Otto Nerz
Bei Otto Nerz umfasst diese Parallelität sogar seine persönliche politische Entwicklung. Der erste hauptamtliche Trainer der Nationalelf war 1919 als 27-Jähriger in die SPD eingetreten. Fußballerisch war er ein glühender Anhänger des englischen Fußballs, über den er unter anderem im Kicker ausführliche Artikel verfasste.
Der "Reichstrainer" Otto Nerz (rechts) mit dem viermaligen Nationalspieler "Ossi" Rohr bei einem Fußballländerspiel zwischen Deutschland und Frankreich (3:3) im "Deutschen Stadion" am 19.3.1933 in Berlin. (© picture-alliance, Schirner Sportfoto)
Der "Reichstrainer" Otto Nerz (rechts) mit dem viermaligen Nationalspieler "Ossi" Rohr bei einem Fußballländerspiel zwischen Deutschland und Frankreich (3:3) im "Deutschen Stadion" am 19.3.1933 in Berlin. (© picture-alliance, Schirner Sportfoto)
Als Nerz 1926 Reichstrainer wurde, hatte er die Möglichkeit, seine Erkenntnisse praktisch umzusetzen. Er führte moderne Trainingsmethoden ein und verordnete der Auswahlmannschaft ein strenges WM-Spielsystem, das er sich von Arsenal-Manager Herbert Chapman abgeschaut hatte. Nerz verlangte von seinen Spielern unermüdliche Schufterei auch im Training und pflegte einen oft unangenehmen Kasernenhofton. Seine Neigung, seine Mannschaft schon in der Vorbereitung auf ein Spiel körperlich hart ranzunehmen, trug letztlich zu seinem Scheitern als Reichstrainer bei, denn die schmähliche Niederlage bei den Olympischen Spielen 1936 gegen Norwegen wurde unter anderem darauf zurückgeführt, dass die Spieler bereits ausgepowert auf den Platz liefen.
Politisch hatte sich der ehemalige Sozialdemokrat inzwischen rasch umorientiert. 1933 trat er der SA bei, 1937 der NSDAP. Als Trainer war er mit seinem autoritären Gebaren und der wenig filigranen Spielphilosophie durchaus mit der NS-Ideologie kompatibel – bei293 spielsweise lobte der Kicker sein WM-System als spezifisch deutsche „Taktik“, weil dadurch „jeder einzelne Spieler (…) ein untergeordnetes Glied in dem Dienst einer größeren Idee (…) geworden“ sei. Nerz‘ politische Umorientierung als reinen Opportunismus zu verstehen, wäre verfehlt, denn sie ging über das übliche Maß politischer Anpassung hinaus. Wie der Historiker Rudolf Oswald recherchierte, hatte Nerz im Zuge seiner medizinischen Karriere engen Kontakt mit Himmlers Leibarzt Karl Gebhard, der auch im KZ Ravensbrück Experimente an Menschen durchführte. Diese Verbindung hat sein Weltbild offenbar stark geprägt. Oswald über die Entwicklung von Nerz: „Die nationalistischen, reaktionären und biologistischen Versatzstücke seines Weltbildes gingen nun mit menschenverachtendem Antisemitismus eine Verbindung ein.“
Höhepunkt der Nerz’schen Tiraden bildete 1943 eine Artikelserie im 12 Uhr Blatt, in dem er über eine jüdische Weltverschwörung phantasierte, die eine „Zersetzung der Wirtsvölker“ plane. Einst dem jüdischen (und 1933 emigrierten) Kicker-Herausgeber Walther Bensemann persönlich verbunden, behauptete Nerz nun: „In der Krise vor 1933 war die Gefahr der Verjudung im Fußball sehr groß. (…) Die Journalisten trieben von ihren Schreibtischen eine rein jüdische Politik. Sie unterstützen die zersetzende Wühlarbeit ihrer Rassengenossen in den Verbänden und Vereinen.“ Zugleich beschwor er einen „judenfreien europäischen Sport“ – ein Projekt, das die Nazis auf die denkbar grausamste Weise in Angriff nahmen. Wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft wurde Nerz bei Kriegsende von sowjetischen Truppen festgenommen und interniert. Er starb 1949 im Sonderlager Sachsenhausen an den Folgen einer Meningitis.
Sepp Herberger
Anders als Nerz steht sein Nachfolger für jenen Teil der Deutschen, die sich mit dem NS-Regime arrangierten, ohne dessen aggressive antisemitische Ideologie zu billigen. Aber zugleich so opportunistisch waren, dass sie um beruflicher oder persönlicher Vorteile willen der NSDAP beitraten. Herberger tat dies schon im Jahr der Machtüber294 nahme, 1933, da arbeitete er noch als Nachwuchstrainer beim Westdeutschen Spielverband und begann nach dessen Auflösung als Assistent von Reichstrainer Nerz.
Als NSDAP-Mitglied hatte er sich nach 1945 einem Entnazifizierungsverfahren zu unterziehen, das sein Biograf Jürgen Leinemann ausführlich dokumentiert hat. Demnach bekundeten alle wichtigen Nationalspieler ihre Dankbarkeit, dass Herberger „Flaggenhissungen, Parteiansprachen und den ‚Deutschen Gruß‘ aus den Lehrgängen herausgehalten“ habe und dass „irgendwelche politischen Gespräche oder politische Einflüsse oder gar Propaganda von Herrn Herberger niemals und in keiner Weise betrieben worden sind“.
Seinen Parteieintritt entschuldigte Herberger, wie es vermutlich Millionen andere taten: „Als Hitler an die Macht gekommen war, redete man aus meiner Umgebung auf mich ein, mich doch nicht abseits zu halten, machte man mich glauben, daß es sich um eine gute Sache handle, die von anständigen Männern geführt würde und – in meiner politischen Unerfahrenheit – gab ich schließlich dem Drängen nach.“ Solche Naivität scheint für den klugen Herberger wenig glaubhaft, ehrlicher schon sein Bekenntnis, warum er – trotz zunehmender politischer Widersprüche – dennoch in der Partei geblieben war: Es hätte „automatisch den Verlust meiner Stellung zur Folge gehabt, was für mich die Aufgabe meines Lebenswerkes bedeutet hätte“. So liest sich klassischer Opportunismus. Folgerichtig wurde er im Entnazifizierungsverfahren als „Mitläufer“ eingestuft und kam mit einer Geldstrafe von 500 Reichsmark davon.
In der NS-Zeit fühlte sich Herberger Sportfunktionären wie Carl Diem oder den DFB-Oberen Felix Linnemann und Georg Xandry verbunden, die wie er als kleinere oder größere Räder daran mitwirkten, dass die ideologische Gleichschaltung auch den Sport erfasste, ihn zum Zwecke der Nazi-Propaganda und der „Wehrertüchtigung“ missbrauchte sowie später, während des Krieges, zur Ablenkung vom trostlosen Alltag weiterführte.
