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Rachel Shneiderman: Erinnerungen der ehemaligen Gemeindeschwester und Pflegedienstleiterin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Zeitenwende? Der Ukrainekrieg und die Folgen. 42 Analysen & Essays. Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Sieben Monate Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Geschichtspolitik von oben? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Was bedeutet die Liquidierung von Teilen Memorials? 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Rachel Shneiderman: Erinnerungen der ehemaligen Gemeindeschwester und Pflegedienstleiterin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Rachel Shneiderman Sharon Adler

/ 18 Minuten zu lesen

Seit 1984 arbeitete Rachel Shneiderman als Gemeindeschwester bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und hat sich viele Jahre lang um Shoah-Überlebende gekümmert. Besonders das Schicksal einer Auschwitzüberlebenden, die sie in dieser Zeit betreute, hat sie bis heute nicht losgelassen: Charlotte Hermann. 1997 hat die Jüdische Gemeinde einen Ambulanten Pflegedienst eingerichtet, den Rachel Shneiderman bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2011 geführt hat: als Pflegedienstleiterin, als Qualitätsbeauftragte und die letzten sieben Jahre als Geschäftsführerin.

Rachel Shneiderman stellt ihre Recherchen zu der Shoahüberlebenden Charlotte Hermann im Rahmen des AVIVA-Projekts "Writing Girls" vor. (© Sharon Adler/PIXELMEER 2012)

Das Interview mit Rachel Shneiderman führte Sharon Adler für das Deutschland Archiv.

Sharon Adler: Rachel, du wurdest in der Sowjetunion geboren, hast 1972 mit deiner Familie Aliya nach Israel gemacht und bist 1978 aus Israel nach Westberlin eingewandert. Wie war die erste Zeit in Berlin? Wie bist du zurechtgekommen?

Rachel Shneiderman: Als ich nach Berlin gekommen bin, war mein Mann schon seit eineinhalb Jahren hier und stand auf beiden Beinen, hatte aber noch keine eigene Wohnung. Aus dem kleinen Zimmerchen, in dem er zur Untermiete lebte, sind wir in ein Apartmenthotel gezogen, in dem wir etwa ein halbes Jahr wohnten, bis wir eine Wohnung fanden. Ich hatte eigentlich keine großen Schwierigkeiten mich einzuleben, weil ich aus der Sowjetunion und aus Israel das Leben in einer Großstadt kannte und das insofern kein großer Unterschied war. Aber ich hatte am Anfang große Schwierigkeiten mit der Sprache und habe jeden Tag, acht Stunden lang, in der Hartnackschule Deutsch gelernt. In Berlin habe ich mich gleich wohl und heimisch gefühlt. Ich kann es nicht erklären, warum das so war, aber ich habe die Stadt damals geliebt und liebe sie auch heute noch.

Sharon Adler: War dir die NS-Geschichte Berlins bewusst?

Rachel Shneiderman: Ich habe natürlich gewusst, wohin ich komme, denn die NS-Geschichte Deutschlands wurde in Russland an jeder Ecke gepredigt, wobei aber über die Ermordung der Juden nicht gesprochen wurde. Ich habe erst in Israel durch meine Arbeit im Krankenhaus und durch den Kontakt mit – meist älteren – Menschen, die aus Deutschland, Polen oder Ungarn kamen, davon erfahren. Aber das Thema war immer noch sehr weit von mir persönlich entfernt. Als ich nach Israel kam, bin ich von Beer-Sheva, wo wir zuerst untergebracht wurden, nach Tel Aviv gegangen und habe in einem Versicherungsbüro für Bauwesen gearbeitet. Mein Chef war David Elefant, ein bulgarischer Jude, der mit 17 Jahren aus dem KZ befreit worden war. Bei ihm und bei seiner Mitarbeiterin Irene aus Polen habe ich das erste Mal die eintätowierte Nummer auf dem Arm gesehen. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis miteinander und ich habe ihn sehr verehrt. Als er erfahren hat, dass ich nach Deutschland gehen würde, hat er den Kontakt zu mir abgebrochen. Das hat mich damals sehr betroffen gemacht, und es tut mir heute noch weh, dass ich ihn enttäuscht habe. Aber für mich hatte die Familiengründung Priorität, und so bin ich nach Berlin gegangen.

Sharon Adler: Was waren die großen Herausforderungen für dich in dieser Zeit?

