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Jeanette Wolff – Kämpferin für Gerechtigkeit und gegen das Vergessen

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Drei Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Der Weg zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. 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Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Jeanette Wolff – Kämpferin für Gerechtigkeit und gegen das Vergessen Shoah-Überlebende, Politikerin, und Frauenrechtlerin

Charlotte Misselwitz

/ 11 Minuten zu lesen

Jeanette Wolff setzte sich in der Nachkriegszeit für die Opfer des Holocausts ein, sie beteiligte sich am Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde in Berlin, an der Wiedergründung der Jüdischen Frauengruppe, war neben weiteren Engagements Vorsitzende der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Co-Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland und Abgeordnete im Deutschen Bundestag.

Die SPD-Politikerin und Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt, Jeanette Wolff, wurde am 22. Juni 1973, ihrem 85. Geburtstag, im jüdischen Gemeindehaus in Berlin-Charlottenburg mit der Ernst-Reuter-Plakette in Silber geehrt. In der Mitte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Schütz. Jeanette Wolff wurde am 22. Juni 1888 in Bocholt (Westfalen) geboren und verstarb am 19. Mai 1976 in Berlin. (© picture-alliance/dpa, Chris Hoffmann)

„Ihr Lebensweg ist eine Ermunterung“, heißt es in der Einleitung zu der im Dezember 2020 erschienenen Broschüre des Abgeordnetenhauses von Berlin über Jeanette Wolff und ihr Schaffen. Ihre Kämpfe haben sie weit gebracht. Sie war nach 1945 Zeugin bei der Überführung von Nazi-Tätern in mindestens drei Prozessen, 1948, 1954 und 1970. Sie setzte sich für „Entschädigungszahlungen“ der Opfer des Nationalsozialismus ein und kämpfte gegen den Rechtsradikalismus in der Bundesrepublik. Sie sprach als Zeitzeugin bis ins hohe Alter in Schulen, um durch ihre Berichte die Erinnerung an die Verbrechen der Nazis und die Namen der Opfer wachzuhalten. Auch die Bekämpfung von Armut war Jeanette Wolff stets ein zentrales Anliegen.

Jeanette Wolff hatte jedoch früh zu kämpfen gelernt: 1904 trat sie, noch während ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin in Brüssel, als 17-Jährige in die SPD ein. Sie war eine der ersten Frauen, die in der Partei für Gleichberechtigung stritten und dies mit scharfer Zunge. „Die meisten hängen, wenn sie abends nach Hause zur Frau und zur Familie kommen, ihre sozialdemokratische Gesinnung zusammen mit ihrer Mütze an der Garderobe auf.“ Seit 1920 gehörte sie dem Vorstand der SPD Westliches Westfalen an. Sie setzte sich für das Frauenwahlrecht ein und war im Jüdischen Frauenbund sowie im Vorstand des Landesverbands des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens „zur Bekämpfung des Antisemitismus von Rheinland-Westfalen“ aktiv.

Jeanette Wolff erinnert sich: „Ich entstamme einem sozialistischen Elternhaus. Mein Vater war religiöser Jude, und er war Sozialdemokrat seit 1875. […] Wir wohnten im sogenannten ´übrigen Viertel´. Hier wohnten nur Arbeiter, Spinner, Färber und Bleicher.“ Sie wurde am 22. Juni 1888 in Bocholt als Tochter von Dina Cohen (geb. 1859 Südlohn/Kreis Ahaus – gest. 1938 Bocholt) und Isaac Cohen (geb. 1855 Hofgeismar/Kreis Burgsteinfurt – gest. 1929 Bocholt) geboren. Sie hatte fünf Geschwister. Und sie hat zweimal im Leben Mann und Kinder verloren. Das erste Mal, 1908, starb ihre kaum einjährige Tochter, als sie selbst erst 20 Jahre alt war. Zwei Wochen später erlag ihr Mann, Phillip Fuldauer, einer Tuberkuloseerkrankung.

