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Warum Leipzig? | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten DDR-Geschichte als Erinnerungspolitik Katja Hoyers Buch jenseits des Rheins gelesen 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933: Nicht nur in Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Die RAF in der DDR: Komplizen gegen den Kapitalismus Einem Selbstmord auf der Spur Druckfrisch Ehrlicher als die meisten Die Stasi und die Bundespräsidenten Das Einheits-Mahnmal Bodesruh D und DDR. Die doppelte Staatsgründung vor 75 Jahren. Chinas Rettungsofferte 1989 für die DDR Wessen wollen wir gedenken? 1949: Ablenkung in schwieriger Zeit 1949: Staatsgründung, Justiz und Verwaltung 1949: Weichenstellungen für die Zukunft Walter Ulbricht: Der ostdeutsche Diktator Die weichgespülte Republik - wurden in der DDR weniger Kindheitstraumata ausgelöst als im Westen? Friedrich Schorlemmer: "Welches Deutschland wollen wir?" Vor 60 Jahren: Martin Luther King predigt in Ost-Berlin Der Händedruck von Verdun Deutsche Erinnerungskultur: Rituale, Tendenzen, Defizite Die große Kraft der Revolution. Kirche im Wandel seit 1990. "Alles ist im Übergang" Das Mädchen aus der DDR Die Todesopfer des Grenzregimes der DDR Die Kirchner-Affäre 1990 Der Weg des Erinnerns „Manche wischen das weg, als ginge es sie gar nichts an“ Maßstabsetzend Die nächste Zeitenwende "Gegner jeglicher geistigen Bevormundung" Wenn die Vergangenheit nie ruht „Sie verhandeln über ein Volk, das nicht mit am Tisch sitzt“ Christoph Hein: "Die DDR war ideologisch, wirtschaftlich und politisch chancenlos" Das Bild der DDR von Konrad Adenauer und Willy Brandt im Kalten Krieg Die Macht der leisen Mutigen: „Es lohnt sich anständig zu sein“ Ehemalige Nazis in der SED "80 Jahre zu spät" „Dieser Personenkreis entwickelt eigene Vorstellungen zum Begriff Freiheit“ Zur Wirklichkeit von gestern und zur Möglichkeit von morgen – Vom Jüdischen im Deutschen „Den Helsinki-Prozess mit wirklichem Leben erfüllen“ Leerstellen und Geschichtsklitterungen Biografieforschung: Tödliche Ostseefluchten Polen als Feind Die Dimensionen der KSZE als entspannungspolitisches Konzept vor und nach 1989. Und heute? Woher kam die Zivilcourage? Mehr als nur Wüstenstaub im Mantel der Geschichte Drei Monate Aussicht auf Demokratie. Thüringen 1945 Wann, wenn nicht jetzt? Tova Friedman: "Erinnere dich" Wie konnte das geschehen? „Der Boden in Bayreuth ist kontaminiert“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 34 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Einladung in die bpb: 75 Jahre Bundesrepublik Zu selbstzufrieden? Eine Phantomgrenze durchzieht das Land Noch mehr Mauer(n) im Kopf? Überlegenheitsnarrative in West und Ost Mehr Osten verstehen Westkolonisierung, Transformationshürden, „Freiheitsschock“ Glücksscham "In Deutschland verrückt gemacht" The Rise of the AfD - a Surprise? Der Osten: Ideen und Macher? Noch immer "Bürger zweiter Klasse"? „Wer sich heute ernsthaft die DDR zurückwünscht, hat ein kurzes Erinnerungsvermögen“ Hat da jemand „Freiheit“ gerufen? Zur Verteidigung eines guten Wortes Erinnerungslandschaften, zerklüftet Generation Einheit – eine Inselgeneration? West-Ost-Land „Und keiner hat Recht“ Leuchttürme im blauen Meer Ein Foto, das Saarland und kein Osten Helmut Kohls Schulterzucken Alltag, Gesellschaft und Demokratie Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Vom Neonazi-Aussteiger ins Oscar-Team „Eine Generalüberholung meines Lebens gibt es nicht“ "Autoritärer Nationalradikalismus“ Unter strengem Regime der Sowjets: Die Bodenreform 1945 Diplomatische Anstrengungen auf dem afrikanischen Spielfeld Demokratiestörung? „Im Osten gibt es eine vererbte Brutalität“ Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Turnschuhdiplomatie im Schatten Eine Keimzelle politischen Engagements (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Anti-Antisemitismus als neue Verfassungsräson? "Ich höre ein Ungeheuer atmen" Als es mir kalt den Rücken runterlief Deutsche Putschisten Thüringen als Muster-Gau? Wie die Mitte der Gesellschaft verloren ging "Nahezu eine Bankrotterklärung" „Bei den Jungen habe ich Hoffnung“ Der lange Weg nach rechts Übersehene Lehren für die Bundestagswahl 2025 Provinzlust - Erotikshops in Ostdeuschland Turnschuhdiplomatische Bildungsarbeit Ostdeutsche „Soft Power“ Abschied von der zivilen Gesellschaft? "Die DDR wird man nie ganz los" Von Nutzen und Nachteil der Brandmauer Disruption. Die Revolution der Erschöpften Wie Weimar ist die Gegenwart? Eine Zäsur für die deutsche Demokratie? „Der Erfolg der Linken zeigt, wie es gehen kann“ Zeitenwende 2.0 Die Post-Wagenknecht-Linke Staatskapazität statt Sündenböcke Der "NSU" im Lichte rechtsradikaler Gewalt "Dann muss ich eben selbst Milliardär werden"  Kommerzialisierte Solidarität Wie der DFB 1955 den Frauen-Fußball verbot Die Schlacht um die Waldbühne Die Hare-Krishna-Bewegung im Ost-Berlin der 1980er-Jahre Monomorium: Wie Krankenhäuser in der DDR zum Gesundheitsrisiko wurden Wie meine Großmutter Ursula Winnington die DDR-Küche aufmischte Wer gibt uns heute noch zu denken? Wolfgang Engler: „Eine gesamtgesellschaftliche Scham“ „Ein anständiger Mensch in unanständigen Zeiten“ Demokratiefeinde auf der Überholspur? „Mediale Wüsten“ "Wir fallen wieder zurück in unselige Zeiten" Italien und die DDR Die Leerstelle "Sind so kleine Hände" Textauszug aus: Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie Nein sagen Politik im Spiel. Eine politische Geschichte der Bundestrainer Die Trainer der SED Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2026 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Olympia wieder in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Die "Weltnachricht" mit