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Die "Sonderedition Deutsche Einheit" – Helmut Kohls Sicht der Dinge auf die Wiedervereinigung | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten DDR-Geschichte als Erinnerungspolitik Katja Hoyers Buch jenseits des Rheins gelesen 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933: Nicht nur in Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Die RAF in der DDR: Komplizen gegen den Kapitalismus Einem Selbstmord auf der Spur Druckfrisch Ehrlicher als die meisten Die Stasi und die Bundespräsidenten Das Einheits-Mahnmal Bodesruh D und DDR. Die doppelte Staatsgründung vor 75 Jahren. Chinas Rettungsofferte 1989 für die DDR Wessen wollen wir gedenken? 1949: Ablenkung in schwieriger Zeit 1949: Staatsgründung, Justiz und Verwaltung 1949: Weichenstellungen für die Zukunft Walter Ulbricht: Der ostdeutsche Diktator Die weichgespülte Republik - wurden in der DDR weniger Kindheitstraumata ausgelöst als im Westen? Friedrich Schorlemmer: "Welches Deutschland wollen wir?" Vor 60 Jahren: Martin Luther King predigt in Ost-Berlin Der Händedruck von Verdun Deutsche Erinnerungskultur: Rituale, Tendenzen, Defizite Die große Kraft der Revolution. Kirche im Wandel seit 1990. "Alles ist im Übergang" Das Mädchen aus der DDR Die Todesopfer des Grenzregimes der DDR Die Kirchner-Affäre 1990 Der Weg des Erinnerns „Manche wischen das weg, als ginge es sie gar nichts an“ Maßstabsetzend Die nächste Zeitenwende "Gegner jeglicher geistigen Bevormundung" Wenn die Vergangenheit nie ruht „Sie verhandeln über ein Volk, das nicht mit am Tisch sitzt“ Christoph Hein: "Die DDR war ideologisch, wirtschaftlich und politisch chancenlos" Das Bild der DDR von Konrad Adenauer und Willy Brandt im Kalten Krieg Die Macht der leisen Mutigen: „Es lohnt sich anständig zu sein“ Ehemalige Nazis in der SED "80 Jahre zu spät" „Dieser Personenkreis entwickelt eigene Vorstellungen zum Begriff Freiheit“ Zur Wirklichkeit von gestern und zur Möglichkeit von morgen – Vom Jüdischen im Deutschen „Den Helsinki-Prozess mit wirklichem Leben erfüllen“ Leerstellen und Geschichtsklitterungen Biografieforschung: Tödliche Ostseefluchten Polen als Feind Die Dimensionen der KSZE als entspannungspolitisches Konzept vor und nach 1989. Und heute? Woher kam die Zivilcourage? Mehr als nur Wüstenstaub im Mantel der Geschichte Drei Monate Aussicht auf Demokratie. Thüringen 1945 Wann, wenn nicht jetzt? Tova Friedman: "Erinnere dich" Wie konnte das geschehen? „Der Boden in Bayreuth ist kontaminiert“ Ein Hauptquartier der DDR-Opposition: Die Ost-Berliner Umweltbibliothek Gibt es eine Gründungserzählung für das vereinte Deutschland? „Eine der zentralen Persönlichkeiten bei der Selbstdemokratisierung der DDR“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 34 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Einladung in die bpb: 75 Jahre Bundesrepublik Zu selbstzufrieden? Eine Phantomgrenze durchzieht das Land Noch mehr Mauer(n) im Kopf? Überlegenheitsnarrative in West und Ost Mehr Osten verstehen Westkolonisierung, Transformationshürden, „Freiheitsschock“ Glücksscham "In Deutschland verrückt gemacht" The Rise of the AfD - a Surprise? Der Osten: Ideen und Macher? Noch immer "Bürger zweiter Klasse"? „Wer sich heute ernsthaft die DDR zurückwünscht, hat ein kurzes Erinnerungsvermögen“ Hat da jemand „Freiheit“ gerufen? Zur Verteidigung eines guten Wortes Erinnerungslandschaften, zerklüftet Generation Einheit – eine Inselgeneration? West-Ost-Land „Und keiner hat Recht“ Leuchttürme im blauen Meer Ein Foto, das Saarland und kein Osten Helmut Kohls Schulterzucken "Viele Westdeutsche haben mittlerweile die Nase voll" Wir können uns eine "Lega West" genauso wenig leisten wie eine Ostdeutschtümelei Ich will die DDR auf keinen Fall zurück Die