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Sozialstaat, Arbeitswelt und Gewerkschaften in der DDR

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass „DDR-Übersiedler in Afrika hochwillkommen” Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Sozialstaat, Arbeitswelt und Gewerkschaften in der DDR

Werner Müller

/ 17 Minuten zu lesen

Neue Bücher zur sozialistischen Arbeitswelt der DDR, zur Gewerkschaftsgeschichte im geteilten und sich vereinigenden Deutschland, zu selbstbestimmten Arbeitsbiografien in der DDR und zur Verarbeitung von ostdeutschen Frauenerwerbsbiografien nach 1989.

Sammelrezension zu:


Hanna Haag: Erinnerungen ostdeutscher arbeitsloser Frauen an die DDR-Vergangenheit. "Jeder hat seine Zeit anders erlebt" (Bibliotheca Academica; Soziologie; 7), Würzburg: Ergon 2010, 207 S., € 26,–, ISBN: 9783899137828.

Jens Hildebrandt: Gewerkschaften im geteilten Deutschland. Die Beziehungen zwischen DGB und FDGB vom Kalten Krieg zur Neuen Ostpolitik 1955 bis 1969 (Mannheimer Historische Forschungen; 31), St. Ingbert: Röhrig 2010, 723 S., € 68,–, ISBN: 9783861104766.

Hans Günter Hockerts: Der deutsche Sozialstaat. Entfaltung und Gefährdung seit 1945 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft; 199), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2011, 380 S., € 59,95, ISBN: 978352537001.

Dirk Moldt: Nein, das mache ich nicht! Selbstbestimmte Arbeitsbiographien in der DDR (Forschungen zur DDR-Gesellschaft), Berlin: Links 2010, 176 S., € 29,90, ISBN: 9783861536062.

Thomas Reichel: "Sozialistisch arbeiten, lernen und leben". Die Brigadebewegung in der DDR (Zeithistorische Studien; 47), Köln u.a.: Böhlau 2011, 320 S., € 39,90, ISBN: 9783412205416.

Peter Rütters, Siegfried Mielke (Hg.): Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund 1945–1949/50. Gründung, Organisationsaufbau und Politik (Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert; 15), Bonn: J. H. W. Dietz 2011, 1.028 S., € 68,–, ISBN: 9783801242091.

Manfred Scharrer: Der Aufbau einer freien Gewerkschaft in der DDR 1989/90. ÖTV und FDGB-Gewerkschaften im deutschen Einigungsprozess, Berlin: de Gruyter 2011, 443 S., € 39,95, ISBN: 9783110254327.

"Der deutsche Sozialstaat"


© Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen. (© Vandenhoeck & Ruprecht )

Vergleichende Untersuchungen für die Zeit der deutschen Zweistaatlichkeit sind nicht eben häufig; das gilt erst recht für die breiten Felder von Arbeit und Leben. Daher kommt Hans-Günter Hockerts' Sammlung von Aufsätzen schon auf den ersten Blick eine besondere Bedeutung zu. Hockerts hat es außerdem verstanden, einen Sammelband von beachtlicher Homogenität vorzulegen, dessen thematische Geschlossenheit bei gleichzeitiger inhaltlicher Breite überzeugt.

Über die Grundlegungen westdeutscher Sozialstaatlichkeit hinaus, die den ersten Teil des Bandes ausmachen, widmet er sich den Fragen der Wiedergutmachung, die die Geschichte der "alten" Bundesrepublik zeit ihrer Existenz begleiteten, und – etwas breiter – den Reformen der Großen Koalition und der sozialliberalen Regierungen. Aber schon zuvor schimmerte die innerdeutsche Problemlage durch: Hockerts belegt, wie schon bei der Dynamisierung der Renten in der Reform von 1957 die Auswirkungen auf die DDR in das Kalkül der Bonner Politiker einfloss. Auch auf diesem Weg sollte die Attraktivität der jungen Bundesrepublik gegenüber dem zweiten deutschen Staat deutlich gemacht werden.

Vier instruktive Beiträge enthält das Kapitel, das dem Vergleich gewidmet ist, unter der Überschrift: "Die DDR als gescheiterte Alternative". Geboten wird indes mehr. In einem knappen Überblick zeigt der Verfasser drei Grundtypen deutscher Sozialstaatlichkeit im 20. Jahrhunderts, indem er die Ausprägungen im "Dritten Reich" mit einbezieht. Die drei unterschiedlichen Ausprägungen als "völkischer Wohlfahrtsstaat", die Bonner Variante, die Demokratie und Kapitalismus in ein fruchtbares Gleichgewicht brachte, und der "planwirtschaftliche Versorgungsstaat der SED-Diktatur" interpretiert Hockerts als konträre Ausprägungen der gemeinsamen Weimarer Wurzeln.