ungewollter Wirkung Sanktioniert, instrumentalisiert, ausgeblendet 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Der Überläufer Der Überläufer (Teil IV) Der Deal mit "Schneewittchen" alias Schalck-Golodkowski Der Maulwurf des BND: „Die Karre rast auf die Wand zu“ Der lautlose Aufstand Wem gehört die Friedliche Revolution? Verschiedene Sichten auf das Erbe des Herbstes 1989 „Und die Mauern werden fallen und die alte Welt begraben“ Im Schatten von Russlands Ukrainekrieg: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag in Gefahr? Der Zwei-plus-Vier-Vertrag: Die Stufen der Einigung über die Einheit Der Wendepunkt Das Ende der Stasi vor 35 Jahren Der Zauber des Anfangs „Als wir träumten“ Verhinderter Historikerdiskurs Russlands neuer Vorwurf: Greift Berlin nach der Atombombe? Nationalismus und Polarisierung Krieg & Frieden. Wohin führt die Zeitenwende? Über 80 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Bleibt nur Gegengewalt? „Mein Körper ist hier, aber mein Herz und meine Seele sind immer in Israel“ „Ich hoffe, dass die Ukraine die BRD des 21. Jahrhunderts wird“ Krieg als Geschäft Bodenlose Ernüchterung In geheimer Mission: Die DDR-NVA gegen den „jüdischen Klassenfeind“ „Verbote bringen herzlich wenig“ Eine missachtete Perspektive? Verordnete Feindbilder über Israel in der DDR: Eine Zeitungs-Selbstkritik Die erste DDR-Delegation in Israel. Ein Interview mit Konrad Weiß „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“ Wolf Biermann: Free Palestine...? Was hilft gegen politische Tsunamis? Der Tod ist ein Meister aus Russland Wann ist die Zeit zu verhandeln? „Ich bedaure und bereue nichts“ "Schon im 3. Weltkrieg?" „Die Logik des Krieges führt zu keinem positiven Ende“ "Bitte wendet euch nicht von uns ab". Zwei Hilferufe aus Belarus Nach 1000 Tagen bitterem Krieg Russische Frauen von Deutschland aus im Widerstand Doppeldenken als soziale adaptive Strategie Belarus. Terra Incognita "Siegfrieden" „Die Deutschen sind die Düpierten“ Die Stunde Europas. Bloß wie? Ein Leben, zwei Mal Flucht Verklärung der Geschichte als Zukunftsrezept Daniel Kehlmann: „Was wir in den USA erleben, ist eine asymmetrische Diktatur“ "Dies alles muss beendet werden" Zwischen Wirtschafts- und Militärmacht Die Ostpolitik 1969 bis 1973: Vorbedingung für KSZE und Deutsche Einheit Krieg ohne Grenzen Wolf Biermann: "Die Moritat von den Liebespaaren im Jahre 2025“ „Nicht abwenden“ Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Alle Porträts im Überblick Redaktion Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Vom Zwangsleben unter Anderen "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Warum ist das Grundgesetz immer noch vorläufig? "Ein Beitrittsvertrag, kein Vereinigungsvertrag" „Miteinander – Füreinander. Nie wieder gegeneinander“ 1989/90: Freiheit erringen, Freiheit gestalten Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration und Wohnungsbau. Geschichte und Aktualität einer besonderen Verbindung am Beispiel Stuttgart-Rot Das Musterhaus Matz im Freilichtmuseum Kiekeberg Orte des Ankommens (I): Architekturen für Geflüchtete in Deutschland seit 1945 Asylarchitekturen zwischen technokratischer Kontrolle und Selbstbestimmung Tor zum Realsozialismus: Das Zentrale Aufnahmeheim der DDR in Röntgental Alternative Wohnprojekte mit Geflüchteten „Bereits baureif.“ Siedlungsbau der Nachkriegszeit auf dem ehemaligen Konzentrationslagergelände in Flossenbürg Das ehemalige KZ-Außenlagergelände in Allach – ein vergessener Ort der (Nach-) Kriegsgeschichte Neugablonz - vom Trümmergelände zur Vertriebenensiedlung Räume der Zuflucht – Eine Fallstudie aus Lagos, Nigeria "Sie legten einfach los". Siedler und Geflüchtete in Heiligenhaus Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ Pionierinnen im Fußball – Von der Produktion auf den Platz Vertragsarbeiterinnen in der DDR Gleichberechtigung in heterosexuellen Partnerschaften in der DDR Der fremde Blick Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Wo Kurt Barthel und Stefan Heym wohnten „Eine konterrevolutionäre Sauerei“ Die radix-blätter - ein besonderes Medium der Gegenöffentlichkeit in der DDR Wut und Zweifel: Erinnerungsbilder für die Zukunft „Wir wollten nicht länger auf Pressefreiheit warten“ Die Freiheit geht zum Angriff über auf die Utopie des Kommunismus Von der Kunst des Romans "Der Jazz-Bazillus hatte mich" Ein Fenster zur Welt öffnen. Mail Art in der DDR Werte 1989 - 2025 Kahlschlag auch gegen den Jazz Jürgen Fuchs: "Ich feinde an, was über Leichen geht" Jazz nicht nur in Nischen Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Jüdinnen und Juden in der DDR Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Jüdisch sein in Frankreich und in der DDR Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Frankreich als ferne Nähe „Der andere Planet“ und das „Sehnsuchtsland“ Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. Wege in die Opposition Politische Fremdbestimmung durch Gruppen Macht-Räume in der DDR Wirtschaftspläne im Politbüro 1989 "Macht-Räume in der DDR" Macht, Raum und Plattenbau in Nordost-Berlin Machträume und Eigen-Sinn der DDR-Gesellschaft Die "Eigenverantwortung" der örtlichen Organe der DDR Strategien und Grenzen der DDR-Erziehungsdiktatur Staatliche Einstufungspraxis bei Punk- und New-Wave-Bands Kommunalpolitische Kontroversen in der DDR (1965-1973) Schwarzwohnen 1968 – Ost und West Der Aufstand des 17. Juni 1953 Interview mit Roland Jahn Der 17. Juni 1953 und Europa Geschichtspolitische Aspekte des 17. Juni 17. Juni Augenzeugenbericht Migration Fortbildungen als Entwicklungshilfe Einfluss von Erinnerungskulturen auf den Umgang mit Geflüchteten Friedland international? 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Warum Leipzig?

