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Jenseits von Zahlen. Überlegungen zur Staatssicherheit der DDR an Westuniversitäten

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? 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Jenseits von Zahlen. Überlegungen zur Staatssicherheit der DDR an Westuniversitäten

Sabine Kittel

/ 24 Minuten zu lesen

Zum Ausmaß der "Staatssicherheit im Westen" gibt es weit auseinander liegende Interpretationen, die auf einer schwierigen Quellenlage begründet sind. Sabine Kittel untersucht in ihrem Beitrag, welche Aussagen sich über die DDR-Westspionage treffen lassen und durch welche Motive das Handeln einzelner IMs bestimmt war.

Am 15. Januar 1990 stürmten Demonstranten die Stasi-Zentrale in Berlin. Ziel war es, die Akten vor der Vernichtung zu sichern. Doch die für Auslandsspionage zuständige Hauptverwaltung A hatte am Zentralen Runden Tisch zuvor bereits die Erlaubnis erhalten, Akten legal zu vernichten. (© Bundesarchiv, Bild 183-1990-0116-014, Foto: Thomas Uhlemann)

Die Forschung zur DDR-Westspionage hat verschiedene kleinere und umfangreichere Studien hervorgebracht, die recht unterschiedliche Einschätzungen zum Ausmaß des DDR-Geheimdienstes in der Bundesrepublik geliefert haben. Bei der Beurteilung der Spionagetätigkeit des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS) und der für die Auslandsspionage zuständigen Diensteinheit Hauptverwaltung A (HV A) stehen sich hierbei zwei konträre Positionen gegenüber: Die Vertreter der These einer "unterwanderten Republik" gehen von einer Vielzahl inoffizieller Mitarbeiter (IM) und einer effektiven Auskundschaftung wesentlicher öffentlicher Bereiche der Bundesrepublik aus. Auf der anderen Seite finden sich jene Forscher, die die Zahl der West-IM deutlich niedriger ansetzen und daraus eine relative Wirkungslosigkeit der "Westarbeit" des MfS ableiten. Der vorliegende Beitrag beleuchtet zunächst die beiden Positionen und die schwierige Quellenlage. Anschließend soll an einem Fallbeispiel eines inoffiziellen Mitarbeiters an der Universität Münster ein möglicher quellenkritischer Ausweg für zukünftige Forschung aufgezeigt werden. Dabei können relevante Fragestellungen identifiziert werden, die über eine rein zahlenmäßige Erfassung von "Westspionen" hinausgehen.

Die Quellenlage: Interpretationsräume für die Forschung

Markus Wolf war von 1952 bis 1986 Leiter der Hauptabteilung A (© Bundesarchiv, Bild 183-1989-1208-420, Foto: Elke Schöps)

Die weit auseinander liegenden Interpretationen über das Ausmaß der "Staatssicherheit im Westen" sind kaum überraschend, basiert doch die Forschung zur Auslandsspionage der DDR auf einer schwierigen Quellen- und Überlieferungslage. Besonders fällt ins Gewicht, dass die Akten der HV A im Wiedervereinigungsprozess 1990 ganz legal und fast vollständig vernichtet wurden. Der "Zentrale Runde Tisch" hatte seinerzeit der Selbstauflösung der Hauptverwaltung A, die man als Nachrichtendienst für die Auslandsspionage bewertete, zugestimmt. Diese Sonderregelung ermöglichte somit die umfassende, eigenmächtige und unkontrollierte Spurenbeseitigung durch die eigenen Mitarbeiter. Die daraus resultierenden Schwierigkeiten für die Forschung können zwar durch die Analyse von Querverweisen und die Zuordnung von Informationen aus Beständen anderer Diensteinheiten des MfS ansatzweise behoben werden. Aber auch in diesen anderen MfS-Abteilungen vernichteten Mitarbeiter der Staatssicherheit in den Umbruchmonaten 1989/90 eiligst zahlreiche Akten, in denen Operative Vorgänge dokumentiert waren. Die Quellenlage ist daher mindestens als schwierig zu charakterisieren. Zusätzliche Hürden birgt die Forschung im Stasi-Archiv der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), da noch immer viele Vorgänge unter Verschluss liegen. Operative Akten stehen somit nur in begrenztem Maße zur Verfügung. Die Rekonstruktion von Abläufen und Zusammenhängen der deutsch-deutschen Spionage ist dadurch erschwert.

Vor diesem Hintergrund wird der quantitative Nachweis von inoffiziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu einem möglichen Gradmesser der Aktivitäten der Staatssicherheit: Eine hohe Zahl von IM an konkreten Orten belegt Wirken und mutmaßlich auch Wirkung der Spionage, eine geringe Anzahl von "Treffern" könnte wiederum die relative Einfluss- und Wirkungslosigkeit des MfS bedeuten. Fragen nach dem tatsächlichen Gehalt der Informationen und den Konsequenzen der Informationsweitergabe durch IM sind auf diese Weise aber nur schwer zu beantworten. Was mögliche Wege einer solchen Erkundung sein könnten, soll in diesem Beitrag diskutiert werden. Die folgenden Überlegungen stehen im Zusammenhang von ersten Recherchen und Befunden zum Thema "Spionage an der Universität. Wirken und Einfluss des Ministeriums für Staatssicherheit an westdeutschen Hochschulen (1971 – 1989)", ein Forschungsprojekt an der Universität Münster. Im Mittelpunkt dieser empirischen Recherche stehen die vier Universitäten Bremen, Kassel, Kiel und Münster.

"Zahlenspiele": Die Schwierigkeiten der Berechnung inoffizieller Mitarbeiter

Der Vergleich der Zahlenangaben über IM in verschiedenen einschlägigen Studien, die fast alle von Mitarbeitern der Abteilung Bildung und Forschung des BStU entstanden sind, bringt Widersprüchliches, aber auch interessante Gemeinsamkeiten hervor. Dieser Umstand ist nicht nur der schlechten Quellenlage, sondern auch den unterschiedlichen Bezugspunkten der Studien geschuldet. Auf den ersten Blick paradox sind gewiss die sehr unterschiedlichen ermittelten Zahlen der "West-IM". Sie reichen von etwa 3.000 bis hin zu 30.000 West-Spioninnen und -Spionen.

