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Israelinnen und Israeli*nnen in Deutschland

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 35 Analysen & Essays. „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten „Ihr Völker der Welt“ „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Das Scheitern der Jugendhilfe in der DDR - ein Beispiel Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Heimat ist ein Raum aus Bytes Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? 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Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Israelinnen und Israeli*nnen in Deutschland

Dani Kranz

/ 22 Minuten zu lesen

Israelis in Deutschland werden immer wieder in den Medien thematisiert. Aber was ist mit den Israelinnen? Welche Rolle spielen Sex (biologisches Geschlecht) und Gender (soziales Geschlecht) in der Migration und welche Dynamiken lassen sich im Zeitverlauf erkennen? Basierend auf historischen, qualitativen und quantitativen Quellen stellt dieser Essay von Dani Kranz die Lebenswelten von Israelinnen und Israeli*nnen, die in Deutschland leben, vor.

Viele Israelinnen, Israelis und Israeli*innen haben die deutsche und die israelische Staatsangehörigkeit. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2021)

Seit etwa 2011 berichten die Medien zunehmend über den Zuzug von Israelis, Israelinnen und Israeli*nnen nach Deutschland – vor allem nach Berlin. Im Fokus stehen dabei immer wieder Israelinnen, die in einem vielseitigen Spektrum als Künstler*innen, DJanes und politische Aktivist*innen tätig sind. Ebenso geht es um Israeli*nnen, die über den Wissenschaftsaustausch nach Deutschland kommen, und um engagierte Frauen, die sich in ihrer Community engagieren, wie etwa im Verein der Freunde der Synagoge Fraenkelufer in Berlin. Eine weitere Gruppe, die häufig in den Medien portraitiert wird, sind Israeli*nnen, die sich im LGBTQI-(Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, queere und intersexuelle Menschen)Spektrum verorten und nicht heteronormativ leben. Dieser Essay fokussiert die Situation der Frauen und thematisiert aus diesem Blickwinkel zum einen die chronologische Entwicklung und stellt geschlechtsspezifische Framings, Genderdynamiken und Konstruktionen von Sex und Gender dar, die auch eine wichtige Rolle spielen, um die Lebenswirklichkeiten von Israelinnen und Israeli*nnen hierzulande zu erfassen.

Ein erster Überblick

Die aktuelle mediale Wahrnehmung von Israelis, Israelinnen und Israeli*nnen in Deutschland muss vor dem Hintergrund der deutsch-jüdischen Geschichte und nunmehr deutsch-israelischen-jüdischen Gegenwart verstanden werden. Israelinnen, Israel*innen und Israelis werden von der nichtjüdischen deutschen Mehrheitsgesellschaft mit einem besonderen Interesse betrachtet, was politisch unter anderem darin begründet ist, dass in der Anwesenheit von Jüdinnen und Juden in Deutschland nach 1945 ein Zeichen für die Demokratiefähigkeit der Bundesrepublik gesehen wird und die Sicherheit Israels zur deutschen Staatsraison erhoben wurde. Ab den 1990er-Jahren entstand eine Dynamik, die maßgeblich durch die deutsche Wiedervereinigung beeinflusst war. Durch sie wurden Spätfolgen der Naziherrschaft, wie das Fehlen von Jüdinnen und Juden in der deutschen Gesellschaft, nunmehr anders wahrgenommen. Man kann hier durchaus von einem verzögerten, kollektiven Trauerprozess sprechen. Zudem ruft Israel in Deutschland emotionale Reaktionen, im Guten wie im Schlechten, hervor. Dazu zählen die zeitgenössischen Debatten zur Politik der Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und auch Bundestagsbeschlüsse in den Bereichen des Antisemitismus und der BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen gegenüber Israel). Gleichzeitig existieren in Deutschland viele Institutionen und Nichtregierungsorganisationen, die deutsch-israelische Begegnungen fördern und ermöglichen.

Warum Berlin?

Berlin spielt für alle Zugewanderten aus Israel eine besondere Rolle: In Berlin lebt die größte Anzahl von Menschen, die aus Israel stammen, sowie von Jüdinnen und Juden in der Bundesrepublik. Darüber hinaus verfügt Berlin über eine reichhaltige Museums-, Erinnerungs- und Gedenkortlandschaft, es ist ein konzeptualisierter Raum für Menschen aus Israel sowie ebenso für Deutsche. Berlin ist quasi durchtränkt von einer langen jüdisch-nichtjüdischen Verflechtungsgeschichte, von den Roaring Twenties über die Weimarer Republik, die Verfolgung und Ermordung der Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten nach 1933, den Zweiten Weltkrieg und die daraus folgende Teilung der Stadt bis hin zu ihrem Aufstieg nach dem Mauerfall zur – nunmehr finanziell weniger günstigen – Hipster- und Party-Metropole. Israelinnen, Israeli*innen und Israelis kommen aber auch nach Berlin, weil sie ihren Alltag nicht mehr unter dem Einfluss des Nahostkonflikts und des religiösen Establishments leben wollen. Andere suchen ein Abenteuer, bessere Berufs- und Bildungschancen oder sie wollen oder können die hohen Lebenshaltungskosten in Israel nicht mehr tragen. Wiederum andere zieht es in die Stadt, um sich auf die Suche ihrer familiären Wurzeln aus der Zeit vor der Shoah zu machen und zu ihrer Familiengeschichte zu recherchieren.

Wer kommt nach Deutschland und weshalb?