Die deutsche Nationalmannschaft nach ihrem Sieg im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Ungarn im Berner Wankdorfstadion am 4. Juli 1954, von links nach rechts: der damalige Bundestrainer Sepp Herberger, der Spielführer Fritz Walter mit dem Jules Rimet Pokal, Torhüter Anton Turek, Horst Eckel. und Helmut Rahn. Das Endspiel endete 3:2 für Deutschland, das damals zum ersten Mal Weltmeister wurde. (© picture-alliance, KEYSTONE | STR)
Die deutsche Nationalmannschaft nach ihrem Sieg im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Ungarn im Berner Wankdorfstadion am 4. Juli 1954, von links nach rechts: der damalige Bundestrainer Sepp Herberger, der Spielführer Fritz Walter mit dem Jules Rimet Pokal, Torhüter Anton Turek, Horst Eckel. und Helmut Rahn. Das Endspiel endete 3:2 für Deutschland, das damals zum ersten Mal Weltmeister wurde. (© picture-alliance, KEYSTONE | STR)
Fast alle diese Herren konnten ihre Funktionärskarrieren nach 1945 weiterführen und an der Legende stricken, der Sport habe in der NS-Zeit dank ihrer Mimikry seinen unpolitischen Charakter bewahren können, weshalb es 1945 keinen Bruch benötige, sondern Kontinuität möglich sei. Immerhin reflektierte Herberger, wie Biograf Leinemann analysierte, als nun bundesrepublikanischer Nationaltrainer die Vergangenheit nicht ohne Konsequenzen: „Auch auf politischer Ebene bewahrte er sich ein Schuldgefühl, das ihn nötigte, in späteren Jahren seine Fußballspieler ganz besonders intensiv dazu aufzufordern, sich vor ausländischem Publikum absolut unanstößig zu verhalten.“ Ein Lautsprecher war er ohnehin nicht, seinen Spielern gegenüber nicht – zu denen er ein eher patriarchales Verhältnis pflegte – und der Öffentlichkeit gegenüber auch nicht. Nach dem Sieg von Bern 1954 hielt er sich auffällig im Hintergrund. Statt des politischen „Wir sind wieder wer“ bewegte ihn auch da vermutlich die fußballerische Grübelei: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“
Es ist wohl auch kein Zufall, dass er als Assistenten und Nachfolger jemanden auswählte, den er als Nationalspieler zu NS-Zeiten noch als „zu weich“ gescholten und aus seiner Mannschaft geworfen hatte, eben Helmut Schön.
Helmut Schön
Das Ende der Ära Herberger 1964 folgte kurz nach dem Rücktritt des Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Es ist nicht verwegen, diese Ereignisse in Zusammenhang zu bringen. Der altväterlich-patriarchale, in klaren Hierarchien verankerte Führungsstil, den die beiden „Alten“ in den Nachkriegsjahren pflegten, hatte sich überlebt. Spätestens seit der
Helmut Schön war die Idealbesetzung, um mit der neuen, selbstbewussten Spielergeneration klarzukommen. Dabei half ihm, dass er sich von jeder politischen Zuschreibung fernhielt. Das hatte er schon als junger Mann in der NS-Zeit getan. Die Nazis hätten den prominenten Nationalstürmer und zweifachen deutschen Meister sicherlich gerne für ihre Propaganda eingespannt, doch Schön trat keiner NS-Organisation bei. Briefe, die Herberger an ihn schickte und mit „Heil Hitler“ unterzeichnete, beantwortete der Spieler in traditionellem „mit herzlichem Grusse“.
1949 und 1950 amtierte Schön als Cheftrainer der DDR-Auswahl, auch das ohne Parteibuch. Erst als ihm die politische Einflussnahme im DDR-Sport untragbar erschien, ging er auf Konfrontationskurs und verließ schließlich die DDR. Im gesellschaftlichen Diskurs, der Ende der 1960er Jahre in der Bundesrepublik intensiver wurde, positionierte er sich nicht. Dabei erreichten die politischen Diskussionen inzwischen auch seine Nationalmannschaft. Die Antagonisten hießen Berti Vogts und Paul Breitner, die zusammen in der Abwehr standen. Schön kam mit beiden klar, mit dem querköpfigen Breitner allerdings nur mit Mühe und stundenlangen Diskussionen.
Bundestrainer Helmut Schön (links) hebt den Schützen des zweiten und entscheidenden deutschen Tores, Gerd Müller, von den Schultern seiner Mannschaftskameraden. Deutschland besiegte am 7. Juli 1974 beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Münchner Olympiastadion die Niederlande mit 2:1 und wurde zum zweiten Mal nach 1954 Weltmeister. Schön hatte 1949 und 1950 bereits die DDR-Auswahl trainiert, ging dann aber nach politischen Differenzen in den Westen. (© picture-alliance/dpa)
Bundestrainer Helmut Schön (links) hebt den Schützen des zweiten und entscheidenden deutschen Tores, Gerd Müller, von den Schultern seiner Mannschaftskameraden. Deutschland besiegte am 7. Juli 1974 beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Münchner Olympiastadion die Niederlande mit 2:1 und wurde zum zweiten Mal nach 1954 Weltmeister. Schön hatte 1949 und 1950 bereits die DDR-Auswahl trainiert, ging dann aber nach politischen Differenzen in den Westen. (© picture-alliance/dpa)
Dass er sich darauf einließ, bewies seine grundlegend liberale Einstellung, mehr noch: seine Bereitschaft, die Ansichten seiner Schützlinge ernst zu nehmen. Mit Führungsspielern wie Beckenbauer, Overath, Netzer oder Gerd Müller beriet er sich regelmäßig, gerade auch in Krisenzeiten wie nach der Niederlage gegen die DDR bei der WM 1974. „Ich will keinen stummen Spieler“, sagte er 1972 in einem Interview. „Natürlich muss der Trainer die taktische Marschrichtung konzipieren. Aber ich erwarte auch von den Spielern eigene Ideen.“ Und er wusste, dass er es mit einer anderen Generation zu tun hatte als vor ihm Patriarch Herberger: „Man muss die Spieler heute ganz anders ansprechen als früher.“ Er nannte das den „demokratischen Führungsstil“ – eine Haltung, die perfekt zu dem Credo passte, das Willy Brandt zu Beginn seiner Kanzlerschaft formuliert hatte: „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“
Auch der technisch anspruchsvolle und offensiv ausgerichtete Spielstil seiner Elf, in der kreative Köpfe wie Beckenbauer oder Netzer das Zepter führten, schien Feuilletonisten bestens in eine Zeit zu passen, die Aufbruch und Utopien verhieß. Das EM-Viertelfinale in Wembley 1972, in dieser Hinsicht herausragend, war auch für Schön das Spiel, an das er sich noch Jahre später mit größtem Stolz erinnerte und das er wertvoller fand als selbst das erfolgreiche WM-Finale 1974. Bei jener WM war er notgedrungen von der Himmelsstürmerei zu einem nüchternen, defensiveren Spielstil zurückgekehrt. Eher zufällig hat auch das eine historische Parallele in der Politik: Die Ära des Kanzlers Brandt mit ihrem Reformoptimismus war in der Zwischenzeit an ökonomische Grenzen gestoßen; im Juni 1974 regierte nicht mehr der Visionär Willy Brandt, sondern der Macher Helmut Schmidt.
