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Praktische Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 40 Analysen & Essays. Fünf Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2021 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur The Games at the Gate Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts Alltag und Gesellschaft Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Porträts Redaktion "Ungehaltene Reden" ehemaliger Abgeordneter der DDR-Volkskammer Was sollten Wähler und Wählerinnen 2021 bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Ist Antisemitismus vor allem ein ostdeutsches Problem? Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Heimat ist ein Raum aus Bytes Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Die Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Zeitreisen mit "Kennzeichen D" Der Anfang vom Ende der DDR: Die Biermann-Ausbürgerung 1976 Wendekorpus. Eine Audio-Zeitreise. 1. Vorboten von Umbruch und Mauerfall 2. Schabowski und die Öffnung der Grenzen am 9. November 1989 3. Grenzübertritt am 10. November 4. Begrüßungsgeld 100 D-Mark 5. Den Anderen anders wahrnehmen 6. Stereotypen 7. Was bedeutet uns der Fall der Mauer? 8. Emotionen 9. Sprache Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen Brecht & Galilei: Ideologiezertrümmerung Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch Ausgaben vor 2013 Bau- und Planungsgeschichte (11+12/2012) Architektur als Medium der Vergesellschaftung Landschaftsarchitektur im Zentrum Berlins Kunst im Stadtraum als pädagogische Politik Dresden – das Scheitern der "sozialistischen Stadt" Bautyp DDR-Warenhaus? Ulrich Müthers Schalenbauten Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED Transitautobahn Hamburg–Berlin Literaturjournal Aufarbeitung (10/2012) "Es geht nicht um Abrechnung ..." "Ein Ort, der zum Dialog anregt" Eckstein einer EU-Geschichtspolitik? Schwierigkeiten mit der Wahrheit Personelle Kontinuitäten in Brandenburg seit 1989 "Geschlossene Gesellschaft" Kulturelite im Blick der Stasi Experten für gesamtdeutsche Fragen – der Königsteiner Kreis Friedrich II. – Friedrich der Große Literaturjournal Deutsch-deutscher Literaturaustausch (8+9/2012) Eine gesamtdeutsche Reihe? Die Insel-Bücherei Versuche deutsch-deutscher Literaturzeitschriften Geschiedene Gemüter, zerschnittene Beziehungen Ein Name, zwei Wege: Reclam Leipzig und Reclam Stuttgart Die Beobachtung des westdeutschen Verlagswesens durch das MfS Volker Brauns Reflexionen über die Teilung Deutschlands Die Leipziger Buchmesse, die Börsenvereine und der Mauerbau Die Publikationskontroverse um Anna Seghers' "Das siebte Kreuz" Westdeutscher linker Buchhandel und DDR Die Publikationsgeschichte von Stefan Heyms "Erzählungen" Das große Volkstanzbuch von Herbert Oetke Eine deutsch-deutsche Koproduktion: die "OB" Dokumentation: "Ein exemplarisches Leben – eine exemplarische Kunst" Literaturjournal Nach dem Mauerbau (7/2012) Der ewige Flüchtling Der Warenkreditwunsch der DDR von 1962 Die Entstehung der "Haftaktion" Leuna im Streik? Mit dem Rücken zur Mauer Der Honecker-Besuch in Bonn 1987 Ein Zufallsfund? Literaturjournal Politische Bildung (6/2012) Antikommunismus zwischen Wissenschaft und politischer Bildung Subjektorientierte historische Bildung Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft "Hallo?! – Hier kommt die DDR" Vergangenheit verstehen, Demokratiebewusstsein stärken Keine einfachen Wahrheiten Literaturjournal Sport (5/2012) Sportnation Bundesrepublik Deutschland? Marginalisierung der Sportgeschichte? Dopingskandale in der alten Bundesrepublik Hooliganismus in der DDR "Erfolge unserer Sportler – Erfolge der DDR" Literaturjournal Nachkrieg (4/2012) Jüdischer Humor in Deutschland Die SED und die Juden 1985–1990 "Braun" und "Rot" – Akteur in zwei deutschen Welten Kriegsverbrecherverfolgung in SBZ und früher DDR Die "Hungerdemonstration" in Olbernhau Eklat beim Ersten Deutschen Schriftstellerkongress Workuta – die "zweite Universität" Dokumentation: Die Rehabilitierung der Emmy Goldacker Kaliningrader Identitäten "Osten sind immer die Anderen!" Freiheit und Sicherheit Literaturjournal Wirtschaft und Soziales (3/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Zeitgeschichte im Film (2/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal Nonkonformität und Widerstand (1/2012) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Deutsch-deutsches (11+12/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Öffentlicher Umgang mit Geschichte (10/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 21 Jahre Deutsche Einheit (9/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wissenschaft (8/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau - Teil 2 (7/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal 50 Jahre Mauerbau (6/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Kultur (5/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Innere Sicherheit (4/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Wirtschaftsgeschichte (3/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Ost-West-Beziehungen (2/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Medien (1/2011) Zeitgeschichte/ Zeitgeschehen Dokumentation Forum Literaturjournal Über das Deutschland Archiv Redaktion Nach den Unruhen in Kasachstan: Wendepunkt oder Weiter so?

Praktische Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft Ein Werkstattbericht

Dennis Riffel Ruth Wunnicke

/ 18 Minuten zu lesen

Die Familie, die seit Generationen am selben Ort lebt, hat in Deutschland inzwischen Seltenheitswert. Häufige Umzüge, Ortwechsel über Ländergrenzen hinweg – unsere Gesellschaft wird immer mobiler und vielfältiger. Ein Projekt versucht, diesen Gesellschaftswandel in der historisch-politischen Bildungsarbeit zu berücksichtigen.

