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Frauen im DDR-Jazz | Deutschland Archiv | bpb.de

Frauen im DDR-Jazz Die vierte Folge des Jazz-Podcast der Redaktion Deutschlandarchiv der bpb: "East of the sun and west of the moon"

Peter Ehwald Dörte Fiedler Ulrich Kempendorff

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Sie bespielten kein leichtes Feld, gaben doch Männer lange Zeit im DDR-Jazz den Ton an. Zwei besonders couragierte Jazzmusikerinnen erkämpften sich aber schon früh Respekt: Ruth Hohmann und Uschi Brüning, die in Folge 4 unseres Podcasts über Jazz in der DDR ausführlich zu Wort kommt.

Erinnerungen an alte Zeiten: Die Jazz-Sängerin Uschi Brüning bei einem Gastspiel 'Ein Abend für Manfred Krug' im Theater Görlitz im Oktober 2019. (© picture-alliance, Matthias Wehnert/Geisler-Fotopress)

Sie bespielten kein leichtes Feld, gaben doch Männer lange Zeit im DDR-Jazz den Ton an. Zwei besonders couragierte Jazzmusikerinnen erkämpften sich aber schon früh Respekt: Ruth Hohmann und Uschi Brüning, die in Folge 4 unseres Podcasts über Jazz in der DDR zu Wort kommen. Die 1931 in Eisenach geborene Ruth Hohmann gilt als Grand Old Jazz Lady des deutschen Jazz, sie kam in Interner Link: Folge 1 und Interner Link: Folge 2 dieses Jazz-Podcasts schon ausführlich zu Wort, diesmal schildert sie, was ihr schon früh half, sich zu behaupten: "Ich konnte Noten, ich konnte sogar Noten zum Spielen liefern, nach denen auch ein Herr Gumpert freudig und gut gespielt hat".

Die Jazz- und Soul-Sängerin Uschi Brüning bei einem Auftritt mit dem Günther-Fischer-Quintett um Bandleader Günther Fischer (2.v.l.), aufgenommen 1980 in Ost-Berlin. (© picture-alliance, ZB | Günter Gueffroy)

In dieser Podcast-Folge berichtet vor allem die 1947 in Leipzig geborene Jazz- und Soul-Sängerin Uschi Brüning, wie ihr Interesse am Jazz wuchs, auch beeinflusst durch die Auftritte US-amerikanischer Jazzmusiker in der DDR, wie 1965 Louis Armstrong, und durch Festivalbesuche in Polen. Als Jugendliche hatte sie zunächst Schlager gesungen, aber ihr Wunsch nach der Schule am Konservatorium in Zwickau Musik zu studieren, wurde zunächst abgelehnt. Erst 1969 gelang es ihr in der Musikschule Friedrichshain in Berlin-Friedrichshain die Spezialklasse Tanzmusik und Gesang besuchen zu dürfen.

Dabei ergaben sich immer intensivere Kontakte zum Jazz, der fortan zu ihrer Vorliebe wurde, zumal sie gerne mit ihrer Stimme experimentierte: "Es hat mir immer mehr Spaß gemacht, etwas Jazzigs zu singen als Lieder".

The Berlin Jazz Orchestra mit Sänger Manfred Krug (l.) und Sängerin Uschi Brüning bei einem Konzert im Admiralspalast in Berlin im Januar 2012. (© picture-alliance, Eventpress Hoensch)

Ab 1970 konnte sie auf diese Weise als zugelassene Berufssängerin arbeiten, zunächst mit der Klaus Lenz Band, dem Günther-Fischer-Quintett und mit dem später aus der DDR ausgereisten Schauspieler und Jazz-Sänger Manfred Krug, mit dem sie auch nach dem Mauerfall wieder arbeitete. Auch gemeinsam mit Interner Link: Wolf Biermann trat sie auf. Im Gespräch über ihren Arbeitsalltag mit den Podcaster/innen und Jazzmusiker/innen Peter Ehwald, Uli Kempendorff und Dörte Fiedler schildert sie auch, wie rar lange Zeit Musikerinnen in der Jazz-Szene der DDR waren und wie ausgegrenzt sie sich zeitweise fühlten.

