Beleuchteter Reichstag

9.11.2021 | Von:
Eine Zusammenstellung der Redaktion Deutschland Archiv

9. November 1989. Der Mauerfall aus vielen Perspektiven

Wie kam es zum Mauerfall am 9. November 1989? Oder war es ein Mauer-Sturz? Dieses Beitragspaket bündelt mehrere Sichtweisen - aus Wissenschaft, Medien, Kultur und Politik. Fotoserien und Videodokumente ergänzen das Mini-Dossier und ermöglichen eine facettenreiche "Zeitreise" 32 Jahre zurück.

Tanz auf der Mauer vorm Brandenburger Tor am 10.11.1989Eine Maueröffnung hatte sich der SED-Staat anders vorgestellt - allenfalls gegen Devisen. Tanz auf der Berliner Mauer vorm Brandenburger Tor am 10.11.1989. (© Holger Kulick)

  • Ohne die Friedliche Revolution wäre die Maueröffnung nie möglich geworden. Ein filmischer Rückblick auf die vorentscheidenden Wochen im Oktober 1989.

  • 9. November 1989, 23.20 Uhr im Grenzübergang Bornholmer Straße. Die Mauer ist offen.9. November 1989, 23.20 Uhr im Grenzübergang Bornholmer Straße. Die Mauer ist offen. (© Spiegel-TV)
    Die eigentlichen Maueröffner waren jene Menschen, die am Abend des 9. November 1989 ohne jede Angst den Grenzübergang Bornholmer Straße stürmten. Georg Mascolo vom Spiegel hat das damals exclusiv gefilmt. Hier sein unkommentiertes Drehmaterialund ergänzend eine Text-Reportage.

  • Es war kein Mauerfall, sondern ein Mauersturz rekonstruiert Prof. Rainer Eckert aus Leipzig den Weg zum 9. November und begründet, warum.

  • Beginn der Demontage des Grenzzauns nahe Nickelsdorf (Österreich) und Hegyeshalom (Ungarn) am 2. Mai 1989 durch ungarische Grenzer.Beginn der Demontage des Grenzzauns nahe Nickelsdorf (Österreich) und Hegyeshalom (Ungarn) am 2. Mai 1989 durch ungarische Grenzer. (© picture-alliance, Votava)
  • Der ehemalige Osteuropa-Korrespondent des ZDF, Joachim Jauer, hält nicht den 9. November für den Tag der Maueröffnung, sondern den 2. Mai 1989, als in Ungarn der "Eiserne Vorhang" fiel. Gorbatschow habe dem zugestimmt und die DDR-Regierung habe die Dimension dieses Schrittes nicht begriffen.

  • Der letzte SED-Generalsekretär Egon Krenz beschreibt, wie es aus seiner Sicht zum Mauerabbau kam und zur Order "Schlagbäume hoch". Er beschreibt auch, welche Rolle der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow dabei spielte.

  • Der Historiker Gerhard Sälter von der Stiftung Berliner Mauer verdeutlicht, warum mit der Mauer das gesamte Machtsystem der SED zerbrach. Denn nun fehlte dem Regime der Halt - ein Repressionskurs war nicht mehr möglich.

  • Video: Mehrere namhafte Zeitzeuginnen und Zeitzeugen berichten wie sie den 9. November erlebten, darunter auch die Verfasser der auslösenden DDR-Reiseregelung und eine entscheidende Stimme aus der damaligen sowjetischen Botschaft in Ost-Berlin. Ein Beitrag vom 9.11.1999 aus Video-Icon 3sat-Kulturzeit.
    Kulturzeit: Akteure und Augenzeugen des 9. November '89.


    Mühlenstraße in Friedrichshain, 1987. Heute verläuft hier die East Side Gallery.Mühlenstraße in Friedrichshain, 1987. Heute verläuft hier die East Side Gallery. (© Detlef Matthes)
  • Fotodokumentation: Bevor die Mauer fiel, war es in Ost-Berlin nicht leicht, sich ihr zu nähern, im Gegenteil. Es bestand Lebensgefahr. Der Ost-Berliner Fotograf Detlef Matthes hat es trotzdem jahrelang versucht. Hier sind 30 seiner Schwarz-Weiß-Bilder und deren Geschichte.

  • Auch 32 Jahre nach dem Mauerfall ist die Frage, wie viele Menschen dem DDR-Grenzregime zum Opfer gefallen sind, Gegenstand einer wissenschaftlichen Kontroverse. Wer und ab wann wird gezählt? Dazu zwei gegensätzliche Positionen.

  • 28 Jahre Mauer-Alltag, beschrieben vom Zeitzeugen Jörg Hildebrandt. Ein Denkanstoß aus der Berliner Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße - auch mit Blick auf neue Mauern der Gegenwart.