Seltener wird über Israelinnen und Israel*innen berichtet, die sich nicht in einem für die breite Öffentlichkeit interessanten Feld bewegen – was mitunter zu medialen Verzerrungen führt. Die Mehrheit aller Israelinnen und Israel*innen ist qualifiziert bis hochqualifiziert (Bachelor und höherer Abschluss), allerdings erhalten Unternehmerinnen weniger mediale Aufmerksamkeit als Regisseurinnen, Dramaturginnen, Künstlerinnen, Schauspielerinnen, Schriftstellerinnen oder Wissenschaftlerinnen und zwar unabhängig davon, ob sie sich als Israelinnen oder Israel*innen verstehen

Ein Körnchen Wahrheit steckt jedoch auch in der Überbetonung der künstlerisch und akademischen Berufsbilder. Die Mehrheit aller Immigrantinnen und -*innen hat kultur- und sozialwissenschaftliche Abschlüsse, die in Israel nur bedingt zu größeren Karrieren führen. Dieses hat mehrere Gründe. Zum einen ist der israelische Arbeitsmarkt recht klein, da Israel ein kleines Land mit einer Bevölkerung von etwa neun Millionen Menschen ist. Zudem haben die militärischen Auseinandersetzungen Auswirkungen, die auch den Arbeitsmarkt der Zivilgesellschaft betreffen: So werden die Wege in Berufe im IT- und Hightech-Sektor, die technisches Wissen voraussetzen, oft schon während des Dienstes in der israelischen Armee vorgeprägt, in dem Frauen wiederum seltener exponierte Positionen haben. Zudem sind Kultur- und Sozialwissenschaftlerinnen sowie -*innen in gut bezahlten Positionen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen seltener vertreten.

In Israel besteht ein Gender Pay Gap von 22,7 Prozent. Der Soziologe Uzi Rebhun und die Soziologin Lilach Lev Ari hatten in der quantitativ ausgelegten Studie „American Israelis“ (2010) für Israelinnen in den USA gefunden, dass Frauen dort erfolgreicher sind als in Israel. Dieses soll jedoch nicht heißen, dass die USA – oder Deutschland (hier liegt die Lohnlücke derzeit bei etwa 19 Prozent) – keine geschlechtsspezifische Ungleichheit kennen, es bedeutet allerdings, dass Israelinnen sich in den USA beruflich besser verwirklichen können als in Israel selbst.

Ob dies auch in Deutschland so ist, muss sich noch zeigen, da die Migrationsbewegung erst Mitte der Nullerjahre stärker gewachsen ist. In Relation zur Grundgesamtheit aller Israelinnen, Israeli*nnen und Israelis – kommt eine signifikante Anzahl von ihnen über Förderprogramme nach Deutschland, die sich an Künstlerinnen, -*innen und Künstler, Wissenschaftlerinnen, -*innen und Wissenschaftler ebenso richten wie an Studierende. Die Schattenseite besteht darin, dass Stipendien und Fellowships zeitlich begrenzt sind. Die Strukturen des deutschen Arbeitsmarktes und insbesondere die von projektbezogener Arbeit und Zeitverträgen gekennzeichneten Sektoren Kultur und Wissenschaft treffen diese Israelinnen, -*nnen und Israelis mit einer größeren Härte als Nichtmigrantinnen, -*innen und -migranten. Für sie ist es schwieriger, einen neuen Arbeitsvertrag zu bekommen, weil unter anderem ihre Einbindung in deutschsprachige Netzwerke oft geringer ist und sprachlich-kulturelle Barrieren bestehen. Sie sind Bildungsausländerinnen, -*innen und -ausländer, und neben ihren schlechteren beruflichen Perspektiven können zudem ihre Bleibeperspektiven gefährdet sein. Allerdings sind Frauen insgesamt von geschlechtsspezifischen Unterprivilegien betroffen, was Israelinnen im Vergleich zu Israelis zusätzlich benachteiligt. Die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, die Frauen übervorteilt, wird durch Migration in den meisten Fällen noch verstärkt. Diese Kombination von Ungleichheiten stellt eine typische Intersektionalität dar, in der ein Nachteil (Frau) mit weiteren Nachteilen (Migrantin, Nichtmuttersprachlerin, Nichtstaatsangehörige etc.) verbunden ist.

Die Mehrheit aller Israelinnen, -*nnen und Israelis kommt heutzutage als Singles nach Deutschland, was wiederum bedeutet, dass sie keine familiären Andockpunkte über eine Partnerin oder einen Partner haben und kein Zugang zu deren Netzwerk besteht. Dieses lässt sich anhand von Facebook-Gruppen gut darstellen: Hier suchen Israelinnen, Israeli*nnen und Israelis bei ihren Landsleuten Hilfe. Dabei geht es häufig um bürokratische Belange oder Hürden des Alltags, für deren Bewältigung ihnen das Lokalwissen in Deutschland fehlt.

Bessere wirtschaftliche Chancen und die berufliche Weiterentwicklung sind die beiden Hauptauswanderungsmotive von Israelinnen, Israel*innen und Israelis. Dieses heißt allerdings nicht, dass sie für sich extrem hohe Gehälter erhoffen. Sie möchten in ihrem beruflichen Tätigkeitsfeld lediglich genug verdienen, um gut zu leben und einen Lebensentwurf realisieren können, den sie sich wünschen. Dieser Wunsch manifestiert sich mitunter darin, dass sie sich der israelischen Gesellschaft entziehen möchten, die an Frauen bestimmte Anforderungen stellt. In diesem Sinne sind die Israelinnen der Gegenwart unter anderen Prämissen ausgewandert als Frauengenerationen vor ihnen. Dieses lässt sich historisch kurz umreißen.

Migration von Frauen – eine historische Betrachtung

Migration wird von Frauen anders erlebt als von Männern. Dies wurde allerdings erst spät ein zentraler Topos in der Migrationsforschung. Am Beispiel jüdischer Frauen aus Deutschland, die mit ihren Familien vor den Nationalsozialisten ins britische Mandatsgebiet Palästina geflüchtet waren, wird deutlich, dass Frauen während dieser Zeit in der Regel für Kinder, Küche und den Haushalt zuständig waren. Sie erfüllten die traditionellen Vorstellungen von weiblichem Sex (biologisches Geschlecht) und weiblichem Gender (soziales Geschlecht). Frauen waren meist mitmigrierte Ehefrauen und Töchter, die zudem keine eigenen Pässe hatten und deren Staatsangehörigkeit an die ihrer Ehemänner oder Väter gekoppelt war. Dieser Status begann sich erst in den 1950er-Jahren zu ändern.