Ein Jahr später, 1909 in Brüssel, bestand Jeanette Wolff ihr Abitur mit „gut“. Sie stürzte sich in die Parteiarbeit und engagierte sich für Themen wie das Frauenwahlrecht, die Wohlfahrtspflege oder Verhütung und Gesundheit. Sie schrieb in der sozialistischen Zeitung „Le Peuple“ und gehörte zu den ersten Frauen, die aktiv in der SPD mitwirkten. Dann traf sie Hermann Wolff, einen Juden aus Bocholt, genauso alt wie sie, der eine kleine Textilfabrik besaß, die er mit seinem Bruder Leo leitete. Am Abend vor der Hochzeit im Jahr 1911 trat er ebenfalls in die SPD ein, „aus Liebe zu ihr“, wie es heißt. Das Paar ging nach Bocholt und bekam drei Töchter, die nach freiheitlichen Prinzipien erzogen wurden. Neben ihrer politischen Arbeit erledigte sie die Büroarbeit in der Fabrik. Dort führte sie als eine der ersten den Achtstundentag für die Fabrikarbeiter*innen ein. Und sie machte „gute Erfahrungen“ damit. Mit ihr zog 1919 erstmals eine Jüdin in den Stadtrat von Bocholt ein, dem sie bis 1932 angehörte. Zudem war sie Gründungsmitglied der örtlichen Arbeiterwohlfahrt. Über den Verein betrieb sie die Gruppe „Kinderfreunde“, weshalb viele Arbeiterkinder in ihrem Haus ein und ausgingen. Sie begründete die Notwendigkeit des Vereins im Gegensatz zur schon bestehenden Caritas damit, dass arme Menschen nicht nach „Würde“ angesehen werden sollten, sondern nach „Bedürftigkeit“: „… diejenigen, die vor Hunger nicht mehr Danke und Bitte sagen können.“

Die SPD-Politikerin und Mitbegründerin der Arbeiterwohlfahrt, Jeanette Wolff, in einer zeitgenössischen Aufnahme. Sie wurde am 22. Juni 1888 in Bocholt (Westfalen) geboren und verstarb am 19. Mai 1976 in Berlin. (© picture-alliance/dpa)

Bereits kurz nach der Machtergreifung der NSDAP wurde Jeanette Wolff wegen ihres politischen Engagements in „Schutzhaft“ genommen. Als sie nach zweijähriger Haft 1935 entlassen wurde, betrieb sie eine Pension für Juden in Dortmund. Kurz nach dem Pogrom im November 1938 wurde Hermann Wolff im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Jeanette Wolff selbst wurde bis 1945 in verschiedene Ghettos und Konzentrationslager deportiert. 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden älteren Töchtern ins Ghetto Riga verschleppt und musste, im KZ Riga-Kaiserwald Zwangsarbeit leisten. Von dort wurde sie 1944 in das Konzentrationslager Stutthof verschleppt. Dort sah sie ihren Mann das letzte Mal. Bei der Befreiung durch die Rote Armee am 9. Mai 1945 lebten nur noch Jeanette Wolff und ihre Tochter Edith. Ihre jüngste Tochter Käthe wurde 1944 in Ravensbrück erschossen. Ihre älteste Tochter Juliane wurde 1944 im KZ Kaiserwald ermordet. Hermann Wolff wurde 1944 von Stutthof nach Buchenwald verlegt, von dort wurden er und hunderte weitere Menschen im April 1945 auf einen „Todesmarsch“ in das KZ Flossenbürg gezwungen. Am 22. oder 23. April 1945, mutmaßlich, wurde er von der SS in Wetterfeld/Oberpfalz erschossen.Nach dem Krieg hatte Jeanette Wolff zweimal im Leben Mann und Kinder verloren.

Schriftliche Erinnerungen an den NS-Terror

Bald nach ihrer Ankunft in Berlin, 1946, schrieb Jeanette Wolff ihre persönlichen Erinnerungen an die Zeit in den Ghettos und Konzentrationslagern sowie deren Außenkommandos nieder, um „das deutsche Volk“ über die Verbrechen der Nazis aufzuklären. Ihre Aufzeichnungen erschienen 1947 unter dem Titel „Sadismus oder Wahnsinn. Erlebnisse in den deutschen Konzentrationslagern im Osten“ im Sachsenverlag Dresden im Vertrieb von Greiz in Thüringen als Broschüre. Darin beschrieb sie detailliert die Grausamkeiten der SS, deren Menschenverachtung, deren bestialische Sprache und Taten, die unmenschlichen Zustände in den Lagern, das Leid, das Morden, den verzweifelten Kampf der Menschen ums Überleben und auch die Solidarität der Häftlinge untereinander. In den 1970er-Jahren stellte Jeanette Wolff diese um ihre Biographie vor 1942 ergänzten Aufzeichnungen aus dem Jahr 1947 unter dem Titel „Autobiographische Skizzen“ zusammen.

