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Textauszug aus: Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten DDR-Geschichte als Erinnerungspolitik Katja Hoyers Buch jenseits des Rheins gelesen 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933: Nicht nur in Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Die RAF in der DDR: Komplizen gegen den Kapitalismus Einem Selbstmord auf der Spur Druckfrisch Ehrlicher als die meisten Die Stasi und die Bundespräsidenten Das Einheits-Mahnmal Bodesruh D und DDR. Die doppelte Staatsgründung vor 75 Jahren. Chinas Rettungsofferte 1989 für die DDR Wessen wollen wir gedenken? 1949: Ablenkung in schwieriger Zeit 1949: Staatsgründung, Justiz und Verwaltung 1949: Weichenstellungen für die Zukunft Walter Ulbricht: Der ostdeutsche Diktator Die weichgespülte Republik - wurden in der DDR weniger Kindheitstraumata ausgelöst als im Westen? Friedrich Schorlemmer: "Welches Deutschland wollen wir?" Vor 60 Jahren: Martin Luther King predigt in Ost-Berlin Der Händedruck von Verdun Deutsche Erinnerungskultur: Rituale, Tendenzen, Defizite Die große Kraft der Revolution. Kirche im Wandel seit 1990. "Alles ist im Übergang" Das Mädchen aus der DDR Die Todesopfer des Grenzregimes der DDR Die Kirchner-Affäre 1990 Der Weg des Erinnerns „Manche wischen das weg, als ginge es sie gar nichts an“ Maßstabsetzend Die nächste Zeitenwende "Gegner jeglicher geistigen Bevormundung" Wenn die Vergangenheit nie ruht „Sie verhandeln über ein Volk, das nicht mit am Tisch sitzt“ Christoph Hein: "Die DDR war ideologisch, wirtschaftlich und politisch chancenlos" Das Bild der DDR von Konrad Adenauer und Willy Brandt im Kalten Krieg Die Macht der leisen Mutigen: „Es lohnt sich anständig zu sein“ Ehemalige Nazis in der SED "80 Jahre zu spät" „Dieser Personenkreis entwickelt eigene Vorstellungen zum Begriff Freiheit“ Zur Wirklichkeit von gestern und zur Möglichkeit von morgen – Vom Jüdischen im Deutschen „Den Helsinki-Prozess mit wirklichem Leben erfüllen“ Leerstellen und Geschichtsklitterungen Biografieforschung: Tödliche Ostseefluchten Polen als Feind Die Dimensionen der KSZE als entspannungspolitisches Konzept vor und nach 1989. Und heute? Woher kam die Zivilcourage? Mehr als nur Wüstenstaub im Mantel der Geschichte Drei Monate Aussicht auf Demokratie. Thüringen 1945 Wann, wenn nicht jetzt? Tova Friedman: "Erinnere dich" Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 33 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Einladung in die bpb: 75 Jahre Bundesrepublik Zu selbstzufrieden? Eine Phantomgrenze durchzieht das Land Noch mehr Mauer(n) im Kopf? Überlegenheitsnarrative in West und Ost Mehr Osten verstehen Westkolonisierung, Transformationshürden, „Freiheitsschock“ Glücksscham "In Deutschland verrückt gemacht" The Rise of the AfD - a Surprise? Der Osten: Ideen und Macher? Noch immer "Bürger zweiter Klasse"? „Wer sich heute ernsthaft die DDR zurückwünscht, hat ein kurzes Erinnerungsvermögen“ Hat da jemand „Freiheit“ gerufen? Zur Verteidigung eines guten Wortes Erinnerungslandschaften, zerklüftet Generation Einheit – eine Inselgeneration? West-Ost-Land „Und keiner hat Recht“ Leuchttürme im blauen Meer Ein Foto, das Saarland und kein Osten Alltag, Gesellschaft und Demokratie Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Vom Neonazi-Aussteiger ins Oscar-Team „Eine Generalüberholung meines Lebens gibt es nicht“ "Autoritärer Nationalradikalismus“ Unter strengem Regime der Sowjets: Die Bodenreform 1945 Diplomatische Anstrengungen auf dem afrikanischen Spielfeld Demokratiestörung? „Im Osten gibt es eine vererbte Brutalität“ Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Turnschuhdiplomatie im Schatten Eine Keimzelle politischen Engagements (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Anti-Antisemitismus als neue Verfassungsräson? "Ich höre ein Ungeheuer atmen" Als es mir kalt den Rücken runterlief Deutsche Putschisten Thüringen als Muster-Gau? Wie die Mitte der Gesellschaft verloren ging "Nahezu eine Bankrotterklärung" „Bei den Jungen habe ich Hoffnung“ Der lange Weg nach rechts Übersehene Lehren für die Bundestagswahl 2025 Provinzlust - Erotikshops in Ostdeuschland Turnschuhdiplomatische Bildungsarbeit Ostdeutsche „Soft Power“ Abschied von der zivilen Gesellschaft? "Die DDR wird man nie ganz los" Von Nutzen und Nachteil der Brandmauer Disruption. Die Revolution der Erschöpften Wie Weimar ist die Gegenwart? Eine Zäsur für die deutsche Demokratie? „Der Erfolg der Linken zeigt, wie es gehen kann“ Zeitenwende 2.0 Die Post-Wagenknecht-Linke Staatskapazität statt Sündenböcke Der "NSU" im Lichte rechtsradikaler Gewalt "Dann muss ich eben selbst Milliardär werden"  Kommerzialisierte Solidarität Wie der DFB 1955 den Frauen-Fußball verbot Die Schlacht um die Waldbühne Die Hare-Krishna-Bewegung im Ost-Berlin der 1980er-Jahre Monomorium: Wie Krankenhäuser in der DDR zum Gesundheitsrisiko wurden Wie meine Großmutter Ursula Winnington die DDR-Küche aufmischte Wer gibt uns heute noch zu denken? Wolfgang Engler: „Eine gesamtgesellschaftliche Scham“ „Ein anständiger Mensch in unanständigen Zeiten“ Demokratiefeinde auf der Überholspur? „Mediale Wüsten“ "Wir fallen wieder zurück in unselige Zeiten" Italien und die DDR Die Leerstelle "Sind so kleine Hände" Textauszug aus: Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie Nein sagen Politik im Spiel. Eine politische Geschichte der Bundestrainer Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2023 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Olympia wieder in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Die "Weltnachricht" mit ungewollter Wirkung Sanktioniert, instrumentalisiert, ausgeblendet 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Der Überläufer Der Überläufer (Teil IV) Der Deal mit "Schneewittchen" alias Schalck-Golodkowski Der Maulwurf des BND: „Die Karre rast auf die Wand zu“ Der lautlose Aufstand Wem gehört die Friedliche Revolution? Verschiedene Sichten auf das Erbe des Herbstes 1989 „Und die Mauern werden fallen und die alte Welt begraben“ Im Schatten von Russlands Ukrainekrieg: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag in Gefahr? Der Zwei-plus-Vier-Vertrag: Die Stufen der Einigung über die Einheit Der Wendepunkt Das Ende der Stasi vor 35 Jahren Der Zauber des Anfangs „Als wir träumten“ Verhinderter Historikerdiskurs Russlands neuer Vorwurf: Greift Berlin nach der Atombombe? Nationalismus und Polarisierung Krieg & Frieden. Wohin führt die Zeitenwende? Über 80 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Bleibt nur Gegengewalt? „Mein Körper ist hier, aber mein Herz und meine Seele sind immer in Israel“ „Ich hoffe, dass die Ukraine die BRD des 21. Jahrhunderts wird“ Krieg als Geschäft Bodenlose Ernüchterung In geheimer Mission: Die DDR-NVA gegen den „jüdischen Klassenfeind“ „Verbote bringen herzlich wenig“ Eine missachtete Perspektive? Verordnete Feindbilder über Israel in der DDR: Eine Zeitungs-Selbstkritik Die erste DDR-Delegation in Israel. Ein Interview mit Konrad Weiß „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“ Wolf Biermann: Free Palestine...? Was hilft gegen politische Tsunamis? Der Tod ist ein Meister aus Russland Wann ist die Zeit zu verhandeln? „Ich bedaure und bereue nichts“ "Schon im 3. Weltkrieg?" „Die Logik des Krieges führt zu keinem positiven Ende“ "Bitte wendet euch nicht von uns ab". Zwei Hilferufe aus Belarus Nach 1000 Tagen bitterem Krieg Russische Frauen von Deutschland aus im Widerstand Doppeldenken als soziale adaptive Strategie Belarus. Terra Incognita "Siegfrieden" „Die Deutschen sind die Düpierten“ Die Stunde Europas. Bloß wie? Ein Leben, zwei Mal Flucht Verklärung der Geschichte als Zukunftsrezept Daniel Kehlmann: „Was wir in den USA erleben, ist eine asymmetrische Diktatur“ "Dies alles muss beendet werden" Zwischen Wirtschafts- und Militärmacht Die Ostpolitik 1969 bis 1973: Vorbedingung für KSZE und Deutsche Einheit Krieg ohne Grenzen Wolf Biermann: "Die Moritat von den Liebespaaren im Jahre 2025“ „Nicht abwenden“ Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Alle Porträts im Überblick Redaktion Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Vom Zwangsleben unter Anderen "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Warum ist das Grundgesetz immer noch vorläufig? "Ein Beitrittsvertrag, kein Vereinigungsvertrag" „Miteinander – Füreinander. Nie wieder gegeneinander“ 1989/90: Freiheit erringen, Freiheit gestalten Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration und Wohnungsbau. Geschichte und Aktualität einer besonderen Verbindung am Beispiel Stuttgart-Rot Das Musterhaus Matz im Freilichtmuseum Kiekeberg Orte des Ankommens (I): Architekturen für Geflüchtete in Deutschland seit 1945 Asylarchitekturen zwischen technokratischer Kontrolle und Selbstbestimmung Tor zum Realsozialismus: Das Zentrale Aufnahmeheim der DDR in Röntgental Alternative Wohnprojekte mit Geflüchteten „Bereits baureif.“ Siedlungsbau der Nachkriegszeit auf dem ehemaligen Konzentrationslagergelände in Flossenbürg Das ehemalige KZ-Außenlagergelände in Allach – ein vergessener Ort der (Nach-) Kriegsgeschichte Neugablonz - vom Trümmergelände zur Vertriebenensiedlung Räume der Zuflucht – Eine Fallstudie aus Lagos, Nigeria "Sie legten einfach los". Siedler und Geflüchtete in Heiligenhaus Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ Pionierinnen im Fußball – Von der Produktion auf den Platz Vertragsarbeiterinnen in der DDR Gleichberechtigung in heterosexuellen Partnerschaften in der DDR Der fremde Blick Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Wo Kurt Barthel und Stefan Heym wohnten „Eine konterrevolutionäre Sauerei“ Die radix-blätter - ein besonderes Medium der Gegenöffentlichkeit in der DDR Wut und Zweifel: Erinnerungsbilder für die Zukunft „Wir wollten nicht länger auf Pressefreiheit warten“ Die Freiheit geht zum Angriff über auf die Utopie des Kommunismus Von der Kunst des Romans "Der Jazz-Bazillus hatte mich" Ein Fenster zur Welt öffnen. Mail Art in der DDR Werte 1989 - 2025 Kahlschlag auch gegen den Jazz Jürgen Fuchs: "Ich feinde an, was über Leichen geht" Jazz nicht nur in Nischen Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Jüdinnen und Juden in der DDR Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Jüdisch sein in Frankreich und in der DDR Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Frankreich als ferne Nähe „Der andere Planet“ und das „Sehnsuchtsland“ Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? 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Textauszug aus: Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie Politischer Anfang als Stadträtin, Erziehungsprojekte und ein USA-Aufenthalt

Petra Weber

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Hildegard Brücher, deutsche Politikerin (FDP). Die am 11.5.1921 geborene Hildegard Brücher studierte in München Chemie und promovierte 1945. Bis 1948 arbeitete sie als wissenschaftliche Redakteurin bei der 'Neuen Zeitung' in München und zog 1948 für die FDP, deren Mitglied sie im gleichen Jahr geworden war, in den Stadtrat der Stadt München ein, aufgenommen 1948. (© picture-alliance, SZ Photo, Hannes Betzler)

Aus dem Klappentext zum Buch von Petra Weber: Als Hildegard Hamm-Brücher am 7. Dezember 2016 starb, galt sie als Grande Dame und moralische Instanz der Bundesrepublik. Als mutige Einzelkämpferin wurde sie für viele Frauen und Männer ein Vorbild. Als Tochter aus einem großbürgerlichen Elternhaus agierte nach 1945 in einer von Männern dominierten Politik, in der sie sich als Verfechterin einer grundlegenden Bildungsreform, einer innovativen Auswärtigen Kulturpolitik sowie als Kritikerin der herrschenden politischen Kultur und Parteiendemokratie einen Namen machte. Die Historikerin Petra Weber beschreibt in ihrer auf Grundlage vieler neuer Quellen geschriebenen Biografie eine liberale Politikerin, die für eine lebendige Demokratie und Zivilgesellschaft eintrat, charmant und liebenswürdig sein konnte, aber auch unerbittlich, wenn sie ihre politischen Ziele in Gefahr sah. Von 1976 bis 1982 war Hildegard Hamm-Brücher Staatsministerin im Auswärtigen Amt. 1994 kandidierte sie bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten. Bis 2002 war Hamm-Brücher Mitglied der FDP.

Ab 1956 war sie mit dem CSU-Kommunalpolitiker und Juristen Erwin Hamm verheiratet. Gemeinsam hatte das Ehepaar einen Sohn und eine Tochter.

Von Petra Weber erschien im März 2026 im Berliner Metropol Verlag: "Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie". Das Buch hat 720 Seiten und 50 Abbildungen. (© Metropol Verlag)

Ein paar Ergänzungen zu ihrer Vita: Hildegard Hamm-Brücher wurde am 11. Mai 1921 als Hildegard Brücher in Essen geboren und wuchs mit vier Geschwistern im Berliner Ortsteil Dahlem auf. Nachdem ihr Vater, der Jurist Paul Brücher, 1931 früh verstorben war und auch ihre Mutter Lilly, geborene Pick, 1932 den Tod fand, zogen ihre Geschwister und sie nach Dresden zur Großmutter. Ab 1933 besuchte Hildegard Brücher dort das Mädchengymnasium. Von 1937 bis 1938 während der NS-Zeit war sie Schülerin auf dem Internat Salem, das sie verlassen musste, weil ihre Großmutter Jüdin war. Sie ging fortan auf das Mädchengymnasium Friedrich-Luisen-Schule in Konstanz, wo sie 1939 ihr Abitur ablegte.