Herausforderungen für die Geschichtsvermittlung

Der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland ist hoch und wird in Zukunft weiter steigen. Zurzeit leben in Deutschland ca. 15 Millionen Menschen mit einem Migrationshintergrund, das ist etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung; bei den unter Fünfjährigen liegt der Anteil bereits bei einem Drittel. Die historisch-politische Bildung in Deutschland trägt diesem demografischen Wandel bisher nicht in ausreichendem Maß Rechnung.

"Liebe auf den zweiten Blick": Blick in die Ausstellung des Stadtmuseums Stuttgart im Rathaus der baden-württembergischen Landeshauptstadt anlässlich des 50. Jahrestages der Unterzeichnung der Anwerbeabkommen zwischen Spanien und Griechenland sowie der Bundesrepublik, 2010 (© Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.)

Stärker als bisher muss die Vielfältigkeit von Geschichts- und Gesellschaftsbezügen in heterogenen Lerngruppen berücksichtigt werden. Notwendig ist daher zum einen die Erweiterung des Themenspektrums im Hinblick auf die Veränderung der Gesellschaft durch Zuwanderung, zum anderen die Entwicklung neuer Methoden der Vermittlung. Es ist sowohl notwendig, andere Themen aufzugreifen, als auch neue Perspektiven auf zeitgeschichtliche Themen wie zum Beispiel die NS- oder die DDR-Geschichte zu eröffnen. Insgesamt gilt es, einfache, monokausale Schwarz-Weiß-Konstruktionen zu brechen und eindeutigen Zuschreibungen entgegenzuwirken.

Während im Bereich der interkulturellen Pädagogik in verschiedensten Publikationen Themen und Methoden der Demokratieerziehung und Menschrechtspädagogik diskutiert und empfohlen werden, wird die interkulturelle Pädagogik in der praktischen Geschichtsvermittlung noch kaum berücksichtigt. Auch wenn es bereits erste grundlegende Arbeiten zur Problematik sowie zur Methodik und Didaktik der Geschichtsvermittlung in interkulturellen Gruppen gibt, so steht die Umsetzung am konkreten Beispiel noch am Anfang. Erste Schritte einer Bearbeitung von Themen zur Vermittlung in heterogenen Gruppen wurden bereits im Bereich der NS-Geschichte und der Migrationsgeschichte in Museen und anderweitigen außerschulischen Lernorten unternommen. Zu nennen sind unter anderen der am Haus der Wannseekonferenz entwickelte Dokumentenkoffer zur NS-Zeit, die Unterrichtsideen der Körber Stiftung zum Thema Migration, ein Arbeitsblatt der Bundeszentrale für politische Bildung zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei oder museumspädagogische Unterrichtsmaterialien und Lehrerhandreichungen zu Ausstellungen im Themenfeld Migration des Hauses der Geschichte Baden-Württembergs.

Das Projekt "Praktische Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft"

Die Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. setzt sich seit 1993 dafür ein, die Erinnerung an die doppelte deutsche Diktaturerfahrung wachzuhalten, das Demokratiebewusstsein zu stärken und zivilgesellschaftliches Engagement zu fördern. Die Vereinigung ist mit ihren über 2.100 Mitgliedern, die in 26 Regionalen Arbeitsgruppen jährlich über 200 Veranstaltungen und Projekte mit Kooperationspartnern vor Ort durchführen, sehr aktiv im Bereich der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Zur Arbeit der Vereinigung gehört auch, immer wieder neu zu überlegen, wie in der Geschichtsvermittlung methodisch, didaktisch und thematisch neue Akzente gesetzt werden können, um der Lebenswirklichkeit in unserer Gesellschaft gerecht zu werden.

Deshalb entwickelt Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. seit Juli 2010 in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung eine Materialiensammlung zur "Praktischen Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft". Die Materialiensammlung wird in der Reihe Themen und Materialien der Bundeszentrale für politische Bildung erscheinen.

Sich der praktischen Geschichtsvermittlung unter den besonderen Bedingungen einer immer heterogener werdenden Gesellschaft zu stellen, war eine Herausforderung, der sich Gegen Vergessen – Für Demokratie nur mit Hilfe eines weit verzweigten Netzwerkes von Schulen, Gedenkstätten, Jugendbildungshäusern, Lehrerfortbildungseinrichtungen, Migrantenselbsthilfeorganisationen und nicht zuletzt mit der Bundeszentrale für politische Bildung stellen konnte.

Zielgruppen

Im Zentrum der Materialiensammlung steht die praktische Vermittlung deutscher Zeitgeschichte vornehmlich des 20. Jahrhunderts mit einigen Rückgriffen auf das 19. Jahrhundert. Der Band richtet sich nicht nach den Vorgaben von Geschichtslehrplänen, sondern ist eine eigenständige und zusätzliche Ideen- und Methodensammlung sowohl für den Unterricht als auch für die außerschulische historisch-politische Jugend- und Erwachsenenbildung. In ihren Ansätzen und Lernzielen orientiert sich die Materialiensammlung an den Bedingungen der Migrationsgesellschaft. Alle Beispiele sollen anschlussfähig an Interessen und die Lebenswelt der Lerngruppe sein. Die Materialiensammlung ist kein Kompendium der deutschen, europäischen oder internationalen Geschichte. Vielmehr wird der Versuch unternommen, noch vorhandene Lücken in der Vermittlung von bestimmten Aspekten der Zeitgeschichte zu füllen. Es geht in der Materialiensammlung nicht darum, Vorschläge zur Geschichtsvermittlung für die besondere Zielgruppe der Migranten zu entwickeln, sondern für die Bevölkerung Deutschlands insgesamt – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass diese zunehmend von Menschen mit unterschiedlichen Herkunfts- und Familiengeschichten geprägt ist. Das Endprodukt richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer, Pädagogen in Gedenkstätten und Museen sowie an andere Multiplikatoren der historisch-politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Ihnen soll es ermöglicht werden, mit Hilfe von methodischen Anleitungen und Materialien besser auf die Erfahrungen und Bedürfnisse von interkulturellen Gruppen einzugehen.

