Nach dem Flüchtlingsjahr 2015 beauftragte der Bundestag das Familienministerium damit, eine Forschungseinrichtung für Einwanderungsfragen aufzubauen. Die Politikwissenschaftlerin Naika Foroutan ist eine der Gründungsdirektorinnen dieses Externer Link: Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung. Als wir dazu nach Foroutans Sommerurlaub zusammenkommen, hat sich die Lage durch die Ereignisse von Ceuta noch einmal völlig verändert. Und in Sachsen-Anhalt gewann die AfD mit einem migrationsfeindlichen Programm die Landtagswahl, auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde "Abschieben" als Parole plakatiert.
Marie Schmidt: Ich würde gerne mit Ihnen über die „postmigrantische Gesellschaft“ sprechen, also eine, in der klar ist, dass Einwanderung dazugehört. In der aktuellen politischen Rhetorik aber geht es vor allem um Abschiebungen, Transitlager, Zurückweisung an den Grenzen.
Naika Foroutan: Diese Abschreckungspolitik ist nicht neu. Die EU verfolgt die Strategie schon länger, auch außerhalb ihrer Grenzen durch Kooperationen mit Ländern, aus denen es starke Zuwanderung gibt. Oder durch so etwas wie die Kampagne 2017/18 in Senegal und Gambia, mit Plakaten, auf denen steht: „Migration ist keine Alternative“. Die USA betreiben eine ähnliche Politik.
Wirkt diese Politik?
Wenn man die jüngsten Ereignisse betrachtet, muss man sagen: Nein. Man hat viel darüber gesprochen, wie Italien und Griechenland die Außengrenzen sichern sollten, aber Ceuta hatte zuletzt niemand auf dem Schirm. So wie es immer wieder Kernorte starker Zuwanderungsbewegungen gibt, die man nicht im Blick hat. Der Migrationsdruck sinkt nicht durch Abschreckung, die Menschen gehen nur noch riskantere Wege ein, weil die Kosten steigen. Und es ist auch gar nicht im deutschen Interesse, sich abzuschotten.
Warum?
Deutschland ist auf Immigration so stark angewiesen wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Wir steuern auf eine massive Überalterung zu, in den kommenden zehn Jahren geht allein die Hälfte des öffentlichen Dienstes in Rente, ganz zu schweigen vom Pflegenotstand und, sagen wir, dem Bedarf an Schweißern. 60 Prozent aller Schweißer sind Migranten, 16.000 Brücken sind marode – wer soll die also reparieren?
Wissen das die Deutschen? In Sachsen-Anhalt hat die AfD Anfang September 2026 die Landtagswahl gewonnen, mit einem Programm, in dem Fachkräfte aus dem Ausland als „kulturfremd“ abgelehnt werden.
Plakatierte Ausländerfeindlichkeit? AfD-Wahlversprechen, gesehen in Bitterfeld kurz vor dem Wahltag. (© bpb / Holger Kulick)
Plakatierte Ausländerfeindlichkeit? AfD-Wahlversprechen, gesehen in Bitterfeld kurz vor dem Wahltag. (© bpb / Holger Kulick)
Da schwingt die Vorstellung eines ethnisch und kulturell homogenen deutschen Volkes mit. Die „Remigration“, die die AfD laut ihrem Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt plant, meint nicht nur die Ausweisung von Migranten, sondern auch die Rückholung von ausgewanderten Deutschen in das Bundesland. Die Vorstellung ist, dass mit dieser Gruppe der Fachkräftemangel aufgehalten werden kann. Und mit Investition in Technologie. Allerdings: Die Technologie baut sich in Deutschland nicht von allein – auch dafür braucht es internationales Know-how und Migrantinnen und Migranten.
Unterdessen sinken in Deutschland die Zahlen derer, die neu ankommen.
