unter Druck zu setzen, diese Beziehungen zu beenden? Wiesler gerät in Selbstzweifel, da sein geheimpolizeiliches Freund-Feind-Schema nicht mehr stimmt.

An dieser Stelle im Film setzt der Drehbuchautor nun die Musik als Katalysator für Wieslers Entscheidung ein. Die idealistische Filmidee, dass kein Knecht der Diktatur mehr sein könne, wer einmal mit wirklicher Kunst konfrontiert worden sei, wird filmisch umgesetzt. Henckel von Donnersmarck glaubt an die verändernde Kraft der Musik, die in der Lage ist, den Panzer eines ideologischen Weltbildes zu durchdringen und das individuelle Gewissen zu reaktivieren, das zu selbstbestimmtem Handeln führt. Während Wiesler Dreyman bespitzelt, muss er die "Sonate vom Guten Menschen" mithören. Der Schriftsteller fragt nach dem Spiel der Sonate mit Bezug auf Gorkis Geschichte über die Wirkung der "Apassionata" auf Lenin die Schauspielerin: "Kann jemand, der diese Musik gehört hat, wirklich gehört hat, noch ein schlechter Mensch sein?" Das Drehbuch vermerkt an dieser Stelle eine Kameraeinstellung: "Wiesler von vorne. Auf seinem Gesicht liegt ein vorher noch nie gesehener Ausdruck." (77) Die Musik hat tatsächlich in Wiesler sein von der tschekistischen Ideologie verschlossenes Empfinden für seine Mitmenschen geöffnet. Die Dienstverweigerung nimmt ihren Anfang.

"Das sind schlimme Männer, die andere einsperren": Begegnung Wieslers (Ulrich Mühe) mit einem Jungen mit Ball (Paul Maximilian Schüller). Szenenfoto aus "Das Leben der Anderen" – als DVD erhältlich. (© Disney, Buena Vista Home Entertainment, Inc. 2006)

Vor seiner Haustür begeht er die erste Verletzung seiner Dienstpflicht. Ein spielender Junge springt seinem Ball nach und fragt ihn, ob es stimme, dass er für die Stasi arbeite. Wiesler antwortet mit einer Gegenfrage, ob er denn überhaupt wisse, "was das ist, die Stasi?" – "Das sind schlimme Männer, die andere einsperren, sagt mein Papi." Reflexartig will Wiesner den Namen des Vaters ermitteln und hält dann aber im Satz inne. (78) Wiesler lässt die von ihm geforderte "Wachsamkeit" außer Acht. Die Angehörigen des MfS hatten für die Einhaltung der "sozialistischen Gesetzlichkeit" zu sorgen, und die von dem Jungen wiedergegebene Äußerung seines Vaters über die Staatssicherheit erfüllte den Tatbestand der "Öffentlichen Herabwürdigung" (§ 220): "Wer in der Öffentlichkeit die staatliche Ordnung oder staatliche Organe, Einrichtungen oder gesellschaftliche Organisationen oder deren Tätigkeit oder Maßnahmen herabwürdigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren [...] bestraft." Wiesler duldet einen Gesetzesverstoß, ohne ihm nachzugehen. Im Abschied spricht der Junge den Stasi-Mann frei: "Du bist aber kein schlimmer Mann." (79)

V. Die Verweigerung

Nach Wieslers innerem Bruch wird der Ernstfall Wirklichkeit: Dreyman entschließt sich, Position zu beziehen. Er schreibt einen Artikel für den "Spiegel", und Hauptmann Wiesler verfestigt den Bruch. Er sorgt dafür, dass sein Vorgesetzter nichts von dieser strafbaren Handlung erfährt, und fälscht die Überwachungsberichte. Erst nach dem Erscheinen von Dreymans Artikel beginnt das MfS eine hektische Suche nach dem Autor, und Wiesler gerät unter Verdacht.

Da die Schauspielerin sich dem Minister verweigert, ordnet Hempf ihre Verhaftung an: "Ich will sie auf jeden Fall nicht wieder auf einer deutschen Bühne spielen sehen." (120) Sieland wird verhaftet und Wiesler mit ihrer Vernehmung betraut. Es geht um das Versteck der Schreibmaschine, auf der Dreyman seinen Artikel verfasst hat. Wiesler nutzt seine Möglichkeiten als MfS-Offizier, um verfolgten Menschen zu helfen. Der Preis für Sielands Freilassung ist der Verrat des Verstecks in Dreymans Wohnung, in dem die "Beweismittel" liegen, die das MfS sucht. Wiesler kennt den Platz längst durch seine Überwachungstätigkeit. Zu Beginn des Verhörs wird die Schauspielerin von Wiesler als Inoffizielle Mitarbeiterin des MfS verpflichtet. Das ermöglicht es ihm, sie nach ihrem Geständnis auf freien Fuß zu setzen, damit sie am Abend wieder vor ihrem Publikum stehen kann.

