Beleuchteter Reichstag

20.1.2020 | Von:
Maximilian Schochow
Florian Steger

Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen waren keine Prostituierten

In den geschlossenen Einrichtungen für Geschlechtskranke der SBZ und der DDR wurden Mädchen und Frauen häufig ohne medizinische Notwendigkeit zwangsweise zugeführt. Die Dies weisen die beiden Autoren anhand von Patientenakten nach.

Das Foto zeigt das Eingangsportal zum Verwaltungsgebäude in der Riebeckstraße 63 in Leipzig.Eingangsportal zum Verwaltungsgebäude in der Riebeckstraße 63 in Leipzig. (© Ann Katrin Düben)

Einleitung

Im Juni 1946 wurde in Leipzig-Thonberg ein Fürsorgeheim für Geschlechtskranke gegründet. Sechs Jahre später ging daraus eine geschlossene Venerologische Station des Stadtkrankenhauses Thonberg hervor, die bis August 1990 bestand. In solche Venerologische Einrichtungen wurden häufig Mädchen und Frauen ohne medizinische Indikation zwangseingewiesen, um sie im Sinne des sozialistischen Menschenbildes zu disziplinieren. Eine medizinische Behandlung der Frauen blieb meist aus. In den vergangenen Jahren waren diese Einrichtungen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR mehrfach Gegenstand von Forschungsarbeiten.[1] In diesem Zusammenhang konnten der Aufbau und die Funktion, der Alltag und die ärztliche Versorgung, die somatischen und psychischen Traumatisierungen sowie die Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in den Einrichtungen rekonstruiert werden.[2] Auf Grundlage dieser Forschungsarbeiten wandten sich mehrere ehemalige zwangseingewiesene Frauen an Landes- und Oberlandesgerichte und forderten eine strafrechtliche Rehabilitierung für die unrechtmäßigen Zwangseinweisungen in der DDR. Seit Sommer 2016 urteilten das Landesgericht Magdeburg und die Oberlandesgerichte von Dresden und Naumburg, dass die zwangsweise Unterbringung in den geschlossenen Venerologischen Stationen von Halle (Saale) und Leipzig-Thonberg rechtsstaatswidrig waren.[3]

Diese rechtskräftigen Urteile werden bis heute in der öffentlichen Debatte immer wieder ignoriert. Es wird behauptet, dass die Zwangseingewiesenen vor allem Prostituierte oder Personen waren, die häufig den Geschlechtspartner wechselten (HwG-Personen).[4] Auch in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den geschlossenen Venerologischen Einrichtungen in der SBZ und DDR wird suggeriert, die zwangseingewiesenen Mädchen und Frauen seien wegen Prostitution oder HwG-Verdacht festgesetzt worden.[5] Mit diesen Behauptungen wird eine Belastung und damit potentiell eine weitere Traumatisierung der ehemaligen zwangseingewiesenen Frauen billigend in Kauf genommen.

Zwar wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die geschlossenen Venerologischen Einrichtungen in der SBZ gegründet, um unter anderem die Prostitution zu bekämpfen. Für dieses Ziel standen die Befehle Nr. 25, 30 und 273 der Sowjetischen Militäradministration Deutschlands (SMAD), mit denen eine sofortige Zwangshospitalisierung von Prostituierten möglich war. Diese normativen Rahmenbedingungen wurden aber in der Praxis weder in der SBZ noch in der DDR uneingeschränkt umgesetzt.[6] Vielmehr deuten die bestehenden Forschungsergebnisse darauf hin, dass die normativen Rahmenbedingungen missachtet und in der Praxis vor allem sogenannte „Herumtreiberinnen“ zwangseingewiesen wurden. Diesen Mädchen und Frauen wurde vorgeworfen, dass sie trotz Arbeitsfähigkeit keiner Tätigkeit nachkämen.[7] Sie galten als asozial und sollten in den geschlossenen Venerologischen Einrichtungen zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ mit einer sozialistischen Arbeitsdisziplin, einem festen Charakter und gestähltem Körper erzogen werden.[8]

Um die Frage zu beantworten, wer in den geschlossenen Venerologischen Einrichtungen der SBZ und DDR zwangseingewiesen wurde, haben wir die Patientenakten der geschlossenen Venerologischen Einrichtungen von Leipzig-Thonberg ausgewertet.[9] Anhand der Patientenakten diskutieren wir im Folgenden vier Fragen: 1. Wer wurde in die geschlossenen Venerologischen Einrichtungen in der SBZ und DDR zwangseingewiesen? 2. Wie hoch war der Anteil derjenigen, die tatsächlich geschlechtskrank waren? 3. Wie alt waren die Zwangseingewiesenen? 4. Wie häufig wurden diese Mädchen und Frauen zwangsweise zugeführt?