Ohnmächtigen ergreifen Partei Alltag, Gesellschaft und Demokratie Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Vom Neonazi-Aussteiger ins Oscar-Team „Eine Generalüberholung meines Lebens gibt es nicht“ "Autoritärer Nationalradikalismus“ Unter strengem Regime der Sowjets: Die Bodenreform 1945 Diplomatische Anstrengungen auf dem afrikanischen Spielfeld Demokratiestörung? „Im Osten gibt es eine vererbte Brutalität“ Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Turnschuhdiplomatie im Schatten Eine Keimzelle politischen Engagements (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Anti-Antisemitismus als neue Verfassungsräson? "Ich höre ein Ungeheuer atmen" Als es mir kalt den Rücken runterlief Deutsche Putschisten Thüringen als Muster-Gau? Wie die Mitte der Gesellschaft verloren ging "Nahezu eine Bankrotterklärung" „Bei den Jungen habe ich Hoffnung“ Der lange Weg nach rechts Übersehene Lehren für die Bundestagswahl 2025 Provinzlust - Erotikshops in Ostdeuschland Turnschuhdiplomatische Bildungsarbeit Ostdeutsche „Soft Power“ Abschied von der zivilen Gesellschaft? "Die DDR wird man nie ganz los" Von Nutzen und Nachteil der Brandmauer Disruption. Die Revolution der Erschöpften Wie Weimar ist die Gegenwart? Eine Zäsur für die deutsche Demokratie? „Der Erfolg der Linken zeigt, wie es gehen kann“ Zeitenwende 2.0 Die Post-Wagenknecht-Linke Staatskapazität statt Sündenböcke Der "NSU" im Lichte rechtsradikaler Gewalt "Dann muss ich eben selbst Milliardär werden"  Kommerzialisierte Solidarität Wie der DFB 1955 den Frauen-Fußball verbot Die Schlacht um die Waldbühne Die Hare-Krishna-Bewegung im Ost-Berlin der 1980er-Jahre Monomorium: Wie Krankenhäuser in der DDR zum Gesundheitsrisiko wurden Wie meine Großmutter Ursula Winnington die DDR-Küche aufmischte Wer gibt uns heute noch zu denken? Wolfgang Engler: „Eine gesamtgesellschaftliche Scham“ „Ein anständiger Mensch in unanständigen Zeiten“ Demokratiefeinde auf der Überholspur? „Mediale Wüsten“ "Wir fallen wieder zurück in unselige Zeiten" Italien und die DDR Die Leerstelle "Sind so kleine Hände" Textauszug aus: Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie Nein sagen Politik im Spiel. Eine politische Geschichte der Bundestrainer Die Trainer der SED Der Osten ist nicht verloren "Dann hätte sich das Land tatsächlich abgeschafft" Alle fünf. Oder nur fünf. Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2026 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Kein Olympia mehr in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Die "Weltnachricht" mit ungewollter Wirkung Sanktioniert, instrumentalisiert, ausgeblendet 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Der Überläufer Der Überläufer (Teil IV) Der Deal mit "Schneewittchen" alias Schalck-Golodkowski Der Maulwurf des BND: „Die Karre rast auf die Wand zu“ Der lautlose Aufstand Wem gehört die Friedliche Revolution? Verschiedene Sichten auf das Erbe des Herbstes 1989 „Und die Mauern werden fallen und die alte Welt begraben“ Im Schatten von Russlands Ukrainekrieg: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag in Gefahr? Der Zwei-plus-Vier-Vertrag: Die Stufen der Einigung über die Einheit Der Wendepunkt Das Ende der Stasi vor 35 Jahren Der Zauber des Anfangs „Als wir träumten“ Verhinderter Historikerdiskurs Russlands neuer Vorwurf: Greift Berlin nach der Atombombe? Nationalismus und Polarisierung Krieg & Frieden. Wohin führt die Zeitenwende? Über 80 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Bleibt nur Gegengewalt? „Mein Körper ist hier, aber mein Herz und meine Seele sind immer in Israel“ „Ich hoffe, dass die Ukraine die BRD des 21. Jahrhunderts wird“ Krieg als Geschäft Bodenlose Ernüchterung In geheimer Mission: Die DDR-NVA gegen den „jüdischen Klassenfeind“ „Verbote bringen herzlich