"Sind so kleine Hände"
Gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen der DDR als Schutzfaktor vor Kindesmisshandlung?
Christoph Kasinger
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Ein Dauerstreitthema der Aufarbeitung ist die unterschiedliche Sozialisation in DDR und Bundesrepublik und ihre Folgen, sei es beim Aufwachsen in Familien, Kinderkrippen, Kindergärten oder Heimen. Wo beispielsweise gab es mehr Gewalt gegen Kinder, durch was wurde sie eher begünstigt? Eine Betrachtung des Psychotherapeuten Christoph Kasinger.
Was veranlasst mich als Westdeutscher, der 1990 geboren wurde und bis 2020 rein gar nichts mit der DDR zu tun hatte, diesen Text zu schreiben? Dessen Familie keinerlei Verbindungen in die DDR hatte und dessen Bild und Meinungen über die DDR lediglich auf dem beruhten, was medial vermittelt wurde? Im Mai 2020 trat ich eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz an, im Forschungsverbund „DDR-Vergangenheit und psychische Gesundheit: Risiko- und Schutzfaktoren (DDR-Psych.)“ unter der Leitung von Elmar Brähler und Manfred Beutel. Der Verbund vereinte Arbeitsstäbe aus fünf Forschungseinrichtungen (neben der Universitätsmedizin Mainz das Robert-Koch-Institut, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, die Universität Greifwald und das Universitätsklinikum Leipzig) und hatte ein klares Ziel: mithilfe breit angelegter Bevölkerungsdaten zu verstehen, welche systembedingten Faktoren in der DDR die psychische Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger langfristig geprägt haben, positiv wie negativ.
Ein Teil der wissenschaftlichen Arbeit ist es, Hypothesen darüber zu formulieren, was die erwarteten Ergebnisse nach der statistischen Analyse sein könnten. Das Urteil zu den erwarteten Ergebnissen und die Wirkrichtung der gefundenen Effekte beruhen dabei idealerweise auf bereits vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen. Zum anderen gibt es natürlich auch implizite Annahmen darüber, welche Effekte gefunden werden, je nachdem, welchen medialen, gesellschaftspolitischen und familiären Einflüssen man ausgesetzt war. Als ich mich daran machte, über die Hypothesen hinsichtlich des Einflusses gesellschaftspolitischer Rahmenbedingungen der DDR auf die psychische Gesundheit ihrer Bürger/-innennachzudenken, war für mich klar, dass das überwiegend negative sein mussten. Zu viel hatte ich gelesen und gehört von den Gräueltaten des „Unrechtsstaats DDR“, von „Tripperburgen“, Wochenkrippen, Todesschüssen auf Landesflüchtige und die unsägliche psychische und physische Gewalt, die von der Stasi ausgeübt wurde.
Umso überraschender – und meinem impliziten Bild von der DDR widersprechend – war es dann, als Forscherinnen der Universitätsklinik Leipzig erste Ergebnisse präsentierten, die einen anderen Bereich beleuchteten, Bereiche der Kindererziehung: Die Leipziger Studien zeigten, dass Personen, die in der DDR aufwuchsen, weniger über Kindesmisshandlungen berichteten als ihre westdeutschen Altersgenoss/-innen. Mein erster Impuls war Skepsis. Der Reflex des Wissenschaftlers, aber wohl auch der des Westdeutschen: Irgendein methodisches Problem würde das schon erklären. Stichprobe? Verzerrung durch unterschiedliche Antworttendenzen? Messfehler? Der Forschungsverbund führte daher weitere Untersuchungen mit unterschiedlichen Erhebungsinstrumenten und unterschiedlichen Stichproben durch, um die gefundenen Ergebnisse zu validieren und gegebenenfalls zu falsifizieren.
Was zeigen die Daten?
Die folgenden Studien entstanden unabhängig voneinander, mit unterschiedlichen Stichproben und Methoden und kommen dennoch immer wieder zu ähnlichen Befunden. In einer bevölkerungsrepräsentativen Untersuchung mit über 5.800 Teilnehmenden, die vor 1980 geboren wurden, wurde untersucht, ob der soziopolitische Kontext (Ost- vs. Westdeutschland) ein Prädiktor für selbstberichtete Kindheitstraumatisierungen ist. Mittels des sogenannten Childhood Trauma Screeners (CTS) zeigten sich bei Frauen aus Westdeutschland signifikant höhere Risiken, emotionale Vernachlässigung und emotionale, körperliche und sexuelle Gewalt im Vergleich zu Frauen aus Ostdeutschland zu erleben. Anders ausgedrückt: Westdeutsche Frauen hatten ein bis zu zweieinhalbfach höheres Risiko, als Kind körperlicher Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein.