Hier der Podcast: Externer Link: https://my.hidrive.com/share/q1w3-6j--n

Uschi Brüning im März 2019 bei einem Auftritt mit dem Liedermacher Wolf Biermann im Rahmen von "Leipzig liest". (© picture-alliance/akg, Sebastian Willnow)

Der Hintergrund dieser Podcast-Serie: Die Berliner Jazzmusiker Peter Ehwald und Ulrich Kempendorff sowie die Musikjournalistin Dörte Fiedler haben im Auftrag des Deutschland Archivs der Bundeszentrale für politische Bildung zahlreiche Jazzmusiker und -musikerinnen aus der DDR über ihre Werdegänge und die Entwicklung des Jazz im Osten vor und nach dem Mauersturz befragt. Wie frei durfte „Free Jazz“ in der DDR werden? Die drei Podcast-Autor/-innen haben dafür zahlreiche Interviews geführt, in Archiven recherchiert, Tondokumente ausgegraben, Musiker/-innen und Jazz-Expert/-innen aufgesucht und zeichnen so ein vielschichtiges Bild der ostdeutschen Jazz-Szene. Zwei weitere Podcast-Teile folgen noch, der nächste voraussichtlich Ende November 2026. Jede Folge dauert rund 40 Minuten, diese vierte 43'15.

Das Team der Jazz-Podcaster (v.l.n.r.): Die Musikredakteurin Dörte Fiedler, als Moderatorin Julia Neupert vom SWR und die Jazz-Musiker Peter Ehwald und Ulrich Kempendorff. (© bpb / Holger Kulick)

Folge 1: Interner Link: Die Entwicklung des Jazz bis zum Mauerbau
Folge 2: Interner Link: Die Folgen des SED-Kahlschlagplenums 1965
Folge 3: Interner Link: Trickreiche Auftritte, nicht nur in Nischen
Folge 4: Interner Link: Frauen im DDR-Jazz
Folge 5: Biermann und die Folgen für den Jazz (folgt im November)
Folge 6: Ost-West-Brücken und das Misstrauen des MfS (folgt 2027)

Zitierweise: Peter Ehwald, Dörte Fiedler, Ulrich Kempendorff, "East of the sun and west of the moon". Ein Podcast über die Geschichte(n) des Jazz in der DDR. Folge 4: "Frauen im DDR-Jazz". Hier das Interner Link: Skript. In: Deutschland Archiv, 30.10.2026. Link: www.bpb.de/582900. Alle Beiträge im Deutschlandarchiv sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar (hk).

Ergänzendes aus dem Angebot der bpb zum Thema Jazz:

Siegfried Schmidt-Joost: Interner Link: "Die Stasi swingt nicht", bpb-Schriftenreihe 2016, Band 1748, 608 Seiten.

Thomas Krüger, Laudatio für die Dauerausstellung "Interner Link: Free Jazz in der DDR - Weltniveau im Überwachungsstaat", vorgetragen in Peitz am 9. Juni 2017.

Ernst-Ludwig Petrowsky, Interner Link: "Heutzutage ist die kulturelle Vielfalt überall", bpb-O-Ton vom 13.10.2004.

Pascal von Wroblewsky, Interner Link: Ostalgie als Standard-Sehnsucht, bpb-O-Ton vom 15.10.2004.

Stephan Braese, Interner Link: "Schön, aber nicht beruhigend". Jazz im Spannungsfeld deutscher Gesellschaft und Politik 1919–2022, APuZ vom 27.1.2023.

Ausgabe Interner Link: "Jazz" der Redaktion Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) der bpb vom 30.1.2023.

Fussnoten

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