Aufbau der Materialiensammlung

Die Materialiensammlung wird nach einer Einführung, in der Aufbau, didaktisches Konzept und Ausrichtung der Materialiensammlung erläutert werden, folgende zehn Themenfelder enthalten:

I. Deutschland und Deutsche in der Migrationsgeschichte

II. Nationalsozialismus – Zweiter Weltkrieg – Holocaust

III. DDR – Staatsfeind, Fremder, Flüchtling

IV. Alliierte, "Gastarbeiter", Zuwanderer – Alltag in der Bundesrepublik

V. Demokratiegeschichte – Wähler und Gewählte im Wandel der Zeiten

VI. Partizipation/Selbstorganisation – "Sich in die eigenen Angelegenheiten einmischen"

VII. Familie und Herkunftsgeschichte

VIII. Minderheiten und Diskriminierungserfahrung

IX. 1989 – Umbruch in Europa – Migranten im wiedervereinigten Deutschland

X. Erinnerungskultur

Die zehn Themenfelder enthalten jeweils fünf konkrete Arbeitsbausteine im Umfang von fünf Seiten. Diese insgesamt 50 Bausteine stehen im Mittelpunkt des Bandes und können in verschiedenen Zusammenhängen für die Geschichtsvermittlung nutzbar gemacht werden. Sie dienen der konkreten Vorbereitung von Unterrichtsstunden und Projekten. Die Bausteine enthalten thematisches Hintergrundwissen, didaktische Hinweise sowie Materialien zur Vorbereitung und Gestaltung von Lehreinheiten. Und schließlich wird eine Sammlung von praxisnaher Literatur und Internetlinks angeboten, die zur Vertiefung genutzt werden kann.

Die Auswahl der zehn Themenfelder und ihre Anordnung folgen sowohl chronologischen als auch sachthematischen Kriterien. Berücksichtigt wird beispielsweise, dass gerade Lehrerinnen und Lehrer auf eine Verzahnung mit dem chronologisch angelegten Geschichtsunterricht angewiesen sind. Die Themen und Lernziele wurden so gewählt, dass sie vor allem jungen Menschen Anknüpfungspunkte an ihre eigenen Lebens- und Erfahrungswelten geben. Damit wird eine wichtige Grundlage der interkulturellen Pädagogik berücksichtigt.

Die Ausgangslage bei der Bearbeitung der einzelnen Themenfelder erwies sich als sehr unterschiedlich. Während für die Themen Migrationsgeschichte oder Nationalsozialismus bereits einige Materialien und Projekte zum historischen Lernen unter den Bedingungen in der Migrationsgesellschaft veröffentlicht wurden und hier eher verbliebene Lücken zu schließen sind, sind bei Themen zur DDR-Geschichte oder zur Demokratiegeschichte noch wenig Materialien vorhanden, die auf das Lernen in heterogenen Gruppen ausgerichtet sind.

Die Materialiensammlung ist so angelegt, dass der Benutzer schnell Zugriff zu bestimmten Themen findet. Der Band ist als eine Art Loseblattsammlung konzipiert, das heißt, Lehrer und Multiplikatoren haben die Möglichkeit, einzelne Seiten herauszutrennen, zu kopieren und als Materialvorlage einzusetzen. Jeder einzelne Baustein enthält zudem Hinweise, wie er mit anderen Bausteinen des Bandes zu größeren (Sinn-)Einheiten verknüpft werden kann.

Fachgespräche

Fachgespräch zum Thema „Der Nationalsozialismus in der praktischen Geschichtsvermittlung“ und Diskussionsergebnisse (© Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.)

Diskussionsergebnisse aus dem Fachgespräch "Nationalsozialismus in der praktischen Geschichtsvermittlung" (© Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.)

Um Expertenwissen zur Erarbeitung des Handbuchs zu erschließen, wurden insgesamt sechs Fachgespräche zu verschiedenen, für die Materialiensammlung relevanten Themen durchgeführt. Diese Gespräche wurden nicht als öffentliche Podiumsdiskussionen konzipiert, sondern als moderierte, an Sachfragen orientierte Gesprächsrunden. Großer Wert wurde auf die Auswahl der Expertinnen und Experten für die Fachgespräche und auf Multiperspektivität gelegt. So wurden sowohl Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen wie zum Beispiel der Geschichtsdidaktik, der Soziologie oder der Psychologie eingeladen wie auch Praktiker, etwa Lehrerinnen und Lehrer, Museumspädagogen und Schulbuchautoren sowie Mitarbeiter von Geschichtsinitiativen und Migrantenorganisationen. Von den teilnehmenden Expertinnen und Experten wurde das Format sehr gelobt und als großer Gewinn eingeschätzt. Aus den Fachgesprächen ergaben sich nicht nur viele Hinweise für die Gliederung der Materialiensammlung, es konnten auch acht Autorinnen und Autoren für einzelne Themenfelder gewonnen werden.

