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Eva Haller: „Mir geht es darum, das Verbindende sichtbar zu machen“ | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten DDR-Geschichte als Erinnerungspolitik Katja Hoyers Buch jenseits des Rheins gelesen 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Büchererverbrennungen am 10. Mai 1933: Nicht nur in Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Die RAF in der DDR: Komplizen gegen den Kapitalismus Einem Selbstmord auf der Spur Druckfrisch Ehrlicher als die meisten Die Stasi und die Bundespräsidenten Das Einheits-Mahnmal Bodesruh D und DDR. Die doppelte Staatsgründung vor 75 Jahren. Chinas Rettungsofferte 1989 für die DDR Wessen wollen wir gedenken? 1949: Ablenkung in schwieriger Zeit 1949: Staatsgründung, Justiz und Verwaltung 1949: Weichenstellungen für die Zukunft Walter Ulbricht: Der ostdeutsche Diktator Die weichgespülte Republik - wurden in der DDR weniger Kindheitstraumata ausgelöst als im Westen? Friedrich Schorlemmer: "Welches Deutschland wollen wir?" Vor 60 Jahren: Martin Luther King predigt in Ost-Berlin Der Händedruck von Verdun Deutsche Erinnerungskultur: Rituale, Tendenzen, Defizite Die große Kraft der Revolution. Kirche im Wandel seit 1990. "Alles ist im Übergang" Das Mädchen aus der DDR Die Todesopfer des Grenzregimes der DDR Die Kirchner-Affäre 1990 Der Weg des Erinnerns „Manche wischen das weg, als ginge es sie gar nichts an“ Maßstabsetzend Die nächste Zeitenwende "Gegner jeglicher geistigen Bevormundung" Wenn die Vergangenheit nie ruht „Sie verhandeln über ein Volk, das nicht mit am Tisch sitzt“ Christoph Hein: "Die DDR war ideologisch, wirtschaftlich und politisch chancenlos" Das Bild der DDR von Konrad Adenauer und Willy Brandt im Kalten Krieg Die Macht der leisen Mutigen: „Es lohnt sich anständig zu sein“ Ehemalige Nazis in der SED "80 Jahre zu spät" „Dieser Personenkreis entwickelt eigene Vorstellungen zum Begriff Freiheit“ Zur Wirklichkeit von gestern und zur Möglichkeit von morgen – Vom Jüdischen im Deutschen „Den Helsinki-Prozess mit wirklichem Leben erfüllen“ Leerstellen und Geschichtsklitterungen Biografieforschung: Tödliche Ostseefluchten Polen als Feind Die Dimensionen der KSZE als entspannungspolitisches Konzept vor und nach 1989. Und heute? Woher kam die Zivilcourage? Mehr als nur Wüstenstaub im Mantel der Geschichte Drei Monate Aussicht auf Demokratie. Thüringen 1945 Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 33 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Einladung in die bpb: 75 Jahre Bundesrepublik Zu selbstzufrieden? Eine Phantomgrenze durchzieht das Land Noch mehr Mauer(n) im Kopf? Überlegenheitsnarrative in West und Ost Mehr Osten verstehen Westkolonisierung, Transformationshürden, „Freiheitsschock“ Glücksscham "In Deutschland verrückt gemacht" The Rise of the AfD - a Surprise? Der Osten: Ideen und Macher? Noch immer "Bürger zweiter Klasse"? „Wer sich heute ernsthaft die DDR zurückwünscht, hat ein kurzes Erinnerungsvermögen“ Hat da jemand „Freiheit“ gerufen? Zur Verteidigung eines guten Wortes Erinnerungslandschaften, zerklüftet Generation Einheit – eine Inselgeneration? West-Ost-Land „Und keiner hat Recht“ Leuchttürme im blauen Meer Ein Foto, das Saarland und kein Osten Alltag, Gesellschaft und Demokratie Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Vom Neonazi-Aussteiger ins Oscar-Team „Eine Generalüberholung meines Lebens gibt es nicht“ "Autoritärer Nationalradikalismus“ Unter strengem Regime der Sowjets: Die Bodenreform 1945 Diplomatische Anstrengungen auf dem afrikanischen Spielfeld Demokratiestörung? „Im Osten gibt es eine vererbte Brutalität“ Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Turnschuhdiplomatie im Schatten Eine Keimzelle politischen Engagements (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Anti-Antisemitismus als neue Verfassungsräson? "Ich höre ein Ungeheuer atmen" Als es mir kalt den Rücken runterlief Deutsche Putschisten Thüringen als Muster-Gau? Wie die Mitte der Gesellschaft verloren ging "Nahezu eine Bankrotterklärung" „Bei den Jungen habe ich Hoffnung“ Der lange Weg nach rechts Übersehene Lehren für die Bundestagswahl 2025 Provinzlust - Erotikshops in Ostdeuschland Turnschuhdiplomatische Bildungsarbeit Ostdeutsche „Soft Power“ Abschied von der zivilen Gesellschaft? "Die DDR wird man nie ganz los" Von Nutzen und Nachteil der Brandmauer Disruption. Die Revolution der Erschöpften Wie Weimar ist die Gegenwart? Eine Zäsur für die deutsche Demokratie? „Der Erfolg der Linken zeigt, wie es gehen kann“ Zeitenwende 2.0 Die Post-Wagenknecht-Linke Staatskapazität statt Sündenböcke Der "NSU" im Lichte rechtsradikaler Gewalt "Dann muss ich eben selbst Milliardär werden"  Kommerzialisierte Solidarität Wie der DFB 1955 den Frauen-Fußball verbot Die Schlacht um die Waldbühne Die Hare-Krishna-Bewegung im Ost-Berlin der 1980er-Jahre Monomorium: Wie Krankenhäuser in der DDR zum Gesundheitsrisiko wurden Wie meine Großmutter Ursula Winnington die DDR-Küche aufmischte Wer gibt uns heute noch zu denken? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2023 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Olympia wieder in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Die "Weltnachricht" mit ungewollter Wirkung 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Der Überläufer Der Überläufer (Teil IV) Der Deal mit "Schneewittchen" alias Schalck-Golodkowski Der Maulwurf des BND: „Die Karre rast auf die Wand zu“ Der lautlose Aufstand Wem gehört die Friedliche Revolution? Verschiedene Sichten auf das Erbe des Herbstes 1989 „Und die Mauern werden fallen und die alte Welt begraben“ Im Schatten von Russlands Ukrainekrieg: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag in Gefahr? Der Zwei-plus-Vier-Vertrag: Die Stufen der Einigung über die Einheit Der Wendepunkt Das Ende der Stasi vor 35 Jahren Der Zauber des Anfangs „Als wir träumten“ Verhinderter Historikerdiskurs Krieg & Frieden. Wohin führt die Zeitenwende? Über 80 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Bleibt nur Gegengewalt? „Mein Körper ist hier, aber mein Herz und meine Seele sind immer in Israel“ „Ich hoffe, dass die Ukraine die BRD des 21. Jahrhunderts wird“ Krieg als Geschäft Bodenlose Ernüchterung In geheimer Mission: Die DDR-NVA gegen den „jüdischen Klassenfeind“ „Verbote bringen herzlich wenig“ Eine missachtete Perspektive? Verordnete Feindbilder über Israel in der DDR: Eine Zeitungs-Selbstkritik Die erste DDR-Delegation in Israel. Ein Interview mit Konrad Weiß „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“ Wolf Biermann: Free Palestine...? Was hilft gegen politische Tsunamis? Der Tod ist ein Meister aus Russland Wann ist die Zeit zu verhandeln? „Ich bedaure und bereue nichts“ "Schon im 3. Weltkrieg?" „Die Logik des Krieges führt zu keinem positiven Ende“ "Bitte wendet euch nicht von uns ab". Zwei Hilferufe aus Belarus Nach 1000 Tagen bitterem Krieg Russische Frauen von Deutschland aus im Widerstand Doppeldenken als soziale adaptive Strategie Belarus. Terra Incognita "Siegfrieden" „Die Deutschen sind die Düpierten“ Die Stunde Europas. Bloß wie? Ein Leben, zwei Mal Flucht Verklärung der Geschichte als Zukunftsrezept Daniel Kehlmann: „Was wir in den USA erleben, ist eine asymmetrische Diktatur“ "Dies alles muss beendet werden" Zwischen Wirtschafts- und Militärmacht Die Ostpolitik 1969 bis 1973: Vorbedingung für KSZE und Deutsche Einheit Krieg ohne Grenzen Wolf Biermann: "Die Moritat von den Liebespaaren im Jahre 2025“ „Nicht abwenden“ Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Alle Porträts im Überblick Redaktion Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Vom Zwangsleben unter Anderen "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Warum ist das Grundgesetz immer noch vorläufig? "Ein Beitrittsvertrag, kein Vereinigungsvertrag" „Miteinander – Füreinander. Nie wieder gegeneinander“ 1989/90: Freiheit erringen, Freiheit gestalten Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration und Wohnungsbau. Geschichte und Aktualität einer besonderen Verbindung am Beispiel Stuttgart-Rot Das Musterhaus Matz im Freilichtmuseum Kiekeberg Orte des Ankommens (I): Architekturen für Geflüchtete in Deutschland seit 1945 Asylarchitekturen zwischen technokratischer Kontrolle und Selbstbestimmung Tor zum Realsozialismus: Das Zentrale Aufnahmeheim der DDR in Röntgental Alternative Wohnprojekte mit Geflüchteten „Bereits baureif.“ Siedlungsbau der Nachkriegszeit auf dem ehemaligen Konzentrationslagergelände in Flossenbürg Das ehemalige KZ-Außenlagergelände in Allach – ein vergessener Ort der (Nach-) Kriegsgeschichte Neugablonz - vom Trümmergelände zur Vertriebenensiedlung Räume der Zuflucht – Eine Fallstudie aus Lagos, Nigeria "Sie legten einfach los". Siedler und Geflüchtete in Heiligenhaus Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ Pionierinnen im Fußball – Von der Produktion auf den Platz Vertragsarbeiterinnen in der DDR Gleichberechtigung in heterosexuellen Partnerschaften in der DDR Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Wo Kurt Barthel und Stefan Heym wohnten „Eine konterrevolutionäre Sauerei“ Die radix-blätter - ein besonderes Medium der Gegenöffentlichkeit in der DDR Wut und Zweifel: Erinnerungsbilder für die Zukunft „Wir wollten nicht länger auf Pressefreiheit warten“ Die Freiheit geht zum Angriff über auf die Utopie des Kommunismus Von der Kunst des Romans "Der Jazz-Bazillus hatte mich" Ein Fenster zur Welt öffnen. Mail Art in der DDR Werte 1989 - 2025 Kahlschlag auch gegen den Jazz Jürgen Fuchs: "Ich feinde an, was über Leichen geht" Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Jüdinnen und Juden in der DDR Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Jüdisch sein in Frankreich und in der DDR Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Frankreich als ferne Nähe „Der andere Planet“ und das „Sehnsuchtsland“ Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik „Zustrombegrenzung“ im Nachkriegsdeutschland Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen „9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet" Arnold Julius und Walter Frankenstein: Überlebende der Shoah Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Freundesverrat Denkanstöße aus Weimar Gefährdet von "Systemverächtern" Raubzug Die Normalität des Lügens Neuer Oststolz? Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? 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Eva Haller: „Mir geht es darum, das Verbindende sichtbar zu machen“ Journalistin, Mitbegründerin und Präsidentin der Europäischen Janusz Korczak Akademie

