Beleuchteter Reichstag

17.12.2020 | Von:
Wolfgang Herzberg
Charlotte Misselwitz

Jüdische Überlebende, NS-Täter und Antisemitismus in der DDR Teil II

Im zweiten Teil seines Debattenbeitrag widmet sich Wolfgang Herzberg den Stereotypen in Bezug auf die DDR und ihren Umgang mit jüdischen Überlebenden, zu den dortigen Auswirkungen der stalinistischen Kampagne, die sich im Zuge der Field-Affäre auch gegen Jüdinnen und Juden richtete, und zur Israelkritik der SED-Führung, die nach seiner Auffassung mehrheitlich von westdeutschen Historiker_innen geprägt werden.

Für die in der "Kristallnacht" vom November 1938 von der Hitlerfaschisten in Brand gesteckte und nach einem Luftangriff im Februar 1943 völlig ausgebrannte Neue Synagoge in der Oranienburger Straße im Zentrum Ost-Berlins wurde am 10.11.1988 im Beisein des Generalsekretärs der DDR, Erich Honecker, und weiterer Persönlichkeiten des In- und Auslandes symbolisch der Grundstein für den Wiederaufbau des jüdischen Gotteshauses gelegt. Das Foto zeigt die Grundsteinlegung.Für die in der "Pogromnacht" vom 9. November 1938 von der Nationalsozialisten in Brand gesteckte und nach einem Luftangriff im Februar 1943 völlig ausgebrannte Neue Synagoge in der Oranienburger Straße im Zentrum Ost-Berlins wurde am 10.11.1988 im Beisein des Generalsekretärs der DDR, Erich Honecker, und weiterer Persönlichkeiten des In- und Auslandes symbolisch der Grundstein für den Wiederaufbau des jüdischen Gotteshauses gelegt. (© picture-alliance/dpa)

Es war zwar verständlich, die SED-Propaganda nach 1989 verstärkt zu dekonstruieren, etwa was die angeblich behauptete „Ausrottung der Naziherrschaft mit Stumpf und Stiel“ in der DDR betraf. Allerdings muss man diesen Zusammenhang, vor dem Hintergrund einer weitaus größeren Mitwirkung vieler Jüdinnen und Juden im gesellschaftspolitischen Bereich als bisher angenommen, neu betrachten. Die osteuropäischen Schauprozesse Anfang der 1950er Jahre oder der Antizionismus der SED-Führung wurden von ostdeutschen Jüdinnen und Juden meist anders wahrgenommen. Auch die als „NS-Terminologie“ geschimpfte Bezeichnung „jüdische Herkunft“ in der DDR wurde von vielen ostdeutschen Jüdinnen und Juden nicht großartig problematisiert. Diese und andere Unterstellungen über die Situation ostdeutscher Jüdinnen und Juden sind Ableitungen eines größeren ideologischen Gebäudes der Einebnung der NS-Diktatur mit der SED-Herrschaft. Sie führen zu einer Verdrängung, Entwürdigung und auch Diskriminierung der linken Jüdinnen und Juden der DDR.

Antisemitische Vorfälle, die Schauprozesse und Antizionismus als Hauptargumente für einen Antisemitismus in der DDR

Micha Brumlik zitiert beispielsweise aus Forschungen von Harry Waibel über antisemitische und rassistische Vorfälle in der DDR, angeblich etwas über 900, die dieser anhand von Stasiunterlagen nachgewiesen haben will, ohne diesbezügliche statistische Vergleiche mit der Bundesrepublik und kommt unbekümmert zu der These: „Die DDR hat noch stärker verdrängt als die Bundesrepublik.“[1] Allerdings gab es allein in der Zeit von 1981-1983 in der BRD: 296, in Frankreich: 309 und in Großbritannien, das bekanntlich gegen die Nazis kämpfte: 847 antisemitische Straftaten. [2] Das heißt in nur drei Jahren wurde in der BRD etwa ein Drittel der Straftaten verübt und in Großbritannien fast genauso viele, wie Waibel für die gesamte DDR-Geschichte in den Stasi-Akten gefunden haben will. Erhellend sind auch Zahlen über den Anstieg antisemitischer und rassistischer Straftaten nach der Wiedervereinigung: So erklärte Stephan Mayer, Bundestagsabgeordneter der CDU/CSU-Fraktion, am 21.06.2017, dass allein im Jahr 2016 1.468 antisemitische Straftaten im vereinigten Deutschland gezählt wurden. Also in einem Jahr über anderthalb Mal so viele, wie in den vier Jahrzehnten der DDR, laut Waibel. In diesem Sinne verwies auch Charlotte Misselwitz auf die niedrigen Antisemitismuswerte in der ostdeutschen Bevölkerung bis zu 15 Jahre nach der Wende, gemessen durch westliche Meinungsforschungsinstitute.[3]