Wiesler (Ulrich Mühe) und Grubitz (Ulrich Tukur) in Hohenschönhausen. Szenenfoto aus "Das Leben der Anderen" – als DVD erhältlich. (© Disney, Buena Vista Home Entertainment, Inc. 2006)

Nachdem Sieland von Wiesler als IM geworben wurde, bemerkt Grubitz ihr gegenüber bei der Entlassung aus Hohenschönhausen: "Vergessen Sie nicht: Sie sind jetzt IM. Das bedeutet Pflichten wie vollkommene Konspiration und Verschwiegenheit. Aber auch Privilegien." (137)

Noch bevor Grubitz sein Durchsuchungskommando zusammengestellt hat, ist Wiesler bereits in Dreymans Wohnung, um die Schreibmaschine zu beseitigen. Als das Durchsuchungskommando vor Dreymans Wohnungen auftaucht, gerät die Schauspielerin in Panik über ihren Verrat und begeht Suizid.

VI. Akteneinsicht

Zurück zur Frage nach Fiktion oder erlebter Geschichte. Dieser Aufsatz hat den Nachweis geführt, dass Henkel von Donnersmarck die Geschichte des Films auf der Basis von historischem Material erzählt. Obwohl die MfS-Offiziere als "Wächter des Sozialismus" einen besonderen Korpsgeist besaßen, mehrten sich selbst in ihren Reihen nach dem Machtantritt Michail Gorbatschows 1985 die Zweifel über die Zustände in der DDR, mit denen sie in ihrer Arbeit konfrontiert wurden und über die sie die Parteiführung auch informierten. Diese beantwortete ihre Informationen mit lähmender Untätigkeit. Die SED-Führung schloss die Augen vor der wirklichen Lage und verfiel in Agonie.

Wiesler verweigert sich, als er erkennt, dass die Parteifunktionäre selbst nicht mehr an den Kommunismus glauben. Sie verfolgen eigensüchtige Ziele, ihnen geht es um Privilegien und persönliche Macht, sie schrecken vor Machtmissbrauch nicht zurück. Wieslers Kraft reicht nicht zum Widerstand, er weigert sich nur, das in dem OV geforderte Ergebnis zu liefern.

Diese innere Kündigung war in der SED 1989 vielfach zu beobachten. Es gab im Verlauf der friedlichen Revolution eine Reihe von Verweigerungshandlungen von SED-Funktionären gegen die Linie der Partei, die den Sieg der friedlichen Revolution beförderten: Als am 9. Oktober 1989 die SED-Führung die Montagsdemonstrationen in Leipzig durch Sicherheitskräfte gewaltsam beenden wollte, stellten sich drei Bezirkssekretäre der Partei gemeinsam mit dem Dirigenten Kurt Masur und anderen gegen dieses Vorhaben, indem sie einen Aufruf zur Besonnenheit veröffentlichten und sich darin für freien Meinungsaustausch aussprachen. Einen Tag zuvor hatte der Dresdener Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer eine Gruppe von Demonstranten empfangen, um mit ihnen ein Gespräch über die Lage in der Stadt zu vereinbaren. Und sein Ost-Berliner Amtskollege beteiligte die Opposition an dem städtischen Untersuchungsausschuss, der die Polizeieinsätze gegen Demonstranten in Berlin am 7. und 8. Oktober 1989 untersuchen sollte. Auch dank solcher Handlungsweisen zerbrach das Machtmonopol der SED vor Ort.

Mit der Figur Wiesler rückt der Film eine gebrochene Biografie aus der Endzeit der DDR in den Mittelpunkt. Er zeigt in überzeugender Weise die Mechanismen der Repression im SED-Staat. Er zeigt auch, wie in dessen Endzeit ein Kommunist erkennt, dass er nicht für einen Menschheitstraum Feinde jagt, sondern im Interesse einer zynischen Clique an der Spitze von Partei und Staat Menschen verfolgt, die ihr eigenes Leben selbstbestimmt gestalten wollen.