Eva Haller Sharon Adler

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Im Interview erzählt Eva Haller, wie ihre Familiengeschichte ihre Arbeit prägt: Mit Bildungsprojekten vermittelt sie jüdische Identität, Medienkompetenz, Toleranz, und den Umgang mit Antisemitismus.

Die Journalistin Eva Haller ist Mitbegründerin und seit 2009 ehrenamtliche Präsidentin der Europäischen Janusz Korczak Akademie e. V. (EJKA) in München, die jüdische Bildung, interreligiöse und interkulturelle Begegnung und Dialogarbeit fördert und Bildungs- sowie Austauschprogramme durchführt. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2025)

Sharon Adler: Du wurdest in Rumänien geboren, aber hast in Österreich, den Vereinigten Staaten, Kanada, Belgien und Italien gelebt. Wie kam es dazu, dass du von Land zu Land umgezogen bist?

Eva Haller: Ich bin in Timișoara geboren. Dieser Teil von Rumänien war mindestens dreisprachig. Auf Ungarisch heißt es Temesvár, auf Deutsch früher Temeschburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg, ich war noch ein Kind, sind meine Eltern ausgewandert. Ihre erste Station war Wien. Als jüdische Emigranten wurde man damals meist von der Sochnut, der Jewish Agency for Israel, am Bahnsteig empfangen, kam in ein Auffanglager außerhalb von Wien, und dann ging es weiter nach Israel. Dazu kam es nicht.