Osteuropäische Schauprozesse

Die Verzerrungen über angeblich antisemitische Zustände in der DDR finden meist ihren Höhepunkt in den antikosmopolitischen Schauprozessen im Ostblock, die sich auch gegen Jüdinnen und Juden richteten, die mitunter auch als „Field-Affäre“ bekannt sind. „Anfang der 1950er Jahre wurde jedoch der staatlich betriebene Antisemitismus zur großen Bedrohung für die Juden in der DDR ... die Kommunistischen Parteien in Stalins Machtbereich [sind] von mehreren Wellen von “Parteisäuberungen“ durchkämmt worden ... Zehntausende verschwanden in Gefängnissen und Arbeitslagern, Hunderte wurden liquidiert. In inszenierten öffentlichen Schauprozessen wurden hochrangige Parteifunktionäre aufgrund völlig erfundener „Verbrechen“ verurteilt (…) nahezu alle jüdischer Herkunft wegen (…). 400 Gemeindemitglieder flohen, fünf der acht Gemeindevorsitzenden ... [es] stand ein Schauprozess mit antisemitischer Ausrichtung bevor, verhindert wurde er allein durch Stalins Tod im März 1953 ... Paul Merker wurde im März 1955 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt“, heißt es bei Thomas Haury.[4]

So skandalös und verdammenswert diese Ereignisse, kurz vor Stalins Tod 1953 auch waren, von einer „Bedrohung für die Juden“ in der DDR zu sprechen, ist ein maßlos übertriebenes Zerrbild. Von den damaligen jüdischen Überlebenden, ob säkular oder Gemeindemitglieder, sind von den Repressionen etwa 20 Personen mit jüdischem Hintergrund und 30 Personen mit nichtjüdischem Hintergrund härter betroffen gewesen.[5] Die meisten erhielten überwiegend „Funktionsverbote“, das heißt sie mussten einige Jahre in der DDR-Provinz arbeiten, wurden aber spätestens bis 1956 meist stillschweigend, rehabilitiert. Alexander Abusch hatte diese sogenannte Funktionssperre im Jahr 1950 bis 1951 und war dann ab 1954 bis 1956 sogar der stellvertretende Minister für Kultur. Horst Brie erhielt ebenfalls eine einjährige Funktionssperre, ab 1951 war er in der Provinz als Direktor der Maschinen-Traktoren-Station in Leezen, aber dann ab 1958 Diplomat in mehreren DDR-Botschaften. Diese Menschen erfuhren also nicht nur eine Rehabilitierung, sondern waren danach mitunter in weitaus höheren Funktionen.

Meine Eltern waren dagegen gar nicht betroffen – abgesehen davon, dass mein Vater nicht wie vorgesehen Parteisekretär werden konnte, dies aber später doch wurde. Es gab aber auch ein paar härtere oder tragischere Schicksale, wie das von Leo Bauer. Der Journalist und Chefredakteur des Deutschlandsenders wurde 1950 aus der SED ausgeschlossen und 1953 in der UdSSR zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er wurde 1955 in die BRD entlassen, wo er dann für die Quick und den Stern arbeitete und in den 1960er Jahren zum Beraterkreis von Willy Brandt gehörte. Oder Willy Kreikemeyer: Er ist eines angeblichen oder tatsächlichen Freitods im Gefängnis 1950 kurz nach seiner Verhaftung gestorben, 1957 wurde er posthum rehabilitiert.