Jupp Derwall
Mit Jupp Derwall wurde 1978 Schöns Assistent auch sein Nachfolger; das folgte der bisherigen Tradition beim DFB, denn auch Herberger und Schön hatten zuvor als Assistenten ihres Vorgängers gedient. Derwalls Beförderung folgte also einem Beamten-Schema, mit einem wirklichen Plan des DFB war sie nicht verbunden. Der Fußballbund wurde in jener Zeit vom rigiden Hermann Neuberger regiert, in dessen Machtkalkül es gut passte, dass der neue Bundestrainer wenig Renommee oder Popularität mitbrachte. Dem Fußballvolk war er ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Bezeichnend ist, dass der Spitzname, den ihm Trainerkollege Max Merkel im Vorbeigehen verpasste – „Häuptling ondulierte Silberlocke“ – an ihm hängen blieb.
In Derwalls Amtszeit 1978 bis 1984 polarisierte sich die politische Situation in der Bundesrepublik weiter. Die Anti-Atom- und Friedensbewegung mobilisierte Hunderttausende und brachte mit den Grünen eine neue Partei hervor; im Gegenzug verstärkten sich konservative Tendenzen, was schließlich zu der Kanzlerschaft von Helmut Kohl und seiner „geistig-moralischen Wende“ führte. Eine Wende, die dem vermeintlich linken Zeitgeist des vergangenen Jahrzehnts entgegenwirken sollte.
Der DFB blieb in diesem Diskurs dort, wo er schon immer gestanden hatte: in der konservativen Ecke, vermeintlich unpolitisch, aber in Wahrheit ignorant und geschichtsvergessen, was ihm Walter Jens 1975 kraftvoll, aber vergebens vorhielt. Derwall, der noch 1944 als 17-Jähriger – wohl unter dem Einfluss seines nationalsozialistisch eingestellten Vaters – der NSDAP beigetreten war und dies später verschwiegen hatte, war nicht der Mann, eigene zeitgemäße Akzente zu setzen.
Bundestrainer Jupp Derwall bei einem Training der Fußball-Nationalmannschaft am 12. November 1978 in Frankfurt am Main mit Nationalspieler Klaus Fischer. (© picture-alliance/dpa, Roland Witschel)
Bundestrainer Jupp Derwall bei einem Training der Fußball-Nationalmannschaft am 12. November 1978 in Frankfurt am Main mit Nationalspieler Klaus Fischer. (© picture-alliance/dpa, Roland Witschel)
Derwall kam als lame duck ins Amt, umgeben von diversen Co- Trainern (die selbst auf den Chefposten schielten) und an der kurzen Leine gehalten von Neuberger. Zudem hatte er es mit Spielern zu tun, die dem Selbstbewusstsein eines Beckenbauer oder Netzer nacheiferten, ohne deren Qualitäten zu besitzen. Paul Breitner oder Toni Schumacher pflegten einen großmäuligen Hedonismus, mit dem sie den hochtalentierten (und ebenfalls ziemlich egomanischen) Spielgestalter Bernd Schuster aus der Nationalelf vergraulten. Derwall schaffte es nicht, integrierend einzuwirken.
Er war, an den Schön’schen Kategorien der Führungsstile gemessen, ein Laissez-faire-Trainer, den wichtigen Spielern „mehr Freund denn Chef “, wie es der WDR formulierte. Ein bekanntes, ihm zugeschriebenes Zitat lautete: „Die Hauptaufgabe eines Trainers ist es heute, die Spieler zu beschäftigen und bei Laune zu halten, ohne ihnen die Kraft zu rauben.“ Gut möglich, dass er es wirklich so gesehen hat. Von Breitner, Rummenigge und Co. ließ er sich jedenfalls bei der WM 1982 heftig auf dem Kopf herumtanzen, was unter anderem zum Skandalspiel von Gijon führte. Wie einige Nationalspieler ihn sahen, formulierte Jimmy Hartwig so: „Ob Herr Derwall im Stadion ist oder in Afrika wackelt ein Baum …“ Schuster nannte ihn einen „Ahnungslosen“.
Nach dem Scheitern bei der EM 1984 traf ihn eine veränderte Medienlandschaft mit voller Wucht. Dass Autoritäten saftig angemotzt werden können, hatte nach den linken Studenten nun auch der rechte Boulevard für sich entdeckt. Die Bild-Zeitung machte Derwall zur Zielscheibe auch persönlicher Angriffe, baute zugleich Beckenbauer als Nachfolger auf. Der gebürtige Rheinländer, der von Fans auch verbal beleidigt wurde, trat verbittert zurück und nahm es dann doch mit rheinischem Frohsinn-Fatalismus: „Mein Gott, der Franz ist so eine Figur. Eine Lichtgestalt. Der steht eben da oben. Da kommst du nicht dran vorbei. Das ist das Problem. Dagegen kann man sich auch nicht wehren.“
In anderer Hinsicht halfen ihm die Veränderungen seiner Zeit: Er ging, was für seine Vorgänger undenkbar gewesen wäre, als Trainer in die Türkei, jenes Land, das der Bundesrepublik dank Arbeitsmigration mittlerweile durch millionenfache persönliche Drähte verbunden war. Was zunächst wie eine Flucht vor der deutschen Öffentlichkeit wirkte, rettete seinen Ruf. Mit Galatasaray Istanbul wurde Derwall Meister und Pokalsieger und von den Fans als „Fußballpascha“ verehrt. Damit bahnte er den Weg für Trainer wie Christoph Daum, Karl-Heinz Feldkamp oder Jogi Löw, die später ebenfalls zeitweilig in die Türkei gingen. Die Universitäten in Aachen und Ankara verliehen ihm als „Architekt der Freundschaft zwischen Deutschland und der Türkei“ die Ehrendoktorwürde.
Franz Beckenbauer
Die 1980er Jahre waren keine gute Zeit für den deutschen Fußball. Auf dem Platz dominierte ein unansehnliches Defensivgeschiebe, auf den spärlich besetzten Rängen der Bundesliga machten sich rechtsextreme Schlägertrupps wie die Borussenfront oder die Hertha-Frösche breit. Dessen ungeachtet, begann im europäischen Fußball eine Entwicklung, die das Spiel in die Mitte der Gesellschaft rückte. TVPrivatsender inszenierten es als mediales Ereignis, Politik, Kultur und Feuilleton suchten seine Nähe, neue gesellschaftliche Schichten strömten in die Stadien. Auch wenn diese Zeitenwende erst durch den Titelgewinn bei der WM 1990 in Deutschland ankam, so verkörpert sie doch niemand besser als Franz Beckenbauer, der in diesem Moment des persönlichen Triumphs abtrat.
Nach dem frühen Aus bei der EM 1984 hatte das erfolgsverwöhnte Fußball-Deutschland nach einem Retter gerufen, der nur Beckenbauer heißen konnte. Der weltgewandte, international geachtete Star galt als Hoffnungsträger, der dem deutschen Fußball „im Stil von Versailles“ (so Walter Jens) den Glanz zurückbringen sollte. Das war mehr eine Entscheidung der Öffentlichkeit als eine des DFB, dessen Boss Neuberger sich eher unwillig fügte, weil er mit dem populären „Kaiser“ an der Seite um seine Allmacht bangte. Erstmals musste der Verband von der ehernen Regel abweichen, dass der neue Bundestrainer als Assistent des Vorgängers gedient hatte.