wenig“ Eine missachtete Perspektive? Verordnete Feindbilder über Israel in der DDR: Eine Zeitungs-Selbstkritik Die erste DDR-Delegation in Israel. Ein Interview mit Konrad Weiß „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“ Wolf Biermann: Free Palestine...? Was hilft gegen politische Tsunamis? Der Tod ist ein Meister aus Russland Wann ist die Zeit zu verhandeln? „Ich bedaure und bereue nichts“ "Schon im 3. Weltkrieg?" „Die Logik des Krieges führt zu keinem positiven Ende“ "Bitte wendet euch nicht von uns ab". Zwei Hilferufe aus Belarus Nach 1000 Tagen bitterem Krieg Russische Frauen von Deutschland aus im Widerstand Doppeldenken als soziale adaptive Strategie Belarus. Terra Incognita "Siegfrieden" „Die Deutschen sind die Düpierten“ Die Stunde Europas. Bloß wie? Ein Leben, zwei Mal Flucht Verklärung der Geschichte als Zukunftsrezept Daniel Kehlmann: „Was wir in den USA erleben, ist eine asymmetrische Diktatur“ "Dies alles muss beendet werden" Zwischen Wirtschafts- und Militärmacht Die Ostpolitik 1969 bis 1973: Vorbedingung für KSZE und Deutsche Einheit Krieg ohne Grenzen Wolf Biermann: "Die Moritat von den Liebespaaren im Jahre 2025“ „Nicht abwenden“ „Vielleicht sind wir erst am Anfang des Krieges“ Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Alle Porträts im Überblick Redaktion Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Vom Zwangsleben unter Anderen "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Warum ist das Grundgesetz immer noch vorläufig? "Ein Beitrittsvertrag, kein Vereinigungsvertrag" „Miteinander – Füreinander. Nie wieder gegeneinander“ 1989/90: Freiheit erringen, Freiheit gestalten Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration und Wohnungsbau. Geschichte und Aktualität einer besonderen Verbindung am Beispiel Stuttgart-Rot Das Musterhaus Matz im Freilichtmuseum Kiekeberg Orte des Ankommens (I): Architekturen für Geflüchtete in Deutschland seit 1945 Asylarchitekturen zwischen technokratischer Kontrolle und Selbstbestimmung Tor zum Realsozialismus: Das Zentrale Aufnahmeheim der DDR in Röntgental Alternative Wohnprojekte mit Geflüchteten „Bereits baureif.“ Siedlungsbau der Nachkriegszeit auf dem ehemaligen Konzentrationslagergelände in Flossenbürg Das ehemalige KZ-Außenlagergelände in Allach – ein vergessener Ort der (Nach-) Kriegsgeschichte Neugablonz - vom Trümmergelände zur Vertriebenensiedlung Räume der Zuflucht – Eine Fallstudie aus Lagos, Nigeria "Sie legten einfach los". Siedler und Geflüchtete in Heiligenhaus Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ Pionierinnen im Fußball – Von der Produktion auf den Platz Vertragsarbeiterinnen in der DDR Gleichberechtigung in heterosexuellen Partnerschaften in der DDR Der fremde Blick Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Wo Kurt Barthel und Stefan Heym wohnten „Eine konterrevolutionäre Sauerei“ Die radix-blätter - ein besonderes Medium der Gegenöffentlichkeit in der DDR Wut und Zweifel: Erinnerungsbilder für die Zukunft „Wir wollten nicht länger auf Pressefreiheit warten“ Die Freiheit geht zum Angriff über auf die Utopie des Kommunismus Von der Kunst des Romans "Der Jazz-Bazillus hatte mich" Werte 1989 - 2025 Kahlschlag auch gegen den Jazz Jürgen Fuchs: "Ich feinde an, was über Leichen geht" Jazz nicht nur in Nischen Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Jüdinnen und Juden in der DDR Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Jüdisch sein in Frankreich und in der DDR Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Frankreich als ferne Nähe „Der andere Planet“ und das „Sehnsuchtsland“ Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. 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Die "Sonderedition Deutsche Einheit" – Helmut Kohls Sicht der Dinge auf die Wiedervereinigung