Auch bei Männern war das Aufwachsen in Westdeutschland mit einem erhöhten Risiko für körperliche und sexuelle Gewalt assoziiert. Mein erster Skepsis-Reflex, ob Ostdeutsche solche Erfahrungen schlicht seltener berichten, weil sie anders mit Fragebögen umgehen, wurde methodisch direkt adressiert. Eine Analyse der Item-Funktion ergab keine Hinweise auf systematisch unterschiedliche Antwortmuster. Der Befund lässt sich also nicht wegmethodisieren. In einer vergleichenden Analyse zweier bevölkerungsbasierter Stichproben aus Ost- und Westdeutschland wurden kindliche Belastungserfahrungen mithilfe des CTS erfasst . Teilnehmer/-innen aus der ostdeutschen Stichprobe berichteten seltener über emotionale Gewalt (6,1 Prozent vs. 8,7 Prozent), körperliche Gewalt (5,7 vs. 10,3 ) und körperliche Vernachlässigung (10,0 vs. 19,2 Prozent) als Teilnehmende aus der westdeutschen Stichprobe.
In einer weiteren deutschlandweiten Erhebung mit über 5.000 Teilnehmenden (ab 14 Jahren) wurde mithilfe des ACE-Fragebogens untersucht, wie häufig belastende Kindheitserfahrungen (Adverse Childhood Experiences, ACEs) auftreten und welchen Einfluss der Ort des Aufwachsens (Ost- oder Westdeutschland oder Ausland), das Geschlecht und die Geburtskohorte haben. Personen, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, berichteten in ihrer Kindheit und Jugend seltener von emotionaler Gewalt (8,3 vs. 16,6 Prozent), physischer Gewalt (6,7 vs. 11,9 Prozent), sexueller Gewalt (1,9 vs. 4,3 Prozent) und emotionaler Vernachlässigung (7,5 vs. 14,9 Prozent).
Aber auch Untersuchungen, die unabhängig von DDR-Psychologen entstanden sind und eine andere Fragestellung untersucht haben, bestätigen die bisherigen Ergebnisse. Klinger-König et al. untersuchten 2023, wie verbreitet Kindesmisshandlungen in Deutschland sind und wie deren Zusammenhang mit affektiven Symptomen ist. Dazu verwendeten sie Daten der deutschlandweiten NAKO Studie (Nationale Kohorte), die mehr als 83.000 Personen miteinschloss und Kindesmisshandlungen mithilfe des CTS erfasste. In einem Nebenbefund werden die Häufigkeiten von Gewalt- und Vernachlässigungserfahrungen in Kindheit und Jugend, aufgeteilt nach den unterschiedlichen Studienzentren, präsentiert. Aus den publizierten Häufigkeiten nach Studienzentren lässt sich ablesen, dass 28,64 Prozent der Westdeutschen irgendeine Form von Kindesmisshandlung erlebt haben, wohingegen dies nur auf 24,33 Prozent der Ostdeutschen zutrifft. Weiterhin berichten Ostdeutsche von weniger Gewalt- (13,63 vs. 17,91 Prozent) und Vernachlässigungserfahrungen (15,17 vs. 17,13 Prozent).
Einen weiteren Befund liefert eine Studie der Universitätsmedizin Rostock, die mit methodischen Verbesserungen gegenüber den vorangegangenen Untersuchungen aufwartete: Statt des kürzeren Screening-Instruments CTS setzten die Autoren den deutlich differenzierteren Childhood Trauma Questionnaire (CTQ) ein, der jede Misshandlungsform mit fünf statt nur einem Item erfasst. Von den 507 beteiligten Proband/-innen berichteten die 114 DDR-sozialisierten Teilnehmenden signifikant seltener über emotionalen Missbrauch und emotionale Vernachlässigung als die 393 Westdeutschen. Bei körperlichem Missbrauch, sexuellem Missbrauch sowie körperlicher und seelischer Vernachlässigung fanden sich keine statistisch bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen.
Diese partielle Nicht-Replikation der Befunde bei sexuellem und körperlichem Missbrauch verdient es, ernstgenommen zu werden. Die Autor/-innen selbst heben jedoch die entscheidende Einschränkung ihrer Studie hervor: Die DDR-Teilstichprobe umfasst lediglich 114 Personen. Was das für die statistische Aussagekraft konkret bedeutet, lässt sich am Beispiel des sexuellen Missbrauchs gut veranschaulichen. In der „DDR-Gruppe“ gaben gerade einmal 8,8 Prozent der Teilnehmenden an, in der Kindheit sexuelle Gewalt erlebt zu haben; das entspricht etwa zehn Personen. Um bei einer so niedrigen Basisrate einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen zwei Gruppen nachweisen zu können, bräuchte man eine vielfach größere Stichprobe. Vereinfacht gesagt: Wenn nur zehn Menschen in einer Gruppe ein Ereignis berichten, fehlt schlicht die numerische Basis, um zuverlässig zu beurteilen, ob sich diese Gruppe von einer anderen unterscheidet, selbst wenn ein echter Unterschied vorhanden ist.