Mein Vater hatte mit der HIAS, das war eine andere jüdische Organisation, vereinbart, dass wir in die USA auswandern, denn wir hatten dort Verwandte. Weil wir die benötigten Papiere nicht bekamen, blieben wir in Wien. Der Aufenthalt war auf maximal ein Jahr limitiert. Meine Eltern waren staatenlos, und es drohte uns immer die Ausweisung. So kam es, dass wir von dort nach Kanada, Belgien und Italien umzogen. Doch wir kamen immer wieder nach Wien zurück, das für meine Eltern wie ein Anker war. Jedes Mal mussten sie praktisch wieder von Null anfangen. Das zog sich hin, bis ich 16 Jahre alt war und ein Bruder meiner Mutter, der mit seiner Familie aus Rumänien nach New York emigriert war, für uns ein Affidavit – eine eidesstattliche Erklärung – abgeben konnte, dass wir selbst und nicht der Staat für alle entstehenden Kosten aufkommen würden. Ich war heilfroh, nach New York auswandern zu können. Das Wien meiner Kindheit ist nicht das Wien von heute. Es war dunkel, grau und bedrückend, das Wien der Nachkriegszeit eben.

Meine Eltern und ich wanderten also nach New York aus, aber anders als ich fühlten sie sich dort nicht wohl. Sie gingen nach Deutschland, nach Frankfurt am Main, und ich blieb bei meinem Onkel und meiner Tante, bis ich 18 Jahre alt war, machte mein Abitur und ging aufs College. Ich wollte eigentlich in New York bleiben, aber auf ihren Wunsch hin ging ich zu meinen Eltern. Deutschland war nichts für mich, deshalb zog ich zum Studieren nach Belgien.

Sharon Adler: Deine Eltern sind Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung. Wie und wo haben sie sich kennen gelernt?

Eva Haller, geboren 1948 in Timișoara als Tochter von Überlebenden der NS-Verfolgung, sagt über ihr Engagement: „Immer da, wo ich nur einen Schatten einer Ungerechtigkeit gesehen habe – nicht nur Juden gegenüber –, war ich voll da, um zu kämpfen, mich aufzulehnen und nichts zuzulassen.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2025)

Eva Haller: Die Familie meiner Mutter kommt aus Transsilvanien, was damals zu Ungarn gehörte. Es war eine große Familie, und meine Mutter war die Jüngste und das einzige Mädchen von acht Kindern. Die gesamte Familie wurde deportiert, nur drei Brüder und meine Mutter haben überlebt. Alle anderen Familienangehörigen, auch die Eltern, wurden in Konzentrationslagern vergast. Meine Mutter war in verschiedenen Lagern, zum Ende des Krieges in Auschwitz. Wie viele andere, die die Shoah überlebt haben, war das Erste, was sie wollte, nach Hause zu gehen, um nach überlebenden Familienmitgliedern zu suchen.

So kam meine Mutter, psychisch und physisch zerstört, aus dem Lager zurück nach Baia Mare, das nach dem Krieg zu Rumänien gehörte, und erfuhr, was mit der Familie passiert ist. Weil ihre Brüder sie nicht angemessen versorgen konnten, kam sie nach Timișoara, wo es jüdische Familien gab, die Shoah-Überlebende bei sich aufnahmen. Als meine Mutter am Bahnhof von Timișoara ankam, stand am Bahnsteig auch mein Vater, der einen Verwandten abholen sollte, als „ein abgemagertes Mädel mit ganz großen Augen“ aus dem Zug ausstieg, wie er sich später erinnerte.

Als ihre „Blicke sich trafen“, war es für sie wie ein coup de foudre, wie man im Französischen sagt. Er vergaß total, warum er eigentlich am Bahnhof war, und verstand sofort, dass sie eine Überlebende war. Sie trug eine Baskenmütze, denn sie hatte ja noch keine Haare. Er folgte ihr und fand heraus, in welcher Familie sie aufgenommen wurde. Zu Hause sagte er seinen Eltern, dass er den Verwandten am Bahnhof vergessen hätte, weil er dieses Mädchen dort gesehen hat, und bat sie – das war damals noch Brauch –, die Eltern des Mädchens zu fragen, ob er sie heiraten dürfe. Die Eltern verlangten zwar, er solle jetzt erst mal den Verwandten abholen, aber er insistierte und sie gingen tatsächlich zu der Familie. 1946 haben die beiden geheiratet.

Meine Mutter sprach Ungarisch und Jiddisch, und mein Vater sprach Russisch, Rumänisch und Jiddisch. Er hat Ungarisch gelernt, meine Mutter Rumänisch – auch wir als Kinder –, und Jiddisch war ihre gemeinsame Sprache. Mein Geburtsname ist Spoleanschi. Meine Großeltern väterlicherseits kamen aus Russland. Mein Vater ist während der Pogrome in Czernowitz geboren. Die Familie meines Vaters hat überlebt, weil man die Juden in Timișoara zwar aus den Universitäten und den Schulen herauswarf und in Arbeitslager schickte, sie aber nicht deportiert hat.

Sharon Adler: Wurde in deinem Elternhaus über diese Zeit geschwiegen oder gesprochen?

Eva Haller: Selbstverständlich wussten wir von der Shoah und dass die Familie ermordet wurde. Aber meine Mutter hat mir, im Gegensatz zu meinem sieben Jahre jüngeren Bruder, nur wenig erzählt. Ich habe auch nicht aktiv danach gefragt. Ich wollte nicht hören, was man ihr oder meinem Volk angetan hat. Ob mein Bruder mehr von ihr erfuhr oder nicht, ob verbal oder nonverbal, weiß ich nicht, aber anscheinend hat sie ganz Auschwitz an ihn weitergegeben. Er trägt ganz Auschwitz in sich.

Eva Haller Eva Haller erinnert sich an den Austausch mit anderen Kindern von Überlebenden in Kindheit und Jugend: „Es war wie ein Damoklesschwert über uns allen. Auschwitz und der Holocaust sind in meiner Generation in unserer DNA. Wir wussten alle mehr oder weniger Bescheid, je nachdem, was die Eltern erzählt oder weitergegeben haben, aber es war kein Thema, über das gesprochen wurde.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2025)

Sharon Adler: Wie hast du in deiner Kindheit und Jugend den Austausch mit anderen Kindern von Überlebenden erlebt?

Eva Haller: Es war wie ein Damoklesschwert über uns allen. Auschwitz und der Holocaust sind in meiner Generation in unserer DNA. Wir wussten alle mehr oder weniger Bescheid, je nachdem, was die Eltern erzählt oder weitergegeben haben, aber es war kein Thema, über das gesprochen wurde.

Sharon Adler: Haben dich die Erinnerungen und Berichte deiner Eltern beziehungsweise ihr Schweigen für dein späteres Engagement geprägt?

Eva Haller: Ja, ich denke schon. Immer da, wo ich nur einen Schatten einer Ungerechtigkeit gesehen habe – nicht nur Juden gegenüber –, war ich voll da, um zu kämpfen, mich aufzulehnen und nichts zuzulassen. Es sind mehrere Dinge: Zum einen lebe ich jeden Tag Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Respekt. Meine Mutter hat mir durch ihre Weichheit und ihre Güte die Fähigkeit weitergegeben, nicht zu hassen. Sie hat immer gesagt: „Mein liebes Kind, wenn du auf deinem Rücken einen Rucksack voller Hass hast, wirst du zusammenbrechen.“ Von meiner Mutter habe ich meine Resilienz und meinen Kampfgeist mitbekommen.