Aussagen gegen NS-Verbrecher*innen und Engagement für die Opfer

Schon bei ihrer Ankunft in Berlin 1946 reaktivierte Jeanette Wolff ihre Kontakte zur SPD. Von 1946 bis 1951 wurde sie Stadtverordnete der SPD in (West-)Berlin und von 1952 bis 1961 Bundestagsabgeordnete. Unter anderem auf Anregung des Sozialdemokraten Paul Löbe wurde sie als Mitglied einer Spruchkammer zur Entnazifizierung im Entschädigungsamt des Berliner Bezirks Neukölln tätig. Sie hörte ähnliche Leidensgeschichten wie die ihre, und sie sah den Tätern ins Gesicht. „(…) Weil man dort nur die Kleinen hatte und die Großen laufen ließ“ gab sie diesen Posten nach Angaben ihrer Tochter Edith auf. 1948 sagte sie im sogenannten „Wilhelmstraßenprozess" gegen 21 NS-Minister, Gauleiter und SS-Leute aus, darunter einige, denen Jeanette Wolff in den Konzentrationslagern selbst begegnet war. Die Urteile mit maximal fünf Jahren Haft fielen aus Sicht der Überlebenden viel zu milde aus. Sie schrieb später: „Ich habe mehrere Prozesse selbst erlebt, wo jüdische Zeugen, die die Konzentrationslager überlebt hatten, von den Verteidigern der Mörder behandelt wurden, als seien sie Verbrecher, ohne dass das Gericht ihnen Einhalt gebot.“ Trotz heftiger Konflikte mit der neuen Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) aus dem Ostsektor Berlins, die 1946 aus der Zwangsvereinigung von SPD und KPD hervorgegangen war, gründete sie mit dem SED-Mitglied Walter Bartel 1948 die Berliner Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN). Und auch wenn das Bündnis nicht lange währte, zeigte es, dass sich „jüdische Verbandspolitiker von den demokratischen Parteien zeitweise im Stich gelassen fühlten und deshalb bei politischen Kontrahenten auf Anerkennung und Unterstützung hofften“. Acht Jahre später, im Oktober 1953, stimmte sie im Bundestag dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG) zu, wenn auch unzufrieden mit der Umsetzung. Ihr schien zudem der Terminus „Wiedergutmachung“ defizitär, man könne nur „entschädigen am Lebenden, um es ihm zu ermöglichen, (…) nicht zu verzweifeln“. Die Zahlungen seien ihrer Meinung nach unzureichend gewesen, die Bürokratie zu kompliziert und die Forderungen nach schriftlichen Belegen durch die bundesdeutsche Verwaltung stellten erneute Demütigungen der Überlebenden dar. So sollten ehemalige Häftlinge für jeden einzelnen Tag im Lager Belege vorlegen, damit man ihnen „Entschädigungszahlungen“ zuerkannte. In vielen Fällen erhielten die jüdischen Verfolgten erst durch ihre persönliche Intervention als Bundestagsabgeordnete diesen Status.

Wie werden wir hier leben?

1946, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und ihrer Rückkehr, ist sie eine der ersten, die die Jüdische Gemeinde in Berlin aufbauen will. Für viele andere ist Berlin nur eine Zwischenstation während des Wartens auf Visa nach Amerika, Australien, Kanada oder Israel. Die meisten sind sich zu dem Zeitpunkt nicht sicher, ob sie in Deutschland bleiben wollen. Jeanette Wolff lehnte 1946 eine Stelle in New York ab, die ihr von Dorothy Thomsen von der Illustrierten „Life“ angeboten wurde. Sie entgegnete – wie ihre Tochter – in Berlin gebraucht zu werden. Eine, die Jeanette Wolff als Kind Ende der 1960er-Jahre persönlich gut kannte, war Marguerite Marcus, deren Mutter Inge Marcus 1951 aus dem Exil in England nach Berlin zurückgekommen war.