Eine Ursache für die unterschiedlichen Zahlenangaben ist, dass sich die Zählungen auf unterschiedliche Zeithorizonte beziehen. Oftmals werden die Angaben auf den gesamten Zeitraum hochgerechnet, andere Berechnungen wiederum beziehen sich auf nur wenige Jahre und legen zudem andere Bezugsdaten zugrunde. Georg Herbsttritts Einschätzung z.B. bewegt sich mit 3.000 bis 3.500 IM am unteren Rand. Seine Zählung beruht auf Vergleichen verschiedener Datenpools, hauptsächlich aber auf den Anklageschriften und Urteilen in Spionageprozessen der 1990er Jahre. Das Bundesamt für Verfassungsschutz gehe angesichts einer guten Quellenbasis von einer vollständigen Enttarnung des Agentennetzes aus. Üblicherweise verfügte man in Spionageprozessen vor 1989 lediglich über Indizien, so der Historiker. Doch selbst wenn nur gegen 499 Personen tatsächlich Anklage erhoben wurde, fanden doch gegen 3.000 West-IM begründete Ermittlungen statt, daher gilt nach Herbsttritt diese Zahl als verlässlich. Da jedoch zu jener Zeit nicht alle Bereiche durchdrungen werden konnten und auch der Zugriff auf das SIRA-Datenbanksystem ("System der Informations-Recherche der HV A") und die sogenannten "Rosenholz"-Daten noch nicht möglich war, rechnet der Forscher die Zahl etwas nach oben.

Die SIRA-Datenbank listet Agenten und Vorgänge der HV A sowie Stichworte zu den gelieferten Informationen auf, sogar eine Benotung der gelieferten Hinweise findet sich, nicht aber Namen oder die Informationen selbst. In der "Rosenholz"-Kartei sind wiederum unter anderem die Klarnamen der MfS-Mitarbeiter verzeichnet; in der Kombination der beiden liegt ein wichtiger Erkenntnisgewinn. Die von den Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden erfasste Größenordnung, so Herbsttritt, kann somit als Mindestmaß der Zahl der bis zum Ende der DDR aktiv tätigen West-Spione betrachtet werden.

Ilko-Sascha Kowalczuks Schätzung inoffizieller Mitarbeiter bezieht sich auf das Jahr 1989, für das er "weniger als 500 West-IM" annimmt. Aufgrund dieser Zahl leitet er in seinem Buch über die Stasi ab, dass "von einer 'Unterwanderung' der Bundesrepublik oder gar einer 'Steuerung' nicht einmal ansatzweise gesprochen werden kann". Und obgleich sich Kowalczuks Befund auf Erhebungen von Helmut Müller-Enbergs bezieht, kommt Letzterer in seiner Analyse der HV A-Daten auf eine andere Summe für das Jahr 1989: Er beziffert nämlich die Zahl auf 1.550 IM mit bundesdeutscher Staatsbürgerschaft. Die Gesamtzahl der für das MfS Tätigen schätzt Müller-Enbergs über den gesamten Zeitraum von 40 Jahren gar auf etwa 12.000 West-IM, darunter rund 6.000 Personen für die HV A.

Hubertus Knabes Zahlenangaben stammen aus der früheren Zeit der Stasi-Forschung und stellen die höchste Berechnung dar. Aus seiner Schätzung von insgesamt 20.000 bis 30.000 West-IM, die er auf Basis von Hochrechnungen ermittelt hat, leitet er eine deutliche Durchsetzung der Bundesrepublik und politische Einflussnahme durch die DDR ab. Die Verwendung von Hochrechnungen zur Untermauerung ist legitim. Angesichts der schlechten Quellenbasis in den 1990er Jahren waren Forschende wie Knabe zweifellos auf Schätzungen und Vermutungen angewiesen. Gerade in den frühen Erhebungen zeigt sich aber auch eine Vermengung von historischer Forschung mit Aspekten der Vergangenheitspolitik. Die Auflistung von Namen, Einsatzorten und möglichen Konsequenzen sowie das Anprangern der wenigen Verfahren oder niedrigen Strafen gegen West-Spione können als ein signifikantes Kennzeichen der damaligen geschichtspolitischen Auseinandersetzung betrachtet werden. So trugen die hohen Schätzungen aus den frühen Erhebungen potenzieller West-IM nicht unerheblich zu den erregten Debatten über die "Staatssicherheit im Westen" bei. In aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen zur Westspionage hat diese hohe Zahl zwar keine Bedeutung mehr, doch die These von der weitgehenden Unterwanderung der Bundesrepublik durch das MfS steht weiterhin im Raum.

Bezugspunkte der Einschätzungen

Ein wesentlicher Grund für die weit auseinander driftenden Berechnungen ist, dass die Zahl der inoffiziellen Mitarbeiter (sowie der wenigen Mitarbeiterinnen) in der Bundesrepublik und West-Berlin durch Berechnung verschiedener Komponenten zustande kam. Die zeitlichen Dimensionen sind bei der Zählung der West-Spione oft schwer einzugrenzen, da auch die Staatssicherheit selbst ihre Daten oft verschleierte. Außerdem ist noch immer nicht eindeutig zu klären, wer tatsächlich als IM zu zählen ist. Angesichts der schwierigen Aktenlage und disparater Terminologien in den jeweiligen Operativen Vorgängen fällt es Forschenden nicht leicht, das System der West-Spionage tiefgreifend zu durchdringen. Die Unterscheidung der Interessensbereiche geheimdienstlicher Arbeit zwischen "Aufklärung" und "Abwehr" war diffus, Kompetenzüberschneidungen gehörten vielmehr zum System, denn die Arbeit im Operationsgebiet - also in der Bundesrepublik und West-Berlin - wurde als "Gesamtaufgabe" des MfS betrachtet. "Aufklärung" im Ausland betrieb zwar explizit die HV A in Berlin, sie agierte in diesem Kontext allerdings in der Bekämpfung von Opposition und Widerstand sowohl außerhalb als auch innerhalb der DDR. Umgekehrt betätigten sich aber auch MfS-Offiziere in der Auslandsspionage. Verschiedene Hauptabteilungen (HA) hatten zudem "Abwehreinheiten", die in großen Umfang IM in der Bundesrepublik und West-Berlin führten. In den 14 MfS-Bezirksverwaltungen existierte jeweils eine sogenannte Abteilung XV, der ein bestimmtes Territorium in der Bundesrepublik zur Bearbeitung zugewiesen war.

