Beleuchteter Reichstag

14.7.2020 | Von:
Thomas Großbölting

Wem gehört die Friedliche Revolution?

Die Pollack-Kowalczuk-Kontroverse von 2019 als Lehrstück von Wissenschaftskommunikation

Thomas Großbölting analysiert die Pollack-Kowalczuk-Kontroverse aus dem Jahr 2019 über die Friedliche Revolution in der DDR 1989 vor dem Hintergrund aktueller Wissenschaftskommunikation im Rahmen der Corona-Pandemie.

Das Foto zeigt die Demonstration in Leipzig am 16.10.1989. Rund 120.000 DDR-Bürgerinnen und -Bürger demonstrierten damals in Leipzig für mehr Demokratie, Bürgerrechte und Reformen. Der Untergang des SED-Regimes vollzol sich kurz darauf in einem rasanten Tempo.Rund 120.000 DDR-Bürgerinnen und -Bürger demonstrierten am 16.10.1989 in Leipzig für mehr Demokratie, Bürgerrechte und Reformen. Der Untergang des SED-Regimes vollzol sich kurz darauf in einem rasanten Tempo. (© picture-alliance/dpa)

Im Jahr 2019 jährte sich die Friedliche Revolution zum dreißigsten Mal. Was hat dieses ‚Jubiläum‘ gebracht – für die wissenschaftliche Auseinandersetzung? Für die öffentliche Diskussion?[1] Die Bilanz ist ernüchternd. Den profiliertesten (Anti)Akzent setzte der Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF), Frank Bösch: Angesichts der erinnerungskulturellen Inszenierungen titelte er im November des Erinnerungsjahres 2019 „Wir brauchen neue Jahrestage!“[2] und begründete seine Forderung mit dem „Diktat“ der Jubiläen. Auch wenn Autorinnen und Autoren sowie Museen von dieser Aufmerksamkeit profitierten, sei das Fach selbst kaum in der Lage, darüber hinaus öffentlich Themen zu setzen und auch auf alternative, ebenso wichtige Zusammenhänge aufmerksam zu machen. Warum nicht des vierzigsten Jahrestags des Störfalls im amerikanischen Atomkraftwerk nahe Harrisburg gedenken, statt vor allem nationalstaatliche Zusammenhänge in den Vordergrund zu stellen, so die Frage Böschs. Zudem – so sein zweites gewichtiges Argument – zementierten die Konzentration auf die Jahrestage nationale Mythen und ließen Veränderungen im Alltagsleben der Menschen außen vor: Die Geschichte von Migration und Rassismus, die Bedeutung der Rentenreform beispielsweise ließe sich auf diese Weise nicht thematisieren.

Das ist ein veritabler Weckruf und Gedankenanstoß – und berücksichtigt dennoch, dass die Friedliche Revolution selbst ein gewichtiges Vergangenheitsmoment ist, an dem sich unsere Gegenwartsgesellschaft abarbeitet und das auch in Zukunft tun wird: In der Demokratiegeschichte Deutschlands war 1989/90 eines der wenigen Highlights. Das Ende der SED-Diktatur und die Wiedervereinigung prägten das Leben vor allem der Ostdeutschen, aber auch ihrer späteren Mitbürgerinnen und Mitbürger im Westen bis heute entscheidend mit. Aber auch fokussiert auf die Friedliche Revolution nimmt sich die Bilanz nicht besser aus. Trotz aufwändiger Inszenierungen vor allem in der Hauptstadt Berlin blieb die Resonanz verhalten. Im dreißigsten Jahr danach sei es nicht gelungen, in der Öffentlichkeit und im gesamtdeutschen Geschichtsbild, ein erinnerungskulturelles Narrativ der Geschehnisse von 1989/90 zu etablieren, das „für die Mehrheit der Deutschen positiv anschlussfähig“ sei, so beobachtete der Soziologe und Theologe Hagen Findeis.[3] Wissenschaftlich und publizistisch habe es mittlerweile nahezu unzählige Versuche der Rekonstruktion und Ausdeutung dessen gegeben, was sich 1989/90 in Deutschland ereignet hat: Wofür steht die Revolution? Wer waren ihre Akteure? Was sagt uns das vergangene Geschehen heute? Allerdings sei die Außenwirkung dieser Debatten über den inner circle der geschichtspolitisch aktiven Profis hinaus minimal geblieben.[4]

Findeis spielt damit auf die einzige öffentlich wahrnehmbare Kontroverse an, die die Erinnerung an die Friedliche Revolution ausgelöst hat: Ausgetragen wurde sie im Sommer 2019 zwischen dem Soziologen Detlef Pollack und dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk – beide sind in der DDR aufgewachsen. Zur Debatte stand die Charakterisierung der Friedlichen Revolution und insbesondere die Frage danach, wer die Triebkräfte des Widerstands gegen die SED-Diktatur waren.