  • Mutiges Transparent am 4.11.1989 in Ost-Berlin: "Mauer ins Museum".Transparent am 4.11.1989 in Ost-Berlin. (© bpb-DVD Feindbilder)
  • Ein MfS-Dokument aus dem Herbst '89 dokumentiert über 1.200 Parolen der Friedlichen Revolution, darunter mehr als hundert zum Thema Mauerfall und Wiedervereinigung, zum Beispiel: "Grenzenlose Freiheit!", "Egon reiß die Mauer ein, unser Staat braucht jeden Stein!", "Ausreisefreiheit!" oder "Die Mauer muss weg, sonst hat die Demokratie keinen Zweck!".

  • Die Mauer aus Stasi-Perspektive. Als die innerdeutsche Grenze noch existierte, wurde jedes Vorkommnis auf Ost- und Westseite von der Stasi protokolliert. Hier das Video aus der bpb-DVD "Feindbilder". (Leider erst 2022 wieder online verfügbar).

  • Die Maueröffnung war nur eine Frage der Zeit, denn die DDR war bankrott. Sie wollte sich bereits die Maueröffnung "erkaufen". Eine Analyse von Hans-Hermann Hertle.

  • Ab Frühjahr 2022 im Angebot des Deutschland Archivs: Rund 100 TV-Beiträge des politischen ZDF-Magazins "Kennzeichen D" aus den Jahren 1971 bis 2001 zeichnen die Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen und der innenpolitischen Lage in der DDR bis zum Mauerfall nach.Ab Frühjahr 2022 im Angebot des Deutschland Archivs: Rund 100 TV-Beiträge des politischen ZDF-Magazins "Kennzeichen D" aus den Jahren 1971 bis 2001 zeichnen die Entwicklung der deutsch-deutschen Beziehungen und der innenpolitischen Lage in der DDR bis zum Mauerfall nach. (© bpb / Kulick)
  • Fernseh-Zeitreise: Ausgewählte TV-Beiträge auf dem Weg zum Mauerfall aus dem ehemaligen deutsch-deutschen ZDF-Fernsehmagazin "Video-Icon Kennzeichen D". Unter diesem Link ist zunächst die Sendung vom Vortag des 9. November 1989 zu sehen. Sie macht die angespannte Stimmung damals deutlich und lässt aufhorchen. Denn West-Berlins damaliger Regierender Bürgermeister Walter Momper sagt am Tag vor dem Mauerfall einen endlosen Besucherstrom aus Ost-Berlin voraus und dass sich West-Berlin bereits intensiv darauf vorbereitet.

  • Erinnerung an den Mauerfall, East Side Gallery, Berlin 2020. Das Bildmotiv des Berliner Künstlers Kani Alavi aus dem Jahr 1990 heißt: "Es geschah im November"Erinnerung an den Mauerfall, East Side Gallery, Berlin 2020. Das Bildmotiv des Berliner Künstlers Kani Alavi aus dem Jahr 1990 heißt: "Es geschah im November" (© bpb/H.Kulick)
  • Die Linguisten Prof. Norbert Dittmar und Dr. Christine Paul von der FU Berlin machen anhand von 100 Audiodateien aus den Monaten nach der Maueröffnung deutlich, welche Hoffnungen und welche Ängste die Entwicklung damals für Ost-Berlinerinnen und Berliner mit sich brachte. Nach dem Mauerfall hatten Sie Ost-Lehrerinnen und Lehrer mit dem West-Schulsystem vertraut gemacht und sie gebeten, mit ganz normalen Menschen Tonband-Interviews zu deutsch-deutschen Seelenlage zu führen. Ein zeithistorischer Audioschatz.

  • Satire: In den Jahren vor dem Mauerfall verlor die Mauer auf ihrer Westseite zunehmend an Respekt und wurde zur Graffiti-Fläche. Und im "West-Fernsehen" fand sogar Satire über den drohenden Mauer-Verfall einen Platz. Ein kurzer Beitrag aus dem Januar 1988, damals gezeigt im Video-Icon ZDF-Länderspiegel.
  • Mauerrest im Süden Berlins 1991 - es steht nur noch ein Gerippe.Mauerrest im Süden Berlins 1991. (© Holger Kulick)

  • Ergänzend: Die Chronik der Mauer. Ein weiteres Info-Paket der bpb.

  • Im Blick zurück. Ein Fotoalbum Erich Mielkes - Nachts beim Mauerbau 1961.

  • Die Mauer. 1961 bis 2021. Bildmontagen und eine Animation.