Es folgte während des Zweiten Weltkriegs ein Chemiestudium in München. Dort lernte sie Mitglieder der Weißen Rose kennen, ohne zu wissen, was deren Arbeit im Untergrund war. Mit einer Arbeit von Untersuchungen an den Hefemutterlaugen der technischen Ergosterin-Gewinnung promovierte sie 1945 zum Dr. rer. nat. Nach Kriegsende wurde sie Wissenschaftsredakteurin bei der Neuen Zeitung. Schon bald danach begann ihr Einstieg in die Politik. Ihre ersten Erfahrungen sammelte Hamm-Brücher als junge Frau für die Freien Demokraten in der Stadtverordneten Versammlung von München. Zudem erhielt sie von 1949 bis 1950 ein Stipendium der Politischen Wissenschaften an der Harvard University.



Davon handelt das von der DA-Redaktion ausgewählte 2. Kapitel "Politischer Anfang als Stadträtin, Erziehungsprojekte und ein USA-Aufenthalt". Es ist der von Petra Weber geschriebenen, 720 Seiten umfassenden Monografie Externer Link: "Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biografie" entnommen, die im März 2026 im Berliner Metropol Verlag erschienen ist. Wir haben das Kapitel in zwei Teile aufgeteilt.

Politischer Anfang als Stadträtin

Hildegard Brücher wollte sich schon bald nicht mehr damit begnügen, mittels Zeitungsartikeln und Reportagen politisch Stellung zu beziehen und die öffentliche Meinung zu beeinflussen, wenngleich sie noch keine klaren Vorstellungen hatte, wie und wo sie sich aktiv in der Politik engagieren sollte. Im Januar 1948 fuhr sie zusammen mit Hans Werner Richter und Alfred Andersch zu einer Tagung nach Tremsbüttel bei Hamburg, wo der ehemalige Ministerpräsident Schleswig-Holsteins Theodor Steltzer sich bemühte, einen überparteilichen und überkonfessionellen Deutschen Arbeitskreis ins Leben zu rufen, der der geistigen Erneuerung Deutschlands, die Steltzer als grundlegend für die politische Neuordnung erachtete, Richtung und Ziel geben sollte. Hans Werner Richter hoffte recht euphorisch auf die Bildung einer „nationalen Repräsentation“, „die unabhängig von Organisationen, Regierungen und Parteien, allein infolge ihres geistigen Gewichts, die Stimme in Deutschlands erheben kann“. Steltzer, der stark vom Geist des Kreisauer Kreises geprägt war, gelang es, in Schloss Tremsbüttel eine Reihe von Persönlichkeiten zu versammeln, die damals zur geistigen Elite in den drei Westzonen zählten. Neben Richter und Andersch waren unter anderen Eugen Kogon, Walter Dirks, Gerd Bucerius, Erich Kuby, Walter Hallstein und Karl Schiller gekommen. Wenn auch unmittelbare Äußerungen Brüchers zu der Tagung, die eine folgenlose Episode blieb, nicht überliefert sind, so dürfte Steltzers Versuch einer demokratischen intellektuellen Elitebildung jenseits der Parteien, deren Rolle er angesichts der Erfahrungen in der Weimarer Republik als verhängnisvoll einschätzte, ihrer eigenen Einstellung weitgehend entsprochen haben.

Hildegard Brücher, deutsche FDP Politikerin, aufgenommen 1946 (© picture-alliance, SZ Photo, Juliette Lasserre)

Brücher fiel die Entscheidung zum Eintritt in eine Partei nicht leicht. Die SPD, die damals noch marxistischem Gedankengut anhing und von vielen mit der roten Ballonmütze der Proletarier assoziiert wurde, kam für die Tochter aus großbürgerlichem Haus nicht infrage. Mit Gründungsvätern der CSU wie Karl Scharnagl und Josef Müller stand sie hingegen in der frühen Nachkriegszeit durchaus in freundschaftlichem Kontakt. Scharnagl, der im Mai 1945 von der amerikanischen Militärregierung zum Oberbürgermeister von München ernannt worden war, lernte Brücher bereits Ende 1945 als Reporterin der „Neuen Zeitung“ kennen. Offensichtlich schätzte Scharnagl, der 1933 von den Nationalsozialisten als Oberbürgermeister abgesetzt und nach dem 20. Juli 1944 in Dachau interniert worden war, die junge Journalistin, denn sie erhielt auch private Einladungen zum Tee oder zu Hauskonzerten. Die Auffassung des CSU-Oberbürgermeisters, dass die „bisherigen Formen politischer Betätigung der Parteien“ keine Zukunft hätten, die Parteienzersplitterung überwunden werden müsse, dürfte Brücher vollauf geteilt haben. Sie erinnerte sich allerdings, dass die Versammlungen der CSU beim Kommunalwahlkampf 1946, zu denen Scharnagl sie einmal mitgenommen habe, sie abgeschreckt hätten. Wann sich Hildegard Brücher und Josef Müller, der der Militäropposition gegen den Nationalsozialismus angehört hatte und in den Konzentrationslagern Buchenwald, Flossenbürg und Dachau inhaftiert gewesen war, das erste Mal begegneten, ist nicht überliefert. Als Hamm-Brücher dem „Ochsen-Sepp“ 1973 zum 75. Geburtstag gratulierte, entsann sich dieser jedoch: „Wir haben immer schon trotz des manchmal vorhandenen politischen Gegensatzes gut zusammengearbeitet in einer Zeit, in der wir nicht immer bei allen Verständnis gefunden haben.“ Dass er sie zwar siezte, aber mit dem Vornamen ansprach, deutet darauf hin, dass es tatsächlich einst ein politisches und persönliches Einvernehmen zwischen beiden gegeben hatte, wie immer es auch im Einzelnen ausgesehen haben mag. Gewiss verband beide der Kampf gegen Alois Hundhammer. Müller und Scharnagl versuchten, die CSU auf überkonfessioneller Grundlage neu zu gründen, während ihre innerparteilichen Kontrahenten Fritz Schäffer und Hundhammer die CSU in die Tradition der Bayerischen Volkspartei stellen wollten. Der „Ochsen-Sepp“ hatte im Frühjahr 1946 zusammen mit dem ihm freundschaftlich verbundenen Thomas Dehler sogar ein Zusammengehen zwischen den bayerischen Liberalen und dem von ihm geführten Flügel der CSU erwogen. Bei den mit harten Bandagen geführten Flügelkämpfen innerhalb der CSU setzte sich jedoch als „neue Führungsfigur“ Alois Hundhammer durch, der eine ultramontane Politik vertrat und antipreußische Überfremdungsängste schürte. Für die FDP wie auch für Hildegard Brücher trug er die Verantwortung dafür, dass in Bayern eine Kulturkampfatmosphäre entstanden war. Im Bayerischen Landtag führte die FDP eine scharfe Klinge gegen den „schwarzen Alois“.

Hildegard Brücher, Stadträtin der FDP in München, aufgenommen 1949. (© picture-alliance, SZ Photo, Fosch)

Es war die Münchner Ortsgruppe der Liberalen gewesen, die einige Tage vor der Gründung des FDP-Landesverbands am 15. Mai 1946 den Bamberger Generalstaatsanwalt Thomas Dehler als Parteivorsitzenden vorschlug. Ebenso wie die meisten Münchner Liberalen hatte auch Dehler vor 1933 der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) angehört, die linksliberale Grundsätze verfochten hatte. Während des „Dritten Reichs“ hatte er sich der Robinsohn-Strassmann-Gruppe angeschlossen, die dem NS-Regime „geistigen Widerstand“ entgegenzusetzen versuchte und über ein „republikanisch-demokratisches Nachfolgesystem“ nachdachte, aber einen gewaltsamen Umsturz ablehnte. Wegen seiner jüdischen Ehefrau, von der er sich trotz politischen Drucks nicht trennte, wurde er zum Arbeitseinsatz in der Organisation Todt zwangsverpflichtet, den er im selben Arbeitslager in Rositz ableistete wie Brüchers Brüder Ditmar und Ernst.

Dehler war ein Feuerkopf, ein liebevoller Mensch voll ungebremster polarisierender Leidenschaften. Er konnte sensibel und fürsorglich sein, aber Gegner bekamen auch seinen „schwarzen Hass“ zu spüren. 1947 schrieb er Josef Müller, CDU und CSU würden „das Grab für die deutsche Demokratie schaufeln“, ein anderes Mal nannte er die CSU eine „Saubande“. Programmatisch blieb die bayerische FDP eher vage, eine eindeutige Zielsetzung war kaum zu erkennen. Sie sprach sich gegen „Separatismus und Partikularismus“ aus, sagte der Bürokratie, Denunziantentum, Vetternwirtschaft und dem Parteibonzentum“ den Kampf an, vor allem aber wollte sie jede „Einmischung der Kirche auf politischem Gebiet“ unterbunden wissen und die Jugend zu „wahrhaft freien und urteilsfähigen Staatsbürgern“ erziehen. Ein klares Profil gewann sie immer dann, wenn die Entkonfessionalisierung der Schulen auf der politischen Agenda stand. Organisatorisch war die Partei in Bayern schwach aufgestellt, Kritiker warfen ihr vor, „dank der örtlichen und bezirklichen Eigenbröteleien in jedem Nest ein anderes Gesicht“ zu haben. Es war Everhard Bungartz, der mit dem Schatzmeisteramt abgespeiste Rivale Dehlers um den FDP-Parteivorsitz in Bayern, der darauf drängte, der Partei ein einheitliches Profil zu geben, damit die Wähler wussten, wofür die FDP stand. Hildegard Brücher war oft zu Gast bei Everhard Bungartz und seiner Frau Thea. Bei Kaffee oder Tee wird man auch über die Entwicklung der Demokratie in Deutschland im Allgemeinen und über die der FDP im Besonderen gesprochen haben. Da es sich um private Treffen handelte, existieren hierüber aber keine Protokolle. Es war jedoch nicht Bungartz, ein Rheinländer, der 1944, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, in die Schweiz geflohen war und nach 1945 als Vorsitzender des Vereins Bayerischer Maschinenbauanstalten Arbeitgeberinteressen vertrat, der Brücher dazu überreden konnte, für den Münchner Stadtrat zu kandidieren, sondern Günter Olzog. Der 1919 in Dortmund geborene „Preuße“ hatte in seiner kleinen Wohnung in der Kopernikusstraße 5 eine „gemütliche Plauderstube“ eingerichtet, in die er wiederholt Heribald Närger, Student der Rechtswissenschaft wie er selbst, Franz Treppesch, bis 1947 Leiter des Studentenwerks der Münchner Universität, danach im Kultusministerium tätig, und Hildegard Brücher einlud, um bei Pfefferminztee „tiefgründige Gespräche“ zu führen.

Olzog hatte auf Betreiben Hundhammers bereits im Frühjahr 1947 seine Stelle als Hilfsreferent im bayerischen Kultusministerium aufgeben müssen und hatte seitdem keinerlei Hoffnung mehr, „als Preuße evangelischer Konfession“ im Haus am Salvatorplatz Karriere machen zu können. Brücher teilte mit Olzog das Interesse an der Münchner Hochschulpolitik und die Abneigung gegen Hundhammer, die wohl auch ein Beweggrund gewesen war, dass der Protestant aus Westfalen der FDP beigetreten war, die er 1952 schon wieder verließ. Auf Drängen von Franz Josef Strauß schloss er sich später der CSU an, aus der er allerdings auch schon bald wieder ausschied. Bei einem dieser Gesprächsabende konnten Olzog und seine Freunde Brücher dazu bewegen, für den Münchner Stadtrat zu kandidieren, wie er sich Jahre später noch mit Stolz erinnerte. „Obwohl sie sich noch zu jung für ein politisches Amt fühlte, gab sie schließlich 1948 dem Drängen ihrer Parteifreunde nach, ließ sich bei den Gemeindewahlen als Kandidatin der Freien Demokratischen Partei aufstellen – und wurde Stadträtin“, konnte man in ihrem Wahlbrief aus dem Jahr 1954, der auch ein Porträt von ihr enthielt, lesen. Dass sie eher durch „Zufall mit der Politik in Berührung“ gekommen sei, weil ein Bekannter sie zur Kandidatur für den Stadtrat überredet habe, berichtete sie 1959 auch dem Journalisten Hans Werner Pfeiffer.

Nein, es war nicht Theodor Heuss, der sie bei einem Gespräch im Oktober 1946 in Stuttgart mit den Worten „Mädle, Sie müsset in die Politik!“ dazu ermutigte, politisch aktiv zu werden. Heuss, der sich fast den ganzen Oktober 1946 in einem Sanatorium in Baden-Baden aufhielt, hätte Brüchers euphorischer Unterstützung der Bildungspolitik der amerikanischen Militärregierung auch kaum zugestimmt. Der Kultminister von Württemberg-Baden, dem Joachim Radkau einen „Gebildetenhochmut“ attestierte, stand im Gegensatz zu der jungen Journalistin der amerikanischen Re-Education-Politik äußerst skeptisch gegenüber und warnte vor einer Überschätzung schulischer Bildung und Erziehung für die Demokratiebildung. Als 1958 darüber diskutiert wurde, welche Persönlichkeiten ins Kuratorium der auf seine Initiative gegründeten Friedrich-Naumann-Stiftung zu berufen seien, riet er, eine „politisch weniger kampfeslustige Frau“ als Brücher zu suchen. Anscheinend hielt er sie für das weibliche Pendant von Thomas Dehler, mit dem er sich überworfen hatte. Nur dank der Unterstützung Hermann Heimpels wurde sie damals in das Kuratorium aufgenommen.

Als Heuss Hamm-Brücher näher kennenlernte, konnte aber auch er sich ihrem Charme nicht mehr entziehen, zumal sie ihn geradezu anhimmelte. Als sie im Oktober 1960 im Bayerischen Rundfunk ein Fernsehinterview mit ihm über das Jahr 1949 führte, überschüttete sie ihn mit Komplimenten. Auf ihre lobend gemeinte Feststellung, die Deutschen hätten „Vertrauen in ihren Vater Heuss gesetzt“, reagierte er allerdings etwas unwirsch, weil er fürchtete, man wolle ihm wieder einmal das Klischee vom „Papa Heuss“ anheften, das er nicht ausstehen konnte. Ansonsten war er aber mit dem Interview mehr als zufrieden. Ohne Zweifel schätzte Theodor Heuss seit Ende der 1950er Jahre die junge intelligente, kontakt- und diskussionsfreudige sowie „auffallend hübsch[e]“ FDP-Politikerin, wie Heuss’ Schwiegertochter Ursula später bezeugte. Bei einer Unterhaltung, die Heuss mit seinem Sohn Ernst Ludwig und seiner Schwiegertochter über Hildegard Hamm-Brücher um Ostern 1959 führte, sollen dann auch die Worte gefallen sein: „Dies Mädle muss in die Politik.“ Aber Heuss’ politische Ziehtochter, zu der sie sich seit Beginn der 1960er Jahre, als sie im Streit mit dem nationalistischen Flügel der bayerischen FDP lag, stilisierte, war sie nicht. Was schon immer wie eine Mär anmutete, war auch eine.