Georg Dreyman (Sebastian Koch) beim Studium seiner Stasi-Akten. Szenenfoto aus "Das Leben der Anderen" – als DVD erhältlich. (© Disney, Buena Vista Home Entertainment, Inc. 2006)

Der Film endet mit Dreymans Akteneinsicht. Erst nach Öffnung der MfS-Archive kann er in seiner Stasi-Akte die von Wiesler gefälschten Observationsberichte lesen. Das ist ein unaufdringliches, aber überzeugendes Plädoyer des Films für die Notwendigkeit, die MfS-Unterlagen für die Opfer der Repression zu öffnen.

Es war ein Stück nachträglicher Selbstbefreiung aus dem Überwachungsstaat, zu erfahren: Wer war wer in der DDR? Die Stasi beschäftigte 1989 91.000 hauptamtliche MfS-Mitarbeiter, von denen rund 13.000 ein Heer von 170.000 Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) dirigierten, um den SED-Wahn von der flächendeckenden Überwachung einer ganzen Gesellschaft zu realisieren.

In Analogie zu Wolfgang Staudtes berühmtem DEFA-Film "Die Mörder sind unter uns!" (1946) wollte Florian Henckel von Donnersmarck keinen Film drehen mit dem Titel: "Die Spitzel sind noch unter uns!" Eine solche Verengung auf diktatorische Vergangenheitsbewältigung in Deutschland war nicht sein Ziel. Sein Drehbuch sollte vielmehr eine fiktive Geschichte im Stil eines Thrillers aus Hollywood erzählen, die allerdings auf historischem Material basierte. Die Authentizität des Films sollte den Zuschauern unter die Haut gehen.

VII. Der Film und die Aufarbeitung
der Geschichte der SED-Diktatur

Dem Film genügt eine flüchtige Szene, um die Zeit anzuzeigen, in dem die Handlung spielt. Am Ende seiner Stasi-Karriere liegt in Wieslers Auto das "Neue Deutschland" vom 11. März 1985. Aufmacher des Blattes: "Neuer Generalsekretär der KPdSU gewählt: Michail S. Gorbatschow." Der Film erzählt somit eine Geschichte aus der DDR in der Endphase des sowjetischen Imperiums.

Die unbeschränkte Macht der Kommunisten über ihre Gesellschaften erodierte bereits, als Gorbatschow in Moskau die Macht übernahm. Der Verfall der kommunistischen Macht war die Voraussetzung für die friedliche Revolution in der DDR 1989. Hinter den Bildern vom Sieg des Volkes verschwand der Zerfall der kommunistischen Herrschaft aus dem Blickfeld, der dem Herbst 1989 vorausging. In der Figur des MfS-Hauptmanns Wiesler wird die Erosion der kommunistischen Macht auf der Leinwand wieder lebendig. Es ist eine Zeit des Übergangs, zwar funktionieren die Strukturen und Mechanismen der Diktatur noch, aber zugleich beginnen Menschen, sich über deren Vorschriften und Verbote hinwegzusetzen. Das gilt für den Schriftsteller ebenso wie für den Stasi-Offizier.

Der Glauben der Kommunisten an eine sozialistische Zukunft, die von ihrer gewaltsamen Entschlossenheit abhing, sie durchzusetzen, war vergangen. Die Kader der SED und ihrer Geheimpolizei hatten ihr Selbstvertrauen verloren. Am Ende ihrer Herrschaft blieb vom Glauben an den Kommunismus das Streben nach individueller Karriere und nach Privilegien, für die man nicht das eigene Leben aufs Spiel setzt.

Erst nach dem Sieg der Demokratie in der DDR konnte die Geheimpolizei des SED-Regimes aufgelöst und moralisch geächtet werden. Über das MfS diskutieren die Deutschen seit 1989 in einem klar strukturierten Täter-Opfer-Schema mit eindeutiger Rollenverteilung. Die Bösen waren die Leute von der Stasi.

Die Rehabilitierung ihrer Opfer in den 40 Jahren ihres verbrecherischen Wirkens wurde nach der deutschen Vereinigung vor allem als eine Frage der Gerechtigkeit und der politischen Moral verstanden. Das Gedenken an die Toten, an das menschliche Leid der Opfer und die Erinnerung an die Verbrechen der gestürzten SED-Diktatur sind in einer demokratischen, von der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus geprägten, staatlichen Erinnerungskultur in Deutschland zwingend. Die Gegenposition, eingekleidet in die guten Seiten der Alltagsgeschichte der DDR, vertritt gegenwärtig die Partei "Die Linke", in der die SED-Nachfolge-"Partei des Demokratischen Sozialismus" 2006 aufgegangen ist.