Rachel Shneiderman: Ich bin, genau wie mein Mann, als Gastarbeiterin nach Deutschland gekommen. Daher durfte ich zwar einreisen, aber nicht unbegrenzt bleiben oder arbeiten. Da ich aber Krankenschwester war und weil das Thema Pflegekräftemangel Ende der 1970er-Jahre in Deutschland auch schon sehr aktuell war (was sich in den letzten 40 Jahren nicht groß verändert hat!), war es für mich kein Problem, eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu bekommen, als ich noch in Israel gelebt habe. Damals, im Sommer 1977, hatte man ja auch 200 Krankenschwestern und Pflegekräfte aus Südkorea nach Deutschland geholt.

Aber es war trotzdem sehr schwer, eine Arbeit zu finden, weil ich die Sprache noch nicht gut genug beherrschte. Obwohl ich schon viel verstanden habe, konnte ich auch nach zwei Monaten noch nicht besonders gut sprechen und kein Wort rausbringen, es war wie eine Mauer. Such mal eine Arbeit, ohne die Sprache zu sprechen! Und ohne die Stadt zu kennen und zu wissen, welches Krankenhaus wo und wie ist, ging das gar nicht. Aber um überhaupt bleiben zu können, brauchte ich dringend eine Arbeit. So kam ich zur Jüdischen Gemeinde.

Erinnerungen an die Jüdische Gemeinde in den 1980er-Jahren. Der erste Zuzug der russischen Jüdinnen und Juden

Sharon Adler: Wie hoch (oder niedrig) war der Anteil der Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion zu dieser Zeit in der Jüdischen Gemeinde?

Rachel Shneiderman: Als ich nach Berlin kam, hatte die Gemeinde etwa 3.500 alteingesessene Mitglieder. Der Anteil der Juden aus der UdSSR war sehr gering. Es gab sie, aber sie waren nicht sichtbar. Weil Deutschland die Juden aus der Sowjetunion Ende der 1970er-Jahre noch nicht legal aufgenommen hat, kamen sie über Umwege, aus Israel oder über Wien. Die meisten wurden zuerst im Aufnahmelager Marienfelde untergebracht. Dort waren auch Menschen aus der DDR. 2010 gab es eine Ausstellung darüber, das Lager gibt es nicht mehr.

Sharon Adler: Wie wurden die Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion in der Jüdischen Gemeinde in Berlin aufgenommen?

Rachel Shneiderman: Mit offenen Armen wurden ‚die Russen‘ nicht aufgenommen. Aber man hat trotzdem geholfen, denn ich vermute, dass es ein ungeschriebenes Gesetz ist, dass ein Jude dem anderen helfen muss. Auch [der damalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin] Heinz Galinski war erst gegen die Aufnahme, ich nehme an, aus Solidarität Israel gegenüber. Aber er hat dann eine Frau in der Sozialabteilung angestellt, die sich um die Menschen mit ihren Problemen, auch den Behörden gegenüber, gekümmert hat.

Sharon Adler: Wann und wie hat sich diese Haltung verändert, ab wann haben die Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion mehr Mitspracherechte bekommen?

Rachel Shneiderman: Mit der Zeit kamen immer mehr russischsprachige Juden, und die Ansprüche und auch die Empörung wuchsen. Die Menschen waren nicht zufrieden mit dem, was sie bekommen haben, sie haben mehr erwartet. Mitte der 1980er-Jahre musste der Vorstand neu gewählt werden und Moishe Waks , Artur Süsskind und andere haben bei der Wahl der Repräsentantenversammlung die Demokratische Liste gegründet. Das war die eigentliche Revolution in der Gemeinde. Dann haben sich auch einige russischsprachige Leute in der Gemeinde betätigt und wurden im Gemeindeleben aktiv.

Sharon Adler: Wie hat man dir in der Jüdischen Gemeinde geholfen, anzukommen; womit und von wem wurdest du unterstützt?

Rachel Shneiderman: Die Gemeinde hat damals viele Menschen, die nicht gleich eine Arbeit gefunden haben, bei Bedarf mit einer kleinen Summe unterstützt. Das mussten wir zum Glück nicht in Anspruch nehmen, denn wir sind allein zurechtgekommen. Wir haben zwar ab und an mal um Hilfe gebeten, wenn es um die Unterstützung bei Formularen für Behörden wie bei der Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis ging, die jedes Jahr erneuert werden mussten, aber finanzielle Hilfe brauchten wir nicht.