Noch bevor sie am 2. Mai 1948 offiziell der FDP beitrat, war sie am 19. April als Kandidatin für den Stadtrat aufgestellt worden. Wahrscheinlich rechnete sie nicht damit, tatsächlich in das Kommunalparlament einziehen zu können, denn sie stand nur auf Platz 7 der FDP-Wahlliste. Bei der Wahl 1946 hatten die Liberalen mit 1,9 Prozent der Stimmen ein so schlechtes Ergebnis erzielt, dass sie im ersten gewählten Münchner Stadtrat überhaupt nicht vertreten waren. Ihr politischer Ehrgeiz wurde durch diese wenig optimistisch stimmenden Umstände jedoch eher angestachelt als gebremst. „Verjüngt den Stadtrat – wählt Hildegard Brücher“ stand auf den aus ausgeschnittenen Tüten zusammengeklebten Wahlplakaten, auf denen auch ihr mit Wasserfarben gemaltes Konterfei zu sehen war.

Dr. Hildegard Hamm-Brücher (hinten) als Beraterin für den Film 'Die ideale Frau', bei dem die Schauspielerin Ruth Leuwerik (mitte) eine Bürgermeisterin spielt. Rechts im Bild der ungarische Regisseur Josef von Baky, aufgenommen 1959. (© picture-alliance, SZ Photo, Hannes Betzler)

In ihrer Ende Mai vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlten zehnminütigen Wahlkampfrede sprach sie zunächst ein klassisches liberales Thema an: die Entlastung des „geplagten Bürgers“ von „staatlicher, städtischer und sonstiger Verwaltungsbürokratie“ wie auch von den „Folgen engstirniger und engherziger Kirchturmpolitik, von Umstandskrämerei, von anonymen Schikanen und unfreundlicher Vernachlässigung oder gar Missachtung des Individuums“. Die folgenden Wahlaussagen waren konkreter. Um die „Münchner Universität wieder zur ersten und besten Deutschlands“ zu machen, sollte die Stadt den berufenen Wissenschaftlern großzügig Wohnraum zur Verfügung stellen. Verelendete Jugendliche sollten nicht in eine Zelle mit „schweren Brüdern“ gesteckt werden, nur weil sie beim Schwarzhandel ertappt worden seien, in Kindergärten und Schulen galt es, „den Schmutz und die unhygienischen Verhältnisse, die aufgrund des Fehlens von Eimern, Besen und Putzlappen dort herrschten, zu beseitigen. Im Hinblick auf den Wohnungsbau wünschte sie, dass dort auch alleinstehende berufstätige Frauen Berücksichtigung fanden. Und schließlich durfte auch ihr politisches Herzensthema nicht fehlen: die politische Bildung. Zu ihr sollte auch beitragen, dass die Stadtratssitzungen in Zukunft häufiger öffentlich abgehalten wurden. Nach dem Fiasko bei den Gemeindewahlen im April 1948, bei denen die FDP nur 1,3 Prozent der Stimmen erhalten hatte, verlief die Wahl zum Münchner Stadtrat am 30. Mai 1948 mit einem Stimmergebnis von 4,7 Prozent für die Liberalen einigermaßen zufriedenstellend, und Hildegard Brücher hatte wider Erwarten sogar Grund zum Feiern. Die Münchner Wählerinnen und Wähler hatten sie vom siebten auf den zweiten Platz „vorgehäufelt“ und ihr so zu einem Mandat im 50-köpfigen Münchner Stadtrat verholfen, wo sie zusammen mit Hanns Sellmaier, Werbekaufmann und Mitbegründer der Liberal-Demokratischen Partei in München, die FDP vertrat. Die SPD hatte 15 Sitze errungen, die Bayernpartei eroberte drei Mandate mehr als die CSU, die nur zehn Mitglieder in den Stadtrat schicken konnte. Die KPD hatte mit einem Stimmergebnis von 11,1 Prozent und sechs Sitzen im Stadtrat überaus gut abgeschnitten und die FDP deutlich hinter sich gelassen, die in fast allen Wahlbezirken eine kaum überlebensfähige Splitterpartei war. Lediglich in Bezirken wie Schwabing, Bogenhausen und Solln, wo das liberale, zumeist protestantische Bürgertum wohnte, war das Wählervotum für sie erfreulich ausgefallen. Dort las man die „Neue Zeitung“, teilte zumindest auf dem Gebiet der Kulturpolitik die Meinung Brüchers, mit der nicht wenige auch schon im Theater, bei Konzerten oder anderen kulturellen Veranstaltungen Bekanntschaft geschlossen hatten. Für das liberale Münchner Bürgertum war die charmante junge Frau eine Hoffnungsträgerin. Der Stadtrat trat am 1. Juli zu seiner ersten Sitzung zusammen und wählte den bisherigen zweiten Bürgermeister, den Sozialdemokraten Thomas Wimmer, zum Oberbürgermeister und den bisherigen Oberbürgermeister Karl Scharnagl zu seinem Stellvertreter. In Zeiten, in denen es darum ging, München wiederaufzubauen und die Menschen mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen, war die Parteipolitisierung noch gering. Wimmer betonte ausdrücklich, nicht der Oberbürgermeister der SPD-Fraktion sein zu wollen. Insbesondere die zehn Frauen, die den Einzug in den Stadtrat geschafft hatten, hielten ungeachtet unterschiedlicher politischer Einstellungen und Mentalitäten zusammen. Der hohe Frauenanteil von 20 Prozent war so überraschend, dass die „Süddeutsche Zeitung“ den neuen Stadträtinnen Kurzporträts widmete. In der SPD-Stadtratsfraktion saßen gleich fünf Frauen, die meisten von ihnen, wie Rosa Aschenbrenner, Paula Breitenbach und Franziska Reindl, hatten sich schon während der Weimarer Republik politisch engagiert, waren während der NS-Diktatur politischen Schikanen und Verfolgung ausgesetzt gewesen und hatten sich 1945 gleich wieder der politischen Verantwortung gestellt.

Die Leiterin des städtischen Leihamts Adelheid Ließmann, die neben Käthe Sand die KPD im Stadtrat vertrat, genoss in München eine große Popularität. Die gelernte Buchhalterin, die im „Dritten Reich“ Gefängnis- und Konzentrationslagerhaft erdulden musste, hatte über 100 000 Wählerstimmen erhalten. Obwohl die CSU-Stadträtin Centa Hafenbrädl, die vor 1933 Referentin für Frauenarbeit im bayerischen Sozialministerium gewesen war, eine sittenstrenge Antikommunistin war, scheute sie sich nicht, mit Ließmann zu kooperieren, wenn es einer gemeinsamen Sache diente. Am meisten Aufsehen hatte die Wahl Hildegard Brüchers erregt, die mit erst 27 Jahren nicht nur die jüngste Stadträtin in München, sondern wahrscheinlich in ganz Deutschland war. Die Journalistin Anneliese Schuller beschrieb sie in der „Süddeutschen Zeitung“ als eine „natürlich hübsche junge Dame mit braunem Wuschelkopf und modisch langem Rock. Sie hat ihre Wahl für unwahrscheinlich gehalten, freut sich aber über ihr neues Amt. Sie möchte in den Schul- und Kulturausschuss kommen“. Diesem Wunsch wurde Rechnung getragen, später avancierte sie auch noch zur Verwaltungsrätin im Stadtjugendamt und erhielt innerhalb des Schulreferats die Zuständigkeit für die Berufs-, Fach-, Mittel- und Höheren Schulen für Mädchen. 1950 gab sie zu, dass sie zunächst „völlig unerfahren und von keiner Sachkenntnis getrübt“ im Stadtrat gesessen habe. Die Kolleginnen und Kollegen gleich welcher Parteicouleur hätten ihr aber „trotz ihres preußischen Webfehlers“ „freundschaftlichen Beistand“ geleistet. Sigi Sommer, bekannt als der legendäre Münchner Spaziergänger „Blasius“, nahm ihre anfängliche Zurückhaltung aufs Korn, als er im März 1949 in der Münchner „Abendzeitung“ schrieb: „Wenn sich Fräulein Stadtrat Brücher zu Wort meldet – es kommt nicht so oft vor –, hebt sie artig den Finger, und weil dann alles zu ihr hinschaut, wird sie dunkelrot, sagt g’schamig ein paar halblaute, ein bisserl verlegene Sätze und lächelt extra fesch über ihren Schneid.“

Brüchers anfängliche Unsicherheit wäre wahrscheinlich gar nicht so aufgefallen, wenn ihr FDP-Kollege Hanns Sellmaier in den Stadtratssitzungen aktiv geworden wäre. Der ging aber als „Hanns der Schweigsame“ in die Geschichte des Münchner Stadtrats ein. Der 50-jährige Werbekaufmann meldete sich nie zu Wort, verfolgte immer nur schweigend den Verlauf der Sitzungen. Das Erscheinungsbild der FDP-Fraktion prägte allein Hildegard Brücher, die sich im Stadtrat keiner Fraktionsdisziplin unterordnen musste, sondern die FDP-Fraktion verkörperte. Die wenigen Anträge, die die FDP im Stadtrat einbrachte, stammten alle von der jungen Stadträtin, die das politische Handwerk erst noch lernen musste. Sie hatten die Schulraumnot zum Thema und reichten vom Wunsch nach Instandsetzung des Daches im Schulgebäude Bergmannstraße über die Forderung nach Verlegung der Lebensmittelverteilungsstellen aus den Schulgebäuden bis zur Kritik an der Verwendung der Hohenzollernschule als Krankenhaus, die in ihren Augen ein „Schildbürgerstreich“ war, sich aber nicht umgehen ließ, solange US-Streitkräfte das Klinikum in Schwabing besetzt hielten. Auch wollte sie wie die SPD-Stadtratsfraktion im Münchner Stadtwappen keinen Mönch, sondern ein „Kindl“ abgebildet sehen. Ein Mönch mit schwarzer Kutte im Stadtwappen hatte in München einen kleinen Proteststurm ausgelöst.

Sigi Sommers spöttischer Artikel scheint Brüchers Eifer und Ehrgeiz geweckt zu haben, denn sie meldete sich nun öfter und entschiedener zu Wort und traf sich auch mit den übrigen Stadträtinnen zum „Kaffeeklatsch“, um gemeinsame Anträge auszuformulieren.

So forderten die selbstsicheren Stadtmütter im Frühjahr 1949 nicht nur den Erhalt des Maßmannplatzes als Kinderspielplatz, sondern verlangten nachdrücklich auch die Gleichberechtigung der Frauen im städtischen Verwaltungsdienst, für die Brücher nicht nur im Stadtrat stritt, sondern auch in der Presse, um eine breite Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam zu machen. Zeitgleich zur Diskussion im Stadtrat erschien in der „Süddeutschen Zeitung“ ein von ihr verfasster Artikel, in dem sie ausführte, dass nach geltendem Recht die Frauen in der Münchner Stadtverwaltung zwar „grundsätzlich“ gleichberechtigt seien, de facto jedoch keine Aufstiegschancen hätten. Auf 1000 männliche Beamte im gehobenen Verwaltungsdienst kämen nur 23 weibliche. Frauen würden trotz guter Noten und Qualifikation anders als ihre männlichen Kollegen nicht befördert und auch nicht zu Lehrgängen zugelassen. Nicht einmal im Wohlfahrtsreferat kämen Frauen zum Zuge, obwohl viele heute eine Familie ernähren müssten. Der Artikel endete mit der apodiktischen Feststellung: „Münchner Stadträtinnen glauben nicht mehr an grundsätzliche Gleichberechtigung.“ Der Anstoß, dieses Thema auf die Agenda des Stadtrats zu setzen, dürfte vom Parlamentarischen Rat ausgegangen sein, wo Elisabeth Selbert und ihre Mitstreiterinnen erfolgreich die Streichung des Wortes „grundsätzlich“ aus dem Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ durchsetzten. Brüchers Selbstbewusstsein war sichtlich gewachsen, sie wollte das Thema am Kochen halten. In einem Antrag im Sommer 1949 drängte sie auf eine stärkere Berücksichtigung von Frauen bei der Zulassung zu Verwaltungskursen, denn bei dem letzten Kurs hätten sich unter den 66 Teilnehmern nur sechs Frauen befunden. Die Argumentation, dass Familienväter mit Kindern vorzuziehen seien, habe angesichts vieler berufstätiger Mütter ihre Berechtigung verloren. Da Brücher ihren Antrag wegen eines USA-Aufenthalts nicht mehr selbst verteidigen konnte, wollte Centa Hafenbrädl ihn aufgreifen und sich für seine erfolgreiche Annahme stark machen. Wie in anderen Städten arbeiteten auch die Münchner Stadträtinnen über die Parteigrenzen hinweg Hand in Hand und konfrontierten ihre männlichen Kollegen mit einer Solidarität der Frauen. So unterstützten sie einstimmig einen Antrag von Adelheid Ließmann, das Leiden der Münchner Kinder in dem Fürsorgeerziehungsheim Fassoldshof der Inneren Mission zu beenden. Die dort untergebrachten Kinder wurden mit Lederpeitschen gezüchtigt, Mädchen bekamen bei Vergehen die Haare geschoren und kalte Wickel verabreicht. Brüchers späterer Ehemann Erwin Hamm, damals Leiter des Wohlfahrtsreferats der Stadt München, hatte die Missbrauchsfälle zwar kleinzureden versucht, Brücher aber insistierte darauf, dass die 40 „Zöglinge“ anderweitig unterzubringen seien. Sie stimmte auch Paula Breitenbach zu, dass die Fürsorgeerziehung in Deutschland „rückständiger“ sei, „als man es wahrhaben will“. Die männliche Mehrheit im Stadtrat vertagte die Entscheidung. Sie wollte erst dann einen Beschluss fassen, wenn das gegen den Leiter der Anstalt Gottfried Werner eingeleitete Verfahren abgeschlossen war, das schließlich wenige Monate später eingestellt wurde. Obwohl auch Franz Josef Strauß, damals Leiter des Landesjugendamtes im bayerischen Innenministerium, die Erziehungsmethoden in dem Heim für äußerst bedenklich hielt, wurde Werner erst im September 1950 abgelöst.

