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Die unabhängigen Umweltgruppen der DDR | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 45 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Zehn Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gibt "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" Föderalismus und Subsidiarität „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Vier Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR und während der Friedlichen Revolution Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? 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Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Alltag und Gesellschaft Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! 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Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Wie wurde ich ein politischer Mensch? Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" 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Die unabhängigen Umweltgruppen der DDR Forschungsstand und Überblick

Christian Halbrock

/ 19 Minuten zu lesen

Die unabhängigen Umweltgruppen in der DDR werden oft unter "politisch abweichendes Verhalten" oder "Opposition gegen die Verhältnisse im SED-Staat" subsumiert. Zu Recht, denn ihr Engagement zielte keineswegs nur auf Umweltprobleme im engeren Sinne, sondern schloss Friedens- und Menschenrechtsfragen mit ein. Ein Forschungsbericht.

Relevanz des Untersuchungsgegenstandes

In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten entstanden mehrere Arbeiten zu den Umweltgruppen, die einen Einblick in die Gesamtthematik sowie in einzelne Umweltaktivitäten vermitteln. Das Engagement der Umweltgruppen, die häufig keineswegs nur Umweltgruppen im engeren Sinne waren, sondern deren thematische Beschäftigung Friedens- und Menschenrechtsfragen mit einschloss, wird in der Forschung mehrheitlich subsumiert unter Begriffen wie "politisch abweichendes Verhalten" bis "Opposition gegen die Verhältnisse im SED-Staat". Die staatsunabhängigen Umwelt- bzw. Ökogruppen innerhalb wie außerhalb der Kirche finden sich ihrer Zuordnung entsprechend in den Betrachtungen wieder im Kanon mit den ihnen in den Ursprüngen, im Anliegen und Erscheinungsbild weitgehend verwandten Friedens- und Menschenrechtsgruppen, mitunter auch zusammen mit den "Dritte Welt"-Gruppen. Deutlich wird die Bedeutung, die den Umweltgruppen, ihren Aktionen und Einrichtungen im Rückblick auf die DDR zukommt, an einem Ereignis, dass sich in fast allen DDR-Chroniken als Markstein von Widerstand und

Titelblatt einer Ausgabe der "Umweltblätter". (© Umweltbibliothek Berlin)

Opposition etabliert hat: In der Nacht vom 24. zum 25. November 1987 "durchsuchten" – so Hermann Weber – "Staatssicherheit und Staatsanwaltschaft ... Räume der evangelischen Zionsgemeinde in Ost-Berlin", die Räume der Umweltbibliothek im Keller des Pfarrhauses, "und verhafteten mehrere Mitglieder eines kirchlichen Friedens- und Umweltkreises". Für Klaus Schroeder ist bereits die "Eröffnung der 'Berliner Umweltbibliothek'" im September 1986, die eine neue Qualität in der Arbeit der Umweltgruppen signalisierte, ein ebenso wichtiges Datum der DDR-(Oppositions-) Geschichte.

Chroniken zur DDR-Kirchengeschichte verweisen – der Schwerpunktsetzung entsprechend – neben der Gründung und der "MfS-Aktion" gegen die "Zions-Umweltbibliothek" auf weitere Ereignisse mit Bezug zu den Umweltgruppen. So führt Rudolf Mau die Mahnwache und Fürbittengottesdienste nach der Durchsuchung der Umwelt-Bibliothek im November 1987 sowie die "Ökumenische Versammlung (I) 'Gerechtigkeit, Frieden u(nd) Bewahrung d(er) Schöpfung'" vom 12. bis 15. Februar 1988 in Dresden mit an. Diese Daten legt auch Peter Maser in seiner kirchengeschichtlichen Chronik zugrunde, ergänzt jene aber um zwei weitere: Zum einen durch die fünfte Friedensdekade, die im November 1984 "die Themen Frieden und Umwelt miteinander" verband, sowie – zum anderen – die "Gründung des Grünen Netzwerkes 'Arche' zur 'Koordinierung der Umweltaktivitäten im Umfeld der Kirchen'" am 10. Januar 1988.

Bedingt durch diese Ereignisse und die Bedeutung, die ihnen zugeschrieben werden kann, wird den unabhängigen Umweltgruppen der DDR in den Gesamtdarstellungen zur DDR zumeist ein gesonderter Platz eingeräumt.

Logo der Ökumenischen Versammlung für "Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung".

Tatsache ist aber auch, dass nach wie vor viele Fragen offen bleiben. Immer noch gibt es eine Reihe von Gruppen und verschiedene Umweltaktionen, die nach wie vor unerwähnt sind. So blieben nicht wenige Aktivisten, von denen einige ihr Engagement mit einschneidenden Repressalien wie Ordnungsstrafen und Haft bezahlten, bei der Aufarbeitung der DDR-Oppositionsgeschichte unerwähnt. Aufarbeitung erweist sich hier, wie in anderen Bereichen auch, als stark auf die Großstädte Berlin und Leipzig fokussiertes Unterfangen. So erfuhr zum Beispiel die Babelsberger Umweltgruppe in Potsdam um Jes Albert Möller, Christian Grauer, Frank Ortmann und später um Oliver Groppler bislang kaum eine Würdigung. (Mittlerweile ist die Abteilung Bildung und Forschung der BStU damit beschäftigt, auf der Grundlage des gegen die Potsdamer Umweltaktivisten vom Ministerium für Staatssicherheit geführten Operativvorganges, dem OV "Ökologie", Unterrichtsmaterial für die Schulen zu erarbeiten.)