Die Migration von Israelis und Israelinnen nach Deutschland existiert bereits seit der Gründung Israels: Ronald Webster, Historiker an der kanadischen York University, legte 1995 in einem wissenschaftlichen Beitrag dar, dass Israelis und Israelinnen eine der signifikantesten jüdischen Zuwandergruppen waren, die nach 1945 in die Bundesrepublik und nach Westberlin kamen. Dass sie herausragten, muss im Verhältnis zu der sehr kleinen Anzahl von Jüdinnen und Juden in Deutschland nach der Shoah gesehen werden. Die erste Statistik der Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland (ZWST) von 1955 zählte nur 15.920 Jüdinnen und Juden als Mitglieder der Gemeinden in der Bundesrepublik und in Westberlin. In Websters Artikel spielen weder Sex noch Gender eine Rolle. Sein zentrales Anliegen sind Migrationsmotive. Dass Frauen in Websters Artikel nicht oder nur als mitmigrierende Ehefrauen vorkommen, liegt auch daran, dass über sie weniger Daten existier(t)en. Zumal auch im Zielland Bundesrepublik Frauen Männern in Bezug auf die Staatsangehörigkeit nicht gleichgestellt waren. So konnten sie zum Beispiel ihre Staatsangehörigkeit bis 1953 verlieren, wenn sie eine Ehe mit einem Nichtdeutschen eingingen. Ebenso wurden keine Daten von Ehefrauen Interner Link: osteuropäischer Displaced Persons erhoben, die zunächst nach Israel mitmigrierten und später von dort nach Deutschland kamen.

Die Ehemänner waren laut Webster und meiner eigenen, seit 2002 vorgenommen Feldforschung meist die treibenden Kräfte, in die Bundesrepublik oder nach Westberlin einzuwandern. Der Hauptgrund, der dafür benannt wurde, war, dass sie in Israel (nach 1948) ökonomisch nicht über die Runden kamen und sich auch erhoffen konnten, vor Ort in Westdeutschland schneller Entschädigungszahlungen zu erhalten (nach 1952). In selteneren Fällen folgte eine unverheiratete Frau einem Mann aus Liebe nach Deutschland, um dort mit ihm eine Familie zu gründen. In einigen Fällen hinterließen sie Tagebücher oder wurden interviewt: Über ihre Selbstverortungen ist jedoch wenig bekannt – sahen sie sich als Israelinnen, Jüdinnen, Deutsche oder als Israeli*nnen? Monty Ott stellte im Jahr 2020 in der Zeit dar, dass queere Jüdinnen und Juden in der Geschichtsschreibung unsichtbar sind. Ebenso wie nichtjüdische Lesben und Homosexuelle mieden sie öffentliche Outings, um Stigmata zu entgehen, Daten über sie sind rar. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich gewahr zu machen, dass der Paragraph 175 des deutschen Strafgesetzbuches, der männliche Homosexualität unter Strafe stellte, erst 1994 getilgt wurde.

Über diese frühe Einwanderinnenkohorte aus der Generation der Überlebenden lässt sich also festhalten, dass die Ein- oder Rückwanderbewegung von Geschlechterungleichheit geprägt war und dass spezifische Gründe hervorstachen. Frauen waren seltener unabhängige Einwanderinnen oder Rückkehrerinnen.

Eine weitere, sehr kleine Gruppe waren die aus Israel mitmigrierten Kinder. Ältere Kinder drückten häufig ihren Unwillen aus, nach Deutschland einzuwandern. In einem weithin beachteten Fall kehrte eine junge Israelin 1958 nach Israel zurück, nachdem sie ohne Wissen ihrer Eltern des Familienpasses, 1.000 D-Mark und eines Flugtickets habhaft geworden war. Ihr Vater wollte als deutscher Jude nach Deutschland zurückkehren und hatte die Familie nachgeholt. Der generative Unterschied war immens. Eine Geschlechtsspezifik lässt sich beim Unwillen, in Deutschland zu leben, unter den mitmigrierten Kindern und unter in Deutschland geborenen Jüdinnen und Juden der Zweiten Generation wiederum nicht feststellen. In Fortführung lässt sich allerdings eine Geschlechtsspezifik im Bereich der Traumatisierungen nachweisen. Zudem lässt sich belegen, dass Männer und Frauen anders tradierten und traditionelles Wissen geschlechtsverschieden übernommen wurde. Lediglich beim Unwillen, in Deutschland zu bleiben, ließ sich keine Geschlechtsspezifik feststellen.

Generative Unterschiede

Den diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1965 waren Begegnungen im Bereich von Sport und Wissenschaft vorgelagert. Israelinnen, die auf diesem Weg nach (West-)Deutschland kamen, waren schon in Israel geboren und aufgewachsen. Auch wenn einige von ihnen Kinder von Geflüchteten aus Deutschland waren und sie Kenntnisse der deutschen Sprache hatten, so war ihre Selbstverortung anders als die ihrer Eltern: Sie waren Israelinnen. Wie viele der Israelinnen und Israelis, die in Deutschland studierten, blieben, lässt sich leider nicht ermitteln.