Workshops

Die in den Fachgesprächen ermittelten Desiderate im Bereich der historisch-politischen Bildungsarbeit und die davon ausgehend neu entwickelten Ansätze bedürfen einer Erprobung. Drei Workshops mit jeweils unterschiedlichen Zielgruppen dienten dieser praktischen Erprobung der bis dahin erarbeiteten inhaltlichen und methodischen Vermittlungsmöglichkeiten und Bausteine. Gleichzeitig dienten die Workshops aber auch dem Zweck, Vorstellungen und Bedürfnisse an der "Basis" zu eruieren.

In zwei Workshops wurden Methoden der Vermittlung geprüft. Der Workshop "DDR-Geschichte als Lokalgeschichte in den alten Bundesländern", der in Kooperation mit der Kester-Haeusler-Stiftung in Fürstenfeldbruck stattfand, diente zum einen der Erprobung, inwieweit sich die Form des Gespräches von Schülern in den westlichen Bundesländern mit regionalen Zeitzeugen eignet, um Erkenntnisse über die DDR zu gewinnen. Zum anderen wurde untersucht, welche inhaltlichen und methodischen Anknüpfungsmöglichkeiten sich für Lehrer an die Erkenntnisse der Schüler bieten. In einem weiteren Workshop "Spurensuche. Lokal- und Regionalgeschichte als Migrationsgeschichte", der gemeinsam mit Manfred Grieger, dem Leiter der Historischen Kommunikation der Volkswagen AG, in Wolfsburg durchgeführt wurde, erprobten und analysierten die teilnehmenden Multiplikatoren aus der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung die Methode der historischen Spurensuche zur Vermittlung lokaler Migrationsgeschichte. Im Rahmen des Workshops wurde eine Art Leitfaden zur Durchführung von historischen Spurensuchen zur Migrationsgeschichte erarbeitet.

In einem dritten Workshop "Demokratiegeschichte vermitteln unter den Bedingungen der Einwanderungsgesellschaft", der in der Stiftung Reichspräsident Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg abgehalten wurde, hatten die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, vorgefertigte Unterrichtsbausteine zu erproben und dahingehend zu bewerten, ob sie zur Vermittlung von Demokratiegeschichte in heterogenen Gruppen geeignet sind. Die Bausteine beruhen auf Beispielen der Zeitgeschichte, geben aber auch Anleitungen für Projekte wie zum Beispiel für die lokale Erforschung von Demokratiegeschichte.

Lokalgeschichtliche Spurensuche

Das Format der Spurensuche zum Thema Migrationsgeschichte kann Jugendlichen die Vielfalt von Lebenswelten aufzeigen und ihnen helfen, sich selbst besser in Raum und Zeit zu verorten. Die Erwartungen an das Format sollten nicht übersteigert werden. Es kann beispielsweise nicht erwartet werden, Jugendliche damit zu mehr Toleranz zu erziehen. Im Materialienband wird nicht nur im Themenfeld Migrationsgeschichte ein Vorschlag zur lokalgeschichtlichen Spurensuche angeboten, das Format wird auch in weiteren Themenfeldern Verwendung finden.

Die Spurensuche zur Migrationsgeschichte kann sowohl in Städten als auch im ländlichen Raum angewandt werden. Wichtig sind entsprechende Institutionen und Personen/Zeitzeugen, die als Kooperationspartner herangezogen werden können. Die Methoden und Herangehensweisen sind dabei vielfältig. Von einer Recherche im lokalen Archiv über Interviews, die Suche nach Gegenständen, die Migrations- und Familiengeschichten erzählen, Besuchen bei Religionsgemeinschaften bis hin zur freien Fotodokumentation im lokalen Umfeld ist vieles möglich. Entscheidend ist jedoch, den Lehrern und Multiplikatoren die Scheu vor Projekten dieser Art zu nehmen.

Orte und Institutionen der Spurensuche

Das Centro Italiano in Wolfsburg. Einst fand die erste Generation der italienischen Volkswagen-Arbeiter Rückhalt im Centro Italiano. Heute bilden viele Vereine und Privatpersonen den Förderverein Centro Italiano e.V., der die Internationalität der Stadt Wolfsburg aktiv zu unterstützen sucht. (© Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.)

Orte wie Friedhöfe, Denkmäler, Straßenzüge, Läden und Restaurants und Institutionen wie Archive, Museen, Ortsfeuerwachen, Migranten- und Religionsgemeinschaften und Heimatstuben bieten für die lokale Spurensuche wichtige Anhaltspunkte. Durch den historischen Ansatz bei der Spurensuche können die Veränderungen von Orten oder Institutionen untersucht und Einflüsse durch Migration sichtbar gemacht werden. Einzelne Stadtarchive haben sich bereits auf das Thema Migrationsgeschichte eingelassen und bieten pädagogische Programme für Schulen an. Vor allem in der Zusammenarbeit mit Institutionen sollte bedacht werden, dass sie, ähnlich wie Zeitzeugen, bestimmte Narrative weitergeben, die kritisch hinterfragt werden müssen. Wichtig ist aber auch, den eigenen Blick der Jugendlichen auf das Thema Migration zuzulassen. So können zum Beispiel Plakate, Graffiti und Straßenszenen viel über Migration erzählen und als Einstieg in eine Spurensuche genutzt werden.