Brücher, die Mitscherlichs schon früh geäußerte Kritik an der traditionellen Fürsorgeerziehung immer geteilt hatte, bemühte sich, zumindest einen Zusatzantrag durchzubringen: Während des laufenden Verfahrens gegen den Anstaltsleiter sollten keine Münchner Kinder mehr in das Erziehungsheim Fassoldshof geschickt werden. Nach Unterstützung dieses Vorschlags durch Rosa Aschenbrenner und Centa Hafenbrädl stimmten auch die meisten Männer für dessen Annahme. Ihr Antrag, körperliche Züchtigung an allen Münchner Schulen zu verbieten, verfiel hingegen der Ablehnung. Stadtschulrat Anton Fingerle, der seit einem USA-Aufenthalt das „Selfgovernment“ in amerikanischen Schulen als vorbildlich pries und Schulreformen ansonsten aufgeschlossen gegenüberstand, hielt einen entsprechenden Beschluss für kontraproduktiv, da er Streit mit dem Kultusministerium auslösen werde, das die Lehrer in ihrem Recht, die Prügelstrafe anzuwenden, bestärken werde. Er verwies darauf, dass in Elternbefragungen nur rund 39 Prozent der Eltern sich gegen die Prügelstrafe ausgesprochen hatten. Tatsächlich hatte Hundhammer – in einer freilich etwas fragwürdigen Abstimmung – großen Zuspruch gefunden, als er im Sommer 1947 das von seinem sozialdemokratischen Vorgänger Franz Fendt abgeschaffte Züchtigungsrecht an Schulen wieder einführte.

Wie Hundhammer banalisierte auch Schulrat Anton Tröndle im Schulausschuss des Stadtrats die Anwendung der Prügelstrafe. Mit einem „Stöckchen von 30 cm dürften lediglich sechs Schläge auf die flache Hand oder ‚hintendrauf‘“ gegeben werden. Für Brücher, die sich amerikanische Denkmuster zu eigen gemacht hatte, war die Prügelstrafe Ausdruck eines in Deutschland noch immer dominanten Autoritätsprinzips, das den Aufbau einer Demokratie gefährde: „Wenn es nicht gelingt, die Kinder unserer Stadt ohne Prügel und andere diktatorische Maßnahmen zu rechtschaffenen Menschen zu erziehen, so werden alle Bemühungen um eine demokratische Erneuerung umsonst sein und die Hoffnung auf freie, ihrer Verantwortung bewusste Menschen vergebens.“ Im Übrigen wusste sie zu berichten, dass an einer Münchner Schule Schüler sogar Schläge bekamen, wenn sie ihre Bleistifte nicht gespitzt hatten. In einer Zeit, in der die schwarze Pädagogik noch viele Unterstützer hatte, führte sie einen ziemlich einsamen Kampf. Im Schulausschuss stand ihr nur Paula Breitenbach bei.

Ansonsten waren viele Stadtratsmitglieder der Meinung, dass die junge Kollegin zu viel auf einmal wollte und die finanziellen Schranken zu wenig bedachte. Das von ihr geforderte Schulbauprogramm kommentierte Fingerle mit den Worten, dass man sich „keinen Illusionen hingeben“ solle. „Wir sind also mit kleinen Tropfen zufrieden.“ Das bedeutete, dass von 1949 bis 1955 nur zehn neue Schulanlagen gebaut wurden.

Hildegard Brücher, deutsche Politikerin (FDP). Die am 11.5.1921 geborene Hildegard Brücher studierte in München Chemie und promovierte 1945. Bis 1948 arbeitete sie als wissenschaftliche Redakteurin bei der 'Neuen Zeitung' in München und zog 1948 für die FDP, deren Mitglied sie im gleichen Jahr geworden war, in den Stadtrat der Stadt München ein, Aufnahmedatum: 1948. (© picture-alliance, SZ Photo, Hannes Betzler)

Als sie vehement beklagte, dass angesichts der Wohnungsnot – in München waren über 80 000 Wohnungen im Krieg zerstört, 100 000 schwerbeschädigt worden – für den Wohnungsbau „viel zu wenig getan“ werde, erteilte ihr Oberbürgermeister Wimmer eine Lektion: „Machen wir uns doch ein klein bisschen ein Bild! Was braucht man denn, um eine der zerstörten Wohneinheiten wieder in den früheren Zustand zu versetzen? Wenn ich bei der gegenwärtigen Preisfestsetzung eine Wohneinheit bloß auf 10 000 DM schätze […], dann brauche ich in München 900 Millionen Mark. Dass ich das zu meinen Lebzeiten und wenn ich 80 Jahre alt werde, nicht erwarten kann, dessen bin ich mir sicher.“ In den Augen Wimmers, der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen war, von Natur aus zu Sparsamkeit neigte und Akademikern immer mit einer Portion Misstrauen begegnete, fehlte der Tochter aus großbürgerlichem Haus Bodenständigkeit und der Sinn für das Machbare. Das wechselseitige Verhältnis war und blieb distanziert. Brüchers Wunsch, in der Wohnungsbaukommission mitzuarbeiten, lehnte Wimmer rundweg ab. Auch auf dem Feld der Kulturpolitik, das neben der Bildungs- und Jugendpolitik zu ihrem politischen Steckenpferd zählte, erlitt sie eine Schlappe. Seit Herbst 1948 plädierte sie für eine Fusion der Münchner Philharmoniker mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks beziehungsweise dessen Vorgänger Radio München unter der Leitung des Stardirigenten Eugen Jochum. Der noch in Hamburg lebende Generalmusikdirektor der dortigen Staatsoper, der Bayer war und nach München wollte, war bereits in Verhandlungen mit Radio München eingetreten. Zusammen mit Walter Maria Guggenheimer, einem aus der Emigration zurückgekommenen begnadeten Theater- und Musikkritiker, mit dem sie damals eng befreundet war, traf sich Brücher des Öfteren mit Jochum, Anfang 1949 suchte sie ihn sogar in Hamburg auf.

Es waren allerdings nicht „konservative Kreise der Stadt“, wie Brücher argwöhnte, die verhinderten, dass Jochum die Leitung der Münchner Philharmoniker anvertraut wurde. Es war vielmehr deren Vorstand, der den musikalischen Leiter des Orchesters des Nationaltheaters in Mannheim Fritz Rieger präferierte, nachdem dieser als Gastdirigent in München aufgetreten war. Der Stadtrat beschloss im April die Berufung Riegers als Leiter der Münchner Philharmoniker, nachdem der Kulturbeauftragte der Stadt München Hans Ludwig Held schon im Februar im Kulturausschuss bekannt gegeben hatte, dass eine Verschmelzung der Münchner Philharmoniker und des Rundfunkorchesters unter der Leitung von Jochum gescheitert sei. Jochum wurde im Juli Chefdirigent des neu gegründeten Symphonieorchesters beim Bayerischen Rundfunk und dessen musikalischer Berater. Brücher nahm die Niederlage vorerst hin. Erst 1953, als die Münchner Philharmoniker durch hohe Zuschüsse der Stadt subventioniert werden mussten, weil sie der Konkurrenz des unter Jochum zu Weltruhm gelangten Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks nicht gewachsen waren, begehrte sie auf. Sie sprach sich gegen eine weitere „Päppelung“ der Philharmoniker aus und verlangte – harte Kontroversen nicht länger scheuend – deren Reprivatisierung, für die es allerdings im Stadtrat keine Mehrheit gab. Zudem schloss sie sich der auch in der Presse geäußerten Kritik an dem konservativen Spielprogramm Riegers an, in dem moderne Musik fehle. Hatte Brücher 1949 noch ihren Ärger heruntergeschluckt, machte sie jetzt aus ihrem Zorn über die eingetretene Entwicklung kein Hehl mehr. Entschieden Position ergriff sie auch, als im Juli 1949 ein Antrag auf Übernahme der im Zuge der Entnazifizierung entlassenen Beamten in ein Beamtenverhältnis im städtischen Dienst zur Entscheidung stand. Sie hielt eine solche Milde gegenüber NS-Mitläufern für unangebracht und schlug andere Prioritäten vor: „Ich möchte sagen, bevor wir anfangen, ehemaligen Nazis wieder mehr Bezüge zu geben, als ihnen aufgrund ihrer Arbeitskraft zustehen, müssen wir den 400 arbeitslosen politisch Verfolgten endlich einmal helfen; davon redet kein Mensch, wie diese Leute ihren Lebensunterhalt verdienen. An die immerhin 400 Menschen, die für ihre Überzeugung gelitten haben, denkt niemand. Weiter möchte ich gerechterweise darauf hinweisen, dass es in städtischen Diensten Fürsorgerinnen gibt, die seit Jahrzehnten in städtischen Diensten treu gearbeitet haben und nun schon längst ein Recht darauf hätten, Beamtinnen zu werden und die ihr Recht auch nicht zuerkannt bekommen.“ Dasselbe gelte auch für die Wirtschaftslehrerinnen. „Ich glaube“, so lautete ihr abschließendes Plädoyer, „bevor wir daran gehen, ehemaligen Nationalsozialisten entgegenzukommen, sollten wir endlich einmal allen diesen Gruppen Gerechtigkeit widerfahren lassen.“ Wie immer, wenn ihr ein Thema besonders wichtig war, kontaktierte sie auch die Presse. Unter der Überschrift „Bravo, Fräulein Stadtrat“ erschien in der „Süddeutschen Zeitung“ ein Artikel, der ihre im Stadtrat gemachten Ausführungen noch einmal wiedergab. Im Stadtrat, wo viele Männer und Frauen saßen, die während des NS-Regimes Haft und Konzentrationslager hatten erdulden müssen, fand der Antrag, der auf eine Rehabilitierung ehemaliger Pgs. hinauslief, keine Mehrheit, aber in FDP-Kreisen stieß Brüchers Artikel keineswegs auf ungeteilte Zustimmung. Dehler wurde gefragt, ob Brücher in ihm die offizielle Einstellung der FDP zum Ausdruck gebracht habe. Der Landesvorsitzende der bayerischen FDP schrieb kurz und bündig zurück: „Die Äußerung des Fräulein Dr. Brücher ist nicht parteioffiziell und entspricht nicht meiner Anschauung.“ In der Vergangenheitspolitik waren Brüchers Positionen mit denen der FDP nicht vereinbar. Kommende Kontroversen zeichneten sich ab. Im Stadtrat hatte sie die ersten Lektionen in praktischer Politik erhalten, wobei sie sich auf traditionell weibliche Themen fokussiert hatte. Da sie sich zumeist zurückgehalten hatte, war sie nur selten angeeckt. Viele Erfolge konnte sie nicht verzeichnen, was bei ihr manchmal für Resignation sorgte. Dass sie sich bei der Bundestagswahl 1949 von der FDP als Direktkandidatin aufstellen ließ, zeugte noch nicht von höheren politischen Ambitionen. Die Kandidatur brachte ihr einige Publicity ein, aber die Eroberung eines Direktmandats war trotz der Beliebtheit, die sie im Münchner Bildungsbürgertum genoss, ausgeschlossen. Aufgrund eines Stipendiums, das ihr ab September einen Aufenthalt in Harvard ermöglichte, musste sie ihre Stadtratstätigkeit unterbrechen und konnte auch einige pädagogische Projekte, für die sie sich 1948/49 eingesetzt hatte, zunächst nicht weiterverfolgen.

Erziehungsprojekte und ein USA-Aufenthalt

So befand sie sich bereits auf der Reise in die „Neue Welt“, als am 14. September 1949 in der Kaulbachstraße 11a in Schwabing die Internationale Jugendbibliothek feierlich eröffnet wurde, in der Kinder in rund 8000 Büchern schmökern, malen, Musik hören und Theaterspielen konnten. Brücher hatte dieses idealistisch-ehrgeizige Projekt, das Jella Lepman ein Herzensliegen war, unterstützt, seit sie die deutsch-jüdische Journalistin in der Schellingstraße 39 kennengelernt hatte. Lepman war vor 1933 die erste Redakteurin des der DDP nahestehenden „Stuttgarter Neuen Tagblattes“ gewesen, 1936/37 über Italien nach Großbritannien geflohen, wo sie seit den 1940er Jahren zunächst als Adviser für Jugendfragen im Foreign Office und für den Deutschen Dienst der British Broadcasting Corporation, danach für die American Broadcasting Station in Europe arbeitete. 1945 hatte sie das Angebot der Amerikaner, als Beraterin für die kulturellen und erzieherischen Belange der Frauen und Kinder in der amerikanischen Besatzungszone in das US-Hauptquartier nach Bad Homburg mitzukommen, angenommen. Im Herbst 1946 zog sie als stellvertretende Chefredakteurin der vom Verlag der Neuen Zeitung herausgegebenen Illustrierten „Heute“, deren Redaktionsräume einen Stock über denen der Neuen Zeitung lagen, nach München.

Am 2. Mai 1948 begann die promovierte Chemikerin Dr. Hildegard Brücher (geb. 1921 in Essen, späterer Name Hildegard Hamm-Brücher) mit 27 Jahren als erfolgreiche FDP-Kandidatin und jüngste Stadträtin der US-Besatzungszone ihre politische Karriere in München. Als sie 1950 in den bayerischen Landtag einzog - unter Beibehaltung ihres Sitzes im Stadtrat bis 1956 - kümmerte sie sich vor allem um Frauen- und Schulpolitik, aufgenommen 1951. (© picture-alliance, SZ Photo, Fred Lindinger)