Material und Methode

Die Patientenakten der geschlossenen Venerologischen Einrichtungen Leipzig-Thonberg befinden sich im Stadtarchiv Leipzig unter der Signatur „Bestand KH Dösen Haut+G“ und umfassen die Jahre 1946 bis 1990. Damit sind in den Patientenakten die Situation im geschlossenen Fürsorgeheim für Geschlechtskranke und die Situation in der geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg dokumentiert. Der Umfang des Bestandes beträgt etwa 5.000 Patientenakten, die alphabetisch nach den Familiennamen der Zwangseingewiesenen sortiert sind. Wir haben aus den Patientenakten eine Stichprobe gezogen. Darin wurden Akten mit dem Familiennamen „B“, „C“, „D“, „E“, „M“ und „W“ einbezogen. Wir haben 1.474‬ Akten gesichtet und ausgewertet, was etwa 30 Prozent des Gesamtbestandes entspricht.

Im Rahmen der Analyse haben wir die Patientenakten historisch-kritisch analysiert. Für die Auswertung wurden das Geburtsdatum der Zwangseingewiesenen, das Datum der Zwangseinweisung bzw. der Entlassung, die Begründung für die Zwangseinweisung und die Art der Behandlung aus den Patientenakten aufgenommen. Aus den Begründungen für die Zwangseinweisungen, die im Formular „Meldung über Beendigung einer stationären Behandlung“ dokumentiert sind, haben wir fünf Personengruppen gebildet und in Tabelle 1 dargestellt:

Tabelle 1: Personengruppen und Beschreibungen

PersonengruppenBeschreibungen in den Patientenakten
Geschlechtskranke– Infektionsquelle, säumige Infektionsquelle
– Nachkontrolle, säumige Nachkontrolle
– Gonorrhoe, Verdacht auf Gonorrhoe
– Gonorrhoe und Syphilis, Verdacht auf Gonorrhoe und Syphilis
– Syphilis, Verdacht auf Syphilis
Herumtreiberinnen– Arbeitsbummelei
– Herumtreiberei
– Umhertreiberei
HwG-Personen– Häufig wechselnder Geschlechtspartner
– säumige HwG-Person
– Verdacht auf HwG
Prostituierte– Geschlechtsverkehr gegen Bezahlung
– Heimliche Prostituierte
– Prostituierte
– Verdacht auf Prostitution
– Verdacht der gewerbsmäßigen Unzucht
Sonstige– Dauerausreißerei
– Geschlechtsverkehr in Karenzzeit
– Häftling
– Keine Angaben
Die Auswertung der Patientenakten haben wir nach zwei Zeiträumen getrennt durchgeführt. Der erste Untersuchungszeitraum (Juni 1946 bis Februar 1961) bezieht sich auf die Gültigkeit der SMAD-Befehle 30 und 273.[10] Der zweite Untersuchungszeitraum (März 1961 bis August 1990) bezieht sich auf die Gültigkeit der „Verordnung zur Verhütung und Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten“ der DDR.[11]

Verteilung der Personengruppen

Die Auswertung der Patientenakten für die beiden Zeiträume hat eine prozentuale Verteilung der zwangseingewiesenen Personengruppen ergeben, die in der Graphik 1 dargestellt wird.

Graphik 1: Prozentuale Verteilung der Zwangseinweisungen für die Zeiträume Juni 1946 bis Februar 1961 und März 1961 bis August 1990 (Angaben in Prozent)Graphik 1: Prozentuale Verteilung der Zwangseinweisungen für die Zeiträume Juni 1946 bis Februar 1961 und März 1961 bis August 1990 (Angaben in Prozent) (© Maximilian Schochow und Florian Steger)

Der durchschnittliche Anteil der Prostituierten unter den Zwangseingewiesenen befindet sich in beiden Zeiträumen mit 2 bis 3 Prozent auf einem sehr geringen Niveau und verändert sich kaum. Auch der niedrige durchschnittliche Anteil der HwG-Personen steigt nur geringfügig von 8 auf 10 Prozent. Besonders deutlich sind die Veränderungen bei den sogenannten Herumtreiberinnen, deren Anteil von 4 auf 52 Prozent steigt, sowie den Geschlechtskranken, deren Anteil von durchschnittlich 81 Prozent im ersten auf 29 Prozent im zweiten Untersuchungszeitraum sinkt. Diese Entwicklung zeigt sich wesentlich deutlicher im zeitlichen Verlauf von 1946 bis 1990 in Graphik 2.