Susanne Tenzler-Heusler

/ 19 Minuten zu lesen

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem baut eine Zweigstelle in Sachsen auf – und trifft in Leipzig auf eine Stadt, die jüdische Erinnerung neu erlernt. Die Geschichte eines neuen Bildungsorts rund um jüdische Kultur und Gegenwart im Osten Deutschlands.

Ein Davidstern auf einem Chanukkaleuchter im Saal des Ariowitsch-Hauses in Leipzig. Das Ariowitsch-Haus wurde Ende Mai 2026 zum Partner des geplanten Yad-Vashem-Bildungszentrums in München ernannt. Damit ist die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem künftig auch in Sachsen präsent. Während München Hauptstandort eines neuen Bildungszentrums von Yad Vashem wird, soll in Leipzig eine Außenstelle entstehen. Sie soll die jüdische Perspektive in der deutschen Erinnerungskultur stärken. Es ist der erste Ableger der Gedenkstätte in einem anderen Land. Yad Vashem mit Sitz in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. (© picture-alliance/dpa, Hendrik Schmidt)

Die Entscheidung fiel Ende Mai 2026 und löste ein großes Echo aus: Externer Link: Yad Vashem, die zentrale israelische Gedenk- und Bildungsinstitution zur Erinnerung an die Shoah, wird zum ersten Mal außerhalb von Israel ein Holocaust-Bildungszentrum eröffnen und damit sein weltweites Engagement in der Holocaust-Bildung und Erinnerungsarbeit verstärken. Als Hauptstandort wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung München ausgewählt, eine Stadt, die sich bis heute mit der historischen Last auseinandersetzt, einst von den Nationalsozialisten zur „Hauptstadt der Bewegung“ stilisiert worden zu sein.

Doch die Entscheidung hat eine zweite Pointe. Neben München soll auch Leipzig zu einem Standort werden, als Außenstelle in Sachsen. Nicht als Museum, sondern als Bildungsort rund um jüdische Geschichte und Gegenwart im Osten Deutschlands. Die Einrichtung soll interaktive Lernräume bereitstellen und richtet ihre Angebote an Pädagogen und Pädagoginnen in der gesamten Region sowie in deren Nachbarländern. Die Wahl Leipzigs ist weder Zufall noch allein das Ergebnis eines gelungenen Bewerbungsverfahrens. Sie ist eine bewusste Entscheidung für Sachsen, für Ostdeutschland, und stellt sich der Frage, wie Erinnerung nach dem Ende der Zeitzeug/-innenschaft aussehen kann. In einer Stadt, in der jüdische Geschichte lange verschüttet, jüdisches Leben fast ausgelöscht und jüdische Gegenwart nach 1989 neu sichtbar wurde.

Leipzig als ein naheliegender Standort

Ausgangspunkt war eine Bewerbung des Freistaats Sachsen. Unter Federführung des Sächsischen Kultus-Ministeriums wurde das Bewerbungsdossier erarbeitet. Es beschreibt, welchen Beitrag Yad Vashem für das Netzwerk politisch-historischer Bildung in Sachsen leisten könnte, welche Potenziale sich aus der Zusammenarbeit mit Polen und Tschechien ergeben und wie eine solche Einrichtung finanziell und personell unterlegt werden kann. Leipzig war dabei der logische Standort, das Externer Link: Ariowitsch-Haus der entscheidende Ort. Das Jüdische Kultur- und Begegnungszentrum besteht seit 2009 an einem historischen Ort, 1931 als jüdisches Altenheim eröffnet.

Für Dr. Sven Trautmann-Meincke, der im Referat Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig unter anderem für die Städtepartnerschaft mit Herzliya, die Beziehungen nach Israel und die internationale Erinnerungsarbeit zuständig ist, begann die Leipziger Dynamik dennoch schon früher. Anfang 2025, sagt er, habe man in Leipzig den Satz im Koalitionsvertrag der Bundesregierung zum geplanten Yad Vashem Education Center gesehen. Die Stadt habe danach Kontakt zu Yad Vashem aufgenommen. „Wir haben als Stadt Leipzig mehr oder weniger eine Initiativbewerbung geschickt“, sagt Trautmann-Meincke. Man habe gezeigt, was es in Leipzig bereits gebe: lokale Erinnerungskultur, internationale Beziehungen, das Besuchsprogramm für jüdische Nachfahren, zivilgesellschaftliche Initiativen, das Ariowitsch-Haus.

Die Aula des im Mitte Mai 2009 neu eröffneten Israelitischen Begegnungszentrums am Freitag (15.05.2009) in Leipzig während einer Feierstunde. Nach mehrjährigen Bauarbeiten konnte das Ariowitsch-Haus als Zentrum jüdischer Kultur in Leipzig eröffnet worden. Das Haus war ab 2006 zu einem jüdischen Kultur- und Begegnungszentrum mit etwa 300 Plätzen umgebaut worden. (© picture-alliance/dpa, Peter Endig)

Als klar wurde, dass Yad Vashem ein Bundesland suche, das ein solches Zentrum beherbergt, stieg der Freistaat Sachsen engagiert in den Prozess ein. Danach, so beschreibt es Trautmann-Meincke, beantworteten Freistaat und Stadt gemeinsam mit weiteren Partnern die Fragenkataloge von Yad Vashem. Es ging um das, was Sachsen und Leipzig bieten können, um bestehende Strukturen, um Bildungsarbeit, um Netzwerke und um die Frage, wie Yad Vashem in Deutschland erfolgreich sein kann.

Eine lange und widersprüchliche jüdische Geschichte

Am Ende konnte Leipzig überzeugen. Für die Stadt habe gesprochen, so Trautmann-Meincke, dass es mit dem Ariowitsch-Haus bereits einen starken Partner gebe: einen authentischen Ort jüdischen Lebens heute, aber auch einen Ort der Verfolgung während des Holocaust, dazu etablierte Strukturen und Ansprechpartner. Vertreter von Yad Vashem hätten bei ihren Besuchen in Sachsen viele engagierte Menschen kennengelernt, „die schon ganz viel machen“, aber häufig aus nichtjüdischer Perspektive. Yad Vashem könne hier eine zusätzliche, jüdische Perspektive einbringen.

Auch Nora Pester, seit 2010 Verlegerin des Hentrich & Hentrich Verlags weist nachdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Bewerbung des Freistaats mit dem Standort Leipzig handelte. Dass Leipzig nun nicht Hauptstandort wurde, sieht sie durchaus ambivalent. „Für mich bedeutet es in erster Hinsicht erst mal eine Enttäuschung“, sagt sie. Der Freistaat Sachsen habe sich mit Leipzig ja als Hauptstandort beworben, es sei aber dennoch „eine große Anerkennung der hier geleisteten Arbeit“. Dass Yad Vashem überhaupt einen zweiten Standort in Deutschland mitdenke, zeige, dass das sächsische Konzept Eindruck hinterlassen habe, erklärt die Verlegerin, deren Haus sich schon seit 1982 ausschließlich auf Veröffentlichungen zu jüdischer Kultur und Zeitgeschichte spezialisiert hat.

Die Frage ist also nicht nur: Warum Yad Vashem? Die Frage ist auch: Warum Sachsen? Und noch genauer: Warum Leipzig?