Der umfangreichste Beitrag dieses Teils, den Grundlinien der Sozialpolitik in der DDR gewidmet, kann schon wegen seines Umfangs nicht eine detaillierte Spezialuntersuchung ersetzen. Hockerts geht es auch in erster Linie nicht uns Detail, wie etwa in Beatrix Bouviers Analyse "Die DDR – Ein Sozialstaat?" (Bonn 2002), sondern will besondere Problemlagen erörtern. So geht er der Frage nach, welchen Anteil die Sozialpolitik an der "Formierung und Erosion" der DDR-Gesellschaft hatte. Im Einzelnen werden beleuchtet die Umformung des Sozialversicherungswesens in der Nachkriegszeit, die Überwindung der Arbeitslosigkeit, die Rolle der Gewerkschaften und der Betriebe. Hier offenbart sich bereits ein zentraler Mangel: Die Defizite in den Finanzen erforderten stets Zuschüsse aus dem Staatshaushalt, trotz über Jahre hinweg unzureichender Standards im Gesundheitssystem und beständig niedriger Renten. Der Umbau des Gesundheitswesens nahm das sowjetische Vorbild weitgehend auf; den Betrieben fiel mehr und mehr eine tragende Rolle in der Gesundheits-Vor- und -Fürsorge zu – auch das ein Feld weiterer "Entbürgerlichung" der Gesellschaft. Trotz anfänglicher Erfolge blieb die DDR seit den Siebzigerjahren hinter der Entwicklung der westlichen Industriestaaten zurück. Selbst die Lebenserwartung ihrer Bürger stieg weit weniger als im Westen, aus welchen Gründen auch immer, seien es Umweltprobleme oder die inzwischen rückständige materielle und technische Ausstattung.

Betriebszentriertheit der Sozialpolitik und Selbstverständnis der DDR als "Arbeitsgesellschaft" bedingen nicht unbedingt niedrige Renten. Aber die ungleiche Verteilung der Sozialleistungen auf die Generationen schuf Konflikte, die "in einem gewissen Maße zum gesellschaftlichen Zankapfel" wurden. Auf der anderen Seite griffen die Förderung von Frauen und Familien in einem wesentlich geringeren Maße, als von der Politik intendiert. Die Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf wurde in der DDR zum gängigen Standard, schuf aber zugleich ein Feld neuer Probleme, sichtbar etwa an den seit den Siebzigerjahren drastisch steigenden Scheidungsquoten. Das Spannungsverhältnis von ökonomischer Effizienz und sozialer Sicherheit hat die DDR, so Hockerts, immer weniger beherrschen können. Ihr Niedergang begann mit der zweiten industriellen Revolution. Die Grundlagen des Wachstums, gegründet auf dem Mehreinsatz von Produktionsmitteln und Arbeitskräften, bildete die Grenze für die Funktionsfähigkeit ihres Sozialstaates und bewirkte eine bleierne Stagnation.

Danach thematisiert der Verfasser die Rolle der Sozialpolitik als Legitimationsbasis der SED-Herrschaft. Fraglos hat das für Teile der Bevölkerung in den rund 40 Jahren der Existenz der DDR "eine relativ tragfähige Brücke" gebildet und kompensierte partiell die geringe ökonomische Effizienz. Gleichwohl war deutlich, dass Anspruch und Wirklichkeit mitunter weit auseinanderklafften, wie die Probleme im Wohnungsbau bei gleichzeitigem Verfall alter Bausubstanz und im Gesundheitswesen, dessen Personal überproportional Ausreisewünsche hegte, zeigen. Der Band schließt mit einer einleuchtenden vergleichenden Betrachtung der Sozialpolitik in beiden deutschen Staaten und einem letzten Kapitel über die akuten Probleme des Sozialstaates im vereinten Deutschland. Insgesamt stellt der Band eine beachtliche und beeindruckende Übersicht über die deutsche Sozialpolitik seit 1945 dar.

"Sozialistisch arbeiten, lernen und leben"


© Böhlau, Köln u.a. (© Böhlau )

Einen fraglos zentralen Aspekt der "Arbeitsgesellschaft" der DDR behandelt die Potsdamer Dissertation von Thomas Reichel: die "Brigadebewegung" seit dem Ende der Fünfzigerjahre. Allein die numerische Größe rechtfertigt eine eingehende Untersuchung. An der in ihrem Rahmen inszenierten Wettbewerbe um die Titel "Kollektiv der sozialistischen Arbeit" nahmen in den Achtzigerjahren jeweils Millionen von Werktätigen teil; für 1988 spricht der Verfasser von rund 75 Prozent aller Arbeiter und Angestellten. Schon in der Einleitung wird klargestellt, dass es sich im engeren Sinne nie um eine "Bewegung" handelte, sondern um eine "von oben", von SED- und FDGB-Führung inszenierte, gelenkte und kontrollierte Kampagne. Das Moment der Spontaneität oder der Aktivitäten "von unten" fehlte.