Spurensuche mit Zeitzeugen

Die Arbeit mit Zeitzeugen ist für die Spurensuche zur Migrationsgeschichte sehr wichtig. Zeitzeugenberichte bedürfen einer besonderen Reflexion, denn sie geben eine private, oft von fremden Erinnerungen und Deutungsversuchen überlagerte Perspektive auf die Geschehnisse wieder. Dieser biografische Zugang stellt Schüler und Lehrer vor die Aufgabe, von der individuellen Ebene des Zeitzeugen wieder zurück zur allgemeinen Ebene zu gelangen und den Zeitzeugen als historische Quelle zu verstehen. Lehrer sollten daher ihre Schüler zuvor mit der Methode der Oral History vertraut machen.

Ein Problem bei der lokalen Spurensuche zur Migrationsgeschichte ist, dass nicht alle Zuwanderungsgruppen, die per definitionem als Migranten gelten, als solche verstanden werden wollen. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge spricht man von Migration, "wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlegt. Von internationaler Migration spricht man dann, wenn dies über Staatsgrenzen hinweg geschieht." Demnach ist nahezu jeder Mensch ein Migrant. Selbst wer von Mecklenburg nach Bayern zieht, gilt als Binnenmigrant. Zeit und Raum der Migration sind nicht eingegrenzt. Deutlich enger gefasst ist der Begriff "Menschen mit Migrationshintergrund". Dabei ist "Migrationshintergrund" ein Ordnungskriterium der deutschen amtlichen Statistik zur Beschreibung einer Bevölkerungsgruppe, die aus seit 1950 eingewanderten Personen und deren Nachkommen besteht. Auch das Statistische Bundesamt benutzt seit dem Mikrozensus 2005 eine solche Definition.

Wichtig ist, mit welcher Definition an die Spurensuche zur Migration herangegangen wird. Die enge Definition des Statistischen Bundesamtes legt von vornherein den Fokus auf bestimmte Migrantengruppen, vor allem auf jene, die lange Zeit unter den Begriff "Gastarbeiter" gefasst wurden. Die weiter gefasste Definition des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ermöglicht es, Migration in einem größeren Rahmen zu betrachten, und kann besonders bei der Arbeit auf lokaler Ebene fruchtbar gemacht werden.

Spurensuche zur Migrationsgeschichte in den östlichen Bundesländern

"Lebenswege ins Ungewisse" hieß eine Ausstellung über Migration in Görlitz/Zgorzelec von 1933 bis heute, die das Schlesische Museum Görlitz 2011/12 zeigte. Die Ausstellung dokumentierte mit Interviews, historischen Aufnahmen und Erinnerungsstücken ein lebendiges Panorama deutsch-polnischer Zeitgeschichte an der Neiße. In acht Jahrzehnten veranlassten verschieden Wellen der Migration Menschen zum Kommen und Gehen: Diktatur und Krieg, Flucht und Vertreibung, gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzungen. (© Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.)

Katalog der Ausstellung "Lebenswege ins Ungewisse" (© Schlesisches Museum Görlitz)

In den östlichen Bundesländern leben bis heute noch weniger Menschen mit Migrationsgeschichte – hier im engen Sinne – als in den westlichen Bundesländern. In den 40 Jahren DDR fand (vor allem internationale) Migration nur eingeschränkt statt. Viele der einstigen Vertragsarbeiter in der DDR sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Spuren, die jene sogenannten temporären Migranten hinterlassen haben, sind rar. In Stadt- und Werksarchiven können teilweise noch Unterlagen oder Fotoalben Auskunft über Vertragsarbeiter geben. Daher ist für die Erarbeitung der Migrationsgeschichte in den westlichen Bundesländern die weiter gefasste Migrationsdefinition des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hilfreich. Sie ermöglicht die Untersuchung von Migration auch aus der Zeit vor 1950, wodurch Flüchtlinge und Vertriebene als Migrantengruppen in den Fokus rücken. Informationen zu diesen Themen lassen sich unter anderem im Schlesischen Museum Görlitz oder im Pommerschen Landesmuseum Greifswald finden. Gleichwohl haben die östlichen Bundesländer sowohl vor 1989 als auch danach ihre eigene Migrationsgeschichte – die Geschichte des Abwanderns und Weggehens.

DDR-Geschichte

Der Schwerpunkt in der Vermittlung von DDR-Geschichte liegt in den Schulen oft auf dem Systemvergleich Ost-West, weniger auf der Alltagsgeschichte. Für die Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft bietet es sich daher nicht an, gänzlich neue oder abgelegene Themen zu bearbeiten, die an den Unterricht zur DDR-Geschichte nur schwer anschlussfähig sind. Zudem steht die Vermittlung der Geschichte der DDR, die sich an Lerngruppen in einer Migrationsgesellschaft richtet, noch relativ am Anfang. Neben einem Ansatz, über Beispiele von Migranten in der DDR zu arbeiten, erscheint hier ein Zugang angebracht, der die Entscheidung, in der DDR zu bleiben oder sie zu verlassen, in den Mittelpunkt stellt oder Bezüge von DDR-Geschichte zur Lokalgeschichte in den westlichen Bundesländern herstellt, vielversprechender. Die Akzente des Themenfelds liegen darauf, dass während des Bestehens der DDR Menschen immer wieder auf Grund ihres nicht systemkonformen Verhaltes zu Außenseitern gemacht bzw. Fremde nur schwer integriert wurden. Diese Ausgrenzungen führten unter anderem zu Versuchen, das Land zu verlassen. Fremdsein, Ausgrenzung, Migration und die Notwendigkeiten und Schwierigkeiten, sich in einer neuen Heimat zurechtzufinden, spielten auch in der DDR eine Rolle. Das Themenfeld DDR trägt den Titel "DDR – Staatsfeind, Fremder, Flüchtling". In dem im Folgenden skizzierten Baustein stehen unter anderem die Themen Ausgrenzung und Staatsfeindlichkeit im Fokus.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung. Samisdat – Öffentlichkeit in der Oppositionsbewegung in der DDR