Den Auftakt machte der Religionssoziologe Detlef Pollack mit einer wissenschaftlich wenig spektakulären, aber provokanten These, da sie den gängigen öffentlichen Konsens in Frage stellte: Es sei eine „Mär“ und deswegen „höchste Zeit, mit einer Legende aufzuräumen“, so Pollack am 12. Juli 2019 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass die Oppositionellen in der DDR die Friedliche Revolution angeregt, angeführt und letztlich zu einem erfolgreichen Ende gebracht hätten. Es sei vorrangig die Ausreisebewegung und die damit verbundene massenhafte Abwanderung vor allem von jungen und gut ausgebildeten DDR-Bürgerinnen und -Bürgern gewesen, die das System der DDR (mit) ins Wanken gebracht habe. „Der Umbruch ging weniger von den Alternativen und den Kirchenleuten aus, die mit ihren langen Bärten und Kerzen in der Hand der Mehrheitsbevölkerung eher suspekt erschienen. Vielmehr waren es die Normalos (den Westdeutschen mit merkwürdigen stonewashed Jeans, Dauerwellen und Schnauzern in Erinnerung), die zunächst Gorbatschows neue Freiheit nutzten, um Kritik am eigenen System zu üben, die Sehnsucht nach Konsum und Reisefreiheit hatten, massenweise in den Westen flüchteten und schließlich ohne Führung durch die Opposition auf die Straße gingen und die Staatsmacht, allseits unerwartet, tatsächlich in Bedrängnis brachten.“[5]

Ilko-Sascha Kowalczuk konterte drei Tage später: „Eine Minderheit bahnte den Weg“, so der die These des Artikels beschreibende Titel:[6] Es gebe in der Forschung einen Konsens darüber, „dass die Bürgerbewegten von entscheidender Bedeutung für die Revolution“ waren. „Sie waren diejenigen, die im Sommer und Frühherbst überhaupt erst viele Menschen mobilisierten und motivierten, sich zu engagieren, auf die Straße zu gehen. Sie boten ein Podium, eine Möglichkeit gemeinsamen Handelns, sie prägten Kultur und Sprache der Revolution und artikulierten ihre Forderungen.“ So habe beispielsweise die Gründung des Neuen Forums am 9./10. September vielen tausenden Menschen die Möglichkeit eröffnet, in der DDR zu bleiben und sich gegen die SED-Herrschaft zu engagieren. „Die DDR veränderte sich von unten, weil Oppositionelle, Bürgerrechtler, Widerständler nach vielen Jahren der Enge nun Mittel und Wege gefunden hatten, zu mobilisieren, Tausende Menschen dort abzuholen, wo sie standen.“

Mit diesem Meinungsaustausch hätte es sein Bewenden haben können:[7] Beide Positionen waren viel weniger weit voneinander entfernt, als es die krachende Antwort auf den Artikel Pollacks suggerierte. Kowalczuk selbst hatte in seinem 2009 veröffentlichten Buch „Endspiel“ die Bedeutung der Ausreisebewegung für die Dynamik der Friedlichen Revolution betont und lag damit nahe an der Pollack-Position.[8]

Oder aber – so die zweite Möglichkeit – der erste Aufschlag hätte sich im besseren Fall zu einer Reihe von Fragen und produktiven Forschungen entwickeln können: Inwieweit unterliegen Revolutionen allgemeinen ‚Gesetzmäßigkeiten‘, und lassen sich diese gar zu einer Theorie verdichten, so wie von Kowalczuk wiederholt argumentiert? Wie formte sich das Geschehen in der DDR, in Leipzig, aber auch anderswo aus? Warum wuchs der Protest in der sächsischen Metropole im Oktober schlagartig auf die 70.000 Beteiligten, die dann den Leipziger Stadtring füllten? Welche zeitlichen Rhythmen und Dynamisierungen waren zu beobachten, in welcher Sprache, in welchen Formen und symbolischen Kommunikationen entwickelte sich der Protest? Und ganz basal: Wie viele DDR-Bürgerinnen und -bürger gingen tatsächlich auf die Straße und ließen sich zum Protest gegen die SED-Diktatur motivieren?