Ein Blick in die aktuelle Statistik zu Israelinnen und -*nnen in Deutschland

Zwar gibt es einige Statistiken beim Bundesamt für Statistik, die allerdings nicht sehr detailliert sind. So lebten am 31.12.2019 insgesamt 9.000 Männer und 6.000 Frauen mit israelischer Staatsangehörigkeit in Deutschland und 15.000 Menschen mit engerem und weiterem Migrationsbezug zu Israel, Alterskohorten sind nicht ersichtlich. Hier muss wiederum einbezogen werden, dass es „unsichtbare“ Israelinnen und Israelis gab und gibt. Historisch waren diese mitunter Staatenlose, da sie, auch wenn sie über Israel nach Deutschland gekommen waren, keine israelischen Staatsbürgerinnen und -bürger waren. In der Gegenwart sind es meist Israelinnen und Israelis, die mehrere Staatsangehörigkeiten besitzen und unter einer anderen als der israelischen gemeldet sind.

Zudem ergibt die Statistik nicht, ob die Israelinnen, die in der Gesamtzahl enthalten sind, von Jahr zu Jahr dieselben Personen sind – also wie volatil sich diese Gruppe verhält. Ethnographisch lässt sich feststellen, dass Israelinnen zum Studieren nach Deutschland kamen und ungeplant blieben. Sie lernten während des Studiums einen Mann oder eine Frau kennen, verliebten sich und beschlossen, mit ihm oder ihr in Deutschland zu bleiben. Zurückblickend stellten sie fest, dass sie ihre dauerhafte Auswanderung nach Deutschland nicht geplant hatten. Dieses Phänomen ist in der Migrationsforschung durchaus bekannt. Migrationsverläufe sind oft weniger geplant und auch wenig planbar. Diese Israelinnen sind alleine, eigenständig, ohne Abhängigkeit von einem Partner oder einer Partnerin nach Deutschland migriert. Somit stellen diese Migrantinnen eine neue Kategorie von Einwanderinnen dar, da sie individuell und nicht familiengebunden migrieren – und eben auch nicht in eine ‚alte Heimat’ zurückkehren. Bildung und Studium waren und sind in der Zweiten und Dritten Generation nach der Shoah Gründe, nach Deutschland zu kommen. Liebe war (und bleibt) ein Hauptgrund, um zu bleiben.

Was für Deutschland als Zielland sprach und spricht

Deutschland wurde aus verschiedenen Gründen als Wohnsitz gewählt. In manchen Fällen wollte der aus Deutschland stammende Part die überlebenden Eltern nicht verlassen, in anderen Fällen bot Deutschland beiden Seiten bessere Optionen. In seltenen Fällen migrierten Israelinnen und Israelis nach Deutschland, weil sie in Israel Jüdinnen oder Juden aus Deutschland kennengelernt hatten, die nach Deutschland zurückkehrten und sich dadurch für sie in Deutschland neue oder bessere Möglichkeiten eröffneten. So migrierten Israelinnen und Israelis auch ohne deutschen Familienbezug oder ohne Shoah-Bezug nach Deutschland – dieses sind seltene Fälle, allerdings sind sie angesichts der geringen Anzahl von Jüdinnen und Juden in Deutschland keineswegs irrelevant. In wieder anderen Fällen migrierten Israelinnen mit ihren israelischen Ehemännern und Israelis mit ihren Ehefrauen, die in Deutschland einen Arbeitsplatz gefunden hatten. Diese Israelinnen oder Israelis waren Ehefrauen und -männer, deren Verbleib in Deutschland erst einmal an ihren Ehemann oder ihre -frau gebunden war. Manche dieser Israelinnen und Israelis fanden in Deutschland einen eigenen Gestaltungsrahmen und verblieben im Land, auch nachdem ihre Ehe geschieden worden war, in anderen Fällen waren die Frauen die treibende Kraft zur Rückkehr nach Israel.

Die dritte Generation im Fokus

Mit der dritten Generation von Israelinnen und -*nnen, die ab Anfang der Nullerjahre nach Deutschland einwanderten, zeigt sich eine größere Bandbreite. Sie wanderten allein, als verheiratete, unverheiratete, als heterosexuelle, LGBTQI-verortete, als Mütter, Karrierist*innen, Künstler*innen, Student*innen oder temporär nach Deutschland ein. Im Gegensatz zur Generation ihrer Mütter waren sie seltener mitmigrierende Ehefrauen und häufiger mit deutschen Nichtjüdinnen und Nichtjuden verheiratet oder verpartnert, ebenso waren sie häufiger Singles und lebten also nicht heteronormative Lebensentwürfe: Sie übten offen und öffentlich Kritik an den Genderverhältnissen in Israel und leb(t)en den * (Genderstern) offen.

Diese Diversität sollte wiederum nicht darüber hinwegtäuschen, wie klein die Gruppe von Israelinnen und Israeli*nnen in Deutschland nach wie vor ist. Von den bundesweit 6.000 Israelinnen lebten am 31.12.2019 2.204 Frauen mit israelischer Staatsangehörigkeit und 779 mit deutsch-israelischer Doppelstaatsangehörigkeit in Berlin. Berlin, das so zentral in der Berichterstattung ist, war für 3.278 Israelis und 977 mit deutscher und israelischer Staatsbürgerschaft der bundesweit 9.000 Israelis melderechtliche Heimat. Heute ist der Genderstern wichtig, um die Lebenswelten, aber auch die Fremdwahrnehmung abzubilden. Nur von Israelinnen zu sprechen, greift in der Gegenwart zu kurz, und zudem werden ökonomische und professionelle Gründe zwar als wichtige Emigrationsgründe genannt, diese werden allerdings von Israelinnen und Israel*innen mit geschlechtsspezifischen Ungleichheiten und normativen Vorstellungen weiblicher Lebensläufe in Verbindung gebracht.