Die freie Meinungsäußerung ist für Jugendliche heute alltäglich. In der Arbeit mit dem Baustein können Jugendliche dafür sensibilisiert werden, welche Bedeutung und welchen Wert freie Meinungsäußerung für das Zusammenleben in der Gesellschaft und in der Demokratie hat. Dabei wird nicht von der Situation der Jugendlichen ausgegangen, sondern gefragt: Was passiert eigentlich, wenn das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung nicht vorhanden oder beschnitten ist? Welche Möglichkeiten suchen Menschen außerhalb der öffentlichen Wege, um Informationen auszutauschen? Warum tun die Menschen das, und was riskieren sie? Warum unterbindet ein Staat überhaupt freie Meinungsäußerung? Welche Bedeutung hat internationale Vernetzung für den Fluss von Informationen? Diese Fragen werden erläutert anhand der Zeitschrift "grenzfall", die von der DDR-Oppositionsgruppe "Initiative Frieden und Menschenrechte" zwischen 1986 und 1989 17-mal illegal gedruckt wurde. Wichtig für das Erscheinen der Zeitschrift war nicht nur die gute Vernetzung der Redaktion innerhalb der DDR und mit westdeutschen Journalisten, sondern auch die Unterstützung durch den aus der DDR ausgebürgerten Jenaer Dissidenten Roland Jahn aus West-Berlin.

Als methodische Ansätze für die Vermittlung des Themas dienen zum einen der lebensweltliche Bezug und zum anderen die Multiperspektivität.

Bei der Bearbeitung des Themas Opposition in der DDR stand zunächst die Frage im Raum: Was soll vermittelt werden? Was sind die inhaltlichen Schlagworte? Was beschäftigt Schüler heute? Wo bilden sich thematische Anknüpfungspunkte an das Thema? Als Schlagworte bieten sich an: Samisdat, Netzwerke und Meinungsfreiheit. Ausgehend von der eigenen Lebenswelt heute werden den Jugendlichen Möglichkeiten angeboten, mit ihren eigenen Erfahrungen und Familiennarrativen an die historischen Geschehnisse anzuknüpfen und einen Zugang zu finden.

Titelblatt einer "grenzfall"-Ausgabe von 1987. Die "grenzfall"-Hefte bieten eine Fülle von Karikaturen und Quellen, die Schülerinnen und Schülern die Problematik der Meinungsfreiheit in der DDR verdeutlichen. Aus: Ralf Hirsch/Lew Kopelew (Hg.), Initiative Frieden & Menschenrechte: GRENZFALL, Berlin 1989 (© Initiative Frieden und Menschenrechte)

Samisdat (russisch für "Selbstverlegtes") lässt sich mit aktuellen politischen Umbrüchen wie dem Arabischen Frühling verbinden und mit der Frage, wie heute in autokratisch oder diktatorisch regierten Ländern Informationen an Zensurbehörden vorbei verbreitet und ausgetauscht werden.

Die Bedeutung von Netzwerken lässt sich mit der Frage nach heutigen Netzwerken erörtern: Familie/Freunde/Clique/soziale Medien – was erwarte ich von meinen Netzwerken?

Die Meinungsfreiheit als Grundlage der Demokratie kann in der Gruppe erörtert werden mit der Frage: Was sag ich in der Familie und bei Freunden, was sage ich nicht öffentlich und warum sage ich es nicht öffentlich?

Die lebensweltlichen Anknüpfungsmöglichkeiten beziehen sich nicht nur auf Jugendliche mit Migrationshintergrund, sondern ebenso auf Jugendliche in der gesamten Bundesrepublik.

Multiperspektivität sollte nicht nur bei der Wahl der Materialien herrschen. Auch neue Fragen, die an ein Thema gestellt werden, können neue Perspektiven eröffnen, ohne vorhergehende Blickwinkel in Frage zu stellen. Dieser Baustein arbeitet bewusst mit dem Blick Roland Jahns aus West-Berlin auf die DDR-Opposition. Er verdeutlicht, dass die DDR-Opposition keine DDR-interne Angelegenheit war, sondern zum Beispiel aus der Bundesrepublik unterstützt wurde. Die DDR-Geschichte macht also nicht an der damaligen deutsch-deutschen Grenze halt.

Ein Ziel des Bausteins ist es, die Jugendlichen zur Reflexion anzuregen. Ihre Lebenswirklichkeit heute war nicht immer so. Sie wurde gestaltet und verändert, weil Menschen sich in ihre Umwelt und in die Gesellschaft fortwährend eingemischt haben. Heute sind sie, die Jugendlichen, diejenigen, die ihre Umwelt und die Gesellschaft prägen und gestalten können

DDR-Geschichte als Lokalgeschichte in den westlichen Bundesländern

Vermittlung von DDR-Geschichte in den westlichen Bundesländern

Die lebendige Vermittlung der DDR-Geschichte stellt Lehrer und Multiplikatoren in den westlichen Bundesländern immer wieder vor eine besondere Herausforderung. Von Ausnahmen wie den Grenzlandmuseen, dem DDR-Museum Pforzheim und dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn abgesehen, sind außerschulische Lernorte zur DDR- bzw. zur deutschen Teilungsgeschichte vor Ort in diesen Regionen kaum vorhanden. Dennoch können grenzüberschreitende Kontakte von West nach Ost – wie der Versand von Päckchen in die DDR, Verwandtschaftsbesuche dort, Schülerreisen der politischen Bildung nach Ost-Berlin, Partnerschaften zwischen Städten und Kirchengemeinden in der BRD und der DDR, ortsansässige "Republikflüchtlinge" – als Grundlage für Zeitzeugengespräche bzw. für die Erforschung von (DDR-)Geschichte vor Ort in den westlichen Bundesländern genutzt werden. Dadurch eröffnet sich Schülern in den westlichen Bundesländern durch das eigene Lebensumfeld ein Bezug zur DDR-Geschichte.

