Beleuchteter Reichstag

15.11.2021 | Von:
Holger Kulick

Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung vor 45 Jahren

Fünf Videos aus "Kennzeichen D"

Wie es am 16. November 1976 zur Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR kam und welche Folgen dies hatte. Fünf historische Filmbeiträge aus dem deutsch-deutschen ZDF-Fernsehmagazin "Kennzeichen D". Wolf Biermann, der seitdem in Hamburg lebt, ist am 15. November 2021 85 Jahre alt geworden.

Wolf Biermann während seines Auftritts in der Sporthalle in Köln am 13. November 1976Wolf Biermann während seines Auftritts in der Sporthalle in Köln am 13. November 1976. Drei Tage nach dem Konzert beschloss die SED seine Ausbürgerung (© picture-alliance/ dpa )

Am Dienstag, den 16. November 1976 fällt das SED-Politbüro einen folgenschweren Beschluss. Es nutzt eine Konzertreise des populären Ost-Berliner DDR-Liedermachers Wolf Biermann nach Westdeutschland, um ihn aus der DDR auszubürgern wegen "grober Verletzungen der staatsbürgerlichen Pflichten". Ein erfundener Tatbestand, denn loswerden wollte die SED-Spitze Biermann bereits länger, aufgrund seiner politischen Texte und Zeitkritik am autoritären Stil der SED. Deren jetzt amtierender Parteichef Erich Honecker hatte Biermann bereits 1965 auf einem Kulturplenum der SED geächtet: "Biermann verrät heute mit seinen Liedern und Gedichten sozialistische Grundpositionen". Infolge erhielt der überzeugte Kommunist Auftrittsverbote und wurde intensivst von der DDR-Geheimpolizei Stasi überwacht.

Die Ausbürgerung, ein lang gehegter Stasi-Plan

1971 hatte Wolf Biermann erwogen, eine Einladung zu einem Konzert in Göteborg anzunehmen. Schon damals erwägen Partei- und SED-Spitze, Biermanns Rückkehr "zu unterbinden".1971 hatte Wolf Biermann erwogen, eine Einladung zu einem Konzert in Göteborg anzunehmen. Schon damals erwägen Partei- und SED-Spitze, Biermanns Rückkehr "zu unterbinden". (© RHG)
Das "Schild und Schwert der Partei", die DDR-Geheimpolizei Staatssicherheit, hatte den Plan einer Ausbürgerung Biermanns schon fünf Jahre zuvor konzipiert und auf eine passende Gelegenheit gewartet, es fehlte nur noch ein Durchführungsbeschluss des SED-Politbüros. Dazu kam es an jenem 16. November. Umgehend wurden alle Grenzübergänge der DDR angewiesen, weder Biermann noch Freunde von ihm, wie die Schriftsteller Heinrich Böll oder Günter Wallraff aus Köln in die DDR einreisen zu lassen.

Sogar der Wortlaut, wie Biermann im Falle eines Wiedereinreiseversuchs abzuweisen wäre, wurde allen Grenzern vorgeschrieben. Die Entscheidung über seine Ausbürgerung verkündeten die staatlich gesteuerten Medien der DDR am Abend des 16. November wie folgt in der Nachrichtensendung AKTUELLE KAMERA:

"Die zuständigen Behörden der DDR haben Wolf Biermann, der 1953 aus Hamburg in die DDR übersiedelte, das Recht auf weiteren Aufenthalt in der Deutschen Demokratischen Republik entzogen."

Staatsoffensive gegen die Kultur

Nicht nur Biermann fühlte sich "wie in die Tonne getreten"[1], mied die Presse und sagte umgehend ein für den Abend geplantes Konzert in Bochum ab.