Lifestyle-Migration und Gender in Israel

Israelinnen (und Israeli*nnen) der dritten Generation sind selbstbestimmter in ihrer Migrationsentscheidung als vorherige Generationen. So lässt sich an Israelinnen und Israel*innen als Migrantinnen aufzeigen, welche Veränderungen Frauenrechte und Feminismus für Frauen erreicht haben und welche Herausforderung des Genderbinärs (die Festlegung auf das weibliche oder das männliche Geschlecht) und heteronormativer Ordnungen durch LGBTIQ-Bewegungen entstanden sind.

Im gegenwärtigen Israel gebären Frauen im Durchschnitt 3,1 Kinder; in Deutschland sind es nur 1,6. Mutter zu sein, ist in Israel nach wie vor der Normalfall, die Fortpflanzungsmedizin ist weit fortgeschritten und über die gesetzlichen Krankenversicherungen verfügbar. Ebenso gilt es als Norm, verheiratet zu sein. Singlesein wird als transienter Zustand erfasst. Frauen, die sich dem Muttersein widersetzen oder die es gar bereuen, Kinder bekommen zu haben, fallen aus dieser normativen Ordnung heraus. Auch wenn sich in Israel Kritik an dieser Vorstellung, die Teil des zionistischen Ethos ist, regt, ist dieser Lebenslauf für Frauen gesamtgesellschaftlich gesehen weiterhin die Norm.

Dieser Norm widersetzen sich Israeli*nnen, die sich als queer verorten, was mitunter Emigration nach sich ziehen kann. Allerdings sollte festgehalten werden, dass Israelinnen und Israeli*nnen, die in den Nullerjahren einwanderten und der dritten Generation angehören, mehrheitlich Interner Link: Lifestyle-Migrantinnen sind, unabhängig davon, nach welcher Sex- oder Genderverortung sie leben. Sie migrieren, da sie sich in Deutschland mehr Gendertoleranz, eine weniger angespannte politische Lage und eine bessere Zukunft erhoffen, die ihrem Lifestyle entgegenkommt. Sie suchen aktiv nach Möglichkeiten, sich professionell weiterzuentwickeln, sich weiterzubilden und einen Lebensstandard zu erreichen, den sie in Israel nicht oder kaum erreichen können. Auch wenn die Lebenshaltungskosten in Israel für Frauen und Männer gleichermaßen gravierend sind, tritt der Migrationsgrund Lebenshaltungskosten bei Frauen stärker zu Tage, da sie auch intersektional unterprivilegiert sind. Denn Frauen in Israel erhalten im Durchschnitt 22,7 Prozent weniger Einkommen als Männer und Care-Work lastet stärker auf ihnen als auf Männern – eine Tatsache, die sich seit dem Artikel von Larissa Remennick (2001) „All my life is one big nursing home”, nicht maßgeblich geändert hat.

Lesbians, Queers, Heteros – Geschlechtsspezifika israelischer Migrant*innen

Dass Menschen, die freiwillig migrieren, sich generell von der nichtmigrierten Bevölkerung unterscheiden, lässt sich auch für Israelinnen und Israel*innen in Deutschland feststellen. Sie sind höher gebildet als der Bevölkerungsdurchschnitt, politisch links bis moderat eingestellt und säkular. Sie verorten sich in der Mehrheit als Aschkenaziot und primär als Israelinnen und -*nnen und nicht als Jüdinnen und -*nnen. Zudem leben sie häufiger in Beziehungen mit nichtjüdischen Partnern oder Partnerinnen. Diese Art der interethnischen und interreligiösen Beziehung wird in Israel von der Mehrheitsgesellschaft abgelehnt. Die Unterschiede und Reibungspunkte zwischen Migrantinnen und -*innen sowie Nichtmigrantinnen und -*innen sind besonders ausgeprägt, wenn Menschen aus ideologisch stark aufgeladenen Ländern stammen. Die Einstellung gegenüber Jüdinnen und Juden, die aus Israel emigrieren, hat sich mittlerweile im Land selbst geändert, sie löst allerdings immer noch Reaktionen aus. Ebenso führt die israelische Gesellschaftskonfiguration bei Israeli*nnen zu Reaktionen. Ruth Preser, Hila Amit und Hadas Cohen erforschten dieses mit besonderem Fokus auf Sex und Gender. Spannend ist hierbei, dass diese Wissenschaftlerinnen selbst Israeli*nnen sind. Sie geben somit eine doppelte Innenperspektive: Als Wissenschaftlerinnen durch ihre Fragestellungen und als Israeli*nnen, die sich selbst in ihrer Forschung reflektieren.

Iraelinnen in Deutschland: Von Israelinnen zu Israeli*nnen

In ihrer auf Berlin zentrierten Studie stellte Ruth Preser Israelinnen, die sich als lesbisch verorteten, in den Mittelpunkt. Die Kritik ihrer Studienteilnehmerinnen an den gesellschaftlichen Zuständen in Israel war ausgeprägt, die binär konstruierte, normative Geschlechterordnung kritisier(t)en sie. In Berlin fühlten sich diese Israeli*nnen freier, ihre Sexualität auszuleben, sich auszuprobieren und sie begegneten ‚anderen’, also nicht-israelischen Männern. Dieses mündete mitunter darin, dass einige der Studienteilnehmerinnen, die sich ursprünglich als lesbisch definierten, sich von deutschen Männern angezogen fühlten, die sie als weich empfanden und als mitunter feministisch; anders als israelische Männer, denen sie zuvor begegnet waren. Dieses eröffnet die Frage der Fluidität menschlicher Sexualität und Begierde und deren Situativität.