All diese Überschneidungen erschweren heute eine klare Differenzierung des Forschungsfeldes: So umfasst der Terminus "West-Spion" alle in der Bundesrepublik für das MfS aktiven Bundesbürgerinnen und -bürger, unabhängig von ihren tatsächlichen Einsatzbereichen. Konkrete Wirkungsfelder der West-IM sind hierbei weder definiert noch werden diese genauer erfasst. Zwar findet eine Unterscheidung zwischen IM, die im Auftrag des MfS tätig waren und IM, die im Auftrag der HV A spionierten, statt. Gleichwohl lassen sich daraus nur schwer Kompetenz- und Auftragsverteilungen der jeweiligen Akteure konkretisieren. Auch eine Analyse der "Erfolge" einzelner Führungsoffiziere und die Praxis der "Benotung" von Informationen wie auch die der Auszahlung von "Prämien" bleiben im deskriptiven Bereich. Bislang werden solche Hinweise zumeist als Belege gelungener Spionagepraxis betrachtet.

Die Schwierigkeiten und Fallstricke der zahlenmäßigen Eingrenzung der Westspionage liegen aber nicht allein in der Tatsache begründet, dass das Spionage-Netz verwoben und widersprüchlich war. Vieles wird vermutlich zwingend im Bereich des Spekulativen bleiben müssen, da kaum Operatives Material zu einzelnen Fällen vorhanden ist. Hierbei zeigt sich denn auch eine Übereinstimmung aller Studien: Die Einschätzung von Wirken und Einfluss des MfS in der "alten Bundesrepublik" wird mangels anderer Indikatoren vorrangig mit der ermittelten Anzahl der eingesetzten Spione und deren vermuteten Einsatzorten begründet.

Spionage an der Universität: Eine Annäherung

Akten belegen, dass Hochschulen von der Staatssicherheit seit 1971 dezidiert als "Zentren des Feindes" betrachtet wurden, die es zu überwachen und zu bekämpfen galt. Folgt man allein den MfS-Perspektivplänen, dann gab es ein ausgeprägtes Interesse der Staatssicherheit an den bundesdeutschen Universitäten. Sie wurden einerseits als wichtiger Sammelpunkt zukünftiger Eliten betrachtet, andererseits aber auch als Hort politischer Indoktrination, den es zu gewinnen galt. Die Dienstanweisung 5/71 über die "systematische operative Bearbeitung von Universitäten und Hochschulen im Operationsgebiet", in der Fassung vom 1. August 1974, plante die "Schaffung von stabilen operativen Stützpunkten in den Universitäten und Hochschulen zur laufenden Gewinnung von Perspektiv-IM für die Hauptobjekte des Feindes", wie im Geheimdienstjargon formuliert. "Perspektiv-IM" waren inoffizielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die, während der Ausbildung angeworben, an strategisch bedeutenden Arbeitsplätzen tätig werden konnten. Als die "Hauptobjekte des Feindes" betrachtete man bundesdeutsche Verwaltungen, Ministerien, Einrichtungen der politischen Bildung, Parteien oder auch Institutionen, die sich mit Ost-Forschung befassten. Ziel des MfS in diesen Bereichen waren die "systematische Nutzung zur Erarbeitung von Informationen", insbesondere "die Aufklärung der politischen Gruppierungen und deren Aktivitäten", "Aufklärung und Bekämpfung der Kräfte der politisch-ideologischen Diversion (PID)" und die "Aufklärung und Beschaffung von Forschungsergebnissen auf politischem, ökonomischem, militärtechnischem und naturwissenschaftlichem Gebiet".

Eine Vorstellung zum Ausmaß der vor Ort aktiven Spione vermittelt eine hochgerechnete Schätzung. So kalkuliert Hubertus Knabe für das Jahr 1975 "wahrscheinlich" etwa 170 IM an bundesdeutschen Hochschulen. 22,5 Prozent davon, so der Historiker weiter, waren als sogenannte "Werber", 17 Prozent als "Stützpunkt-IM" und 57,5 Prozent als "Einschleuser", tätig. "Stützpunkt-IM" konnten an der Universität Hinweise auf interessante Personen erarbeiten, die fortan als "Hinweisperson" (HW) registriert wurden. "Werber" waren wiederum zuständig, interessante "Hinweispersonen" als inoffizielle Mitarbeiter zu rekrutieren. Zur unerkannten Einreise von DDR-Bürgern und ihrer späteren Etablierung als IM im Westen setzte man "Einschleuser" ein. Die von Knabe ermittelte Hochrechnung überzeugt in ihrer Pauschalisierung, muss allerdings empirisch konkretisiert und ggf. differenziert werden. Bislang konnten für die vier im Fokus stehenden Hochschulen sieben bis zehn "Treffer" festgestellt werden; die vertiefte Analyse wird deren Wirken ergründen.

Auch für die diesem Beitrag zugrunde liegende Untersuchung begann die Recherche - der Logik des Archivs des BStU folgend - zunächst mit der Einspeisung von Namen und Fakultäten bzw. Orten, um die Aktivitäten des MfS an den Universitäten einzuschätzen. Eine erste Zuordnung der Abteilungen, Spionageziele sowie der Agenten zu den im Fokus stehenden Universitäten ermöglichte das HV A-Handbuch, eine Kompilation des Strukturaufbaus und der Einsatzbereiche dieser für die Auslandspionage zuständigen Diensteinheit. Das Handbuch erlaubt eine Zuordnung einzelner Daten (aus SIRA-Datenbank und "Rosenholz") zu konkreten inoffiziellen Mitarbeitern; eine Differenzierung und Bewertung des "Treffers" ist allerdings meistens unmöglich. Die erfolgreiche Ermittlung verschiedener Operativer Vorgänge erfolgte durch die Personen- und Ortsabfragen, die insofern ergiebig waren, als dass sie weitere Recherchepfade und weitere Operative Vorgänge eröffneten. Vergleiche mit anderen Studien zeigen, dass auf diese Weise die unterschiedlichen Struktureinheiten des MfS erfasst werden können. Günstigenfalls werden auch Struktur und Vorgehensweise, vor allem aber Wirkungsbereiche und Einwirkungen des vernetzten Spionagevorganges erhellt.