Der einzige Gerichtsprozess jedoch, der in der DDR in diesen Zusammenhängen wirklich stattfand, richtete sich bezeichnender Weise gegen den nichtjüdischen Angeklagten Paul Merker. Ihm wurde u. a. vorgeworfen, sich bereits in der mexikanischen Emigration für die Restitution der Enteignungen, der von den Nazis betroffenen jüdischen Familien eingesetzt zu haben. Merker wurde bereits 1952 verhaftet und erst 1955 zu sieben Jahren Haft verurteilt, aber bereits nach einem Jahr 1956 vom Gericht wieder freigesprochen. Er erhielt danach stillschweigend seine Parteimitgliedschaft zurück, arbeitete danach als Lektor im Verlag „Volk und Welt“ und wurde später vielfach mit Orden ausgezeichnet. Vor diesem Hintergrund von „Schauprozessen“ in der DDR zu sprechen, ist daher ein völlig ungeeigneter Begriff, da nur ein einziger im Singular stattfand – und auch dieser für den Angeklagten letztlich glimpflich verlief.

Dabei ist zu beachten, diese Repressionswelle, die von Stalin befohlen wurde, hing mit dem beginnenden „Kalten Krieg“ zusammen. Zum einen hatte sich Israel, nachdem es zuvor durch kriegsentscheidende Militärhilfe und diplomatische Anerkennung in seiner Gründungsphase durch Stalin gegen die arabische Seite unterstützt wurde, sich danach alsbald nach Westen orientiert. Damit war die Hoffnung auf ein sozialistisches Israel (s. Kibbuz - Bewegung) zunichte gemacht. Zum anderen hatte Golda Meir, die israelische Botschafterin in der UdSSR und spätere Ministerpräsidentin Israels, zur Ausreise aller Jüdinnen und Juden aus dem sowjetischen Machtbereich nach der Gründung Israels aufgefordert.

Perfide an den Stalinschen Repressionen war, dass Westemigrant_innen, die zum US-Diplomaten Noel Field im Krieg und danach Kontakt hatten, plötzlich verhaftet und unrechtmäßig verdächtigt wurden. Field, der mit dem sowjetischen Geheimdienst zusammenarbeitete und ihnen bei der Flucht vor den Nazis in Südfrankreich geholfen hatte, wurde als Doppelagent beschuldigt, auch für die CIA tätig gewesen zu sein. Das heißt alle Westemigrant_innen, die mit ihm Kontakt hatten, wurden gleichermaßen verdächtigt, amerikanische „Agenten“ zu sein.

Warum aber liefen die Repressionen in der DDR sehr viel moderater ab? Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck verfolgten offenbar die Stalinsche Politik weniger strikt. Der Hintergrund dafür waren u. a. die offenen Grenzen, der Viermächtestatus, sowie die antijüdische NS-Vernichtungspolitik und der sehr hohe Stellenwert jüdischer Remigrant_innen für den Aufbau der DDR. In dem Interviewbuch mit Hermann Axen, Mitglied des Politbüros der SED und u.a. zuständig für die Außenpolitik, findet sich dazu folgender aufschlussreiche Satz: „Wir waren in einer gewissen Zwickmühle. Einerseits haben wir dies alles geduldet und mitgemacht, anderseits aber nicht zugelassen, dass das bei uns zu große Ausmaße annimmt.“[6] Katrin Axen erzählte in ihrem biografischen Interview mit mir, dass ihr Vater sich bei Ulbricht selbst anzeigen wollte, weil er mal einen ungeöffneten Brief von Field an Paul Merker übergeben hatte. Daraufhin soll Ulbricht die Selbstanzeige zerrissen und gesagt haben: „Ich lasse mir doch hier nicht alles kaputtmachen!“[7]

Und auch die Flucht von etwa 400 Juden aus den jüdischen Gemeinden in der DDR und fünf der Gemeindevorsitzenden nach Westberlin, beruhten nicht auf unmittelbar bevorstehenden Verhaftungen und einem „antisemitischen Schauprozess“. Für meine Begriffe beruhte die Geschichte um den SED-Volkskammerabgeordneten Julius Meyer, der sich 1953 im Visier der sowjetischen Verdachtskampagne sah, unter anderem auf einer Angstkampagne.[8] Mit ihm ging zwar die besagte Anzahl an Jüdinnen und Juden nach Westdeutschland. Aber die Flucht dieses Personenkreises hing auch mit den Warnungen des Rabbiners Peter Levinson in Westberlin über den RIAS zusammen, sicherlich gutgemeint und vorsorglich geschürt. Jüdinnen und Juden in der DDR sollten vor angeblich bevorstehenden Repressionen gewarnt werden, nachdem jüdische Gemeindebüros in der DDR durchsucht worden waren. Diese Fluchtbewegung war schon deshalb unnötig, weil die Gemeindemitglieder und ihre Vorsitzenden gar keinen Kontakt mit Field in der Kriegszeit hatten.