Während Pollack die breite Beteiligung der „Normalos“ betonte, argumentierte Kowalczuk damit, dass immer nur eine Minderheit der DDR-Bevölkerung auf der Straße war. Schon allein diese Kontroverse ist unlösbar, wenn man sich nicht über die Kriterien der jeweiligen Behauptung austauscht: Was ist eine Minderheit? Wie wirkt eine „Revolution“ auch bei denjenigen, die – so ein immer wieder bemühter Topos – passiv zuschauend „hinter der Gardine“ standen? All diese (und viele weitere) Fragen waren aufgeworfen, ohne dass aber Leserin und Leser in den folgenden Artikeln in Zeitung und Netz darauf Antworten bekommen hätten.[9] Der Streit war bemerkenswert – leider nicht wegen des Inhalts der Debatte, sondern wegen „der verletzenden Schärfe“, mit der er in dem dann folgenden Wechsel von Stellungnahmen geführt wurde.[10]

Wissenschaftskommunikation: Corona als Exempel?

Welche Chancen, aber auch welche Herausforderungen und Grenzen im Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit liegen, führt uns dieser Tage die Corona-Pandemie in Extremform vor Augen. Das ist die Folie, auf der dann die Pollack-Kowalczuk-Kontroverse in diesem Beitrag analysiert wird.

Wie vieles andere auch hat die Corona-Pandemie das Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit noch einmal intensiv ausgeleuchtet. Es war die Krise, die ganz grundsätzliche Dispositionen verschärfte und zum Vorschein brachte: Während der Präsident der Vereinigten Staaten seine wissenschaftlichen Berater öffentlich düpierte, stieg in Deutschland die Wissenschaft – oder zumindest doch ein Teil von ihr – temporär zum neuen Leitstern auf. Wie in wenigen anderen Staaten sind Politik und öffentliche Meinung in Deutschland eine Allianz mit der Wissenschaft eingegangen. Dafür steht kein anderer stärker als der Berliner Virologe Christian Drosten, der insbesondere in den ersten Wochen der Diskussion zum „Erzähler der Krise“ aufrückte[11] – nicht zuletzt auch deshalb, weil neben ihm viel Platz blieb: Weder aus der Politik noch sonst aus dem öffentlichen Leben fanden sich in den ersten Tagen und Wochen, in denen die Corona-Epidemie als neues Phänomen erkennbar wurde, Menschen, die Deutungen anboten und damit die Bedrohung handhabbar machten.

Diese für eine pluralistische offene Gesellschaft wie die deutsche ungewöhnliche „Heldenverehrung“ eines Wissenschaftlers versuchte der Protagonist selbst immer wieder zu durchbrechen, wenn er auf die Grenzen seiner Expertise hinwies, sich selbst als Lernenden innerhalb der Krise charakterisierte und durchaus offen und offensiv während der darauf folgenden Zeit seine Standpunkte in wichtigen Fragen und Entscheidungsfällen anpasste und revidierte: die Wirksamkeit eines Mundnasenschutz, die von Kindern ausgehende Infektionsgefahr – in einer Reihe von Punkten veränderten sich Drostens Einschätzungen mit dem sich wandelnden Forschungsstand.

All das wurde zu Recht von der Leiterin des Zentrums für Wissenschaftskommunikation, Exzellenz Cluster „Religion und Politik“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Viola van Melis, als „Sternstunde“ von Wissenschaftskommunikation charakterisiert, gerade weil Wissenschaft sich als selbstreflexiver und lernender Zusammenhang präsentierte.[12] Dass sich anschließend rasch die „alten Muster“ wieder durchzusetzen drohten, ist nicht zu verkennen: Der künstlich aufgebaute Nimbus wurde dann zerstört, als sich immer stärker auch andere Protagonisten der Virologenszene, aber auch andere Medizinerinnen, Statistiker wie auch Sozialwissenschaftler verschiedener Provenienz zu Wort meldeten. Die damit auftauchenden Meinungsverschiedenheiten und Dispute versuchten Teile der Medien rasch zum Zerwürfnis zu stilisieren. Nicht nur einmal erwies sich die Gruppe der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tatsächlich als Community, wenn es gelang, die von den Medien ausgerufenen Expertenkriege zu dem herunterzuhandeln, was sie tatsächlich sind: der produktive Austausch in der Wissenschaft.[13]

Lehren aus dem Pollack-Kowalczuk-Konflikt

Die Kontroverse Pollack-Kowalczuk knüpft nur wenig an dieses Idealbild einer selbstreflexiven Wissenschaft an und erweist sich allenfalls in der Schlussepisode als gelungene Wissenschaftskommunikation. Schon die erste Entgegnung auf den Artikel Pollacks geriet zum geschichtspolitischen Fanal – und gab in vielerlei Hinsicht den Ton für die folgende Debatte vor: Die These Pollacks wurde von Beginn an in eine Auseinandersetzung um die Festveranstaltung zum dreißigsten Jahrestag der Friedlichen Revolution in Leipzig eingeordnet: Ausgerechnet Gregor Gysi, den Parteichef der SED-PDS ab Dezember 1989, hatten die Veranstalter als Festredner zum 9. Oktober eingeladen. Für die Aktiven der Bürgerrechts- und Oppositionsbewegung war das eine Provokation sondergleichen. Schon zu Beginn seiner Entgegnung ordnete Kowalczuk Pollacks Artikel diesem Vorgang zu und wertete ihn als einen weiteren Schritt des Bemühens darum, „die Geschichte der Revolution umzuschreiben“.