Müller-Enbergs konnte in seiner Untersuchung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg den verschlungenen Weg der Etablierung von inoffiziellen Mitarbeitern in den Jahren 1980-1989 nachweisen. Weitere Erkenntnisse, etwa zu den Folgen der somit ermöglichten Auskundschaftung, waren dagegen offenbar nicht zu ermitteln. Auch eine aktuelle Studie, die sich mit den Universitäten Dortmund und Bochum befasst, kann zwar auf Operative Vorgänge wie auch eine Reihe von Hinweisen auf Spionage in Forschung und Entwicklung der Hochschule sowie im politisch-ideologischen Kontext verweisen. Doch der Zugriff zu weiteren qualitativen Aussagen scheint nicht möglich gewesen zu sein. Die DDR war, wie vom Autorenteam spekulativ resümiert wird, "von der enormen Masse an gesammelten Daten überwältigt und hatte oft Probleme damit, sie in ihr eigenes Wissenschaftssystem zu integrieren". Auch dieser Studie gelingt es nicht, den Gehalt und die Auswirkung der ermittelten Spionage an den untersuchten Universitäten tatsächlich zu erhellen.

Das Auffinden und Zählen von "Treffern" an den untersuchten Universitäten vermag zwar das Interesse der Staatssicherheit zu belegen. Doch verhindert eine rein numerische Bestandsaufnahme das tiefere Verständnis für die tatsächlichen Vorgänge. Spionageziele, Erfolge und Misserfolge der Rekrutierung von IM und die Auswirkungen der Tätigkeit einzelner Akteure müssen aufgespürt werden wie auch die Handlungsrahmen der verschiedenen Protagonistinnen und Protagonisten, deren jeweilige Motivationen herausgearbeitet und dem institutionellen Kontext zugeordnet werden muss.

Die nachfolgende Auseinandersetzung stellt einen ersten Versuch dar, neben Zahlen und Hochrechnungen eine differenziertere Perspektive auf das geheimdienstliche Wirken und dessen Effektivität an einer bundesdeutschen Universität zu erarbeiten. Dabei soll ergründet werden, welche Personen für das MfS interessant waren, also "bearbeitet" werden sollten, wie diese Personen für eine geheimdienstliche Mitarbeit gewonnen werden sollten und welche Informationen sich das MfS von ihnen erhoffte. Darüber hinaus ist von Interesse, welche Materialien "ausgetauscht" und welche Informationen vom MfS weiter verarbeitet wurden. Welche Wirkungen wurden damit erzielt, welche Aktivitäten in Gang gesetzt? Solche und ähnliche Fragen können eine Einschätzung der Wirksamkeit der Spionage ermöglichen. Anhand der Überlegungen soll aber auch eine quellenkritische Erkundung des Bestandes unternommen werden. Es wird nach Widersprüchen in den Akten sowie danach gefragt, wie Treff-Protokolle, Einschätzungen, Auszeichnungen und Erfolgsmeldungen einzuschätzen sind.

Die Aktenüberlieferung von Aktivitäten des MfS an der Universität Münster ist, vorsichtig formuliert, als erfreulich zu bezeichnen, da verschiedene Jahresarbeitsberichte der HV A für diese Hochschule gefunden wurden. Die nachfolgende IM-Personenakte zu "Park", der in Münster tätig war, konnte fast vollständig rekonstruiert werden. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aspekten dieses Falles ist zunächst als beispielhaft für die zuvor angeführten Überlegungen zu verstehen und nicht als eine repräsentative Darstellung der Tätigkeit der West-IM an einer West-Universität.

IM "Park" an der Universität Münster

"Park" wurde 1916 geboren. Er studierte Bibliothekswissenschaft, nach Stationen in Leipzig und Lübeck fand er in den 1960er Jahren an der Universität Münster als Bibliothekar eine Anstellung. In der NS-Zeit war er NSDAP-Mitglied, nach Einschätzung des MfS aber allein aus karrieristischen Gründen. Auch ein Fronteinsatz in Frankreich wird erwähnt. Aus zwei Ehen entstammten insgesamt zehn Kinder.

Im Herbst 1973 geriet er zum ersten Mal ins Blickfeld der Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit, Abteilung XV, die der HV A zugewiesen war. Der "HW 'Park'", wie man ihn im Sachstandsbericht nannte, hatte seit mehreren Monaten ein Verhältnis mit einer verheirateten DDR-Bürgerin "Annelie" in Leipzig. Da die jeweiligen Ehepartner nichts von der Liebesbeziehung wussten, fand der rege Briefwechsel über den Arbeitsplatz statt. Für die Staatssicherheit waren Angestellte von Universitäten grundsätzlich interessant. Als Bibliothekar hatte der "HW" ebenso Kontakt zum wissenschaftlichen Personal wie zur Studentenschaft, er hatte außerdem Zugang zu Interna der Verwaltung und des Wissenschaftsbetriebs. Daher meldete sich das MfS bei "Annelie". Die darauf folgende Anwerbung der Leipzigerin war offenbar einfach. Unter einer Legende bot man Hilfe bei den Scheidungsangelegenheiten an, und rasch entwickelte sich ein Vertrauensverhältnis. Der „Sachstandbericht zur Bearbeitung des HW 'Park'“ belegt, wie durchdacht das Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis zu "Annelie" etabliert wurde.

Motivation der Zusammenarbeit mit dem MfS

In der Folge führte das MfS auch "Park" an die ihm zudachten Aufgaben heran. Wann genau "Park" als inoffizieller Mitarbeiter des MfS verpflichtet wurde, ist noch nicht eindeutig nachgewiesen, kann aber ungefähr auf Mai 1974 terminiert werden. Zu diesem Zeitpunkt wird er in den Akten als IM geführt. Wie den Unterlagen zu entnehmen ist, fand die Werbung von "Park" "auf der Grundlage der Übereinstimmung politischer Auffassungen zur Zusammenarbeit mit dem MfS statt". "Parks" tatsächliche Motivation scheint allerdings deutlich vielschichtiger und die ideologische Seite dabei nur ein Faktor gewesen zu sein. Der Abgleich der Treffberichte gibt Hinweise darauf, inwiefern die Zusammenarbeit auf Basis gegenseitigen Vorteilsnahmen bestand.