Die Repressionen betrafen also einen relativ kleinen Teil jüdischer Überlebender und einen größeren Teil nichtjüdischer Bürger. Viele Jüdinnen und Juden erinnern und erzählen zudem von den Entschuldigungen direkt nach diesen Ereignissen, wie auch aus den Erinnerungen der Schauspielers Gerry Wolff hervorgeht: „Mir wurde vorgeworfen, dass ich in England bei der „Home Guard“ war… Und es wurde gefragt, wie ich zur FdJ oder wie ich zu den Kommunisten kam? Und da sagte ich: „Ja, Gott, da war wohl vieles auch Zufall.“ Und da sagte die Leiterin der Kommission: „‚Zufall? Für einen Marxisten gibt es keinen Zufall.‘ … Dafür habe ich dann extra ein Marx-Zitat erfunden und gesagt: ‚... aber Marx sagte: ‚Der Zufall ist ein privater Fall von Notwendigkeit.‘ Dem konnte sie nicht widersprechen ... Ich konnte als Schauspieler weiterarbeiten, wurde aber zurückgesetzt in den Kandidatenstand der Partei. Aber ein paar Wochen später kam einer ... und sagte: Entschuldige bitte vielmals, das war natürlich Quatsch, wir nehmen alles zurück.“[9]

Israelkritik der SED-Führung

Es wird zudem behauptet, dass der Antizionismus der SED-Führung, der durch die Field-Affäre zutage trat, antisemitisch motiviert war. Die Israel-Politik der SED-Führung war in ihrer einseitigen Parteinahme für die arabisch-palästinensische Seite, etwa durch Waffenlieferungen und propagandistische Verurteilungen israelischer Regierungspolitik, sowie durch völlig überzogene Faschismus-Vergleiche, vor dem Hintergrund der NS-Zeit, sicherlich problematisch. Jeffrey Herf warf allerdings deshalb in einem Buch ernsthaft die Frage auf: „... ob das ostdeutsche Regime womöglich eine zweite antisemitische Diktatur in Deutschland des 20. Jahrhunderts war, … weil der Hass auf Israel in Deutschland eine vertraute Tonart anschlug.“[10]

Eine solche Darstellung übergeht die Tatsache, dass viele der linken jüdischen Rückkehrer_innen selbst kritisch gegenüber Israel waren. DDR-Jüdinnen und -Juden wie meine Eltern waren gegen die militante israelische Regierungspolitik gegenüber den Palästinensern, schon weil sie aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen in der Nazi-Zeit sich auch in die palästinensische Seite hineinversetzen konnten. Aber man kann keinesfalls unterstellen, dass die SED-Führung rassistisch, d. h. antisemitisch gegen „die jüdische Bevölkerung“ in Israel gerichtet war, sondern gegen die nationalistische Politik der israelischen Regierung. Die DDR hat als UN-Mitgliedstaat alle diesbezüglichen UN-Resolutionen unterstützt, welche zwar die israelische Annexions- und Kolonialpolitik gegenüber den Palästinensern verurteilten, aber in denen die Existenzberechtigung des Staates Israel niemals infrage gestellt wurde. Stellungnahmen aus dem Außenministerium der DDR warnten sogar vor militanten Strömungen in der PLO und Hamas, die die Existenz Israels infrage stellten. „Liquidierungen des Staates Israel [werden]… nicht unterstützt“ und, dass es sich in der PLO auch um „linke Extremisten“ handelte, wie die ostdeutsche Historikerin Angelika Timm recherchierte.[11] Dagegen ist die Politik der westdeutschen Seite gegenüber Israel ebenfalls problematisch, weil die Waffenlieferungen der BRD an Israel gleichfalls Öl ins Feuer gossen, was definitiv kein konstruktiver Beitrag zur friedlichen Koexistenz von Juden und Arabern im Nahen Osten war.