In der Statistik nennt man das ein Power-Problem: Die Studie ist zu klein, um das zu sehen, was sie zu sehen versucht. Das ist kein Vorwurf an die Autor/-innen, sondern eine strukturelle Einschränkung, die sie selbst benennen. Zum Vergleich: Die Stichprobe von Ulke et al. (2021) umfasste über 5.800 Personen, die NAKO-Auswertung von Klinger-König et al. (2023) sogar mehr als 83.000. Bei solchen Fallzahlen können auch kleine, aber reale Unterschiede statistisch sichtbar gemacht werden. Bei 114 Personen hingegen bleibt Vieles im Ungewissen. Nicht-Signifikanz bedeutet hier nicht Nicht-Vorhandensein eines Effekts, sondern schlicht: zu wenig Daten, um etwas sehen zu können. Hinzu kommt, dass die Studie von Spitzer et al. als Online-Befragung über ein Marktforschungsunternehmen durchgeführt wurde, was eine andere Selektionsdynamik erzeugt als bevölkerungsrepräsentative Erhebungen mit persönlichem Kontakt. Auch das Überwiegen männlicher Teilnehmer in beiden Gruppen schränkt die Vergleichbarkeit mit anderen Studien ein, die konsistent stärkere Ost-West-Unterschiede bei Frauen gefunden haben. Der Befund von Spitzer et al. mahnt also zur Vorsicht und ist ein wichtiges methodisches Korrektiv. Er zeigt, wie sensibel diese Befunde auf Stichprobengröße und Erhebungsdesign reagieren. Widerlegt wird die Gesamtbefundlage dadurch nicht, zumal auch sie selbst bei dieser kleinen Stichprobe signifikante Ost/West-Unterschiede finden.
Wie lässt sich also erklären, dass diesen Befunden nach ausgerechnet in jenem Staat, dessen repressive Seite in der deutschen Erinnerungskultur so fest verankert ist, Kinder offenbar seltener körperlicher Züchtigung, emotionaler Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren? Es wäre naiv, hier nach einer einzigen Ursache zu suchen. Gesellschaftliche Realitäten entstehen nie durch einen einzelnen Schalter, den man umlegt. Genauso naiv wäre es, die Ergebnisse lediglich als Artefakte unterschiedlicher Antworttendenzen zu sehen. Denn es gibt mehrere strukturelle Besonderheiten in der DDR, die zusammengenommen ein schlüssiges Bild davon zeichnen, warum Kinder dort vor bestimmten Risiken besser geschützt waren. Dabei geht es nicht nur um historische Aufarbeitung. Die eigentliche Frage ist eine zutiefst gegenwärtige: Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen fördern den Schutz von Kindern, und welche begünstigen Gewalt und Vernachlässigung? Gerade die deutsch-deutsche Forschung bietet hier eine seltene wissenschaftliche Konstellation: Zwei politische Systeme, die aus derselben kulturellen, sprachlichen und historischen Ausgangslage entstanden sind, haben über vier Jahrzehnte unterschiedliche Wege eingeschlagen und hinterlassen damit eine Art natürliches Experiment, das sich kaum besser hätte anlegen lassen.
Das Recht als Erziehungskultur
Ein naheliegender Ausgangspunkt ist das Gesetz. In der DDR wurden Körperstrafen an Kindern bereits 1949 – also mit Gründung des Staates – verboten. In der Bundesrepublik galt körperliche Züchtigung in Schulen bis 1973 als erlaubtes pädagogisches Mittel; in Bayern sogar noch bis 1983. Man mag einwenden, dass zwischen Gesetzeslage und gelebter Realität oft Welten liegen. Aber Gesetze prägen, über Jahrzehnte hinweg, auch Einstellungen. Sie verschieben den Konsens darüber, was normal ist, was akzeptabel, was beschämend und verächtlich. Dieser Mechanismus lässt sich empirisch belegen: Nachdem in Schweden 1979 ein Verbot körperlicher Züchtigung in Kraft trat, gingen Gewalttaten gegen Kinder dort erheblich zurück . Und auch In Deutschland sank die Häufigkeit körperlicher Bestrafung nach der gesetzlichen Verankerung des Rechts auf gewaltfreie Erziehung im Bürgerlichen Gesetzbuch im Jahr 2000 messbar . Normen wirken und beeinflussen die Häufigkeit von Kindesmisshandlungen.