Graphik 2: Prozentuale Verteilung der Zwangseinweisungen Juni 1949 bis August 1990 (Angaben in Prozent)Graphik 2: Prozentuale Verteilung der Zwangseinweisungen Juni 1949 bis August 1990 (Angaben in Prozent) (© Maximilian Schochow und Florian Steger)

Es wird deutlich, dass die bis in die Gegenwart hinein formulierte Behauptung, in den geschlossenen Venerologischen Einrichtungen der SBZ und DDR wären vor allem Prostituierte und HwG-Personen zwangseingewiesen worden, für das Fürsorgeheim für Geschlechtskranke und die geschlossene Venerologische Station Leipzig-Thonberg nicht haltbar ist. Die Auswertung der Patientenakten zeigt, dass sowohl im ersten als auch im zweiten Zeitraum die Zahl der Prostituierten und HwG-Personen unter den Zwangseingewiesenen sehr gering ist. Auch für die weiteren geschlossenen Venerologischen Einrichtungen ist ein ähnlicher Trend anzunehmen.

Dass diese beiden Personengruppen nicht identisch sind, wird anhand der Beschreibungen in den Patientenakten deutlich. Als Prostituierte wurden Frauen bezeichnet, die Geschlechtsverkehr gegen Bezahlung oder als gewerbsmäßige Unzucht betrieben. Bei den HwG-Personen wurde die Bezahlung oder der Gelderwerb nicht erwähnt. Stattdessen findet sich in den Protokollen zu den Sitzungen des Beirats zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten eine Definition von HwG-Personen, die in Leipzig angewandt wurde. Die Leipziger Bezirks- und Kreisbeauftragte zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten Dr. Paula Bittner-Pietsch, definierte HwG-Personen als solche, die: „1. mindestens drei verschiedene Infektionsquellen angeben. 2. zwei- oder mehrmals als Infektionsquelle gemeldet werden. 3. von der Besatzungsmacht als Inf.-Quelle angegeben werden. 4. wiederholt die Inf.-Qu. nicht nennen können, 5. denen häufig wechselnder Geschlechtsverkehr nachgewiesen werden kann, (als häufig wechselnder Geschlechtsverkehr muß angesehen werden, wenn ungefähr innerhalb eines Monats drei verschiedene Partner infrage kommen). 6. Es können auch Personen auf die HwG-Liste gesetzt werden, die in den Verdacht kommen, häufig wechselnden Geschlechtsverkehr auszuüben.“[12]

Das Kriterium zur Bestimmung von HwG-Personen, drei verschiedene Partner in einem Monat, findet sich auch in den 1950er Jahren.[13] Erst in den 1960er Jahren wird die Definition von Bittner-Pietsch modifiziert. Nun wurden diejenigen als HwG-Personen bezeichnet, bei denen ein „ständiger schneller Wechsel und absolute Wahllosigkeit hinsichtlich des jeweiligen Partners“ zu beobachten war.[14] Unter schnellem Wechsel wurden vier verschiedene Partner in drei Monaten verstanden.[15] Die hauptsächlichen Personengruppen, die in Leipzig-Thonberg zwangseingewiesen wurden, waren im ersten Zeitraum (Juni 1946 bis Februar 1961) Frauen mit einer Geschlechtskrankheit (81 Prozent) und im zweiten Zeitraum (März 1961 bis August 1990) sogenannte Herumtreiberinnen (52 Prozent). Seit Anfang der 1970er Jahre waren sogar mehr als 60 Prozent aller Zwangseinweisungen mit der Begründung „Herumtreiberei“ erfolgt (siehe Graphik 2).

Zu der Veränderung der Personengruppen seit den 1960er Jahren kam es durch die neue Funktion der geschlossenen Venerologischen Einrichtungen in der DDR. Im ersten Zeitraum wurden in den Einrichtungen vor allem Zwangsbehandlungen von Geschlechtskranken durchgeführt. Im zweiten Zeitraum stand in den Einrichtungen die Erziehung der Zwangseingewiesenen im Vordergrund.[16] Beispielsweise wurde in der Hausordnung der geschlossenen Venerologischen Station in Halle (Saale) aus dem Jahr 1963 die Erziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“ als Primärfunktion der Einrichtung und die Therapie von Geschlechtskrankheiten als Sekundärfunktion aufgeführt.[17] 1972 wurde der geschlossenen Venerologischen Station in Erfurt ausdrücklich ein von einem Pädagogen geleitetes Bildungsprogramm vorgeschrieben.[18] Hintergrund für diese Entwicklung war die Umsetzung der „Zehn Gebote der sozialistischen Moral und Ethik“. Diese wurden 1963 in das Programm der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) aufgenommen und galten als Grundlage für die Bildung zur „sozialistischen Persönlichkeit“. Die Gebote zielten unter anderem darauf ab, die Gesundheit der Menschen zu gewährleisten, sie zu einem geordneten Verhalten zu erziehen und die Sozialhygiene zu verbessern.[19] Die Einrichtungen dienten nicht mehr primär der Therapie, sondern der Erziehung von sogenannten Herumtreiberinnen.