Inge Marcus engagierte sich wie Wolff in der Frauengruppe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und im Jüdischen Frauenbund, den beide Frauen mit anderen 1953 wieder ins Leben gerufen hatten. Interner Link: Marguerite Marcus, die heute als Familientherapeutin zu Traumata von Shoah-Überlebenden arbeitet, erinnert ihre Eindrücke von Jeanette Wolff als Kind im Vergleich zu ihrem Blick auf sie als Erwachsene. Die Verluste, die Angst, die Niederlagen hätten laut ihrer Erinnerung an die Freundin ihrer Mutter kaum auf Jeanette Wolff abgefärbt. Sie erinnert sich an sie als „gepflegt, mit Hütchen, aber die Schuhe ohne hohe Absätze.“ Sie ergänzt: „Es gab nur wenige, die es nach dem Holocaust geschafft hatten, sich schick zu machen.“ Die meisten hätten sich kaum untereinander getroffen. Es sei zu deprimierend gewesen, Erinnerungen auszutauschen. Jeder und jede habe mit persönlichen und materiellen Verlusten zu kämpfen gehabt, die das Leben grundsätzlich veränderten. Einige, die versteckt gelebt hatten, seien nie wieder aus ihrem Versteck herausgekommen.

„Und doch war da die Frage, wie werden wir hier leben?“, gibt Marguerite Marcus die Situation ihrer Eltern und der Generation von Überlebenden wieder. „Jeanette Wolff war eine große Hilfe. Sie hatte eine Tochter im Alter meiner Mutter. Und sie wusste, hier müssen wir uns ein Standing schaffen im Bereich der Jüdischen Gemeinde und der Sozialdemokratie.“ Marguerite Marcus, damals noch klein, erinnert unter den Frauen des Jüdischen Frauenbundes auch andere im Alter von Jeanette Wolff. „Und die freuten sich immer, wenn ein kleines fröhliches Kind kam. Aber Jeanette Wolff, die ja selber Kinder hatte, interessierte sich nicht dafür. Sie gehörte nicht zu den Strickomas.“

Der Zentralrat der Juden in Deutschland feiert am 27.11.1960 im Festsaal des Gemeindehauses der Jüdischen Gemeinde in Berlin sein zehnjähriges Bestehen. (R-l) Der Präsident des Zentralrates der Juden, Heinz Galinski, die SPD-Politikerin und stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats, Jeanette Wolff, der Generalsekretär Dr. H.G. van Dam und seine Gattin, der Berliner Innensenator Joachim Lipschitz (SPD), und der Kommandant des französischen Sektors, General Jean Lacomme. (© picture-alliance/dpa)

Weiterkämpfen um zu überleben in Berlin

Seit 1948 führte Jeanette Wolff an der Seite von Heinz Galinski und Inge Marcus die Repräsentanten-Versammlung der Gemeinde an, setzte ihre kämpferischen Fähigkeiten in weiteren Ämtern ein. Von 1952 bis 1961 war sie Vorsitzende der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und von 1965 bis 1975 stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, als einzige Frau bis dato. Auch in der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft hatte sie als engagierte Streiterin bald einen Namen. Sie war Mitglied des Landesverbandes und Berliner Delegierte im Hauptvorstand und war für die Trennung von SPD und Gewerkschaft, „ohne die politischen Gemeinsamkeiten zu leugnen“. Auf einer Rede vom DAG-Bundeskongress 1960 kritisierte sie, dass nur ein Prozent Frauen in den oberen Posten vertreten seien und den Männern, die dort auf ihren Posten harren, nur die „Zimmerlinde, und ein Papagei und ein Sessel wertvoller sind“. Aussagen wie diese brachten ihr den Spitznamen „die Trompete“ ein.