Ähnlich verhält es sich mit anderen Umweltaktivitäten in der DDR wie zum Beispiel den für den Selbstfindungsprozess innerhalb der Umweltgruppen wichtigen Protesten 1983 gegen den Autobahnbau nach Wismar. Auch dass in der Hansestadt Wismar eine Umweltgruppe ihr Wirkungsfeld hatte und sich hier ebenfalls eine Umweltbibliothek im Aufbau befand, ist bis heute zumeist nur Insidern bekannt.

Auffällig ist bei alledem ferner, dass ein nicht geringer Teil der mittlerweile vorliegenden Veröffentlichungen aus der Feder von Personen stammt, die sich damals in den Gruppen engagierten. Dies beeinträchtigt den Wert der Abhandlungen keineswegs. In den zurückliegenden eineinhalb Jahrzehnten bildete sich in den Reihen der einstmals von dieser Form der Betätigung Ausgegrenzten durch Studium und Promotion ein hohes Maß an Fachkompetenz heraus.

Forschungsstand

Berlin

Zu erwähnen sind zunächst zwei Arbeiten, die sich mit den Aktivitäten Berliner Umweltgruppen auseinandersetzen. Zum einen der von Wolfgang Rüddenklau, einem der drei Mitbegründer der Umweltbibliothek, vorgelegte Rückblick "Störenfried" mit Texten aus den "Umweltblättern", erschienen bereits 1992. Zum anderen die von Carlo Jordan und Hans-Michael Kloth herausgegebene Aussatzsammlung "Arche Nova" mit Texten aus dem gleichnamigen Samisdatblatt.

Stand des Grün-ökologischen Netzwerks "Arche" in der Magdeburger Wallonerkirche während der "Ökumenischen Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" 1988. (© epd, Foto: Bernd Bohm)

Nicht nur die Herausgeberschaft und der Beitrag von Carlo Jordan ("Akteure und Aktionen der Arche", 37–80), der selbst in der Umweltbewegung aktiv war und das Grün-ökologische Netzwerk "Arche" mit gründete, bedingen, dass dieses Buch Insiderwissen mit autobiografischen Aspekten und Sichtweisen verbindet. Zu Wort kommen darin eine Reihe von damals ebenfalls in der Arche engagierten Umweltaktivisten: Ulrich Neumann, ebenfalls Gründungsmitglied der Arche und heute Journalist, zeichnet auf der Grundlage der inzwischen vorliegenden MfS-Observationsprotokolle den Entstehungsprozess der Arche im Januar 1988 nach ("Was war, war wenig und viel: Die Anfänge der Arche", 81–98); der inzwischen zum Historiker ausgebildete Pfarrersohn Joachim de Haas macht den Leser mit den Arbeitsbedingungen der Arche "in der Region" am Beispiel der Basisgruppe Perleberg vertraut ("Das Netzwerk Arche in der Region", 121–132). Rüdiger Rosenthal, der Mitte der Achtzigerjahre nach West-Berlin ausreiste und sich von dort aus um die Unterstützung sowohl der Umweltbibliothek als auch der Arche mit Literatur kümmerte, zeichnet in seinem Beitrag "Kein Schweigen im (sterbenden) Walde" die Medienarbeit der Arche (133–144) nach.

Sowohl "Störenfried" als auch "Arche Nova" stellen im Anhang eine umfangreiche Auswahl von Faksimiles der offiziell "nur zum innerkirchlichen Dienstgebrauch" gedruckten Periodika der beiden Umweltgruppen bereit. Der Abdruck von Auszügen aus den "Umweltblättern" und aus "Arche Nova" widerspiegelt dabei durchaus das Programm der zwei Gruppen: Beide Umweltgruppen sahen in der Information der Öffentlichkeit über Missstände in der DDR-Gesellschaft eine ihrer vordringlichen Aufgaben. Mit der "Rolle der Staatssicherheit in der Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsbewegung der ehemaligen DDR" setzte sich Wolfgang Rüddenklau zudem in seinem in Ergänzung zum "Störenfried" erschienenen Artikel "Bekämpfung feindlich negativer Kräfte" auseinander.

Enthalten ist ein knapp zweiseitiger Beitrag zur "Umwelt-Bibliothek Berlin" auch in dem von Hans-Joachim Veen und anderen erstellten "Lexikon Opposition und Widerstand in der SED-Diktatur". An dem Text wirkte neben Wolfgang Rüddenklau mit Tom Sello ein weiteres Mitglied der Umweltbibliothek mit. Der oben erwähnten, ausgiebigen Publikationstätigkeit vor allem der Umweltbibliothek ist es zu verdanken, dass die Tätigkeit der ehemals in der Zionskirche beheimateten Gruppe auch andernorts Berücksichtigung fand. Anzuführen ist hier der vergleichend angelegte Essay von György Dalos über "'Grenzfall' und 'Umweltblätter' und die anderen. Die DDR-Szene im Selbstbildnis ihrer Veröffentlichungen". Die Ausführungen des ungarischen Oppositionellen und (Ost-)Deutschland-Kenners Dalos sind in der von Ilko-Sascha Kowalczuk in Kooperation mit der Berliner Havemann-Gesellschaft bearbeiteten Publikation "Freiheit und Öffentlichkeit. Politischer Samisdat in der DDR 1985–1989" enthalten und dort dem Abschnitt "'Recht durchsetzen, indem man es sich nimmt' – oppositionelle Aktivitäten" zugeordnet. Die als Kompendium angelegte Arbeit erschien in der Schriftenreihe des Robert-Havemann-Archivs, jener Einrichtung, die sich zusammen mit dem Matthias-Domaschk-Archiv seit Anfang der Neunzigerjahre die Sammlung und Archivierung des Materials der regimekritischen Gruppen – das heißt auch der Umweltgruppen – zur Aufgabe gesetzt hat.

