Beleuchteter Reichstag

24.4.2020 | Von:
Manon de Heus & Marijke van der Ploeg

Werdegänge

Drei lehrreiche DDR-Biografien: Ein Ex-Neonazi, ein Dopingopfer und ein Stasimann

In vielen Analysen zum Stand der Deutschen Einheit wird diagnostiziert: Nach wie vor wissen wir viel zu wenig übereinander und über den Alltag hinter der Mauer, als sie noch stand. Denn für Lebenswege im Osten hat man sich im Westen kaum interessiert. Zwei niederländische Journalistinnen haben aus diesem Defizit eine Tugend gemacht und portraitieren Menschen, die in der DDR aufgewachsen, aber nicht unbedingt dort geblieben sind. Deutsch-deutsche Geschichte geschrieben haben alle Portraitierten - und jede(r) für sich engagiert sich seit dem Mauerfall auf besondere Weise.

Mauerrest in der Bernauer Straße in Berlin-Mitte 2020.Mauerrest in der Bernauer Straße in Berlin-Mitte 2020.

Nachfolgend drei der "Werdegänge", protokolliert von Manon de Heus und Marijke van der Ploeg 2019/2020:

    Ingo Hasselbach (Bildmitte im Hintergrund) im Sommer 1990 mit weiteren Jugendlichen aus der Berliner Neonaziszene bei einem Interview im Mauerstreifen für das damalige ZDF-Magazin "Kennzeichen D"Ingo Hasselbach (Bildmitte im Hintergrund) im Sommer 1990 mit weiteren Jugendlichen aus der Berliner Neonaziszene bei einem Interview im Mauerstreifen für das damalige ZDF-Magazin "Kennzeichen D"
  • Ingo Hasselbach, ehemaliger Neonaziführer aus Ost-Berlin, der heute anderen Rechtsextremisten zum Ausstieg verhilft,
  • Die ehemalige Leistungssportlerin Ines Geipel lehrt seit 2001 an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" deutsche Verssprache.Die ehemalige Leistungssportlerin Ines Geipel lehrt seit 2001 an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" deutsche Verssprache. (© Privat)
  • Ines Geipel, ehemalige Leistungssportlerin, heute Hochschullehrerin und Publizistin, die in der DDR zum Doping- und Stasiopfer wurde und seitdem Dopingopfern hilft,
  • Bernd Roth als JugendlicherBernd Roth als Jugendlicher (© Privat)
  • Bernd Roth, ein ehemaliger Stasimann aus Sachsen, der seit einigen Jahren seinen eigenen Weg der Aufarbeitung geht.
Weitere "Werdegänge" werden folgen.
Alle Portraits sind dem Band entnommen: "Das Pfand meiner Mutter - Geschichten über das Leben in der DDR" von Manon de Heus und Marijke van der Ploeg, erschienen im Aspekt-Verlag, Soesterberg (Niederlande), 2019Alle Portraits sind dem Band entnommen: "Das Pfand meiner Mutter - Geschichten über das Leben in der DDR", protokolliert von Manon de Heus und Marijke van der Ploeg, erschienen im Aspekt-Verlag, Soesterberg (Niederlande), 2019



Deutschland Archiv

Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

Mehr lesen

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

Mehr lesen

NEU: Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen eintraten. Ein filmischer Überblick.

Jetzt ansehen

Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

Mehr lesen

Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

Was wäre, wenn die Mauer Berlin erneut halbieren würde? 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Deutschland Archiv der bpb mit 30 Bildmontagen und einem Film von Alexander Kupsch an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

Mehr lesen

Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

Mehr lesen

Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

Mehr lesen auf jugendopposition.de

Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

Mehr lesen

13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

Mehr lesen

Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

Mehr lesen

Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

Mehr lesen

Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

Mehr lesen auf bpb.de

Der Tag in der Geschichte

  • 1. August 1957
    An die Stelle der Bank Deutscher Länder tritt die Deutsche Bundesbank in Frankfurt a. M. Sie ist von Weisungen der Bundesregierung unabhängig, soll sie jedoch soweit wie möglich wirtschaftspolitisch unterstützen. Der Zentralbankrat, der aus dem... Weiter
  • 1. August 1973
    Tod Ulbrichts. Er war nach seinem Sturz am 3. 5. 1971 isoliert, diskriminiert und bespitzelt worden. Am 3. 10. wählt die Volkskammer Stoph zum Vorsitzenden des Staatsrats, Sindermann zum Vorsitzenden des Ministerrats als Nachfolger Stophs. Weiter
  • 1. August 1975
    KSZE-Schlussakte in Helsinki, unterzeichnet von beiden deutschen Staaten. (1. 8. 1975) Weiter
  • 1. August 1975
    Ende der KSZE-Konferenz und Unterzeichnung der Schlussakte in Helsinki. (1. 8. 1975) Weiter
  • 1. August 1975
    Nach zweijährigen Beratungen in Genf und Helsinki endet die KSZE-Konferenz mit der Unterzeichnung der Schlussakte durch Repräsentanten von 35 Staaten Europas (außer Albanien), der USA und Kanadas in Helsinki. Sie ist kein völkerrechtlicher Vertrag, der Rechte... Weiter
  • 1. August 1975
    Die DDR unterzeichnet in Helsinki die Schlußakte der KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa). Am Rande der Verhandlungen kommt es zu Gesprächen Helmut Schmidts mit Erich Honecker und Edward Gierek. (1. 8. 1975) Weiter
  • 1. August 1982
    Das Asylverfahrensgesetz tritt in Kraft. Es vereinheitlicht, verkürzt und beschleunigt den Instanzenweg im zuständigen Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in Zirndorf und im Rechtsmittelverfahren. Die Verleitung zur missbräuchlichen... Weiter
  • 1. August 1984
    Neue Reiseerleichterungen: Der Mindestumtausch für Rentner, die in die DDR oder nach Ost-Berlin reisen, wird ermäßigt, die mögliche Aufenthaltsdauer für Westdeutsche und West-Berliner in der DDR verlängert. DDR-Rentner dürfen bis zu 60 Tagen nicht nur... Weiter
  • 1. August 1986
    Das 2. Gesetz zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität tritt in Kraft. Es schafft neue Straftatbestände gegen den Computerbetrug (z. B. Datenfälschung, Datenausspähen, Datenveränderung und Computersabotage), gegen Kapitalanlagebetrügereien,... Weiter
  • 1. August 1994
    Ab sofort ist nach dem Beschäftigungsförderungsgesetz vom 26. 7. 1994 die private Arbeitsvermittlung ohne regionale Beschränkung zugelassen und damit das bisherige Monopol der Bundesanstalt für Arbeit abgeschafft. Privatvermittler müssen geeignet und... Weiter