Entsprechend zeigen aktuelle Studien, dass in westdeutschen Regionen die Akzeptanz körperlicher Züchtigung bis heute stärker ausgeprägt ist als in ostdeutschen. Und diese Akzeptanz gilt als einer der stärksten Prädiktoren tatsächlicher Gewaltanwendung gegenüber Kindern. Dreißig oder vierzig Jahre früher verbotene „Normalität“ hinterlässt Spuren im Erziehungsverhalten ganzer Generationen.
Damit eng verbunden ist ein Umstand, der ebenfalls die Erziehungseinstellungen und -ideale über Jahrzehnte prägen kann: die realitätsentfaltende Wirkung von Erziehungsratgebern. In der Bundesrepublik wirkten autoritäre Erziehungsvorstellungen aus der Zeit des Nationalsozialismus deutlich länger nach. Ein prominentes Beispiel ist das Werk von Johanna Haarer („Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind"), 1934 erstmals erschienen und durchdrungen vom NS-Ideal einer kühlen, abhärtenden und autoritären Kindererziehung. Das Buch wurde in der Bundesrepublik noch bis 1987 aufgelegt und gelesen (wenn auch unter anderem Titel). In der DDR gab es keine Neuauflage, das Buch war nicht erhältlich. Haarer empfahl, Babys schreien zu lassen, nicht auf ihre Bedürfnisse einzugehen, Zuneigung zu dosieren wie ein Medikament – eine Erziehungsphilosophie, die Kälte als Stärke verklärte. Dass diese Schrift in der BRD noch jahrzehntelang konsumiert wurde und weiterhin die Erziehungseinstellungen mitbeeinflusste, während sie in der DDR aus dem Diskurs verschwand, ist kein unbedeutender Nebenbefund. Er passt zu dem, was wir in unseren Befragungen gefunden haben: Personen, die in der DDR aufgewachsen sind, erinnern das Erziehungsverhalten ihrer Eltern als wärmer, weniger strafend und weniger überbehütend als gleichaltrige Westdeutsche, . Auch das ist natürlich kein Beweis – Erinnerungen sind keine Videoaufnahmen. Aber es ist ein konsistentes Muster, das sich in mehreren Untersuchungen wiederholt.
Frauen, Abhängigkeit und die Möglichkeit, zu gehen
Wer über Kinderschutz in der DDR und BRD schreibt, muss auch über die unterschiedliche Situation von Frauen zu jener Zeit schreiben. Körperliche, emotionale und sexuelle Gewalt gegen Kinder findet überwiegend im familiären Umfeld statt, begangen von Personen, denen das Kind nahesteht. Eine Mutter, die zum Beispiel ökonomisch von einem gewalttätigen oder übergriffigen Partner abhängig ist, hat weit weniger Handlungsmöglichkeiten als eine Mutter, die ihren eigenen Lebensunterhalt verdient, Wohnung und Einkommen eigenständig sichert und eine Beziehung verlassen kann, ohne in existenzielle Not zu geraten. In der DDR waren Frauen in einem Ausmaß in den Arbeitsmarkt integriert, das in der Bundesrepublik seinesgleichen suchte. Das hatte ideologische und faktische Gründe – der sozialistische Staat brauchte Arbeitskräfte –, und es hatte reale Konsequenzen: Frauen waren deutlich seltener finanziell von ihren Partnern abhängig. Machtasymmetrien innerhalb von Familien waren strukturell weniger stark ausgeprägt. Geschlechterungleichheit ist ein zentraler Risikofaktor für physische Gewalt gegen Kinder
Hinzu kam ein weiterer, selten diskutierter Faktor: In der DDR war Abtreibung seit 1972 im ersten Trimester legal, kostenfrei und ohne Begründungspflicht möglich sowie gesellschaftlich weitgehend entstigmatisiert. In der Bundesrepublik blieb Abtreibung demgegenüber bis weit in die 1990er-Jahre strafrechtlich sanktioniert und sozial belastet. Frauen in der DDR hatten damit auch die reale Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft in einer belasteten oder gewalttätigen Situation zu beenden. Dies war eine Form reproduktiver Selbstbestimmung, die nicht nur abstrakt emanzipatorisch war, sondern im Einzelfall konkret schützend wirken konnte: für die Frau selbst und für Kinder, die in solche Verhältnisse hineingeboren worden wären. Weniger strukturelle Abhängigkeit, ein geringeres Machtgefälle zwischen den Geschlechtern und mehr reproduktive Selbstbestimmung bedeuteten wahrscheinlich mehr Schutz gegen Misshandlungen für Kinder.