Auf das Material der "Umweltblätter" greift auch Daniel Göpfert in seiner als Typoskript vorliegenden Magisterarbeit "Die Darstellung der Gorbatschowschen Reformpolitik in ausgewählten oppositionellen Zeitschriften der DDR und der Volksrepublik Polen bis 1984 im Vergleich" zurück. Die wissenschaftliche Hochschulschrift wurde 2004 am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin eingereicht.

Von der politikwissenschaftlichen Perspektive her versucht sich Torsten Moritz in seiner im Jahre 2000 erschienenen Dissertation "Gruppen der DDR-Opposition in Ost-Berlin – gestern und heute" dem "Phänomen Umweltbewegung" anzunähern. Moritz interessiert sich im Einzelnen nicht nur für die damaligen Beweggründe von Gruppenmitgliedern, sondern fragte auch danach, was aus ihnen nach dem Herbst 1989 wurde und welche Bedeutung ihrem politischen Engagement vor 1990 in den Jahren danach zukam. Enthalten sind die Ergebnisse auch in dem bereits 1997 von Torsten Moritz vorgelegten Beitrag "Die Entwicklung von DDR-Oppositionsgruppen nach 1989 – Das Beispiel Umweltbibliothek Berlin. Die Tücken der Gruppendynamik". In beiden Abhandlungen bleibt Moritz trotz der durchaus lohnenswerten Fragestellung allzu oft politikwissenschaftlichen Denkfiguren verhaftet und vermag – wohl aus diesem Grunde – die zuweilen basisdemokratisch und "anarchisch" anmutende Gruppendynamik inhaltlich kaum darüber hinaus gehend zu erfassen. Moralische, religiöse und ethische Beweggründe und Rechtfertigungen im Handeln spielen hier, wie in anderen Abhandlungen über die DDR-Opposition auch, kaum eine Rolle. "Umweltgruppe" wird hier als politisch-handelnder Zusammenschluss gesehen und nicht von den inneren Gewissensauseinandersetzungen, christlichen oder/und ethischen Glaubensüberzeugungen und Prinzipien oder dem Drang der einzelnen Mitglieder her definiert, nach den Grundsätzen der eigenen Überzeugung zu leben und sich mit Gleichgesinnten zu vereinigen. Unpräzise und in der Formulierung mitunter irreführende Aussagen kommen hinzu: So konstatiert Moritz, dass in der Umweltbibliothek "bei den älteren Männern ... in der Regel auch negative Erlebnisse in der Armeezeit zur Herausbildung bzw. Verstärkung einer staatskritischen ... Haltung" führten (218). Abgesehen von dem Umstand, dass die von Moritz aus der Gruppe heraus differenzierten "älteren Männer" zum damaligen Zeitpunkt nicht älter als Mitte 30 waren, trifft diese Aussage zwar auf einige Gruppenmitglieder zu. Andere Mitglieder der Umweltbibliothek verweigerten aber bewusst den Wehrdienst oder wurden aus anderen Gründen nicht eingezogen. Ihnen blieben daher die besagten "negativen Erfahrungen" erspart, was ihrer "staatskritischen Haltung" jedoch keinen Abbruch tat.

DDR-Bezirke

Plakat "Aufgewacht zum Umwelttag"; eine Veranstaltung der Bürgerinitiative Argus in Potsdam am 4. Juni 1990. (© Bundesarchiv, Plak 102-049-034 / Grafik: Design Lenne Dreieck)

Neben den Arbeiten, die sich den zwei genannten Umweltgruppen, der Berliner Umweltbibliothek und der Arche zuwenden, liegen mittlerweile eine Reihe weiterer Veröffentlichungen zum Geschehen in den DDR-Bezirken vor. Lony Neumann geht so in ihrem Aufsatz über die Potsdamer Gruppe "Argus" auf das unabhängige umweltpolitische Engagement von Jugendlichen in der größten Stadt der Mark Brandenburg ein. Erwähnung findet hier die Geschichte einer Gruppe, so die Autorin, "die neben kirchlichen Initiativen und nicht auf deren Raum begrenzt wirken" wollte (109). Der Gruppe "Argus", die 1988 aus der Kulturbund-Sektion "Natur und Umwelt" hervorging, sich anfangs noch Interessengemeinschaft Stadtökologie nannte und ab Anfang 1989 als "Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz und Stadtgestaltung ARGUS" auftrat, gehörte neben Carola Stabe, Dietmar Reichelt und Christoph Janecke auch der heutige Ministerpräsident Matthias Platzeck an. Hinweise auf die in Potsdam seit 1984 aktive, kirchlich angebundene Umweltgruppe geben zum Teil zwei andere im selben Sammelband über "Widerstand in Potsdam" enthaltene Beiträge: Carolin Lorenz spricht in ihrem stark autobiografischen Text "Täglich die kleine Anarchie ersinnen. Die Babelberger Schmiede" (81–87) von "Georg aus der Ökoguppe", der verhaftet wurde. Stephan Flade, der Pfarrer der Babelsberger Friedenskirche, geht in seinem Beitrag (89–92) ebenfalls auf die Verhaftung des Mitgliedes der Umweltgruppe ein; der Betreffende heißt bei ihm jedoch zutreffend "Oliver G." (gemeint ist jeweils Oliver Groppler, der vielen als führender Kopf der Babelsberger Umweltgruppe galt).