Während die Zwangseinweisung von Geschlechtskranken oder HwG-Personen durch die SMAD-Befehle Nr. 30 und 273 sowie durch die DDR-Verordnung zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten rechtlich legitimiert waren, entbehrten die Zwangseinweisungen von sogenannten Herumtreiberinnen jeglicher rechtlichen Grundlage. Einweisungen mit diesen Begründungen waren sowohl im ersten als auch im zweiten Untersuchungszeitraum rechtswidrig. Während der Anteil dieser rechtswidrigen Zwangseinweisungen zwischen Juni 1946 und Februar 1961 mit 4 Prozent relativ gering ausfällt, steigt ihr Anteil zwischen März 1961 und August 1990 auf durchschnittlich 52 Prozent an. Damit ist der Hauptanteil der Zwangsweisungen nach 1961 rechtswidrig durchgeführt worden.

Bei der Verteilung der Personengruppen zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zu den geschlossenen Venerologischen Einrichtungen in West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland. Zwar ist ein direkter Vergleich mit diesen Einrichtungen nur teilweise möglich, da hierzu bisher kaum Daten vorliegen. Eine Ausnahme bildet aber die geschlossene Venerologische Station der Hautklinik der Freien Universität Berlin im Rudolf-Virchow-Krankenhaus, die 1954 eingerichtet wurde.[20] Zwischen Anfang März 1954 und Februar 1956 wurden in der geschlossenen Station von West-Berlin insgesamt 1.012 Zwangseinweisungen registriert. Davon waren etwa 70 bis 75 Prozent der Zwangseingewiesenen Prostituierte oder HwG-Personen.[21] Auch für andere geschlossene Venerologische Stationen in der Bundesrepublik Deutschland ist belegt, dass dort vor allem Prostituierte und HwG-Personen eingewiesen und behandelt wurden, beispielsweise in den Allgemeinen Krankenhäusern Hamburg-Langenhorn und Hamburg-Heidberg.[22] Gleiches gilt für die geschlossene Venerologische Station in München am Biederstein, wo in den 1950er Jahren Prostituierte eingewiesen wurden.[23]

Verteilung der Erkrankungen

Die ärztliche Versorgung der Zwangseingewiesenen ist in den Patientenakten im Formular „Behandlungsbogen“ dokumentiert. Dort finden sich auch Angaben zu den durchgeführten Therapien bei Gonorrhoe bzw. Syphilis. Die Auswertung der Patientenakten für die beiden Zeiträume ergibt folgende Verteilung, die in der Tabelle 2 dargestellt wird:

Tabelle 2: Verteilung durchgeführter Therapien für die Zeiträume Juni 1946 bis Februar 1961 und März 1961 bis August 1990

Angaben in absolut und Prozent

PersonengruppenTherapie bei Gonorrhoe
bzw. Syphilis
keine Therapiekeine Angaben
Gültigkeit der SMAD-Befehle, Juni 1946 – Februar 1961 (n=616)
Geschlechtskranke (n=500)414 (83 %)76 (15 %)10 (2 %)
Herumtreiberinnen (n=23)16 (70 %)6 (26 %)1 (4 %)
HwG-Personen (n=51)41 (80 %)5 (10 %)5 (10 %)
Prostituierte (n=11)7 (64 %)4 (36 %)
Sonstige (n=31)6 (20 %)15 (48 %)10 (32 %)
Gültigkeit der DDR-Verordnung, März 1961 – August 1990 (n=859)
Geschlechtskranke (n=249)111 (45 %)130 (52 %)8 (3 %)
Herumtreiberinnen (n=451)100 (22 %)333 (74 %)18 (4 %)
HwG-Personen (n=82)20 (24 %)55 (67 %)7 (9 %)
Prostituierte (n=25)14 (56 %)9 (36 %)2 (8 %)
Sonstige (n=52)6 (12 %)25 (48 %)21 (40 %)
Der Vergleich der beiden Zeiträume zeigt für die Gruppe der Prostituierten, dass der Anteil der durchgeführten Therapien in beiden Zeiträumen mit 64 Prozent bzw. 56 Prozent relativ hoch ist. Hingegen weisen die anderen Personengruppen, beispielsweise die HwG-Personen, eine Veränderung auf: Der Anteil der tatsächlich therapierten Geschlechtskrankheiten liegt zwischen Juni 1946 und Februar 1961 bei mehr als zwei Dritteln, während er zwischen März 1961 und August 1990 auf ein Drittel absinkt. Anders gewendet: Der Anteil der Personen, die keine Therapie erhalten, steigt von deutlich unter einem Drittel zwischen Juni 1946 und Februar 1961 auf fast zwei Drittel zwischen März 1961 und August 1990.