Für die Jahre 1975 bis 1984 sind regelmäßige Reisen von "Park" zwischen Münster und Leipzig dokumentiert, im Zuge derer immer auch Zusammenkünfte in einem Leipziger Lokal mit der Staatssicherheit stattfanden. Die Treffen mit seinem Führungsoffizier erlaubten "Park" unbeschränkte Einreisemöglichkeiten in die DDR. Den obligatorischen Mindestumtausch musste er auch nicht mehr leisten. Nicht nur konnte "Park" seine Freundin auf diese Weise regelmäßig und unentgeltlich für längere Zeit besuchen. Bei den Zusammenkünften mit dem MfS erhielt er zudem "operative Zuwendungen", regelmäßige monatliche Zahlungen von mindestens 200 DM, Fahrtkosten sowie im Laufe der Jahre Geldprämien und verschiedene Verdienstmedaillen. Diese finanziellen Zuschüsse waren gewiss ein lukratives Zubrot für "Park".

Ein weiteres Dokument deutet an, dass "Parks" Motivation, wie sicherlich auch die anderer IM, nicht konstant hoch war. Des Öfteren musste er überzeugt und bearbeitet werden, um "ihm deutlich zu machen, daß er für eine gerechte Sache arbeitet." Ab 1982 wurde der IM als "Stützpunkt" und "Werber" registriert. Gleichwohl scheint letztere Klassifizierung nur eingeschränkt zuzutreffen, denn sein Führungsoffizier vermerkte kritisch: "Im Ergebnis dieser Diskussion gelang es nicht, die Bereitschaft des IM zur Werbertätigkeit zu gewinnen. "Park" vertrat den Standpunkt, daß ein Werbekandidat sich unabhängig von ihm für die Kundschaftertätigkeit entscheiden muß." "Park" wollte offenbar so wenig wie möglich selbst in Erscheinung treten, wenn es galt, potenzielle Kandidaten für die IM-Tätigkeit zu werben. Und so birgt diese Schilderung auch einen Hinweis auf konkurrierende Interessen des IM bei seiner Spionagetätigkeit: Auf der einen Seite stand vermutlich tatsächlich der ideologisch-politisch motivierte Wunsch, der Staatssicherheit der DDR dienlich zu sein sowie die damit verbundene besondere Aufmerksamkeit zu genießen; hinzu kamen finanzielle Zuwendungen und nicht zu vergessen, das Privileg der unbegrenzten DDR-Reisen zur Freundin. Auf der anderen Seite aber war "Park" permanent mit dem Anspruch des MfS konfrontiert, neue Hinweise zu erarbeiten und neue Kontakte aktiv zu suchen – und diese für die Mitarbeit zu rekrutieren. Zur Schwierigkeit dieser Operativen Arbeit addierten sich die Mühen der Konspiration, die in den Akten auch thematisiert werden.

Die Höhe der Honorierung, die Vielzahl der Auszeichnungen und seine lange IM-Tätigkeit lassen zunächst vermuten, dass "Park" für die Staatssicherheit von großem Wert war. Vergleiche mit anderen Fällen stehen allerdings noch aus und könnten diese Vermutung auch relativieren. Doch konnte ein erfolgreicher IM sicherlich auch Glanz auf den verantwortlichen Führungsoffizier abwerfen. Daher sind in den Protokollen gewiss eine Reihe von Ungereimtheiten oder auch Misserfolge von "Parks" Einsätzen geglättet, um so den Wert des IM - und in der Folge letztlich die Arbeit des MfS-Mitarbeiters - zu erhöhen.

"Im Auftrag" der Staatssicherheit

Der kursorische Blick in die Protokolle der Operativen Akten von "Park" zeigt das Spektrum seiner Aufgabenbereiche – und weist auf ihre jeweilige Ausführung hin. Noch zu Beginn des Jahres 1974 ging es dem MfS vor allem um die Heranführung des Kandidaten "Park", als der er damals noch betrachtet wurde, an sein Arbeitsfeld. Man interessierte sich für die Stärke, Ziele und Wirksamkeit politischer Gruppierungen. Auch Ermittlungen zur Einstellung des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und der Evangelischen Studentengemeinde (ESG) zur DDR standen auf der Agenda.

Solcherart Erkundungen waren für die Staatssicherheit unter dem Schlagwort "Kontaktpolitik" (KP) relevant, da damit Kontakte aus bzw. mit westlichen Ländern - Bildungsreisen, Städtepartnerschaften, wissenschaftlicher Austausch - eingeschätzt werden konnten. Diese Art Aufgaben erledigte "Park" offenbar zur Zufriedenheit des MfS. Ab 1976 bestanden seine Aufgaben in unterschiedlicher Gewichtung vor allem in der "Objektanalyse": Inspizierung der ESG und verschiedener Fachbereiche an der Universität Münster sowie in der "Beschaffung von Regimematerial". In der "Personengruppenanalyse" wiederum war die "Erarbeitung von Hinweisen" (HW) angestrebt. Das MfS erwartete von "Park" zudem, dass er Professoren und Studierende der Universität Münster sowie Personen in seinem weiteren Bekanntenkreis in (ideologische, allgemein gesellschaftskritische) Gespräche verwickelte, um so Perspektiv-IM (P-IM) zu erarbeiten. Als Bibliothekar stieß sein Einsatz anscheinend auf geringes Misstrauen, da sein Arbeitsbereich eine Art Schaltstelle verschiedenster Akteure darstellte. Im März 1978 verzeichnete der Tätigkeitsbericht die erfolgreiche Arbeit des "Park" bezüglich der Erarbeitung von Hinweisen. Zusammengerechnet hatte "Park" innerhalb eines Jahres 40 Personen - vor allem aus dem persönlich-privaten wie beruflichen Umfeld - "getippt" (nicht geworben). Zu 13 von ihnen nahm die Staatssicherheit letztlich Ermittlungen auf. Interessant erscheinende Hinweise wurden dann von der Leipziger Bezirksverwaltung an die HV A "abgegeben". Beim Abgleich mit den Jahresarbeitsplänen der HV A in den folgenden Jahren finden sich einige von "Parks" Hinweisen als "operative Vorgänge im Objekt" mit Decknamen "Ass", "Eibe", "Buche" wieder. Eine tatsächliche Werbung dieser und anderer Personen gelang aber nicht, wie der weitere Verlauf in den Protokollen offenbart. Kommentare in Jahresarbeitsberichten und Treffprotokollen der folgenden Jahre forderten permanent neue Hinweise, die "Park" erarbeiten und erbringen sollte, womit sich der IM offenbar aufgrund von persönlichen Bedenken, Scheu oder auch aus Bequemlichkeit schwer tat.