Bundestrainer Franz Beckenbauer (links) und der damals amtierende Bundespräsident Richard von Weizsäcker (rechts) am 3. Mai 1986 vor Anstoß des DFB-Pokalfinalspiels des FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart (5:2). (© picture-alliance, Herbert Rudel)
Bundestrainer Franz Beckenbauer (links) und der damals amtierende Bundespräsident Richard von Weizsäcker (rechts) am 3. Mai 1986 vor Anstoß des DFB-Pokalfinalspiels des FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart (5:2). (© picture-alliance, Herbert Rudel)
Und Beckenbauer machte sich ans Werk – nicht als Überflieger, sondern als Arbeiter. Als Spieler ein Ästhet, setzte er als Teamchef keineswegs auf das schöne Spiel, sondern auf Disziplin, Anerkennung seiner Autorität und Erfolgsorientierung. Ein Vorgehen, das nach dem Chaos der Derwall-Jahre allgemeine Zustimmung fand und ohnehin zum gesellschaftlichen Diskurs der Kohl’schen Wende passte. Dennoch dauerte es Jahre, bis Beckenbauer ein Team gebaut hatte, das sich als solches verstand und 1990 reif für den großen Titel war. Als er nach dem Finale einsam über den Rasen des Olympiastadions von Rom schlenderte, war er endgültig zur deutschen Lichtgestalt avanciert, die sich vom erdgebundenen Fußball gelöst hatte: „Geboren ist eine Legende von einem, der – König Midas gleich – alles, was er anpackt, zu Gold macht“, schrieb die Welt.
Tatsächlich wäre es willkürlich, Beckenbauer einem zeitlichen Kontext zuzuordnen. Der von Republikanern freiwillig zum „Kaiser“ Erhobene wirkte mehr wie eine überzeitliche Gestalt, die weniger durch ihre Zeit geformt wurde als umgekehrt. Beckenbauer war der entscheidende Erfolgsgarant bei drei Weltmeisterschaften: 1974 als Mannschaftskapitän und kongenialer Partner des Bundestrainers, 1990 auf der Bank als Teamchef ohne amtlichen Trainerschein und 2006 als Impresario, der den Deutschen das Sommermärchen bescherte. Als Libero veredelte er die sozialliberalen Reformjahre, als gesamtdeutscher „Kaiser“ die Kohl’sche Wiedervereinigung. Und bei der WM-Bewerbung für 2006 harmonierte er bestens mit der rotgrünen Regierungsspitze und titulierte den damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier als „Herr Kollege“. Beim Turnier selbst saß dann schon Angela Merkel im Bundeskanzleramt und schwärmte: „Wo immer ich bei meinen Antrittsbesuchen ankam, dann war eigentlich der wichtigste Mann des Landes schon da gewesen.“ Sie meinte Beckenbauer.
Erst Jahre später wurde bekannt, dass auch der „Kaiser“ nicht immer über dem irdischen Sumpf schwebte: Das WM-Turnier 2006 war nur dank FIFA-üblicher Korruption nach Deutschland gekommen, und ziemlich sicher hat auch Beckenbauer seine Hände dabei schmutzig gemacht. Fortan war er ein etwas nackiger „Kaiser“, zog sich zurück in den Ruhestand und ins innere Exil. Als er im Januar 2024 starb, schrieb der italienische Il Messaggero: „Der Kaiser ist tot, es lebe der Kaiser.“ Doch wer sollte das sein, der ihn beerben könnte?
Berti Vogts
Der einstige Gladbacher „Terrier“ Berti Vogts sicher nicht. Er wurde 1990 neuer Bundestrainer. Anders als beim „überirdischen“ Beckenbauer drängen sich bei Vogts sehr eindeutig Parallelen zu Bundeskanzler Helmut Kohl auf. Beide waren seit ihrer Jugend erklärtermaßen konservativ, beide blieben lange Zeit ihrer Herkunftsprovinz verhaftet – Kohl der Pfalz, Vogts dem Niederrhein –, und beiden haftete diese provinzielle Aura auch noch an, als sie schließlich die große Bühne betraten. Beide hatten die deutsche Einheit zu bewerkstelligen, Kohl politisch, Vogts in der Nationalmannschaft, und beider Messlatte hing dabei sehr hoch. Kohl lief der eigenen Prophezeiung von „blühenden Landschaften“ hinterher, Vogts dem Diktum, seine Elf sei auf Jahre hinaus unschlagbar – was freilich nicht er, sondern sein Vorgänger verkündet hatte.
Ohnehin bildete die Lichtgestalt Beckenbauer, die im Moment des höchsten Triumphs abgedankt hatte, eine schwere Hypothek für Vogts. Andererseits: Als Typ des „braven Normalverbrauchers“, wie der Kicker den Menschen Vogts einst charakterisiert hatte, schien er in eine Zeit zu passen, in der das wiedervereinigte Deutschland der Welt ringsum zeigen wollte, dass ihm Großmachtgelüste fern lagen.
Bundeskanzler Helmut Kohl (links) begrüßt Bundestrainer Berti Vogts (rechts) auf einer Pressekonferenz vor der WM 1998 in Frankreich. Deutschland schied im Viertelfinale mit 0:3 gegen Kroatien aus. (© picture-alliance, Sven Simon)
Bundeskanzler Helmut Kohl (links) begrüßt Bundestrainer Berti Vogts (rechts) auf einer Pressekonferenz vor der WM 1998 in Frankreich. Deutschland schied im Viertelfinale mit 0:3 gegen Kroatien aus. (© picture-alliance, Sven Simon)
Die „deutschen Tugenden“, die Vogts angesichts seines grobmotorischen Kaders beschwor, sollten sich aufs Fußballfeld beschränken. Allerdings konterkarierte der Bundestrainer – wie der DFB und auch die Bundesregierung – diesen Ansatz, indem sie sich gegenüber dem rechtsextremen und gewaltbereiten Mob, der inzwischen als „Fans“ die Nationalelf begleitete, wenig engagiert positionierte. In gewisser Weise legitimierte der rhetorisch limitierte Vogts das Treiben der rechten Dumpfbacken, so beispielsweise, als er nach dem frühen WM-Aus 1998 eine Verschwörung gegen die „zu erfolgreichen“ Deutschen vermutete: „Ich weiß nicht, ob es eine Anordnung gibt.“
Angesichts solcher Stammtischweisheiten wirkt es seltsam, dass viele Medien, namentlich die Bild-Zeitung gegen Vogts noch rücksichtsloser wüteten als einst gegen Derwall. Doch Vogts hatte es stets abgelehnt, sich in Form von Exklusivinformationen mit der Bild zu verbünden. Eine Abneigung, die er von seinem Trainervorbild Helmut Schön geerbt hatte und für die er vor allem nach Niederlagen teuer bezahlte, sogar mit Angriffen gegen seine Familie. Der Publizist Roger Willemsen schrieb dazu: „Einige der bösesten Zoten im deutschen Fernsehen sind seit jeher über Berti Vogts gerissen worden.“ Dabei habe er „eine blendende Projektionsfläche (geboten) für alles, was der Deutsche an sich selbst nicht mag“. Als Vogts entnervt zurücktrat, tat er es auch, um „den letzten Rest Menschenwürde zu verteidigen, welcher mir noch gelassen worden ist“.