Insgesamt vier Veröffentlichungen geben Auskunft über Aktivitäten von Umweltaktivisten in Halle/Saale: Zu nennen sind im Einzelnen Wieland Bergs Buch "Das Phantom" und die ebenfalls von Berg erarbeitete Broschüre "Wasser auf die Mühlen" sowie die Darstellung "Ein evangelischer Kirchenkreis im Visier des Ministeriums für Staatssicherheit", die in der Reihe "Betroffene erinnern sich" der/des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Sachsen-Anhalt erschienen ist. Hier kommt – neben anderen kirchlichen Aktivitäten – die Aktion "Mobil ohne Auto" zur Sprache. Dem wenig rühmlichen Wirken eines inoffiziellen Mitarbeiters des MfS, der in der Umweltbewegung weit über die Stadtgrenzen Halles bekannt war, wendet sich eine Broschüre zu, die der Zeit-Geschichte(n) e. V. Halle – Verein für erlebte Geschichte herausgegeben hat: "Von einem der auszog, die Umwelt zu retten. Gespräche mit IM Gerhard alias Walter alias Rolf Hansen alias Henry Schramm, der im November 1989 die Gründung der Grünen Partei Ost betrieb" lautet der umfangreiche Titel der Dokumentation, der zugleich deren Inhalt vorwegnimmt.

Dem Geschehen in den Südbezirken der DDR sind zudem vier weitere regionalgeschichtlich angelegte Veröffentlichungen gewidmet: Die Geschichte einer Thüringer Umweltgruppe erzählt Jan Schönfelder in "Mit Gott gegen Gülle". Im ehemaligen Bergbaugebiet der Wismut-AG angesiedelt ist des Weiteren Michael Beleites' Rückschau "Untergrund" von 1991, in der er Dokumente des MfS mit parallel entstandenen Gedächtnisprotokollen und Briefen vergleicht. Ebenfalls von Beleites stammt der Band "Altlast Wismut". Arnaud Liszka beleuchtet schließlich in der vom Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen herausgegebenen Publikation "Das Jahr 1989 in der sächsischen Provinz im Spiegel einer Zittauer Oppositionszeitschrift", die Samisdatschrift "Lausitzbotin". Die hier im Anhang enthaltenen Faksimiles von Unterlagen der ehemaligen MfS-Kreisdienststelle Zittau und der MfS-Bezirksverwaltung Dresden geben darüber hinaus eine Einblick in die Arbeitsweise des Staatssicherheitsdienstes. Das Vorgehen richtete sich sowohl gegen umweltpolitisch engagierte Christen als auch jene Gruppenmitglieder, die nicht der Kirche angehörten.

Mit der von Maria Nooke vorgelegten Dissertation "Für Umweltverantwortung und Demokratisierung" über die Forster Oppositionsgruppe liegt zudem eine weitere wichtige Abhandlung zu den Handlungsbedingungen von Umweltgruppen außerhalb der großstädtischen Zentren vor. Nooke war selbst in dem von ihr beschriebenen Umweltkreis aktiv. Auf der Grundlage von zeitgenössischen Texten, Archivdokumenten und anhand von biografischen Interviews mit ihren einstigen Mitstreitern zeichnet Nooke die Entstehungsgeschichte ihrer Gruppe nach, die sich nicht nur gegen die Umweltzerstörung durch den Braunkohletagebau wandte. Ebenso standen Themen wie Frieden und die Vorenthaltung demokratischer Rechte im Mittelpunkt der Auseinandersetzung, die die Gruppe mitunter nicht nur mit dem Staat, sondern auch mit allzu anpassungswilligen kirchlichen Vorgesetzten zu führen hatte.

Sonderdeponie der Wismut bei Ronneburg im Oktober 1990. (© Bundesarchiv Bild 183-1990-1011-019, Foto: Jan Peter Kasper)

Ergänzt wird das Bild, das sich aus den vorrangig regional bezogenen Veröffentlichungen ziehen lässt, durch einen Aufsatz und zwei Stellungnahmen, die in der Zeitschrift "Horch und Guck" in den zurückliegenden Jahren erschienen. Michael Beleites äußerte sich in "Eine Riesen-Schweinerei" zur "sozialistischen Landwirtschaft aus Sicht der kirchlichen Umweltbewegung in der DDR" ; zudem ging "Horch und Guck" auf die Wanderausstellung "Versuche, in der Wahrheit zu leben" in der Umweltbibliothek Großhennersdorf (8/1999 (27), S. 68f) ein und druckte das Resümee "Aus dem Umfeld der Umwelt-Bibliothek" ab.