Außerfamiliäre Betreuung als protektiver Faktor
Für viele Menschen, die in Westdeutschland sozialisiert wurden, war beziehungsweise ist die Kinderkrippe ein negativ besetztes Wort, weil es mit Vorstellungen von zu früher Trennung, emotionalen Schäden und fehlender Bindung verbunden wurde und wird. Dabei spricht aus entwicklungspsychologischer Perspektive einiges dafür, dass außerfamiliäre Betreuung unter bestimmten Bedingungen durchaus schützend wirken kann. Sexueller Missbrauch findet nach wie vor am häufigsten innerhalb der Familie oder im näheren sozialen Umfeld statt. Die bloße Tatsache, dass ein Kind regelmäßig Zeit in einer Einrichtung außerhalb des familiären Rahmens verbringt, unter den Augen geschulter pädagogischer Fachkräfte, kann präventiv Missbrauch entgegenwirken.
Nicht weil in Kitas keine Übergriffe stattfinden (auch das gibt es, und es wäre falsch, das zu verschweigen), sondern weil das Risiko, das aus einem isolierten, geschlossenen Familiensystem erwachsen kann, strukturell reduziert wird. Kinder, die fremdbetreut werden, haben mehr erwachsene Bezugs- und außerfamiliäre Bindungspersonen, an die sie sich wenden können und die als zusätzliche Beobachtungs- und Kontrollinstanzen fungieren. So werden Misshandlungen, problematische Familiendynamiken oder familiäre Überlastungssituationen wahrscheinlich eher bemerkt, was ein Intervenieren erst ermöglicht. Unter Druck stehende, belastete Familiensysteme erfahren zudem zumindest zeitweise eine Entlastung. All das sind Gründe, aus denen sich ein hoher Anteil an außerfamiliärer Betreuung in einer Gesellschaft positiv auf geringere Häufigkeiten von Kindesmisshandlungen auswirken kann.
Diese Schutzwirkung ist mittlerweile nicht mehr nur theoretisch plausibel, sondern auch empirisch belegbar. In einer aktuell eingereichten Studie unserer Forschungsgruppe wurden Daten von 137.177 Teilnehmenden der NAKO Gesundheitsstudie – einer der größten deutschen Bevölkerungsstudien überhaupt – ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen: Für die jüngste untersuchte Geburtskohorte (1974–1988) berichteten Personen, die außerfamiliär betreut wurden, überwiegend geringere Häufigkeiten von Misshandlungs- und Vernachlässigungserfahrungen – und zwar sowohl in der DDR als auch in der BRD. In der DDR fanden sich signifikant niedrigere Wahrscheinlichkeiten für emotionalen Missbrauch sowie emotionale und körperliche Vernachlässigung; in der BRD zeigten sich für alle fünf erfassten Misshandlungsdimensionen signifikant niedrigere Werte bei den Fremdbetreuten. Das ist ein bemerkenswerter Befund: Er zeigt, dass der protektive Effekt außerfamiliärer Betreuung kein DDR-spezifisches Phänomen ist, sondern ein allgemeiner Mechanismus, der sich kontextübergreifend zu bestätigen scheint. Ergebnisse aus der Interventionsforschung fügen sich in dieses Bild: Auch dort werden positive Kinderschutzeffekte und weniger familiäre Gewalt im Zusammenhang mit dem Ausbau öffentlicher Kinderbetreuung beschrieben.
Das Bild ist allerdings differenzierter als es auf den ersten Blick erscheint. Für die Kohorte der 1957–1973 Geborenen zeigten sich deutliche Unterschiede je nach Alter des Betreuungseintritts: Wer erst ab dem dritten Lebensjahr betreut wurde, berichtete weniger Misshandlungserfahrungen – wer hingegen bereits vor dem ersten Geburtstag in eine Betreuungseinrichtung kam, wies in beiden Ländern höhere Häufigkeiten von Kindesmisshandlungen auf. Das legt nahe, dass nicht jede Form und jeder Zeitpunkt von Fremdbetreuung automatisch schützend wirkt und dass sehr frühe Betreuung unter den Bedingungen der 1950er- bis 1970er-Jahre möglicherweise andere Effekte hatte als spätere Betreuung. Für die jüngste Kohorte ab 1974, die von den familienpolitischen Reformen in der DDR und einem verbesserten Betreuungsangebot profitierte, kehrt sich dieses Muster um.
Schattenseiten der DDR-Fremdbetreuung
Gleichzeitig wäre es falsch und naiv, die Schattenseiten der DDR-Fremdbetreuung zu übersehen. Es gab in der DDR Betreuungsstrukturen, die nachweislich negative psychische Langzeitfolgen hatten ,: Kinder, die in Wochen- oder Saisonkrippen untergebracht waren, also unter der Woche oder saisonal komplett von ihrer Familie getrennt lebten, berichten im Erwachsenenalter von höheren psychischen Belastungen. Das ist ein realer Befund, hinter dem sich individuelle und ganz persönliche Leidensgeschichten verbergen und den niemand kleinreden sollte.