Der Rücktritt erfolgte im September 1998. Genau im selben Monat wurde auch Bundeskanzler Helmut Kohl abgewählt, was Vogts mit den Worten kommentierte: „Vielleicht war es mit mir wie mit Helmut Kohl. Dessen Gesicht haben sie ja auch nicht mehr gewollt.“ Die Gesinnungsachse Vogts/Kohl markierte den Beginn einer Zeit, in der sich Bundeskanzler:innen regelmäßig in der Nähe der Nationalelf tummelten und sich davon politischen Kredit erhofften. Allerdings wurde die Symbiose zwischen Trainer und Kanzler nicht immer so treuherzig beschworen wie von Vogts, der noch nach seiner Demission erklärte: „Ich bin stolz darauf, dass Herr Dr. Kohl und ich so eine Freundschaft haben.“
Erich Ribbeck
Bundestrainer Erich Ribbeck (rechts) neben seinem Co-Trainer Horst Hrubesch (links) beim Spiel Portugal-Deutschland (3:0) bei der Fußball-EM 2000, die in Belgien und den Niederlanden ausgetragen wurde. (© picture-alliance, Sven Simon)
Bundestrainer Erich Ribbeck (rechts) neben seinem Co-Trainer Horst Hrubesch (links) beim Spiel Portugal-Deutschland (3:0) bei der Fußball-EM 2000, die in Belgien und den Niederlanden ausgetragen wurde. (© picture-alliance, Sven Simon)
Bei Vogts’ Nachfolge wurde seitens des DFB sehr darauf geachtet, jemanden zu finden, der die Defizite des Vorgängers im Hinblick auf Eloquenz und öffentliche Darstellung beheben könnte.
In Erich Ribbeck, der ob seines gediegenen Outfits auch „Sir“ genannt wurde, glaubte der DFB, diesen Mann gefunden zu haben. Nur leider konnte Ribbeck mit dieser Fähigkeit seine Inkompetenz als Trainer nicht überdecken. Darin verkörperte er das exakte Gegenteil seines Vorgängers. Nach zwei Jahren glücklosen Gewurstels und einer Blamage bei der EM 2000 gab er auf, und die Zeit kommentierte: „Das Schicksal des Konservativen Erich Ribbeck und seiner Mannschaft zeigt, wohin es gekommen wäre, hätte Helmut Kohl noch einmal die Wahl gewonnen.“
Rudi Völler
Angesichts des gesellschaftlichen Stellenwerts, den der Fußball mittlerweile in Deutschland gewonnen hatte, wurde die Suche nach Ribbecks Nachfolger zu einer Angelegenheit von nationaler Bedeutung. Dies umso mehr, als sich inzwischen eine Allianz aus Politik, Wirtschaft und DFB, die „Deutschland AG“, erfolgreich für eine WM beworben hatte; im Juni 2000 hatte die FIFA beschlossen, das Turnier 2006 in Deutschland auszutragen. Der neue Bundestrainer, so viel war klar, musste ein Mann mit hoher fachlicher wie auch gesellschaftlicher Akzeptanz sein.
Bisher hatte allein die DFB-Spitze über die Person des Bundestrainers befunden und (mit Ausnahme des „Kaisers“) stets einen Kandidaten gekürt, der zuvor schon als Assistenz- oder Jugendtrainer in DFB-Diensten gestanden hatte. Damit war es nun vorbei. Die Auswahl besorgte dieses Mal ein „Arbeitskreis Nationalmannschaft“, dem der Vizepräsident des FC Bayern vorstand, Karl-Heinz Rummenigge. Sogar der Fußball-affine Bundeskanzler wurde zu der Personalie befragt. Gerhard Schröder witzelte, er könne den Job ja im Nebenberuf erledigen, „aber nur am Wochenende“.
Zunächst einigte sich der „Arbeitskreis“ auf den als innovativ geltenden Christoph Daum, der sich jedoch durch seine Kokain-Affäre vorzeitig aus dem Rennen kickte. So wurde der als Zwischenlösung vorgesehene Rudi Völler zur Dauerlösung. Ob Gerhard Schröder dabei mitgewirkt hatte, ist unbekannt. Jedenfalls hielt er große Stücke auf Völler, nannte ihn „einen der integersten Sportsmänner, die ich kennengelernt habe“. (Nach Völlers Demission 2004 veröffentlichte das Bundeskanzleramt eigens eine hochoffizielle Erklärung, in der Schröder sein Bedauern äußerte: Er sei „ein bisschen traurig“.) Wie einst Beckenbauer amtierte Völler als „Teamchef “, weil er keinen Trainerschein besaß. Wie Beckenbauer kam er mit dem Renommee des Weltmeisters ins Amt. Doch anders als Beckenbauer, galt er nicht als Lichtgestalt, sondern als Mann des Volkes. Als Spieler war er kein Genie am Ball, sondern ein unermüdlicher Rackerer im Strafraum, der nicht „Kaiser“, sondern „Tante Käthe“ tituliert wurde und den das Publikum mit langgezogenem „Ruuudi“ oder dem Gesang „Es gibt nur ein‘ Rudi Völler“ feierte.
Völler akzeptierte einerseits die neuen Anforderungen des modernen Fußballs – schließlich arbeitete er als Sportdirektor für Bayer Leverkusen –, andererseits wusste er sein Image als bodenständiger und volksnaher Typ zu wahren. Darin glich er Kanzler Schröder, der harte soziale Einschnitte wie die Hartz-IV-Reform durchdrückte, der aber zugleich gerne auf seine bescheidene Herkunft verwies (wie Völler entstammt er dem Arbeitermilieu) und eine vermeintlich volksnahe Bier- und Currywurst-Rhetorik pflegte.
Teamchef Rudi Völler (zweiter von links), Trainer Michael Skibbe und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder am 1. Juli 2002 nach der Landung in Frankfurt am Main, am linken Bildrand winkt Nationaltorhüter Oliver Kahn. Die Nationalelf hatte sich am Tag zuvor im japanischen Yokohama im Finale der 17. Weltmeisterschaft mit 0:2 gegen Brasilien geschlagen geben müssen. (© picture-alliance/dpa, Peter Grimm)
Teamchef Rudi Völler (zweiter von links), Trainer Michael Skibbe und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder am 1. Juli 2002 nach der Landung in Frankfurt am Main, am linken Bildrand winkt Nationaltorhüter Oliver Kahn. Die Nationalelf hatte sich am Tag zuvor im japanischen Yokohama im Finale der 17. Weltmeisterschaft mit 0:2 gegen Brasilien geschlagen geben müssen. (© picture-alliance/dpa, Peter Grimm)
Dazu gehörte für den Teamchef offenbar auch, ein ziemlich, nun ja, traditionelles Frauenbild zu bedienen. Unbefangen erzählte er, dass er seine Koffer gerne von seiner Gattin packen ließe, und vor der WM 2002 witzelte er: „Zum Leid der Ehefrauen wird man wieder mehr vor dem Fernseher sitzen. Das ist doch super für die Männer.“ In die gleiche Richtung ging die Tonart einer lautstark geäußerten Schiedsrichter- Kritik (dies dann schon in Leverkusens Diensten): „Pfeif doch Frauenfußball, du pfeifst jeden Mückenstich.“ Selbst das feingeistige Feuilleton verzieh dem Mann des Volkes vieles, feierte ihn gar nach seinem berühmten Ausraster im September 2003. Als es nach einem ärmlichen Spiel gegen Island kritische Kommentare im Fernsehen gab, schäumte Völler vor laufender Kamera: „Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören.“ Die ARD-Modera305 toren Gerhard Delling und Günter Netzer, die er da angiftete, zählten eigentlich zu den moderaten und klügeren Kritikern. Doch Völler hatte mit seiner Attacke gegen vermeintlich intellektuelle Besserwisserei die Stammtische auf seine Seite gezogen.