Hila Amit stellt in ihrer Arbeit „A Queer Way Out: Unheroic Resistance to Zionism“ die Verbindung zwischen queerer und politischer Identität von Israelinnen in Berlin, Paris, London und New York dar. Ihre Forschungsteilnehmerinnen verorten sich als queer, was für sie bedeutet, dass sie dem Heteronormativ widersprechen. Dies heißt nicht, dass sie homosexuell sind oder keine Kinder haben: Sie lehnen die binäre Geschlechterordnung ab, aber setzen diese ins Verhältnis zu israelischer Ideologie und Politik. Viele dieser Israeli*nnen waren in Nichtregierungsorganisationen (NRO) und politisch im linken Spektrum aktiv. Sie empfanden ihre Situation in Israel als ausweglos, und als queere Israeli*nnen sahen sie für sich keinen Platz in der dortigen Gesellschaft - obwohl es in Israel eine Gesetzgebung gibt, die sich langsam nichtheterosexuellen Lebensentwürfen öffnet. Anstatt gegen diese Gesellschaft anzukämpfen, räumten sie ‚unheroisch‘ das Feld, widersetzten sich dem zionistischen Ethos durch Emigration und verfolgen ihren Aktivismus aus dem Ausland weiter. Auch in Berlin engagieren sich einige Israelinnen, Israel*innen und Israelis in dem LGTBIQ-Verein Keshet (hebräisch für Regenbogen), der im Jahr 2018 in Berlin gegründet wurde.

Im Gegensatz zu Ruth Preser und Hila Amit, die die Fluidität von Sexualität und das Geschlechterbinär dekonstruierten, gilt die Aufmerksamkeit von Hadas Cohen Israelinnen in Berlin. Ihre Studienteilnehmerinnen empfanden ihre Migration nach Berlin als Befreiung aus dem israelischen Heteronormativ sowie dem gesellschaftlich vorgezeichneten Weg als Ehefrau und Mutter. Sie verorteten sich in der Mehrheit als heterosexuell und leben sich außerhalb Israels in polyamourösen, unverbindlichen und multiplen Beziehungen aus, ohne dass gesellschaftliche Sanktionen erfolgen – zumindest ohne, dass sie davon betroffen sind.

Eine Frage, der diese Forschungsarbeiten nicht nachgehen, ist die nach der ‚Sondersituation’ in Berlin: Berlin repräsentiert ebenso wenig Deutschland wie Tel Aviv Israel. Auch die bewusste Positionierung als Migrantin beziehungsweise Migrant*in im Sinne eines Individuums, das außerhalb des Mainstreams des Immigrationslandes steht, wurde nicht kritisch hinterfragt. So bleibt offen, ob diese Israeli*nnen und Israelinnen von spannenden Gästen zu Fremden werden oder ob sie in Berlin verbleiben. Von Cohens Interviewpartnerinnen und -*innen kehrten einige nach Israel zurück; ob das ein generelles Muster ist, vermag bisher aber niemand zu sagen. Allerdings ist diesen Frauen gemein, dass sie in der Migrationssituation versucht haben, sich persönlich wie beruflich fortzuentwickeln. Cohens Studienteilnehmerinnen und -*innen stellten fest, mit wie wenig Geld sie in Berlin leben konnten, und dass sich dadurch Freiräume ergaben, die sie in Israel nicht hatten. Ihre Interviewpartnerinnen, ebenso wie die von Preser und Amit, waren meistens im künstlerischen, kreativen und sozialen Bereich tätig, also in Berufsfeldern, die in Israel selten das Überleben sichern.

Im Gegensatz zu diesen qualitativ basierten Studien führten Uzi Rebhun, Heinz Sünker und ich ein bundesweites Forschungsprojekt durch, das die Migration israelischer Jüdinnen und Juden nach Deutschland seit 1990 auf quantitativer und qualitativer Basis analysiert.Die Spezifika, die Preser, Amit und Cohen herausstellten, konnten wir für Berlin replizieren, bundesweit ergibt sich für Israelinnen – und Israeli*nnen – jedoch ein anderes Bild. Nicht identitätspolitische Gründe wurden als das häufigste Migrationsmotiv genannt, sondern ökonomische und bildungstechnische, wobei diese mit den eigenen Lebensentwürfen in Verbindung gebracht wurden. Erst dann folgten Gründe wie die als übergriffig empfundene Rolle der Religion oder die Liebe zur deutschen Kultur. Ebenso spielten familiäre Gründe eine Rolle: Migration aus Liebe zu einer deutschen Partnerin, Partner*in oder einem Partner sowie die Migration mit einer israelischen Partnerin, Partner*in oder einem Partner waren häufig. Einen Unterschied zwischen Israelinnen und Israelis konnten wir in unserer Studie nicht feststellen, auch nicht für Israeli*nnen: Das Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das die Migration nach Deutschland darstellte, hatte keine Geschlechtsspezifik, auch wenn es geschlechtsspezifische Thematiken gab.

Ob diese Befunde sich in drei oder fünf Jahren replizieren lassen, bleibt abzuwarten, allerdings liegt die Vermutung nahe, dass mit dem Ankommen in Deutschland der Bewusstseinsraum für lokale Geschlechtsspezifika wächst, und ebenso, dass Berlin und andere deutsche Großstädte liberalere Identitätsspielräume bieten als konservativere, ländliche Regionen. Des Weiteren wird sich zeigen, wie sich Israelinnen und Israeli*nnen in Deutschland als Elternteile zurechtfinden. Während am Anfang unserer Forschung Elternschaft eher wenig diskutiert wurde, nahm diese Thematik inzwischen zu. Diese Beobachtung teilt auch Lianne Merkur, die Israelinnen und Israeli*nnen in Berlin und Toronto untersuchte und die, wie wir und Hila Amit feststellte, dass politischer Unmut über die Situation in Israel sich auch in dem Wunsch äußerte, die eigenen Kinder eben nicht in Israel aufziehen zu wollen: Auch hier ließ sich wiederum keine Geschlechtsspezifik feststellen; Kritik an den israelischen Geschlechterbeziehungen übten Israelinnen und Israeli*nnen generell aus ihrer jeweiligen Perspektive.