Alexander Litvinenko

/ 23 Minuten zu lesen

Im Falle von Regierungsakten liegt die gesetzliche Sperrfrist in Deutschland üblicherweise bei 30 Jahren. Dies regelt das Bundesarchivgesetz. Als das Kanzleramt 1998, im letzten Amtsjahr Helmut Kohls (CDU), eine beachtliche Auswahl an edierten Dokumenten zur Deutschen Einheit veröffentlichte, lagen die Ereignisse von historischer Bedeutung nicht einmal ein Jahrzehnt zurück. Für die interessierte Öffentlichkeit und Fachwelt glich dies einer Sensation, schließlich gab Kohl weitreichende Einblicke in die Prozesse der inneren Einigung, aber auch in die Verhandlungen mit den vier Großmächten Frankreich, Vereinigtes Königreich, Russland und den USA. Schnell wurde jedoch der Vorwurf laut, der Kanzler der Einheit wolle sich durch diesen Schritt einen festen Platz in der jüngeren Geschichte sichern.

Ehrentribüne am Tag der Deutschen Einheit 1990 (von links nach rechts): Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl, Helmut Kohl, Richard von Weizsäcker, Lothar de Maizière (© Bundesregierung, B 145 Bild-00073098, Foto: Christian Stutterheim)

„Wenn Gegenwart Geschichte wird“, lautet der klangvolle Titel der Buchkritik des Publizisten Martin Mantzke, die im Dezember 1998 in der Fachzeitschrift Internationale Politik erschien. Zuvor war dem Bundeskanzleramt hinsichtlich der Dokumente zur Wiedervereinigung mit der Sonderedition Deutsche Einheit ein denkwürdiger Aufschlag gelungen. Auf insgesamt 1.667 Seiten lässt sich anhand 430 ausgewählter Regierungsakten und einer umfangreichen Einleitung die historische Wegstrecke zwischen Mai 1989 und Oktober 1990 aus Sicht des seinerzeitigen Bonner Koalitionskabinetts nachzeichnen.

Die Dokumente geben entlang der wesentlichen nationalen und internationalen Vorgänge bis hin zu den Einheitsverträgen einen tiefen Einblick in interne Entscheidungsprozesse und Konzeptionen, "Staatskunst", wohin der Leser blickt. Entgegen der gesetzlichen 30-Jahres-Sperrfrist für amtliches Archivgut trat das Bundeskanzleramt bereits 1995 an renommierte deutsche Historiker mit dem Wunsch nach einer edierten Veröffentlichung der hauseigenen Einheitsakten im Rahmen der Reihe der Dokumente zur Deutschlandpolitik heran. Im Zusammenwirken mit dem Bundeskanzler schuf Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU) die rechtlichen Voraussetzungen dafür, um § 11 Abs. 1 des Bundesarchivgesetzes für die ausgewählten Aktenbestände der Fondsektion des Bundeskanzleramts und des Bundesarchivs in umfangreicher Weise außer Kraft zu setzen.

Unter wissenschaftlicher Leitung von Hans-Peter Schwarz und Klaus Hildebrand sowie einer durch Hanns-Jürgen Küsters koordinierten Editionsgruppe begann mit Beteiligung des Bundesarchivs die konkrete Auswahl und Einordnung der Schlüsseldokumente, die eine Rekonstruktion des Wiedervereinigungsprozesses aus der Perspektive des Kanzleramts als deutschlandpolitisches Entscheidungszentrum zum Ziel hatte. Begründet wurde das Umgehen der Verschlussregelung seitens des Bundesinnenministeriums mit einem erkennbaren öffentlichen und wissenschaftlichen Interesse an dem erwarteten Material.

Frühzeitig traten jedoch Fragen nach dem Deutungsanspruch des vielbeachteten Aktenbandes auf. Die 1998 erschienene Sonderedition, die beispielsweise Bestände aus dem Auswärtigen Amt (AA) in zurückhaltender Weise darlegt, schlug durch ihre Auswahlpraxis nachhaltig Pfeiler in der Informationslandschaft über die Ereignisse und Prozesse von 1989/90 ein. Rückblickend erwiesen sich daher die Entscheidung Genschers und seines Nachfolgers Klaus Kinkel, an der Sperrfrist und damit am Arbeitsmodus der etablierten Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland (AAPD) festzuhalten, als „folgenschwer“, wie der Genscher-Biograf Hans-Dieter Heumann meint. Durch das Ausbleiben eines Sonderbandes des Außenministeriums sicherte sich das Kanzleramt zumindest bis 2015 eine Schlüsselposition, was die Bereitstellung zugänglichen Materials für die Zeitgeschichtsforschung anbelangte.