Was mich zum anderen ausmacht, ist das Multikulturelle, die Sprachen, das Miteinander, der Respekt und die Gleichberechtigung der Ethnien und Religionen: Das wurde mir in Timișoara in die Wiege gelegt. Erst zu meinem 70. Geburtstag kam ich wieder in die Stadt zurück, in der ich geboren wurde, niemals zuvor. Als ich diese Stadt dann kennenlernte, habe ich verstanden, dass mein ganzes Leben eine Perlenkette war, mit verschiedensten Stationen, die ich leben und erleben musste, um zu reifen und das zu sein, was ich heute bin. Es ist bis heute eine multikulturelle und unwahrscheinlich schöne Stadt. Eine Stadt im Jugendstil. Eine Stadt mit fünf Synagogen, eine schöner als die andere. Diese drei Elemente begleiten mich mein ganzes Leben lang.

Sharon Adler: Du hast Journalismus und Linguistik in New York, Tel Aviv und Brüssel studiert und 1980 das Radio Judaïca mitbegründet. Welche Themen habt ihr behandelt, und wer war euer Publikum?

Eva Haller: Als Studentin in Brüssel bewegte ich mich in jüdischen Kreisen. Aus einer Laune heraus kam bei einem Picknick mit Freunden die Idee einer jüdischen Stimme auf – so entstand Externer Link: Radio Judaïca. Unser Studio begann sehr bescheiden, mit einem Tisch und einem Mikrofon, wuchs aber durch Spenden und Werbung, und wir wurden später auch von der Jüdischen Gemeinde Brüssel finanziell unterstützt. Anfangs behandelten wir vor allem lokale Themen rund ums Gemeindeleben, blickten aber auch nach Antwerpen und nach Israel.

Sabine Cohn, die heute in Israel lebt, war die hebräische Stimme. Wir führten Interviews mit Persönlichkeiten und berichteten über Ereignisse in den jüdischen Gemeinden. Meine Aufgabe als Korrespondentin war es, Kontakte nach Deutschland zu pflegen und über jüdische Gemeinden und deutsch-jüdische Communitys zu berichten. Die Themen bei Radio Judaïca waren größtenteils jüdisch und gesellschaftspolitisch. Als Gründungsmitglied unterstützte ich die Entscheidung, in mehreren Sprachen zu senden – insgesamt waren es zwölf –, damals ein absolutes Novum. Radio Judaïca existiert bis heute; kürzlich erzählte mir jemand in Lyon von der europäischen Reichweite.

Gründung, Ziele, Projekte, Arbeit der Europäischen Janusz Korczak Akademie e. V. (EJKA)

Sharon Adler: Inwieweit helfen dir deine Erfahrungen in der Medienarbeit in der Europäischen Janusz Korczak Akademie? Welche Rolle spielt Medienarbeit für dich heute?

Eva Haller: Radio war und ist mein Element. Meine Arbeit bei Radio Judaïca und später beim TV-Kanal der Akademie hat mir gezeigt, wie stark Medien Brücken bauen können. Ich habe gelernt, Menschen zu erreichen, Geschichten zu erzählen und Dialoge anzustoßen – genau diese Erfahrungen fließen in die Arbeit der Janusz Korczak Akademie ein. Für mich ist die Akademie eine Fortsetzung meiner Medienarbeit, nur dass wir Bildung, Begegnung und Projekte direkt miteinander verbinden. Auch das jiddische Theater, das ich gegründet habe, ist eine Kontinuität meiner Arbeit, wenn auch in einem anderen Format. In der Corona-Zeit starteten wir zudem einen TV-Kanal der Akademie und produzierten regelmäßig Video-Clips, darunter über jiddischen Humor, die auch auf Externer Link: YouTube zu finden sind.

Sharon Adler: 2006 bist du aus Italien nach München gezogen, wo du zunächst in der Kultur- und Jugendabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern gearbeitet hast. Wie kam es dazu? Und wie entstand die Idee zur Gründung der Europäischen Janusz Korczak Akademie e.V. (EJKA)?

Fotocollage in der Europäischen Janusz Korczak Akademie. Zu sehen sind Eva Haller, Stanislav Skibinski und Janusz Korczak. Eva Haller erklärt: „Eigentlich ist Stanislav der Korczakianer. Wir saßen in einem Café und er erzählte mir von Janusz Korczak. Stanislav hat schon als junger Mann in Sankt Petersburg das dortige Janusz-Korczak-Institut geleitet. Er ist ausgebildeter Pädagoge und meinte, dass man auf den pädagogischen Grundsätzen Korczaks eine jüdische Organisation gründen könnte.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2025)

Eva Haller: Als ich nach München kam, kontaktierte ich die Leiterin des Kulturzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Ellen Presser, die mich fragte, ob ich mich ehrenamtlich bei der Einweihung der Synagoge Ohel Jakob betätigen wolle. So stand ich an den Eröffnungstagen am Eingang des Gemeindezentrums und begleitete die Gäste. Ich tat das in den jeweiligen Sprachen der Gäste. Irgendwann fiel das jemandem auf, und so kam es, dass ich gefragt wurde, ob ich für die Jüdische Gemeinde tätig sein möchte. Ich sagte zu, und habe von etwa 2007 bis 2009 in der Kulturabteilung bei Ellen Presser gearbeitet. Dann habe ich kurze Zeit die Jugendabteilung geleitet und in der Zeit den Jugendleiter Stanislav Skibinski kennengelernt, der mir vorschlug, eine jüdische Bildungsinstitution zu gründen, wo ich, wie er sagte, all meine „verrückten Ideen umsetzen“ könne. Ich ließ mich gerne darauf ein.

Eigentlich ist Stanislav der Korczakianer. Wir saßen in einem Café und er erzählte mir von Janusz Korczak. Stanislav hat schon als junger Mann in Sankt Petersburg das dortige Janusz-Korczak-Institut geleitet. Er ist ausgebildeter Pädagoge und meinte, dass man auf den pädagogischen Grundsätzen Korczaks eine jüdische Organisation gründen könnte. Ich beschloss spontan, dass wir in München die europäische Janusz Korczak Akademie gründen sollten.

Sharon Adler: Was verbindet dich persönlich mit Janusz Korczak und seinen Prinzipien im Sinne der Kinderrechte?