  • Was geschah seitdem? (Ost)Deutschlands Weg 1989 bis 2021. Ein bpb-Buchtipp.



  • Deutschland Archiv

    Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
    Messenger-Projekt

    Der Mauerfall und ich

    Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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    Die Mauer. 1961 bis 2021

    Bildmontagen und eine VR-Animation

    Anlässlich des 60. Jahrestags des Mauerbaus erinnert das Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb mit 46 Bildmontagen und einer Virtual-Reality-Animation an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

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    Themenseite

    60 Jahre Mauerbau

    Die Berliner Mauer trennte mehr als 28 Jahre lang Ost und West. Sie ist zum Symbol der konfliktreich verkanteten Nachkriegsordnung der Alliierten geworden. Zwischen 1961 und 1989 wurden mindestens 140 Menschen an der Berliner Mauer getötet oder kamen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem DDR-Grenzregime ums Leben. Darüber hinaus verstarben mindestens 251 Reisende aus Ost und West vor, während oder nach Kontrollen an Berliner Grenzübergängen. In diesen Angaben nicht erfasst ist die unbekannte Anzahl von Menschen, die aus Kummer und Verzweiflung über die Auswirkungen des Mauerbaus auf ihre individuellen Lebensverhältnisse starben.


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    NEU: "(Ost)Deutschlands Weg 1989-2021". 80 Studien zur Lage des Landes

    Ein Mosaik der (ost)deutschen Transformationsgeschichte von 1989/90 bis in die Gegenwart. Mit Texten von Ilko-Sascha Kowalczuk, Krisztina Slachta, Jens Reich, Marianne Birthler, Hans Modrow, Steffen Mau, Antonie Rietzschel, Andreas Zick, Esther Dischereit, Bernd Wagner, Naika Foroutan, Raj Kollmorgen und 70 weiteren AutorInnen. Der Doppelband mit 1.350 Seiten und zahlreichen Fotos kostet 7 Euro im Angebot der bpb.

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    Videoreportagen

    Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

    Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

    Jetzt ansehen

    Chronik der Mauer

    Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

    Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

    Themenseite

    30 Jahre Mauerfall

    Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

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    Deutschlandarchiv bei Twitter

    Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

    31 Bildmontagen des Berliner Fotografen und Designers, Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, zeigen, dass bei Kriegsende im Mai 1945 in der Stadt kaum ein Stein mehr auf dem anderen stand. Die Bildmontagen rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen und Schuttberge aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

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    Dossier

    Stasi

    Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

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    Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

    jugendopposition.de

    Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

    Mehr lesen auf jugendopposition.de

    Online-Archiv

    www.wir-waren-so-frei.de

    Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

    Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

    Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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    13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

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    Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

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    Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

    Mehr lesen auf bpb.de

    Der Tag in der Geschichte

    • 6./ 7. Dez. 1947
      In Berlin tagt der 1.Deutsche Volkskongress, der aus Delegierten politischer Parteien und Organisationen besteht, z. T. auch aus den Westzonen. Als Instrument der SED-Bündnispolitik fordert er eine Volksabstimmung mit der Zielsetzung, die »demokratische... Weiter
    • 6. Dezember 1989
      Nach seinem Rücktritt als SED-Generalsekretär am . 3. 12. verzichtet Egon Krenz - wie öffentlich vielfach gefordert - auch auf den Vorsitz im Staatsrat und im Nationalen Verteidigungsrat, der sich faktisch auflöst. Der stellvertretende Staatsratsvorsitzende... Weiter
    • 6. Dezember 1992
      Asylkompromiss: Nach einem Verhandlungsmarathon in Bonn einigen sich CDU, CSU, FDP und SPD auf ein interfraktionelles Positionspapier zur Neuregelung des Asylgrundrechts. Sie soll den Schutz tatsächlich politisch Verfolgter gewährleisten und den Missbrauch... Weiter
    • 6. Dezember 1995
      Der Bundestag stimmt mit überwältigender Mehrheit (543 Ja-, 107 Neinstimmen, 6 Enthaltungen) der Entsendung von etwa 4 000 Bundeswehrsoldaten als Teil der rund 60 000 Mann starken internationalen Friedenstruppe (IFOR)für Bosnien-Herzegowina zu. Das deutsche... Weiter
    • 5./ 6. Dezember 1994
      Das KSZE-Gipfeltreffen in Budapest im Anschluss an das 5. Folgetreffen (10. 10.@- 2. 12. 1994) wird von Meinungsverschiedenheiten zwischen den 53 Teilnehmerstaaten überschattet. Russland lehnt die Osterweiterung der NATO ab und beteiligt sich vorerst nicht an... Weiter

    Messenger-Projekt

    Der Mauerfall und ich

    Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

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