Der Deutungsstreit der Zeitzeugen motivierte Kohl zur Aktenfreigabe

Bereits seit Beginn der 1990er-Jahre publizierten neben den ehemaligen Staats- und Regierungschefs George H.W. Bush, Michail Gorbatschow und Margaret Thatcher auch die Außenminister James Baker, Douglas Hurd , Eduard Schewardnadse und Hans-Dietrich Genscher ihre Erinnerungen, bezogen auf die europa- und weltpolitischen Vorgänge, die durch den Mauerfall und die Revolutionen im Ostblock angestoßen wurden. Helmut Kohls Erinnerungen über die Zeit als Regierungschef zwischen der sogenannten Wende in Bonn und dem Ende seines vierten Kabinetts erschienen rund zehn Jahre später. Horst Teltschik, der ehemalige Leiter der außenpolitischen Abteilung im Kanzleramt, veröffentlichte seine persönlichen Aufzeichnungen zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung bereits 1991.

Der damalige deutsche Botschafter in Indien, Frank Elbe, Genschers Stabschef und Zwei-plus-Vier-Delegationsteilnehmer, verfasste 1993 zusammen mit dem Spiegel-Korrespondenten Richard Kießler seinen Bericht über den Zwei-plus-Vier–Prozess unter Einbeziehung persönlicher Gesprächsnotizen und Handakten. Im Falle der von der früheren Präsidentenberaterin und Politikwissenschaftlerin Condoleezza Rice und dem US-Diplomaten Philip Zelikow 1995 veröffentlichten Studie Germany Unified and Europe Transformed, handelt es sich um eine Schrift, die in ihrer Entstehung durch den Zugang zu noch verschlossenen Archiven des Weißen Hauses und des State Departments profitierte. Neben der Einsicht in klassifiziertes Material flossen auch Niederschriften der Autorin aus ihrer Tätigkeit im Umfeld von George H.W. Bush und Gespräche mit ehemaligen Spitzenpolitikern des Zwei-plus-Vier – Prozesses, auch sowjetischen, in besagtes Buch ein.

Innerhalb des Bundeskanzleramtes wurde seit Aufkommen der Erinnerungsbände über eine regierungsseitige Beteiligung an den Debatten nachgedacht. Kohl nahm die sprudelnden zeitgeschichtlichen Aussagen aus den Federn der Protagonisten und die Archivöffnungstendenz in den Vereinigten Staaten durchaus als Herausforderung wahr. Nach Angaben von Werner Weidenfeld, seinerzeit Professor für Politikwissenschaft in Mainz und Berater Kohls, erwuchs beim Bonner Regierungschef 1992 der Gedanke, ein Max-Planck-Institut für die Deutsche Einheit zu gründen. Sichtbar verärgert war Kohl demnach über den damaligen Charakter der Auseinandersetzung mit seiner Wiedervereinigungspolitik. Diese sei von „Ammenmärchen“ geprägt, Kohl wollte ihnen daher belastbares Material entgegenstellen.

Weidenfeld war kein bekennender Anhänger des Kohl‘schen Anliegens, vor allem, weil der organisatorische Aufbau des Instituts zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte, was angesichts der bereits angelaufenen Debatten eher hinderlich schien. Weidenfeld begann nach der Einigung mit Kohl stattdessen ein breit angelegtes Forschungsprojekt, zusammen mit den Politologen Karl-Rudolf Korte , Wolfgang Jäger und Dieter Grossert. Ihnen gewährte das Kanzleramt vollumfänglichen Zugang zu seinen Beständen. Die voluminöse Gesamtdarstellung Geschichte der Deutschen Einheit erschien im selben Jahr wie die Sonderedition in vier Bänden und bildete die wesentlichen innen- und außenpolitischen Schritte des Wiedervereinigungsprozesses aus deutscher Wissenschaftsperspektive ab. Zu einem formellen Gründungsakt des erwogenen Instituts kam es nun nicht mehr. In dieser Zeit fiel aller Wahrscheinlichkeit nach die Entscheidung, im Falle der Einheits-Akten nicht an der 30-Jahres-Sperrfrist festzuhalten – ganz unabhängig davon, welche Wege man seitens des Kanzleramtes letztendlich einschlagen sollte.