Eva Haller: Eigentlich alles. Ich habe zwei Kinder, die ich geboren habe, aber ich war auch Pflegemutter von zwei weiteren Kindern. Zwei Jungs, der eine ist jüdisch, der andere ist nicht-jüdisch. Und ohne jemals von Janusz Korczak gehört zu haben, habe ich seine Prinzipien gelebt, auch als alleinerziehende Mutter. Die Elemente von Janusz Korczaks Prinzipien sind, Empathie und das Gefühl von Liebe und Geborgenheit zu geben. Und das Kind als vollwertigen Menschen anzunehmen und immer zuzuhören, auch in Konfliktsituationen. Die Möglichkeit, dem Kind zuzugestehen, Fehler zu machen und daraus zu lernen und sie zu korrigieren. Das Kind zu begleiten, aufmerksam nach seinen Bedürfnissen und nach seinen Fähigkeiten, und nichts aufzuzwingen. Das alles ist Janusz Korczak.

Eva Haller sagt über Janusz Korczak (1878 oder 1879-1942, eigentlich Henryk Goldszmit) und seine Prinzipien im Sinne der Kinderrechte: „Die Elemente von Janusz Korczaks Prinzipien sind, Empathie und das Gefühl von Liebe und Geborgenheit zu geben. Und das Kind als vollwertigen Menschen anzunehmen und immer zuzuhören, auch in Konfliktsituationen. Die Möglichkeit, dem Kind zuzugestehen, Fehler zu machen und daraus zu lernen und sie zu korrigieren.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2025)

Bildungsprojekte der Europäischen Janusz Korczak Akademie (EJKA)

Sharon Adler: Die EJKA bietet Bildungsangebote für die Erwachsenen- und Jugendbildung sowie für Unternehmen. Welche Programme und Maßnahmen tragen besonders dazu bei, die Vielfalt jüdischen Lebens sichtbar zu machen und Vorurteile abzubauen?

Eva Haller: Die Europäische Janusz Korczak Akademie, 2009 gegründet, ist eine offene jüdische Bildungseinrichtung, deren Ziel es ist, Wissen zu vermitteln, die jüdische Gemeinschaft zu stärken und Berührungsängste abzubauen. Mit drei Bildungszentren in München, Berlin und Duisburg bietet die Akademie Programme für Schulen, Unternehmen sowie für die Erwachsenen- und Jugendbildung an und erreicht so ein breites Publikum.

Die Angebote verbinden formelle und informelle Bildungsformate: Seminare, Workshops, Pilotprojekte und Veranstaltungen mit Expertinnen und Experten vermitteln historische, kulturelle und gesellschaftliche Perspektiven. Ein zentraler Ansatz ist das Peer-to-Peer-Prinzip, besonders bei der Arbeit mit Jugendlichen: Junge Menschen begegnen sich auf Augenhöhe, können frei Fragen stellen und lernen voneinander, etwa in Projekten wie „Meet a Jew“. Thematische Schwerpunkte sind unter anderem jüdisches Leben in Deutschland, Holocaust-Erinnerungsarbeit, demokratische Bildung, Prävention von Antisemitismus und Antiisraelismus, Israel und die deutsch-israelischen Beziehungen. Ergänzt wird das Angebot durch Medienbildung, die Kinderrechte nach Janusz Korczak, interkulturelle Bildungsarbeit sowie Unterstützung von geflüchteten Jugendlichen.

Die Akademie arbeitet mit drei „Werkzeugen“: Bildung, Beratung und gesellschaftlicher Vernetzung. Ihr Selbstverständnis beruht auf der klassischen jüdischen Bildungs- und Lehrtradition, die kritisches Nachfragen, intensive Textarbeit und Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden fördert. Ziel ist es, Toleranz zu stärken, Vorurteile abzubauen und die Fähigkeit zu entwickeln, medial vermittelte Inhalte kritisch einzuordnen. Im Sinne von Tikkun Olam – der „Reparatur der Welt“ – will die EJKA so einen Beitrag zu Offenheit, Respekt und Toleranz leisten, gerade angesichts des wieder stärker aufkommenden Antisemitismus und gesellschaftlicher Herausforderungen.

Sharon Adler: Welches EJKA-Projekt widmet sich gezielt den Themen rund um Dialogkompetenz?

Eva Haller: YouthBridge ist ein interkulturelles und interreligiöses Leadership-Programm der EJKA in München, das 2017 nach dem Vorbild von YouthBridge New York ins Leben gerufen wurde. Es zielt darauf ab, Vorurteile, Radikalisierung und gesellschaftliche Spaltung durch den Aufbau von Vertrauen, Dialog und gemeinsamen Projekten zu überwinden. Jugendliche aus unterschiedlichen Communities wachsen durch Begegnung und Zusammenarbeit zu aktiven, verantwortungsvollen Führungspersönlichkeiten heran und bauen Brücken zwischen Kulturen, Religionen und sozialen Gruppen.

Eva Haller sagt über YouthBridge, eines der EJKA-Projekte zur Förderung von Dialogkompetenz: „Das Programm umfasst Bildungsreisen innerhalb Bayerns und ins Ausland – etwa nach Israel, Bosnien oder in die USA –, um globale Perspektiven auf interreligiösen und interkulturellen Dialog zu gewinnen." (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2025)

Das zweijährige Programm umfasst Seminare zu gesellschaftlich relevanten Themen wie Demokratie, interreligiöser und interkultureller Dialog, Radikalisierungsprävention und Erinnerungskultur. Ergänzend setzen die Teilnehmenden ihr Wissen in eigenen Projekten praktisch um, beispielsweise in Workshops wie „YouthBridge UNI: ‚Fake or Fact?‘“, wo es um die Erkennung von Fake News und Medienkompetenz geht; „Ratsche klappern statt Hass zu plappern!“ im Sinne der Antisemitismusprävention; „Myth-Oh-no!“ zur Aufklärung über Verschwörungstheorien; oder „Bot or Not?“ das sich mit der Medienkompetenz in Zeiten Künstlicher Intelligenz beschäftigt.

Außerdem umfasst das Programm Bildungsreisen innerhalb Bayerns und ins Ausland – etwa nach Israel, Bosnien oder in die USA –, um globale Perspektiven auf interreligiösen und interkulturellen Dialog zu gewinnen. Dialogformate wie „Jetzt reden wir“ mit Vertretern aus Politik, Medien und Gesellschaft ergänzen diese Arbeit.

YouthBridge richtet sich an Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren aus rund 30 verschiedenen Communities, darunter jüdische, muslimische und christliche Gruppen sowie türkische, russische, kroatische, armenische, tschechische, bulgarische und ukrainische. Die Teilnehmenden bringen ihre eigenen Erfahrungen ein, lernen voneinander und entwickeln sich durch gemeinsame Aktivitäten zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihren Communities und darüber hinaus.

Sharon Adler: Möchtest du auch etwas über das von der EJKA entwickelte Format „Rent a Jew“, heute „Meet a Jew“, erzählen?