Die Petition von KüstlerkollegInnen Biermanns 1976, die die SED sehr übel nahm.Die Petition von KüstlerkollegInnen Biermanns 1976, die die SED sehr übel nahm. (© RHG)
Die gesamte Kulturszene der DDR war erschüttert, einige prominente Künstler und Künstlerinnen trafen sich beunruhigt am 17. November in Niederschönhausen im Haus des Schriftstellers Stephan Hermlin, sie formulierten dort eine Protestpetition und baten die Staatsführung "die beschlossenen Maßnahme zu überdenken". Vergebens. Stattdessen erhielten einige von ihnen selber Auftrittverbote, wurden in den nachfolgenden Tagen und Wochen inhaftiert, schikaniert und genötigt, ebenfalls die DDR zu verlassen. Auch viele junge Leute, die eigene Protesterklärungen verfassten, wurden bestraft.

Das deutsch-deutsche Fernsehmagazin "Kennzeichen D" des ZDF, das von 1971 bis 2001 bestand und vierzehntägig mit zeitkritischen Berichten aus Ost und West in die DDR und Bundesrepublik ausstrahlte, hatte Biermann in den Jahren zuvor mehrfach heimlich in seiner Wohnung in der Berliner Chausssestraße gefilmt, weil er öffentlich nirgends auftreten durfte. Sein Konzert in Köln hatten die Journalisten ebenfalls mit der Kamera begleitet. Am 17.11.1976 zeigte Kennzeichen D daraus folgenden Ausschnitt in der Länge von 13 Minuten:

In der DDR hat er Auftrittsverbot, im November 1976 darf er erstmals öffentlich im Westen auftreten. Drei Tage danach hat die DDR den Liedermacher Wolf Biermann ausgebürgert. Ein historischer Beitrag aus "Kennzeichen D". (© ZDF Kennzeichen D)

In der Nacht vom 19. auf den 20. November wurde das Konzert in Gänze vom Westfernsehen ausgestrahlt und in der DDR intensiv gesehen. Nun war Biermann noch populärer, als zuvor. Er selbst gab am 19. November nur eine kurze Erklärung ab. Seine Ausbürgerung sei "der panische Schwächeanfall des Politbüros, eine konterrevolutionäre Tollheit", schließlich habe er nichts anderes gesungen "als kritische Solidarität mit der DDR, mit den Menschen, die dort leben." [2]Zwei Wochen später fasste die Kennzeichen D-Redaktion die bitteren Folgen der Ausbürgerung für Künstlerinnen und Künstler, die sich mit Biermann solidarisierten, in einer Schwerpunktsendung zusammen, und zeigte die hilflose Propaganda der SED, die vergeblich versuchte, Biermanns Ausbürgerung zu rechtfertigen und dadurch noch mehr Ansehen verlor:

Am 16. November 1976 ist der regimekritische Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert worden. Die Folgen erweisen sich als gravierend, nicht nur für Künstler und Künstlerinnen in der gesamten DDR, wo ein kultureller Exodus beginnt. Auch gesellschaftspolitisch brechen in der DDR Gräben auf. Eine Schwerpunktsendung von Kennzeichen D vom 1. Dezember 1976. (© ZDF Kennzeichen D)

Sechs Jahre später kam es zu einer kuriosen Ausnahmeregegelung der strengen Aussperrung. Nach einem Bittbrief Biermanns an Erich Honecker[3] durfte der Liedermacher unter Stasi-Bewachung vom Grenzübergang Friedrichstraße über Rahnsdorf nach Erkner fahren, in der S-Bahn von zahlreichen MfS-Mitarbeitenden in Zivil bewacht. Biermanns Ziel war es, ein letztes Mal den todkranken Regimekritiker Robert Havemann drei Tage lang in dessen Haus in Grünheide zu besuchen, wo der prominente Chemiker unter strenger Überwachung der DDR-Geheimpolizei lebte, und in den ersten zwei Jahren nach der Biermann-Ausbürgerung sogar unter Hausarrest stand. Die beiden überzeugten Kommunisten verband eine fast familiäre Freundschaft.