Umstrittene Geschichtspolitik

Kohl pflegte als erklärter „Kanzler der Einheit“ und promovierter Historiker ein ausgeprägtes historisches Bewusstsein und verfolgte seit seinem Amtsantritt 1982 geschichtspolitische Prestigeprojekte. Auch das Externer Link: Haus der Geschichte in Bonn sowie das Externer Link: Deutsche Historische Museum in Berlin gelten als Produkte der Eigenregie des Kanzlers. Die Bundesrepublik verstand er als Erfolgsgeschichte, vor allem, weil Westdeutschland nach den Verbrechen des NS-Regimes und des Zusammenbruchs 1945 wieder ein anerkannter Partner geworden war. Über dieser Akzentsetzung, namentlich der Betonung des Wirtschaftswunders und des allgemeinen Aufschwungs, stand aus Sicht von Kritikern beider Projekte das regierungsseitig erklärte Recht der (West)-Deutschen auf eine positive Erinnerung an ihre jüngste Vergangenheit. Den ausländischen Besuchern sollte zudem die Verlässlichkeit und Stabilität der Bonner Demokratie museal vor Augen geführt werden.

Der französische Staatspräsident Francois Mitterrand (l) und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl reichen sich am 22.9.1984 über den Gräbern von Verdun (Frankreich) die Hand. (© picture-alliance/dpa)

Zur Ikone der deutsch-französischen Aussöhnung wurde am 22. September 1984 der Interner Link: Händedruck zwischen Kohl und Mitterand an den Gräbern von Verdun. Nirgendwo anders kam die Sinnlosigkeit des Blutvergießens der Weltkriege und das Bekenntnis der Nationen zum friedlichen Zusammenleben erkennbarer zum Ausdruck. Der Franzose streckte dem Deutschen die Hand entgegen. Dieser erwiderte und beide hielten vor einem mit beiden Fahnen bespannten Sarg, der die wechselvolle Geschichte der Nachbarn symbolisieren sollte, inne. Ungeachtet der sonst unerbittlich kritischen Berichterstattung über die meist von Kohl selbst verursachten geschichtspolitischen Kontroversen, fiel das mediale Urteil über Verdun mild aus, vor allem verglichen mit dem „Debakel von Bitburg“ ein Jahr später.

Anlässlich des deutsch-amerikanischen Gedenkens in der Kriegsgräberstätte Kolmeshöhe am 5. Mai 1985 erwiesen Kohl und US-Präsident Ronald Reagan auch den dort beerdigten SS-Soldaten die letzte Ehre. Bereits bei der Vorbereitung des Besuches brach national wie international ein Sturm der Entrüstung über den Christdemokraten herein, insbesondere vonseiten der Überlebenden und der Historikergemeinschaft – ein Aspekt, der den Kanzler mit dem selbst erklärten „Gespür für Geschichte“ trotz der aufschäumenden Kritik in der Bundesrepublik und den Vereinigten Staaten unbeeindruckt ließ.

Für Kohl standen vor allem die Erfolge der Westbindung im Vordergrund, die er weiter zu tragen gedachte, trotz allen geäußerten Unverständnisses. Im Rahmen einer Rede vor der Knesset in Jerusalem sprach der Kanzler Ende Januar 1984 zudem etwas unbedarft von der „Gnade der späten Geburt“, die seiner Generation zuteilgeworden sei, da ihnen durch ihr Alter die Teilnahme am Krieg und damit eine möglicherweise schuldhaften Verstrickung erspart geblieben war. Zwar wich er in seiner Ansprache vor dem israelischen Parlament nicht vom Bekenntnis eines generationsübergreifenden deutschen Verantwortungsgefühls für das NS-Unrecht ab, doch entstand nach Ansicht des Historikers Janis Christian Meyer der Eindruck, er könne ausgerechnet in Israel „freier und ungezwungener reden als manch anderer“. Die großen Debatten um Kohls Geschichtspolitik ebbten nach 1990 mit Ausnahme der Auseinandersetzung über den Umbau der Neuen Wache in Berlin erkennbar ab.