Zudem ergeben sich weitere Vergleichspunkte zwischen den geschlossenen Venerologischen Einrichtungen in der SBZ und DDR einerseits sowie den Einrichtungen in West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland andererseits. In der geschlossenen Venerologischen Station der Hautklinik der Freien Universität in West-Berlin hatten 59,3 Prozent der Zwangseingewiesenen eine Gonorrhoe und 7,3 Prozent eine Syphilis.[24] Entsprechend wurden in West-Berlin 66,6 Prozent der Zwangseingewiesenen wegen einer Geschlechtskrankheit behandelt. Dieser Anteil ist etwas geringer als in Leipzig-Thonberg im vergleichbaren Zeitraum.

Darüber hinaus wurde für Leipzig-Thonberg deutlich, dass der Anteil der durchgeführten Therapien deutlich sinkt und zwischen März 1961 und August 1990 bei lediglich einem Drittel liegt. An dieser Stelle ist ein Vergleich mit Zahlen aus der geschlossenen Venerologischen Station in Berlin-Buch möglich. Diese Station wurde 1971 gegründet.[25] Dort wurden zwischen Januar 1973 und Dezember 1975 insgesamt 376 Mädchen und Frauen zwangseingewiesen. Von den Zwangseingewiesenen hatten 3 (1 Prozent) eine Syphilis und 127 (34 Prozent) eine Gonorrhoe, die entsprechend therapiert wurden.[26] Dies entspricht etwa den durchschnittlich durchgeführten Therapien in Leipzig-Thonberg für den Zeitraum März 1961 bis August 1990.

Altersverteilung der Zwangseingewiesenen

In den Patientenakten sind das Geburtsdatum und das Datum der Zwangseinweisung vermerkt, so dass sich das Alter der Zwangseingewiesenen bei der Ersteinweisung ermitteln lässt. Die Auswertung für die beiden Zeiträume ergibt folgende Verteilung, die in der Tabelle 3 dargestellt wird:

Tabelle 3: Altersverteilung für die Zeiträume Juni 1946 bis Februar 1961 und März 1961 bis August 1990

Angaben in absolut und Prozent

PersonengruppenMinderjährigeVolljährigeDurchschnittsalter
Gültigkeit der SMAD-Befehle, Juni 1946 – Februar 1961 (n=386)
Geschlechtskranke (n=500)60 (12 %)440 (88 %)22 Jahre
Herumtreiberinnen (n=23)5 (22 %)18 (78 %)23 Jahre
HwG-Personen (n=51)6 (12 %)45 (88 %)24 Jahre
Prostituierte (n=11)11 (100 %)28 Jahre
Sonstige (n=31)2 (8 %)29 (92 %)23 Jahre
Gültigkeit der DDR-Verordnung, März 1961 – August 1990 (n=855)
Geschlechtskranke (n=249)77 (31 %)172 (69 %)21 Jahre
Herumtreiberinnen (n=451)235 (52 %)216 (48 %)19 Jahre
HwG-Personen (n=82)22 (27 %)60 (73 %)20 Jahre
Prostituierte (n=25)5 (20 %)20 (80 %)22 Jahre
Sonstige (n=52)22 (43 %)30 (57 %)20 Jahre
Während im ersten Zeitraum (Juni 1946 bis Februar 1961) das Durchschnittsalter mit 22,6 Jahren deutlich über der Grenze zur Volljährigkeit liegt, sinkt der Altersdurchschnitt im zweiten Zeitraum (März 1961 bis August 1990) auf 19,49 Jahre ab.

Mit der veränderten Funktion der geschlossenen Venerologischen Einrichtungen wechselten auch die Indikationen für die Zwangseinweisungen von einer medizinischen – Individuum mit Geschlechtskrankheit – zu einer sozialen Indikation – minderjährige „Herumtreiberin“. Insbesondere minderjährige Mädchen wurden zwangseingewiesen. Seit den 1960er Jahren galten junge Mädchen als besonders promisk und zudem als leicht erziehbar.[27] Gleichzeitig galt eine hohe Promiskuität als ein wesentlicher Grund für die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten. Um eine solche Verbreitung zu verhindern, wurden junge Mädchen oft ohne medizinische Indikation zwangseingewiesen, um sie in den Einrichtungen zu erziehen. Dies lässt sich bei der Entwicklung der Altersverteilung sehr deutlich beobachten: Die Altersverteilung zeigt für Leipzig-Thonberg, dass nicht nur die Prostituierten und HwG-Personen, sondern auch die weiteren Personengruppen im ersten Zeitraum (Juni 1946 bis Februar 1961) volljährig waren und im zweiten Zeitraum (März 1961 bis August 1990) eher minderjährig.