Ja, im Jahr 2025 ging die Nettozuwanderung etwa auf den Wert von 2020, während des Corona-Lockdowns, zurück. Die Zahl der neu gestellten Asylanträge schrumpfte um 53 Prozent. Das liegt nicht an der Abschreckungspolitik, sondern an der weltpolitischen Lage. Etwa dem Ende des Bürgerkrieges in Syrien. Auch aus der Ukraine kommen nicht mehr viele.
„Wir können nicht alle aufnehmen“ bleibt trotzdem ein virulenter Satz. Wie viele wären eigentlich „alle“ im Weltmaßstab?
Tatsächlich gibt es aktuell die größten Wanderungsbewegungen seit Beginn der Aufzeichnungen. Es sind 304 Millionen, die als Migranten, Geflüchtete oder Vertriebene gezählt werden. Das hört sich viel an, aber es sind weniger als vier Prozent der Weltbevölkerung. Migrantinnen und Migranten sind eine hochselektive, kleine Gruppe – im Weltmaßstab. Nach Deutschland kommen in absoluten Zahlen weltweit hinter den USA die meisten Migranten, wir stehen auf Platz zwei, vor Saudi-Arabien auf Platz drei. Prozentual gesehen ist Katar mit 88 Prozent der Bevölkerung das Land mit den meisten Migranten, in Deutschland sind es etwa 30 Prozent. Was Geflüchtete betrifft, steht Deutschland seit zehn Jahren in den Top Five der Aufnahmeländer, als einziges europäisches Land.
Bewaffnete Grenzpolizisten bewachen Geflüchtete an der Meeresküste in Ceuta im Spätsommer 2026. (© picture-alliance, Europa Press/ABACA/Marcos Moreno)
Bewaffnete Grenzpolizisten bewachen Geflüchtete an der Meeresküste in Ceuta im Spätsommer 2026. (© picture-alliance, Europa Press/ABACA/Marcos Moreno)
In der Frage, wer Verantwortung für Migration übernimmt, war Ceuta ein einschneidendes Ereignis. Was ist da passiert?
In ein bis zwei Tagen gelangten 72.000 irreguläre Einreisende nach Ceuta, zum Teil, indem sie die Grenzzäune umschwammen oder überkletterten, 80 Menschen sind dabei gestorben. Inzwischen sind die meisten der Neuankömmlinge zurückgekehrt. Aber zwischen fünf und zehn Prozent – also 3.500 bis 7.000 Menschen – sind immer noch in Ceuta, darunter auch unbegleitete Minderjährige, die nicht ohne Weiteres abgeschoben werden können. Das ist für eine Stadt mit knapp 85.000 Einwohnern und mangelnder Aufnahmestruktur sehr viel. Wodurch das ausgelöst wurde, müssen künftige Erkenntnisse zeigen. Offensichtlich ist aber, dass es in Marokko besonders unter jungen Leuten eine enorme Hoffnungslosigkeit gibt.
Sie handeln also aus dem Mut der Verzweiflung?
Die sozialen Medien üben eine Sogwirkung aus, nicht nur mit der falschen Nachricht, die Grenze sei offen. Es gibt auch die vielen Erfolgsgeschichten der Migration in den vergangenen zehn Jahren. Für eine solche Aussicht gehen gerade junge Menschen Risiken ein. Untersuchungen weisen ein Phänomen nach, das man immigrantoptimism nennt und das erklären könnte, warum es diese kleine Gruppe von Menschen auf der Welt gibt, die migrieren. Sie glauben daran, dass es ihnen woanders besser geht – während 96 Prozent der Weltbevölkerung leben und sterben, wo sie geboren sind. Im Kontrast zu dieser Hoffnung wäre es bitter, wenn eine geopolitische Strategie Marokkos der Auslöser gewesen sein sollte. Da werde, so wird es interpretiert, „Migration als Waffe“ gebraucht. Es gibt für ein solches Ereignis nie nur eine Erklärung. Man kann aber sehen, dass Marokko 2021 schon einmal Migration instrumentalisiert hat, auch andere Länder tun das. Was die Kurzzeitmigranten jetzt berichtet haben, spricht dafür, dass die marokkanischen Grenzschützer an diesem Tag ihren Job nicht gemacht haben, dass Jugendliche sogar aus den Städten an die Grenzen gebracht wurden. Damit ist die erst am 12. Juni verabschiedete Geas-Reform in kürzester Zeit gescheitert ...