Handlungsbedingungen

Aufschluss über die Handlungsbedingungen von Umweltengagement in der DDR vermochte Hubertus Knabe in seiner Arbeit über "Umweltkonflikte im Sozialismus" zu geben. Von ihrem Ansatz her damit vergleichbar ist die zehn Jahre später von Ray Rühle vorgelegte kommunikationsgeschichtliche Analyse zur "Entstehung von politischer Öffentlichkeit in der DDR in den 1980er-Jahren am Beispiel von Leipzig", auch wenn Rühles Fazit zur Wirksamkeit der Umweltgruppe(n) insgesamt positiver ausfällt als das von Knabe vorgelegte Resümee.

Eine weitere, ebenfalls nach der Jahrtausendwende erschiene Veröffentlichung aus der Feder von Jeanette Michelmann, die sich der "Erfurter Umweltschutzgruppe" zuwendet, fragt demgegenüber – wie bereits einige Veröffentlichungen der Neunzigerjahre – nach der Rolle des Staatssicherheitsdienstes bei der Behinderung und "Unterbindung" von Umweltengagement im SED-Staat. Ebenfalls auf die repressionsgeschichtliche Seite der Handlungsbedingungen, mit denen sich Umweltaktivisten konfrontiert sahen, geht – wenngleich in anonymisierter Form – Sandra Pingel-Schliemann in ihren beiden auf narrativen Interviews und einer ergänzenden Aktenauswertung basierenden Arbeiten "Zersetzen" – zum Vorgehen gegen die "Umweltbibliothek" (315ff) und "Lebenswege" – enthalten ist hier ein Beispiel aus Vietlübbe bei Lübz (129) – ein.

Thematisiert wurden die unabhängigen Umweltgruppen auch in den großen, nach 1989 erschienenen Übersichtsdarstellungen zu widerständigem Verhalten, Dissidenz und Opposition in der DDR. In Ehrhart Neuberts "Geschichte der Opposition in der DDR" finden die Ökologiegruppen in den Kapiteln 59 "Umweltbewegung" (445), 73 "Positionen und Initiativen in der Umweltpolitik bis zum Tschernobyl-Unfall" (585), 79 "'Tschernobyl ist überall'" (626), 80 "Die 'Umwelt-Bibliothek' Berlin" (629), 89 "Schlacht um Zion" (694) und 95 "Entfaltung der Umweltbewegung" Berücksichtigung. Die Kapitel sind insgesamt summarisch angelegt; die kirchlich-theologischen Begleitprozesse werden der Profession des Autors entsprechend zumeist zuungunsten der inneren Entwicklung der Gruppen überbetont. Auch wenn die genannten Kapitel den Eindruck eines umfassenden Spektrums vermitteln, so bleibt die Geschichte der unabhängigen Umweltbewegung bei Neubert doch lückenhaft.

Was die Dissertation von Neubert in analytischer Hinsicht manchmal mitunter vermissen lässt, leistet die präzise Analyse der Koreanerin Sung-Wan Choi "Von der Dissidenz zur Opposition". Auch hier kann die Geschichte der unabhängigen Umweltbewegung, die nur ein Teilaspekt der Dissidenz und Oppositionsgeschichte ist, nicht in Gänze dargestellt werden, sodass viele Vorgänge, Aktionen und Gruppen unerwähnt bleiben. Allerdings wendet die Autorin sich in vier Abschnitten den kirchlichen Umweltgruppen zu: in den Kapitel über "Die Auslöser der Umweltdiskussion" (51) und "Die Bildung der Umweltgruppen und ihre Aktivitäten" (55) sowie "Der Schock von Tschernobyl und die Zuspitzung der Umweltprobleme durch die Mülldeponie Schönberg" (77) und "Unterschiedliche theoretische Positionen zu den Themen Frieden, Umwelt und Menschenrechte" (151).

Während Sung-Wan-Choi ihre Darstellung der Chronologie folgt und konkrete Umweltaktionen in die Schilderung einbezieht, ist die Veröffentlichung von Detlef Pollack "Politischer Protest" als Überblicksdarstellung insgesamt analytisch-vergleichend angelegt. Die Geschichte der "Umwelt-Bibliothek" und die "Umweltblätter" sind diesem Anliegen untergeordnet und finden in diesem Sinne Berücksichtigung. Bei der Ergründung von "gruppeninternen Strukturen und Prozessen", der "Motivationsstruktur" und "politischen Handlungszielen" stützt sich Pollack in großem Maße auf Selbstzeugnisse von Personen, die damals am Protest beteiligt waren. Jene sind hier vor allem Objekt der politikwissenschaftlichen Reflektion. Ansonsten bleiben die Umweltgruppen der DDR und ihre einzelnen Mitglieder sowohl hinsichtlich ihrer Grundwerte und Überzeugungen als auch bezogen auf ihre Aktionen und Gruppenaktivitäten in der Arbeit unscheinbar und werden kaum konkret fassbar.

In lebhafter und analytisch prägnanter Form hat Ilko-Sascha Kowalczuk in seiner 2009 vorgelegten Analyse "Endspiel" über "Die Revolution von 1989 in der DDR" im Kapitel "Opposition im SED-Staat" zwei Abschnitte den Aktivitäten von Umweltgruppen gewidmet, wobei eine der Überschriften – "Umwelt ist mehr als Natur" (238ff) – in treffender Form das Programm vieler Umweltgruppen wiedergibt. Mit der "Schlacht um Zion" (254ff) rückt Kowalczuk zudem das wohl folgenreichste von Umweltengagierten in der DDR mit herausgeforderte Ereignis im Vorherbst von 1989 in den Fokus seiner Betrachtung.