Im Vergleich mit der geschlossenen Venerologischen Station der Hautklinik der Freien Universität in West-Berlin wird deutlich, dass dort zwischen März 1954 und Februar 1956 ebenfalls vor allem volljährige Frauen zwangseingewiesen wurden. 86 Prozent der Zwangseingewiesenen in West-Berlin waren volljährig und 14 Prozent minderjährig.[28] Der Altersdurchschnitt in dem Zeitraum betrug 23,26 Jahre und ist damit relativ nah am Durchschnittsalter in Leipzig-Thonberg von 22,6 Jahren für den Zeitraum Juni 1946 bis Februar 1961. In der geschlossenen Venerologischen Station Berlin-Buch waren zwischen Januar 1973 und Dezember 1975 227 (60 Prozent) der Zwangseingewiesenen minderjährig und 149 (40 Prozent) volljährig.[29] Diese Verteilung findet sich in ähnlicher Form in Leipzig-Thonberg, wo der Altersdurchschnitt 19,49 Jahre im vergleichbaren Zeitraum (März 1961 bis August 1990) betrug.

Häufigkeit der Zwangseinweisungen pro Person

In den Patientenakten wurde die Häufigkeit der Zwangseinweisungen pro Person festgehalten. Die Auswertung der Akten für die beiden Zeiträume ergibt folgende Verteilung, die in der Tabelle 4 dargestellt wird:

Tabelle 4: Verteilung der Häufigkeit von Zwangseinweisungen pro Person für die Zeiträume Juni 1946 bis Februar 1961 und März 1961 bis August 1990

Angaben in absolut und Prozent

PersonengruppenEinmaligZwei- bis dreimaligMehr als dreimal
Gültigkeit der SMAD-Befehle, Juni 1946 – Februar 1961 (n=386)
Geschlechtskranke (n=500)330 (66 %)140 (28 %)30 (6 %)
Herumtreiberinnen (n=23)12 (52 %)9 (39 %)2 (9 %)
HwG-Personen (n=51)32 (63 %)12 (23 %)7 (14 %)
Prostituierte (n=11)6 (54 %)4 (36 %)1 (9 %)
Sonstige (n=31)21 (67 %)2 (8 %)8 (25 %)
Gültigkeit der DDR-Verordnung, März 1961 – August 1990 (n=855)
Geschlechtskranke (n=249)174 (70 %)55 (22 %)20 (8 %)
Herumtreiberinnen (n=451)284 (63 %)122 (27 %)45 (10 %)
HwG-Personen (n=82)53 (65 %)22 (27 %)7 (8 %)
Prostituierte (n=25)8 (32 %)12 (48 %)5 (20 %)
Sonstige (n=52)33 (63 %)16 (30 %)2 (6 %)
Im ersten Zeitraum (Juni 1946 bis Februar 1961) wurden jeweils etwa zwei Drittel der Personengruppen einmal zwangseingewiesen. Mit Ausnahme der Gruppe der Prostituierten ändert sich dieses Verhältnis im zweiten Zeitraum (März 1961 bis August 1990) kaum. Wurden im ersten Zeitraum 54 Prozent der Prostituierten einmal zwangseingewiesen, sind es im zweiten Zeitraum nur 32 Prozent.

Die Auswertung der Häufigkeit von Zwangseinweisungen pro Person zeigt für die Prostituierten und HwG-Personen, dass im ersten Zeitraum (Juni 1946 bis Februar 1961) mehr als die Hälfte einmalig und etwa ein Drittel zwei- und dreimal zwangseingewiesen wurden. Im Vergleich mit der geschlossenen Venerologischen Station der Hautklinik der Freien Universität in West-Berlin wird deutlich, dass dort mehr Personen lediglich einmal eingewiesen wurden: 74,3 Prozent wurden einmal, 16,3 Prozent zweimal und 5,6 Prozent dreimal zugeführt.[30] In der geschlossenen Venerologischen Station Berlin-Buch waren zwischen Januar 1973 und Dezember 1975 insgesamt 376 Mädchen und Frauen zwangseingewiesen, von denen 56 (15 Prozent) wiederholt stationär aufgenommen wurden.[31] Damit lag die Zahl der wiederholten Einweisungen in Leipzig-Thonberg höher als in Berlin-Buch.

Fazit

Der Anteil der Prostituierten in Leipzig-Thonberg lag in beiden Untersuchungszeiträumen (Juni 1946 bis Februar 1961 und März 1961 bis August 1990) bei etwa 2 bis 3 Prozent. Der Anteil an HwG-Personen lag im ersten Zeitraum bei 8 Prozent und im zweiten Zeitraum bei 10 Prozent. Es zeigt sich deutlich, dass in Leipzig-Thonberg kaum Prostituierte und HwG-Personen, sondern Geschlechtskranke, Krankheitsverdächtige und vor allem die sogenannten Herumtreiberinnen untergebracht, verwahrt und erzogen wurden. Die Frauen in den geschlossenen Venerologischen Einrichtungen der SBZ und DDR waren keine Prostituierten, sondern unterdrückte Betroffene der SED-Diktatur.