... in der es unter anderem darum geht, Asylverfahren außerhalb Europas in sogenannten sicheren Drittstaaten abzuwickeln.
Dabei sollten Tunesien und Marokko eine Rolle spielen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass man mit dieser Reform die Verantwortung verschiebt und den Zugang zu Asylverfahren faktisch verunmöglicht. Jetzt haben wir gesehen, wie Marokko einfach den Deal mit Spanien bricht, dass jedes Land die Grenze auf seiner Seite schützt. Warum sollte Marokko den Geas-Deal nicht auch brechen? Offenbar macht sich Europa erpressbar, wenn es Grenzschutz und Asylverfahren an Drittstaaten delegiert.
Was wäre eine sinnvollere Politik?
Der Fokus wird zu sehr auf Grenzsicherung gerichtet und zu wenig auf Anreize zur legalen Migration. Wobei ich es richtig finde, dass Deutschland jetzt versucht, diese zu regularisieren. Selbst aus der Perspektive von Geflüchteten. Auch mein Vater ist aus Iran geflohen und wir mussten viel, eigentlich alles, was wir hatten, Schleppern geben. Ich hätte mir gewünscht, es wäre anders gewesen. Es ist tausendmal besser, wenn Menschen vom Ausland aus Anträge stellen und dann regulär einreisen können. In der Hinsicht hat Deutschland in den vergangenen zehn Jahren einiges ausgebaut. Auch ein Grund, warum die Zahl der Asylanträge sinkt.
Moment – wird Immigration nun verhindert oder gefördert?
Es passiert etwas, das für viele schwer zusammenzubringen ist, die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Die Menschen wollen Migrationskontrolle, das ist nachvollziehbar. Aber es braucht dringend Arbeitskräfte, und die geregelten Wege, sie aus dem Ausland zu holen, sind zu behäbig. Wenn eine iranische Krankenschwester bis vor Kurzem noch 17 Monate brauchte, um einen Termin in der deutschen Botschaft zu bekommen, war sie schon dreimal in Kanada.
Wer wäre für eine gezieltere Einwanderungspolitik zuständig?
In anderen starken Migrationsländern wie zum Beispiel Kanada, Australien, Neuseeland, Dänemark oder Griechenland gibt es ein Ministerium, das Grenzpolitiken, Migration, Arbeitsmarktintegration, Einbürgerungsrecht, Antidiskriminierungs- und Teilhabepolitiken zusammendenkt. Bei uns gibt es ein solches Migrationsministerium nicht, man verteilt die Themen auf das Innen-, das Arbeits-, Außen- und Bildungsministerium. Dann schlägt ein Haus Alarm wegen der Innenpolitik, im anderen heißt es: Wir brauchen aber unbedingt Zuwanderung für den Arbeitsmarkt. Das wirkt inkongruent, die Bürger spüren Widersprüche: „Wir wollten doch Migration begrenzen“, denken sie, laden aber gleichzeitig Arbeitskräfte ein! Wobei Deutschland ziemlich late to the party ist mit den zehn Anwerbeabkommen mit unterschiedlichen Ländern, die man nach langen Jahren vorbereitet hat.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht unterdessen immer wieder von „Einwanderung in das Sozialsystem“. Ist da was dran?
Es gibt das womöglich auch. Studien über die „Welfare Magnet Theory“ kommen aber immer wieder zu dem Schluss, dass das Versprechen sozialer Versorgung kein wirklicher Treiber ist. Sonst wären nicht die USA, in denen es kaum soziale Infrastruktur gibt, das Land, in das immer noch die meisten Menschen wollen.