Dem trägt auch der Aufbau der Untersuchung Rechnung. Nach einem knappen Rückblick auf die Vorläufer, auf die "Aktivisten-Bewegung" seit 1948, die Kampagnen um Betriebs-Kollektivverträge seit Beginn der Fünfzigerjahre, die "Neuerer"-Bewegung seit dem Beginn der Sechzigerjahre oder die "Mach-mit"-Kampagnen, die allesamt Mobilisierung in Betrieben oder in der Bevölkerung intendierten, wird breit die Gründungsinitiative analysiert, die vom FDGB-Bundesvorstand ausging und auf ein sowjetisches Vorbild zurückgriff. Die Motive ähnelten denen vorausgegangener Kampagnen: Steigerung der Produktion und der Produktivität. Beides war bekanntlich immer hinter den hochgesteckten Zielen der Planwirtschaft zurückgeblieben. In den Entwürfen des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) ging es, anders als zuvor, nicht um Prämien oder Verträge, sondern um die "Erfüllung und Übererfüllung" der Wirtschaftspläne, damit auch um Leistungslöhne. Aber, so ein Hinweis des Verfassers, die FDGB-Führung plante, das Ansehen und den Einfluss der eigenen Organisation gegenüber der SED zu verbessern. Wie üblich wurde die Kampagne minutiös geplant, um sie tatsächlich nach außen als Initiative aus den Betrieben erscheinen zu lassen. Vorreiter waren Jugendbrigaden, die sich im Jahre 1959, von Halle und Potsdam ausgehend, über die beiden Bezirke ausbreiteten. Die SED-Führung betrachtete das zu dieser Zeit mit Wohlwollen, sah sie sich doch ihrem Ziel der "sozialistischen Erziehung" der Arbeiter näher kommen.

Die Reaktionen der Arbeiter in den Betrieben war naturgemäß schwer nachzuzeichnen; indes blieben mitunter innerbetriebliche Spannungen nicht aus. Die Umsetzung der Teil-Kampagne "Sozialistisch arbeiten" gelang in den Schlüsselbetrieben nicht zuletzt dank der Unterstützung durch SED-Funktionäre, das sozialistische "Leben" und "Lernen" wurde skeptischer gesehen. Der Aufbau von Feierabend-, Kultur- oder Weiterbildungsstrukturen innerhalb der Brigaden verlief eher schleppend. An drei instruktiven Beispielen, die selbstverständlich nicht repräsentativ sein können, aus Bitterfeld, Eisenhüttenstadt und Brandenburg/Havel wird das "Innenleben" der frühen Brigaden beleuchtet.

In einigen Plänen und Artikeln aus dem Jahr 1960 wurde, ausgehend vom Kreis um Erich Apel, dem Leiter der Wirtschaftskommission beim Politbüro der SED, erwogen, die Kompetenzen der Brigaden zu erweitern. Für Günter Mittag drohte daraus die Konsequenz, dass "sozialistischen Leitungen" liquidiert würden. Walter Ulbricht gab seine ursprünglich positive Haltung zu den Brigaden jäh auf: Im Mai 1960 verurteile er die Reformvorstellungen als "Syndikalismus einiger Gewerkschaftsfunktionäre" – ein grundlegender Kurswechsel war damit eingeleitet. Dass anschließend die "Bewegung" stagnierte, kann nicht verwundern. Erst in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre wendete sich das Blatt wieder, aber mit veränderten Vorzeichen: der Anpassung an technische Veränderungen. In der Vorbereitung des 20. Jahrestages der DDR suchten Partei- und Staatsführung nach Bausteinen einer Erfolgsbilanz. So wurde die Brigadebewegung mit großem Aufwand wiederbelebt und zugleich auf nichtindustrielle Bereiche ausgedehnt.