Brücher und Lepman verbanden ihr pädagogischer Optimismus und ihr Glaube, dass die Zukunft Deutschlands von der Erziehung der Kinder und Jugendlichen abhänge. Lepman hielt Kinderbücher für „Friedensboten“ und war fest davon überzeugt: „Nur, wenn die Kinder der Welt einander jetzt verstehen lernen, dürfen wir auf jene friedliche und ungeteilte Welt hoffen, die wir alle ersehnen.“ Bereits 1946 hatte sie eine Unmenge von Bittschriften verfasst, dank derer im Juli 1946 im Haus der Kunst eine viel beachtete Internationale Jugendbuchausstellung stattfinden konnte, während der Kinder und Jugendliche in 4000 Büchern aus 14 Nationen herumblättern und lesen konnten. Die in der Ausstellung präsentierten Bücher betrachtete sie als Grundstock für den Aufbau einer Internationalen Jugendbibliothek, für die aber erst noch die finanziellen Ressourcen mobilisiert werden mussten. Um ihre Idee durchzusetzen, konnte Lepman, wie sich Hildegard Hamm-Brücher später erinnerte, „mit Engelszungen reden, wie ein Rohrspatz schimpfen, wie ein Hausierer betteln und wie ein Top-Manager organisieren“. Lepman, die selbst Kinderbücher verfasste, war mit Feuereifer bei der Sache, galt als hartnäckig, nervig und schwierig – Eigenschaften, die man auch Brücher schon bald nachsagen sollte, die als Journalistin wie auch als Stadträtin nichts unversucht ließ, damit die Internationale Jugendbibliothek, für die sich auch andere Städte interessierten, in München angesiedelt wurde. Sie verstand sich als deren Patin, bemühte sich um einen geeigneten Standort und eiste beim Münchner Stadtkämmerer sogar einige Tausend Mark los, mit denen die Planungen zum Aufbau weitergetrieben werden sollten. Die Errichtung der Jugendbibliothek wurde zwar auch durch die American Library Association und vor allem die Rockefeller Foundation finanziell unterstützt, die aber auch den Freistaat Bayern und die Stadt München in die finanzielle Verantwortung nehmen wollte und auf die Bildung eines deutschen Trägervereins drängte. Er konstituierte sich im Dezember 1948 in Form einer Vereinigung der Freunde der Internationalen Jugendbibliothek und wählte den Münchner Kommunalpolitiker und späteren Oberbürgermeister von Würzburg Franz Stadelmayer zum Vorsitzenden, die Lebensgefährtin Kästners, Luiselotte Enderle, zur 2. Vorsitzenden und Hildegard Brücher zur Schriftführerin. Von ihr erwartete man, dass sie im Stadtrat die Lanzen für das Projekt brach. Als Brücher Lepman mitteilte, dass sie ein Stipendium für einen Studienaufenthalt in den USA erhalten habe, freute sich diese zwar für ihre junge Mitstreiterin, war aber auch betrübt: „Wir werden Sie hier sehr vermissen. Ihr Weggehen ist ein großer Verlust für uns gerade jetzt in unserer Aufbauzeit, aber ich weiß, dass Sie die Internationale Jugendbibliothek in Ihren Gedanken mit sich nehmen und dass sie uns neue Freunde drüben in Amerika werben werden.“ Tatsächlich vergaß sie die Jugendbibliothek nicht. Sie nahm Kontakt zu Mildred L. Batchelder auf, einer Bibliothekarin, die in der American Library Association die Children’s Library Section leitete und sich für die Übersetzung von Kinderbüchern eingesetzt hatte, damit Kinder aus aller Welt gute Kinderbücher lesen konnten – ebenfalls getragen von der optimistischen Überzeugung, dass eine solche Lektüre der internationalen Verständigung und der Demokratie diene. Bei der Rockefeller Foundation versuchte sie, finanzielle Mittel für die weiterhin unter Geldsorgen leidende Bibliothek einzuwerben. Nach ihrer Rückkehr aus den USA wurde sie zur 2. Vorsitzenden der Vereinigung der Freunde der Internationalen Jugendbibliothek gewählt. 1952 musste sie dieses Amt aber wieder aufgeben, weil der 1. Vorsitzende Heinrich Lades als Leiter des Jugendreferats im Bundesinnenministerium mit seinem bayerischen Amtskollegen bei der Koordination des internationalen Jugendschulwesens eng zusammenarbeiten wollte und deshalb diesen auf den 2. Vorsitzendenposten hievte. Trotz dieser Enttäuschung blieb sie der Jugendbibliothek und vor allem Jella Lepman, bei der sie eine „mütterliche Zuneigung“ zu erkennen glaubte, verbunden. Noch 1969 als Staatssekretärin im Hessischen Kultusministerium organisierte sie eine Feierstunde für Jella Lepman an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt, und deren Bitten auf Tagungen des von ihr 1953 in Zürich gegründeten Internationalen Kuratoriums für das Jugendbuch einen Vortrag zu halten, schlug sie auch dann nicht ab, wenn ihr Terminkalender übervoll war. Beide Frauen hielten an ihrer pädagogischen Vision aus der frühen Nachkriegszeit fest, obwohl die Zeitläufte manche Ernüchterung gebracht hatten.

Völlig enttäuscht war Hildegard Brücher bereits 1949 über die gescheiterte Schulreform, über die sie eher gequält als angriffslustig im Sommer zwei auf große Resonanz stoßende, aber folgenlos bleibende Artikel für die „Süddeutsche Zeitung“ verfasste. Aus dem Kleinkrieg zwischen Militärregierung und Kultusministerium sah sie zu Recht Hundhammer als Sieger hervorgegangen. Die Erziehungsabteilung der Militärregierung, so klagte sie, habe „es aufgegeben, mit drakonischen – pädagogisch also wenig wirksamen – Mitteln in die schulpolitischen Entwicklungen einzugreifen, und ungefähr vor Jahresfrist die bayerische ‚Pädagogische Provinz‘ geräumt“, wo der „Kulturkampf“ „aggressive Formen“ angenommen habe, wie sonst in keinem anderen Land. Tatsächlich galt Bayern damals als „Rocher de bronze konservativer Bildungspolitik“, wenngleich sich die amerikanischen Schulreformpläne auch in den anderen Ländern nicht durchsetzen ließen. Auch die sogenannten Wallenburger Beschlüsse, die eine auf Anregung der Militärregierung vom bayerischen Kultusministerium 1948 eingesetzte Expertenkommission zum Wiederaufbau des bayerischen Erziehungs- und Bildungssystems ausgearbeitet hatte, blieben weit hinter Brüchers Erwartungen zurück. Hatte diese doch Hundhammer in die Hände gearbeitet, als sie sich für die Beibehaltung des traditionellen dreigliedrigen Schulsystems ausgesprochen hatte. Die Neugestaltung des Unterrichts zum Beispiel durch Arbeits- und Gruppenunterricht sollte erst einmal nur in dem sogenannten Beispielskreis Weilheim erprobt werden. Für Brücher war dies alles viel zu unverbindlich. Und auch das geplante Schulorganisationsgesetz sowie das im Juli 1948 verabschiedete Gesetz über die Schulpflegschaften an Volksschulen verfielen ihrer Kritik. Die Schulpflegschaften, die sich aus Volksschullehrern, Gemeinde- und Elternvertretern zusammensetzten, waren gegenüber dem Lehrkörper und den Schulleitungen nicht gleichberechtigt und hatten nur geringe Möglichkeiten, in das Schulleben einzugreifen. Ziel der amerikanischen Militärregierung war es aber gewesen, Eltern und Gemeinden ein weitreichendes Mitspracherecht bei der Entwicklung der Schulen und Lehrpläne zu geben und so das Schulwesen zu demokratisieren.

Die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher nimmt an einer Anti-Atom-Kundgebung vor der Münchner Universität teil, aufgenommen 1958. (© picture-alliance, SZ Photo, Alfred Strobel)

Brücher unterstützte nicht nur dieses Bestreben der Amerikaner, sondern auch deren Vorhaben, die Elternhäuser und die ganze Bevölkerung stärker mit den Problemen der Erziehung und den beabsichtigten Schulreformen vertraut zu machen. Mit einer von ihr seit Anfang 1949 konzipierten Zeitschrift, die den Namen „Lebendige Erziehung“ tragen sollte, wollte sie versuchen, den von den Amerikanern bereits eingeleiteten Initiativen durch ein deutsches pädagogisches Leitmedium mehr Nachdruck zu verschaffen. Als Herausgeberin für ihr Zeitschriftenprojekt hatte sie die „Deutsche Gesellschaft für Erziehung und Unterricht mit modernen Lehrmitteln“ gewinnen können – eine Ende 1948 gegründete Vereinigung „zur Förderung der pädagogischen Praxis und Forschung“, die alle an Erziehungsfragen interessierten Kreise, vor allem Lehrer und Eltern, aber auch Regierungsstellen, Jugendleiter, Rundfunkstationen und auch Filminstitutionen ansprechen und mit ihnen zusammenarbeiten wollte. Wie der Name der Vereinigung schon sagte, sollte auch für den Einsatz moderner Lehrmittel geworben werden. Brücher legte bereits im Mai 1949 ein Exposé für die von ihr geplante Zeitschrift vor, in dem sie die „Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule, die bisher in Deutschland in viel zu geringem Maße beachtet und gepflegt wird“, als „erste und wichtigste Aufgabe“ ihres Projekts nannte. Interessierte Leser sollten dort „praktische Lösungsvorschläge“ für konkrete pädagogische Probleme und Fragen erhalten, wobei die internationalen Ergebnisse der modernen Erziehungswissenschaften für Laien verständlich dargestellt werden sollten. Der letzte Punkt ihres Entwurfs, die „Verbreitung und ständige Verbesserung der modernen technischen Erziehungsmittel wie Schulfunk und Unterrichtsfilm“, entsprach der Zielsetzung der Herausgeber. Mit dem Oldenbourg-Verlag hatte sie bereits einen Verlag für die Zeitschrift gefunden, der Aufbau eines Autorennetzes stand noch an. Wie immer mit Eifer und Ehrgeiz bei der Sache, suchte sie „nach fähigen, nicht verkalkten Mitarbeitern“ für ihre Zeitschrift, wie Walter Maria Guggenheimer, inzwischen leitender Kulturredakteur bei den „Frankfurter Heften“, Walter Dirks mitteilte. Sie war „sehr glücklich“, dass der Mitherausgeber der „Frankfurter Hefte“ ihr bei der Vermittlung von Autoren helfen wollte, und überaus dankbar, dass er sogar nach einigem Bitten und Drängen von Guggenheimer und ihr selbst einen größeren Beitrag zum ersten Heft der Zeitschrift beisteuerte. Dirks war nicht nur einer der bekanntesten damaligen Medienintellektuellen, er konnte als Linkskatholik auch mögliche Angriffe von katholischer Seite auf die Zeitschrift abwehren. In seinem von Brücher für „blendend“ gehaltenen Artikel für das erste Heft betonte er die Wichtigkeit des elterlichen Vorbilds in Glaubensfragen und bezeichnete die Eltern als die „ersten Religionslehrer“. In einem Vorwort erfuhr der Leser, dass die Zeitschrift ein „anschauliches Lehrmittel“ sein wollte, das bei der Bewältigung der Alltagsaufgaben helfen und vor allem dem Austausch der Eltern in Erziehungsfragen dienen sollte. Als das erste Heft im Oktober 1949 erschien, studierte Hildegard Brücher allerdings bereits in Harvard. Ein Jahr später, als sie wieder in die Redaktion eintrat, befand sich die Zeitschrift am Rande des finanziellen Ruins. Da die Amerikaner ihr großes Interesse an der Publikation bekundet hatten, bat sie zunächst den Leiter der Erziehungs- und Kulturabteilung der amerikanischen Hochkommission, James M. Read, der immer die Überzeugung vertreten hatte, dass Deutschlands Zukunft „im Klassenzimmer“ und nicht im „Parlament“ entschieden werde, um finanzielle Unterstützung, der jedoch nicht weiterzuhelfen vermochte. Im Dezember erhielt dann Shepard Stone, in der amerikanischen Hochkommission Leiter des Amts für öffentliche Angelegenheiten und Informationswesen, einen dreiseitigen Brandbrief, in dem sie eindringlich an ihn appellierte, die auch vom amerikanischen Hochkommissar John McCloy für wichtig gehaltene Zeitschrift zu retten. Deren Ziel sei es, unter Einbeziehung von Eltern sowie Männern und Frauen des öffentlichen Lebens „Lösungen und Reformen für eine echte Demokratisierung und Ent-Autoritarisierung“ der Erziehung vorzuschlagen.

"Für eine freiheitliche deutsche Politik ohne Hass! Auch Deine Stimme für Dr. Hildegard Brücher und die Freie Demokratische Partei Liste 5" so lautet der Text auf dem Wahlplakat zur bayerischen Landtagswahl von 1954. (© Bundesarchiv, Plak 005-016-002, Kräh & Bergmiller, München, )

Der Brief war so herzzerreißend verfasst, dass der „liebe Shep“ – so redete sie ihn, wie auch alle anderen Deutschen, die ihn gut kannten und schätzten, an – stattliche Summen auftrieb und sie der monatlich erscheinenden Zeitschrift zukommen ließ, was diese aber nur kurzfristig vor dem finanziellen Kollaps rettete. Obwohl die Zeitschrift eine große Bandbreite von Themen abdeckte, die von der Kunst- und Musikerziehung über psychische Probleme von Kindern und Sexualaufklärung bis zur Vorstellung audiovisueller Medien und des Jugendfunks reichten, und Brücher Autoren, die in der Bildungsdiskussion der 1950er Jahre Rang und Namen hatten, wie Hellmut Becker, Georg Picht, Thomas Ellwein und weiterhin Walter Dirks, als Autoren gewinnen konnte, musste die Zeitschrift im Dezember 1956 ihr Erscheinen einstellen. Brücher war schon ein Jahr zuvor aus der Redaktion ausgeschieden. Ohne finanzielle Unterstützung der Amerikaner konnte sich eine Zeitschrift, die an deren Erziehungs- und Demokratievorstellungen anknüpfte, selbst wenn sie auch viele lebenspraktische Ratschläge bereithielt, auf dem deutschen Markt nicht halten. Hätte Brücher nicht einen so guten Draht zur amerikanischen Hochkommission besessen, wäre die Zeitschrift wie so viele andere schon zu Beginn der 1950er Jahre eingegangen.

Dass Brücher bei den Amerikanern als politische Hoffnungsträgerin galt, verdankte sie nicht zuletzt ihrem Studienaufenthalt in Harvard, der damaligen Kaderschmiede für politische Eliten. Bereits im Juni 1949 hatte sie bei der amerikanischen Militärregierung, deren Austauschprogramme auch die Frauenförderung zum Ziel hatten, einen Antrag auf einen einjährigen Studienaufenthalt in den USA gestellt. Zur selben Zeit hatten ihre Brüder Ditmar und Ernst einen Bananendampfer bestiegen, der sie in die „Neue Welt“ bringen sollte, wo sie ihr Glück zu machen hofften. Sie wollten zunächst für immer auswandern, kamen dann aber zu Beginn der 1950er Jahre wieder nach Deutschland zurück. Ernst Brücher war schon 1948 nach Nordfrankreich gegangen, um dort freiwillig in einem Bergwerk zu arbeiten, was viel Erstaunen und Rätselraten ausgelöst hatte. Denn zuvor war er in Starnberg und München in einem „illustren“ Kreis von jungen Leuten verkehrt und hatte 1947 eine seinen Geschwistern gewidmete Novelle „Tür und Schwelle“ verfasst, die eine existentialistische Grundhaltung durchzieht. Hildegard Hamm-Brücher erinnerte sich später, dass die Novelle sie zwar gerührt habe, ihr aber „nicht verständlich“ gewesen sei. Während sie selbst sich ganz dem Neuaufbau der Demokratie verschrieben hatte, „fleißig, unermüdlich und gejagt“ eine kaum mehr überschaubare Zahl von Aufgaben an sich zog, sann ihr Bruder über den Sinn des Lebens nach. Ganz offensichtlich hatte er im Bergwerk nach dem „wirklichen Leben“ gesucht.