Überhaupt kokettierte er als Teamchef mit seiner Hemdsärmeligkeit: „Ich habe kein Lehrbuch gelesen. Ich lese jede Woche zweimal den Kicker.“ Auch solch demonstrativer Anti-Intellektualismus verband ihn mit Schröder. Der hielt „Pragmatiker“ für einen „Ehrentitel“ und betonte: „Ich habe nie ein Buch vor mir hergetragen.“ (2023 agierte Völler noch einmal als Teamchef – übergangsweise, bis zur Ankunft von Julian Nagelsmann. Zu diesem Zeitpunkt diente er hauptamtlich als Direktor der Nationalelf. Der rechte Stammtisch feierte seine Ankunft als Rückbesinnung auf gute alte Zeiten, musste das aber bald als Irrtum erkennen.)
Jürgen Klinsmann
Als nach dem Scheitern bei der EM 2004 – zwei Jahre vor dem WM-Turnier im eigenen Land – Rudi Völler sich eingestand, für die Modernisierung der Nationalelf doch nicht der Richtige zu sein, herrschten Frust und Panik in Fußball-Deutschland. Eine Koryphäe wie Ottmar Hitzfeld stand nicht zur Verfügung, und in seiner Not sprang der DFB über seinen eigenen Schatten: Er holte den in Kalifornien lebenden Jürgen Klinsmann. Schon der Wohnort verriet, dass man es mit jemandem zu tun hatte, der die Globalisierung des Fußballs selbst lebte. Klinsmann hatte in fünf verschiedenen Ländern Fußball gespielt, war Welttorjäger 1995 und Fußballer des Jahres in Deutschland wie in England geworden. Zusammen mit dem Niederländer Ruud Gullit hatte sich der mit einer Sino-Amerikanerin verheiratete Klinsmann gegen Rassismus und die Apartheid in Südafrika engagiert.
Das alles passte gut in den Plan von DFB und Bundesregierung, sich bei der WM 2006 als weltoffenes, multikulturelles Land zu präsentieren, das „die Welt zu Gast bei Freunden“ einlud. Zumal Klinsmann SPD-Sympathisant war und Gerhard Schröder 2002 bei seiner Kanz306 lerkandidatur unterstützt hatte. Sportlich bedeutsamer war jedoch, dass der neue Mann energisch daran ging, den trägen deutschen Fußball zu dynamisieren. Er engagierte amerikanische Fitnessexperten sowie einen Mentalitätstrainer, adaptierte moderne Management- Methoden und leitete eine radikale Verjüngung des Nationalteams ein. Sein Ziel war ein offensiver Hochgeschwindigkeitsfußball, wie er ihn in der englischen Premier League kennengelernt hatte.
Bundestrainer Jürgen Klinsmann bei der WM 2006 in Berlin beim Spiel Deutschland - Argentinien (4:2) im Gespräch mit Mannschaftskapitän Michael Ballack. (© picture-alliance, Pressefoto ULMER/Robert Michael)
Bundestrainer Jürgen Klinsmann bei der WM 2006 in Berlin beim Spiel Deutschland - Argentinien (4:2) im Gespräch mit Mannschaftskapitän Michael Ballack. (© picture-alliance, Pressefoto ULMER/Robert Michael)
Im Grunde war der polyglotte Schwabe der Mann, den die Nationalelf schon 1998 gebraucht hätte, als nach der langen Ära Kohl/Vogts das Land sich politisch wie fußballerisch nach einem Neuanfang und Reformen sehnte. Nun mussten die alten Strukturen binnen zweier Jahre umgekrempelt werden – eine Revolution, die von vielen alteingesessenen Vereinstrainern misstrauisch beäugt wurde. Als Klinsmanns Team vier Monate vor dem WM-Anpfiff mit 1:4 in Italien unterging, ergoss sich vom Boulevard ebenso wie seitens vieler Experten Häme über den Neuerer. Bild forderte unverhohlen seine Ablösung.
Das Ende ist bekannt, nach den ersten Erfolgen im Turnier beschwor das gleiche Blatt eine „Klinsmania“ im Land und initiierte die „größte Unterschriftenaktion aller Zeiten“, um den Bundestrainer zum Weitermachen zu animieren. Die Anbiederung blieb ebenso erfolglos wie zuvor die Häme. Klinsmann war nicht als Fußball- Beamter auf Lebenszeit angetreten. Schon nach zwei Jahren war Schluss, denn er hatte sein Engagement beim DFB als zeitlich befristetes Projekt angesehen, auch das zeittypisch für das Vorgehen vieler kreativer Köpfe oder Manager. 2014 führte er das US-Nationalteam zur WM in Brasilien, beim Turnier 2026 wollte er mit Südkorea dabei sein, wurde aber vorzeitig entlassen, als seine Mannschaft im Halbfinale des Asien-Cups 2024 ausschied. Und zwischendurch, im Winter 2019/20, war er mal für ein paar Wochen Cheftrainer bei Hertha BSC, flüchtete aber rasch wieder ins sonnige Kalifornien.
Joachim Löw
„Zeig der Welt, dass du besser als Messi bist!“ Joachim Löw, Juni 2014 „Wir schaffen das!“ Angela Merkel, August 2015 Zwei ikonische Sätze, die jeweils Marksteine in den Karrieren des Bundestrainers und der Bundeskanzlerin bezeichnen und wohl für lange Zeit mit ihrer Person verbunden bleiben.
Es gibt einige Parallelen in ihrem Leben. Beide fühlen sich ihrer Heimatprovinz verbunden, konnten aber rasch den Stallgeruch des Provinziellen ablegen (abgesehen von Löws unerschütterlichem Dialekt). Beide kamen durch einen Umbruch überkommener Strukturen in ihr Amt, wobei Merkel die CDU-Granden eigenhändig ausbootete, während Löw im Schlepptau der Klinsmann’schen Revolution segelte. Beide brachten „einen erfrischend neuen Stil in ihre Ämter“ (Spiegel), und beide amtierten – weitgehend zeitgleich – Ewigkeiten; Merkel von September 2005 bis Oktober 2021, Löw von August 2006 bis Juni 2021. Beide pflegten einen unaufgeregten, unpolemischen Stil in der öffentlichen Kommunikation und ließen Kritik an ihrer Person meist unkommentiert.