Die Auswertung der Patientenakten von Leipzig-Thonberg ergibt folgendes Bild: Im ersten Zeitraum wurden vor allem volljährige geschlechtskranke und krankheitsverdächtige Frauen zwangseingewiesen, die wegen einer Gonorrhoe bzw. Syphilis therapiert wurden. Im Gegensatz dazu wurden im zweiten Zeitraum häufig minderjährige Mädchen wegen angeblicher Herumtreiberei zwangseingewiesen. Diese Mädchen und Frauen wurden nicht medizinisch versorgt, sondern sollten zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ erzogen werden. Von Prostituierten als Hauptgruppe der Zwangseingewiesenen in geschlossenen Venerologischen Einrichtungen zu sprechen, ist faktisch falsch und ethisch nicht zuletzt deshalb abzulehnen, da die Frauen dadurch weiteren Schaden nehmen könnten.

Zitierweise: Maximilian Schochow und Florian Steger, Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in geschlossenen Venerologischen Einrichtungen waren keine Prostituierten, in: Deutschland Archiv, 18.01.2020, Link: www.bpb.de/303823

Fußnoten

1.
Florian Steger und Maximilian Schochow, Disziplinierung durch Medizin. Die geschlossene Venerologische Station in der Poliklinik Mitte in Halle (Saale) 1961 bis 1982, 3. Auflage, Halle (Saale) 2015; Florian Steger und Maximilian Schochow, Traumatisierung durch politisierte Medizin. Geschlossene Venerologische Stationen in der DDR, Berlin 2016; Florian Steger und Maximilian Schochow, Traumatisierte Frauen. Geschlossene Venerologische Stationen in Mitteldeutschland, in: Gerbergasse 18 (2017), S. 45–49; Maximilian Schochow, Zwischen Erziehung, Heilung und Zwang. Geschlossene Venerologische Einrichtungen in der SBZ/DDR, Halle (Saale) 2019.
2.
Maximilian Schochow und Florian Steger, Die Patientenakten der geschlossenen Venerologischen Einrichtungen Leipzig-Thonberg (1946–1990), in: Medizinhistorisches Journal 53 (2018), S. 98–124; Maximilian Schochow und Florian Steger, Politisierte Medizin in der DDR. Geschlossene Venerologische Stationen und das Ministerium für Staatssicherheit, in: Deutschland Archiv, 9.2.2018, www.bpb.de/263827 (abgerufen am 5.9.2019).
3.
Philipp Mützel, Anmerkungen zur Rehabilitierung von Einweisungen in geschlossene Stationen für geschlechtskranke Frauen in der DDR. Zugleich Besprechung der Beschlüsse des OLG Dresden vom 30. Juni 2016 – 1 Reha Ws 25/16 und des LG Magdeburg vom 29. Juni 2016 – Reh 190/15, in: Zeitschrift für offene Vermögensfragen 4 (2016), S. 136–138; Kim Philip Linoh, Strafrechtliche Rehabilitierung für unrechtmäßige Einweisung in eine geschlossene venerologische Station in der DDR, in: Medizinrecht 36 (2018), S. 697–698; Kim Philip Linoh, Anmerkung zu OLG Naumburg, Beschl. v. 19.7.2017 – 2 WS (Reh) 21/17 (LG Halle), in: Medizinrecht 36 (2018), S. 698–700.
4.
Maria Timtschenko, Zur Strafe in die „Tripperburg“. Tausende Frauen wurden in der DDR in venerologische Stationen zwangseingewiesen, um sie zu disziplinieren. Nun sprechen die ersten Opfer, in: DIE ZEIT vom 29.6.2017, S. 15; Steffi Brüning, Prostitution in der DDR, in: Das Digitale Deutsche Frauenarchiv, veröffentlicht 13. September 2018, https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/themen/prostitution-der-ddr (abgerufen am 5.9.2019).
5.
Uta Falck, VEB Bordell. Geschichte der Prostitution in der DDR, Berlin 1998; Steffi Brüning, Prostitution in der DDR. Eine Untersuchung am Beispiel der Städte Rostock, Berlin und Leipzig von 1968 bis 1989, Berlin 2019.
6.
Steger und Schochow, Traumatisierung durch politisierte Medizin (Anm. 1); Schochow und Steger, Die Patientenakten der geschlossenen Venerologischen Einrichtungen Leipzig-Thonberg (Anm. 2).
7.
Wolfgang Ayaß, „Asoziale“ im Nationalsozialismus, Stuttgart 1995; Sven Korzilius, „Asoziale“ und „Parasiten“ im Recht der SBZ, DDR. Randgruppen im Sozialismus zwischen Repression und Ausgrenzung, Köln, Weimar, Wien 2004.
8.
Walter Ulbricht: „Du sollst…“ – Die zehn Gebote der sozialistischen Moral. In: Matthias Judt (Hg.): DDR-Geschichte in Dokumenten. Beschlüsse, Berichte, interne Materialien und Alltagszeugnisse. Berlin 2013, S. 54–55; Steger und Schochow, Traumatisierung durch politisierte Medizin (Anm. 1).