In der öffentlichen Erinnerung und im westdeutschen Diskurs über DDR-Kindheit verschwimmen Krippe und Wochenkrippe jedoch oft zu einem einzigen Bild kollektiver Verwahrlosung. Die historischen Daten erzählen eine andere Geschichte. Wie Brückner et al. (2020) auf Basis zeitgenössischer Statistiken zeigen, machten Wochen- und Saisonkrippen 1965 zusammen noch rund 38 Prozent aller Krippenplätze aus – ein Anteil, der bis 1989 auf unter 2 Prozent gesunken war. Rechnet man diese Anteile auf die tatsächliche Krippenquote in der Gesamtbevölkerung um, ergibt sich ein eher entwarnendes Bild für diejenigen, die die Wochenkrippe als DDR-Normalfall betrachten: Selbst auf dem Höhepunkt ihrer Verbreitung, Mitte der 1970er-Jahre, waren lediglich etwa 6 bis 7 Prozent aller Kinder jemals in einer Wochen- oder Saisonkrippe untergebracht. Über alle Geburtsjahrgänge ab 1960 gemittelt lag dieser Anteil bei rund 3 bis 4 Prozent. Das heißt: rund 96 bis 97 Prozent aller ab 1960 in der DDR Geborenen waren nie in einer jener Betreuungsformen, der die Forschung tatsächlich schädigende Wirkung zuschreibt.
Der überwiegende Großteil der fremdbetreuten DDR-Kinder wuchs in gewöhnlichen Tageskrippen auf – einer Betreuungsform, die sich in ihrer Grundstruktur deutlich weniger von nichtsozialistischen Betreuungsmodellen unterscheidet, als in der öffentlichen Debatte oft suggeriert wird, und für die die oben beschriebenen Schutzmechanismen Gültigkeit haben. Darüber hinaus gab es auch innerhalb der in Wochenkrippen Betreuten Unterschiede: Während manche tatsächlich über mehrere Jahre nur am Wochenende von Ihren Eltern betreut wurden, gab es auch viele Eltern, die die Wochenkrippe nur übergangsweise (zum Beispiel in Prüfungsphasen an der Universität) in Anspruch nahmen.
Das bedeutet freilich nicht, dass die DDR-Tageskrippe ein pädagogisches Idyll war. Die offiziellen Erziehungsziele waren stark auf Kollektivität, Ordnung und Reinlichkeit ausgerichtet; individuelle Bedürfnisse des Kindes spielten in den staatlichen Richtlinien lange eine untergeordnete Rolle. Und doch klaffte zwischen programmatischem Anspruch und gelebter Praxis oft eine erhebliche Lücke. Der Erziehungswissenschaftler Hans-Dieter Schmidt fasste es treffend zusammen: „Es wäre ein fundamentaler Irrtum anzunehmen, die Erziehungsrealität in der DDR sei ausschließlich durch die (…) offiziellen Intentionen, Induktionen und Indoktrinationen determiniert worden. Persönlichkeitsstruktur, Erleben und Verhalten der Heranwachsenden waren primär durch inoffizielle Konzepte beeinflusst, die im öffentlichen Meinungsalltag sozialer Netzwerke ihres Lebensraums, in den Köpfen der Eltern, aber auch einer Vielzahl staatlich angestellter professioneller Pädagogen mit ihrem ‚gesunden Menschenverstand‘ präsent.“ Gerade in ländlichen Regionen und kleinen Einrichtungen, wo staatliche Kontrolle weniger präsent war, hatten Erzieherinnen erheblichen Spielraum, den sie offenbar nutzten.
Was bleibt, ist ein ambivalentes Bild. Die außerfamiliäre Betreuung in der DDR hatte zweifellos schädliches Potenzial, und in bestimmten Formen, namentlich der Wochen- und Saisonkrippe sowie möglicherweise sehr früher Betreuung unter den Bedingungen früher Krippenkonzepte, hat sich dieses Potenzial auch realisiert. Unter einer epidemiologischen Gesamtschau jedoch, bei der es um die Beurteilung von Effekten für die breite Bevölkerung geht, ergibt sich ein anderes Bild: Die traumatisierende Betreuungsform betraf eine kleine Minderheit und verschwand gegen Ende der DDR weitgehend. Die dominierende Form der Tagesbetreuung hingegen löste Kinder regelmäßig aus dem exklusiven familiären Gefüge heraus, so dass die Kinder mehrere erwachsene Bezugspersonen hatten, wodurch die Wahrscheinlichkeit erhöht wurde, dass Gewalt und Vernachlässigung bemerkt wurden. Dadurch wurde strukturell jene Isolation reduziert, die Misshandlung begünstigt. Für die Bevölkerung als Ganze betrachtet, muss die DDR-Fremdbetreuung damit wohl als ein weiterer Faktor gelten, der protektiv gegenüber Kindesmisshandlungen gewirkt haben dürfte.
