Beleuchteter Reichstag

11.7.2011 | Von:
Kai Reinhart

"Unerkannt durch Freundesland"

DDR-Alpinismus und Transitreisen jenseits staatlicher Strukturen

Die Reisebestimmungen für DDR-Bürger


In den 1940er- und 50er-Jahren konnten sich viele Bergsteiger ihren Traum von den Bergen noch durch illegale "Alpenschwarzfahrten" erfüllen,[24] doch mit dem Bau der Berliner Mauer rückten die Alpen in unerreichbare Ferne. Um nicht unnötige Sehnsüchte zu wecken, wurden sie in den Medien zu einem Tabu, wie sich der Sportjournalist Horst Mempel erinnerte: "Von den Alpen wurde nicht geredet. Die gab es eigentlich nicht."[25] So wandten die Alpinisten ihren Blick notgedrungen Richtung Osten. In der Sowjetunion lagen gewaltige Gebirge, deren Gipfel teilweise über 7.000 Meter hoch sind. Doch nicht nur gegenüber dem "Nichtsozialistischen Ausland" (NSA), auch innerhalb des Ostblocks waren die Reisemöglichkeiten stark eingeschränkt. Theoretisch bestand zwar die Möglichkeit, sich einer organisierten Reise anzuschließen, die das Reisebüro der DDR und der FDJ-Reiseveranstalter Jugendtourist anboten, doch das Angebot war so gering, dass nur sehr wenige, ausgewählte Bergsteiger in deren Genuss kamen. Wer einen Platz ergattern konnte – wozu häufig gute Beziehungen nötig waren –, musste sich an einen genau bestimmten Verhaltenskodex halten: "Es wurde von mir erwartet, durch Erfüllung der hohen sportlichen Zielsetzung und durch parteiliches Auftreten im Sinne der Politik der Partei- und Staatsführung [...] zur Festigung des Ansehens unserer sozialistischen Sportbewegung beizutragen", erinnerte sich Wolfgang Mann.[26]

Bergsteigen auf Einladung

Wer nicht auf eine solche Gelegenheit warten wollte, musste die Organisation seiner Reise selbst in die Hand nehmen und eine Vielzahl bürokratischer Hürden überwinden. Für eine Privatreise in die Sowjetunion benötigten die DDR-Bürger seit 1964 kein Visum mehr, sondern nur noch eine "Reiseanlage für den visafreien Reiseverkehr", die zusammen mit dem "Antrag auf Ausreise aus der Deutschen Demokratischen Republik" und dem Personalausweis – einen Reisepass bekamen DDR-Bürger nur auf besonderen Antrag ausgehändigt – gültig war. Diese Reiseanlage wurde nicht von der UdSSR, sondern von den Volkspolizeikreisämtern der DDR ausgestellt. Voraussetzung dafür war eine von staatlicher Seite bestätigte "formgebundene Einladung" in kyrillischer Schrift.[27] Ohne persönliche Beziehungen ins Ausland war eine solche Einladung kaum zu bekommen. Trotz der propagierten deutsch-sowjetischen Freundschaft herrschte noch in den 1980er-Jahren in der UdSSR eine ständige Furcht vor subversiven Einflüssen.[28] Außerdem mussten die örtlichen Polizeiämter einwilligen, die aber prinzipiell nichts gegen eine Reise in die "Große Ruhmreiche" einwenden konnten, wenn sie den Antragsteller als loyalen DDR-Bürger einstuften.

Zu den Bergsteigern, die insbesondere in den 1960er- und 70er-Jahren regelmäßig Bergfahrten in die Sowjetunion realisierten, gehörte eine Gruppe von Magdeburger Alpinisten um Georg Renner und Christoph Mäder. Renner hatte während seiner Kriegsgefangenschaft im Kaukasus fließend Russisch gelernt und viele Bekannte in der internationalen Bergsteigerszene, wie den jüdisch-deutsch-russischen Arzt Henry Lewenstein, der zahlreiche Expeditionen organisierte und ihn regelmäßig nach Russland einlud. In zweiter Ehe hatte er außerdem eine russische Geologin geheiratet, die beruflich ständig in dem riesigen Land umherreiste und ihn sowie weitere Bergfreunde teilweise mitnehmen konnte.