Kowalczuks Hauptargument von der Bedeutung der Bürgerrechtsbewegung für die Friedliche Revolution gerann danach zur Behauptung, als mit einem Konsens in der Forschung argumentiert wurde: Ja, ohne Zweifel war die Bürgerbewegung von „entscheidender Bedeutung“ für die Friedliche Revolution, das konzedierte auch Pollack im Folgeartikel.[14] Aber inwiefern, für welche Segmente und für welche Zeiträume das gilt, welche Bedeutung ihr beispielsweise im Verhältnis zu anderen Aufbrüchen wie der Ausreisebewegung zukam – all diese Fragen sind durchaus eine Diskussion wert.

Laut Kowalczuk waren es Protagonistinnen und Protagonisten der DDR-Opposition, die bewirkten, dass die zuvor vor allem in den Kirchenräumen stattfindenden Leipziger Friedensgebete in die Öffentlichkeit getragen wurden. Ihr jahrelanges und auch mit vielen persönlichen Einschränkungen und Repressionen verbundenes Engagement gilt es zu würdigen – und dennoch blieb ihre Öffentlichkeitswirkung in der DDR begrenzt: zum einen, weil sie – so das später von Pollack angeführte Argument – unterhalb der Schwelle einer möglichen Kriminalisierung durch die Stasi arbeiten mussten und wollten, zum anderen, weil ihre Breitenwirkung in die Bevölkerung insgesamt begrenzt war.

Die zahlenmäßig kleine Gruppe der Oppositionellen und die große Mehrheit der „Normalbürger“ verband wenig – weder in den politischen Ansichten noch mit Blick auf die Lebenswelt und die Alltagsverbringung. Es war hingegen die massive Ausreisewelle, die auch für den Normalbürger- und die -bürgerin klar machte, dass eben nicht alle „in einem Boot saßen“, sondern die Übersiedlung in den Westen eine reelle Alternative zum Leben in der DDR darstellte. Die westdeutschen Fernsehbilder aus den bundesdeutschen Botschaften in Osteuropa transportierten diese Erfahrung in (fast) die ganze DDR und enttäuschten auf diese Weise die Bevölkerung.

Dies ist meine These zur Erklärung der Dynamik der friedlichen Revolution Ende September, Anfang Oktober in Leipzig und anderswo, die nah an der Analyse von Pollack liegt. Damit ist meines Erachtens der Anlass der Demonstrationsbewegung angemessen beschrieben.

Zugleich aber ist es in dieser Frage sinnvoll, nicht in einer Entweder-oder-Logik zu verbleiben und den Blick zu weiten. Wer nicht nur nach den situationsgebundenen Faktoren für die Entwicklung der Demonstrationsbewegung fragt, sondern die Verdichtung der Protestbewegung auch mittel- und längerfristig in den Blick nimmt und auf ihre Ursachen befragt, der wird die Bedeutung der Oppositionsbewegung kaum negieren können: Die Aufdeckung der Fälschungen bei der Kommunalwahl in der DDR Anfang Mai 1989, die sich daran anschließenden Mahnwachen und andere, meist kleine Proteste schufen eine Öffentlichkeit, die nicht mehr von der Diktatur kontrollierbar war.

Und auch wenn aus diesen Zusammenhängen nur wenige direkte Linien zur Demonstrationsbewegung des Herbstes führten, so wurde hier doch sprachlich, symbolisch und in den verschiedenen Aktionsformen ein Weg zur Friedlichen Revolution gebahnt. Max Weber als der Altmeister der Reflexion zur wissenschaftlichen Objektivität hat eindringlich vor der „mittleren Linie“ gewarnt, „die um kein Haarbreit mehr wissenschaftliche Wahrheit (sei), als die extremsten Parteiideale von rechts oder links.“[15] Und doch scheint mir bei der verhandelten Diskussion um die Friedliche Revolution eine solche Unterscheidung von Ursache und Anlass sinnvoll, um die nach wie vor spannende Frage nach dem Zusammenbruch der vierzig Jahre lang so stabilen Diktatur zu diskutieren.