Berücksichtigung fanden die unabhängigen Umweltgruppen "unter dem Dach der Kirche" zudem in der Überblicksdarstellung von Peter Maser über "Die Kirchen in der DDR". Im Kapitel "Kirche und Opposition" (126ff) werden im Unterabschnitt "Basisgruppen und -initiativen" für die "Vielfalt der Gruppen" 46 Beispiele angeführt, unter den sich fünf eindeutig als Umweltarbeitskreise zu charakterisierende Gruppen befinden. Hinzu kommen verschiedene Gruppen – unter anderem die Ökumenischen Arbeitskreise –, deren Themenspektrum ebenfalls ökologische Fragen umfasste. Stellvertretend für die Aktivitäten der Umweltgruppen bezieht Maser sich auf "Das Grüne Netzwerk 'Arche'" (139) und geht anhand dieses Beispiels auf die thematische Ausrichtung, Publikationstätigkeit und Aktionen von Umweltaktivisten im Rahmen der kirchlichen Arbeit ein.

Eine guten Einblick in das Leben der Gruppen, die Betätigungsfelder, die Aktionsformen, die persönlichen Kontakte und Diskussionen vermittelt in kurzer und prägnanter Form der von einem damals Aktiven, von Michael Beleites, erstellte Begleitkatalog zur Ausstellung "Pflanzzeit" über "Die kirchliche Umweltbewegung in der DDR – Impulse und Wirkungen". Unter Stichworten wie "Radsternfahrten. Die Bewegung trifft sich", "Treffpunkt Landhaus. Zufluchtsorte und Kristallisationspunkte der Bewegung", "Widerstand aus der Dunkelkammer. Blütezeit selbstgemachter Foto-Postkarten" oder "Staatsgeheimnis Waldsterben. Wegen Weihnachtsbäumen ins Stasi-Gefängnis" präsentiert die von Beleites konzipierte Ausstellung, die mittlerweile an gut zwei Dutzend Orten in Ostdeutschland gezeigt worden ist, verschiedene Aspekte der kirchlichen Umweltbewegung in der DDR.

Menschenrechts- und Friedensgruppen

Eine Bestandsaufnahme zum Wirken der Umweltgruppen muss häufig auch jene Veröffentlichungen berücksichtigen, die nicht explizit über Umweltaktivitäten Auskunft geben, sondern Fragen von Frieden und Menschenrechten allgemein thematisierten. Nicht selten verstanden Gruppen sich nicht nur als Umwelt-, Menschenrechts- oder Friedensgruppen, sondern führten mehrere der genannten Bezeichnungen in ihrem Namen, nannten sich, wie der Trägerkreis der Berliner Umweltbibliothek, Friedens- und Umweltgruppe.

Gruppen, die zunächst der unabhängigen Umweltbewegung zugerechnet werden können, zeichneten zudem für die Aktivitäten der sich herausbildenden Opposition mitverantwortlich. Sie beteiligten sich, wie bei den Protesten am Rande der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 1988, bei der immerhin vier Mitglieder der Umweltbibliothek inhaftiert wurden, an deren Aktionen. Einzelne Proteste, so die Mahnwache zur Freilassung der in Leipzig und Berlin Inhaftierten im Oktober 1989 in der Berliner Gethemanekirche, wurden sowohl personell als auch logistisch von der Berliner Umweltbibliothek mit umgesetzt. Gut nachvollziehen lässt sich dies unter anderem anhand der Erinnerungsberichte, die in der Veröffentlichung "Wachet und betet. Herbst '89 in der Gethsemanekirche", zusammengestellt und bearbeitet von Cornelia Kästner, erschienen sind.

(Auto-)Biografische Zugänge

Wie in allen Bereichen, in denen historische Zeitzeugenschaft und tagespolitischer Gestaltungswille zusammengehen, werden auch hier zukünftig Autobiografien erscheinen, die von Autoren stammen, die einst in der Umweltbewegung der DDR aktiv waren. Doch findet jene Form des Selbstzeugnisses verständlicherweise zumeist erst in einem fortgeschrittenen Lebensalter den Weg der Verschriftlichung. Da der Großteil der an den damaligen Ereignissen Beteiligten 1989 im Alter von zwischen Mitte 20 bis Mitte 30 Jahren war, scheint die Zeit für autobiografische Reflektionen augenblicklich noch nicht reif zu sein.

Eine Ausnahme hiervon bildet der von Vera Lengsfeld vorgelegte politisch-lebensgeschichtlich Rückblick. Lengsfeld, die im Pankower Friedenskreis in Berlin aktiv war, die Berliner Ökoseminare mitorganisierte sowie 1986 den Appell "Tschernobyl wirkt überall" mitverfasste und heute – nach ihrem Engagement bei Bündnis 90/Die Grünen – der CDU angehört, reflektiert in ihrem Buch auch Vorgänge innerhalb der Umweltgruppen. Doch können ihre Erinnerungen auch als ein Beispiel für die Schwierigkeiten angeführt werden, die sich ergeben, wenn Aussagen von Zeitzeugen ungeprüft der Stellenwert einer historischen Quelle zugebilligt wird. Als nicht mehr nur unglücklich, sondern in der Substanz als unzutreffend ist zum Beispiel Lengsfelds Aussage zu bewerten, sie sei in Berlin "an der Gründung der Umweltbibliothek mit beteiligt" gewesen (309). Die Überschätzung des eigenen Anteils in der Rückschau auf eine Bewegung, die durch ein starkes Gemeinschaftsgefühl getragen war, mag jedoch nicht nur die Schwierigkeit dieses Selbstzeugnisses sein.