Allerdings zeigte der Bundestrainer deutlich mehr Offensivgeist als die Kanzlerin. Vor der WM 2010 kommentierte Peter Unfried in der taz: „Ausgerechnet der klassisch-verkrustete Verbandsfußball hat etwas angestoßen, was in vielen Bereichen von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik gern hinausgeschoben wird: Er hat sich geändert, weil er sich ändern musste, um eine Zukunft zu haben. Er müht sich um Nachhaltigkeit, er ist international und progressiv.“
Löw war ohne große Diskussionen zum Nachfolger Klinsmanns gekürt worden, dessen Amtszeit er selbst stark mitgeprägt hatte und dessen Philosophie er nun weiterentwickelte. Er vollendete den personellen Umbruch und verfeinerte die offensive Spielkultur mit hohem Pressing und schnellem Umschaltspiel. Ihm kam zugute, dass ihm mit Spielern wie Philipp Lahm, Manuel Neuer, Miroslav Klose oder Bastian Schweinsteiger eine hochtalentierte Generation zur Verfügung stand.
Bestens integriert darin waren mittlerweile Spieler mit Migrationshintergrund wie Mesut Özil oder Jérôme Boateng. Freilich musste Löw auch die Schattenseiten dieser Entwicklung erleben, wenn im Netz der Hass gegen Spieler mit türkischen oder afrikanischen Wurzeln tobte. Genauso wie Merkels Grenzöffnung 2015 neben einer Welle von Hilfsbereitschaft auch dumpfe Ressentiments gegen die „Kopftuchmädchen und alimentierten Messermänner“ (so AfD-Weidel) mobilisierte.
Nach dem WM-Finale Deutschland-Argentinien am 14. Juli 2014 (1:0) beglückwünscht Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundestrainer Joachim Löw, rechts hinter ihm der damals amtierende Bundespräsident Gauck. (© picture-alliance, augenklick/firo Sportphoto/EL-SAQQA)
Nach dem WM-Finale Deutschland-Argentinien am 14. Juli 2014 (1:0) beglückwünscht Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundestrainer Joachim Löw, rechts hinter ihm der damals amtierende Bundespräsident Gauck. (© picture-alliance, augenklick/firo Sportphoto/EL-SAQQA)
Toxische Männlichkeit war Löws Sache nicht, lieber drehte er Werbespots für sanfte Nivea-Creme und blieb der nette, smarte Jogi. Bei schlichten Gemütern geriet er – wie auch sein Vorgänger Klinsmann – in den „Verdacht“ der Homosexualität. Sein Privatleben schirmte er konsequent vor der Öffentlichkeit ab, auch das eine Parallele zu Angela Merkel.
Bei beiden – Bundeskanzlerin und Bundestrainer – erlahmte in den letzten Dienstjahren der Ehrgeiz, überwog in der Amtsführung das Zögerliche. Löw missriet der neuerlich notwendige Generationswechsel, Merkel verpasste die dringenden Reformen in Bezug auf die Klimapolitik. Der Spiegel sah bei beiden eine „selbstzufriedene Bräsigkeit“. Nicht zufällig machte sich in Deutschland eine gewisse Verdrossenheit breit, sowohl mit Blick auf die Bundespolitik wie auf die Nationalmannschaft. Dennoch wurden Merkel wie Löw 2021 mit einiger Wehmut aus ihrem Amt verabschiedet.
Die Berliner Zeitung schrieb seinerzeit: „Das ist ein tiefer Einschnitt. So wie jüngere Leute gar keine andere Kanzlerin kennen als die seit bald 16 Jahren amtierende Merkel, so ist seit 15 Jahren die Berufsbezeichnung Nationaltrainer gleichbedeutend mit Löw. Zwei Persönlichkeiten, die in unruhigen Zeiten für Beständigkeit standen und für eine gewisse Periode Leitfiguren der deutschen Gesellschaft waren, drehen gerade noch eine letzte Runde. Es hat etwas Symbolträchtiges, dass diese beiden, deren Karrieren oft einer Art Gleichklang folgten, nun auch gemeinsam von der großen öffentlichen Bühne abtreten.“
Hansi Flick
Flick kam ins Amt mit der Referenz eines Mitwirkenden am WMTriumph von 2014 und des erfolgreichen FC-Bayern-Coaches. In München hatte er zwischen Dezember 2019 und Juli 2021 sieben Titel geholt. Sein Einstand als Bundestrainer – acht Siege in Folge – schien große Hoffnungen zu rechtfertigen. Doch diese Erfolge waren allesamt gegen international zweitklassige Teams errungen worden, und schon bald ging es rasant bergab, in jeder Hinsicht.
Mit dem Anspruch, bei der umstrittenen WM 2022 in Katar mitzuspielen und gleichzeitig Engagement in Sachen Menschenrechte zu zeigen, kam Hansi Flick ebenso ins Schlingern wie die gesamte DFBFührung, der jede klare Linie fehlte. Dass die Nationalmannschaft nach der Vorrunde bereits ausschied, komplettierte die Blamage. Fortan verabschiedeten sich Flick und DFB-Sportdirektor Völler von der Regenbogen- wie von der „One-love-Binde“ zugunsten einer in Deutschlandfarben, und ohnehin verwahrte sich Flick dagegen, dass seine Mannschaft politisch „von außen getrieben“ werde, wie es in Katar geschehen sei.
Bundestrainer Hansi Flick unterschreibt auf einer Deutschlandflagge. Zuvor hatte sein Team am 9. September 2023 ein Länderspiel in Wolfsburg mit 1:4 gegen Japan verloren. (© picture-alliance/dpa, Federico Gambarini)
Bundestrainer Hansi Flick unterschreibt auf einer Deutschlandflagge. Zuvor hatte sein Team am 9. September 2023 ein Länderspiel in Wolfsburg mit 1:4 gegen Japan verloren. (© picture-alliance/dpa, Federico Gambarini)
Doch auch ohne „Politik“ taumelte das Team nach der WM von Niederlage zu Niederlage. „Die Auswahl des DFB hat inzwischen gesellschaftspolitisch keine Haltung und sportlich keine Bedeutung mehr“, kommentierte die Frankfurter Rundschau frustriert. Deren Redakteur Jan Christian Müller verglich Flicks Wirken mit der in Berlin regierenden Ampel-Koalition, die wie der Trainer 2021 ins Amt gekommen war und mittlerweile ebenfalls im permanenten Krisenmodus operierte:
„Anfangs seiner dritten Amtszeit beim Deutschen Fußball-Bund hat sich Hansi Flick als Ausbund der guten Laune präsentiert. (…) Es herrschte allseits Wechselstimmung in einem Land, das mühselig dabei war, sich von den Fesseln der Großen Koalition und der Pandemie zu befreien. (…) Im Sommer 2023 sieht der Jung-Bundestrainer von 2021 schon verdächtig aus wie ein Alt-Bundestrainer. (…) Was die bedrohlich schrumpfende Anhängerschaft des DFB-Teams vor zwei Jahren als Aufbruch nach Befreiung aus den Fesseln der am Schluss bleischweren Ära Joachim Löw empfand, ist inzwischen einer veritablen Endzeitstimmung gewichen. Flick geht es gerade so ähnlich wie Robert Habeck. Beide waren mal beliebt im Land.“
Der Spiegel sah, nicht ganz ernst gemeint, eher Parallelen zwischen Flick und Bundeskanzler Olaf Scholz, die beide ihren Vorgänger: innen als Vize gedient hätten und denen nun die talentierten Einzelspieler beziehungsweise -minister auf der Nase herumtanzten. Und „latent maulfaul“ seien sie auch beide. Immerhin: Scholz wie Habeck überlebten den Bundestrainer in ihren Ämtern, jedenfalls für eine Weile. Flick musste schon im September 2023 gehen, die „Ampel“ war gut ein Jahr später Geschichte.