Ob ich mit meiner Interpretation richtig liege? Darüber kann und sollte man offen streiten. In der Kontroverse wurde das nicht getan. Stattdessen schwenkte die Debatte ins Persönliche, wenn Pollack vorgehalten wurde, von der Situation in Leipzig deswegen nichts wissen zu können, da er zu diesem Zeitpunkt einen Forschungsaufenthalt in der Schweiz verbracht hatte.

Dieser polemische Bogen ging weit über die Suggestion hinaus, dass persönliche Zeitzeugenschaft Voraussetzung für historisches Arbeiten sei. „Vorsichtig formuliert: Wer das Privileg genoss, Reisekader zu sein, gehörte nicht gerade zu den entschiedensten Gegnern des SED-Staates.“[16] Auch wenn Pollack in seinem Folgeartikel umstandslos einräumte, tatsächlich in Zürich gewesen zu sein, zugleich aber betonte, in zweiter Reihe in den „heißen Wochen“ zuvor sich in Leipzig an den Demonstrationen beteiligt gehabt zu haben, prägte dieser Schlenker die weitere öffentliche Diskussion: Pollack wurde nicht nur eine „kalkulierte Diffamierung der Opposition[17] vorgeworfen, sondern ganz umstandslos als „uninformierter Religionssoziologe“ in eine Reihe mit „SED-PDS-Linkspartei- oder AFD-Demagogen, Geschichtsfälschern aller Couleur (...) oder Journalisten“ gestellt.[18]

Nicht allein diese Beiträge zeigten, dass die Debatte „weniger mit historischem Detailwissen zu tun (hatte) als mit erinnerungskulturellen Setzungen und Verteidigung der Deutungshoheit“, so rückblickend das Urteil des Historikers Ralf Jessen.[19] Damit war weder wissenschaftlich noch publizistisch-öffentlich irgendetwas gewonnen.

Was aber an Potenzial in dieser Debatte vorhanden war und verschenkt wurde, zeigte im Nachgang eine Sendung des Deutschlandfunks. „Hat die DDR-Opposition die friedliche Revolution herbeigeführt? Oder war es doch (...) die Abstimmung mit den Füßen auf den Straßen der DDR?“, fragte die Journalistin Karin Fischer am 7. September 2019 die beiden Kontrahenten. Nach der Eingangsbeteuerung von Kowalczuk, dass die Differenzen in den Eingangsstatements auf einen fachlichen Disput hinwiesen und „gar nicht so konturiert sind“,[20] gelang eben das: Abgewogen wurde, was der Beitrag der Oppositionsbewegung zur Dynamisierung der Friedlichen Revolution war, welche Bedeutung dem Neuen Forum für diesen Prozess zukam oder wie sich beispielsweise das Herüberschmuggeln von Filmaufnahmen vom Protest in den Westen in der internationalen wie deutsch-deutschen Öffentlichkeit/Politik auswirkte. Dies geschah durchaus scharf, kontrovers, aber mit Zuhören und ernsthaftem Umgang mit den Argumenten des jeweils anderen, indem man darauf Bezug nahm, positiv oder auch negativ. Selbst der Versuch, das Argument des anderen zu widerlegen, ist zunächst einmal eine Respektbekundung vor der konträren Position.

Was ist Wissenschaft?

Wiederholt beschwerte sich Kowalczuk gegenüber dem FAZ-Herausgeber darüber, dass er als wissenschaftlicher Mitarbeiter gegenüber dem Professor aus Statusgründen benachteiligt werde: „das muster ist ganz typisch: der herr professor darf das letzte wort behalten“.[21] Es wäre naiv zu meinen, dass Hierarchien, Titel und andere Statusmarkierungen in der Wissenschaft wie auch in ihrer öffentlichen Wahrnehmung keine Rolle spielten. Tatsächlich aber sollten es andere Kriterien sein, die wissenschaftliche Autorität begründen und nach außen hin kenntlich machen: Die weit verbreitete Wissenschaftsskepsis wird sich im Zweifel weniger mit mehr Information über die jeweils umstrittene Problemstellung beheben lassen, sondern vor allem dadurch, dass bestimmte Grundprinzipien von Wissenschaft aktiv demonstriert, kommuniziert und stilprägend werden.