Zeugnis vom Engagement innerhalb der unabhängigen Umweltbewegung aus der Sicht eines damals Beteiligten mag ebenso die autobiografische "Einmischung" von Gerhard Loettel abzulegen. Mit Loettels dokumentarischen Erinnerungen liegt zudem ein Stimme aus dem Magdeburger Raum vor, die nicht nur der Vollständigkeit halber hier anzuführen ist.

Eine weitere Veröffentlichung, die in der Schriftenreihe des Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen erschienen ist, ermöglicht dem Leser einen biografischen Zugang zum Thema. In dem von Thomas Mayer herausgegebenen Band "Helden der Friedlichen Revolution" sind gleich mehrere Beiträge enthalten, die damals in der Umweltbewegung Aktive vorstellen. So Gisela Kallenbach ("Protest in Smaragdgrün. Der Umwelt und der Kinder zuliebe", 46–49), Rainer Müller ("Im Vollzeit-Widerstand. Nicht Jugendspaß, sondern Lebensernst", 74–79), Roland Quester ("Ein Ökolöwe. Früher und heute", 106–109), Kathrin Walther ("Jeanne d'Arc aus Lindenau", 112–117) und Ernst Demele ("Ein bisschen Schwejk. Mit Nadelstichen gegen die Mächtigen", 136–141).

Den biografischen Annäherungen an die Umweltbewegung hinzuzurechnen wären ebenfalls die Biographien der Umweltaktivisten Wolfgang Rüddenklau (276–279), Carlo Jordan (280–283), Andreas Schönfelder (284–286) und Michael Beleites (287–289) in dem von Tom Sello und Ilko-Sascha Kowalczuk herausgegebenen Band "Für ein freies Land mit freien Menschen".

Den Versuch, nicht einzig die vom Staatssicherheitsdienst überlieferten Akten sprechen zu lassen und deren Aussagewert im Spiegel von Interviews zu beleuchten, die mit vormals Aktiven entstanden, unternimmt Andreas Wagner in seiner jüngst erschienenen Studie "Das Ökumenische Zentrum für Umweltarbeit Wismar. Eine kirchliche Basisgruppe in der DDR-Endphase". Veröffentlicht wurde Wagners Text, der auf vier Zeitzeugen-Interviews basiert und die entsprechenden MfS-Akten hinzuzieht, in der Aufsatzsammlung "Eigensinn in der DDR-Provinz" (69–139). Darin erschienen ist auch die Arbeit von Janka Kuball "Der Kulturbund in Altlandsberg" über eine Gruppe, die sich – wie bereits der Untertitel "Stadtpflege und Umweltschutz unter dem Dach einer staatlichen Organisation" verrät – ebenfalls im Umweltbereich engagierte (20–67).

Fussnoten

Fußnoten

  1. Hermann Weber, Kleine Geschichte der DDR, 2. Aufl., Köln 1988, S. 182; ders., DDR. Grundriß der Geschichte 1945–1990, Neuaufl., Hannover 1991, S. 339. Hingegen weder in der Chronik noch im Text enthalten in: ders., Die DDR 1945–1990, 4. Aufl. München 2006, S. 335. Enthalten ist hier auch kein Verweis auf die unabhängigen Umweltgruppen.

  2. Klaus Schroeder, Der SED-Staat. Partei, Staat und Gesellschaft 1949–1990, München 1998, S. 281, 283.

  3. Rudolf Mau, Der Protestantismus im Osten Deutschlands (1945–1990), Leipzig 2005, S. 230.

  4. Peter Maser, Die Kirchen in der DDR, Bonn 2000, S. 162f.

  5. Wolfgang Rüddenklau, Störenfried. DDR-Opposition 1986–1989. Mit Texten aus den "Umweltblättern", Berlin 1992 (eine erw. Neuauflage ist geplant).

  6. Carlo Jordan/Hans-Michael Kloth (Hg.), Arche Nova – Opposition in der DDR. Das "Grün-ökologische Netzwerk Arche" 1988–90, Berlin 1995.

  7. In: Horch und Guck 1 (1992) 3, S. 7–15.

  8. Tom Sello/Wolfgang Rüddenklau, Umwelt-Bibliothek Berlin (UB), in: Hans-Joachim Veen u.a. (Hg.), Lexikon Opposition und Widerstand in der SED-Diktatur, Berlin/München 2000, S. 357f.

  9. György Dalos, "Grenzfall" und "Umweltblätter" und die anderen. Die DDR-Szene im Selbstbildnis ihrer Veröffentlichungen, in: Ilko-Sascha Kowalczuk, Freiheit und Öffentlichkeit. Politischer Samisdat in der DDR 1985–1989, Berlin Berlin 2002, S. 320–331.

  10. Torsten Moritz, Gruppen der DDR-Opposition in Ost-Berlin – gestern und heute. Eine Analyse der Entwicklung ausgewählter Ost-Berliner Oppositionsgruppen vor und nach 1989, in: Akademische Abhandlungen zu den Politischen Wissenschaften, Berlin 2000.

  11. In: Detlef Pollack/Dieter Rink (Hg.), Zwischen Verweigerung und Opposition. Politischer Protest in der DDR 1970–1989, Frankfurt a. M./New York 1997, S. 208–234.