Eva Haller: Ich habe festgestellt, dass alle über Juden sprechen, aber kaum jemand mit Juden redet. Daraus entstand die Idee für das Format „Rent a Jew“, wobei ich den Namen bewusst provokativ gewählt hatte. Ziel war es, einen direkten persönlichen Dialog zu ermöglichen, vor allem mit Jugendlichen – auf Augenhöhe und mit Respekt. Jede Frage sollte erlaubt sein, und das ist bis heute so.

Wir haben dafür jüdische Jugendliche ausgebildet, und das Projekt lief sechs Jahre lang. Danach war die ursprüngliche Finanzierung ausgeschöpft, und der Zentralrat der Juden in Deutschland musste für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ einen neuen Projekttitel vergeben, um erneut eine Förderung zu erhalten. So entstand „Rent a Jew“, das Projekt wurde unter dem neuen Titel „Meet a Jew“ und mit der neuen Förderung fortgeführt.

Sharon Adler: In welchen Bereichen und mit welchen Methoden bildet die EJKA gegen Antisemitismus aus? Welche Programme und Projekte, besonders im Jugendbereich, setzen Klischeebildern und Verschwörungsmythen etwas entgegen?

Eva Haller: Bei uns steht die persönliche Begegnung immer im Zentrum. Gleichzeitig nutzen wir vielfältige Methoden: Theater, musikalische Veranstaltungen – zum Beispiel unsere „Lange Nacht der jüdischen Musik“ alle zwei Jahre –, Ausstellungen, Kochaktionen oder Filmprojekte.

Moderne Tools fließen ebenfalls ein: In unseren Bildungspaketen setzen wir inzwischen auch KI ein. Ein Beispiel ist der interaktive Workshop Externer Link: „Schatztruhe Judaika“, der aus dem Projekt „Davidstern und Lederhose“ hervorgegangen ist. Ursprünglich war das eine Wanderausstellung durch Bayern, später auch in Berlin, und nun nutzen wir die Inhalte digital.

Trotz aller digitalen Möglichkeiten bleibt die direkte Begegnung zentral. So zeigen wir beispielsweise den Film meines Mannes Externer Link: Roman Haller „Irena’s Vow“ im Rahmen des Programms „80 Jahre Auschwitz – nie wieder!“. Im Anschluss an die Vorführung gibt es immer ein Gespräch mit ihm, um persönliche Eindrücke zu vermitteln. Auch begleitende Workshops ergänzen die Erfahrungen – persönliche Begegnungen, gerade mit Zeitzeugen, sind und bleiben ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Sharon Adler: Wie lässt sich Erinnerungsarbeit in die Gegenwart tragen?

Eva Haller: Die zweite Generation, die Zeugen der Zeitzeugen, müssen die Erinnerungen ihrer Eltern weitergeben. Die zweite und die dritte Generation sind jetzt die Kontinuität. Und wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt, dann gibt es beispielsweise die Möglichkeit, dass eine Schule den Namen eines Juden oder einer Jüdin trägt, dazu Projekte durchführt und sie so aus der Vergangenheit in die Gegenwart bringt. Auch neue technische Formate wie Hologramme oder 3D-Aufnahmen können zum Einsatz kommen. Es werden unterschiedliche Methoden erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Sharon Adler: Welche innerjüdischen Bildungsangebote, Programme oder Projekte führt EJKA aktuell durch? Welche sind für die Zukunft geplant?

Eva Haller: Dazu gehören zum Beispiel „Empowering Jewish Voices“, „Externer Link: Chidon haTaNaCh“ oder „Jung – jüdisch – bayerisch“. Bei „Empowering Jewish Voices“, einem EU-Projekt, das inzwischen abgeschlossen ist, haben wir jüdische Jugendliche darauf vorbereitet, die nächsten Führungspersönlichkeiten in unseren Gemeinden und Gemeinschaften zu werden und Führungsrollen zu übernehmen.

„Jung – jüdisch – bayerisch“ hat Jugendliche in Medienkompetenz geschult, also darin, wie man ein Magazin macht, Filme dreht und Inhalte gestaltet.

Eines unserer neueren Projekte ist der „Chidon haTaNaCh“, ein Bibelwettbewerb aus jüdischer Perspektive – wir sind ja auch eine jüdische Organisation. Dieser Wettbewerb ist ausdrücklich innerjüdisch ausgerichtet und unterscheidet sich damit von interkulturellen Angeboten. Wir haben ihn vor drei Jahren zunächst in München gestartet, dann deutschlandweit ausgeweitet und im vergangenen Jahr erstmals international geöffnet: Im vergangenen Jahr nahmen zwölf Länder teil, in diesem Jahr möchten wir die Zahl auf fünfzehn oder sechzehn erhöhen. Zuerst gibt es einen Vorwettbewerb in Deutschland, dann das internationale Finale in München – die Gewinner und Gewinnerinnen reisen danach nach Jerusalem.

Während diese Programme bewusst innerjüdisch ausgerichtet sind, sind die meisten unserer Angebote für alle offen und sollen Begegnung ermöglichen – interkulturell und interreligiös. So wollen wir Vorurteile abbauen und Dialog ermöglichen.

Sharon Adler: Worum geht es bei der Pop-up-Ausstellung der EJKA „Mit Davidstern und Lederhose“?

Eva Haller: Bei der Ausstellung „Externer Link: Mit Davidstern und Lederhose“ verfolgen wir einen anderen Ansatz in der Erinnerungsarbeit. Statt nur an das Negative zu erinnern, möchten wir das Verbindende, Positive und Schöne zeigen. Dabei präsentieren wir jüdische Identität sowohl als religiöse Zugehörigkeit als auch als Teil der bayerischen und deutschen Gesellschaft. Unser Grundprinzip ist: Jüdische Geschichte ist auch Heimatgeschichte. Über die Jahrhunderte haben jüdische Menschen wesentlich zur Kultur, Literatur, Kunstgeschichte und Musik beigetragen – in Bayern, Preußen oder anderswo. Die Ausstellung macht diese Zusammenhänge sichtbar und vermittelt, dass jüdisches Leben untrennbar mit der Geschichte des Landes verbunden ist.

Sharon Adler: 2013 hat die EJKA das ersteExterner Link: jüdische Medienkompetenzzentrum gegründet. Kannst du dazu etwas über die Schwerpunkte, Themen und die Vermittlung von Medienkompetenz für junge Menschen erzählen?

Eva Haller: Das Jüdische Zentrum für Medienkompetenz widmet sich gezielt der Stärkung jüdischer Stimmen und Themen in der Öffentlichkeit und der medialen Auseinandersetzung mit Antisemitismus. Damit reagierte die EJKA auf die Herausforderungen der digitalen Medienwelt und auf antisemitische Kampagnen in sozialen Netzwerken. Ein frühes Projekt war das schon erwähnte „jung – jüdisch – bayerisch“. Ziel war es, Jugendliche zu verantwortungsvollen, aktiven Mediennutzern auszubilden. Dokumentationen und Publikationen aus diesen Projekten sind im Archiv und auf der Externer Link: Webseite der EJKA verfügbar.