Vier Zeitzeugen – Vier Leben – Vier Geschichten. Abschlussdiskussion mit lokalen Zeitzeugen zur DDR-Geschichte in Fürstenfeldbruck (© Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.)

Die Materialiensammlung wird einen Projektvorschlag dazu unterbreiten, der in einem Workshop erprobt wurde. Schüler einer 10. Klasse aus Fürstenfeldbruck trafen mit vier Zeitzeugen zusammen. Die Zeitzeugen – eine Frau und drei Männer – leben alle seit mehr als 29 Jahren im Raum München. Drei von ihnen sind vor bzw. nach 1961 aus der DDR in die Bundesrepublik gekommen. Ein Zeitzeuge lebt immer schon in Bayern und hatte enge kirchliche und wirtschaftliche Kontakte in die DDR. Vor allem die weit auseinanderliegenden Geburtsjahrgänge der Zeitzeugen – zwischen 1936 und 1973 – ermöglichen unterschiedliche Blicke auf die DDR.

Dieser Erprobungsworkshop zeigte unter anderem, dass auch der lokale, stets in den westlichen Bundesländern lebende Zeitzeuge, ein interessanter und guter Gesprächspartner zum Thema DDR sein kann und von Schülern als Zeitzeuge anerkannt wird.

Weggehen und Ankommen

Besonderes Interesse haben die Schüler an den Erinnerungen der Zeitzeugen zum Thema Flucht, Weggehen und Ankommen. Was zuvor für die Schüler wie eine Binnenmigration von Ost nach West ohne Sprachbarriere aussah, erklärt sich ihnen nun als ein Schritt mit vielen Verlusten auf der einen Seite sowie Schwierigkeiten, in der neuen Heimat anzukommen, auf der anderen. Jugendliche mit eigener oder familiärer Migrationserfahrung werden zu diesen Erzählungen möglicherweise einen besonderen Zugang finden; denn vor allem eigenes Wissen und Erfahren bieten Anknüpfungspunkte für verwandte Themen. Dabei sollte den Jugendlichen aber immer selbst überlassen bleiben, ob sie über ihre Erfahrungen berichten wollen oder nicht.

Umgang mit den Ergebnissen

Je nach dem Vorwissen der Schüler müssen die Interviewergebnisse im Unterricht nachbereitet und in den historischen Kontext eingeordnet werden. Im Gegensatz zu ihren Altersgenossen aus den östlichen Bundesländern können viele Schüler aus den westlichen Bundesländern den Zeitzeugenerinnerungen keine eigenen Familienerzählungen aus der DDR gegenüberstellen. Sie geben das wieder, was sie von den Zeitzeugen erfahren. Ob sie an der DDR etwas gut oder schlecht finden, schätzen sie nach dem eigenen Gefühl ein – oder übernehmen die Meinung der Zeitzeugen, die durch spezifische Erfahrungen mitunter stark politisch geprägt sind. Diese Zeitzeugeninterviews helfen den Schülern zu vermitteln, dass jeder Zeitzeuge vor dem Hintergrund seiner eigenen Betroffenheit als historische Quelle verstanden werden muss. Zudem sollten Lehrer und Multiplikatoren die Ergebnisse der Interviews besprechen und zeitlich einordnen. Dennoch bilden die Erinnerungen und Geschichten der Zeitzeugen an Alltag und Leben in der DDR eine gute Ergänzung zum Geschichtsunterricht.

Ausblick

Die Materialiensammlung wird Ende des Jahres 2012 in der Reihe Themen und Materialien der Bundeszentrale für Politische Bildung erscheinen und kann über die Internetseite der Bundeszentrale bestellt werden: Interner Link: http://www.bpb.de/shop/lernen/themen-und-materialien/. Der Materialiensammlung wird eine CD-ROM mit allen Texten und Materialien in digitaler Form beigefügt. Parallel zur Arbeit an der Materialiensammlung wurde die Website Externer Link: www.geschichte-einwanderungsgesellschaft.de/ entwickelt, auf der alle Informationen zum Projekt, aber auch Literaturhinweise zur praktischen Geschichtsvermittlung in der Migrationsgesellschaft sowie Links zu Projekten abrufbar sind, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigen.

Es wäre wünschenswert, die zukünftige Arbeit der Lehrerinnen und Multiplikatoren mit dieser Materialiensammlung durch gezielte Fortbildungen zu ergänzen.

Fussnoten

Fußnoten

  1. U.a. Bettina Alavi, Geschichtsunterricht in der multiethnischen Gesellschaft, Frankfurt a. M. 1998; Heidi Behrens/Jan Motte, Politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft. Zugänge, Konzepte, Erfahrungen, Schwalbach/Ts. 2006; Viola B. Georgi/Rainer Ohliger (Hg.), Crossover Geschichte. Historisches Bewusstsein Jugendlicher in der Einwanderungsgesellschaft, Bonn 2009; Barbara Thimm u.a. (Hg.), Verunsichernde Orte. Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstättenpädagogik, Frankfurt a. M. 2010.