Leipzigs jüdische Geschichte ist lang, reich, widersprüchlich und nicht immer so präsent gewesen, wie sie es eigentlich sein müsste. In der Weimarer Republik gehörte die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig zu den großen jüdischen Gemeinden Deutschlands. Nach der Volkszählung von 1925 zählte sie 12.594 Mitglieder und war damit die sechstgrößte jüdische Gemeinde im Land. Jüdische Leipzigerinnen und Leipziger prägten Handel, Verlagswesen, Wissenschaft, Medizin, Musik, Kultur und die bürgerliche Stadtgesellschaft. Leipzig war Messestadt, Buchstadt, Handelsstadt – und jüdische Familien waren daran in erheblichem Maße beteiligt. Die Shoah zerstörte dieses Leben. Nach 1945 existierte die jüdische Gemeinde in Leipzig nur noch rudimentär.

Leere bronzene Stühle als Kern einer Gedenkstätte am Standort der ehemaligen Synagoge der jüdischen Gemeinde in Leipzig, von Nazis gezielt zerstört in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. (© picture-alliance, imageBROKER | Michael Nitzschke)

Die DDR brachte eigene Formen des Gedenkens hervor, doch der staatliche Antifaschismus setzte andere Akzente. Die Shoah stand nicht im Zentrum der offiziellen Erinnerung. Jüdische Opfer wurden häufig in eine allgemeine Erzählung vom antifaschistischen Widerstand eingeordnet; die spezifisch jüdische Verfolgungserfahrung trat zurück. Nach 1989 musste vieles neu erzählt und aufgebaut werden.

Aktive Zivilgesellschaft als Basis

Sven Trautmann-Meincke formuliert es so: Nach der Friedlichen Revolution habe es in Leipzig eine „unheimlich aktive Zivilgesellschaft“ gegeben und viele Menschen, die gesagt hätten, sie wollten Erinnerungskultur anders gestalten, als sie es 40 Jahre lang in der DDR erlebt hatten. Jüdische Opfer hätten in der verordneten Erinnerungskultur der DDR kaum eine Rolle gespielt. Viele Ostdeutsche, gerade die heute über 60-Jährigen, hätten zwar den obligatorischen Besuch einer KZ-Gedenkstätte während der Schulzeit erlebt, dort aber vor allem Informationen über antifaschistischen Widerstand erhalten und wenig über jüdische Perspektiven. Genau hier liege eine Herausforderung, aber auch eine besondere Aufgabe.

Dieser ostdeutsche Kontext ist für die Leipziger Bewerbung wichtig. Yad Vashem kommt nicht in einen erinnerungspolitisch leeren Raum, aber in eine Region, in der zentrale Institutionen jüdischer Kultur und Erinnerung nach 1989 anders, später und oft zivilgesellschaftlicher entstanden sind als in westdeutschen Städten Nora Pester sieht darin einen besonderen Leipziger Charakter. Als sie 2018 den Hentrich & Hentrich Verlag von Berlin nach Leipzig holte, war die Entscheidung zunächst pragmatisch. Der Mietvertrag in Berlin endete, die neue Miete hätte eine Steigerung um 250 Prozent bedeutet. Also ging sie mit dem Verlag in ihre Heimatstadt. Erst danach, sagt sie, sei ihr in vollem Umfang bewusst geworden, was Leipzig als Standort bedeute. Es sei eine Buchstadt, eine Stadt mit langer jüdischer Geschichte, und als Verlagsstandort sei Leipzig ohnehin eine gute Wahl gewesen. Doch der Umzug habe den Verlag verändert. Hentrich & Hentrich verstehe sich weiterhin nicht als Leipziger oder sächsischer Verlag, sondern als Verlag mit bundesweiter und internationaler Ausstrahlung. Zugleich sei der Anteil von Büchern über jüdisches Leben in Leipzig und Sachsen gewachsen. Mehr noch: In Leipzig sei der Verlag „nicht mehr einfach nur ein Verlag, sondern ein zivilgesellschaftlicher Akteur“.

Pro Jahr erscheinen nach Angaben des Verlags rund 60 neue Titel, mehr als 800 Titel sind lieferbar. Pester selbst beschreibt den Auftrag so: Der Verlag wolle „das gesamte Spektrum jüdischen Lebens abbilden“. Das bedeute, nicht in der Zeit der Shoah zu verharren, sondern auch die Epochen davor, die Gegenwart und bestenfalls die Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland, Europa und der Welt in den Blick zu nehmen. In Leipzig ist dieser Anspruch über das reine Verlegen hinausgewachsen. Der Verlag sitzt inzwischen im Capa-Haus, einem wichtigen Erinnerungsort an die Befreiung Leipzigs 1945, organisiert dort Veranstaltungen und Ausstellungen und wirkt in Netzwerken mit.

Für Pester ist Leipzig auch deshalb besonders, weil hier viel aus bürgerschaftlichem Engagement entstanden ist. In Berlin, sagt sie sinngemäß, sei man als jüdischer Verlag einer unter vielen Akteuren in einer ohnehin dichten Erinnerungslandschaft. In Leipzig falle stärker auf, wie viel von Privatpersonen und kleinen Initiativen getragen werde. Ein Beispiel ist die Jüdische Woche. Normalerweise findet sie alle zwei Jahre statt. 2026 wurde sie wegen des sächsischen Themenjahres „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur“ außerplanmäßig erneut veranstaltet. Mehr als 130 Veranstaltungen, getragen nicht von einer zentralen Intendanz, sondern von vielen Akteurinnen und Akteuren. Große Häuser wie Oper und Gewandhaus waren dabei, aber eben auch Vereine, Nachbarschaften, Initiativen, Einzelpersonen. Für Pester ist das ein Bekenntnis zu jüdischem Leben in der Mitte der Gesellschaft.

Jüdisches Leben von heute sichtbar machen

Ähnlich beschreibt es Gisela Kallenbach, Vorsitzende des Fördervereins Synagoge und Begegnungszentrum Leipzig. Sie spricht weniger von Erinnerungskultur im engen Sinn als von jüdischem Leben in Gegenwart und Zukunft. Es gehe ihrem Verein darum, jüdisches Leben in Leipzig heute zu begrüßen, zu unterstützen und als selbstverständlichen Teil der Stadtgesellschaft anzusehen. Der Ausgangspunkt für ihr Engagement war um das Jahr 2000 eine konkrete Auseinandersetzung: Die jüdische Gemeinde war durch die Zuwanderung von Jüdinnen und Juden aus der ehemaligen Sowjetunion gewachsen; das Ariowitsch-Haus als ehemaliges jüdisches Altenheim sollte als Begegnungszentrum erweitert werden. In der Nachbarschaft gab es Widerstand und eine gerichtliche Klage. Menschen fühlten sich beeinträchtigt durch jüdische Nachbarn und den möglicherweise notwendigen Polizeischutz.