Angesichts dieses Meinungsklimas wagte Henckel von Donnersmarck mit seinem positiven Helden, einem fiktiven Hauptmann des MfS, in Deutschland einen Tabubruch. Die erklärte Absicht des Films, die Mechanismen der kommunistischen Diktatur auch aus der Perspektive eines Stasi-Offiziers darzustellen, widersprach den gängigen Debatten über die Angehörigen der DDR-Geheimpolizei. Ehemalige Bürgerrechtler und Opfer der Diktatur warfen dem Regisseur vor, "das Lügenmärchen vom guten Stasi-Mann", gedreht zu haben. Roman Grafe behauptete zornig, der Film schweige über all das, was die Stasi "anrichtete: Angst, Misstrauen, Hass, zerstörte Lebensläufe. Eine Viertel Million politische Gefangene. Folter, Entführungen, Auftragsmorde." Grafes Kritik ist exemplarisch – aber stimmt sein hartes Urteil auch?

Diktatorisch beherrschte Gesellschaften waren stets komplexer, als das Modell totalitärer Herrschaft es abzubilden vermag. Das galt auch für die DDR. Das Leben der Menschen bewegte sich zwischen Parteinahme für die Diktatur, Anpassung an ihre Normen und Verfolgung persönlicher Interessen der einzelnen Menschen, für die sie Widersprüche in den Zielen der herrschenden Partei suchten und nutzten. Sie fanden Spielräume in der von der Partei beherrschten Gesellschaft. Eine dichotomische Betrachtungsweise der Täter-Opfer-Beziehungen übersieht, dass in einer Diktatur sowohl die Opposition als auch die kommunistische Partei und ihre Geheimpolizei Teil einer Gesellschaft sind. Menschen können sich deshalb ändern, wenn sich Umstände wandeln. Sie bleiben Menschen, sie sind keine genetisch programmierten Lebewesen, sie können ihr Leben ändern.

Dieses Menschenbild des lernfähigen Individuums liegt dem Drehbuch für "Das Leben der Anderen" zu Grunde. Unbestreitbar waren auch solche Minderheiten Teil der Gesellschaft der DDR, die den Bruch mit den Diktatoren wagten, die bereit waren, trotz des persönlichen Risikos von Verfolgung und Repression sich dem Machtmonopol des SED-Parteiapparates zu widersetzen. Die Geschichte der DDR ist auch eine von Opposition und Widerstand, deren Übergänge zwischen der Mitgliedschaft in der SED und der Opposition fließend sein konnten, wie die Beispiele Robert Havemann, Jürgen Fuchs und Hermann von Berg belegen.

Eine Argumentation wie die Grafes hingegen reduziert die Komplexität der DDR-Gesellschaft auf eine einfache Täter-Opfer-Dichotomie. Wer sich nicht der Diktatur verweigert und sie von vornherein bekämpft, der ist ein "Mitläufer" und wird mitschuldig an der Dauer der Diktatur – ein verständliches, moralisches Urteil. Diese Diskussion setzt eine Debatte fort, die die Deutschen nach dem Krieg über die Schuldfrage an der nationalsozialistischen Diktatur führten und führen. Diese Ursachenforschung war Teil des politisch-kulturellen Neuanfangs der Deutschen nach Hitler. Richtig an dieser Diskussion bleibt die Feststellung: Wenn die Mehrheit der Deutschen Hitler nicht gefolgt wäre, dann wären weder Diktatur noch der Vernichtungskrieg im Osten und der Völkermord an den europäischen Juden möglich gewesen.

Die DDR aber ist ein anderer Fall. Diese Diktatur entstand nicht durch den Willen oder wenigstens die Billigung der Bevölkerung, sie war eine Folge der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Diese Diktatur wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht implantiert. Sie war eine Diktatur in Deutschland, keine originär deutsche Diktatur. Sie fand ihr Ende in einer friedlichen Revolution, als sich die weltpolitische Konstellation grundlegend änderte.