Fazit

Israelinnen und Israelis, und die, die sich bewusst als Israeli*nnen positionieren, sind kontinuierlich und als diverse Gruppe nach Deutschland eingewandert. Neben der besonderen Aufmerksamkeit, die ihnen als Jüdinnen und Juden zukommt, erlauben sie Einsichten in die Dynamiken von Geschlechterbeziehungen und Selbstverortungen. Die seit Anfang der Nullerjahre eingewanderte Gruppe ist politischer und diversifizierter und fordert das Geschlechterbinär heraus. Diese Gruppe legt Geschlechtsspezifika offen, da sie den Dissens mit dem Heteronormativ lebt. Allerdings legen die bisherigen Forschungsunterfangen offen, dass der Wunsch nach ökonomischem Fortkommen, Bildung und Lifestyle mitunter mit Geschlechterfragen verknüpft wird. Ebenso bleibt festzuhalten, dass ökonomische und bildungstechnische Gründe die Auswanderung dominieren, diese allerdings direkt mit einem gewünschten Lifestyle korrelieren und dass, in der Konsequenz, Frauen dieses offener aussprechen als Männer, da sie von Geschlechterungleichheiten stärker betroffen sind.

Zitierweise: Dani Kranz, "Israelinnen und Israeli*nnen in Deutschland", in: Deutschland Archiv, 22.3.2021, Link: www.bpb.de/329053.

Alle Beiträge stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar. Für die inhaltlichen Aussagen tragen die jeweiligen Autorinnen und Autoren die Verantwortung.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Ich schreibe von Israelinnen, wenn von Frauen die Rede ist, die heteronormativ leben. Das betrifft in der Regel auch die historischen Schilderungen zur Zuwanderung von Israelinnen nach Deutschland. Das Gendersternchen verwende ich, wenn es zum einen um Menschen aus dem LGBTQI-Spektrum geht und zum anderen um Frauen, die zwar heterosexuell sind, aber nicht heteronormativ leben.

  2. Sex steht für das biologische Geschlecht und Gender für das soziale Geschlecht.

  3. Dani Kranz, Das Körnchen Wahrheit im Mythos: Israelis in Deutschland – Diskurse, Empirie und Forschungsdesiderate, in: Medaon – Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, 14/27, (2020), S. 1–15, www.medaon.de/pdf/medaon_27_kranz.pdf, zuletzt aufgerufen am 04.1.2021.

  4. Hannah C. Tzuberi, The Sun Does Not Shine, It Radiates: On National(ist) Mergings in German Philosemitic Imagery of Tel Aviv, in: Gideon Reuveni und Diana Franklin, (Hg.) The Future of the German Jewish Past, West Lafayette 2020, S. 179–192.

  5. Pol O’Dochartaigh, Germans and Jews since the Holocaust, London 2015.

  6. Angela Merkel bezeichnete die Sicherheit Israels in einer Rede 2008 als deutsche Staatsraison, siehe www.bpb.de/199894, zuletzt aufgerufen am 04.1.2021.

  7. Dani Kranz/Uzi Rebhun/Heinz Sünker, The Most Comprehensive Survey among Israelis in Germany Confirms the Image: Secular, Educated, and Left, Spitz, 4.12.2015, http://spitzmag.de/webonly/7238 [Hebrew], zuletzt aufgerufen am 20.02.2021.

  8. OECD (2021), Gender wage gap (indicator); https://www.oecd-ilibrary.org/employment/gender-wage-gap/indicator/english_7cee77aa-en, zuletzt aufgerufen am 04.1.2021.

  9. Die absolute Mehrheit dieser Programme ist nicht geschlechtsspezifisch ausgelegt.

  10. Siehe Kranz, Das Körnchen Wahrheit (Anm. 3).

  11. Vgl. z. B. bpb-Dossier Frauen in Deutschland, www.bpb.de/gesellschaft/gender/frauen-in-deutschland, zuletzt aufgerufen am 20.2.2021.

  12. Sarah J. Mahler/Patricia R. Pessar, Gender Matters: Ethnographers Bring Gender from the Periphery toward the Core of Migration Studies, in: The International Migration Review 40/1 (2006), S. 27-63.

  13. Guy Miron, From Bourgeois Germany to Palestine: Memoirs of German Jewish Women in Israel, in Nashim: A Journal of Jewish Women's Studies & Gender Issues 17 (2009), S. 116-140.

  14. Ronald Webster, Jüdische Rückkehrer in der BRD nach 1945: Ihre Motive, ihre Erfahrungen, in: Aschkenas 5, Zeitschrift für Kultur und Geschichte der Juden (1995), S.47–77, https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/asch.1995.5.1.47/html, zuletzt aufgerufen am 20.2.2021.

  15. Verein EL-DE-Haus, Unter Vorbehalt: Rückkehr aus der Emigration nach 1945, Köln 1997.

  16. Monty Ott, Queeres Judentum? Verschwunden, in: Die Zeit, 5.2.20, www.zeit.de/kultur/2020-01/juedisches-leben-homosexualitaet-judentum-queer?utmreferrer=https%3A%2F%2F, zuletzt aufgerufen am 6.1.2021.

  17. Ebenda.

  18. Jannis Panagiotidis, A Policy for the Future: German-Jewish Remigrants, their Children, and the Politics of Israeli Nation-Building, in: Leo Baeck Institute Year Book 60 (2015), S. 191-206.

  19. Lena Inowklocki, Traditionalität als reflexiver Prozeß: Großmütter, Mütter und Töchter in jüdischen Displaced-Persons-Familien. Eine biographieanalytische und wissenssoziologische Untersuchung. Habilitationsschrift, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, April 2001.