9.
Schochow und Steger, Die Patientenakten der geschlossenen Venerologischen Einrichtungen Leipzig-Thonberg (Anm. 2).
10.
Auszug aus dem Befehl Nr. 030 des Obersten Chefs der Sowjetischen Militärverwaltung und des Höchstkommandierenden der Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland vom 12. Februar 1946, in: Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik, Ministerium für Gesundheitswesen (Hg.), Die Bedeutung der Befehle der SMAD für den Aufbau des sozialistischen Gesundheitswesens der Deutschen Demokratischen Republik. Dokumentenanhang zur Dokumentation über die Bedeutung der Befehle der SMAD für den Aufbau des Sozialistischen Gesundheitswesens der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1967, S. 64–66; Verordnung zur Verhütung und Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten unter der deutschen Bevölkerung in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. SMAD-Befehl Nr. 273 des obersten Chefs der SMAD vom 11.12.1947, in: Deutsche Zentralverwaltung für das Gesundheitswesen (Hg.), Die gesetzlichen Bestimmungen zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, Berlin 1948, S. 15–22.
11.
Verordnung zur Verhütung und Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten vom 23. Februar 1961, in: Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik (Hg.), Gesetzblatt der Deutschen Demokratischen Republik, Teil II, Berlin 1961, S. 85–89.
12.
StAL: StVuR Nr. 7345: Die Kreisbeauftragte zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Protokoll über die Sitzung des Beirats zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten am 22. November 1947. Leipzig, den 24. November 1947, Bl. 27.
13.
W[ilhelm] Krüger, Das Problem des häufig wechselnden Geschlechtsverkehrs, in: Das deutsche Gesundheitswesen 36 (1955), S. 1200–1206.
14.
Günter Räscke, Ergebnisse einer Befragung von 100 weiblichen HwG-Personen, in: Zeitschrift für ärztliche Fortbildung 24 (1963), S. 1356–1366.
15.
Räscke: Ergebnisse einer Befragung von 100 weiblichen (Anm. 14).
16.
Steger und Schochow, Traumatisierung durch politisierte Medizin (Anm. 1).
17.
Ebd.
18.
Heinz Kittlaus/F. Schiller, Untersuchungen an weiblichen Personen einer geschlossenen venerologischen Abteilung mit Hilfe des Maudsley Meclical Questionnaire (MMQ), in: Dermatologische Monatsschrift 108 (1972), S. 78–89.
19.
Verena Zimmermann, „Den neuen Menschen schaffen“. Die Umerziehung von schwererziehbaren und straffälligen Jugendlichen in der DDR (1945–1990), Böhlau, Köln, Weimar, Wien, 2004.
20.
Hans-Joachim Weise, Zwei Jahre „Zwangsstation“ für geschlechtskranke Frauen in Westberlin, in: Zeitschrift für Haut- und Geschlechtskrankheiten 21 (1956), S. 273–279.
21.
Ebd.
22.
Brigitte Reng, Das sexuelle Verhalten junger weiblicher Prostituierter, in: Beiträge zur Sexualforschung. Organ der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung 45 (1968), S. 1–57; Michaela Freund-Widder, Frauen unter Kontrolle. Prostitution und ihre staatliche Bekämpfung in Hamburg vom Ende des Kaiserreichs bis zu den Anfängen der Bundesrepublik, Münster 2003; Anna Valentina Lahn, Syphilis im Hamburg der Nachkriegszeit. Med.-Dissertation, Hamburg 2009.
23.
Siegfried Borelli und Willy Starck, Die Prostitution als Psychologisches Problem, Berlin, Heidelberg 1957.
24.
Weise, Zwei Jahre „Zwangsstation“ für geschlechtskranke Frauen in Westberlin (Anm. 20).
25.
Steger und Schochow, Traumatisierung durch politisierte Medizin (Anm. 1).
26.
Sigrid Jenke/L. Krell/D. Kesler/Günter Elste, Weitere Untersuchungen über Uneinsichtige, Gefährdete und Kranke aus dem Fachbereich Venerologie, in: Deutsches Gesundheitswesen 32 (1977), S. 418–420.
27.
Ebd.
28.
Weise, Zwei Jahre „Zwangsstation“ für geschlechtskranke Frauen in Westberlin (Anm. 20).
29.
Jenke/Krell/Kesler/Elste, Weitere Untersuchungen über Uneinsichtige (Anm. 26).
30.
Weise, Zwei Jahre „Zwangsstation“ für geschlechtskranke Frauen in Westberlin (Anm. 20).
31.
Jenke/Krell/Kesler/Elste: Weitere Untersuchungen über Uneinsichtige (Anm. 26).
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