Das Zentrum führt Workshops und Projekte zu Themen wie Judentum, jüdische Geschichte, Antisemitismus- und Rassismusprävention durch – von Websites, Fotografie, Film/Video und Apps bis hin zu Radio. Ziel ist es, Medienkompetenz zu vermitteln, nachhaltige Veränderungen in Perspektiven und Einstellungen zu bewirken, Toleranz zu fördern, Sensibilität für gesellschaftliche Minderheiten zu entwickeln und die Fähigkeit zu stärken, medial vermittelte Inhalte kritisch einzuordnen. Dauer und Umfang der Angebote sind flexibel, von kurzen Workshops bis zu längerfristigen Projekten, inklusive aller notwendigen Medienressourcen. Innerhalb des Zentrums gibt es zudem das Jüdische Medienforum, ein Netzwerkformat für junge Medienschaffende.

Sharon Adler: Gibt es bei EJKA auch Projekte, die sich an Frauen richten?

Eva Haller: Das Projekt „FrauenInsel – Frauen(T)Räume“ richtet sich an alle Frauen, unabhängig von ihrem sozialen oder kulturellen Hintergrund. Wie bei unseren Bildungsprojekten ist auch hier das Prinzip ein Safe Space, in dem spezifische Frauenthemen behandelt werden. Wir sprechen zum Beispiel über den Umgang mit Tod und Verlust, insbesondere für Frauen aus Krisen- oder Kriegsgebieten wie der Ukraine oder Israel, über Einsamkeit, Frauenfinanzen, Altersarmut, Gesundheit, Gleichstellung, den Gender Pay Gap oder Femizide.

Ein spezieller Teil ist das Projekt „Shalom Ukraine“, das jüdische und nicht-jüdische Flüchtlinge unterstützt. Seit 2019 begleiten wir diese Gruppe, die sehr engagiert ist: Kinder lernen in kürzester Zeit Deutsch, gründen Literaturclubs, drehen eigene Filme – sogar mit Filmpreisen in New York – und organisieren Ausstellungen. Die Unterstützung ist innerjüdisch, aber das Angebot ist offen für alle, nicht nur für jüdische Frauen.

Sharon Adler: Die EJKA verleiht seit 2017 alle zwei Jahre denExterner Link: Janusz-Korczak-Preis für Menschlichkeit, 2025 wurde dieser an Marie-Agnes Strack-Zimmermann vergeben. Welche ihrer Verdienste für die jüdische Gemeinschaft möchtest du hervorheben?

Eva Haller: Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist eine Frau, die für Haltung, Klarheit und ein konsequentes, unermüdliches Engagement gegen Antisemitismus und für die Verteidigung demokratischer Grundwerte steht. Sie bezieht öffentlich Stellung und spricht, wenn andere schweigen – auch dann, wenn es unbequem ist. Dieses klare Eintreten für Menschlichkeit, Verantwortung und Solidarität macht sie zu einer würdigen Preisträgerin des Janusz-Korczak-Preises.

Jüdisches Leben in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023

Eva Haller sagt über die Entwicklung antisemitischer Vorfälle und die Situation jüdischen Lebens in Deutschland: „In den vergangenen Jahren nehme ich verschiedene Formen von Antisemitismus wahr, vor allem ein verstärktes ‚Ja, aber‘-Phänomen. Hinzu kommen physische Bedrohungen, ein Rückzug aus dem öffentlichen Raum und die Belastung langjähriger Freundschaften – sowohl auf institutioneller als auch auf persönlicher Ebene.“

(© Sharon Adler/PIXELMEER, 2025)

Sharon Adler: Laut den Analysen von Externer Link: RIAS zu „Israelbezogenem Antisemitismus in Bayern“ und den Jahresberichten zu antisemitischen Vorfällen wurden 2024 doppelt so viele Vorfälle wie im Vorjahr gemeldet. Wie beurteilst du diese Entwicklung?

Eva Haller: Der 7. Oktober war für uns alle eine Zäsur. Anfangs war Solidarität spürbar, doch das kippte schnell und es folgten extreme Aussagen über „Genozid“ und „Kindermörder“. Besonders schockierend war für uns die fehlende Reaktion vieler Frauenverbände – wo ist die Me-Too-Bewegung, wo der Aufschrei der LGBTQ-Community? Wir spüren eine gezielte Unterwanderung durch islamistische Propaganda.

Gemeinden und Einzelpersonen sind deutlich betroffen, aber es gibt regionale Unterschiede: In Berlin ist die Lage sehr angespannt, in München etwas abgeschwächt, da Behörden und Polizei genauer hinschauen. Heute Abend findet in München eine große Pro-Palästina-Demonstration in der Nähe der Synagoge statt. Kirchen und andere Institutionen rufen zum Schutz der Synagoge auf.

In den vergangenen Jahren nehme ich verschiedene Formen von Antisemitismus wahr, vor allem ein verstärktes „Ja, aber“-Phänomen. Hinzu kommen physische Bedrohungen, ein Rückzug aus dem öffentlichen Raum und die Belastung langjähriger Freundschaften – sowohl auf institutioneller als auch auf persönlicher Ebene.

Sharon Adler: Welche Veränderungen hast du persönlich seit dem 7. Oktober 2023 erlebt?

Eva Haller: Seitdem hat sich für mich im Alltag einiges verändert. Besonders auffällig ist für mich dieses ständige „Ja, aber“ in Gesprächen – oft verbunden mit wenig tatsächlichem Wissen. Ich erlebe viel unkritische Medienübernahme und pauschales Medien-Bashing, vor allem in sozialen Netzwerken wie TikTok, die einen starken Einfluss auf junge Menschen haben und aus meiner Sicht eher vergiften als aufklären.

Ich bin vorsichtiger geworden: Ich überlege genauer, wohin ich gehe, und schaue mich bewusster um. Der Rückzug betrifft nicht nur mein Inneres, sondern auch meinen Freundeskreis. Gleichzeitig haben sich meine Wahrnehmung und meine Aufmerksamkeit geschärft – sowohl im Alltag als auch im Dialog mit anderen. Sharon Adler: Wie nimmst du das jüdische Leben in Deutschland heute wahr – insbesondere im Hinblick auf Sicherheit und Selbstverständnis?

Eva Haller: Unter Vorbehalt. Veranstaltungen, Schulen, Gemeinden und Kindergärten müssen stets unter Sicherheitsaspekten gedacht werden. Es ist nicht selbstverständlich, eine Synagoge so unbefangen zu betreten wie eine Kirche oder eine Moschee. In eine Moschee kann man in der Regel ohne Bedrohung hineingehen, dort gibt es keine Sicherheitskontrollen am Eingang. Wenn ich eine Synagoge betrete, muss ich, wie alle anderen, die ein offizielles jüdisches Gebäude oder eine Synagoge betreten, durch eine Sicherheitsschleuse.