Den Wahlkampf emotionalisierend: AfD-Wahlplakat in Mecklenburg-Vorpommern im September 2026. (© Sabine Meyer)
Den Wahlkampf emotionalisierend: AfD-Wahlplakat in Mecklenburg-Vorpommern im September 2026. (© Sabine Meyer)
Dobrindt begründet seine Rhetorik damit, man müsse die AfD „wegregieren“. Kann das gelingen?
Offensichtlich nicht, denn die CDU hat ja nicht nur in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern dramatisch verloren, sondern ist auch in den Sonntagsfragen zur Bundestagswahl hinter die AfD gerutscht. Die AfD in ihrer Rhetorik zu imitieren, hat der CDU nicht genutzt und die AfD nicht wegregiert, im Gegenteil. Aber Politiker wissen eben, dass es ihnen schadet, wenn sie zugeben, dass Deutschland eigentlich mehr braucht als die 400.000 Immigranten, die im Moment im Jahr kommen.
Nämlich?
Etwa 500.000, aber wenn man bedenkt, dass über eine Million jährlich auswandern, sind es vielmehr 1,5 Millionen Einwanderer, die kommen müssten, damit hier in den nächsten zehn Jahren nicht die Brücken einstürzen, die Pflegestruktur zusammenbricht und die Digitalisierung und KI-Infrastruktur weiter hinterherhinken.
Leben wir an einem attraktiven Ort für Einwanderer?
Deutschland gehört jedenfalls zu den Ländern, die von vielen gut ausgebildeten Migranten auch wieder verlassen werden. Die Gründe, die für die fehlende Attraktivität genannt werden, sind die mangelhafte Digitalisierung, die Bürokratie, Steuern, Sprache, aber auch die Unfreundlichkeit der Menschen.
Eine besonders solidarische Bevölkerung hat Deutschland tatsächlich nicht, oder?
Doch, gegenüber denen, die 2015 aus Syrien und 2022 aus der Ukraine gekommen sind, hat sich das Land schnell flächendeckend solidarisch gezeigt. Hier gab es eine weltweit beeindruckende Willkommenskultur. Sehr lange hat die sich ja nicht gehalten.
Empirisch gesehen stimmt das nicht, die Helfenden zeigen sich nur nicht mehr so, weil es in der öffentlichen Meinung plötzlich regelrecht sanktioniert wurde, hilfsbereit zu sein. Aber in Wahrheit sind viele Menschen über lange Jahre an der Seite geflüchteter Familien geblieben. Ich weiß, es wirkt kontraintuitiv angesichts der aktuellen Stimmung, aber ich glaube, wenn es zu einer Notsituation käme, wären die Deutschen trotzdem wieder da.
Die Bevölkerung will also gar nicht unbedingt Arbeitsmigranten statt Asylbewerber?
Die Übergänge sind fließend: Durch die Aufnahme geflüchteter Syrer zum Beispiel hat sich Deutschland erst wieder ein gewisses Polster an Arbeitskräften verschafft, das es sonst viel früher verloren hätte. Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Dem Arbeitsmarkt droht dadurch ein Verlust von mehreren Millionen Arbeitskräften.
Gleichzeitig reden wir jetzt davon, Syrien wie auch Afghanistan zum sicheren Herkunftsland zu erklären, um dorthin abschieben zu können.
Schon seit Jahren ein Thema, auch im Westen: Plakat gegen die drohende Abschiebung ausländischer Pflegekräfte vor einem Pflegeheim im Landkreis Rotenburg im November 2024. (© picture-alliance/dpa, Sina Schuldt)
Schon seit Jahren ein Thema, auch im Westen: Plakat gegen die drohende Abschiebung ausländischer Pflegekräfte vor einem Pflegeheim im Landkreis Rotenburg im November 2024. (© picture-alliance/dpa, Sina Schuldt)
Über Syrien hört man die hohen Zahlen kaum noch, nachdem die Ärztekammer protestiert hat. Schon während der Corona-Pandemie hat man festgestellt, dass in systemrelevanten Sektoren wie Pflege, Reinigung, Pharmazie und Medizin überproportional viele Zuwanderer arbeiten. Es würden übrigens viel mehr Menschen über eine Rückkehr nach Syrien nachdenken, wenn es so etwas wie transnationale Pässe gäbe, mehr Einbürgerungen oder ein dauerhaftes Visum. Wer einmal das Unsicherheitsgefühl eines Bürgerkrieges erlebt hat, braucht immer einen Plan B. Wie zum Beispiel das Wissen, wieder nach Deutschland zu können, wenn noch einmal etwas passiert.