Der Machtwechsel von Ulbricht zu Honecker brachte auf dem Feld der Brigadebewegung keinen Richtungswechsel, aber eine Verbreiterung und Intensivierung. Sie ging einher mit vereinfachten Modalitäten und – DDR-typisch – exzellenten Statistiken. Auch hier ermöglichen Einzelstudien, so zum Eisenhüttenkombinat Ost, wertvolle Einblicke. Immerhin vermittelt Reichels Untersuchung auch ein Bild von der Routine einer "Bewegung" in den Achtzigerjahren. Impulse waren selten geworden, Innovation nicht erforderlich. Man versuchte, die Bewegung zu verbreitern, durch Übernahme von "Patenschaften" für weniger aktive Betriebe oder Schulen. Ein letztes instruktives Kapitel ist den Jugendbrigaden gewidmet. Hier wird für die Achtzigerjahre deutlich, dass Partei- und Gewerkschaftsführung unfähig oder unwillig waren, die Schwierigkeiten der Jugendbrigaden aufzugreifen. Die Problemlagen hatten sich seit dem Beginn der Sechzigerjahre kaum verändert. Für den Verfasser resultiert daraus ein rapider Vertrauensverlust. Ob die Brigaden "die zentrale Institution zur 'Kollektivierung' der Gesellschaft" waren, wie der Verfasser abschließend festhält, mag dann vom Ergebnis her fragwürdig sein. Intendiert war es jedenfalls von der Partei- und Staatsführung.

"Nein, das mache ich nicht!"


© Ch. Links Verlag, Berlin. (© Ch. Links Verlag )

Die Kehrseite der Arbeitsgesellschaft zeigt der schmale Band von Dirk Moldt. Ihm geht es um Biografien von Menschen, die sich der staatlich regulierten Beschäftigung entzogen, zum Teil freiwillig, zum Teil unfreiwillig. Es geht um Personen, die individuelle Freiheit für sich beanspruchten "und dafür auf berufliche Sicherheit, auf regelmäßiges Einkommen und auch auf eine bestimmte gesellschaftliche Stellung zu verzichten" bereit waren, "sogar unter Androhung strafrechtlicher Sanktionen."

Die erste Hälfte des Buches behandelt den rechtlichen Rahmen für Verhaltensweisen, sich der Arbeitspflicht nach staatlichen Vorgaben zu entziehen. Wie häufig in der DDR waren die Normen unkonkret und dehnbar; präzise Bestimmungen von "Asozialität" oder "Arbeitsscheu" gab es nicht. Willkür der Behörden war stets denkbar. Noch vor dem Erlass eines neuen Strafgesetzbuches 1968, das als erstes Ziel setzte, die Interessen des Staates zu schützen, hatte die DDR im August 1961 eine "Verordnung über Aufenthaltsbeschränkung" erlassen, um gegen "Arbeitsbummelei" vorgehen zu können. Mit der Neufassung des Strafrechts galt nun der neue Paragraph 249, der nach den Worten von Hilde Benjamin "die Gefährdung der öffentlichen Ordnung durch asoziales Verhalten" zur Straftat erklärte. Hinzu kam die Möglichkeit von "Erziehungsmaßnahmen". Das Strafrechtsergänzungsgesetz von 1977 verschärfte die Sanktionsmöglichkeiten, vor allem, weil der Personenkreis, gegen den vorgegangen werden konnte, ausgeweitet wurde.

In diesem Teil werden darüber hinaus Untersuchungen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) aus den Sechzigerjahren zu diesem Problemkreis behandelt, die Bekämpfung der Schwarzarbeit, die Versuche zur Unterdrückung anderer Lebenskulturen und die Bemühungen, "asoziales" Verhalten gesellschaftlich zu diskriminieren. Erst in den Achtzigerjahren bildeten sich Diskussionen um alternative Arbeitsformen in der sich formierenden Oppositionsbewegung, ebenso wie eine Grauzone, "in der Waren und Dienstleistungen den Konsumenten direkt, also an der sozialistischen Planwirtschaft vorbei, angeboten wurden". Naturgemäß konzentrierte sich das auf bestimmte Subkulturen oder künstlerische Milieus.

Der erste Abschnitt des Bandes gründet sich vornehmlich auf Akten. Der zweite Teil, der konkrete Schicksale vorstellt, fußt auf Interviews mit standardisierten Fragen. Die Biografien zeigen eine beträchtliche Spannbreite dessen, was die DDR-Behörden als "Asozialität" ahndeten. Dazu zählt ein Landwirt, der sich 1960 der Kollektivierung widersetzte, ein Mann, der die Freizeit vor seinen Beruf setzen wollte und auf Umwegen zum Fotografen wurde, eine Frau, die nach fester Anstellung als freiberufliche Schneiderin wirkte, ein Disc-Jockey, der über Umwege in diese Rolle kam, ein Schauspieler mit zeitweiligem Berufsverbot, Pfleger in selbst verwalteten Heimen oder eine Malerin, der die Karriere verwehrt blieb. Die Fragen galten den Gründen für den Ausstieg, den Reaktionen im Bekanntenkreis, staatlichen Behinderungen und nicht zuletzt dem "Ertrag" aus der Rückschau. Resümierend unterscheidet Moldt vier Typen von "Aussteigern": die Individualisten, die Künstler und Publizisten, die politischen Verweigerer und den Karriereverzicht aus gesundheitlichen Gründen. Alle Interviewten trafen eine rationale Entscheidung.