Sharon Adler: Wie beurteilst du als Journalistin die Berichterstattung über Israel in den deutschen Medien seit dem 7. Oktober 2023?

Eva Haller: Ich empfinde die Berichterstattung als wenig ausgewogen und wünsche mir mehr Recherche und mehr Fairness. Häufig beginnen Beiträge sofort mit einem negativen Bild. Wenn es um Gaza geht, sieht man regelmäßig hungernde Kinder und Frauen. Nicht gezeigt wird zum Beispiel, wenn israelische Soldaten Menschen vor der Hamas schützen. Das ist aus meiner Sicht nicht ausgewogen. Medien suchen nach Aufhängern, die Aufmerksamkeit erzeugen, und greifen dabei immer wieder auf dieselben Bilder zurück. Sie täten gut daran, nicht zusätzlich Hass zu schüren.

Sharon Adler: Du hältst Vorträge vor Schülerinnen und Schüler zum Thema „Jüdische Kultur, Tradition und Lebensalltag“. Welche Aspekte des Judentums möchtest du dabei besonders vermitteln?

Für ihr gesellschaftliches Engagement, insbesondere in der Vermittlung jüdischer Kultur in Schulen und im öffentlichen Raum, wurde Eva Haller mehrfach öffentlich gewürdigt. Am 11.2.2026 wird die Präsidentin der Europäischen Janusz Korczak Akademie e. V. (EJKA) mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2025)

Eva Haller: Mir geht es darum, das Befremdliche und vermeintlich Andersartige abzubauen und das Verbindende sichtbar zu machen. Alle drei Religionen sind monotheistisch und basieren auf den Zehn Geboten, die für uns alle gelten. Darauf möchte ich den Fokus legen: auf das Gemeinsame, auf die Werte, die uns eigentlich alle begleiten sollten. Nicht auf das Trennende, sondern auf das Verbindende.

Dazu gehört auch das ethische Prinzip des Tikkun Olam, das im Judentum festgeschrieben und im Grunde ein universelles Gebot ist. Jede und jeder Einzelne kann im eigenen, kleinen Rahmen und nach den eigenen Möglichkeiten ein Tropfen im großen Ozean sein. Diese vielen kleinen Tropfen gemeinsam können etwas verändern. Diese Kraft hat jede und jeder von uns – und jede und jeder sollte diesen Auftrag für sich annehmen.

Interner Link: Zur Vita von Eva Haller >>

Zitierweise: „Eva Haller: 'Mir geht es darum, das Verbindende sichtbar zu machen'“, Interview mit Eva Haller, in: Deutschland Archiv, 8.1.2026, Link: www.bpb.de/574281(ali)

Fussnoten

Fußnoten

  1. Jewish Agency for Israel (Hebräisch: Ha Sochnut). Die JA wurde 1921 als Organisation der Zionistischen Weltorganisation (ZWO) gegründet. Sie war die Interessenvertretung der in Palästina lebenden Juden und Jüdinnen unter der britischen Mandatsregierung, zunächst vor dem Völkerbund und ab 1947 vor den Vereinten Nationen. Nach der Gründung Israels am 15.5.1948 wurde die JA in Zusammenarbeit mit der ZWO zum Bindeglied zwischen Israel und den in der Diaspora lebenden Juden und Jüdinnen. www.jewishagency.org, zuletzt aufgerufen am 28.9.2025.

  2. HIAS („Hebrew Immigrant Aid Society“) ist eine 1881 in New York gegründete jüdische humanitäre Hilfs‑ und Flüchtlingsorganisation. Siehe: https://www.hiasfoundation.org/, zuletzt aufgerufen am 19.12.2025.

  3. Deutsch: als ob sie der Blitz getroffen hätte oder Blitzschlag.

  4. Czernowitz liegt in der heutigen Westukraine.

  5. https://www.ejka.org/, zuletzt abgerufen am 15.12.2025.

  6. Janusz Korczak (1878 oder 1879-1942, eigentlich Henryk Goldszmit) war Arzt, Pädagoge und Autor. Er gilt als Vorreiter der Kinderrechte. In Warschau leitete er ab 1911 das jüdische Waisenhaus Dom Sierot, in dem er mit seiner „Pädagogik der Achtung“ radikale pädagogische Reformen umsetzte. Nach zwei Besuchen im Mandatsgebiet Palästina in den Dreißigerjahren kehrte Korczak jeweils nach Polen zurück. Nach dem Überfall der Deutschen wurde sein Waisenhaus ins Warschauer Ghetto verlegt, wo er für die Kinder unter größten Mühen eine Art Alltag aufrechterhielt. Angebote, sich selbst zu retten, schlug er aus. Am 2.8.1942 wurden Janusz Korczak, die Erzieherin Stefania Wilczynska und etwa 200 Kinder von SS-Truppen zum Umschlagplatz des Warschauer Ghettos getrieben und ins Vernichtungslager Treblinka abtransportiert. https://www.ejka.org/wp-content/uploads/PDF-uber-Korzcak.pdf, zuletzt aufgerufen am 15.7.2025.

  7. Deutsch: „Irenas Gelübde“.

  8. „FrauenInsel – Frauen(T)Räume“ ist ein „Safe Space“-Projekt unter anderem für Frauen aus Krisen- und Kriegsgebieten. https://www.ejka.org/projekte/fraueninsel/, zuletzt abgerufen am 15.12.2025.

  9. Tikkun Olam, Hebräisch: Vervollkommnung der Welt.

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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autoren/-innen: Eva Haller, Sharon Adler für Deutschlandarchiv/bpb.de

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wurde 1948 im rumänischen Timișoara (deutsch Temeswar) geboren. Sie ist Publizistin, Vermittlerin und Ehrenamtsträgerin im Bereich jüdischer Bildungs-, Kultur- und Dialogarbeit. Haller studierte Journalismus, Linguistik sowie romanische und semitische Sprachen in New York, Brüssel und Tel Aviv und war Mitgründerin sowie Korrespondentin für Radio Judaïca. 2006 zog sie von Italien nach München und war dort bis 2009 in der Jugendabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde tätig. Seit 2009 ist sie Präsidentin der Europäischen Janusz Korczak Akademie e. V. (EJKA), die Bildungs-, Begegnungs- und Austauschprogramme durchführt. Eva Haller ist in der Vergabe des Janusz-Korczak-Preises für Menschlichkeit aktiv. Für ihr Engagement wurde sie u. a. 2018 mit der Medaille „München leuchtet“ ausgezeichnet. Interner Link: Mehr Informationen zu Eva Haller >>

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"