  2. Franziska Ehricht/Elke Gryglewski (Hg.), Geschichte teilen. Dokumentenkoffer für eine interkulturelle Pädagogik zum Nationalsozialismus, Berlin 2009.

  3. Weggehen – Ankommen: Migration in der Geschichte, Hg. Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten/Edition Körber Stiftung, Hamburg 2002.

  4. Themenblätter im Unterricht extra: 50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen, Hg. BpB, Interner Link: http://www.bpb.de/shop/lernen/themenblaetter/60505/50-jahre-deutsch-tuerkisches-anwerbeabkommen [22.5.2012].

  5. Unterrichtsmaterialien und Lehrerhandreichungen, Hg. Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Externer Link: http://www.hdgbw.de/geschichtsvermittlung/schule/materialien/ [22.5.2012].

  6. Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. hat, finanziert von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", z.B. ein innovatives Theaterprojekt "Kinder des Holocaust" gemeinsam mit dem Theater der Jungen Welt in Leipzig initiiert, in dem auf der Basis von Überlebensberichten jüdischer Kinder aus Polen jugendliche Laienschauspieler ihre Lebenswirklichkeit in Bezug zum Holocaust setzen. Aus der Theatercollage entstand auch ein theaterpädagogischer Materialienkoffer, mit dem Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. seit zwei Jahren, ebenfalls gefördert von ders. Stiftung, Fortbildungen für Lehrer und Multiplikatoren durchführt.

  7. Während der ursprüngliche Titel der Materialiensammlung "Praktische Geschichtsvermittlung in der Einwanderungsgesellschaft" lautete, hat die Arbeit an dem Band gezeigt, dass "Einwanderungsgesellschaft" ein Begriff der 2000er-Jahre ist. Der Begriff "Migrationsgesellschaft" gibt die gesellschaftlichen Umstände und die aktuelle Migrationsdiskussion besser wieder.

  8. Vgl. Alavi (Anm. 1), S. 280ff.

  9. Siehe die Materialien (Anm. 2–5) sowie Angelika Rieber, "Ich konnte viele Dinge aus eigener Erfahrung nachvollziehen". Das Thema Holocaust im Unterricht in multikulturellen Klassen, in: Eduard Fuchs (Hg.), Holocaust und Nationalsozialismus, Innsbruck u.a. 2002, S. 58–73; Gerburg Harenbrock, "Das Thema interessierte mich sofort!". Kinder und Jugendliche erforschen Migrationsgeschichte(n), in: Praxis Geschichte 15 (2003) 4, S. 25–28. Auf folgende Projekte wird verwiesen: Lebenswege I Das Migrationsmuseum Rheinland-Pfalz im Internet, Externer Link: http://www.lebenswege.rlp.de/; Erzählte Migrationsgeschichte, Externer Link: http://www.migration-audio-archiv.de/; Lernen aus der Geschichte, Externer Link: http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/Filter/Didaktik/257; Deine Geschichte – Labor für Medien und Zeitgeschichte, Externer Link: http://www.deinegeschichte.de/; Lernort Gedenkstätte. Historisch-politische Bildung für Kinder und Jugendliche (Stuttgart), Externer Link: http://www.lernort-gedenkstaette.de/; Das Internetportal migration-ausstellen.de Externer Link: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/wim/portal/S/hannover/ort/migration/exponat/ [12.6.2012].

  10. Gleichwohl sind im Bereich Demokratiepädagogik in der Migrationsgesellschaft bereits verschiedene Arbeiten erschienen: u.a. Christa Kaletsch, Demokratietraining in der Einwanderungsgesellschaft. Aktive Schülervertretung für Schüler, Lehrer und Eltern, Schwalbach/Ts. 2007; Barbara Menke u.a. (Hg.), Kulturelle Vielfalt – Diskurs um die Demokratie. Politische Bildung in der multireligiösen und multiethnischen Gesellschaft, Schwalbach/Ts. 2006; Dirk Lange (Hg.), Migration und Bürgerbewusstsein. Perspektiven Politischer Bildung in Europa, Wiesbaden 2008.

  11. Vgl. maßgeblich zur Spurensuche als Methode der Geschichtsvermittlung: Lothar Dittmer/Detlef Siegfried (Hg.), Spurensucher. Ein Praxishandbuch für historische Projektarbeit, Hamburg 2005.

  12. U.a. Gerhard Henke-Bockschatz, Oral History im Geschichtsunterricht, in: Geschichte lernen 13 (2000) 76, S. 18–24; Zeitzeugenbefragung und Oral History, Externer Link: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb04/institute/geschichte/didaktik/dokumente/Mat_Medien/geschichtsdidaktische-pruefungsthemen/zeitzeugenbefragung-und-oral-history [12.6.2012].

  13. Vgl. Migrationsbericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge im Auftrag der Bundesregierung, Migrationsbericht 2006, S. 12, Externer Link: http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Publikationen/Migrationsberichte/migrationsbericht-2006.pdf?__blob=publicationFile [12.6.2012].

  14. Klaus-Jürgen Duschek u.a., Leben in Deutschland – Haushalte, Familien und Gesundheit – Ergebnisse des Mikrozensus 2005, Wiesbaden 2006.

  15. Unterrichtsmaterialien sind dazu bereits entwickelt von: Elena Demke/Annegret Schüle (Hg.), Ferne Freunde – Nahe Fremde: Unterrichtsmaterialien zum Thema Ausländer in der DDR, Berlin 2006.

Dr., Wissenschaftlicher Referent, Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Berlin.

Wissenschaftliche Referentin, Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Berlin.