Die Einschätzung von Peter Kirchner, dem ehemaligen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Ostberlin, ist ein gutes Beispiel für die ambivalente Position unter den Jüdinnen und Juden der DDR – der aber auch dazu im Austausch mit der DDR-Regierung gestanden hatte.

Unsere Position zu Israel ist nicht unkritisch ... In dem Moment, wo derjenige im Sattel sitzt, der um die Macht rang, wird mit gleicher Methodik wieder unterdrückt, das erlebt man weltweit. Menschen mit hohen Idealen stehen leider bis heute überwiegend nur auf dem Papier. Auch im sozialistischen Gesellschaftsgefüge ist es nicht möglich gewesen, den Ideen in der Realität zu entsprechen ... Die offizielle Politik der DDR, die arabischen Staaten vorzuziehen, war für viele Gemeindemitglieder eine schwere Belastung, auch in ihrer Auseinandersetzung mit unserem Staat. Ist antiisraelisch, antizionistisch nicht auch in sich antijüdisch, und birgt dies nicht die Gefahr in sich, dass sich antijüdisches Denken dahinter entwickeln kann, wenn man schon nicht davon ausgeht, dass es sich dahinter verbirgt? Diese Situation hat sehr lange angehalten. Wir haben das immer wieder mal angemahnt und in Einzelfällen, wenn wir in der Presse Karikaturen o. ä. sahen, auch protestiert. Es bedurfte dieses Gespräches mit Erich Honecker im Juni 1988, dass wir glauben, so kann die politische Darstellung des Problems des Nahen Ostens nicht weitergehen. Heute ist die einseitige Polemik fast aus der Presse herausgefiltert. Das ist nicht nur unser Verdienst, das ist eingebunden in ein sich Öffnen der DDR nach außen."[12]

Vor dem Hintergrund der Kritik der DDR und des Ostblocks an der Politik des Staates Israel stellt sich zudem die Frage: Während heute sachliche Kritik an völkerrechtswidrigen Maßnahmen israelischer Regierungen etwa von Benz und Brumlik zurecht verteidigt wird, sollte dies der Mehrheit der jüdischen Überlebenden in der DDR nicht zugebilligt werden?

Die vorherrschende antikommunistische Ideologie verdrängt das Erbe der linken Jüdinnen und Juden sowie Ostdeutschen generell

Immer wieder wird die DDR als Stasi- oder Unrechtstaat beschrieben. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte auf dem 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2009: „Ein Prozent haben für die Staatssicherheit gespitzelt. Die übrigen 99 Prozent hätten versucht gute Werte zu leben.“ Später gab sie selbst am 25. Jahrestag des Mauerfalls 2014 folgendes Pauschalurteil über die DDR ab: „Natürlich war die DDR ein Unrechtsstaat. ... Ein Stasi- und Spitzel-Staat hat die Freiheit der Menschen immer wieder mit den Füßen getreten.“

Die Dämonisierung der DDR mit Hilfe der Stasi-Vorwürfe bis hin zur „zweiten deutschen Diktatur“ ist bis heute das schärfste ideologische Schwert, um alle sozialen und kulturellen Errungenschaften in der DDR zu delegitimieren und die gesamte politische Klasse und auch linke Intelligenzschicht mental zu enthaupten. Und dies, obwohl sich kaum ein ehemaliger DDR-Bürger die alte DDR zurückwünscht. Hier wird zynisch mit zweierlei Maß in der Ära des „Kalten Krieges“ gemessen: hat es nicht auch Hunderttausende von Gesinnungsüberprüfungen durch den Verfassungsschutz und die Verfolgung von Kommunist_innen und Linken in der BRD gegeben? Hat es nicht vielfache Skandalurteile gegen Antifaschist_innen gegeben, die den größten Blutzoll gegen die Nazis hergaben und später über 3000 „Berufsverbote“ von Linken in der BRD gegeben? Diese Verfassungsschutz-Akten wurden nach 1989 nicht gleichfalls öffentlich zugänglich gemacht, und es gab auch keine offizielle Rehabilitierung für die Opfer dieses Unrechts. Was war also das „Unrecht“ der DDR? War es Unrecht, dass die gesamten Funktions- und Wirtschaftseliten, die das NS-Regime unterstützten, in der DDR enteignet und auch weitgehend bestraft wurden? War es Unrecht, dass Widerstandskämpfer_innen und vielfach auch jüdische Überlebende wichtige Aufgaben in fast allen Gesellschaftsbereichen der SBZ/DDR übernahmen und eine antifaschistische und humanistische künstlerische Kultur hervorbrachten, die die Defizite der DDR vielfach benannte?