Andere "operative Aufgaben" waren von ihm dagegen vermutlich leichter und auf den ersten Blick auch unproblematischer zu erledigen. Im Sommer 1980 etwa besorgte er ein Vorlesungsverzeichnis der Universität Münster, sammelte Studentenzeitungen der Universität sowie verschiedene Tageszeitungen. Er fertigte zudem eine Skizze des Düsseldorfer Innenministeriums und seiner Umgebung an, verfasste Dossiers zu verschiedenen Professoren, übermittelte Informationen zur Zusammensetzung der Friedensbewegung in Münster, kopierte Publikationsliste und Lebenslauf eines am Institut für Kernphysik tätigen Wissenschaftlers, der sich dem MfS nach "gegen die Stationierung neuer amerikanischer Atomraketen" ausgesprochen hatte, und tippte die Unterschriftenliste der Unterzeichner der Münsteraner Friedenswochen im Mai 1982 ab. Betrachtet man die Arbeiten, die "Park" übertragen bekam, wird das Interesse der DDR an Hinweisen auf politisch-ideologische Diversion deutlich – der tatsächliche Nutzen der Sammlung bleibt indes unklar. Viele der Informationen waren frei verfügbar, für einige Aufgaben war "Parks" Einsatz eventuell bedeutsam. Verschiedene Stasi-Forscher haben allerdings auf die Möglichkeiten hingewiesen, die durch die kleinteilige Sammlung von Informationen für die Staatssicherheit entstehen. Erst durch das Zusammentragen der Materialien und die Kombination verschiedener Bestandteile gewannen diese an Relevanz und Brisanz.

Als "Park" 1983 in Rente ging und die Universität verließ, schien auch die Staatssicherheit das Interesse an ihm zu verlieren. Der IM wollte aber offenbar nicht auf die bis dato gezahlten Zuwendungen, das unbegrenzte Visum und die Umtauschbefreiung verzichten, zumal "Annelie" noch immer in Leipzig lebte. So stellte der IM – auf eigenes Betreiben – sein Wohnhaus als "Deckadresse" (DA) der HV A zur Verfügung und "Park" wurde fortan als IM/DA geführt. Drei Spione, DDR-Bürger, die im Ausland aktiv waren, erhielten bei "Park" eine "Anlaufstelle" und konnten dadurch eine "West-Adresse" belegen. Im Jahr 1987 siedelte "Annelie" aus Leipzig in die Bundesrepublik über und die beiden heirateten bald darauf. Die Zusammenarbeit mit dem MfS wurde unregelmäßiger, zumal "Park" gesundheitlich angeschlagen war. Bis zum Ende der DDR blieb der IM aber als IM/DA im Einsatz. Ein letztes Treffen mit dem Führungsoffizier fand noch im Oktober 1989 statt.

Abschluss und Ausblick

Die am konkreten Beispiel unternommene Analyse konnte verschiedene Aspekte herausarbeiten, anhand derer das Wirken und der Einfluss des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR empirisch fundiert ergründet werden kann. Abschließend soll anhand von drei Argumenten ein Ausblick auf mögliche Differenzierungen relevanter Fragestellungen und Untersuchungsschwerpunkte gegeben werden.

Die Frage nach der IM-Tätigkeit und ihren Konsequenzen für die Westuniversitäten eröffnet mehrere Horizonte. Hinterfragt werden sollte zunächst, inwiefern zahlenmäßige Einschätzungen und damit Kategorien wie "erfolgreiche" oder "erfolglose" Spionage angesichts der Unüberschaubarkeit der gelieferten Informationen überhaupt sinnvoll sind. Zu charakterisieren wäre eher, welchen Weg die Auskünfte nahmen und welcher Nutzen aus den gewonnenen Berichten gezogen werden konnte. Auch die am Prozess der Informationssammlung beteiligen Personen und Konstellationen sollten ergründet werden. Protokolle und Perspektivpläne müssen abgeglichen, Konzeptionen und Ergebnisdarstellungen anhand der Beteiligten wie auch ihrer Verfasser identifiziert und die jeweiligen Darstellungsmodi abgewogen werden. Nicht zuletzt beeinflussten die Erwartungen und Ansprüche seitens des MfS/HV A oftmals maßgeblich die spätere Darstellung der "Erfolge" durch die Führungsoffiziere.

Der Gebrauch der verschiedenen IM-Kategorien in der Biografie von "Park" verweist darauf, dass ein Abgleich von Tätigkeit und Tätigkeitsbeschreibung notwendig ist, wenn verallgemeinerbare Aussagen zu Umfang und Einsatzbereichen von IM getroffen werden sollen; widersprüchlich zeigt sich zum Beispiel die Registrierung des IM als "Werber", obgleich sich "Park" diesem Aufgabengebiet dezidiert verweigerte. Hier lässt sich wiederum die Beteiligung der jeweiligen Führungsoffiziere als Verfasser von "geschönten Berichten" und "geglätteten Statistiken" als bedeutsam vermuten. Zu überprüfen bleibt daher, inwiefern hinter den zugewiesenen IM-Kennzeichnungen bürokratische, organisatorische, finanzielle oder ganz persönliche Gründe standen, die mehr über die jeweiligen Diensteinheiten, über "eifrige" Offiziere und an sie gestellte hohe Erwartungen aussagen, als über die konkrete Aufgabenstellung und deren Verwirklichung.

Eine weitere Ebene der Auseinandersetzung mit der Spionage an Westuniversitäten bietet die Analyse der Motivationslagen der unterschiedlichen Protagonisten. Beispielhaft offenbarte die Betrachtung des konkreten Rekrutierungsprozesses und seiner Fortdauer, wie das Handeln von IM "Park" von mehreren Motiven bestimmt war. Obgleich er als politisch "links" einzuschätzen ist, lagen die Gründe für seine Betätigung für die Staatssicherheit wohl eher im monetären Bereich, was ihn schließlich vielleicht sogar in eine Art Abhängigkeit brachte. Eine Bandbreite von individuellen Motiven lässt sich mit dem "MICE-Modell" der Spionageforschung fassen. Eine weitere Variable in diesem Netzwerk stellte – erneut – der zuständige Führungsoffizier dar. Nicht nur instruierte und motivierte er die Spione, die er führte, sondern er trug durch die Verschriftlichung der Vorgänge zur Wahrnehmung ihrer IM-Tätigkeit und weiteren Ausrichtung der Einsätze bei. Diese und weitere Fragen können diskutiert werden, sobald wir jenseits von Zahlen blicken.