Auch Brüchers Cousins Peter und Klaus Florey hatten Deutschland verlassen und waren in die USA ausgewandert, ihr Cousin Joachim E. Gaehde und seine Frau, die eine Zeit lang in ihrer Wohnung in der Hermann-Lingg-Straße Unterschlupf gefunden hatten, sahen für sich ebenfalls in Deutschland keine Zukunft mehr. Sie gingen zunächst nach Südafrika und emigrierten 1949 schließlich auch in die USA. Ob sie sich dort größere Karrieremöglichkeiten erhofften oder nach dem Leid, das ihnen und ihren Familien im „Dritten Reich“ widerfahren war, nicht mehr in einem Land der Mörder leben wollten, muss hier offenbleiben. Nach ihrer Heirat mit dem aus einer alteingesessenen amerikanischen Patrizierfamilie stammenden John Hall im März 1951, bei der Hildegard Brücher die Brautjungfer spielte, fand auch ihre Cousine Erika Pick in den USA eine neue Heimat, wo sie sich schon bald als Kulturmäzenatin hervortat. Deren Bruder Franz baute sich ebenfalls in den USA eine neue Existenz auf.

Hildegard Brücher hatte indes nicht vor, für immer in den Vereinigten Staaten zu bleiben. Sie wollte die dortige Demokratie kennenlernen, deren Vorbildhaftigkeit für sie außer Frage stand. Ihre Bewerbung für das USA-Stipendium wurde schnell positiv beschieden. Ihre Arbeit bei der Neuen Zeitung und im Stadtrat, ihr großes Interesse an den amerikanischen Re-Education- und Re-Orientation-Programmen machten sie zur idealen Stipendiatin, der man offensichtlich auch zutraute, später Führungsaufgaben zu übernehmen. „She is known as a leader and an excellent speaker“, lautete unter anderem die Begründung für ihre Auswahl. Geistig und mental hatten die Amerikaner sie geprägt, noch bevor sie deren Land mit eigenen Augen gesehen hatte. Jella Lepman war überzeugt, dass für Brücher der USA-Aufenthalt ein „ganz großes Erlebnis“ werde, und sie sagte ihrer Mitstreiterin auch voraus: „[U]nd wenn mich nicht alles täuscht, werden Sie Amerika lieben und finden, dass es in vieler Beziehung Ihrer eigenen Lebensauffassung und Ihrem Lebensrhythmus entgegenkommt.“ Am 7. September bestieg sie zusammen mit fünf weiteren Stipendiaten, unter ihnen der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Schütz, ein Transportschiff der US Army, das sie in die „Neue Welt“ brachte. Bei der Dekanin des nahe Cambridge gelegenen Redcliff-Colleges für Mädchen bekam sie eine hübsche kleine Zweizimmer-Mansarden-Wohnung zugewiesen. In Harvard belegte sie an der Littauer School of Public Administration Kurse über Probleme der Stadtverwaltung, über allgemeine Verwaltung, über politische Ideengeschichte und über Human Relations. Während sie seit den 1970er Jahren ihr Studium an der amerikanischen Eliteuniversität idealisierte und den Vorwurf, das Studium in den USA sei verschult, zurückwies, gestand sie zu Beginn der 1950er Jahre noch freimütig ein, dass sie „das straffe Studium mit seinen regelmäßigen Zwischenexamen und Zensuren […] nie ganz zu fürchten aufgehört habe“. Anscheinend hatte sie Schwierigkeiten, das „riesige Lesepensum“ zu bewältigen. Ihr Hauptinteresse galt auch nicht den Vorlesungen und Seminaren an der Universität. Als Journalistin, die gern Menschen kennenlernte, war sie neugierig auf Land und Leute und wollte die Demokratie als Lebensform, die in den von ihr unterstützten Programmen der amerikanischen Militärregierung eine so zentrale Rolle spielte, in Augenschein nehmen. Sie wurde Zeugin, wie junge Studierende in Boston einen korrupten Bürgermeister aus dem Amt fegten, und erfuhr bei einem Besuch des City Council in Cambridge, dass dort Stadtverwaltung als „Business“ betrieben wurde. Tief beeindruckt berichtete sie, dass ein dort eingestellter Stadtmanager es vermocht hatte, innerhalb von fünf Jahren die finanziellen Ausgaben stark zu senken. Begeistert schilderte sie die Bürgerversammlungen, an denen sich alle wahlberechtigten Bürger beteiligen und so Einfluss auf den Haushaltsplan der Gemeinde oder das örtliche Schulwesen nehmen konnten. Dass die Schulausschüsse in den USA gewählt wurden, hielt sie ebenfalls für vorbildlich. Demokratie sei in den USA „jedermanns Sache“, das gelte vor allem auch für junge heranwachsende Menschen, „denen man in der Neuen Welt überhaupt nicht nur sehr viel mehr zumutet, sondern mehr zutraut als bei uns“. Demokratie nicht nur als „Anspruch“, sondern als „Zumutung“, wie sie Felix Heidenreich in seinem Buch verstanden wissen will, war auch Hildegard Brüchers Ideal, das sie in den USA gefunden zu haben glaubte. Demokratisches Handeln begann dort auf der Ebene der Gemeinden.

Selbstverständlich besichtigte sie auch Schulen. Sie fand es bemerkenswert, dass dort auch Werkunterricht sowie kaufmännische und technische Fächer angeboten wurden, und es selbst Lehrgänge gab, in denen Schülerinnen und Schüler das Diskutieren lernen konnten. An der Harvard University arbeitete sie in einem Workshop mit, in dem das Idealmodell einer Schule entworfen wurde. Das große Interesse der Amerikaner für Schulfragen – das sie sich auch für Deutschland wünschte – erlebte sie auf einem Kongress über Schule und Erziehung in Atlantic City, an dem sich neben Pädagogen auch Psychologen, Soziologen, Abgesandte der Eltern, Pfadfinderführer, Fußballtrainer, Politiker und Architekten beteiligten. Ihr Streben nach einer engen Verbindung von Schule und Eltern, für die sie in ihrer Zeitschrift „Lebendige Erziehung“ warb, ließ sie den Kontakt zu der Parent-Teacher-Association suchen, deren Nationalkongress in Long Beach sie beiwohnte. Dort sah sie eine Idee in die Praxis umgesetzt, für die sie in Deutschland erst noch Anhänger gewinnen musste.

Eng arbeitete sie auch mit der League of Women Voters zusammen, einem Zusammenschluss von rund 100 000 Frauen, die sich um den Bau von Wohnungen, Schulen und Krankenhäusern kümmerten, Einfluss auf die soziale Gesetzgebung nahmen oder sich für die Gleichberechtigung der Frauen bei der Übernahme öffentlicher Ämter einsetzten. Um bei einem deutschen Publikum keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, unterstrich Brücher ausdrücklich, dass die League keine Frauenpartei sei, sondern gemeinsam mit Männern nach den besten Lösungen suche. Die junge Stipendiatin, die wie viele Angehörige ihrer Generation, die die „Neue Welt“ kennenlernen durften, von der amerikanischen Diskussionskultur fasziniert war, hatte in den USA das gefunden, was sie gesucht hatte: Demokratie als Lebensform, das Ideal einer politischen Ordnung, die in den Herzen der Bürger verankert ist, wie es einst schon Alexis de Tocqueville bei seiner Grand Tour durch Amerika rund 120 Jahre zuvor ausfindig gemacht zu haben glaubte. Und sie hatte in dem Land, in dem an den Universitäten die Kunst der Beredsamkeit großgeschrieben wurde, auch gelernt, öffentlich zu reden, wenn ihr auch die abverlangten „speeches“ zunächst noch Herzklopfen bereiteten. Bei aller Begeisterung für die amerikanische Grassroots-Demokratie übersah Brücher nicht den großen Schatten, der über Amerikas Freiheit und Gleichheit verheißender Gesellschaft und Demokratie lag: die Rassendiskriminierung. Sie hatte das unerwartete Glück, auch den Süden der USA besuchen zu können. Nach einem Interview, das sie dem „Christian Science Monitor“ gegeben hatte, fragte sie Jean Taylor Burgdorff, eine junge Klavierlehrerin, ob sie Interesse habe, mit ihr zusammen im Auto nach Florida zu reisen. Dem spontanen Ja folgte eine zwölftägige Autoreise von New Jersey nach Florida, bei der nicht selten Brücher das Auto lenkte und alle in Amerika üblichen Geschwindigkeitsbegrenzungen ignorierte. Als sie die Mason-Dixon-Linie überschritten, erkannte Brücher das von ihr so geliebte Land nicht wieder: „Wir waren in Maryland, wir waren im Süden. Zum ersten Male sahen wir Schilder ‚For Whites only‘, und um die Nachmittagszeit purzelten aus den Schulbussen, die die Kinder auf dem Lande nach Hause bringen, nicht mehr weiße und farbige Buben und Mädel durcheinander. Zuerst glaubte ich, in einem völlig fremden Land zu sein. […] Hundert Mal hatte ich darüber gelesen, aber es ging mir wie mit dem Elend und der Not unserer Flüchtlinge: Man kann sie nicht ermessen, bevor man sie nicht gesehen hat.“ Sie interviewte einige Schwarze in ihren Wohnungen, die sich kaum „von einer echten ‚Onkel Toms Hütte‘“, wie sie Harriet Beecher Stowe in seinem die Sklaverei anpangernden gleichnamigen Roman bereits 1852 beschrieben hatte, unterschieden hätten.

Später scheint sie auch den Bürgerrechtler Ralph Bunche, der als erster Schwarzer 1950 den Friedensnobelpreis zuerkannt bekam und damals an der weiß und protestantisch geprägten Harvard University unterrichtete, getroffen zu haben. Über das Gespräch selbst ist allerdings nichts bekannt. Positiv wusste sie zu berichten, dass in vier Südstaaten die Wahlsteuer abgeschafft worden sei und es in den Südstaaten 82 Colleges für Schwarze gebe – die freilich Zeugnis der fortdauernden Rassensegregation waren.

Weihnachten 1949 verbrachte sie bei der Familie Jean Taylor Burgdorffs, die offensichtlich einer amerikanischen Patrizierfamilie entstammte, denn sie schwärmte von einer Weihnachtsparty, die ein „Mittelding zwischen einem Hofball und einer Schönheitskonkurrenz“ gewesen sei. Sie genoss ihren USA-Aufenthalt. „Mir persönlich geht es wunderbar hier, und ich bedauere es nicht, meine Arbeit einfach so schnöde im Stich gelassen zu haben“, schrieb sie Mitte Januar 1950 an den Rektor der Münchner Universität Walther Gerlach, dem sie jedoch zugleich versicherte, die Münchner Universität und ihren Rektor noch nicht „ganz vergessen“ zu haben. Selbstbewusst, wie sie war, wollte sie ihre in Harvard gemachten „Erfahrungen“ für den Aufbau der Politischen Wissenschaften an der Universität München „fruchtbar“ machen. Am 26. Januar 1950 wurde ihr Selbstvertrauen noch weiter gestärkt. Nach einem Vortrag von John McCloy vor dem World Affairs Council in Boston und einer sich daran anschließenden Diskussion über Besatzungspolitik, extremistische Parteien und Hoffnungsträger in Deutschland, an der sich Brücher anscheinend lebhaft und klug beteiligt hatte, stellte dessen Adlatus Shepard Stone sie dem Hohen Kommissar der USA in Deutschland vor. Kurz entschlossen nahm dieser sie am nächsten Tag mit dem Flugzeug ins State Department nach Washington mit. Über drei Stunden habe sie „allein und ungestört“ mit McCloy über Schul- und Erziehungsfragen sowie über die Erfahrungen mit dem Austauschprogramm sprechen können, berichtete sie in einem Schreiben an Walther Gerlach. Bei dem Gespräch war auch ein Austauschprogramm zwischen der Münchner Universität und der Harvard University erwogen worden, das zu einer engen Partnerschaft, wie sie zwischen den Universitäten in Frankfurt am Main und Chicago bestand, führen sollte. Sie bat Gerlach um Unterlagen über die Münchner Universität, denn McCloy habe sie ermuntert, den Präsidenten der Harvard University James B. Conant aufzusuchen, um mit ihm über ein Austauschprogramm zu beraten. Conant nahm sich im April auch Zeit für ein Gespräch, das aber offensichtlich zu keinen konkreten Ergebnissen führte. Brücher war freilich mächtig stolz auf ihre Begegnung mit McCloy, an dessen „Interesse, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit“ sie sich noch erinnerte, als der ehemalige Hohe Kommissar 1975 seinen 80. Geburtstag feierte. Sie profitierte – wie am Beispiel der Zeitschrift „Lebendige Erziehung“ bereits gezeigt – zu Beginn der 1950er Jahre von der Unterstützung, die McCloy wie auch Shepard Stone ihr zuteilwerden ließen. Ende Mai 1950 flog sie mit mehreren mit Büchern, modernen schicken Kleidern und Geschenken vollgepackten Koffern nach München zurück. Ohne Zweifel war der neunmonatige Aufenthalt in Harvard, bei dem sie den amerikanischen Lebensstil schätzen gelernt hatte, eine entscheidende Erfahrung für sie. Der Grundstein für ihr „lebenslanges Demokratieverständnis“ war aber nicht erst in Harvard gelegt worden, sondern schon bei der Neuen Zeitung. In den USA hatten ihre bereits entwickelten idealen Demokratievorstellungen ihre reale Bestätigung gefunden. Die vielen Eindrücke, die sie gewonnen hatte, die vielen Bekanntschaften, die sie schließen konnte, und die Ermunterungen eines John McCloy gaben jedoch den letzten Anstoß, sich dauerhaft in der Politik zu engagieren. Während sie bei den Amerikanern, die mit Sorge die autoritären Tendenzen in der frühen Bundesrepublik zur Kenntnis nahmen, als große Hoffnungsträgerin galt, deren Name selbst in der US-Ausgabe der Modezeitschrift Vogue auftauchte, sahen in Bayern nicht wenige in ihr ein Produkt amerikanischer Re-Education, einer Umerziehung der Deutschen, die sie immer schon abgelehnt hatten.

Nach ihrer Rückkehr warb sie erst einmal in vielen Zeitungsartikeln für die amerikanische Demokratie und das Austauschprogramm des amerikanischen Hochkommissars. Im September 1950 gründete sie zusammen mit anderen Frauen, von denen viele wie sie im Journalismus tätig waren, nach dem Vorbild der League of Women Voters die Arbeitsgemeinschaft der Wählerinnen, die die Präsenz der Frauen in der Regierung, den Parlamenten und der Verwaltung verstärken und Frauen durch die Mitarbeit in den Gemeinden für die Politik gewinnen wollte. In einer Fülle von Veranstaltungen sollten die Frauen von der Notwendigkeit des politischen Engagements überzeugt werden. Brücher wurde nicht müde zu betonen, dass die Vereinigung keine Frauenrechtsbewegung sei und die in ihr versammelten Frauen sich auch nicht als Suffragetten verstanden. Die überparteiliche und überkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft wurde zunächst von der amerikanischen Hochkommission, die den Frauenanteil in der Politik vergrößern wollte, großzügig gefördert, litt aber seit Mitte der 1950er Jahre an Geldmangel und wurde schließlich 1962 aufgelöst. Weil sie zu wenig Zeit aufbringen konnte, hatte sich Brücher schon früher aus deren politischen Führungsämtern zurückgezogen. Als Sprachrohr der Arbeitsgemeinschaft fungierten schon bald deren Geschäftsführerin Olga Amann und Else Reventlow, Sozialdemokratin und Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk, die eine Zeit lang auch Brüchers Kollegin bei der Neuen Zeitung gewesen war.