Es gab offenbar in der DDR eine Blüte säkularisierter jüdischer Künstler_innen und Geistesschaffender der Ersten und Zweiten Generation. Sollte das wirklich Historiker_innen entgangen sein? Ich frage mich, ob es Unrecht war, bürgerliche Bildungsprivilegien erheblich zurückzudrängen, damit Arbeiter- und Bauernkinder kostenlos studieren und in entsprechende Berufe kamen? Ob es Unrecht war, Obdachlosigkeit und Arbeitslosigkeit, sowie soziales Elend weitgehend zu überwinden? Ob es Unrecht war, für alle ein bezahlbares Gesundheitswesen einzurichten? Ob es Unrecht war, ein modernes Arbeits- und Familiengesetzbuch zu beschließen, dass Entlassungen weitgehend ausschloss und Gleichberechtigung von Frauen und Männern juristisch einklagbar machte? Das alles waren zunächst wesentlich Motive, warum sich linke jüdische Überlebende in der SBZ/DDR und nicht in der Bundesrepublik nach 1945 wieder ansiedelten.

Jüdinnen und Juden waren also viel breiter in verschiedenen kulturellen und politischen Bereichen der DDR vertreten, als es in der Bundesrepublik jemals der Fall war. Und doch wird seit der Wende von „Unrechtsstaat“, Antisemitismus und der Repression der Jüdinnen und Juden in der DDR gesprochen. Wie konnte es zu diesen hier von mir aufgeführten Zerrbildern kommen? Nach meiner Einschätzung gab es in der BRD einen seit der NS-Zeit weiter überlebenden Antikommunismus. Der Historiker und Politiker Ludwig Elm sagte über diese geschichtspolitische Staatsräson: „[…] rabiater Antikommunismus war […] die geschichtsideologische Konstruktion… [sie] erfüllte in ihren vorherrschenden Spielarten vorrangig die Funktion der unkritischen Selbstdarstellung und bedingungslosen Legitimation der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.“[13] Auch der Historiker Detlef Siegfried urteilte, dass der Antikommunismus der Bundesrepublik ein wichtiges Element war, das an die NS-Propaganda anknüpfte und einen „nationalspezifischen Kontinuitätsfaktor“ und ein „Platzhalter des inzwischen kompromittierten Antisemitismus“ darstellte.[14] Wolfgang Wippermann schrieb darüber entlarvend, die „Dämonisierung der DDR und die Relativierung des Dritten Reichs sind zwei Seiten des gleichen geschichtspolitischen Revisionismus“. [15] Und ich will noch konkreter den sukzessive seit der Wende rechtsradikal gewordenen Osten mit Klaus-Dietmar Henke erklären, der meint: „…, dass die Befassung mit einer Links-Diktatur bei manchen weniger ein demokratisches als ein rechtslastiges Bewusstsein zu fördern scheint.“[16]

Wer über DDR – Geschichte, Antisemitismus und die dort wirksamen jüdischen Überlebenden pauschalisierende Zerrbilder verbreitet und versucht damit westdeutsche Nachkriegsgeschichte apologetisch aufzuwerten, entwürdigt fortlaufend emanzipatorische Gesellschafts- und Lebensleistungen der Ostdeutschen, trotz aller Defizite, die es dort gegeben hat. Er blockiert damit, diese Leistungen in die politische Kultur des vereinigten Deutschlands zu transformieren. Das wird zurecht als Kolonialideologie empfunden, die ostdeutsches Selbstbewusstsein zerstört und reaktionäre, rechte Gesinnung fördert. Dies hat auch mit der sich vertiefenden sozialen Spaltung heutzutage zu tun, die in der DDR zurückgedrängt wurde.