Die Odyssee bei der Suche nach Arbeit

Rachel Shneiderman: Damals habe ich zunächst einmal die Adressen von Pflegeheimen und Altersheimen der Jüdischen Gemeinde herausgesucht. Das Altersheim war damals in der Invalidenstraße, gegenüber dem Jüdischen Krankenhaus, und das Pflegeheim befand sich auf dem Gelände vom Jüdischen Krankenhaus. Heimleiter im Altersheim war das Ehepaar Lustig. Wir haben uns mit Händen und Füßen unterhalten, ein bisschen Hebräisch, etwas Deutsch. Es gab damals in der Gemeinde noch nicht so viele Leute, die Russisch sprachen. Jedenfalls habe ich mich irgendwie verständlich gemacht und erzählt, dass ich Krankenschwester bin und Arbeit suche. Ich werde nie vergessen, wie mich Herr Lustig ganz freundlich angeschaut hat und dann sagte: „Wir haben leider keine Arbeit für Sie.“

Das war natürlich sehr enttäuschend für mich. Auch bei der nächsten Vorstellung hatte ich kein Glück, was ich heute verstehen kann, denn damals war ich ein schüchternes Mädchen, das kaum ein Wort herausbrachte. Ich hatte große Angst davor, dass man mich abschieben würde. Man sagte mir dann, ich solle doch mal zur Sozialabteilung gehen. Dort traf ich Hanna Schulze. Sie war damals Abteilungsleiterin und sprach auch Hebräisch. Obwohl ich einen schlechten Eindruck hinterlassen habe, weil ich vor lauter Nervosität nicht nur mein Deutsch, sondern auch mein Hebräisch vergessen hatte, hat sich eine tiefe und jahrelange Freundschaft zwischen uns entwickelt. Sie ist leider am 7. Februar 2021 mit 95 Jahren verstorben. Sie fehlt mir schon jetzt.

Für die Gemeindezeitung jüdisches berlin habe ich einen Nachruf auf sie geschrieben:

HANNA SCHULZE SEL.A. 10.1.1926 – 7.2.2021

Am 7. Februar 2021 ist Hanna Schulze im Alter von 95 Jahren von uns gegangen. Seit Ende der 1950er-Jahre bis 1986 arbeitete Hanna bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Als Leiterin des Jugendzentrums hat sie dieses mitaufgebaut. Sie hat die Kinder, die ins Jugendzentrum zu ihr kamen, immer »meine Kinder« genannt. Viele dieser Kinder, die in alle Welt verstreut sind, hielten bis heute Kontakt zu ihr: schrieben ihr Briefe und Ansichtskarten, riefen sie an und besuchten sie, so oft es ihnen möglich war. Für jeden hatte sie ein offenes Ohr, schenkte jedem ihre Aufmerksamkeit und ihre Herzlichkeit. Einige Jahre später übernahm sie die Leitung der Sozialabteilung und arbeitete dort bis sie 1986 in Rente ging. Es war keine leichte Aufgabe, die sie da hatte. Fast alle Menschen, die mit ihren Problemen hilfesuchend zu ihr kamen waren Shoah-Überlebende, wie sie selbst auch. Sie hat niemanden im Stich gelassen. Jedem hat sie ihre helfende Hand ausgestreckt. So habe auch ich sie vor 42 Jahren kennen und lieben gelernt. Mit den Jahren hat sich unsere Freundschaft vertieft. Nicht nur ich, sondern meine Familie, besonders meine Tochter, ihr Ehemann und ihre Kinder, hatten einen engen Kontakt mit ihr. Bis zum Schluss hat Hanna ihre Selbstständigkeit und ihren klaren Kopf behalten. Daphna , ihre Tochter, hat sie die letzten Jahre unterstützt und war immer für sie da. Ganz besonders im letzten Jahr. Wir haben uns immer in ihrer Nähe wohl gefühlt. Sie wird uns allen sehr fehlen. Und wir trauern mit ihrer Familie.

In Liebe und großer Dankbarkeit bleibt sie für immer in unserer Erinnerung. Sichrona le Bracha – möge ihre Seele in Frieden ruhen.

Sharon Adler: Durch die Hilfe von Hanna Schulze hast du 1984 bei der Jüdischen Gemeinde eine Anstellung als Gemeindeschwester bekommen. Wie kam es dazu?