  20. Persönliche E-Mail vom 24.10.2020.

  21. Obwohl es sie sicherlich auch in dieser Generation gegeben hat, habe ich keine Daten zu LGBTIQ* Israel*innen und/oder Jüdinnen und Juden, diese fehlen meist in der Geschichtsschreibung. Vgl. hierzu Ott, Queeres Judentum? (Anm. 16). Ich gehe davon aus, dass das Stigma und der erst 1994 abgeschaffte § 175 des Strafgesetzbuches, der männliche homosexuelle Handlungen kriminalisierte sowie das Heteronormativ, das auch auf queere und lesbische Praxen ausstrahlte, maßgeblich für dieses Desiderat sind.

  22. Die starken, intergenerationellen Bindungen zwischen überlebenden Eltern und Kindern haben u.a. analysiert: Martin Löw-Beer, From Nowhere to Israel and Back: The Changing Self-Definition of German-Jewish Youth since 1960, in: Y. M. Bodemann (Hg.) Germans, Jews and Memory: Reconstructions of Jewish Life in Germany, Ann Arbor 1996 und Kurt Grünberg, Liebe nach Auschwitz: Die Zweite Generation. Frankfurt/M. 2000.

  23. Persönliche E-Mail vom 24.11.2020.

  24. Siehe OECD (2021), Fertility rates (indicator), https://www.oecd-ilibrary.org/social-issues-migration-health/fertility-rates/indicator/english_8272fb01-en, zuletzt aufgerufen am 04.1.2021.

  25. Kinneret Lahad, A Table for One: A critical reading of singlehood, gender and time, Manchester 2017.

  26. Orna Donath, Regretting Motherhood: A Sociopolitical Analysis, in: Signs: Journal of Women in Culture and Society, 40/2 (2015), S. 343–367.

  27. Hila Amit, A Queer Way Out: The Politics of Queer Emigration from Israel. Albany 2018.

  28. Larissa I. Remennick, “All my life is one big nursing home”: Russian immigrant women in Israel speak about double caregiver stress. Women’s Studies International Forum, 24/6 (2001), S. 685–700.

  29. An dieser Stelle sollte nicht übersehen werden, dass dieses ein globales Phänomen ist. Auch wenn Frauen in Deutschland weniger Kinder gebären als Frauen in Israel, liegt ihr Durchschnittsverdienst 15,3% unter dem von Männern, und obwohl mehr Frauen als Männer ihr Studium erfolgreich beenden, sind Frauen in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Ebenso erledigen Frauen in Deutschland mehr Care-Arbeit und reproduktive Arbeit als Männer. Dieses wurde auch im Rahmen der COVID-19 Pandemie von der Arbeitssoziologin Jutta Allmendinger deutlich kritisiert. Siehe dazu Jutta Allmendinger, Es geht nur gemeinsam! Wie wir endlich Geschlechtergerechtigkeit erreichen, Berlin 2021.

  30. Peter Uhlenberg, Noneconomic Determinants for Nonmigration: Sociological Considerations for Migration Theory, in: Rural Sociology 38/3 (1973), S. 296–311.

  31. Als Aschkenaziot werden Jüdinnen und Juden bezeichnet, die europäische Vorfahrer*innen haben.

  32. Dieses stellt einen Kontrast zur Wahrnehmung in Deutschland dar, die Israeli*nnen als Jüdinnen und Juden rekonstruiert. Siehe Tzuberi, The Sun Doesn’t Shine (Anm. 4).

  33. Elise K. Burton, An assimilating majority? Israeli marriage law and identity in the Jewish State, in: Journal of Jewish Identities, 8/1 (2015), S. 73–94; Kranz, Dani, The Global North Goes to the Global North Minus? Intersections of the Integration of Highly Skilled, Non- Jewish Female Partner and Spousal Migrants from the Global North in Israel, in: International Migration, 57/3 (2019), S. 192–207.

  34. Ruth Preser, Lost and found in Berlin: identity, ontology and the emergence of Queer Zion, Gender, Place & Culture, 24/3 (2017), S. 413-425.

  35. Amit, A Queer Way Out (Anm. 27).

  36. Hadas Cohen, Sex and the City Jewish Israeli Female Immigrants in Berlin, n. d., www.academia.edu/44517047, zuletzt aufgerufen am 04.1.2020.

  37. Der * wird genutzt um die Gesamtheit der Selbstverortungen der Israel*innen einzufangen, die sich oft nicht im Geschlechterbinär verorten.

  38. Kranz, Das Körnchen Wahrheit (Anm. 3).

  39. Uzi Rebhun, Dani Kranz/Heinz Sünker, A Double Burden? Israeli Jewish Migration to Germany since 1990. Albany (im Erscheinen).

  40. Lianne Merkur, Pillars of Salt: Israelis in Berlin and Toronto, Leiden 2019.

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Dr.; ist DAAD Austauschprofessorin im Department of Anthroplogy and Sociology, Ben Gurion Universität, Israel, und angewandte Anthropologin und Direktorin von Two Foxes Consulting, Deutschland. Sie hat am Goldsmiths College, der LSE und der St Andrews University Anthropologie, Sozialpsychologie und Geschichte studiert; ihre Expertisen liegen in der Migrations- und Ethnizitätsforschung, Rechtsanthropologie, Anthropologie des Staates, sowie intergenerationaler Tradierung und Erinnerungspolitik. Sie war Leiterin des Projekts "The Migration of Israeli Jews to Germany since 1990". Ihre gegenwärtige akademische Forschung widmet sich der Genese moralischer Ökonomien in Deutschland und der Konstruktion von Sephardiyut unter französischen Einwander*innen in Israel. Als angewandte Anthropologin ist sie u. a. Mitglied im Beratungskreis des Beauftragten für jüdisches Leben und im Kampf gegen Antisemitismus, im Rat für Migration sowie Beraterin diverser kirchlicher, jüdischer und muslimischer Trägern und NROs.