Zitierweise: Wolfgang Herzberg, "Jüdische Überlebende, NS-Täter und Antisemitismus in der DDR Teil II", in: Deutschland Archiv, 17.12.2020, Link: www.bpb.de/324702

Hier geht es zum ersten Teil von Wolfgang Herzbergs Debatten-Beitrag >>

Fußnoten

1.
Micha Brumlik, Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR?, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 1/2020, S. 114-120.
2.
Werner Bergmann/Reiner Erb, Antisemitismus in der Bundesrepublik Deutschland. Ergebnisse der empirischen Forschung von 1949-1990, Opladen 1991, S. 172; Europäisches Parlament 1985-86, Dokumente A2-160/85, Anlage S. 120.
3.
Charlotte Misselwitz, Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden in der DDR, in: Deutschlandarchiv, 29.4.2020, www.bpb.de/308502, letzter Zugriff 4.11.2020.
4.
Thomas Haury, Antisemitismus in der DDR, in: Bundeszentrale für politische Bildung, Dossier Antisemitismus, 28.11.2006, www.bpb.de/37957, letzter Zugriff 07.12.2020.
5.
Diese Zahlen habe ich eigenhändig zusammengestellt, bzw. zusammengezählt aus den zwei folgenden Büchern: Helmut Müller-Enbergs u.a. (Hg.), Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biografien, 2 Bände, Berlin 2010. Sowie aus: Bernd Rainer Barth/Werner Schweizer, Der Fall Noel Field. Schauprozesse in Osteuropa, 1/2 Bd., Berlin 2007.
6.
Hermann Axen, Ich war ein Diener der Partei. Autobiografische Gespräche mit Harald Neumann, Berlin 1989, S. 113.
7.
Interview mit Katrin Axen vom 1.07.2014 für das Archiv des Leo Baeck Instituts in New York.
8.
Vgl. auch den Artikel über Julius Meyer im Spiegel: Wolfgang Brenner, Flucht aus dem besseren Deutschland, Spiegel, 15.02.2013, https://www.spiegel.de/geschichte/julius-meyer-organisierte-1953-die-flucht-der-juden-aus-der-ddr-a-951041.html.
9.
Wolfgang Herzberg, Gerry Wolff. Die Rose war rot, Berlin 2006, S. 48.
10.
Jeffrey Herf, Unerklärte Kriege gegen Israel. Die DDR und die westdeutsche Linke 1967-1989, Göttingen 2019, Einleitung.
11.
Angelika Timm, Hammer, Zirkel, Davidstern. Das gestörte Verhältnis der DDR zu Zionismus und Staat Israel, Bonn 1997, S. 277. Hier zitiert sie aus dem "Maßnahmenplan für die Entwicklung der Beziehungen der DDR zur palästinensischen Widerstandsbewegung", beschlossen am 28. April 1970 vom Politbüro der SED (Quelle: SAPMO-BArch, DY 30/J IV 2/2 1281).
12.
Wolfgang Herzberg, Überleben heißt Erinnern. Lebensgeschichten deutscher Juden, Berlin 1990, S. 417-418.
13.
Ludwig Elm, Ludwig: „Zwei Diktaturen“ - „Zwei totalitäre Regimes“. Die Enquete-Kommissionen des Bundestages und der konservative Geschichtsrevisionismus der neunziger Jahre, in: Johannes Klotz (Hg.), Die selbstbewusste Nation und ihr Geschichtsbild. Geschichtslegenden der neuen Rechten –Faschismus, Holocaust, Wehrmacht, Köln 1997, S. 205–220.
14.
Detlef Siegfried, Time ist on my side: Konsum und Politik in der westdeutschen Jugend der 1960er Jahre, Göttingen 2006, S. 187.
15.
Wolfgang Wippermann, Die Dämonisierung durch Vergleich: DDR und Drittes Reich, Berlin 2009, S. 17.
16.
Klaus-Dietmar Henke, Gedächtnisverschiebung? Für eine kategoriale Asymmetrie bei der Auseinandersetzung mit der NS- und der SED-Zeit, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Heft 1, 2017, S. 54/55.
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