Hildegard Hamm-Brücher (FDP) gemeinsam mit Konrad Fruehwald (FDP), Max Klotz (BP), Joseph Baumgartner (BP) und Wilhelm Hoegner (SPD), aufgenommen 1954. (© picture-alliance, SZ Photo, Alfred Strobel)

Auch für ihre Stadtratstätigkeit hatte sie Anregungen in den USA bekommen, die sie nun mit viel Schwung und Elan in München umzusetzen wünschte. In der ersten Stadtratssitzung nach ihrer Rückkehr fand sie auf ihrem Sitzungstisch als Willkommensgruß einen Strauß mit Rosen und Nelken. Noch wurde Brücher freudig begrüßt, bald schon aber lösten ihr Insistieren auf amerikanische Erfahrungen, ihre Kritik an der Schul- und Jugendpolitik und ihre schroffen Urteile über die in München betriebene Kulturpolitik heftige Kontroversen aus.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Hans Werner Richter an Heinz-Dietrich Ortlieb, 9. 12. 1947, in: Hans Werner Richter, Briefe. Hrsg. Sabine Cofalla, München 1997, S. 70; vgl. auch Reinhardt, Andersch, S. 148 f.

  2. In ihren Terminkalender trug sie am 10. 1. 1948 lediglich ein: „kein Communiqué“, IfZ-Archiv, ED 379/357.

  3. Steltzers am 8. 1. 1948 in Tremsbüttel gehaltenes Referat ist abgedr. in: Theodor Steltzer, Reden, Ansprachen, Gedanken 1945–1947. Grundlegende Ausführungen des letzten Oberpräsidenten und ersten Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins. Hrsg. Kurt Jürgensen, Neumünster 1986, S. 169–193; vgl. auch Klaus Alberts, Theodor Steltzer. Szenarien seines Lebens. Eine Biographie, Heide 2009, S. 155–157.

  4. IfZ-Archiv, ED 379/357, Terminkalender 1945 (Eintrag vom 10. 11. und 1. 12. 1945); ebenda, Terminkalender 1948 (Eintrag vom 29. 4. 1948).

  5. Zit. nach Thomas Schlemmer, Aufbruch, Krise und Erneuerung. Die Christlich-Soziale Union 1945 bis 1955, München 1998, S. 53.

  6. Hildegard Hamm-Brücher, Wider die Selbstgerechtigkeit. Nachdenken über Sein und Schein der Westdeutschen, München/Zürich 1991, S. 37 f.

  7. IfZ-Archiv, ED 379/47, Josef Müller an Hildegard Hamm-Brücher, April 1973.

  8. Udo Wengst, Thomas Dehler 1897–1967. Eine politische Biographie, München 1997, S. 99.

  9. Schlemmer, Aufbruch, S. 105–108.

  10. Wengst, Dehler, S. 68–75 und 100. Brücher und Dehler waren sich in Rositz allerdings nicht begegnet. Dehler hatte das Lager bereits verlassen können, als Brücher ihren Brüdern Lebensmittel zukommen ließ.

  11. Burkhard Hirsch, Thomas Dehler. Die Ohnmacht des Zorns, in: Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung 13, 2001, S. 209–221, hier S. 209.

  12. Archiv für Christlich Soziale Politik (ACSP), NL Josef Müller, P 96, Thomas Dehler an Josef Müller, 5. 9. 1947; Fritz Glashauser, Die Bildungs- und Kulturpolitik der bayerischen F.D.P. Programmatik zwischen öffentlicher Darstellung und parteiinterner Willensbildung, München 1988, S. 16.

  13. Das Programm ist abgedr. in: Peter Juling, Programmtische Entwicklung der FDP 1946 bis 1969. Einführung und Dokumente, Meisenheim am Glan 1977, S. 14.

  14. Wengst, Dehler, S. 102–104.

  15. IfZ-Archiv, ED 379/357, Terminkalender 1948 (z. B. Einträge vom 18. 1., 8. 4., 21. 6., 9. 8., 4. 9., 14. 10. 1948). Thea Bungartz und Hildegard Hamm-Brücher tauschten auch in den 1980er Jahren noch Geburtstags- und Weihnachtsgrüße aus; vgl. ADL, N49/27. Der Nachlass Bungartz im ADL (N33) enthält keine Hinweise auf Hildegard Brücher.

  16. Aktiv in Wirtschaft und Politik. Zum 65. Geburtstag von Dr. Everhard Bungartz, Informationsdienst der FDP, Landesverband Bayern, vom 3. 12. 1965.

  17. BayHStA, NL Olzog 1, Mosaiksteine aus meinem beruflichen und ehrenamtlichen Leben.

  18. Ebenda; NL Olzog 4, Alois Hundhammer an Staatskommissar Philipp Auerbach, 8. 1. 1948.

  19. Günter Olzog im Gespräch mit Walter Flemmer, 17. 2. 2004, https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/alpha-forum/guenter-olzog-gespraech100.html.

  20. IfZ-Archiv, ED 379/366, Günter Olzog an Hildegard Hamm-Brücher, 10. 5. 1981.

  21. Der Wahlbrief befindet sich in: IfZ-Archiv, ED 379/1310.

  22. IfZ-Archiv, ED 379/355, Hans Werner Pfeiffer, Die ideale Frau ist heimlich verheiratet [1959].

  23. So jedoch Hamm-Brücher, Freiheit, S. 104 f.; ähnlich an vielen anderen Stellen, die hier nicht alle genannt werden können. Im Terminkalender von Heuss findet sich kein Eintrag, der auf einen Termin mit Brücher im Herbst 1946 hinweist. Auch eine Korrespondenz mit Brücher ist für den besagten Zeitraum nicht überliefert. Mitteilung Ernst Wolfgang Beckers, Stiftung Bundespräsident Theodor-Heuss-Haus, an die Verfasserin, 15. 1. 2020.

  24. Joachim Radkau, Theodor Heuss, München 2013, S. 263; Theodor Heuss. Der Mann, das Werk, die Zeit. Hrsg. Eberhard Pikart, Stuttgart 1967, S. 254 f.

  25. Monika Faßbender, „… auf der Grundlage des Liberalismus tätig“. Die Geschichte der Friedrich-Naumann-Stiftung, Baden-Baden 2009, S. 30.

  26. Bayerischer Rundfunk, Historisches Archiv, Interview Hildegard Hamm-Brüchers mit Theodor Heuss am 30. 10. 1960, 10.00–10.17 Uhr, von Michael Eberle unter dem Link: https://share-ard-zdf-box.de/s/ntte5xyyCi3Jm5y der Verfasserin am 14. 10. 2021 zur Verfügung gestellt.

  27. Theodor Heuss, Tagebuchbriefe 1955/1963. Eine Auswahl an Briefen an Toni Stolper. Hrsg. Eberhard Pikart, Stuttgart 1970, S. 481 (Eintrag vom 30. 10. 1960).

  28. Ursula Heuss, Brief an Frau Dr. Hamm-Brücher, in: Hamm-Brücher, Mut zur Politik, S. 12–14, hier S. 13.

  29. IfZ-Archiv, ED 379/357, Terminkalender 1948 (Eintrag vom 19. 4. 1948). Ihren FDP-Mitgliedsausweis erhielt Hildegard Hamm-Brücher erst zu ihrem 60. Geburtstag überreicht. Vgl. Die neue Bonner Depesche, Juni 1981, S. 31.

  30. Hans H. Wacker, Nachlassverwaltung oder demokratische Erneuerung? Münchner Kommunalpolitik nach 1945, in: Friedrich Prinz (Hrsg.), Trümmerzeit in München. Kultur und Gesellschaft einer deutschen Großstadt im Aufbruch 1945–1949, München 1984, S. 39–59, hier S. 48.

  31. Die Wahlkampfrede ist abgedr. in: Hamm-Brücher, Kämpfen, S. 98–101.

  32. Münchner Statistik. Hrsg. Statistisches Amt der Landeshauptstadt, Mai 1948, S. 83–90.

  33. Helmut M. Hanko, Thomas Wimmer 1887–1964. Entwicklung und Weg eines sozialdemokratischen Kommunalpolitikers, München 1977, S. 154.

  34. Anneliese Schuller, Die Damen auf den Ratsstühlen, Süddeutsche Zeitung vom 3. 7. 1948.

  35. Zu Rosa Aschenbrenner vgl. auch Adelheid Schmidt-Thomé, Sozial bis radikal. Politische Münchnerinnen im Porträt, München 2018, S. 190 f.

  36. Münchner Statistik. Hrsg. vom Statistischen Amt der Landeshauptstadt, Mai 1948, S. 85.

  37. Zu Centa Hafenbrädl und Adelheid Ließmann vgl. auch Wolfgang Görl, Allen Widerständen zum Trotz. Resolute Konservative, aufmüpfige Sozialdemokratinnen und Kommunistinnen – Nach dem Zweiten Weltkrieg erkämpfen Frauen sich ihren Platz in der Politik, Süddeutsche Zeitung vom 29./30. 12. 2018.

  38. Anneliese Schuller, Die Damen auf den Ratsstühlen, Süddeutsche Zeitung vom 3. 7. 1948.

  39. StAM, Schulamt, Akt Nr. 15, Anton Fingerle, betr. Korreferent und Verwaltungsräte des Schulreferats, 16. 9. 1952.

  40. Es stellt sich vor. Fräulein Stadtrat Dr. Hildegard Brücher, Münchner Stadtanzeiger vom 3. 10. 1950.

  41. Das Zünglein an der Waage. „Miss Stadtrat“ – Die hübsche FDP-Fraktion, Abendzeitung (München) vom 3. 3. 1949.

  42. Ebenda; StAM, DE-1992-RP, 724/22, Niederschrift über die Sitzung des vereinigten Kultur- und Ältestenausschusses der Landeshauptstadt München am 16. 10. 1951.

  43. StAM, DE-1992-RP, 721/2, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 31. 8. 1948 und 7. 9. 1948; ebenda, 721/3, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 5. 10. 1948 und 14. 12. 1948.

  44. StAM, DE-1992-RP, 721/1, Dringlichkeitsantrag der FDP-Fraktion vom 14. 2. 1949.

  45. IfZ-Archiv, ED 379/357, Terminkalender, 1949 (Eintrag vom 19. 3. 1949); Rebecca Boehling, Geschlechterpolitik in der US-Besatzungszone unter besonderer Berücksichtigung der US-Kommunalpolitik, in: Gabriele Clemens (Hrsg.); Kulturpolitik im besetzten Deutschland 1945–1949, Stuttgart 1994, S. 69–82, hier S. 78.

  46. StAM, DE-1992-RP, 722/10, Niederschrift über die Sitzung des Schulausschusses der Landeshauptstadt München am 29. 3. 1949.

  47. StAM, DE-1992-RP, 722/2, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 12. 4. 1949; Hildegard Brücher, Eine Stadtmutter klagt, Süddeutsche Zeitung vom 12. 4. 1949.

  48. StAM, DE-1992-RP, 722/3, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 26. 7. 1949.

  49. IfZ-Archiv, ED 379/2, Hildegard Brücher an Anna Heim-Pohlmann, 26. 7. 1950.

  50. Zu der interfraktionellen Zusammenarbeit der Frauen in anderen Städten vgl. Elke Schüller, „Frau sein heißt politisch sein“. Wege der Politik von Frauen in der Nachkriegszeit am Beispiel Frankfurt am Main 1945–1956, Königstein/Ts. 2005, S. 180 f.

  51. StAM, DE-1992-RP, 722/2, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 28. 6. 1949; zu dem Skandal und der Kritik von Strauß vgl. Bernhard Frings/Uwe Kaminsky, Gehorsam – Ordnung – Religion. Konfessionelle Heimerziehung 1945–1975, Münster 2012, S. 308–320.

  52. Levsen, Autorität und Demokratie, S. 69.

  53. StAM, DE-1992-RP, 722/10, Niederschrift über die Sitzung des Schulausschusses der Landeshauptstadt München am 18. 5. 1949 und am 6. 7. 1949; zur Zustimmung, die Hundhammer für die Wiedereinführung der Prügelstrafe fand, vgl. Müller, Schulpolitik, S. 228 f.

  54. StAM, DE-1992-RP, 721/3, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 14. 12. 1948.

  55. Jürgen Fleischer-Schumann, Das Bildungs- und Erziehungswesen in München 1945–1976. Die Ära Anton Fingerle, München 1987, S. 17.

  56. Zur Wohnungsnot vgl. Reinhard Bauer/Ernst Piper, München. Geschichte einer Stadt, München 1993, S. 355–360.

  57. StAM, DE-1992-RP, 722/2, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 31. 5. 1949; eine ähnlich lange Zeit für den Wiederaufbau prophezeite auch der Wiederaufbaureferent der Stadt München Helmut Fischer. Vgl. Heidi Fruhstorfer, München in den 50er und 60er Jahren. Auf dem Weg zur Weltstadt, Gudensberg-Gleichen 2015, S. 13.

  58. Bauer/Piper, München, S. 372.

  59. StAM, DE-1992-RP, 722/2, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landhauptstadt München am 12. 4. 1949.

  60. IfZ-Archiv, ED 379/357, Terminkalender 1948 (Eintrag vom 3. und 9. 10. 1948); Terminkalender 1949 (Eintrag vom 13. 1. 1949 und 20. 3. 1949); zu Walter Maria Guggenheimer vgl. Joachim Kaiser, Wie ich sie sah … und wie sie waren. Zwölf kleine Porträts, München 1990, S. 98–105.

  61. IfZ-Archiv, ED 379/16, Auf Dirigentensuche, Die Neue Zeitung vom 14. 10. 1948 (der Artikel ist nicht namentlich gezeichnet).

  62. Marita Krauss, Nachkriegskultur in München. Münchner Städtische Kulturpolitik 1945–1954, München 1985, S. 66 und 78–81.

  63. StAM, DE-1992-RP, 721/11-12, Niederschrift über die Sitzung des Kulturausschusses der Landeshauptstadt München am 22. 12. 1948; ebenda, DE-1992-RP, 722/12, Niederschrift über die Sitzung des Kulturausschusses der Landeshauptstadt München am 7. 2. 1949; ebenda, DE 1992-RP, 722/2, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 5. 4. 1949.