Für Kallenbach war das der Moment, Mitglied im damals neu gegründeten Förderverein zu werden. Ihr Credo: „Das darf in meiner Stadt nicht noch mal passieren, dass jemand sagt, ich möchte keine jüdischen Nachbarn haben.“ 2009 wurde das Ariowitsch-Haus als jüdisches Kultur- und Begegnungszentrum auch dank der Unterstützung des Fördervereins eingeweiht. Für den Bau wurden nach Kallenbachs Erinnerung rund 450.000 Euro gesammelt. Eigentlich wäre der Vereinszweck damit erfüllt gewesen. Doch der Verein blieb. Heute zählt er 57 Mitglieder, viel zu wenig, wie Kallenbach sagt, in einer Stadt mit mehr als 600.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Die derzeitige Vorsitzende des Fördervereins Synagoge und Begegnungszentrum Leipzig, die ehemalige Parlamentarierin Gisela Kallenbach (2.v.l.), neben dem Musiker Sebastian Krumbiegel, bei einer Demonstration im Sommer 2015 in Leipzig. (© picture-alliance/dpa, Peter Endig)

Aber die Mitglieder wollten weitermachen, um jüdische Kultur und Religion in Leipzig weiter sichtbar zu machen. Gerade Kallenbach benennt die Ambivalenz besonders deutlich. Auf der einen Seite sieht sie eine großartige Zivilgesellschaft in Leipzig, die sich um jüdisches Leben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft engagiert. Sie nennt die Universität, das Dubnow-Institut, die jüdisch-christliche Arbeitsgemeinschaft, die Carlebach-Stiftung, Nachbarschaftsvereine im Waldstraßenviertel und Kolonnadenviertel und viele Einzelpersonen. Auf der anderen Seite bleibe Leipzig nicht von antisemitischen Angriffen verschont. Es bewege und betrübe sie, dass Jüdinnen und Juden sagten, sie wagten sich nicht mehr als jüdisch erkennbare Menschen in der Stadt zu zeigen. Seit dem Angriff eines Rechtsextremisten auf die Jüdische Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019 stehen auch Leipziger jüdische Einrichtungen wieder unter Polizeischutz.

Aufklärung in einer polarisierten Gesellschaft

Leipzig ist ein Ort, an dem jüdisches Leben wieder sichtbarer geworden ist, aber eben unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Es gibt die Jüdische Woche, Begegnungsprogramme mit Nachfahren ehemaliger jüdischer Leipzigerinnen und Leipziger, ein Kulturzentrum, eine Synagoge, einen Verlag, zivilgesellschaftliche Initiativen. Zugleich patrouilliert die Polizei vor jüdischen Einrichtungen. Viele Menschen fragen sich, ob sie als jüdisch erkennbar auftreten können. Nach dem 7. Oktober 2023, dem brutalen Angriff der Hamas auf zahlreiche Menschen in Israel, hat sich diese Lage weiter verschärft.

Raja-Léon Lange, Leiter des Bildungsbereichs im Ariowitsch-Haus, beschreibt als größte Herausforderung gegenwärtiger Bildungsarbeit den Wunsch nach einfachen Antworten, „die es in den meisten Fällen schlicht und ergreifend nicht gibt“. Aus genau dieser Reduktion von Komplexität entstünden antisemitische Narrative, die Jüdinnen und Juden kollektiv die Schuld für negative Entwicklungen auf der Welt zuschrieben. Die Aufgabe politischer Bildung sieht Lange darin, sich Reduktion und Polarisierung zu verwehren und stattdessen die Fähigkeit zu fördern, gesellschaftliche Entwicklungen differenziert zu betrachten.

Seit dem 7. Oktober 2023, so Lange, hätten Nachfragen nach Workshops zu israelbezogenem Antisemitismus und zum Nahostkonflikt deutlich zugenommen. Gleichzeitig habe sich das Sicherheitsgefühl jüdischer Menschen und Institutionen massiv verringert. Damit benennt er eine Erfahrung, die auch Pester aus dem Kulturbereich kennt. Seit dem 7. Oktober gehe es bei jüdischen Veranstaltungen sehr viel häufiger um Sicherheit. Nicht nur bei politischen Themen, sondern auch dann, wenn die Referentin oder der Referent jüdisch sei oder einen israelischen Pass besitze. Doch die Antwort dürfe nicht sein, jüdische Veranstaltungen abzusagen. Pester beobachtet auch, dass Sicherheitsargumente gelegentlich als Vorwand dienen, bestimmte Veranstaltungen gar nicht erst stattfinden zu lassen.

Hier wird deutlich, warum Yad Vashem in Leipzig nicht nur als Erinnerungssymbol betrachtet werden kann. Vielmehr geht es um das Heute: um Antisemitismus, um Sicherheitsfragen, um jüdische Sichtbarkeit, um Bildungsarbeit in einer polarisierten Gesellschaft.

Vor dem Ariowitschhaus in Leipzig am 28. Mai 2026, dem Tag der Ankündigung, dass die jüdische Kultureinrichtung zum Partner des geplanten Yad-Vashem-Bildungszentrums in München werden soll. Yad Vashem mit Sitz in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Zu sehen sind von links nach rechts: Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Gabriele Goldfuß, Referatsleiterin Stadt Leipzig, Marina Limperska, Geschäftsführerin des Kultur- und Begegnungszentrums Ariowitsch-Haus, Conrad Clemens (CDU), Kultusminister in Sachsen, und Burkhard Jung (SPD), Oberbürgermeister von Leipzig. (© picture-alliance/dpa, Hendrik Schmidt)

Das Ariowitsch-Haus als Ausgangspunkt

Das Ariowitsch-Haus steht im Zentrum dieser Entwicklung, weil es selbst ein Ort mit mehrfacher Geschichte ist. 1931 wurde es als jüdisches Altenheim eröffnet, gestiftet von der Familie Ariowitsch. Während der NS-Zeit nahm es unter dem Druck der Verfolgung eine wichtige soziale Funktion innerhalb der jüdischen Gemeinde ein. Im September 1942 wurden Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitende nach Theresienstadt deportiert. Nach 1945 wurde das Haus der jüdischen Gemeinde zurückgegeben, später als Alten- und Pflegeheim genutzt und 2009 als Kultur- und Begegnungszentrum neu eröffnet. Heute ist es ein Ort jüdischer Kultur, des Gemeindelebens und steht für aktive Bildungsarbeit und Begegnung.

Für Lange ist diese „lange und wechselvolle Vergangenheit“ ein entscheidender Grund dafür, dass das Ariowitsch-Haus als Standort gewählt wurde. Seine Geschichte umfasse jüdisches Leben vor, während und nach dem Holocaust, aber auch eine Periode der Tätergeschichte. Das biete enormes Potenzial für den Bildungsansatz von Yad Vashem, der sich zentral um jüdische Perspektiven und Biografien drehe. Die Entscheidung für Leipzig sei „eine große Ehre und ein Zeichen der Anerkennung der bereits stattfindenden Arbeit“ im Ariowitsch-Haus, in der Stadt Leipzig und in Sachsen, sowie innerhalb der erinnerungskulturellen, historisch-politischen und antisemitismuskritischen Bildung.