Mäder nutzte insbesondere seine herausgehobene Stellung als Leiter eines Zweigbetriebs der Halberstädter Fleisch- und Wurstwarenwerke, was ihm in der sozialistischen Mangelwirtschaft einige Möglichkeiten eröffnete. Kleine "Geschenke unter Freunden", Fleischkonserven beispielsweise, konnten bei der Organisation äußerst hilfreich sein. "Wenn man hier alles nach Vorschrift gemacht hätte, wäre man nicht rausgekommen", so Mäder. Trotz aller Beziehungen und Tricks blieb der Erfolg der Vorbereitung stets ungewiss: "Es war immer ein Kampf. Kaum war man zu Hause, schon musste man überlegen, wie klappt die nächste Fahrt."[29]

Hatten die Alpinisten alle bürokratischen Hürden genommen und waren in die UdSSR eingereist, konnten sie dort jedoch nicht beliebig umherreisen. Für den Aufenthalt legte die Abteilung für Visa und Registration des Innenministeriums (OVIR) eine "marschrut" fest, die den Reiseweg vorschrieb. Tadschikistan und Kirgisien waren wegen ihrer Hochgebirge die Hauptziele der Bergsteiger, doch für deren Interesse an diesen militärisch sensiblen Grenzregionen hatte das OVIR kaum Verständnis. Mit der Wahrheit nahmen es die Magdeburger Alpinisten daher nicht so genau: "Wir haben immer gelogen. Wir haben gesagt, also, wir sehen uns da die Sehenswürdigkeiten an, dort und dort, aber in Wirklichkeit sind wir natürlich in die Berge gegangen, und da ist uns keiner hin gefolgt."[30]

Reisen mit dem "Transitvisum"

Bereits in der Reiseregelung von 1964 war auch die Möglichkeit vorgesehen, die UdSSR zu durchqueren, um in ein Drittland zu gelangen. Das dafür benötigte "Transitvisum" konnten die deutschen Polizeistellen auch ohne Einladung ausstellen. Da die Medien nicht über die neue Regelung berichteten, blieb sie den meisten Menschen aber zunächst völlig unbekannt. Die Möglichkeit einer Transitreise wurde breiteren Kreisen vermutlich erst im Zuge der Niederschlagung des Prager Frühlings bewusst, als Balkan-Urlauber, die nicht mehr auf der üblichen Route durch die ČSSR heimkehren konnten, über sowjetisches Territorium zurückgeführt wurden.[31] Im Laufe der Zeit sprach sich dieses Schlupfloch des sozialistischen Grenzverkehrs in der Bergsteiger- und Tramperszene herum. Wer erst einmal die Grenze passiert hatte, wich von der Transitroute ab und blieb statt der erlaubten ein bis zwei Tage illegal mehrere Wochen oder gar Monate im Land. Bei manchen Polizeistellen, etwa in der Bergsteiger-Hochburg Dresden, war der Missbrauch der "Transitvisa" bekannt. Bei anderen Behörden, etwa in Leipzig, wurden die Papiere meist problemlos ausgestellt, weshalb einige Bergsteiger, wie Reinhard Tauchnitz berichtete,[32] dort eigens eine Nebenwohnung beantragten.

Die Erzählungen und Diavorträge der ersten Abenteurer zogen weitere junge Leute an, sodass in den 1970er- und 80er-Jahren unter dem augenzwinkernden Begriff "Unerkannt durch Freundesland" (UdF) eine regelrechte Bewegung entstand. Den UdFlern oder Transitlern ging es nicht mehr um das Bergsteigen allein, wie ein Zeitzeuge herausstellte: "Da gab es eben diese alten Bergsteiger, Bergwanderer, Bergkenner der alten Garde [...], die auch versucht hatten, über russische Freunde Bergsteigereinladungen zu bekommen. Das waren zum Teil sehr seriöse Leute, zum Beispiel Wissenschaftler mit Doktortitel. Und dann gab es eben diese risikobereite, jugendliche Strömung, die [...] Abenteuer, Risiko und Bergsteigen verknüpfte."[33] Diese "Hippies", wie sie der westdeutsche Globetrotter Uli Ulziffer bezeichnete,[34] waren großenteils Studenten, teilweise Hausbesetzer, manchmal Künstler und oft in der kirchlichen und/oder ökologischen Bewegung aktiv. Ihre Suche nach Abenteuern führte zu den erstaunlichsten Unternehmungen.[35] Es entstand ein regelrechter Wettstreit, wer die meisten Kilometer und die exotischsten Ziele schaffte.