Eng damit zusammen hängt ein tieferer kultureller Unterschied: das Verständnis davon, wer für Kinder zuständig ist. In der Bundesrepublik galt lange das Leitbild der privaten Kernfamilie als eigenverantwortlicher Insel. Was hinter der Wohnungstür geschah, war Privatsache. Der Staat hielt sich zurück, die Nachbarn hielten sich raus, und das Kindeswohl war primär eine Frage individueller Güte oder elterlichen Versagens. In der DDR war Kindererziehung normativ als gesellschaftliche Aufgabe konzipiert. Das hatte sicher auch seine problematischen Seiten, wie eine übergriffige staatliche Kontrolle, ideologische Durchdringung, die Beschneidung familiärer Autonomie und vieles mehr. Aber eine Konsequenz war auch hier, dass problematische Familiendynamiken oder familiäre Überlastungssituationen weniger im Verborgenen bleiben konnten. Die stärkere soziale Einbettung des Aufwachsens erhöhte somit die Wahrscheinlichkeit, dass Gewalt und Vernachlässigung frühzeitig auffiel und dass interveniert werden konnte.
Materielle Sicherheit als Schutzfaktor
Schließlich: die ökonomischen Verhältnisse. Der materielle Lebensstandard in der DDR war deutlich niedriger als in der Bundesrepublik, daran besteht kein Zweifel. Aber Armut ist nicht gleich Armut. Wohnraum war staatlich subventioniert und breit zugänglich. Grundnahrungsmittel waren erschwinglich. Armut bedeutete in der DDR somit weniger eine existentielle Bedrohung als in seinem Nachbarland, und existenzielle Unsicherheit, Obdachlosigkeit und extreme Einkommensungleichheit waren in der DDR weniger verbreitet. Ökonomischer Stress gilt als gut belegter Risikofaktor für innerfamiliäre Gewalt ,
Der Mechanismus dahinter ist gut verstanden: Wenn Eltern unter dem permanenten Druck existenzieller Unsicherheit stehen, wenn also die Frage, ob die Miete bezahlt werden kann, ob der Job morgen noch da ist, ob am Ende des Monats das Geld noch für Lebensmittel reicht, dann sind emotionale Ressourcen dauerhaft gebunden. Chronischer ökonomischer Stress erhöht Reizbarkeit, mindert Impulskontrolle und verringert die Fähigkeit, feinfühlig auf die Bedürfnisse von Kindern einzugehen. Er begünstigt Konflikte zwischen Partnern, die sich wiederum häufig auf Kinder übertragen. Und er engt Handlungsspielräume ein: Wer ums Überleben kämpft, hat weniger Kapazität, Hilfe zu suchen, Beratung anzunehmen oder eine gewaltbelastete Beziehung zu verlassen. In der DDR waren diese existenziellen Druckquellen strukturell abgemildert, wenn auch nicht beseitigt. Dass dies keine unmittelbare Schutzwirkung für Kinder entfaltet, wäre schwer zu behaupten.
Was bleibt: Die DDR als fortwirkende Größe
Besonders bemerkenswert ist, dass sich die beschriebenen Ost-West-Unterschiede nicht auf jene Generationen beschränken, die die DDR noch selbst erlebt haben. In einer bundesweiten Studie mit 18- bis 31-Jährigen – also Personen, die nach der Wende geboren wurden oder allenfalls als Kleinkind die letzten Tage der DDR erlebt haben – fanden wir dieselben regionalen Unterschiede: Körperliche und sexuelle Gewalt sowie Kindesmisshandlung insgesamt wurden in den ostdeutschen Bundesländern signifikant seltener berichtet als in westdeutschen. Das sind Menschen, für die die DDR keine biografische Realität ist. Dennoch wachsen sie in einer Umwelt auf, die von ihr geprägt wurde.