Dazu gehört zunächst, dass wissenschaftliche Expertise in sich begrenzt und vorläufig ist. Diese an und für sich triviale Feststellung schließt mit ein, dass die disziplinäre Nachbarin oder der Fachkollege mit ihren jeweiligen Wissensbeständen und Kompetenzen wertgeschätzt und ernstgenommen werden. Viel grundsätzlicher aber ist: Wissenschaftliche Expertise ist prinzipiell auf Vorläufigkeit und Falsifizierbarkeit angelegt. Wer Ergebnisse nicht als Fakten präsentiert, sondern transparent Auskunft gibt über methodische Verfahren, empirische Grundlagen und eigene Perspektiven, die die Interpretation mit beeinflussen, ist nahezu automatisch vor Dogmatismus gefeit.

Für die Historikerinnen und Historiker lässt sich der Prüfstein für die Wissenschaftlichkeit noch einmal konkretisieren: Wie wenig andere Wissenschaftsdisziplinen lebt die Geschichtswissenschaft davon, dass sie permanent und im Wechselspiel zwei Perspektiven einnimmt. „Während das eine Auge in der Zeit- und Standortgebundenheit des Wissenschaftlers haften bleibt, richtet sich das andere auf die historische Tiefe.“[22]

Nur mittels der Reflexion der eigenen Standortgebundenheit, aber auch mit dem Blick auf das Orientierungsbedürfnis der jeweiligen Gegenwart lässt sich der Blick in die Vergangenheit tatsächlich als methodisch kontrollierte und reflektierte Wissenschaft betreiben. Diese Prämisse historischen Arbeitens war in der Vergangenheit mal mehr, mal weniger stark präsent. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Einsicht in diesen Zusammenhang nicht nur als Subdisziplin einer „Geschichte zweiten Grades“ etabliert, sondern ist mindestens all denjenigen, die kulturwissenschaftlich inspiriert die Vergangenheit zu Geschichte formen (wollen), zu einer Selbstverständlichkeit geworden.[23] Daraus gewinnt das Fach seine eigenen Standards, diese Spannung macht die Geschichte zugleich besonders attraktiv für die öffentliche politische und geschichtspolitische Debatte.

Davon abgeleitet sollte sich nicht nur die Wissenschaft allgemein, sondern auch die Disziplinen, die aus Vergangenheit Geschichte machen, vor allem als organisierte Skepsis präsentieren, selbst auf die interne Pluralität reflektieren und auf die „Vorbehaltlichkeit“ ihrer Ergebnisse verweisen.[24] Der Naturwissenschaftler Emanuel Wyler hat in einem „Zwischenruf aus dem Labor“ das schöne Bild von der Wissenschaft als Mosaik geprägt, in das sich jede neue Erkenntnis als einzelner Stein einordne. „Nicht als fertig zusammengesetzte Bilder, schon gar nicht für sich allein alles erklärend, sondern als Schritte in einem Prozess, die auch wieder rückwärtsgegangen werden können.“[25] Für das öffentliche Gespräch über das Gestern und darüber, wie aus Vergangenheit Geschichte wird, ist das eine hilfreiche Orientierung.

Zitierweise: Thomas Großbölting, "Wem gehört die Friedliche Revolution? Die Pollack-Kowalczuk-Kontroverse von 2019 als Lehrstück von Wissenschaftskommunikation", in: Deutschland Archiv, 14.07.2020, Link: www.bpb.de/312786.