Bei ihrer Einreise in die Sowjetunion wurde der Personalausweis mit dem "Transitvisum" stets misstrauisch überprüft. Nach erfolgreich überstandener Kontrolle wurde auf einem Einreisevisum, das bei der Ausreise wieder abgegeben werden musste, vermerkt, wie lange der Besucher im Land bleiben durfte. Bei der Ausreise, die in der Regel nach Rumänien führte, waren daher Schwierigkeiten vorprogrammiert. Über die Konsequenzen des unerlaubt verlängerten Aufenthalts herrschte in der Szene zunächst Ungewissheit, doch die Erfahrungen zeigten, dass die Strafen von russischer Seite nicht über eine Verwarnung, ein Bußgeld zwischen 10 und 100 Rubel (30–300 Mark) oder ein Einreiseverbot für die nächsten Jahre hinausgingen.[36] Letzteres hätte die Transitler empfindlich treffen können, doch es wurde schnell klar, dass die russische Verwaltung nicht willens oder in der Lage war, diese Verbote zu überwachen. In der Heimat waren freilich härtere Konsequenzen, wie berufliche Degradierung, Zwangsexmatrikulation oder Verlust des Personalausweises, möglich, wurden aber in Kauf genommen.[37] Letztlich hatte das Transitreisen nur selten gravierende Folgen. Da die UdFler, wenn auch verspätet, in die DDR zurückkehrten, stellten sie für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) kein zentrales Problem dar – zum Missmut der sowjetischen Stellen.[38]

Unerkannt durch Freundesland

Waren die Transitler innerhalb der Sowjetunion von ihrer vorgegebenen Route abgewichen, mussten sie sich "unerkannt durch Freundesland" bewegen. Dafür war ein möglichst unauffälliges Vorgehen nötig, was sich für Europäer insbesondere in den asiatischen Regionen des riesigen Reiches und ausgestattet mit einer Bergsteigermontur freilich schwierig gestaltete. Schon wenn sie abseits der üblichen Touristenattraktionen Fotos machten, konnten die Transitler das Misstrauen von Einheimischen oder der Polizei wecken. "Einmal habe ich mir am Bahnhof Zähne geputzt, am Brunnen. Kam gleich die Polizei und hat mich mitgenommen", erinnert sich Reinhard Tauchnitz.[39] In einem solchen Falle konnte man auf die Bequemlichkeit der Beamten hoffen. Die Verhaftung von schwer einzuordnenden Fremden ohne korrekte Papiere konnte für sie zu einem lästigen Problem werden. So wunderten sich zwei UdFler, dass ihr "Transitvisum" nach Rumänien in Kasachstan akzeptiert wurde: "Auf den Gedanken, dass die Milizionäre und der Hauptmann vielleicht auch froh waren, uns mit dem erstbesten Zug aus ihrem Zuständigkeitsbereich abzuschieben, kamen wir erst später."[40] War ein Polizist zufällig früher als Soldat in der DDR stationiert gewesen, konnte es auch passieren, dass er sich freute, bei ein paar Gläsern Wodka mit den unerwarteten Besuchern auf "die beste Zeit seines Lebens" anzustoßen und in Erinnerungen schwelgen zu können.[41] Hier zeigten sich ein Humor, eine Flexibilität und Großherzigkeit, die DDR-Beamte häufig vermissen ließen.[42]