Gegen alle Widerstände – bis zuletzt

Wolffs Kampf gegen den Rechtsradikalismus war nach dem Krieg, im Deutschen Bundestag, noch engagierter als vor 1933. Immer wieder kritisierte sie die fehlende Strafverfolgung von NS-Verbrecher*innen, oder dass ehemalige Nationalsozialisten sich nach wie vor im bundesdeutschen Staatsdienst befanden: „Der Herr Kollege von der Deutschen Partei sagte, wir sollen nicht mit Kanonen nach Spatzen schießen. So habe ich das auch im Jahr 1924 gehört. Man sagte, da schießen die Sozialdemokraten nach Spatzen. Vielleicht wäre es besser, ein Mittel zu erfinden, nach den Spatzenhirnen zu schießen … .“ Die vielen Enttäuschungen, wenn ihr Kampf oder ihre Aussagen gegen ehemalige Nationalsozialisten nicht fruchteten, haben sie nicht aufgeben lassen. 1957 hatte sie vor dem Untersuchungsrichter gegen den Lagerkommandanten des KZ Stutthof, Paul Werner Hoppe, ausgesagt. Er war an Tausenden von Morden beteiligt gewesen. Aber ihre Aussage wurde vor dem Gericht in Bochum ignoriert. Mehr noch, Hoppe befand sich schon 1964 wieder in „guter Stellung“.

Jeanette Wolff kämpfte trotz zahlreicher Widerstände zeitlebens - im Kaiserreich, der Weimarer Republik, während des NS-Terrors, im geteilten Berlin und in der Bundesrepublik für Gerechtigkeit. Für eine bessere Verständigung zwischen den Religionen gründete sie schon 1949 die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit, die sie als eine „Gesellschaft zur allgemeinen, menschlichen Verständigung“ ansah. Bis 1970 war sie deren stellvertretende jüdische Vorsitzende und von 1970 bis 1976 die jüdische Vorsitzende.1975 wurde Jeanette Wolff mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgezeichnet. Am 19. Mai 1976 starb Jeanette Wolff im Jüdischen Krankenhaus in Westberlin. In Dortmund und Dinslaken sind Straßen und Schulen nach ihr benannt und das Senior*innenzentrum der Jüdischen Gemeinde zu Berlin trägt ihren Namen: Haus Jeanette Wolff.

Zitierweise: Charlotte Misselwitz, "Jeanette Wolff – Kämpferin für Gerechtigkeit und gegen das Vergessen“, in: Deutschland Archiv, 20.12.2021, Link: www.bpb.de/345047

Fussnoten

Fußnoten

  1. Klaus Bästlein/Isabel Fritz/Andreas Stirn/Maren Wegener, Jeanette Wolff. 1888-1976: Jüdin, sozialdemokratische Politikerin und Holocaust-Überlebende, Abgeordnetenhaus Berlin (Hg.), Berlin 2020, S. 7.

  2. Gunter Lange, Jeanette Wolff 1888-1976, Eine Biografie. Bonn 1988, S. 22.

  3. Klaus Bästlein/Isabel Fritz/Andreas Stirn/Maren Wegener, Jeanette Wolff. 1888-1976: Jüdin, sozialdemokratische Politikerin und Holocaust-Überlebende (Anm. 1), S. 8.

  4. Hans Lamm (Hg.), Jeanette Wolff. Mit Bibel und Bebel, Bonn 1980, S. 13.

  5. Gunter Lange, Jeanette Wolff 1888-1976 (Anm. 2), S. 28.

  6. Die Familie Wolff richtete in ihrem Wohnhaus Münsterstraße 40 1/2 (heute Nr. 46) einen Mittags- und Abendtisch für jüdische Gäste ein, denn das Betreten von öffentlichen Lokalen war Juden inzwischen verboten. Außerdem war es ihr und ihren GenossInnen hier möglich, ihre nun illegale politische Arbeit im Geheimen fortzusetzen. Siehe https://www.juedische-pflegegeschichte.de/das-hospital-der-georgine-sara-von-rothschildschen-stiftung-1870-1941-teil-5/ und https://www.dinslaken.de/c12573a70061a420/files/jeanette_wolff_-_es_gehoert_mehr_mut_zur_liebe_als_zum_hass.pdf/$file/jeanette_wolff_-_es_gehoert_mehr_mut_zur_liebe_als_zum_hass.pdf?openelement

  7. Siehe https://arolsen-archives.org/stories/stolenmemory-stutthof/

  8. Das Hospital der Georgine Sara von Rothschild’schen Stiftung (1870–1941) Teil 5: Juliane Wolff („Schwester Anne“), leitende Stationsschwester. https://www.juedische-pflegegeschichte.de/das-hospital-der-georgine-sara-von-rothschildschen-stiftung-1870-1941-teil-5/, zuletzt abgerufen am 23.11.2021.