Seit 2005 erinnert das Denkmal für die ermordeten Juden Europas an den nationalsozialistischen Völkermord an sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs. (© picture-alliance/dpa)

Weniger kritikwürdig erschien die Rolle des Kanzleramtes, etwa als sich die Frage nach einem geeigneten Konzept für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin stellte. Kohl lehnte den ersten Entwurf ab und wirkte auf die Umsetzung des Modells Peter Eisenmans hin, das aus über 2.000 Betonstelen besteht und 1999 vom Deutschen Bundestag ausgewählt wurde.

Die Sonderedition Deutsche Einheit als letzter großer Aufschlag des scheidenden Kanzlers prägte dann die deutsche und internationale Wissenschaft wie kein anderer Aktenband nach ihr. Sie zeichnete den Abschluss der erklärten Bonner Erfolgsgeschichte minutiös nach. Im Zentrum steht Kohl, der den historischen Auftrag der Überwindung der deutschen Teilung erfüllte. Zudem trug diese Veröffentlichung zu einer ambitionierten Freigabepraxis bei, vor allem in den Staaten des früheren Zwei-plus-Vier-Formats, bei.

Welche Akten gab das Kanzleramt frei, welche blieben geheim?

Neben den sich damals noch in der offenen Registratur befindlichen Dokumenten mit einem „erkennbaren sachlichen Bezug“ zur Wiedervereinigung und des Materials, das bereits im Zwischenarchiv in Sankt Augustin gelagert war, wurden auch Bestände, die einer Verschlussregelung unterlagen, ab dem Jahr 1995 gesichtet. Letztere konnten durch eine vorangegangene Herabstufung ihres Geheimhaltungsgrads, vorgenommen durch die Fachreferenten des Kanzleramtes, in die abzudruckende Auswahl integriert werden, wie aus dem Kommentar hervorgeht.

Im Allgemeinen zeigte sich die Regierungszentrale hierbei flexibel. Lediglich 35 Dokumente der Vorauswahl blieben gesperrt. Zum einen wurde der Schutz „lebender Personen der Zeitgeschichte“ berücksichtigt, zum anderen verweist Küsters darauf, dass die verwehrten Ressourcen Informationen enthielten, die „bis heute [zu] den maßgebliche[n] Sachverhalte[n] der deutschen Innen- und Außenpolitik und der internationalen Beziehungen“ zählen. Die andauernde Geheimhaltung bestimmter Dokumente wird neben der Wahrung deutscher Interessen meist damit begründet, dass noch aktive Politiker in ihrer Tätigkeit geschützt werden sollen. Ebenso galt es, ein „Hineinregieren“ in die Aktenpolitik anderer Staaten durch die Frühveröffentlichung zu vermeiden. Ohne jeden Zweifel verfügte das Kanzleramt damals über einen kaum zu überschätzenden Wissensvorsprung, was das auszuwählende Material in Anbetracht bereits bekannter Sachverhalte anbelangte.

Obwohl dessen Stellenwert als Wegmarke des Einheitsprozesses betont wird, blieben Materialien, die zum Beispiel die Entstehung des 10-Punkte-Plans umreißen, ebenso außen vor wie Kabinetts- und Parlamentsakten. Gleichwohl erhielten die Editoren Zugang zu den Akten des Bundesinnenministeriums, der früheren Ständigen Vertretung in Ost-Berlin sowie dem Ministerium für innerdeutsche Beziehungen. Ergänzend wurden Ressourcen einbezogen, die die „Arbeitsbeziehungen“ des Kanzleramts mit dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) abbildeten, ähnlich gestaltete sich dies im Falle der Bestände des AA, obwohl der Zugang zu dessen Politischem Archiv (PA AA) bekanntlich verwehrt blieb. Im Gespräch mit Alexander von Plato erklärte Küsters im Februar 2002, dass die Ursache für die Nichtaufnahme von Akten vor allem an deren Sicherheitsbewertung durch die zuständigen Referate lag. Andere Gründe habe es nicht gegeben. Auf die Frage von Platos, ob Aktenbestände aus inhaltlichen Beweggründen nicht aufgenommen wurden, wollte dieser „weder mit Ja noch mit Nein“ antworten. Wie die Recherchen des Spiegel unter Berücksichtigung der Aufzeichnungen des Editionsprozesses 2025 aufzeigten, wurden vor allem Ressourcen zurückgehalten, die interne Fehleinschätzungen und „abschätzige Äußerungen“ innerhalb der Bonner Zentrale beinhalteten.