"Erinnerungen ostdeutscher arbeitsloser Frauen"


© Ergon Verlag, Würzburg. (© Ergon )

Hannah Haags Untersuchung – aus einer Diplomarbeit hervorgegangen – beleuchtet anhand von fünf Biografien die Erfahrungen und Wahrnehmungen von Arbeitslosigkeit nach dem Ende der DDR. Die Frauen, zwischen 1950 und dem Beginn der Sechzigerjahre geboren, charakterisiert die Verfasserin als die "Wehmütige", die Systemtreue", die "Kritische", die "Behütete" und die "Fügsame". Aus den Verarbeitungsmustern leitet sie drei Typen ab: das Bedauern über den Verlust der Werte in der DDR, das Einrichten in der Gegenwart mit Kritik an den Zuständen in der Bundesrepublik und die Bereitschaft zum Blick in die Zukunft. Die Frauen, als größte Gruppe in Ostdeutschland von Arbeitslosigkeit nach 1990 getroffen, zeigen also deutlich unterschiedliche Auffassungen und Verhaltensweisen.

"Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund
1945 bis 1949/50"


© Verlag J.H.W. Dietz, Bonn. (© J.H.W. Dietz Verlag )

"Endlich!", ist man versucht zu sagen bei Ansicht der umfangreichen, von Siegfried Mielke und Peter Rütters, beide ausgewiesene Kenner der Geschichte des FDGB besorgten Edition zur Führungsebene der Gewerkschaften in der SBZ/DDR. Da trotz recht guter Literaturlage (so etwa in den umfangreichen Arbeiten von Detlev Brunner, Helke Stadtland oder Stefan Paul Werum) eine breite Gesamtgeschichte für die Frühzeit der Gewerkschaften in der Sowjetischen Besatzungszone noch aussteht, schließ diese Edition fraglos eine schmerzliche Lücke. Immerhin sind hier mehr als 300 Dokumente, in großer Zahl weitgehend ungekürzt, wiedergegeben und erschlossen; der zeitliche Rahmen reicht vom Mai 1945 bis zum September 1950. Das erste Dokument vom Mai 1945 gibt die Richtlinien des sich formierenden Gewerkschaftsbundes in Halle (Saale) wieder, noch unter US-amerikanischer Besatzung erstellt. Die Edition schließt mit der durch den 3. Bundeskongress des FDGB veränderten Satzung, mit der sich die frühere "freie Gewerkschaft" bedingungslos dem Kurs der inzwischen stalinisierten SED unterordnete.

Dann aber betreffen die meisten Dokumente die Gewerkschafts-Entwicklung in Berlin. So werden – sachlich zweckmäßig – für die Zeit vor dem Gründungskongress des FDGB im Februar 1946 mehr als 40 Protokolle, Schreiben, Anweisungen und Berichte wiedergegeben. Sie zeigen nicht nur das rasche Wachstum der Organisation, sondern auch die inneren Streitigkeiten, vor allem zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, die auch die Westalliierten zur Absage der erste geplanten Delegiertenkonferenz für Berlin im September 1945 veranlassten. Interessanterweise versagte Marschall Georgi K. Shukow, Chef der Sowjetischen Militäradministration, zuvor dem FDGB die Genehmigung, sich über Groß-Berlin hinaus auszudehnen.

Vom Frühjahr 1946 stand die Ausdifferenzierung und Konsolidierung der Organisation auf der Tagesordnung. Der Aufbau der Einzelgewerkschaften musste gesichert werden, "Grenzfragen" zwischen einzelnen Verbänden mussten geklärt, die Finanzverteilung beschlossen, die Fronten in der offenen Frage der Organisation der Angestellten begradigt und selbstverständlich, trotz eines allgemeinen Lohnstopps, die Haltung zu den Tarifverträgen fixiert werden, zudem ja in der sowjetischen Besatzungszone keine Unternehmerorganisationen zugelassen waren und bereits weite Teile der Wirtschaft sich entweder in Staatshand oder in sowjetischem Eigentum befanden. Im Frühjahr und Sommer 1946 unterstützte die FDGB-Führung die Wahl von Betriebsräten in möglichst vielen Betrieben. Anschließend propagierte sie auf breiter Front den Abschluss von Betriebsvereinbarungen, gerade auch in Privatbetrieben.