Wichtig für einen glimpflichen Ablauf von Kontrollen waren halbwegs glaubwürdige Ausreden. Da konnte aus einer Seilschaft schnell eine "sozialistische Studentenbrigade" werden, die Aufbauhilfe in Taschkent leistete, was mit den (alpinen) "Bauschutzhelmen" bewiesen wurde. Oder das Zelt war von Bären geplündert worden, wobei leider auch die Papiere verloren gegangen waren.[43] Mit zunehmender Erfahrung wurden die UdFler immer gewiefter und nutzten die Schwächen der sowjetischen Bürokratie. In den Weiten Mittelasiens wurden den Kontrolleuren belanglose, aber Autorität heischende Papiere vorgelegt, wie der DDR-Sozialversicherungsausweis, in den Blutspenden, Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte eingestempelt wurden: "Das Ding hatte vorne das DDR-Wappen drauf und sah eher aus wie ein Pass. Und das haben wir in der Regel vorgewiesen – teilweise hatten wir auch eigene Stempel reingemacht – und sagten: 'Hier, das sind alles die Genehmigungen.' Die konnten sowieso das nicht lesen, und das machte immer viel Eindruck."[44] Mit zahlreichen Stempeln versehen, konnten gefälschte Schreiben den Transitlern in der Sowjetunion nahezu einen offiziellen Status verschaffen und somit Tür und Tor öffnen.

Es gab noch frechere Tricks, die sich geradezu als sozialistische Schildbürgerstreiche bezeichnen lassen. So delegierten sich manche UdFler im Namen ihrer Betriebssportgemeinschaft (BSG) selbst dazu, bestimmte Gipfel zu erklimmen und Freundschaftswimpel zu hissen. Die sowjetischen Beamten konnten die Transitler nicht einordnen. Schon dass sich jemand in den Weiten des Landes illegal aufhalten könnte, war für sie kaum vorstellbar. Das individuelle Reisen war für viele im Sozialismus aufgewachsene Polizisten ebenfalls undenkbar: "Dass es Reisende gibt, die nicht mit einer Reisegruppe unterwegs sind, das haben die nicht begriffen, und wir haben dann einfach gesagt, o.k., wir gehen morgen wieder zu unserer Reisegruppe ins Hotel, und für die war damit die Sache erledigt."[45]

Die Illegalität der UdFler hatte auch Konsequenzen für den Komfort des Reisens. Übernachtungen in Hotels oder auf offiziellen Zeltplätzen waren ohne gültige Papiere kaum möglich, ebenso der Kauf von Flug- oder Zugtickets bei der sowjetischen Agentur Intourist, wo Ausländer bevorzugt behandelt wurden. Außerdem wären die Intourist-Tickets für die "Hippies" meist zu teuer gewesen. Die UdFler mussten daher zu den für die einheimische Bevölkerung üblichen Bedingungen reisen, was stunden- und tagelange Wartezeiten sowie Verteilungskämpfe am Schalter mit einschloss. Verhandlungsgeschick und Improvisationskunst waren unbedingte Voraussetzungen einer solchen Fahrt.

In der Nähe der Berge ging es für die Alpinisten häufig nur noch zu Fuß weiter, was wochenlange Anmärsche durch wilde Natur ohne Weg und Steg bedeuten konnte. Um nicht entdeckt zu werden, sahen sich die UdFler teilweise selbst in den Bergen gezwungen, die üblichen Routen zu verlassen und enorme Risiken auf sich zu nehmen. Tauchnitz, Kiesling und König beispielsweise umgingen bei ihrer Besteigung des Elbrus die Schutzhütte Prijut 11 (ca. 4.200 m), da sie gehört hatten, illegal Reisenden würden hier nachts die Stiefel weggenommen. Längere Akklimatisierungsphasen in großer Höhe waren unter diesen Bedingungen oft nicht realisierbar. Durch die Strapazen einer solchen Expedition waren die Bergsteiger bei ihrer Rückkehr teilweise so ausgezehrt, dass die mehrwöchige Krankmeldung, die das lange Fehlen bei den Arbeitgebern entschuldigen sollte, kein Misstrauen erweckte.