Katja Havemann erstellte dabei ein Video, das Tagesschau und Kennzeichen D drei Tage später ausstrahlen konnten. Es glich einem politischen Vermächtnis des Regimekritikers Havemann, der am 9. April 1982 verstarb. Das Video war gleich nach der Aufnahme auf Schleichwegen außer Landes geschmuggelt worden:

Ein heimlich gedrehtes Video: Drei Tage vor dem Tod des DDR-Regimekritikers Robert Havemann im April 1982 darf der 1976 ausgebürgerte DDR-Liedermacher Wolf Biermann Havemann noch einmal besuchen. Mit Sondererlaubnis der SED-Führung. Ein kurzer Bericht aus Kennzeichen D. (© ZDF Kennzeichen D)

Diese Besuchsmöglichkeit in Grünheide blieb eine Ausnahme und war für Biermann auch kein Anlass, seine kritische Haltung gegenüber der DDR-Führung abzulegen, die er als engstirnige Bonzen und devote Apparatschiks betrachtete, und schon früh in seinem Lied "An die alten Genossen" aufgefordert hatte: "Setzt eurem Werk ein gutes Ende / Indem ihr uns / Den neuen Anfang lasst!". Doch auch in der Bundesrepubik sah (und sieht er) nach wie vor vieles kritisch: Im August 1986, zum 25. Jahrestag des Mauerfalls, führte er für Kennzeichen D in Hamburg eine eindrucksvolle Umfrage über die Perspektiven einer Wiedervereinigung durch:

Eine Straßenumfrage in Hamburg über die Perspektiven einer deutschen Wiedervereinigung zum 25. Jahrestag des Mauerbaus 1986. Interviewer ist der 1976 aus der DDR ausgebürgerte Liedermacher Wolf Biermanns, der am Ende der Kennzeichen D-Sendung des ZDF (bei Minute 41’18) vom 13.8.1986 auch noch einen Vorschlag für eine künftige Nationalhymne unterbreitet. (© ZDF Kennzeichen D)

Weitere sechs Jahre später machte eine neun Künstergeneration in der DDR auf sich aufmerksam. Auch sie bekam umgehend ihre Grenzen von der SED- und Stasi-Führung aufgezeigt, die seit 1976 eine Urangst an den Tag legte, dass ein neuer Biermann heranwachsen könnte. Sie ließ die DDR-Kulturszene gezielt von Spitzeln der Staatssicherheit überwachen, entsolidarisieren und entpolitisieren. Unnachgiebig kritischen Künstlerinnen und Künstlern drohten erneut Zensur, Auftrittsverbote, Verhaftungen und Ausbürgerung, wie Anfang 1988 dem Liedermacher Stephan Krawczyk, dessen Verhaftung am 18. Januar 1988 Wolf Biermann in Kennzeichen D kommentierte:

Am 18. Januar 1988 wird der populäre Ostberliner Liedermacher Stepahn Krawcyk inhaftiert, mehrere Intellektuelle aus Ost- und West kommentieren im ZDF das Geschehen, darunter als Studiogast Wolf Biermann. (© ZDF Kennzeichen D)

War die Ausbürgerung von Wolf Biermann der Anfang vom Ende der DDR? Nachzulesen in seiner 2016 veröffentlichten Autobiografie hat das Biermann folgendermaßen beantwortet[4]:

"...Das ist gut getroffen, aber ebenso falsch. Keine DDR konnte kippen, weil sie irgendeinen jungen Mann mit Gitarre ins deutsch-deutsche Exil jagt. Was Deutschland damals erschüttert hat, am meisten die DDR selbst, war nicht die Ausbürgerung, sondern der unerwartete Protest gegen sie...".

Auf "den wütenden Medienkrach im Westen" seien die DDR-Oberen gefasst gewesen, nicht aber auf die spontane Solidarisierung mit ihm durch andere Kulturschaffende und weite Teile der Bevölkerung, was den anfänglichen Aufbruchsgeist in der DDR unter Erich Honecker nachhaltig zum Erliegen brachte. Aussichten auf Liberalisierung gab es nun keine mehr.