Der FDGB zeigte aber auch schon unverhohlen eine Abkehr von der parteipolitischen Neutralität, als er im August 1946 im Vorfeld der Wahlen in Berlin und der sowjetischen Zone ziemlich offen für die SED Partei ergriff – leider haben die Herausgeber diesen Aufruf des FDGB-Bundesvorstandes nicht in die Edition aufgenommen. Noch deutlicher zeigte die Streikordnung, Ende November verabschiedet, diese Tendenz: Streiks in verstaatlichten Betrieben waren nicht vorgesehen und folglich auch nicht unterstützungsfähig.

Die inneren Streitigkeiten dauerten an: Dokumentiert sind Proteste gegen Wahlfälschung zu dem Delegiertenwahlen des 1. FDGB-Kongresses, wiederum Auseinandersetzung um die Wahlordnung in Groß-Berlin, die im Januar 1947 dann durch ein Flugblatt der Gewerkschaftsopposition über die Organisation hinaus breit publik gemacht wurde.

Die weiteren Schritte der Transformation des FDGB sind vorzüglich in ihrem Kontext erschlossen, so zum einen die Kampagnen zur Steigerung der Arbeitsleistung, zum Leistungslohn und zu den "Wettbewerben", zur Abschaffung der Betriebsräte und zur Überleitung ihrer Funktionen an die Betriebsgewerkschaftsleitungen und letztlich zum Kampf gegen das "Nur-Gewerkschaftertum". Zum anderen gehört in diesen Kontext der Prozess der Spaltung des Berliner FDGB, die Entstehung und Formation einer "Unabhängigen Gewerkschaftsopposition", aus der 1950 der Landesverband Berlin des DGB hervorging.

Insgesamt erschließt die Edition die politischen Konfliktlinien der Nachkriegsjahre ebenso wie die "traditionellen" gewerkschaftlichen Aufgaben: Tarifpolitik, Sozialpolitik, Arbeitsverhältnisse und anderes. Die Annotationen zu den Dokumenten lassen kaum Wünsche übrig; die mehr als 110 Seiten umfassende Einleitung von Peter Rütters ist nicht nur kompetent, sie erleichtert auch angesichts der chronologischen Ordnung der Dokumente den Zugriff auf Sachfragen. Eine besondere Leistung stellt das "Biographische Register" dar. Wer weiß, wie schwer es ist, an entsprechende Daten für die Nachkriegszeit zu kommen, kann die Leistung der Bearbeiter ermessen. Insgesamt wünscht man sich eine Fortsetzung der Arbeiten, nicht nur, wie angekündigt, für die Regionalebene, sondern auch in zeitlicher Folge. Eine Edition bis in das Jahr 1954, also über den Arbeiteraufstand vom Juni 1953 hinaus, wäre sinnvoll.

"Gewerkschaften im geteilten Deutschland"


© Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert. (© Röhrig Universitätsverlag )

Forschungen zur Gewerkschaftsgeschichte und zu den innerdeutschen Beziehungen in der Phase der Zweistaatlichkeit haben nicht eben Konjunktur. Jens Hildebrandts voluminöse Untersuchung der Beziehungen zwischen DGB und FDGB in den Jahren von 1955 bis 1969 erscheint fast zur "Unzeit". Manfred Scharrer behandelt ein ebenfalls wenig bearbeitetes Feld der deutschen Vereinigungsgeschichte: die Integrationsgeschichte der ostdeutschen Gewerkschafter und Gewerkschaften am Beispiel der Verbände des öffentlichen Dienstes.

Hildebrandts außerordentlich material- und quellengesättigte Untersuchung setzt 1955 ein und schließt mit dem Beginn der "Neuen Ostpolitik". Die Wahl des Jahres 1955 wird nicht näher erläutert und leuchtet im Grunde auch nicht ein, denn weder für die Gewerkschaften noch für ihre innerdeutschen Beziehungen bedeutete das Jahr eine Zäsur. Die Strukturen der Gewerkschaftsverbände in Ost und West waren längst gefestigt; im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) mit dem Gründungskongress 1949, im FDGB mit dem Abschluss der Umformung zu einer "marxistisch-leninistischen" Massenorganisation 1950. Allerdings bleibt das der einzig sichtbare Mangel der Untersuchung.