Zitierweise: Sabine Kittel, Jenseits von Zahlen. Überlegungen zur Staatssicherheit der DDR an Westuniversitäten, in Deutschland Archiv, 4.7.2014, Link: http://www.bpb.de/187440

Fussnoten

Fußnoten

  1. Hubertus Knabe, Die unterwanderte Republik. Stasi im Westen, Berlin 1999.

  2. Ilko-Sascha Kowalczuk, Stasi konkret, München 2013, S. 247-263.

  3. Jochen Hecht, "Rosenholz" und SIRA. Archivalische Quellen zur Geschichte der Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) des MfS, in: Dagmar Unverhau (Hg.), Hatte "Janus" eine Chance? Das Ende der DDR und die Sicherung einer Zukunft der Vergangenheit, Münster 2003, S. 99-112.

  4. Die den Überlegungen zugrunde liegenden Recherchen basieren auf einer Initiative der Universität Bremen und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Im Jahr 2013 konnten durch eine Anschubfinanzierung Recherchen im Archiv der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit in Berlin unternommen werden.

  5. Georg Herbstritt, Bundesbürger im Dienst der DDR-Spionage, Göttingen 2007, S. 39-46. Herbsttritt zufolge blieben im Bereich der Wirtschaftsspionage sowie in den Abwehreinheiten eine Reihe von Agenten unentdeckt. Ende der 1980er Jahre waren rund 1.400 West-IM für die Abwehrdiensteinheiten des MfS und etwa 1.600 bis 2.300 West-IM für die HV A tätig.

  6. Herbsttritt, Bundesbürger (Anm. 5), S. 54-57. Tatsächlich gelang es dem BStU erst Ende 1998, die elektronischen Datenträger der HV A und damit das „System der Informations-Recherche der HV A" (SIRA-Datenbank) zu entschlüsseln; auch steht dem BStU eine Kopie der "Rosenholz"-Datei erst seit 2003 zur Verfügung.

  7. Kowalczuk, Stasi konkret (Anm. 2), S. 250.

  8. Helmut Müller-Enbergs, Hauptverwaltung A (HV A). Aufgaben - Strukturen - Quellen, hrsg. vom BStU, Berlin 2011, S.21.

  9. Knabe, Die unterwanderte Republik (Anm. 1), S. 10.

  10. Hubertus Knabe, Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur, Berlin 2007. Vgl. auch Reinhold Knoll und Martin Haidinger, Spione, Spitzel und Agenten: Analyse einer Schattenwelt, St. Pölten u.a. 2001; Klaus Schroeder, Im Westen nichts Neues? Dokumentation zur Diskussion um den Einfluss von SED, FDJ und MfS auf die Freie Universität Berlin, Berlin 1995.

  11. Z.B. Michael Ludwig Müller, Die DDR war immer dabei. SED, Stasi & Co. und ihr Einfluss auf die Bundesrepublik, München 2010.

  12. Helmut Müller-Enbergs, Die inoffiziellen Mitarbeiter (MfS-Handbuch), hrsg. vom BStU, Berlin 2008, S. 38.

  13. Hubertus Knabe, Die Stasi als Problem des Westens. Zur Tätigkeit des MfS im "Operationsgebiet", in: Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 50, 1997, S. 3-16, hier S. 7.

  14. Kowalczuk, Stasi konkret (Anm. 2), S. 249.

  15. Vgl. Jens Gieseke, Wer war wer im Ministerium für Staatssicherheit (MfS-Handbuch), Berlin 2012.

  16. Dienstanweisung 5/71, 1.8.1974, BStU, MfS, BV Frankfurt/Oder BdL 1427, Bl. 1 sowie BV für Staatssicherheit, Dienstbesprechung am 18.12.1984, BStU, MfS, BVfS Leipzig XV 03238, Bl. 2.

  17. Dienstanweisung 5/71, 1.8.1974, BStU, MfS, BV Frankfurt/Oder BdL 1427, Bl. 3-6.

  18. Knabe, Die unterwanderte Republik (Anm. 1), S. 360 f.

  19. Die Zahlenspanne von sieben bis zehn beruht auf dem Vorbehalt, dass einige als IM geführte Personen möglicherweise nur als "Kontaktperson" abgeschöpft wurden und nicht als Inoffizielle Mitarbeiter zu bewerten sind. Da der Quellenbegriff "inoffizieller Mitarbeiter" noch nicht eindeutig charakterisiert ist, wird hier vorläufig der Begriff des "Treffers" benutzt.

  20. Müller-Enbergs, Hauptverwaltung A (Anm. 8), S. 13f.

  21. Helmut Müller-Enbergs, Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Visier der Geraer Aufklärertschekisten, in: Horch und Guck Nr. 25, 1999, S. 25-29. Mehrere Operative Vorgänge an Hochschulen in der Bundesrepublik und West-Berlin behandelt auch Knabe, Die unterwanderte Republik (Anm. 1), S. 340-411.

  22. Haluka Maier-Borst und Katrin Ewert, Die Spitzel im Hörsaal. Student, Freund – und Spitzel?, in: Pflichtlektüre, Studentenmagazin für Dortmund, Nr. 5, 2013, S. 16-24, hier S. 24.

  23. Haluka Maier-Borst, Studenten als Spione, in: Zeit Campus, Nr. 1/2004, Externer Link: http://www.zeit.de/campus/2014/01/studenten-ddr-geheimdienst-spione, letzter Zugriff am 26.6.2014. Der Beitrag erhielt eine hohe Leserbriefresonanz.

  24. Uwe Krähnke, Das Ministerium der Staatssicherheit und seine hauptamtlichen Mitarbeiter. Zur Logik des Feldes und zum Habitus der institutionalisierten Akteure, in: Stefan Bernhard und Christian Schmidt-Wellenburg (Hg.), Feldanalyse als Forschungsprogramm 2, 2012, S. 281-308. Der Autor befasst sich mit Motivations- und Handlungsstrukturen von hauptamtlichen Mitarbeitern des MfS.