Das Buch mit den Kurzberichten, die Rachel Shneiderman vom 2.1.86 bis 31.12.87 geführt hat. (© Sharon Adler/PIXELMEER)

Rachel Shneiderman: Ich hatte damals schon sechs Jahre lang im Krankenhaus Moabit in der Geriatrie und Urologie gearbeitet und wollte da weg. Inzwischen hatte ich viel über die Nazizeit gelesen und gehört, und es hat mich belastet, dass ich dort mit Menschen gearbeitet habe, die potenziell Täter gewesen sein könnten. Es konnte sogar passieren, dass sich Täter und Opfer begegneten. Damals lief die TV-Serie Holocaustim Fernsehen, das hat mich fix und fertig gemacht. Besonders dann, wenn ich im Krankenhaus zur Nachtwache musste. Meine kleine ‚Rache‘ war es, dass ich den [nicht-jüdischen] Patienten auf ihre Frage danach, woher ich käme, erzählt habe, ich käme aus Israel, über Russland. Viele der Männer haben sich dann verplappert und sich als ehemalige, natürlich ‚einfache‘ Soldaten zu erkennen gegeben. Damals arbeitete ein jüdischer Arzt im Krankenhaus, der mich gebeten hatte, niemandem zu erzählen, dass er jüdisch sei. So ein Klima war das.

In der Zeit sind die Sozialstationen entstanden, von der Caritas und anderen Verbänden. Ich habe Hanna darauf angesprochen, ob nicht auch die Jüdische Gemeinde eine Sozialstation habe. Das gab es damals noch nicht, es gab nur eine Gemeindeschwester, die die Menschen zuhause und im Krankenhaus besucht hat. Hanna, die wusste, dass meine finanzielle Situation damals nicht sehr rosig war – mein Mann war arbeitslos, und wir hatten zwei kleine Kinder – rief mich sofort an, als kurz darauf die Gemeindeschwester in Rente ging. Und eine Woche später hatte ich den Job. Dafür werde ich Hanna immer dankbar sein. So fing alles an.

Blick in das Buch mit den Kurzberichten, die Rachel Shneiderman vom 2.1.86 bis 31.12.87 geführt hat. (© Sharon Adler/PIXELMEER)

Sharon Adler: Bitte erzähle von deinen Erinnerungen an die Pflege von Shoah-Überlebenden in dieser Zeit. Hattest du schon vorher einmal so direkten Kontakt mit Überlebenden?

Rachel Shneiderman: Damals waren alle älteren Mitglieder der Gemeinde Shoahüberlebende. Ob KZ, Ghetto, Versteck oder Emigration, sie waren alle geprägt von ihrer Vergangenheit. Die meisten haben versucht, ein ‚normales‘ Leben zu führen, und haben versucht zu vergessen. Aber mit dem Alter kam die Erinnerung und damit kamen sie nicht mehr zurecht. Und da kam ihnen die Gemeinde zur Hilfe. Wir haben versucht, sie aufzufangen, ihre Probleme zu lösen, einfach für sie da zu sein. Ich hatte bis zu dieser Zeit keine enge Berührung mit Shoahüberlebenden. Für mich war es wie ein Sprung ins eiskalte Wasser. Die Begegnung mit den Überlebenden war ein Schock für mich. Es war keine leichte Aufgabe. Aber ich bin froh, dass ich sie erfüllen durfte. Ich sehe sie als die Berechtigung dafür, dass ich in Deutschland lebe.

Unter den Menschen, die ich im Jüdischen Seniorenzentrum, im Hermann-Strauß-Pflegeheim, im Jeanette-Wolff-Haus und im Leo-Baeck-Haus betreut habe, war ein ganz schwerer Fall, den ich übernommen habe. Eine ältere Dame, die mit niemandem sprechen wollte; niemand durfte sie baden oder duschen. Allmählich fasste sie Vertrauen zu mir und die Behandlung schlug an. Aber sie hatte noch immer regelmäßig depressive Schübe und hat sich dann doch eines Tages das Leben genommen. Das war sehr schwer für mich, denn wir hatten ein gutes Verhältnis zueinander aufgebaut. Es gab vieler solcher Fälle. Man müsste sie alle aufschreiben.

Sharon Adler: Haben die Überlebenden mit dir über ihr Überleben gesprochen?

Rachel Shneiderman: Ich habe nicht gefragt, weil ich keine alten Wunden aufreißen wollte. Die Menschen haben nicht gleich darüber gesprochen, aber nach und nach doch etwas erzählt. Vor allem die Frauen. Darüber, wie sie im Versteck missbraucht wurden. Wie sie sich aus Mülleimern ernähren mussten. Ganz furchtbare Dinge. Das alles hat mich sehr mitgenommen. Wir haben auch manchmal miteinander gestritten, wenn sie meine Hilfe nicht annehmen wollten, aber ich habe sie alle gemocht.

Sharon Adler: Wie hast du diese Arbeit verkraftet, was hat das mit dir gemacht?