Wichtig ist Lange dabei auch die Abgrenzung: Die Integrität des Ariowitsch-Haus e.V. solle erhalten bleiben, die bisherige Arbeit fortgeführt werden. Die Errichtung eines Yad Vashem Bildungszentrums bedeute vor allem eine Erweiterung und Ergänzung der Bildungsarbeit. Das Ariowitsch-Haus selbst konzentriere sich stärker auf gegenwärtige Erscheinungsformen des Antisemitismus, während Yad Vashem die historisch-politische Bildung aus jüdischer Perspektive ergänzen könne.

Genau hier liegt die inhaltliche Stärke des Projekts. Sachsen hat eine umfangreiche Gedenkstättenlandschaft. Aber, so Lange, bei keiner dieser Einrichtungen handele es sich um einen Ort, der primär der Shoah gedenke. Auch in der historisch-politischen Bildung gebe es keinen Ansatz, der derart entschieden von jüdischen Perspektiven ausgehe wie Yad Vashem. Hinzu komme der translokale und transnationale Ansatz: Yad Vashem betrachtet jüdische Geschichte und die Geschichte des Holocaust über nationale und regionale Grenzen hinweg.

Auch hier hat die sächsische Bewerbung einen Punkt gemacht: Die offizielle Mitteilung des Freistaats betont ausdrücklich die mögliche Zusammenarbeit mit Partnern in Polen und Tschechien. Von Leipzig aus könne die Arbeit in Richtung Mittelosteuropa ausstrahlen. Das hebe die Außenstelle vom Hauptstandort München ab.

Leipzig ist zudem durch eine besondere internationale Erinnerungsarbeit geprägt, die in westdeutschen Städten zwar früher begann, in Leipzig aber nach 1989 eine eigene Dynamik entwickelte. Trautmann-Meincke betreut das erst 1992 initiierte Besuchsprogramm für ehemalige jüdische Leipzigerinnen und Leipziger und deren Nachfahren. Da die DDR keine offiziellen Beziehungen zu Israel unterhielt, war es für jüdische Menschen aus Israel und anderen Ländern schwierig gewesen, in die DDR zu reisen und die Orte der eigenen Familiengeschichte zu besuchen.

Erinnerung, Versöhnung, Zukunft

1991 entschied Leipzig, eine Besucher/-innen-Gruppe aus Israel einzuladen. Der Verband ehemaliger Leipziger in Israel hatte das selbstbewusst eingefordert. Leipzig erkannte, dass ein solcher Besuch keine Wiedergutmachung sein konnte, aber ein Beitrag zu Versöhnung und Erinnerung. Über die Jahre öffnete sich das Programm auch für Kinder und Enkel. Heute kommen nicht mehr vor allem Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, sondern Familien über mehrere Generationen hinweg: vom Kleinkind bis zum Greis, wie Trautmann-Meincke sagt. Sie suchen Gräber auf jüdischen Friedhöfen, besuchen ehemalige Wohnorte, verlegen Stolpersteine, gehen in die Synagoge, feiern Gottesdienst und Kiddusch, besuchen das Dubnow-Institut, die Anne-Frank-Shoah-Bibliothek der Deutschen Nationalbibliothek, das Capa-Haus, das koschere Café Hamakom und Nachbarschaftsinitiativen.

Das Besuchsprogramm verbindet lokale Geschichte, persönliche Familiengeschichte, jüdische Gegenwart und internationale Beziehungen. Die Nachfahren fragen heute nicht nur nach der Vergangenheit. Sie wollen wissen, wie Leipzig heute ist, was die Zivilgesellschaft tut, wie jüdisches Leben sichtbar ist, wie die Stadt mit Antisemitismus umgeht. Nach dem 7. Oktober 2023 habe sich auch diese Arbeit verändert. Jüdische Gäste hätten mehr Angst. Die Stadt stimme sich intensiver mit der Polizei ab. Das Diskursklima sei vergifteter geworden, Polarisierung und Politisierung hätten zugenommen. Auch das, was im Bereich Antisemitismus und Revisionismus von rechts sagbar geworden sei, habe sich verschoben.

Gerade deshalb ist das Besuchsprogramm ein Schlüssel zum Verständnis der Leipziger Bewerbung. Es zeigt, dass Erinnerung nicht nur institutionell organisiert werden kann. Sie geschieht in Begegnungen. In Familiengeschichten. In Stadtgängen. In Momenten, in denen Nachfahren vor Häusern stehen, in denen ihre Großeltern lebten, vor Schulen, in die sie gingen, vor Orten, an denen Ausgrenzung begann. Trautmann-Meincke sagt, der Holocaust sei für diese Menschen nicht abstrakt. Er sei mit konkreten Straßen, Nachbarschaften, Geschäftspartner/innen, Freund/innen, Bekannten verbunden, die sich abgewendet hätten oder zu Täter/-innen geworden seien. Wer solche Begegnungen begleitet, geht anders durch die eigene Stadt.

Darin liegt eine weitere Antwort auf die Frage, warum Leipzig? Die Stadt hat nach 1989 nicht nur Institutionen aufgebaut, sondern auch intensive Beziehungen. Nach Israel, nach Herzliya, zu ehemaligen jüdischen Leipzigerinnen und Leipzigern, zu ihren Kindern und Enkeln. Die Städtepartnerschaft mit Herzliya ist Teil dieser Arbeit. Sie ist keine bloße symbolische Verbindung, sondern steht in einem größeren Zusammenhang: Israelbeziehungen, Holocaust Education, jüdische Familiengeschichten, lokale Erinnerungskultur. Trautmann-Meincke nennt das seinen zweiten Schwerpunkt: internationale Erinnerungsarbeit.

Gäste aus Israel und Leipziger Bürger und Bürgerinnen gedenken am 9.11.1994 in der sächsischen Messestadt der Opfer der Reichspogromnacht vom November 1938. Der Gedenkstein in der Innenstadt erinnert an die größte Synagoge Leipzigs, die in jener Nacht von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt wurde. Aufnahmedatum

09.11.1994 Bildnachweis

picture-alliance/ ZB | Wolfgang Kluge (© picture-alliance, ZB | Wolfgang Kluge)

Wenn man all das zusammennimmt, entsteht ein Bild von Leipzig, das nicht glatt ist. Die Stadt ist kein perfekter Erinnerungsort. Sie ist kein Ort, an dem jüdisches Leben selbstverständlich genug sichtbar wäre. Kallenbach vermutet, dass viele Leipzigerinnen und Leipziger auf die Frage, wie viele jüdische Menschen in ihrer Stadt leben, wo sie sich treffen, ob sie je Kontakt hatten, keine sichere Antwort hätten. Es gebe Wahrnehmbarkeit, ja, durch die Jüdische Woche, durch das Besuchsprogramm, durch Veranstaltungen. Aber die Kenntnis in der Breite sei vermutlich ernüchternd.