  25. Zu der westfälischen Hochschule wurden zwischen 1973 und 1988 Jahresberichte und Statistikbögen angelegt, in denen die Ausspähung der Universität Münster dezidiert geplant und überprüft wurde.

  26. Folgender Vermerk aus dem Jahr 1991 lag der Akte bei: "Nachfolgendes Material lag lose im Sack. Es wurde zusammengeheftet und in den leer aufgefunden Aktendeckel eingelegt".

  27. Diese Angaben entstammen dem Sachstandsbericht, 4.1.1974, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte A, B, Bl. 73. Die Informationen sind mit quellenkritischer Vorsicht zu lesen, da es im Bericht um die Einschätzung der Persönlichkeit und politischen Zuverlässigkeit des "Park" als potenziellen IM geht.

  28. HW steht für Hinweis, vgl. BStU (Hg.), Abkürzungsverzeichnis. Häufig verwendete Abkürzungen und Begriffe des Ministeriums für Staatssicherheit, Berlin 2012, S. 41.

  29. Auskunftsersuchen zur Person, 3.4.1973, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte A, B, Bl. 61.

  30. "Ein Jahr auf die Frau politisch-ideologisch einwirken und sie stellt von sich aus Antrag, Kandidat der Partei zu werden." Sachstandsbericht, 4.1.1974, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte A, B, Bl. 71.

  31. Sicherheitsanalyse Vorgang "Park", 22.7.1986, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte A, B, Bl. 37. Eine von "Park" unterschriebene Einverständniserklärung befindet sich nicht in den Akten.

  32. Der Mindestumtausch, auch Zwangsaustausch genannt, galt für DDR-Besucher aus dem "nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet". Im Jahr 1973 betrug er 20 DM, später wurde er auf 25 DM pro Tag erhöht.

  33. Belege über zusätzliche Geldprämien aus den Jahren 1976 (250 DM), 1979 (1.000 DM), 1981 (500 DM), 1986 (1.000 DM) sowie regelmäßige "operative Zuwendungen", in: BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte A, B, Bl. 268-320.

  34. Entwicklungskonzeption, 9.3.1976, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte C, D, E, Bl. 16-17.

  35. Treffbericht, 16.3.1982, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, II, Band 3, Bl. 22.

  36. Unter "Operativer und finanzieller Aufwand im Jahr 1976" notierte ein Operativer Mitarbeiter des MfS für "Park" neun Treffs in der DDR, persönliche Zuwendungen von 1.800 DM sowie operative Zuwendungen von 2.600 DM. Analyse zum IM/OG, 25.11.1976, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitt C, D, E, Bl. 21.

  37. Bearbeitungskonzeption KP "Park", 29.1.1974, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte C, D, E, Bl. 8.

  38. DDR-kritische Einstellungen wurden vom MfS als ideologische Aufweichungsversuche verstanden und bekämpft. Vgl. BStU (Hg.), Abkürzungsverzeichnis (Anm. 28), S. 49.

  39. Analyse zum IM/OG, 25.11.1976, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitt C, D, E, Bl. 23. Im März 1977 protokollierte "Parks" Führungsoffizier, dass ein Eindringen in Fachbereiche der Hochschule und ESG zwar "vorerst ohne Erfolg" waren, allerdings drei P-IM-Hinweise geliefert und weitere HW erarbeitet wurden. Sachstand Arbeit IM "Park", 20.3.1977, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschn. C, D, E, Bl. 25.

  40. Er vermittelte aus seinem beruflichen Umfeld neun, aus dem Bekanntenkreis vier, persönlichen Umfeld drei HW, Nebenbeschäftigung von Studenten 22 HW, Reisetätigkeit zwölf HW. Tätigkeitsanalyse von IM "Park", 9.3.1978, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitt C, D, E, Bl. 28-29.

  41. Z.B. Arbeitsplan für das Jahr 1978, 5.1.1978, BStU, MfS, BV Leipzig, Abt. XV 01783, Bl. 7.

  42. Folgende exemplarische Angaben sind verschiedenen Treffberichten aus BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte C, D, E, Bl. 31-35 sowie BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, II, Band 3, Bl. 8-16, 26-28 entnommen.

  43. Vgl. z. B. Helmut Müller-Enbergs, Was wissen wir über die DDR-Spionage, in: Georg Herbstritt und Helmut Müller-Enbergs (Hg.), Das Gesicht dem Westen zu. DDR-Spionage gegen die Bundesrepublik Deutschland, Bremen 2003, S. 34-71.

  44. Die Spione "Gipfel" und "Madeleine" leben vermutlich in Paris. Zur "Unterstützung des operativen Berufsbildes" und "Untermauerung der Legende" von "Veit" fertigt "Park" z. B. auch Fotokopien von älteren Büchern an: "philosophische Problematik". Treffbericht, 13.12.1986, BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte C, D, E, Bl. 51-52.

  45. Treffbericht, 13.12.1987 BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitt C, D, E, Bl. 52.

  46. Die letzte Quittung über 800 DM wurde von "Park" am 2.10.1989 quittiert. BStU, MfS, BV Leipzig, AIM 1743/91, I, Abschnitte A, B, Bl. 316.

  47. Theodore R. Sarbin, Ralph M. Carney und Carson Eoyang, Citizen Espionage: Studies in Trust and Betrayal, 1994, S. 71. MICE steht für money, ideology, coercion, ego. Auf Deutsch wird hierfür das Akronym GIVE verwendet: Geld, Ideologie, Verbrechen und Ego. Motive wie "Alkoholabhängigkeit", "Rache" und "emotionale Verstrickung/Sex" stehen ebenfalls zur Disposition.

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Dr. phil., geb. 1960. Studium der Soziologie sowie Promotion an der Freien Universität Berlin. Forschungsschwerpunkte: Holocaust-Forschung, Überlebende des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück, Erinnerungskultur und Vergangenheitsrepräsentationen, Aufarbeitung der (DDR-) Vergangenheit. Seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeit am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Der vorliegende Beitrag entstand im Kontext der Vorarbeiten für das Forschungsprojekt "Spionage an der Universität. Wirken und Einfluss des Ministeriums für Staatssicherheit an westdeutschen Hochschulen (1971-1989)". Siehe auch: Externer Link: http://www.uni-muenster.de/Geschichte/histsem/NZ-G/L2/Mitarbeiter/Wiss/SabineKittel.html