Rachel Shneiderman: Die Arbeit war sehr schwer, mental gesehen. Ich habe nicht abschalten können, habe alles mit mir rumgeschleppt, Tag und Nacht. Die Arbeit ging für mich immer vor, denn mir war klar, dass die Menschen mich brauchten. Sogar meine Familie habe ich darüber vernachlässigt. Ich hatte auch keinen Arbeitszeitrahmen. Am Anfang war ich halbtags angestellt, aber ich hatte kein Büro, kein Telefon, kein gar nichts. Ich musste alles von zuhause aus regeln. Es war ein 24-Stunden-Job, denn jeder konnte mich jederzeit anrufen, auch in der Nacht oder am Wochenende. Auch den Schreibkram musste ich ja erledigen, die Berichte über meine Tätigkeiten. Das habe ich damals alles noch mit der Schreibmaschine erledigt.

Sharon Adler: Welchen Status hatte deine Tätigkeit?

Rachel Shneiderman: Etwa zweieinhalb Jahre später wurde meine Stelle auf offiziell 30 Stunden erhöht, was im Prinzip auch noch viel zu wenig war. Denn es kamen immer mehr Menschen aus Russland, die auch Hilfe benötigt haben, zum Beispiel bei Übersetzungen. Das habe ich dann auch übernommen. Erst 1990 habe ich die volle Stelle bekommen. Bis dahin habe ich halbtags gearbeitet, denn die Gemeinde hatte lange nicht eingesehen, dass mehr Arbeitsstunden nötig sind.

Sharon Adler: Die Sozialdezernentin der Jüdischen Gemeinde war Maria Brauner. Wie war eure Zusammenarbeit?

Rachel Shneiderman: Wir haben wunderbar zusammengearbeitet. Sie hat verstanden, dass ich die Menschen nicht mitten in ihrer Geschichte unterbrechen kann, wenn sie von ihrer Zeit in Auschwitz erzählten. Sie war auch eine, die selber mit angepackt hat. Es gab nach ihr keine Sozialdezernenten, die annähernd so tatkräftig und hilfsbereit waren wie sie. Dazu nur ein Beispiel: Als sie gehört hat, dass ein Patient keine Waschmaschine besaß, hat sie mich damit beauftragt, seine Wäsche zu ihr nach Hause zu bringen, wo sie gewaschen, getrocknet und gebügelt wurde. Jede Woche hat sie das Seniorenheim und das Pflegeheim besucht. Jede Woche Mittwoch hatte sie eine Sprechstunde in der Sozialabteilung. Sie war eine tolle Sozialdezernentin und ein ganz großes Beispiel für Menschlichkeit und Mizwoth.

Sharon Adler: 1989 wollte die Gemeinde eine Sozialstation einrichten, und doch kam es erst 1997 dazu. Wie kam das, auf wessen Initiative ging das zurück und warum hat das so lange gedauert?

Rachel Shneiderman: Da beinahe alle Wohlfahrtsverbände schon überall Sozialstationen hatten, kam ein Mitarbeiter der Gemeinde auf die Idee, es sei nicht verkehrt, ebenfalls eine einrichten. Also kam die Personalabteilung der Gemeinde auf mich als einzige Gemeindeschwester zu, und fragte mich, was ich davon halten würde, eine Sozialstation einzurichten. Natürlich war ich gleich Feuer und Flamme. Daraufhin hat man mich 1989 zu einer Weiterbildung vom Berliner Senat für die Anleitung von Mitarbeitern geschickt und mich danach aufgefordert, ein Konzept für eine Sozialstation zu schreiben. Dieses Konzept hat Frau Brauner 1990 bei einer Vorstandssitzung vorgelegt, aber wegen der Wiedervereinigung wurde es erstmal auf Eis gelegt. Ich arbeitete weiter als Gemeindeschwester und hatte wie immer viel zu tun. So ging es weiter bis 1997. Ich habe in diesen sieben Jahren bestimmt noch drei weitere Konzepte geschrieben, die aber auch alle abgelehnt wurden. Es kam erst zustande, als irgendwann, auch auf Druck der Krankenkassen wegen der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995, neue Kriterien zur Führung der Pflege- und Seniorenheime beschlossen wurden.

Sharon Adler: 1997 hat die Jüdische Gemeinde einen Ambulanten Pflegedienst eingerichtet, den du bis zu deiner Pensionierung im Jahr 2011 geführt hast: als Pflegedienstleiterin, als Qualitätsbeauftragte und die letzten sieben Jahre als Geschäftsführerin. Bitte erzähle doch etwas über deine Arbeit. Was gehörte zu deinen Aufgaben?

Rachel Shneiderman während ihrer Zeit als Pflegedienstleiterin in ihrem Büro im Jeanette-Wolff-Haus, 2001 (© Sharon Adler/PIXELMEER, Original-Fotos von Judith Kessler.)