Ausgesperrt auch noch am 4. November 1989

Allerdings sollten noch 13 Jahre vergehen, bis der SED-Vorsitzende und Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, im Zuge der Friedlichen Revolution am 17. Oktober 1989 in der DDR abdanken musste. Doch zur ersten genehmigten Großdemonstration für Demokratie und Reformen in Ostberlin am 4. November 1989 durfte auch Biermann trotz Einladung durch die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley, dort eine Rede zu halten, nicht einreisen. Erst am 1. Dezember 1989 änderte sich das und Wolf Biermann konnte bei einem Konzert in Leipzig auftreten, das die Bürgerbewegung NEUES FORUM in einer Messehalle für ihn organisiert hatte. Sie war überfüllt.
Zu seinem 85. Geburtstag ehrte das Berliner Ensemble Wolf Biermann am 17. November 2021 mit einer Geburtstagsgala - mit im Publikum der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin, weitere Politprominenz sowie zahlreiche WeggefährtInnen Biermanns aus Ost und West. In gewisser Weise auch eine Wiedergutmachungsgeste für den genau 45 Jahre zuvor staatlich ausgebürgerten Liedermacher. Von 1957-59 hatte Biermann am BE als Regieassistent gearbeitet und 1961 im Prenzlauer Berg das Berliner Arbeiter-Theater b.a.t. gegründet, das die SED-Kulturzensur aber schon 1963 vor der Premiere wieder "liquidierte", wie Biermann selber schreibt: "Hausverbot im eigenen Haus".Zu seinem 85. Geburtstag ehrte das Berliner Ensemble Wolf Biermann am 17. November 2021 mit einer Geburtstagsgala - mit im Publikum der Bundespräsident und die Bundeskanzlerin, weitere Politprominenz sowie zahlreiche WeggefährtInnen Biermanns aus Ost und West. In gewisser Weise auch eine Wiedergutmachungsgeste für den genau 45 Jahre zuvor staatlich ausgebürgerten Liedermacher. Von 1957-59 hatte Biermann am BE als Regieassistent gearbeitet und 1961 im Prenzlauer Berg das Berliner Arbeiter-Theater b.a.t. gegründet, das die SED-Kulturzensur aber schon 1963 vor der Premiere wieder "liquidierte", wie Biermann selber schreibt: "Hausverbot im eigenen Haus". (© bpb / H.Kulick)

ERGÄNZEND:

Nachwort: Wolf Biermann im Interview "Dass die Wahrheit auf den Tisch des Hauses Deutschland gelegt wird". Ein Gespräch mit Wolf Biermann über seine Stasi-Akten, Lehren aus der Geschichte, politische Kultur und die Zukunft der Stasi-Unterlagen-Behörde (Länge: 50'06) (© 2006 Bundeszentrale für politische Bildung)
"Dass die Wahrheit auf den Tisch des Hauses Deutschland kommt". Ein Interview der bpb mit Wolf Biermann über seine Stasiakten, geführt 2006. Mit zahlreichen Fotos und Dokumenten. Darunter ist (bei Minute 37'40) auch ein von Erich Honecker und Erich Mielke abgezeichneter MfS-Vermerk, der bereits 1971 eine Ausbürgerung Biermanns aus der DDR vorsah. Er ist im Archiv der Berliner Havemann-Gesellschaft archiviert. Länge: 50'

Zitierweise: Holger Kulick, "Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung vor 45 Jahren", in: Deutschland Archiv, 15.11.2021, Link: www.bpb.de/343310.

Zur Erläuterung der Video-Quelle "Kennzeichen D":

- Joachim Jauer, "D wie Dialog". Die Geschichte von Kennzeichen D. Deutschland Archiv vom 7.9.2021

Zur Vertiefung: Rechtsstaatlickeit als Ziel der Bürgerbewegung in der DDR

- Gerd Poppe, Unrecht, Recht, Gerechtigkeit. Deutschland Archiv vom 12.11.2021

- Stefan Wolle, "Wir waren eine verschwindende Minderheit". Ein Nachruf auf den Bürgerrechtler Reinhard Schult. Deutschland Archiv vom 1.10.2021.

Fußnoten

1.
Vgl. Wolf Biermann, Warte nicht auf bessere Zeiten, Berlin 2016, S. 332
2.
ebd., S. 339/340
3.
ebd., S. 362
4.
ebd., S. 333

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