Julian Nagelsmann
Der zum Retter erkorene Julian Nagelsmann schaffte den Stimmungsumschwung, führte die DFB-Elf 2024 in ein inspirierendes Europameisterschaftsturnier und erschien dort dem Spiegel gleich mal als der bessere Bundeskanzler: „Nagelsmann tut auf den EM-Pressekonferenzen das, was Scholz unterlässt. Er erklärt sein Handeln. Er spricht zu den Menschen. Und er sagt, beiläufig und wie selbstverständlich, dass es jenseits des Fußballs Dinge gibt, die wichtig sind.“ Der junge Bundestrainer wurde viel gelobt für seine Statements über den Fußball hinaus. Beispielsweise wenn er sagte: „Gemeinsame Dinge zu bewirken, ist extrem wichtig, dass wir realisieren, in was für einem wunderschönen Land wir leben – landschaftlich, kulturell. Aber auch welche Möglichkeiten wir in dem Land haben, wenn wir gemeinsam einfach zusammenhalten und nicht alles immer extrem schwarz malen.“
Bundestrainer Julian Nagelsmann spricht beim deutschen WM-Auftaktspiel am 14. Juni 2026 gegen Curacao (7:1) in einer Trinkpause mit seinen Spielern. (© picture-alliance/dpa, Christian Charisius)
Bundestrainer Julian Nagelsmann spricht beim deutschen WM-Auftaktspiel am 14. Juni 2026 gegen Curacao (7:1) in einer Trinkpause mit seinen Spielern. (© picture-alliance/dpa, Christian Charisius)
Dass der Fußball alle in diesem Land zusammenbringt, das ist Nagelsmanns großes Credo. Sascha Lobo nannte dies bei Spiegel Online den „nagelsmannschen Gemeinschaftspatriotismus“. Die Absicht ist ehrenwert, doch ein bisschen mogelt sich Nagelsmann dabei an den Realitäten vorbei. Für rechte Fußballfans ist die Nationalelf in ihrer heutigen, bunt-diversen Zusammensetzung nichts, mit dem sie sich identifizieren können. Als der Bundestrainer mit einer Umfrage konfrontiert wurde, die genau dies erbracht hatte (ein Fünftel der Befragten wünschte sich mehr „weiße Spieler“ in der Nationalelf), beschimpfte er nicht diese Einstellung als „rassistisch“, sondern die „Scheiß-Umfrage“.
Das mag ein Stück Taktik gewesen sein, um weitere Polarisierungen zu vermeiden. Klare Aussagen gegen rechts, wie sie von Österreichs Nationaltrainer und Nagelsmann-Mentor Ralf Rangnick zu hören waren, vermied er. Faktisch allerdings verteidigte Nagelsmann sein Team: mit eindeutigen Taten – er bestätigte İlkay Gündoğan als Mannschaftskapitän und billigte ein viel diskutiertes lila-pinkes Auswärtstrikot. Und mit klaren Worten: „Dass wir einen brillanten Mix haben zwischen Menschen, die vielleicht woanders geboren wurden, sich aber in Deutschland wohlfühlen.“
Nicht nur in dieser Hinsicht ist Julian Nagelsmann ein lupenreines Produkt der schönen neuen Fußballwelt. Seine erste echte Trainerstation war die TSG Hoffenheim, die der Milliardär Dietmar Hopp binnen 18 Jahren aus der Kreisliga in die Erste Bundesliga hochgepampert hatte. Nagelsmann begann dort als Jugendtrainer und wurde 2016 Cheftrainer der Profis, bevor ihn mit RB Leipzig ein anderer Retortenklub verpflichtete. Nagelsmann über das miese Image seiner ersten beiden Arbeitgeber: „Ob es El Plastico oder El Gigantismo heißt, ist mir völlig wurscht.“
Aus seinem Vertrag mit dem Brauseklub kaufte ihn 2021 für 20 Millionen Euro der FC Bayern heraus und machte ihn zum Nachfolger von Hansi Flick, den er dann als DFB-Coach zum zweiten Mal beerbte. Von seinem Rauswurf bei den Bayern hatte Nagelsmann im Skiurlaub erfahren. Zum DFB kam er „wie ein Start-up-Gründer in einen schwerfälligen Weltkonzern“ (Spiegel) und als jüngster Bundestrainer seit ewigen Zeiten. Und ging dabei vertraglich voll ins Risiko: Bei einem Scheitern in der Euro-Vorrunde wäre er seinen Job nach zehn Monaten schon wieder losgeworden, ohne Abfindung. Studiert hat Nagelsmann übrigens unter anderem Betriebswirtschaftslehre. Aktuell ist der 38-Jährige nicht mit der Mutter seiner beiden Kinder liiert, sondern mit einer (seither ehemaligen) Bild-Journalistin, mit der er sich gerne vom Boulevard ablichten lässt. Und er hat kurz vor der EM für 1,7 Millionen Euro ein Haus bei Kitzbühel in Tirol gekauft, jener Region, in der sich zum Ärger vieler Alteingesessener schon andere (Fußball-)Millionäre wie Oliver Bierhoff, Bastian Schweinsteiger oder David Alaba niedergelassen und die Grundstückspreise in die Höhe getrieben haben. Moderne Zeiten halt.
Gerne zitierte Nagelsmann die Weisheit: „Tradition ist wie eine Laterne, den Intelligenten leuchtet sie den Weg, die Dummen klammern sich an sie.“ Man kann davon ausgehen, dass er sich nicht zu den Dummen rechnet.
Der bpb-Schriftenreiheband "Politik im Spiel" von Dietrich Schulze Marmeling und Bernd-M. Beyer, dem der nebenstehende Text entnommen ist (SR 11382).
Der bpb-Schriftenreiheband "Politik im Spiel" von Dietrich Schulze Marmeling und Bernd-M. Beyer, dem der nebenstehende Text entnommen ist (SR 11382).
Zitierweise: Dietrich Schulze-Marmeling und Bernd-M. Beyer, „Politik im Spiel. Eine politische Geschichte der Bundestrainer“, in: Deutschland Archiv vom 22.06.2026. Link: www.bpb.de/579022. Dieser Beitrag ist mit freundlicher Genehmigung des Verlags "edition einwurf" in Rastede dem 2026 in der bpb-Schriftenreihe erschienenen Buch der beiden Autoren entnommen
Ergänzend:
Peter Ahrens,
Torsten Körner,
Carina Sophia Linne,
Anne Hahn und Frank Willmann,