Fußnoten

1.
Vgl. für die Jahre bis 2015 Sebastian Klinge, 1989 und wir. Geschichtspolitik und Erinnerungskultur nach dem Mauerfall, Bielefeld 2015.
2.
Frank Bösch, Wir brauchen neue Jahrestage, in: Der Tagesspiegel, 04.11.2020, www.tagesspiegel.de/politik/erinnerungskultur-wir-brauchen-neue-jahrestage/25186552.html, zuletzt aufgerufen am 27.06.2020.
3.
Hagen Findeis, Dreißig Jahre friedliche Revolution und keiner geht hin, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2019, S. 14.
4.
Ebenda.
5.
Detlef Pollack, Es war ein Aufstand der Normalbürger, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2019, S. 9.
6.
Ilko Sascha Kowalczuk, Eine Minderheit bahnte den Weg, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2019, S. 9.
7.
Vgl. Martin Sabrow, Mythos 1989. Rückblick auf ein historisches Jahr. Wem gehört die friedliche Revolution?, www.bpb.de/300737, zuletzt aufgerufen am 8.07.2020.
8.
Vgl. Ilko-Sascha Kowalczuk, Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, München 3.Auflage 2015, S. 273, passim.
9.
Vgl. Detlef Pollack, Die verachtete Bevölkerung der DDR, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2019, S. 11. Vgl. vor allem die Dokumentation verschiedener Mails und Leserbriefe www.havemann-gesellschaft.de/themen-dossiers/streit-um-die-revolution-von-1989/, zuletzt aufgerufen am 25.06.2020.
10.
Vgl. Sabrow, Mythos (Anm. 7).
11.
Jan Kalbitzer, Die Stille neben ihm. Christian Drosten und die Medien, in: Die Zeit, 27.05.2020.
12.
Viola van Melis, Im Bermuda-Dreieck von Corona, in: Kölner Stadt-Anzeiger, 17.04.2020, S. 19.
13.
Vgl. zum Beispiel Alexander Kühn im Interview mit Jörg Stoye, „Ich will nicht Teil einer Kampagne sein“, in: Der Spiegel, 25.05.2020.
14.
Vgl. Detlef Pollack, Verachtete Bevölkerung (Anm. 9).
15.
Max Weber, Die „Objektivität“ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik 19 (1904), 1, S. 22-87, S. 30.
16.
Ilko-Sascha Kowalczuk, Minderheit (Anm. 6).
17.
So Karin Hattenhauer in einem Leserbrief an die FAZ vom 25. 7.2019, S. 9, dokumentiert auf www.havemann-gesellschaft.de/fileadmin/robert-havemann-gesellschaft/themen_dossiers/Streit_um_die_Revolution_von_1989/KH_FAZ_25072019.pdf, zuletzt aufgerufen am 2.07.2020.
18.
Nicht veröffentlichter Leserbrief von Gerd Poppe, dokumentiert auf ebd.
19.
Annette Prosinger, Ein Land fürs Geschichtsbuch, in: Welt am Sonntag, 8.9.2019.
20.
Eine Tonaufnahme findet sich im Webportal des Deutschlandfunks: file:///Users/tg/Documents/apuz%20elektronisch%20kowalczuk%20pollack/hat_die_ddr_opposition_die_friedliche_revolution_bewirkt_dlf_20190907_1705_5070492b.mp3.webarchive, zuletzt aufgerufen am 01.07.2020.
21.
Kowalczuk an Kaube, E-Mail vom 16.7.2019, dokumentiert auf www.havemann-gesellschaft.de/fileadmin/robert-havemann-gesellschaft/themen_dossiers/Streit_um_die_Revolution_von_1989/KH_FAZ_25072019.pdf, zuletzt aufgerufen am 02.07.2020.
22.
Andreas Wirsching, Von der Lügenpresse zur Lügenwissenschaft? Zur Relevanz der Zeitgeschichte als Wissenschaft heute, veröffentlicht am 19.4.2018, https://zeitgeschichte-online.de/geschichtskultur/von-der-luegenpresse-zur-luegenwissenschaft, zuletzt aufgerufen am 27.6.2020.
23.
Vgl. Christoph Cornelißen, Erinnerungskulturen, Version: 2.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 22.10.2012, http://docupedia.de/zg/cornelissen_erinnerungskulturen_v2_de_2012, DOI: http://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok.2.265.v2, zuletzt aufgerufen am 27.6.2020; Sabine Moller, Erinnerung und Gedächtnis, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 12.04.2010, http://docupedia.de/zg/moller_erinnerung_gedaechtnis_v1_de_2010; DOI: http://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok.2.323.v1, zuletzt aufgerufen am 27.6.2020.
24.
Interview mit Peter Strohschneider, Wer sagt dem König, dass die Füchse auch nicht alles wissen?, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2019.
25.
Emanuel Wyler, Die Pandemie verändert auch die Wissenschaft, in: Die Welt, 20.06.2020.
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Thomas Großbölting für Deutschlandarchiv/bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und des/der Autors/-in teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.


Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

Mehr lesen

Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen des Berliner Fotografen Alexander Kupsch, aus historischen Fotos vom zerstörten Berlin und Aufnahmen aus dem Jahr 2015, rücken die zerstörerische Kraft des Krieges erneut ins Bewusstsein, indem sie die Ruinen aus dem Mai 1945 ins Berlin von heute übertragen.

Mehr lesen

NEU: Videoreportagen

Vom Einläuten der Friedlichen Revolution

Rund um den 7. Oktober 1989 herrschte Ausnahmezustand in mehreren Städten der DDR. Polizei, Betriebskampfgruppen und Stasi gingen gewaltsam gegen Demonstranten vor, die friedlich für Reformen, Demokratie und Reisefreiheit eintraten - und sich mit Kerzen, Worten und Zivilcourage gegen die Staatsmacht durchsetzten. Ein filmischer Überblick.

Jetzt ansehen

Themenseite

30 Jahre Mauerfall

Die Berliner Mauer war über 28 Jahre das Symbol der deutschen Teilung und des Kalten Krieges. Am 9. November 1989 reagierte die DDR-Regierung mit Reiseerleichterungen auf den Ausreisestrom und monatelange Massenproteste – die Mauer war geöffnet. Wir präsentieren ausgewählte Angebote zur Geschichte der Mauer und des Mauerfalls.

