Nach dem Mauerbau 1961 (
Folge 3: Jazz in der DDR auf Nischen- und Bühnensuche
Einfallsreich wurden auch Ost-West-Begegnungen mit gemeinsamen Jam-Sessions ermöglicht und Plattenaufnahmen, organisiert in "vertraulicher Konspiration". Eingeladen werden konnte oft nur mittels Flüsterpropaganda, und clever umgegangen werden musste mancherorts mit auffälligen "Leuten in kurzen Anzügen", die versuchten, im Auftrag der Geheimpolizei Stasi vorab möglichst viele Plätze zu besetzen. Ost-West-Kontakte am Rande konnten aber auch sie selten verhindern. Viele Auftritte wurden ohne Verträge realisiert, mal spät am Abend in einem ungenutzten Billardsaloon, in Studentenclubs, Kirchen oder einem extra gemieteten Kino. Die Pfiffigkeit einzelner Jazzfans als Veranstalter war dann entscheidend. Mit ihren Erinnerungen zu Wort kommen in dieser Folge unter anderem Friedhelm Schönfeld, Uli Gumpert, Ulli Blobel, Alexander von Schlippenbach, Sven-Åke Johansson und andere mehr.
Das Team der Jazz-Podcaster (v.l.n.r.): Die Musikredakteurin Dörte Fiedler, als Moderatorin Julia Neupert vom SWR und die Jazz-Musiker Peter Ehwald und Ulrich Kempendorff. (© bpb / Holger Kulick)
Das Team der Jazz-Podcaster (v.l.n.r.): Die Musikredakteurin Dörte Fiedler, als Moderatorin Julia Neupert vom SWR und die Jazz-Musiker Peter Ehwald und Ulrich Kempendorff. (© bpb / Holger Kulick)
Der Hintergrund dieser Podcast-Serie: Die Berliner Jazzmusiker Peter Ehwald und Ulrich Kempendorff sowie die Musikjournalistin Dörte Fiedler haben im Auftrag des Deutschland Archivs der Bundeszentrale für politische Bildung zahlreiche Jazzmusiker und -musikerinnen aus der DDR über ihre Werdegänge und die Entwicklung des Jazz im Osten vor und nach dem Mauersturz befragt. Wie frei durfte „Free Jazz“ in der DDR werden? Die drei Podcast-Autor/-innen haben dafür zahlreiche Interviews geführt, in Archiven recherchiert, Tondokumente ausgegraben, Musiker/-innen und Jazz-Expert/-innen aufgesucht und zeichnen so ein vielschichtiges Bild der ostdeutschen Jazz-Szene. Zwei weitere Podcast-Teile folgen noch, der nächste voraussichtlich Ende Juni 2026. Jede Folge dauert rund 40 Minuten, diese dritte 46.
Folge 1:
Folge 2:
Folge 3:
Folge 4: (folgt) Frauen im DDR-Jazz
Folger 5: (folgt) Westjazz im Osten und die Rolle des MfS
Zitierweise: Peter Ehwald, Dörte Fiedler, Ulrich Kempendorff, "East of the sun and west of the moon". Ein Podcast über die Geschichte(n) des Jazz in der DDR. Folge 3: "Auftritte nicht nur in Nischen". In: Deutschland Archiv, 08.05.2026. Link: www.bpb.de/577765. Alle Beiträge im Deutschlandarchiv sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar (hk).
Ergänzendes aus dem Angebot der bpb zum Thema Jazz:
(© bpb)
(© bpb)
Siegfried Schmidt-Joost:
Thomas Krüger, Laudatio für die Dauerausstellung "
Ernst-Ludwig Petrowsky,
Pascal von Wroblewsky,
Stephan Braese,
Ausgabe Interner Link: "Jazz" der Redaktion Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) der bpb vom 30.1.2023.