Die Einleitung holt weit aus und vermittelt vor dem "eigentlichen" Thema eine Fülle von Informationen. Behandelt werden Ideologien und Strömungen im DGB, die ideologischen Determinanten im FDGB, Gruppen, Strömungen und Netzwerke im DGB, Generationen-Prägungen auf beiden Seiten, ebenso die unterschiedlichen Erfahrungen des Exils. Dem folgen vier längere Einzelabschnitte "einer asymmetrisch verflochtenen Parallel- und Abgrenzungsgeschichte". In den ersten drei Jahren bis 1958 dominierte westlicherseits die Hoffnung auf Wiedervereinigung, eine Phase, in der der DGB mehrfach konkrete Positionen in der Deutschlandpolitik fixierte, die aber von einem Generationenwechsel überlagert wurde. Für den FDGB waren die Probleme größer: Er hatte die sowjetische und die SED-Politik zur Verhinderung der Pariser Verträge mitzutragen, die halbherzige Entstalinisierung nach dem XX. Parteitag der KPdSU zu verteidigen, das KPD-Verbot in der Bundesrepublik zu bekämpfen und zugleich für eine "Aktionseinheit der Arbeiterklasse" zu werben und westdeutsche Teilnehmer zu "Gesamtdeutschen Arbeiterkonferenzen" zu gewinnen. Hier beeindruckt die Darstellung des Verfassers zu Umfang und Kosten der Westarbeit des FDGB.

Die zweite Phase, geprägt von wechselseitigen Destabilisierungsversuchen, datiert Hildebrandt bis zum Mauerbau 1961. Für den DGB waren das spannungsreiche Jahre: Er hatte zur Anti-Atomtod-Bewegung Positionen einnehmen müssen, zu einer Frage, die auch in den Gewerkschaften umstritten war. Die Krise des Ruhrbergbaus drängte ihn auch politisch in die Defensive, die zweite Berlin-Krise erforderte klare Signale. Für den FDGB begann diese Phase mit einer Reorganisation seiner Westarbeit, die dann im Zuge des Siebenjahresplanes der SED auch in äußerst ehrgeizige gesellschaftliche und wirtschaftliche Ziele für den FDGB mündeten. Zugleich verlagerte sich die Propaganda hin zum Schwerpunkt auf die Anerkennung der DDR; nach dem Godesberger "Sündenfall" der SPD sahen SED und FDGB in den westdeutschen Gewerkschaften die einzige "Klassenorganisation" in der Bundesrepublik. Die immer noch aufwendige Westarbeit des FDGB erlebte mit dem Mauerbau ein definitives Scheitern.

Der dritte Abschnitt, überschrieben "Deutschlandpolitik im Schatten der Mauer", zeigt wiederum höchst ungleiche Akteure. Der DGB stellte seine Solidarität mit West-Berlin heraus und hatte sich mit den Anfängen der "Neuen Ostpolitik" auseinanderzusetzen. Die Erschießung des Gewerkschaftsmitgliedes Kurt Lichtenstein an der innerdeutschen Grenze durch DDR-Grenzer und die Entführung des IG-Metall-Redakteurs Heinz Brandt belasteten selbstverständlich das Verhältnis zum FDGB schwer. Aber die Entspannungspolitik zeigte erste Resultate. Das Kontaktverbot zum FDGB wurde gelockert: Fahrten der Gewerkschaftsjugend nach Auschwitz wurden davon ausgenommen. Der FDGB war nach dem Mauerbau mit der Neuauf- und -ausrichtung seiner Westpolitik beschäftigt, die letztlich in einen weiteren Zentralisierungsschub mündete. Die Entspannungspolitik war ihm suspekt, sie galt als "Aggression auf Filzlatschen". Zuvor hatte man die Kampagne gegen die "Richter-Gruppe" – wie die SED-Führung den DGB-Vorstand um Willi Richter abfällig bezeichnete – entfacht.

Die letzten fünf Jahre des Untersuchungszeitraums, bis 1969, stellten für den DGB den allmählichen Durchbruch zur Neuen Ostpolitik als einer Form der Deutschlandpolitik dar. Mehr und mehr wurden Forderungen nach Kontakten zum FDGB erhoben. Vorreiter wurde der ÖTV-Vorsitzende Heinz Kluncker, der mit einigen osteuropäischen Gewerkschaften Gespräche verabredet hatte. Mit dem gewaltsamen Ende des "Prager Frühlings" erlitten die Befürworter von Kontakten einen nur kurzzeitigen Rückschlag, bevor die Radikalisierung in der IG Druck und Papier sowie in der Gewerkschaftsjugend ein neues Klima anzeigte. Der DGB-Kongress des Jahres 1969 sprach sich dann mehrheitlich für solche Kontakte aus. Der FDGB bemühte sich, das Kontaktverbot zu unterlaufen und intensivierte diesen Kurs noch. Die SED-Absage an eine Wiedervereinigung hatte der FDGB naturgemäß mitzutragen, was seine Position gegenüber dem DGB nicht gerade stärkte. Auch die Westarbeit sollte Ulbrichts zeitgenössischen Vorstellen "verwissenschaftlicht" werden; neue Kader wurden dafür herangezogen, unter ihnen die stellvertretende Bundesvorsitzende Johanna Töpfer, die freilich zuvor schon in der Westkommission der SED gewirkt hatte. Die Entwicklung zu einem "regulierten Nebeneinander" (so Jens Hildebrandt in seinem Schlusswort) war nicht mehr aufzuhalten.