  9. Dies sind die neueren Angaben vom Portal Jüdische Pflegegeschichte (siehe Anm. 7).

  10. Hans Lamm (Hg.), Jeanette Wolff. Mit Bibel und Bebel, (Anm. 4), S. 9-70.

  11. Gunter Lange, Jeanette Wolff 1888 – 1976, (Anm. 2), S. 67.

  12. https://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/dossier-nationalsozialismus/39605/entnazifizierung-und-erziehung

  13. Ebd., S. 78.

  14. Gunter Lange, Jeanette Wolff 1888-1976 (Anm. 2), S. 118.

  15. Bästlein/Fritz/Stirn/Wegener, Jeanette Wolff 1888-1976 (Anm.1), S. 55.

  16. Berliner Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN), https://berlin.vvn-bda.de/unsere-geschichte/, zuletzt aufgerufen am 17.10.2021.

  17. Birgit Seemann, Jeanette Wolff, Politikerin und engagierte Demokratin (1888-1976). Frankfurt/M. 2000, S. 79.

  18. Hier muss angemerkt werden: Bis 1989 wurden Mitglieder des Bundestags aus Westberlin nicht direkt in den Bundestag gewählt, sondern von den Parteien in Westberlin dorthin entsandt. Man konnte also als WählerIn in Westberlin nicht an den Bundestagswahlen teilnehmen. Wolffs Reden im Bundestag können im Bundestagsarchiv eingesehen werden: https://www.bundestag.de/services/suche?suchbegriff=jeanette+wolff., zuletzt aufgerufen 17.12.2021.

  19. Ulrike Schneider, Biographien jüdischer Frauen: Jeanette Wolff (1888-1976) – Jüdin, Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin, in: Medaon 11 (2017), 20, S.3, www.medaon.de/pdf/Medaon_20_Schneider.pdf.

  20. Gunter Lange, Jeanette Wolff (Anm. 2), S. 67.

  21. https://lchaim.berlin/inge-marcus/ und www.juedische-allgemeine.de/gemeinden/grande-dame-der-gemeinde/, zuletzt aufgerufen am 22.11.2021.

  22. Birgit Seemann, Jeanette Wolff: Politikerin und engagierte Demokratin (Anm. 15), S. 91.

  23. Gunter Lange, Jeanette Wolff 1888-1976. (Anm. 9), S. 110.

  24. Jael Geis, "Jeanette Wolff "Jewish Women: A Comprehensive Historical Encyclopedia. 31 December 1999. Jewish Women's Archive. https://jwa.org/encyclopedia/article/wolff-jeanette, 28.09.2021.

  25. Dr. Hans Lamm (Hg.), Jeanette Wolff. Mit Bibel und Bebel (Anm. 4), S. 95.

  26. Bästlein/Fritz/Stirn/Wegener, Jeanette Wolff (Anm. 1), S. 54.

  27. Seit 1957 verleiht der Zentralrat der Juden in Deutschland den Leo-Baeck-Preis. Er ehrt damit Menschen, die sich zum einen in herausragender Weise für die jüdische Gemeinschaft eingesetzt haben und denen es zum anderen gelungen ist, aus den dunklen Kapiteln deutscher Geschichte Lehren für die Zukunft zu ziehen. https://www.zentralratderjuden.de/aktuelle-meldung/alle-bisherigen-traeger-des-leo-baeck-preises-auf-einen-blick/, zuletzt aufgerufen am 19.12.2021.

  28. Haus Jeanette Wolff: Senior*innenzentrum der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, www.jg-berlin.org/institutionen/seniorenzentrum/haus-jeanette-wolff.html, zuletzt aufgerufen am 22.11.2021.

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Die Autorin ist in Ost-Berlin geboren und arbeitet publizistisch in Radio und Print mit dem Schwerpunkt auf deutsch-israelische Themen. Sie hat im Januar 2020 ihre Doktorarbeit zur „Narrativen Rückspiegelung von Stereotypisierungen des Muslimischen in deutschen und israelischen Medien“ an den Universitäten in Essen und Tel Aviv eingereicht.