Für Kallenbach beginnt gute Erinnerungskultur mit der Frage, was noch fehle. Kallenbach fordert eine stärkere Bündelung der vorhandenen Initiativen. Yad Vashem könne eine Chance sein, die vielen Akteure Leipzigs zusammenzubringen. Das Potenzial sei da, aber vielleicht brauche es einen runden Tisch oder ein breites Bündnis, sagt sie, um die bereits geleisteten Recherchen, Erfahrungen und Projekte zu bündeln. Denn so Kallenbach ein Yad Vashem Bildungszentrum darf nicht nur ein starkes Symbol sein. Dahinter muss eine Arbeitsstruktur entstehen, die in die Stadt und in das Land hineinwirkt. Sie will die neue Einrichtung nutzen für Demokratiebildung, für Respekt vor Menschenrechten und für das Widersetzen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Es dürfe kein nur rückwärtsgewandter Erinnerungsort sein, sagt sie, sondern müsse ein „Zukunftsort“ werden, ein Labor für das gemeinsame Zusammenleben. Andere religiöse Gruppierungen schließt sie dabei ausdrücklich ein.

Diese Sichtweise führt zu einer entscheidenden Frage: Was kann Holocaust-Bildung heute leisten, wenn die Zeitzeug/-innenschaft endet, digitale Desinformation zunimmt, Antisemitismus sichtbar wächst und junge Generationen die politischen Debatten um Israel und Gaza oft in anderen Deutungsräumen führen als die deutsche Nachkriegsgesellschaft?

Pester sieht die besondere Stärke von Yad Vashem in der jüdischen Perspektive. Dort werde die Shoah aus jüdischer Perspektive erzählt. Mit dem Ende der Zeitzeugenschaft in der Diaspora drohe diese Perspektive verloren zu gehen. Yad Vashem könne sie aktiv in die Bildungsarbeit einbringen, in Ergänzung zu den bestehenden Akteuren. Das Ende der Zeitzeugenschaft sei nicht nur Herausforderung, sondern auch Chance: Es gehe nun stärker um die Einbindung der zweiten und dritten Generation.

Trautmann-Meincke formuliert es ähnlich. Von Israel und Yad Vashem könne man lernen, die jüdische Perspektive noch stärkereinzubringen: Was bedeutet das Gedenken in Deutschland für die letzten Überlebenden? Was bedeutet es für die Nachfahren? Was sind geeignete Wege des Erinnerns? Was ist für kommende Generationen überhaupt von Bedeutung? Yad Vashem habe einen großen Namen, vielfältige Archiv- und Materialzugänge und viel Erfahrung mit Bildungsangeboten für unterschiedliche Zielgruppen. Zudem sei Israel ein modernes, technikaffines Land. Nach dem Wegfall der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen könne man lernen, wie man mit technischen Mitteln, neuen Kanälen und einzelnen Schicksalen jüngere Zielgruppen erreicht.

Kritische Fragen nicht ausblenden

Yad Vashem in Deutschland bedeutet gleichzeitig eine Verschiebung der Perspektive. Deutsche Erinnerungskultur war lange stark von deutschen Orten, deutschen Tätergesellschaften, deutschen Gedenkstätten, deutschen Debatten geprägt. Das ist notwendig. Aber Yad Vashem bringt eine andere Ausgangsperspektive ein: die Perspektive jüdischer Opfer, Überlebender, Familien, Gemeinden, Biografien und Nachfahren. Genau das sehen die Leipziger Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner als zentrale Ergänzung.

Gleichzeitig gibt es kritische Fragen. In der deutschen Gedenkstättenlandschaft wurde nach der Entscheidung auch Skepsis geäußert. Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, kritisierte in Medienberichten einen aus seiner Sicht intransparenten Vorgang und fragte nach dem inhaltlichen Konzept. Die Ausgangsvoraussetzungen in Israel und Deutschland seien verschieden: In Israel stehe die Opferperspektive im Mittelpunkt, in Deutschland richte sich Bildungsarbeit an die Nachkommen der Täter. Diese Kritik sollte man nicht wegwischen. Sie berührt eine zentrale Frage: Wie fügt sich Yad Vashem in die bestehende Bildungs- und Gedenkstättenlandschaft ein, ohne bestehende Einrichtungen zu übergehen oder parallele Strukturen aufzubauen?

Auch Nora Pester sagt, es dürfe keine Konkurrenzsituation entstehen. Die vielen Institutionen in Leipzig und Sachsen, die gute Schul- und Bildungsprojekte anbieten, sollten ihre Arbeit fortsetzen. Sie wünscht sich eine klare Einbeziehung der bereits etablierten Akteurinnen und Akteure. Gerade weil viele Netzwerke, Kompetenzen und Spezialisierungen in die Bewerbung eingebracht wurden, sollten sie auch in die neue Struktur einbezogen werden.

Raja-Léon Lange ist an diesem Punkt vorsichtig. Zum jetzigen Zeitpunkt, sagt er, sei die Errichtung des Yad Vashem Bildungszentrums in einem sehr frühen Stadium. Viele Ansätze seien denkbar. Konkrete Aussagen zu Zielgruppen oder langfristiger Wirkung könne er noch nicht treffen. Er verweist aber darauf, dass die bestehende Landschaft von Institutionen und Akteurinnen und Akteuren in der erinnerungskulturellen, historisch-politischen und antisemitismuskritischen Bildung ein Schlüssel zum Erfolg sein werde. Auch Gisela Kallenbach betont, dass die Fäden beim Land zusammenlaufen. Es sei eine Landesbewerbung gewesen, keine Bewerbung der Stadt Leipzig. Die Verhandlungen seien von den Bundesländern geführt worden, der Hut liege aus ihrer Sicht beim Kultusministerium.

Sven Trautmann-Meincke ergänzt, dass es Leipzig im Bewerbungsprozess nicht um ein Gegeneinander der Standorte gegangen sei. Es sei nicht darum gegangen, wer der bessere Erinnerungsort sei. Der Leipziger Ansatz sei gewesen: Yad Vashem soll in Deutschland erfolgreich sein. Leipzig und Sachsen könnten dazu viel beitragen, unabhängig von der Standortentscheidung. Viele Akteur/-innen hätten nicht versucht, andere Bewerber schlechtzumachen, sondern selbstbewusst gezeigt, was Sachsen und Leipzig einbringen können. Bei diesem Thema, sagt Trautmann-Meincke, sei der übliche Standortwettbewerb nicht angemessen. Man müsse die Opfer im Hinterkopf behalten.

