Frauen im DDR-Jazz
Die vierte Folge des Jazz-Podcast der Redaktion Deutschlandarchiv der bpb: "East of the sun and west of the moon"
Peter EhwaldDörte FiedlerUlrich Kempendorff
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Sie bespielten kein leichtes Feld, gaben doch Männer lange Zeit im DDR-Jazz den Ton an. Zwei besonders couragierte Jazzmusikerinnen erkämpften sich aber schon früh Respekt: Ruth Hohmann und Uschi Brüning, die in Folge 4 unseres Podcasts über Jazz in der DDR ausführlich zu Wort kommt.
Sie bespielten kein leichtes Feld, gaben doch Männer lange Zeit im DDR-Jazz den Ton an. Zwei besonders couragierte Jazzmusikerinnen erkämpften sich aber schon früh Respekt: Ruth Hohmann und Uschi Brüning, die in Folge 4 unseres Podcasts über Jazz in der DDR zu Wort kommen. Die 1931 in Eisenach geborene Ruth Hohmann gilt als Grand Old Jazz Lady des deutschen Jazz, sie kam in Interner Link: Folge 1 und Interner Link: Folge 2 dieses Jazz-Podcasts schon ausführlich zu Wort, diesmal schildert sie, was ihr schon früh half, sich zu behaupten: "Ich konnte Noten, ich konnte sogar Noten zum Spielen liefern, nach denen auch ein Herr Gumpert freudig und gut gespielt hat".
In dieser Podcast-Folge berichtet vor allem die 1947 in Leipzig geborene Jazz- und Soul-Sängerin Uschi Brüning, wie ihr Interesse am Jazz wuchs, auch beeinflusst durch die Auftritte US-amerikanischer Jazzmusiker in der DDR, wie 1965 Louis Armstrong, und durch Festivalbesuche in Polen. Als Jugendliche hatte sie zunächst Schlager gesungen, aber ihr Wunsch nach der Schule am Konservatorium in Zwickau Musik zu studieren, wurde zunächst abgelehnt. Erst 1969 gelang es ihr in der Musikschule Friedrichshain in Berlin-Friedrichshain die Spezialklasse Tanzmusik und Gesang besuchen zu dürfen.
Dabei ergaben sich immer intensivere Kontakte zum Jazz, der fortan zu ihrer Vorliebe wurde, zumal sie gerne mit ihrer Stimme experimentierte: "Es hat mir immer mehr Spaß gemacht, etwas Jazzigs zu singen als Lieder".
Ab 1970 konnte sie auf diese Weise als zugelassene Berufssängerin arbeiten, zunächst mit der Klaus Lenz Band, dem Günther-Fischer-Quintett und mit dem später aus der DDR ausgereisten Schauspieler und Jazz-Sänger Manfred Krug, mit dem sie auch nach dem Mauerfall wieder arbeitete. Auch gemeinsam mit Interner Link: Wolf Biermann trat sie auf. Im Gespräch über ihren Arbeitsalltag mit den Podcaster/innen und Jazzmusiker/innen Peter Ehwald, Uli Kempendorff und Dörte Fiedler schildert sie auch, wie rar lange Zeit Musikerinnen in der Jazz-Szene der DDR waren und wie ausgegrenzt sie sich zeitweise fühlten.
Der Hintergrund dieser Podcast-Serie: Die Berliner Jazzmusiker Peter Ehwald und Ulrich Kempendorff sowie die Musikjournalistin Dörte Fiedler haben im Auftrag des Deutschland Archivs der Bundeszentrale für politische Bildung zahlreiche Jazzmusiker und -musikerinnen aus der DDR über ihre Werdegänge und die Entwicklung des Jazz im Osten vor und nach dem Mauersturz befragt. Wie frei durfte „Free Jazz“ in der DDR werden? Die drei Podcast-Autor/-innen haben dafür zahlreiche Interviews geführt, in Archiven recherchiert, Tondokumente ausgegraben, Musiker/-innen und Jazz-Expert/-innen aufgesucht und zeichnen so ein vielschichtiges Bild der ostdeutschen Jazz-Szene. Zwei weitere Podcast-Teile folgen noch, der nächste voraussichtlich Ende November 2026. Jede Folge dauert rund 40 Minuten, diese vierte 43'15.
Zitierweise: Peter Ehwald, Dörte Fiedler, Ulrich Kempendorff, "East of the sun and west of the moon". Ein Podcast über die Geschichte(n) des Jazz in der DDR. Folge 4: "Frauen im DDR-Jazz". Hier das Interner Link: Skript. In: Deutschland Archiv, 30.10.2026. Link: www.bpb.de/582900. Alle Beiträge im Deutschlandarchiv sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar (hk).
Ergänzendes aus dem Angebot der bpb zum Thema Jazz:
Geboren 1979 in Ost-Berlin, deutscher Jazzmusiker (Tenor- und Sopransaxophon, Klarinette) und Musikpädagoge. Studierte Saxophon an den Musikhochschulen in Weimar und Köln, an der Royal Academy of Music in London und am City College of New York, spielt solo und in zahlreichen Formationen.
Geboren 1979 in Leipzig. Autorin, Hörfunkjournalistin, Regisseurin, Podcasterin.
Geboren 1981 in Ost-Berlin. Studierte Saxophon an der Hochschule Hanns Eisler in Berlin und in New York am City College Saxophon und Improvisation.