Durch ihre Art des Reisens kamen die UdFler enger mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt, als es die hohlen Rituale der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft ermöglichten.[46] Besonders in den einfachen Zugklassen und beim Trampen ließen sich schnell Kontakte zu Einheimischen herstellen und deren Vertrauen gewinnen. "Bei all den sportlichen Unternehmungen [...] – die eigentliche Offenbarung waren die menschlichen Begegnungen."[47] Auf dem Lande herrschten die traditionellen Gesetze der Gastfreundschaft, und häufig wurden die Transitler zu ausgelassenen Festen eingeladen. Die Nähe zu den Einheimischen wurde nicht nur notgedrungen in Kauf genommen, sondern war durchaus ein Ziel der Reisen. Die Transitler hatten den Wunsch, "neben der offiziellen Meinung sich eine eigene Meinung bilden zu können, andere Kulturen kennen zu lernen."[48] Doch nicht nur Einheimische, auch Gleichgesinnte aus Westdeutschland und darüber hinaus der gesamten westlichen Welt konnten die DDR-Transitler unterwegs treffen – was das MfS mit besonderer Sorge betrachtete.[49] So lernte beispielsweise der westdeutsche Globetrotter Uli Ulziffer die Transitszene kennen, wurde zu UdF-Treffen in die DDR eingeladen und konnte den Bergsteigern bei der Beschaffung von Devisen und Ausrüstung helfen.