  64. StAM, DE-1992-RP, 726/5, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 24. 11. 1953; ebenda, DE-1992-RP, 726/14, Niederschrift über die Sitzung des Kulturausschusses der Landeshauptstadt München am 18. 11. 1953.

  65. Kulturgespräche im Rathaus, Süddeutsche Zeitung vom 23. 5. 1953.

  66. StAM, DE-1992-RP, 722/3, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 26. 7. 1949.

  67. Süddeutsche Zeitung vom 30. 7. 1949.

  68. ADL, N1-940, Kurt Fießler an Thomas Dehler, 30. 7. 1949; ebenda, Thomas Dehler an Kurt Fießler, 8. 8. 1949.

  69. Es stellt sich vor: Fräulein Stadtrat Dr. Hildegard Brücher, Münchner Stadtanzeiger vom 3. 10. 1950.

  70. Frauenkandidaturen für das Bundesparlament, Münchner Merkur vom 25. 7. 1949; Bewerber für Bonn im Wahlkreis Ost, Süddeutsche Zeitung vom 6. 8. 1949.

  71. Katrin Hörnlein, Die fünf Leben der Jella Lepman, Die Zeit vom 1. 10. 2020; Anna Becci, Die vielen Leben der Jella Lepman, in: Jella Lepman, Die Kinderbuchbrücke, München 2020, S. 243–261.

  72. Vorwort Christiane Rabe, in: Lepman, Kinderbrücke, S. 9; Rede bei der Eröffnung der Internationalen Jugendbibliothek am 14. 9. 1949, zit. nach Eva-Maria Ledig, Eine Idee für die Kinder. Die Internationale Jugendbibliothek, München 1988, S. 77.

  73. Jutta Weishäupl, Jella Lepman und der Aufbau der Internationalen Jugendbibliothek in München, Magisterarbeit, Ludwig-Maximilians-Universität München 2019, S. 37–42.

  74. Hildegard Hamm-Brücher, Es war die Idee, die es mir angetan hatte …, in: Johann Wolfgang Goethe-Universität (Hrsg.), Dank an Jella Lepman, Frankfurt a. M. 1969, S. 17–20, hier S. 20.

  75. Katrin Hörnlein, Die fünf Leben der Jella Lepman, Die Zeit vom 1. 10. 2020.

  76. StAM, DE-1992-RP, 721/2, Niederschrift über die Sitzung des Stadtrats der Landeshauptstadt München am 21. 9. 1948; Jugendbibliothek – doch nicht in München, Die Neue Zeitung vom 23. 9. 1948.

  77. IfZ-Archiv, ED 145/16, Vermerk Dieter Sattlers, Betrifft: Gebäude Kaulbachstr. 11 a für die Internationale Jugendbibliothek vom 14. 4. 1949; Ledig, Eine Idee für die Kinder, S. 63.

  78. Weishäupl, Lepman, S. 59.

  79. Ledig, Eine Idee für Kinder, S. 48–51.

  80. Internationale Jugendbibliothek, Historisches Archiv, NL Lepman, Sig. 46.0005, 1-18, Internationale Jugendbibliothek an Hildegard Brücher, 18. 5. 1949.

  81. Internationale Jugendbibliothek, Historisches Archiv, NL Lepman, Sig. 46.0005, 1-18, Jella Lepman an Hildegard Brücher, 26. 8. 1949.

  82. IfZ-Archiv, ED 379/359, Mildred L. Batchelder an Hildegard Brücher, 17. 7. 1952; ebenda, ED 379/651, The Rockefeller Foundation, Edward F. D’Armes, an Hildegard Brücher, 11. 1. 1951.

  83. Internationale Jugendbibliothek, Historisches Archiv, NL Lepman, Sig. 46.0007, 29, Heinrich Lades an Hildegard Brücher, 14. 10. 1952.

  84. Hildegard Hamm-Brücher, Ich begegnete ihr in dieser doch etwas martialischen Uniform, in: Lioba Betten, Mrs. Lepman. Gebt uns Bücher. Gebt uns Flügel, München 1992, S. 21–23, hier S. 23.

  85. Johann Wolfgang Goethe-Universität, Dank an Jella Lepman.

  86. IfZ-Archiv, ED 379/361, Jella Lepman an Hildegard Hamm-Brücher, 2. 10. 1968.

  87. IfZ-Archiv, ED 379/357, Terminkalender 1949 (Eintrag vom 9. 6. 1949): „zuhause mit Schulreform quälen“; zur Beachtung von Brüchers Artikel zur Schulreform vgl. Knud von Harbou. Als Deutschland seine Seele retten wollte. Die Süddeutsche Zeitung in den Gründerjahren nach 1945, München 2015, S. 217.

  88. Hildegard Brücher, Wie geht es der Schulreform?, Süddeutsche Zeitung vom 18. 6. 1949.

  89. Norbert Lehning, Bayerns Weg in die Bildungsgesellschaft. Das Höhere Schulwesen im Freistaat Bayern zwischen Tradition und Expansion 1949/50–1972/73, München 2006, S. 35.

  90. Hildegard Brücher, Wie geht es mit der Schulreform?, Süddeutsche Zeitung vom 25. 6. 1949; die Wallenburger Beschlüsse sind abgedr. in: Hans Cramer/Adolf Strehler (Bearb.), Schulreform in Bayern. Arbeitsergebnisse der Stiftung zum Wiederaufbau des bayerischen Erziehungs- und Bildungswesens, Bad Heilbrunn 1953; vgl. auch Müller, Schulpolitik, S. 170 f. und 269–272.

  91. Ellen Latzin, Lernen von Amerika? Das US-Kulturaustauschprogramm für Bayern und seine Absolventen, Stuttgart 2005, S. 149 f.

  92. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Q 1/20 Bü 46, Deutsche Gesellschaft für Erziehung und Unterricht mit modernen Lehrmitteln, Anlage zum Schreiben Hildegard Brüchers an Ministerialrat Eugen Löffler, 23. 5. 1949.

  93. AdsD, NL Walter Dirks 35 a, Exposé für die pädagogische Zeitschrift „Lebendige Erziehung“ vom 12. 5. 1949.

  94. Ebenda, W[alter Maria] G[uggenheimer] an W[alter] D[irks], 13. 4. 1949; ebenda, Hildegard Brücher an Walter Dirks, 18. 7. 1949.

  95. Ebenda, Hildegard Brücher an Walter Dirks, 18. 7. 1949.

  96. Walter Dirks, Die ersten Religionslehrer, in: Lebendige Erziehung, Oktober 1949, S. 22–24.

  97. Vorwort, in: Lebendige Erziehung, S. 1 f.

  98. IfZ-Archiv, ED 379/651, Hildegard Brücher an Shepard Stone, 31. 12. 1950; zu Reads großer Wertschätzung der Erziehung vgl. James M. Read, Wir glauben an die Erziehung, in: Lebendige Erziehung, September 1951, S. 287 f.

  99. IfZ-Archiv, ED 379/651, Hildegard Brücher an Shepard Stone, 31. 12. 1950; zur Unterstützung der Zeitschrift durch McCloy vgl. IfZ-Archiv, ED 379/359, John McCloy an Hildegard Brücher, 6. 3. 1951.

  100. IfZ-Archiv, ED 379/651, Hildegard Brücher an Shepard Stone, 31. 12. 1950; zur Unterstützung der Zeitschrift durch McCloy vgl. IfZ-Archiv, ED 379/359, John McCloy an Hildegard Brücher, 6. 3. 1951.

  101. IfZ-Archiv, ED 379/357, Terminkalender 1949 (Eintrag vom 10. 6. 1949).

  102. IfZ-Archiv, MS 2086, Di(e)tmar Brücher, Um nicht zu vergessen. Erinnerungen an meine Familie und an vergangene Zeiten (2006), S. 72 f.: Ditmar Brücher an Ernst Brücher, 11. 8. 1948.

  103. Ernst Brücher, Tür und Schwelle. Erzählung, München 1947.

  104. Hildegard Hamm-Brücher, Requiem für meinen Bruder, in: Ernst Brücher. Erinnerungsbuch, S. 25–29, hier S. 27.

  105. IfZ-Archiv, MS 2086, Di(e)tmar Brücher, Um nicht zu vergessen. Erinnerungen an meine Familie und an vergangene Zeiten (2006), S. 54 f.: Ditmar Brücher an Wolfgang Brücher, 19. 9. 1948.

  106. Pick Hall, Stories, S. 152–250.

  107. Zit. nach Latzin, Lernen von Amerika?, S. 193.

  108. Internationale Jugendbibliothek, Historisches Archiv, NL Lepman, Sig. 46.0005, 1-18, Jella Lepman an Hildegard Brücher, 26. 8. 1949.

  109. Hildegard Brücher, Ich studierte an der Harvard-Universität, Die Neue Zeitung vom 16. 1. 1953.

  110. Hildegard Brücher, Als Münchner Stadtrat auf amerikanischen Schulbänken, Münchner Merkur vom 17./18. 6. 1950; Alois Hahn, Auch in Amerika …, Süddeutsche Zeitung vom 9. 6. 1950.

  111. Bayerischer Rundfunk, Historisches Archiv, SN 130.1, Manuskript Brüchers vom 14. 8. 1950. Das Manuskript wurde nicht gesendet; vgl. auch IfZ-Archiv, ED 379/16, Bürgerversammlung einer Stadt in den USA, [o. D.]

  112. Felix Heidenreich, Demokratie als Zumutung. Für eine andere Bürgerlichkeit, Stuttgart 2022, S. 20 f. und passim.

  113. Hildegard Brücher, Erziehungsprobleme der Neuen Welt, Die Neue Zeitung vom 8./9. 8. 1950.

  114. IfZ-Archiv, ED 379/16, Amerikas Schulmänner lassen grüßen, [o. D.]

  115. IfZ-Archiv, ED 379/18, Says grass roots must make democracy a reality in Germany; National PT Congress, Gets Call to Guide Child to Freedom and Avert Destruction.

  116. Hildegard Brücher, Gewissen der amerikanischen Demokratie. Bericht vom 19. Kongress der League of Women Voters, Die Neue Zeitung vom 2. 6. 1950.

  117. Archiv des Deutschen Museums, NL 080/283, Hildegard Brücher an Walther Gerlach, 21. 1. 1950.

  118. IfZ-Archiv, ED 379/18, Jean Taylor Burgdorff, Weaving an International Friendship, The Christian Science Monitor, [1951].

  119. Hildegard Brücher, Winterreise nach Florida, Hier und Heute vom 23. 2. 1951.

  120. In einem undatierten Brief an Walter Maria Guggenheimer erwähnt sie auch ein Gespräch mit Ralph Bunche, ohne auf dessen Inhalt einzugehen. Der Brief ist aufbewahrt in: Deutsche Nationalbibliothek, Deutsches Exilarchiv, NL Guggenheimer, EB 99/070.

  121. Hildegard Brücher, Winterreise nach Florida, Hier und Heute vom 23. 2. 1951.

  122. IfZ-Archiv, ED 379/16, Es ist alles ganz anders. Nachweihnachtsbrief an die Süddeutsche Zeitung vom 26. 12. 1949.

  123. Archiv des Deutsches Museums, NL 080/283, Hildegard Brücher an Walther Gerlach, 21. 1. 1950.

  124. Hildegard Hamm-Brücher, A Founder of Scholarships, in: Erika Fischer/Heinz D. Fischer (Hrsg.); John J. McCloy. An American Architect of Postwar Germany. Profiles of a Transatlantic Leader and Communicator, Frankfurt u. a. 1994, S. 59–64, hier S. 62 f. McCloy hielt in seinem Tagebuch am 26. 1. 1950 lediglich fest: „Speech before Council of World Affairs; subjects discussed included extremist parties, positive forces in Germany, occupartion policy“. Ebenda, S. 159 f.; auch Shepard Stone erinnerte sich später noch an das erste Zusammentreffen in Harvard, vgl. IfZ-Archiv, ED 379/819, Shepard Stone an Hildegard Hamm-Brücher, 12. 4. 1983.

  125. Archiv des Deutschen Museums, NL 080/311, Hildegard Brücher an Walther Gerlach, 6. 3. 1950.

  126. IfZ-Archiv, ED 379/357, Terminkalender 1950 (Eintrag vom 11. 4. 1950).

  127. IfZ-Archiv, ED 379/47, Hildegard Hamm-Brücher an John McCloy, 7. 4. 1975.

  128. So jedoch Hamm-Brücher, Freiheit, S. 122.

  129. IfZ-Archiv, ED 379/17, Vogue 1/1951, S. 135.

  130. Hildegard Brücher, 3000 Deutsche entdecken Amerika, Die Neue Zeitung vom 8. 12. 1950.

  131. IfZ-Archiv, ED 379/359, Hildegard Brücher an Elisabeth Watson, 15. 2. 1951; Hildegard Brücher an Shepard Stone, 12. 9. 1950; Hildegard Brücher an Mr. Gert, 12. 9. 1950; vgl. auch IfZ-Archiv, ED 700/1, Arbeitsgemeinschaft der Wählerinnen, September 1950.

  132. Im Haushaltsjahr 1951/52 erhielt sie einen Zuschuss von 32 000 DM. Vgl. Henry P. Pilgert, Women in West Germany, Frankfurt a. M. 1952, S. 11.

  133. IfZ-Archiv, ED 344/36, Zusammenfassender Bericht über die ordentliche Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Wählerinnen am 22. 9. 1954; ebenda, Arbeitsgemeinschaft der Wählerinnen an sehr geehrte Mitglieder, 5. 5. 1962; zur Rolle Reventlows vgl. auch Marianne Zepp, Redefining Germany. Reeducation, Staatsbürgerschaft und Frauenpolitik im US-amerikanischen Nachkriegsdeutschland, Göttingen 2007, S. 160 f. und 267–269.

  134. Alois Hahn, Auch ich in Amerika …, Süddeutsche Zeitung vom 9. 6. 1950.

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Dr.; geb. 1958, Studium der Politikwissenschaft, Germanistik und Geschichtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, 1987 Promotion in Politikwissenschaft, 1988-1990 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien in Bonn, 1991-1994 Stipendiatin der DFG, seit 1995-2024 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Zeitgeschichte, München-Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte waren die Geschichte des Sozialismus, der Weimarer Republik und der beiden deutschen Staaten. Sie veröffentlichte unter anderem: Carlo Schmid 1896–1979. Eine Biographie, München 1996; Gescheiterte Sozialpartnerschaft – Gefährdete Republik. Industrielle Beziehungen, Arbeitskämpfe und der Sozialstaat. Deutschland und Frankreich im Vergleich (1918–1933/39), München 2010; Getrennt und doch vereint. Deutsch-deutsche Geschichte 1945–1989/90, Berlin 2020.