Kein leerer Raum, ein offener Raum

Dieser Satz bewahrt dieses Projekt vor kleingeistigem Lokalpatriotismus. Denn natürlich könnte man eine Geschichte daraus machen, warum Leipzig es verdient hat. Die bessere Geschichte ist aber eine andere: Leipzig hat Interesse geweckt, weil es zeigt, wie Erinnerung nach einer doppelten Zäsur entstehen kann. Nach der Shoah und nach der DDR. Nach dem Verlust jüdischen Lebens und nach einer staatlichen Erinnerungskultur, die vieles anders gewichtete. Nach 1989 entstand kein leerer Raum, aber ein offener Raum. In ihm begannen Menschen, jüdische Geschichte zu suchen, Namen zu recherchieren, Stolpersteine zu verlegen, Häuser zu markieren, Begegnungen zu organisieren, Programme aufzubauen, Bücher zu veröffentlichen, jüdische Kultur in die Stadt zurückzuholen. Vieles davon war nicht zentral geplant. Vieles war ehrenamtlich, privat, zivilgesellschaftlich, hartnäckig. Genau das macht Leipzig nicht einzigartig im absoluten Sinn, aber doch besonders.

Nora Pester erklärt diese Leipziger Eigenart auch mit dem bürgerschaftlichen Charakter der Stadt. Leipzig sei immer eine Stadt gewesen, in der kulturelles Leben stark aus bürgerschaftlichem Engagement entstanden sei. Bürgerinnen und Bürger kümmerten sich um ihre Stadt und ihre Stadtgeschichte. Dieser Charakter sei während der DDR-Zeit brachliegend gewesen, aber nicht ausgelöscht. Nach 1989 konnte er wieder wirksam werden. Das ist keine wissenschaftliche Beweisführung, sondern eine Beobachtung aus der Praxis. Aber sie passt zu dem, was auch Kallenbach und Trautmann-Meincke beschreiben: eine Stadt, in der viele Menschen Verantwortung übernehmen, nicht nur Institutionen.

In der "Hall of Names" in der Jerusalemer Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem, das sich nun auch für deutsche Partnereinrichtungen in München und Leipzig entschieden hat. Yad Vashem wurde im Jahr 1953 durch ein von der Knesset, dem israelischen Parlament, beschlossenes Gesetz gegründet und wird mittlerweile von jährlich bis zu 2 Millionen Menschen besucht. Aufgabe ist das Gedenken an den Holocaust, seine Dokumentation, Erforschung und Vermittlung. Dazu gehören die Erinnerung an die sechs Millionen von den Nazis und ihren Helfershelfern ermordeten Juden, an die zerstörten jüdischen Gemeinden und die Ghetto- und Widerstandskämpfer, aber auch die Ehrung der Gerechten unter den Völkern, die während des Holocaust ihr Leben aufs Spiel setzten, um Juden und Jüdinnen zu retten. (© picture-alliance, Jim Hollander)

Anerkennung, Auftrag, Prüfstein

Die Ankunft von Yad Vashem in Leipzig ist nicht nur Anerkennung. Sie ist ein Prüfstein. Wird die Außenstelle ein symbolischer Leuchtturm, auf den sich Politik und Stadt gern beziehen, während die alltägliche Arbeit weiter in Nischen bleibt? Oder gelingt es, vorhandene Netzwerke zu stärken, jüdische Perspektiven stärker einzubringen, Bildungsarbeit für Schulen, Lehrkräfte, Jugendliche, Erwachsene und Nachbarschaften zu entwickeln und die Verbindung nach Polen und Tschechien wirklich zu nutzen?

Dass Yad Vashem nach Leipzig kommt ist für die sächsische Metropole eine Ehre, eine Anerkennung und ein Auftrag. Aber der Auftrag ist größer als die Entscheidung. Er lautet,

  • jüdische Geschichte nicht nur als Verlustgeschichte zu erzählen,

  • jüdische Gegenwart nicht nur unter dem Aspekt der Bedrohung wahrzunehmen,

  • Erinnerung nicht als Ritual zu betreiben,

  • Demokratiebildung nicht als Formel zu benutzen,

  • Antisemitismus nicht nur zu beklagen, sondern ihm mit Wissen, Begegnung, Komplexität und Haltung zu begegnen.

Gisela Kallenbach nennt das künftige Yad-Vashem-Zentrum einen möglichen Zukunftsort. Raja-Léon Lange spricht von der Verantwortung, jüdische Biografien ins Zentrum zu stellen. Nora Pester sieht die Chance, gerade mit dem Ende der Zeitzeugenschaft jüdische Perspektiven stärker in die Bildungsarbeit einzubringen. Sven Trautmann-Meincke hofft, dass Leipzig und Sachsen einen eigenen Beitrag leisten können, nicht aus Standortinteresse, sondern weil es um etwas Größeres geht.

Das ist vielleicht die präziseste Beschreibung dessen, was jetzt beginnt: ein sächsisches Projekt mit Leipziger Gesicht, ein internationaler Erinnerungsort in einer ostdeutschen Stadt, ein Bildungszentrum, dessen Erfolg sich nicht an Eröffnungsreden messen lassen wird, sondern daran, ob es die vielen vorhandenen Stimmen bündeln kann, neue erreicht und in schwierigen Zeiten eine oft überforderte Gesellschaft wieder zum Gespräch befähigt.

Zitierweise: Susanne Tenzler-Heusler, „Warum Leipzig?", in: Deutschland Archiv vom 28.8.2026. Link: www.bpb.de/580850. Alle im Deutschlandarchiv veröffentlichten Beiträge sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Verfasserinnen und Verfasser, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar und dienen als Mosaikstein zur Erschließung von Zeitgeschichte. (hk)

Ergänzend:

DA-Schwerpunkt Interner Link: Jüdinnen in Deutschland nach 1945

bpb-Dossier Interner Link: Jüdisches Leben in Deutschland – Vergangenheit und Gegenwart

Interner Link: Nicht abwenden. Eine Leipziger Brücke nach Kiew. DA vom 12.11.2025.

Schlüsselmoment der Geschichte: Interner Link: Der 9. Oktober 1989 in Leipzig. DA vom 9.10.2024.

Fussnoten

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Die studierte Germanistin, Rechts- und Kommunikationswissenschaftlerin Susanne Tenzler-Heusler war von 2002 bis 2009 Pressesprecherin der Leipziger Buchmesse. Seit September 2009 arbeitet sie in ihrer eigenen Agentur „brandvorwerk-pr“ und unterstützt den Buchkinder Leipzig e.V. bei der Presse- und Öffentichkeitsarbeit.