Nach dem Mauerfall 1989 begann für die geteilte Stadt eine lange Phase des Übergangs. Stück für Stück wurden Teile der Mauer eingerissen, neue Wege in der Stadt, zwischen den Bezirken, eröffneten neue Perspektiven.
Wo am Kreuzberger Mariannnenplatz, nahe meiner Wohnung, mein Westberlin zu Ende war, öffnete sich die Mauer und nun spazierten die Menschen im Niemandsland zwischen Ost und West, zerhackten die Mauern oder kletterten auf Wachtürme. Nachdem ich im Februar und März 1990 mit meinem Freund, dem Ostberliner Fotografen Harald Hauswald die DDR erkunden und ihm assistieren durfte, wanderte ich die folgenden Monate mit meiner Kamera durch die Mauerlandschaften in Friedrichshain, Kreuzberg, Mitte, dem Wedding, Lichtenrade und Dreilinden. Eine real, surreale Zeit - mit der Wiedervereinigung im Oktober 1990 begann ich dann hauptberuflich meine Arbeit als Fotojournalist.
Christian Jungeblodt