Grafes moralisches Verdikt, der Regisseur habe einen Film für die »Mitläufer« der SED-Diktatur gedreht, ist falsch. Diese Kritik übersieht auch, dass die Konformität, die Hinnahme einer vorgefundenen Gesellschaft und ihrer politischen Ordnung, ein allgemeines Phänomen menschlichen Zusammenlebens ist. Sie wird auch der Intention Henckel von Donnersmarcks nicht gerecht. Er dachte überhaupt nicht daran, einen Film für die »Mitläufer« in der DDR zu drehen. Er wollte nicht deutsche Selbstreflexion bebildern, er wollte einen großen Kinofilm drehen. Für einen solchen Film genügte eine bloße moralische Verurteilung der gestürzten Diktatur nicht. Sein Film, mit dem er die Mechanismen und Strukturen der SED-Diktatur auf der Leinwand wieder auferstehen lassen wollte, war für ein Publikum bestimmt, das nach dem Ende der DDR lebt und von diesem Staat und über ihn keine oder kaum historische Kenntnisse besitzt. Im Film formuliert der DDR-Korrespondent des »Spiegel« in seinem Trinkspruch auf den Dichter die Intention Florian Henckel von Donnersmarcks: »Auf dass Sie Gesamtdeutschland das wahre Gesicht der DDR zeigen.« (104) Hollywood zeichnete den Regisseur und seinen Hauptdarsteller Mühe mit je einem Oscar aus.

Der vorstehende Beitrag ist die gekürzte Fassung eines Vortrags des Verfassers, gehalten auf der Konferenz "Das Leben der Anderen and the Contemporary German Film" in Leeds, 16./17.12.2011.

Zum Film "Das Leben der Anderen" ist bei der Bundeszentrale für politische Bildung ein Externer Link: Filmheft erschienen. Der zitierte Aufsatz Roman Grafes ist enthalten in dem Sammelband "Die Schuld der Mitläufer", den die BpB in einer Lizenzausgabe unter dem Titel Externer Link: "Anpassen oder Widerstehen in der DDR" herausgegeben hat.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Maxim Gorki, Erinnerungen an Zeitgenossen, Frankfurt a. M. 1973, S. 212f. Vgl. Florian Henkel von Donnersmarck, "Appassionata". Die Filmidee, in: Ders., Das Leben der anderen. Filmbuch, Frankfurt a. M. 2006, S. 169f.

  2. Ebd., S. 170.

  3. Florian Henkel von Donnersmarck, Das Drehbuch, in: ders., Das Leben der anderen (Anm. 1), S. 21. – Zitate aus dem Drehbuch werden im Folgenden in Klammern im Text nachgewiesen.

  4. Roman Grafe, Wohlfühldichtung für Mitläufer. Das Lügenmärchen vom guten Stasi-Mann, in: ders. (Hg.), Die Schuld der Mitläufer. Anpassung und Widerstehen in der DDR, München 2009, S. 175–185.

  5. Erich Mielke, Schlusswort auf der Kollegiumssitzung des MfS, 19.2.1982, zit.: Karl Wilhelm Fricke, "Schild und Schwert": Die Stasi, Köln 1993, S. 28.

  6. Jürgen Fuchs, Vernehmungsprotokolle, Reinbek 1978 (Neuaufl. Berlin 2009); vgl. ders., Dann kommt die Angst, in: Hubertus Knabe (Hg.), Gefangen in Hohenschönhausen. Stasi-Häftlinge berichten, Berlin 2007, S. 268–301.

  7. Roger Engelmann, "Justiz, Verhältnis des MfS zur", in: Ders. u.a. (Hg.), Das MfS-Lexikon. Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, Berlin 2011, S. 170f.

  8. Karl Wilhelm Fricke, Die DDR-Staatssicherheit. Entwicklung, Strukturen, Aktionsfelder, 3. Aufl., Köln 1989, S. 135.

  9. Vgl. Jens Giesecke, "Ideologie, tschekistische", in: Engelmann u.a. (Anm. 7), S. 153.

  10. Günter Johannes/Ulrich Schwarz, DDR. Das Manifest der Opposition, München 1978.

  11. Vgl. Hubertus Knabe, Die unterwanderte Republik. Stasi im Westen, Berlin 1999, S. 31–37.

  12. Johannes/Schwarz (Anm. 10), S. 24.

  13. Fahneneid des MfS, in: David Gill/Ulrich Schröter, Das Ministerium für Staatssicherheit. Anatomie des Mielke-Imperiums, Berlin 1991, S. 27.

  14. Henkel von Donnersmarck, Drehbuch (Anm. 3), S. 145.

  15. Grafe, Wohlfühldichtung (Anm. 4), S. 175.

Prof. Dr., Soziologe, Zeithistoriker und Publizist, Projektleiter am Institut für Zeitgeschichte (IfZ) München, Berlin. 1992 war er Mitbegründer des Forschungsverbundes SED-Staat an der FU Berlin, dessen Leiter er bis 2006, zusammen mit Klaus Schroeder war.