Beleuchteter Reichstag

11.7.2011 | Von:
Kai Reinhart

"Unerkannt durch Freundesland"

DDR-Alpinismus und Transitreisen jenseits staatlicher Strukturen

DDR-Bergsteigern blieben nicht nur die Alpen, sondern auch die Hochgebirge der befreundeten Sowjetunion verschlossen. Mit viel Einsatz, Mut und Schlitzohrigkeit schafften es dennoch einige Bergsteiger, alle Hemmnisse und Grenzen zu überwinden und ihren Traum von Gipfeln und Freiheit zu verwirklichen.

"Fernweh, Bergsehnsucht"


Die höchste Erhebung der DDR war mit 1.214 Metern der Fichtelberg im Erzgebirge, sodass Ostdeutschland nicht unbedingt ein Eldorado für Bergsteiger darstellte. In Sachsen verfügte das Bergsteigen trotzdem über eine lange Tradition. Angeregt von den Felstürmen des Elbsandsteingebirges begann sich hier schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine eigene Kultur des Kletterns und Bergsteigens zu entwickeln, und in den 1930er-Jahren gab es in Dresden ca. 300 touristische Vereinigungen mit etwa 30.000 Mitgliedern. Bekannte sächsische Bergsteiger, wie Oscar Schuster oder Fritz Wiessner, beeinflussten das Bergsteigen in vielen Gebirgen der Welt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verschlechterten sich die Bedingungen für touristische Unternehmungen aus ideologischen, politischen, finanziellen und materiellen Gründen dramatisch. Der Präsident des Deutschen Verbandes für Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf (DWBO), Rolf Schille, stellte 1977 klar: "Es wird [...] in unserem Lande stets nur einem relativ kleinen Kreis befähigter und ausgewählter Bergsteiger möglich sein, [...] ihr Fernweh, ihre Bergsehnsucht zu stillen."[1] Dazu gehörte insbesondere die Nationalmannschaft Alpinistik.


Fußnoten

1.
Volker Krause u.a., Pamir – zwei Handbreit unterm Himmel, Berlin (O.) 1977, S. 5.

Die Mauer. 1961 bis 2021

Bildmontagen und eine VR-Animation

Anlässlich des 60. Jahrestags des Mauerbaus erinnert das Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit 46 Bildmontagen und einer Virtual-Reality-Animation an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

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Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

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Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

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Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

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Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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