"Der Aufbau einer freien Gewerkschaft in der DDR 1989/90"


© de Gruyter, Berlin. (© de Gruyter )

Manfred Scharrers Untersuchung setzt mit dem Zerfallsprozess des FDGB im Herbst 1989 ein, als manche Funktionäre entdeckten, dass der bisherige Dachverband "eigentlich" keine Gewerkschaft sei. Einige Fachabteilungen aus FDGB-Untergliederungen begannen nun, sich nach dem Vorbild westdeutscher Verbände neu zu organisieren, so im Organisationsbereich der späteren Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) die Mitarbeiter der Staatsorgane und der Kommunalwirtschaft, des Gesundheitswesens, des Transport- und Nachrichtenwesens sowie des Bergbaus, zu dem die an den Leitungs- und Überlandnetzen Arbeitenden gehörten. Zu den Entwicklungsschritten zu autonomen Verbänden gehörten die Abschaffung des Berichtswesens, kontroverse Debatten in den Vorständen, personelle Veränderungen und schließlich der Aufbau neuer Strukturen. Im November 1989 bildete sich zudem eine Initiative für unabhängige Gewerkschaften, die jedoch mit den Wahlen am 18. März 1990 funktionslos wurde.

Die westdeutschen Gewerkschaften sahen dieser Entwicklung eigentümlich passiv zu. Erst Anfang Februar wurde der ÖTV-Hauptvorstand aktiv. Er beschloss, in jedem DDR-Bezirk ein Beratungsbüro einzurichten – andere Einzelgewerkschaften waren dem vorausgegangen. Mitte Februar bekannte sich der Vorstand zur deutschen Einheit und entsandte Berater in die DDR, am 26. Februar legte sich der Hauptvorstand fest, eine einheitliche ÖTV in ganz Deutschland anzustreben. Zusammenarbeit mit FDGB-Funktionären sollte es nur geben, wenn diese demokratisch legitimiert waren. Zu dieser Zeit war in der DDR aber noch offen, ob die Gewerkschafter Betriebsräte oder erneute Betriebsgewerkschaftsleitungen anstreben sollten.

Ferner suchten der FDGB und seine Untergliederungen ebenfalls Kooperationen mit den westdeutschen Organisationen. Die oben genannten Untergliederungen waren dabei von Dezember 1989 an erfolgreich, zwischen Februar und Mai 1990 orientierten sie sich eng an der ÖTV, wobei sie deren Rivalitäten zur Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) und die "Grenzstreitigkeiten" mit anderen DGB-Gewerkschaften zur Kenntnis zu nehmen hatten.

Im Mai 1990 ließ der ÖTV-Hauptvorstand durch eine Satzungsänderung die Gründung einer ÖTV in der DDR zu, deren Gründung sich allerdings so lange hinauszögerte, bis sie letztlich überflüssig geworden war. Zugleich kündigte der Hauptvorstand seine Zusammenarbeit mit der Spitze des FDGB auf. Die FDGB-Funktionäre fühlten sich düpiert. Anfang Juli wandten sich mit an die Öffentlichkeit mit einer Erklärung gegen das Vorgehen der ÖTV, der sie unterstellten, nur an der Mitgliederzahl orientiert zu sein. Dennoch waren alle Beteiligten an einer Deeskalation interessiert, im August war dann der Weg frei für eine gesamtdeutsche ÖTV, als deren Kern die 14 Kreisverwaltungen in den früheren Bezirksstädten fungierten. Im Januar 1991 konnten erstmals Delegierte der ÖTV der neuen Länder zu einem außerordentlichen Gewerkschaftstag nach Stuttgart reisen.

Scharrers Analyse macht deutlich, wie kompliziert und problembeladen der Aufbau einer neuen Gewerkschaft in der sich zu Demokratie und Marktwirtschaft umformenden DDR gewesen ist. Die Quellenlage unterstreicht das Dilemma noch weiter. Große Teile der Untersuchung beruhen mangels schriftlicher Quellen auf Zeitzeugen-Befragungen. Mehr als die Hälfte des Bandes stellt eine Dokumentation dieser Auskünfte dar. Dass ohne diese Methode Vieles nicht hätte rekonstruiert werden können, ist unstreitig und sollte zur Fortführung animieren. Insgesamt ist Scharrers Studie fraglos ein Buch, das die Kenntnisse vom Transformationsprozess in der DDR 1990 sinnvoll erweitert.

Fussnoten

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Prof. Dr., Historisches Institut, Universität Rostock.