Rachel Shneiderman: Ja, nach diesen vielen Anläufen kam dann endlich der Anruf: ‚Frau Shneiderman, Sie dürfen den Pflegedienst leiten.‘ Der Pflegedienst war quasi eine Unterabteilung der Sozialabteilung, und er bestand aus drei Personen, einer Krankenschwester und einer Pflegehelferin und mir als Pflegedienstleiterin. Unser Büro hatten wir im Leo-Baeck-Haus, da, wo früher der Kiddusch gemacht wurde.

Wir drei haben die Menschen, anfangs waren es drei Patienten, zuhause besucht, sie gewaschen, gekocht, geputzt, für sie eingekauft und nebenbei auch das Büro geführt. Aber es wurden immer mehr Patienten. Und das waren keine leichten Fälle, sondern Menschen, die zwei- bis dreimal am Tag Hilfe brauchten, auch am Wochenende. Und das überall in Berlin. Aber wir konnten nicht Nein sagen, wenn sich jemand an uns gewandt hat. Bei uns standen die Menschen, die sich uns anvertraut haben, und dass sie versorgt sind, an erster Stelle. Wir drei haben in die Wege geleitet, dass der Pflegedienst ausgebaut wurde. Aber es war ein ständiger Kampf um die Genehmigung von Pflegekräften. Die Gemeinde wollte uns nicht mehr Personal geben, man ging davon aus, dass wir es schon schaffen würden, zu dritt zehn oder mehr Patienten zu betreuen. Es hat ewig gedauert, bis sie eine Stelle genehmigt haben, für jede musste ich wochenlang kämpfen.

Die Gemeinde hat sich nicht wirklich für unsere Arbeit interessiert. Sie haben es nicht verstanden, dass wir es ernst nehmen. Im Mai 1999 wurde der Pflegedienst in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt: Sozialwerk Ambulanter Pflegedienst. Unsere Situation hat sich dadurch nicht verbessert, denn die Jüdische Gemeinde hatte als Träger weiter das Sagen. Ich habe all die Jahre gekämpft, aber am Ende habe ich den Kampf um den Pflegedienst gewonnen. Nach all den Schwierigkeiten haben wir es endlich geschafft, auf den grünen Zweig zu kommen. Als der ‚Kampf‘ zu Ende war, war es dann auch für mich Zeit, zu gehen. Meine Mission war beendet, so wie ich es wollte. Und darüber bin ich froh und stolz.

Sharon Adler: Was hat dich damals trotz dieser schwierigen Umstände und Mühen motiviert, was lag dir besonders am Herzen?

Rachel Shneiderman: Damals habe ich natürlich nicht an Motivation oder ähnliches gedacht. Es war diese große Verantwortung für diese alten, hilflosen und gleichzeitig anspruchsvollen Menschen, die auf meinen Schultern lag. Was mich antrieb, war, gut zu sein und weiterzukämpfen und den Pflegedienst weiter zu erhalten. Deswegen habe ich auch nicht aufgegeben. Ich habe meine Arbeit trotz all dieser Schwierigkeiten geliebt und mich an der richtigen Stelle gefühlt. Jahre später kam mir auch die Antwort darauf in den Sinn, warum ich ausgerechnet nach Deutschland gekommen bin und mit Menschen, die Nazi-Deutschland überlebt haben, gearbeitet habe: Es ist wahrscheinlich meine Berufung, meine Aufgabe. Vielleicht hat auch der liebe G'tt mich geschickt, um für diese Menschen da zu sein.

Aber irgendwann bin ich auch an meine Grenzen gekommen und ich konnte nicht mehr. Ich war psychisch am Ende. Der jahrelange Kampf um den Erhalt des Pflegedienstes war einfach zu zermürbend gewesen.

Ob als Pflegedienstleiterin, als Qualitätsbeauftragte oder die letzten sieben Jahre als Geschäftsführerin: Trotz aller Schwierigkeiten lag mir der Pflegedienst immer am Herzen, er war mein ‚Baby‘ und ist es bis heute noch. Selbst zehn Jahre später sage ich noch ‚Wir‘, wenn ich vom Pflegedienst spreche.