Wie ist das möglich? Die Antwort liegt darin, dass soziopolitische Systeme nicht spurlos verschwinden, wenn sie aufhören zu existieren. Ihre Hinterlassenschaften leben weiter – in Einstellungen, in kulturellen Selbstverständlichkeiten, in institutionellen Strukturen. Ostdeutschland weist bis heute eine deutlich höhere Vollzeiterwerbstätigkeit von Frauen auf als Westdeutschland, und die Infrastruktur frühkindlicher Betreuung ist dort noch immer dichter . Beides sind keine Relikte. Es sind funktionierende Schutzfaktoren, die weiterwirken. Hinzu kommt, was sich schwerer messen, aber empirisch ebenfalls belegen lässt: Wie bereits erwähnt, erinnern Personen in ostdeutschen Regionen das Erziehungsverhalten ihrer eigenen Eltern als wärmer und weniger strafend, was auch für die Nachwendegeneration gilt. Erziehungsstile, Normvorstellungen über Körperstrafen, das Selbstverständnis von Müttern als Berufstätige: All das wird nicht von einer Generation zur nächsten durch bewusste Entscheidung weitergegeben, sondern durch alltägliche Praxis, durch das, was in einer Familie als normal gilt.
Der Befund zeigt, dass gesellschaftliche Strukturen tiefere Wurzeln schlagen, als politische Zäsuren vermuten lassen. Und er legt nahe, dass wir, wenn wir Kinder wirksam schützen wollen, nicht allein auf individuelle Elternkompetenz, individuelle Resilienz oder therapeutische Intervention setzen dürfen. Wir müssen die Bedingungen in den Blick nehmen, unter denen Familien leben, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen, Erziehungskulturen, Geschlechterverhältnisse und institutionelle Unterstützungsstrukturen auf sie wirken, und erkennen, dass diese Bedingungen politisch gestaltbar sind. Zusammengenommen zeichnen diese Befunde also das Bild eines Systems, das trotz politischer Repression sozialpolitische Strukturen hervorbrachte, die bestimmte Entwicklungsrisiken abfederten.
QuellentextWunsch und Wirklichkeit: Kindeswohl in der DDR
Im Kontrast zu DDR-Propagandaberichten, wie nachstehend abgebildet ein Beitrag der staatlichen Nachrichtenagentur ADN der DDR, über die Situation von Familien, Kindern und Jugendlichen in der DDR Anfang 1979....
...folgt nachstehend ein PDF-Dokument mit Ausschnitten aus einem Lagebericht zur Jugendsituation, erstellt für den "Runden Tisch" der DDR-Regierung vom 5.3.1990, auch mit offiziellen Daten über gefährdete Kinder durch familiär bedingte psychische Belastungen (ab S. 51). Erwähnt wird ebenfalls sexueller Missbrauch an Kindern in der DDR, Gewalt, die Behörden dort lange verschwiegen (ab S. 60). Auch von einer hohen Dunkelziffer ist die Rede. Hier der Link zum PDF:
Mein Text beabsichtigt keine Relativierung des Unrechts in der DDR. Vielmehr soll er auf die Bedeutung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für Kinderschutz verweisen: Gesetzliche Normen, Geschlechtergerechtigkeit, institutionelle Betreuung und ökonomische Sicherheit wirken und können, unabhängig von ihrer ideologischen Herkunft, nachhaltige Effekte auf das Aufwachsen von Kindern entfalten. Um die Eingangsfrage zu beantworten: Was war es also nun, was mich dazu veranlasst hat, als Westdeutscher, der 1990 geboren ist und bis 2020 rein gar nichts mit der DDR zu tun hatte, diesen Text zu schreiben? Die ehrliche Antwort lautet: die Daten. Und die Reaktion auf sie. Dieser Text ist mehr als eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme darüber, welche soziopolitischen Rahmenbedingungen Kinder in der DDR wohl vor Misshandlung schützten. Er ist auch eine Reflexion darüber, wie schwer es fällt, ein differenziertes Bild eines Staates zu zeichnen, dessen Geschichte man primär durch die Linse des westdeutschen Narrativs kennengelernt hat. Und darüber, welche blinden Flecken entstehen, wenn eine Gesellschaft ihre eigene Geschichte primär durch das Prisma politischer Systemkritik betrachtet und dabei übersieht, dass sich aus den Trümmern eines Unrechtsstaats auch Erkenntnisse über Kinderschutz, Geschlechtergleichheit, Erziehungskulturen und existentielle Sicherheit gewinnen lassen, die heute politisch gestaltbar sind.
Zitierweise: Christoph Kasinger, „Sind so kleine Hände“, in: Deutschland Archiv vom 10.06.2026. Link: www.bpb.de/578641. Alle im Deutschlandarchiv veröffentlichten Beiträge sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar und dienen als Mosaikstein zur Erschließung von Zeitgeschichte. (hk)
Dr. Christoph Kasinger ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Post-Doc) und Psychologischer Psychotherapeut (PA/TP) in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm. Er hat von 2020 bis 2025 im Projekt „DDR-Vergangenheit und psychische Gesundheit (DDR-Psych)“ gearbeitet und promoviert.