Fußnoten

24.
Roland Wankerl, Münchner Sachsen, in: Dietrich Hasse/Heinz Lothar Stutte (Hg.), Felsenheimat Elbsandsteingebirge. Sächsisch-Böhmische Schweiz, Wolfratshausen/Obb. 1979, S. 238–254.
25.
Horst Mempel, geb. 1938, aufgewachsen in Sachsen-Anhalt, 1965 DDR-Meister im Zehnkampf, zeitweise als IM des MfS tätig, Sport- und Reisereporter im DDR-Fernsehen und beim MDR (Gespräch m. d. Vf., 4.10.2004).
26.
Mitteilungen der DAV-Sektion Chemnitz, 23 (2002), S. 36–38.
27.
Christian Halbrock, Unterwegs im Land des "Bruderorgans". Transitabweichler und Reisegruppenflüchtige im Spiegel der MfS-Akten, in: Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.), Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010, S. 360–389.
28.
Theobald Austermühle, Unerkannt durch Freundesland. Abenteuertourismus jenseits staatlicher Sanktionen, in: Jochen Hinsching (Hg.), Alltagssport in der DDR, Aachen 1998, S. 272–281; Rainer Bauch/Edgar Nönnig, Abenteuer Pamir. Von der DDR in die Bergwelt Tadshikistans, in: Alpenvereinsjahrbuch Berg, Hg. DAV, ÖAV, AVS, München u.a. 1998, S. 251–258.
29.
Christoph Mäder, geb. 1938, aufgewachsen im Erzgebirge, Leiter der Bezirkstrainingsgemeinschaft (BTG) Alpinistik/Bergsteigen bei der BSG Lok Südost Magdeburg, zahlreiche Expeditionen in SU und Mongolei, Organisation von sechs Fernsehfilmen über das Bergsteigen, SED-Genosse, Dipl.-Ing. für Lebensmitteltechnologie, Betriebsleiter für Fleischkonservenfabriken in der DDR und der Mongolei (Gespräch m. d. Vf., 6.4.2005).
30.
Georg Renner, 1926–2010, aufgewachsen im böhmischen Riesengebirge, Soldat an der Ostfront, 5-jährige Kriegsgefangenschaft im Kaukasus, zahlreiche Expeditionen u.a. in der Sowjetunion, Autor mehrerer Bergbücher, Zeichner der "Renner-Karten", mehrere Ausstellungen zeigten seine Fotografien der sowjetischen Bergwelt, Dipl.-Ing. für Wasserbau (Gespräch m. d. Vf., 7.4.2005).
31.
Christian Halbrock, Unterwegs im Land des "Bruderorgans". Transitabweichler und Reisegruppenflüchtige im Spiegel der MfS-Akten, in: Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.), Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010, S. 360–389.
32.
Reinhard Tauchnitz, geb. 1961, aufgewachsen in Sachsen, zahlreiche Expeditionen in Osteuropa und SU, mit Karsten König einziger DDRler auf Achttausender (Shisha Pangma), Fluchtversuch 1989, Ingenieur für Verkehrsnachrichtentechnik (Gespräch m. d. Vf., 8.4.2005).
33.
Karsten König, geb. 1960, aufgewachsen in Ost-Berlin, zahlreiche Reisen in Osteuropa und SU, Organisation von UdF-Treffen, Fluchtversuch 1989, mit Reinhard Tauchnitz einziger DDRler auf Achttausender (Shisha Pangma), Hausbesetzer, promovierter Physiker, habilitierter Zellbiologe, Gründer und Geschäftsführer der JenLab GmbH in Jena, Professor an der Universität Saarbrücken, Abteilungsleiter am Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) in St. Ingbert (Gespräch m. d. Vf., 9.12.2004).
34.
Uli Ulziffer, geb. 1942, aufgewachsen in Schleswig-Holstein, Globetrotter, zahlreiche Reisen insb. im Ostblock, Berufsschullehrer (Gespräch m. d. Vf., 17.4.2005).
35.
Cornelia Klauß, Unerkannt durch Freundesland – Verbotene Reisen in das Sowjetreich, RBB, 11.12.2006 (Erstausstrahlung); Jörg Kuhbandner/Jan Oelker (Hg.), Transit. Illegal durch die Weiten der Sowjetunion, Radebeul 2010; Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.), Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010.
36.
Christian Halbrock, Unterwegs im Land des "Bruderorgans". Transitabweichler und Reisegruppenflüchtige im Spiegel der MfS-Akten, in: Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.). Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010, S. 360–389.
37.
Theobald Austermühle, Unerkannt durch Freundesland: Abenteuertourismus jenseits staatlicher Sanktionen, in: Jochen Hinsching (Hg.), Alltagssport in der DDR, Aachen 1998, S. 272–281; Robert Conrad, Wegen eines gelochten Fahrscheins unter Spionageverdacht, in: Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.), Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010, S. 211–220.
38.
Christian Halbrock, Unterwegs im Land des "Bruderorgans". Transitabweichler und Reisegruppenflüchtige im Spiegel der MfS-Akten, in: Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.), Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010, S. 364 u. 387.
39.
Reinhard Tauchnitz, Gespräch m. d. Vf., 8.4.2005.
40.
Utz Tayert/Jörg Strümpel, Asien begann in Makat, in: Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.), Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010, S. 235.
41.
Karsten König, Gespräch m. d. Vf., 9.12.2004.
42.
Hartmut Beil, Mein Siebentausender war die Krim, in: Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.), Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010, S. 185–199.
43.
Theobald Austermühle, Unerkannt durch Freundesland: Abenteuertourismus jenseits staatlicher Sanktionen, in: Jochen Hinsching (Hg.), Alltagssport in der DDR, Aachen 1998, S. 274.
44.
Karsten König, Gespräch m. d. Vf., 9.12.2004.
45.
Gerald Krug, geb. 1971, aufgewachsen in Brandenburg, zahlreiche Kletter-Touren in östliche Hochgebirge, Dipl.-Geograf, Autor und Verleger von Kletter- und Reiseliteratur (Gespräch m. d. Vf., 15.7.2004).
46.
Theobald Austermühle, Unerkannt durch Freundesland: Abenteuertourismus jenseits staatlicher Sanktionen, in: Jochen Hinsching (Hg.), Alltagssport in der DDR, Aachen 1998, S. 272–281.
47.
Iduna Böhning, Vom Wohnkomplex 5 E in Hoywoy ans Schwarze Meer (1970–1976), in: Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.). Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010, S. 93–102.
48.
Karsten König, Gespräch m. d. Vf., 9.12.2004.
49.
Christian Halbrock, Unterwegs im Land des "Bruderorgans". Transitabweichler und Reisegruppenflüchtige im Spiegel der MfS-Akten, in: Cornelia Klauß/Frank Böttcher (Hg.). Unerkannt durch Freundesland. Illegal Reisen durch das Sowjetreich, Berlin 2010, S. 360–389.

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