  12. Lony Neumann, Was tun? Was tun! Die Gruppe 'Argus'", in: Sigrid Grabner u.a. (Hg.), Widerstand in Potsdam 1945–1989, Potsdam 1997, S. 109–114.

  13. Wieland Berg, Das Phantom. Die Aktivitäten der Ökologischen Arbeitsgruppe (ÖAG) Halle gegen die Asphaltierung der Heidewege 1988 und die Reaktion des MfS, Halle/S. 1999.

  14. Wieland Berg, Wasser auf die Mühlen. Die Saaleaktionen 1989 zwischen Wahlfälschung und Montagsdemos in Halle – und wie die Stasi nur noch hinterherlief, Halle/S. 2000.

  15. Helmut Hartmann, Ein evangelischer Kirchenkreis im Visier des Ministeriums für Staatssicherheit. Meine Akte Operativer Vorgang "Trend", Magdeburg 1998.

  16. Von einem der auszog, die Umwelt zu retten. Gespräche mit IM Gerhard alias Walter alias Rolf Hansen alias Henry Schramm, der im November 1989 die Gründung der Grünen Partei Ost betrieb, Hg. Zeit-Geschichte(n), Halle/S. 1999.

  17. Jan Schönfelder, Mit Gott gegen Gülle. Die Umweltgruppe Knau/Dittersdorf 1986 bis 1991, Jena 2000.

  18. Michael Beleites, Untergrund. Ein Konflikt mit der Stasi in der Uranprovinz, 2. Aufl., Berlin 1992.

  19. Michael Beleites, Altlast Wismut: Ausnahmezustand, Umweltkatastrophe und das Sanierungsproblem im deutschen Uranbergbau, Frankfurt a. M. 1992.

  20. Arnaud Liszka, Das Jahr 1989 in der sächsischen Provinz im Spiegel einer Oppositionszeitschrift. Die Lausitzbotin, Bautzen 1999.

  21. Maria Nooke, Für Umweltverantwortung und Demokratisierung. Die Forster Oppositionsgruppe in der Auseinandersetzung mit Staat und Kirche, Berlin 2008.

  22. Michael Beleites, Eine Riesen-Schweinerei, in: Horch und Guck 12 (2003) 41, S. 28–34.

  23. Wanderausstellung "Versuche, in der Wahrheit zu leben" in der Umweltbibliothek Großhennersdorf, in: Horch und Guck 8 (1999) 27, S. 68f.

  24. Aus dem Umfeld der Umwelt-Bibliothek, in: Horch und Guck 2 (1993) 10, S. 55.

  25. Hubertus Knabe, Umweltkonflikte im Sozialismus: Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlicher Problemartikulation in sozialistischen Systemen. Eine vergleichende Analyse der Umweltdiskussion in der DDR und Ungarn, Köln 1993.

  26. Ray Rühle, Entstehung von politischer Öffentlichkeit in der DDR in den 1980er Jahren am Beispiel von Leipzig (Schwerpunkt Umweltgruppe), Münster 2003.

  27. Jeanette Michelmann, Verdacht Untergrundtätigkeit. Eine Erfurter Umweltschutzgruppe und die Staatssicherheit, Rudolstadt 2001.

  28. Sandra Pingel-Schliemann, Zersetzen. Strategie einer Diktatur, Berlin 2002; dies., Lebenswege ... im Schatten des Staatssicherheitsdienstes, Schwerin 2008.

  29. Ehrhart Neubert, Geschichte der Opposition in der DDR 1949–1989, 2. Aufl., Berlin 1998.

  30. Sung-Wan Choi, Von der Dissidenz zur Opposition. Die politisch alternativen Gruppen in der DDR von 1978 bis 1989, Köln 1999.

  31. Detlef Pollack, Politischer Protest. Politisch alternative Gruppen in der DDR, Opladen 2000.

  32. Ilko-Sascha Kowalczuk, Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, 2. Aufl., München 2009.

  33. Peter Maser, Die Kirchen in der DDR, Bonn 2000.

  34. Michael Beleites, Pflanzzeit. Die kirchliche Umweltbewegung in der DDR – Impulse und Wirkungen, Wittenberg 1999.

  35. Cornelia Kästner, Wachet und betet. Herbst '89 in der Gethsemanekirche". 20 Jahre danach. Gespräche. Berichte. Notizen, Berlin 2009.

  36. Vera Lengsfeld, Von nun an ging's bergauf ... Mein Weg zur Freiheit, München 2002.

  37. Gerhard Loettel, Einmischung: Texte, Reaktionen, Argumente, Eingaben, Briefe und Veröffentlichungen aus DDR-Zeiten und der Zeit vor und während der "Wende", Magdeburg 2007.

  38. Thomas Mayer (Hg.), Helden der Friedlichen Revolution. 18 Porträts von Wegbereitern aus Leipzig, Leipzig 2009.

  39. Tom Sello/Ilko-Sascha Kowalczuk (Hg.), Für ein freies Land mit freien Menschen. Opposition und Widerstand in Biographien und Fotos, Berlin 2006.

  40. Kerstin Engelhardt/Norbert Reichling (Hg.), Eigensinn in der DDR-Provinz. Vier Lokalstudien über Nonkonformität und Opposition, Schwalbach 2011. Vgl. dazuExterner Link: die Rezension in der vorliegenden Ausgabe.

Dr. phil., Historiker und Ethnologe, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abt. Bildung und Forschung des BStU, Berlin.