Die Rettung des betreuten Wohnens

2008 kam dann endlich die Zusammenlegung vom Pflegeheim ‚Hermann Strauß‘ und dem Haus Jeanette Wolff/Seniorenzentrum zustande. Da viele der Menschen aus dem Haus Jeanette Wolff sehr pflegebedürftig waren, sind sie im Hermann-Strauß-Pflegeheim untergebracht worden. Das Jeanette-Wolff-Haus wurde in eine Einrichtung für betreutes Wohnen umgewandelt. Aber im betreuten Wohnen gibt es eigentlich keine Nachtwachen. Unsere Sorge war, dass nun alle Bewohner weggehen könnten, denn sie waren ja an Nachtwachen gewöhnt. Ohne zu zögern, ohne mir zu überlegen, welche Konsequenzen es für mich haben könnte, habe ich sofort zugesagt, dass wir die Nachtwachen übernehmen, als die Frage danach aufkam. Das war und ist bis heute eine reine Serviceleistung, dafür haben wir keinen Cent mehr bekommen. Und es musste mehr Personal dafür eingestellt werden. Die Kosten hat der Pflegedienst getragen. Damit wurde das betreute Wohnen gerettet.

Sharon Adler: Neben all diesen verantwortungsvollen Tätigkeiten hast du angefangen zu schreiben. In einer Geschichte erzählst du von einer Auschwitzüberlebenden, die du während deiner Zeit als Gemeindeschwester kennengelernt hast, Charlotte Hermann. Wie entwickelte sich der Schreibprozess und was hat dich so an ihr berührt?

Rachel Shneiderman: Darüber, was sie in mir bewegt hat, habe ich zuerst 2009 eine Geschichte geschrieben. Ich wollte aber mehr über sie erzählen, ich wollte nicht, dass sie vergessen wird. Die Chance dazu bekam ich 2012, als ich eine E-Mail mit folgendem Inhalt erhielt:

„Jüdische Frauengeschichte(n) in Berlin – Writing Girls – Journalismus in den Neuen Medien. Teilnehmerinnen gesucht. Ab sofort startet AVIVA ihr von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und der Stiftung Zurückgeben gefördertes Projekt zur Entdeckung verborgener Frauenbiographien in Berlin.“

Noch während ich die E-Mail las, wusste ich: Das ist es. Jetzt ist die Zeit gekommen, die ganze Geschichte zu erzählen. Es war ein Wink des Himmels! Ich konnte es kaum fassen, dass sich mir eine solche Möglichkeit eröffnete.

Rachel Shneiderman, Sommer 2012 (© Sharon Adler/PIXELMEER)

25 Jahre nach ihrem Tod habe ich mich also für das Schreibprojekt auf die Suche nach Spuren von Charlottes Leben nach dem Überleben gemacht und konnte schließlich doch noch etwas mehr über sie erfahren und schreiben. Nicht nur auf AVIVA-Berlin, sondern sogar im Fernsehen [ARD], der Berliner Morgenpost und im Radio konnte ich von Charlotte erzählen. Sie ist nicht vergessen. Und dennoch ist ihre Geschichte noch nicht zu Ende erzählt. Es gibt noch so viele Mosaiksteinchen aus meiner Recherche, die ich in einer Geschichte zusammenfügen muss.

Zitierweise: "Rachel Shneiderman: Erinnerungen der ehemaligen Gemeindeschwester und Pflegedienstleiterin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin", Interview mit Rachel Shneiderman in: Deutschland Archiv, 8.4.2021, Link: www.bpb.de/330985

Interner Link: Hier gibt es die Vita von Rachel Sneiderman zum Nachlesen >>

Fussnoten

Fußnoten

  1. Aliya, die Einwanderung (wörtlich: Aufstieg) nach Israel, https://embassies.gov.il/bern/AboutIsrael/Pages/Aliya.aspx, zuletzt aufgerufen am 8.2.2021.

  2. 1990 hat die DDR Jüdinnen und Juden aus der früheren Sowjetunion aufgenommen. Initiiert durch die Arbeitsgruppe „Ausländerfragen“ am Zentralen Runden Tisch, deren Antrag ‚Aufruf zur Aufnahme sowjetischer Juden in der DDR‘ am 12.2.1990 ohne Gegenstimmen angenommen wurde. Nach der deutschen Vereinigung wurde die Einwanderung aus dem Gebiet der Sowjetunion unter dem Begriff ‚Kontingentflüchtlinge" fortgesetzt.

  3. Die Aufnahmestelle befand sich an der Marienfelder Allee 66/80 in Berlin-Tempelhof.

  4. Ausstellung über Aussiedler_innen: „Alles auf Anfang“ in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, dem ‚zentralen Museum in Deutschland zum Thema Flucht und Ausreise aus der DDR‘, www.bpb.de/239167, www.dw.com/de/ausstellung-%C3%BCber-aussiedler-alles-auf-anfang/a-5475732 (https://p.dw.com/p/MyUG) und https://notaufnahmelager-berlin.de/de/der-historische-ort-3.html, zuletzt aufgerufen am 8.3.2021.