Mehr lesen

Deutschlandarchiv bei Twitter

Ausstellung + Film

Die Mauer. Sie steht wieder!

Was wäre, wenn die Mauer Berlin erneut halbieren würde? 30 Jahre nach dem Mauerfall erinnert das Deutschland Archiv der bpb mit 30 Bildmontagen und einem Film von Alexander Kupsch an das Bauwerk, das die Stadt über 28 Jahre lang teilte.

Mehr lesen

Chronik der Mauer

Es erwartet Sie eine Fülle von multimedial aufbereiteten Informationen über Mauerbau und Mauerfall - und über die Opfer der Grenze.

Mehr lesen auf chronik-der-mauer.de

Dossier

Stasi

Alles wissen, alles kontrollieren, Menschen manipulieren. Aus der Arbeitsweise der DDR-Geheimpolizei "Stasi" ist auch viel zu lernen über die Mechanismen von Diktaturen der Gegenwart. In der DDR überwanden couragierte Bürgerinnen und Bürger allerdings 1989 ihre Angst vor der "Staatssicherheit". Vor 30 Jahren wurde sie gänzlich entmachtet.

Mehr lesen

Online-Angebot der bpb und der Robert-Havemann-Gesellschaft

jugendopposition.de

Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Texten, Videos, Audios, Fotos und Dokumenten.

Mehr lesen auf jugendopposition.de

Online-Archiv

www.wir-waren-so-frei.de

Fast 7.000 private Filme und Fotos aus der Umbruchzeit 1989/90 sowie über 100 begleitende Erinnerungstexte. Dazu ost- und westdeutsche Medienberichte. Die persönlichen Erfahrungen der Fotografen und Filmemacher bieten zusammen mit der öffentlichen Berichterstattung vielfältige Blicke auf die historischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf den Alltag in Ost und West.

Mehr lesen auf wir-waren-so-frei.de

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

Mehr lesen

13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

Mehr lesen

Zu dem Thema "Children of Transition, Children of War, the Generation of Transformation from a European Perspective" diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Deutschlandforschertagung 2016 vom 3. bis 5. November 2016 in der Universität Wien. Die Tagungsdokumentation gibt Einblick in die Themen und Ergebnisse.

Mehr lesen

Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Über ihre Erlebnisse hat Kathrin von August bis November 2019 im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich" berichtet.

Mehr lesen

Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie in der Datenbank.

Mehr lesen auf bpb.de

Der Tag in der Geschichte

  • 13. August 1961
    Zum Bau der Mauer in Berlin: 13. 8. 1961. Weiter
  • 13. August 1961
    Mauerbau in Berlin: 13. 8. 1961. Weiter
  • 13. August 1961
    Die DDR beginnt mit Rückendeckung des Warschauer Pakts eine Mauer entlang den Westsektoren Berlins aufzubauen und die Grenze zur BRD zu befestigen. Diese Sperr- und Kontrollmaßnahmen werden damit begründet, dass man »dem Treiben der westdeutschen Revanchisten... Weiter
  • 13. August 1961
    Zum Bau der Berliner Mauer: 13. 8. 1961. Weiter
  • 13. August 1961
    Zum Mauerbau in Berlin: 13. 8. 1961. Die Hinnahme des Mauerbaus durch den jungen US-Präsidenten John F. Kennedy (seit 20. 1. 1961) führt langfristig zu einer Neuorientierung der Deutschland- und Ostpolitik - zuerst in der oppositionellen SPD um den... Weiter
  • 13. August 1980
    Gleichbehandlung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz durch das EG-Anpassungsgesetz: Jedem Arbeitgeber wird verboten, einen Arbeitnehmer seines Geschlechts wegen zu benachteiligen oder zu maßregeln. Geschlechtsspezifische Stellenausschreibungen sind... Weiter
  • 13. August 1989
    Die Botschaft der BRD in Budapest wird wegen des Ansturms von ca. 180 ausreisewilligen DDR-Bürgern geschlossen. Ungarn hatte mit dem Bau von Lagern (u. a. Auffang-und Zeltlagern) für DDR-Flüchtlinge begonnen und die beiden deutschen Staaten gedrängt, das... Weiter
  • 13. August 1997
    Das Gesetz zur Bekämpfung der Korruption verschärft die bisherigen Strafvorschriften und führt neue ein: u. a. Drittbegünstigungen, die nicht Amtsträgern direkt zugute kommen, sondern ihnen Nahestehenden; das sog. »Anfüttern«, das der vorbereitenden... Weiter