Sie sprechen nun davon, dass wir in den kommenden zehn Jahren auf eine Migrationsverknappung zulaufen. Wie das?
Da sind südostasiatische Länder, die auch konservativ regiert, aber sich bewusst sind, dass sie ohne Migration untergehen. Japan allein hat einen massiven Ausbau von Arbeitsvisa umgesetzt: Die konservative Regierung will bis 2028 weit über eine Million ausländische Arbeitskräfte ins Land holen. Südkorea will seine Migrationszahlen verdoppeln und Singapur plant eine ambitionierte Einbürgerungsstrategie. Bis vor Kurzem hatten auch die Emirate, Katar, der Mittlere Osten Zukunftspläne, die nur durch Immigration zu erreichen gewesen wären. Wenn Sie mich vor dem Irankrieg gefragt hätten, hätte ich gesagt, wir werden eine Auswanderungswelle aus Deutschland dorthin erleben.
Bereits heute wird Deutschland von einigen Generationen von Einwanderern mitgetragen. Wie erleben Sie und Ihre Kinder eigentlich die aktuellen Diskussionen?
Auch das ist ambivalent. Während 20 Prozent der Menschen in Deutschland angeben, sich vorstellen zu können, von hier auszuwandern, sind es unter den migrantischen Personen, gerade aus muslimischen Ländern, 39 Prozent. Sie nennen Rassismus und Diskriminierung als Gründe, aber auch das Gefühl, dass Deutschland niedergeht, nicht mehr so gut funktioniert wie früher. Während aufsteigende Regionen aus dem Ausland starke Angebote machen. Wer einmal migriert, kann auch zweimal migrieren. Es gibt aber auch Menschen, die sagen, jetzt bleiben wir erst recht hier, wenn die AfD Macht bekommt – da machen wir uns nicht einfach vom Acker, sondern kämpfen gemeinsam für die Demokratie. Da braucht es jeden, der dagegenhält. Und es gibt Migranten, die die AfD wählen. Um die wirbt die Partei geschickt.
Ist Deutschland nun ein Einwanderungsland oder nicht?
Die Frage ist, ehrlich gesagt, geklärt. Nicht mal die AfD würde das noch leugnen. Es geht nur noch darum, wie es gestaltet wird, wer mitreden darf, wer in der postmigrantischen Gesellschaft repräsentiert wird, Teil der Erinnerungskultur ist. Und Einwanderungsländer können auch wieder zu Auswanderungsländern werden, wie es Deutschland historisch ja viele Jahrzehnte lang war. Wir müssen aufpassen, dass das „post-“ im Postmigrantischen nicht auf einmal ein Deutschland ohne Migranten darstellt. Dann hätte sich das Land tatsächlich abgeschafft.
Zitierweise: Naika Foroutan, interviewt von Marie Schmidt (SZ), "Dann hätte sich das Land tatsächlich abgeschafft" in: Deutschland Archiv vom 25.9.2026. Link: www.bpb.de/581731. Der Beitrag ist mit freundlicher Genehmigung der Externer Link: Süddeutschen Zeitung entnommen, er wurde dort erstveröffentlicht am 8.9.2026 unter dem Titel „Es ist nicht im deutschen Interesse, sich abzuschotten“. Alle im Deutschlandarchiv veröffentlichten Beiträge sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Verfasserinnen und Verfasser, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar und dienen als Mosaikstein zur Erschließung von Zeitgeschichte. (hk)
Ergänzend:
Naika Foroutan,
Themen-Schwerpunkt