  5. Detlef David Kauschke, in: Jüdische Allgemeine, 1.10.2009, Zum Tod von Moishe Waks sel. A., https://www.juedische-allgemeine.de/allgemein/engagiert-und-stets-praesent/, zuletzt aufgerufen am 15.3.2021.

  6. Lala Süsskind war von 2008 bis 2012 Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Berlin. www.bpb.de/317886, zuletzt aufgerufen am 12.3.2021.

  7. www.jg-berlin.org/institutionen/seniorenzentrum.html, zuletzt aufgerufen am 16.3.2021..

  8. www.jg-berlin.org/institutionen/soziales/sozialabteilung.html, zuletzt aufgerufen am 16.3.2021.

  9. Hanna Schulze, geborene Rosenthal, arbeitete über viele Jahre in der Sozialabteilung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und leitete diese auch.

  10. Das jüdische berlin, 24. Jahrgang Nr. 232, www.jg-berlin.org/fileadmin/redaktion/jb232_marz2021.pdf, zuletzt aufgerufen am 3.3.2021.

  11. Daphna Rosenthal, Schauspielerin, 1946 in Israel geboren, ging in Haifa zur Schule, bevor sie 1956 mit ihrer Mutter nach Berlin zog. Maria Ugoljew, „Ich wollte auf die Bühne“, in: Jüdische Allgemeine, 26.7.2020, www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/ich-wollte-auf-die-buehne/, zuletzt aufgerufen am 7.3.2021.

  12. Wie 'Holocaust' ins Fernsehen kam, zeigt ein Dokumentarfilm. Er beleuchtet die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der US-amerikanischen Familiensaga 'Holocaust', die 1979 erstmals in der Bundesrepublik ausgestrahlt wurde. www.bpb.de/319135, zuletzt aufgerufen am 12.3.2021.

  13. Maria Brauner, 1925 in Lemberg geboren, überlebte mehrere deutsche Arbeitslager mit polnischen Papieren, verlor wie ihr Ehemann Artur fast ihre gesamte Familie während der Shoah. In der Jüdischen Gemeinde Berlin war sie Sozialdezernentin, Gemeinderepräsentantin, in Ehrenämtern und als Patientensprecherin im Jüdischen Krankenhaus aktiv. Im Jüdischen Pflegeheim wechselte die ‚Grande Dame des Berliner Westens‘ auch mal die Bettwäsche und war auch auf dem ganz großen Parkett zuhause, siehe www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/trauer-um-maria-brauner/, zuletzt aufgerufen am 16.3.2021.

  14. Mizwoth, (Singular: Mizwa), Hebräisch für Gebot/Pflicht. Siehe www.bpb.de/197720, zuletzt aufgerufen am 15.3.2021.

  15. Kiddusch, abgeleitet vom hebräischen Wort kadosch (heilig). Kiddusch ist ein Gebet, das in der Synagoge oder zuhause über einem Becher Wein gesprochen wird, um den Schabbat oder die Feiertage zu heiligen. www.juedische-allgemeine.de/glossar/kiddusch/, zuletzt aufgerufen am 18.3.2021.

  16. Die Auschwitzüberlebende Charlotte Hermann litt bis zu ihrem Lebensende unter Depressionen durch ihre psychischen und physischen Verletzungen. Für ihre Recherche reiste Rachel Shneiderman u.a. nach Dresden und Prag, forschte trotz Sprachbarrieren in dortigen Archiven und suchte die Lebensorte von Charlotte Hermann auf.

  17. Rachel Shneiderman, Charlotte Hermann. Ein Leben auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit, in: AVIVA-Berlin, 15.7.2012, https://www.aviva-berlin.de/aviva/content_Juedisches%20Leben_Writing%20Girls.php?id=141264, zuletzt aufgerufen am 8.2.2021.

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Dieser Text und der Medieninhalt sind unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Rachel Shneiderman, Sharon Adler für Deutschlandarchiv/bpb.de

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wurde 1951 als Rachel Ushvaev in Taschkent/Usbekistan in der ehemaligen UdSSR geboren, wo sie eine Ausbildung zur Krankenschwester machte. 1972 wanderte die Familie nach Israel aus. Dafür hatte ihr Vater 20 Jahre lang gekämpft. 1977 heiratete sie und ging 1978 von Israel aus nach Westberlin, wo sie 1979 ihren Sohn und 1981 ihre Tochter zur Welt brachte. Interner Link: Mehr zu Rachel Shneiderman >>

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"