Aus dem Kommentar der Sonderedition geht dies aber erkennbar hervor. Küsters gibt an, dass „persönlich gefärbte Bemerkungen über lebende Personen der Zeitgeschichte“ nicht abgedruckt wurden. Zur Zeit meiner eigenen Beschäftigung mit der Sonderedition unterlagen diese Bestände noch Geheimschutzbestimmungen. Der Spiegel erfuhr etwa, dass Kohls Referenten 1990 nicht mit der baldigen Unabhängigkeit der Ukraine rechneten. Ferner betrachteten sie die US-amerikanische Kernforderung nach einem Deutschland unter dem Dach der NATO als nicht zu überwindendes Hindernis angesichts des damaligen sowjetischen Beharrens auf gesamtdeutsche Neutralität.

Der Schriftsteller und Politiker Vaclav Havel im Jahr 1990 - nachdem er die "Charta 77" mit initiiert hatte und wesentlich am Demokratisierungsprozess Tschechiens beteilgt war, wurde er 1989 Staatspräsident der Tschechoslowakei und von 1993 bis 2003 Präsident der Tschechischen Republik. (© AP)

Wie die Befunde des Nachrichtenmagazins ebenfalls aufzeigen, soll Kohl zwar die frei gewählte tschechoslowakische Regierung begrüßt haben, ihrem Präsidenten Vaclav Havel jedoch die nötige persönliche Eignung als Staatsmann abgesprochen haben. „Daran sollte niemand erinnert werden“, heißt es im Beitrag. Ministerielle Irrtümer lassen sich auch aufseiten des AA ausmachen, wie der Historiker Jost Dülffer erkennt. So sah etwa Genschers Haus gemäß der Lagebeurteilung des Diplomaten Tono Eitel nach Ende März 1990 das rasche Aufkommen von polnischen und griechischen Entschädigungsforderungen gegenüber Deutschland nicht als zu erwartendes Szenario an. Genau dies trat jedoch ein.

Das Kanzleramt „einzig entscheidungsrelevant“?

Allein zahlenmäßig nehmen die Schriftwechsel und Gipfelbegegnungen des Kanzlers mit ausländischen Staats- und Regierungschefs das erkennbare Gros der ausgewählten Aktenbestände ein. Demgegenüber erscheint die Abbildung des offiziellen Teils des Zwei-plus-Vier-Prozesses, von den Unterrichtungen des AA über die Ergebnisse der Begegnungen der Außenminister und Politischen Direktoren einmal abgesehen, nahezu spärlich. Dies liegt vor allem am Zuschnitt der damaligen regierungsinternen Arbeitsteilung in der Vereinigungsdiplomatie sowie der unnachgiebigen Freigabepraxis des PA AA. Betrachtet man die reine Aktenselektion, so entsteht der Eindruck, das Kanzleramt sei damals „fast einzig entscheidungsrelevant“ gewesen, denn die wesentlichen Kanäle gegenüber Washington, Paris, London, Moskau und auch Warschau schienen allesamt bei Kohl zusammenzulaufen, so die Editoren der AAPD.

Starke deutsch-amerikanische Partnerschaft

Im Zeichen der transatlantischen Verbundenheit beginnt die Sonderedition mit dem Staatsbesuch von US-Präsident George H.W. Bush im Mai 1989. Die Aktenselektion lanciert diese Begegnung daher als Startsignal der historischen Wegstrecke hin zur Einheit. Mitte der 1980er-Jahre hatte sich das bilaterale Verhältnis jedoch eingetrübt. Große Differenzen bestanden hinsichtlich der Frage, ob man Gorbatschows Reformen Glauben schenken sollte. Genscher forderte die Verbündeten 1987 entschlossen auf, die Perestroika ernst zu nehmen, und handelte sich infolgedessen den Vorwurf des „Genscherismus“ ein. Auch militärpolitische Fragen, etwa die der umstrittenen Modernisierung der in der Bundesrepublik stationierten atomaren Kurzstreckenwaffen (SNF), spaltete die Partner zeitweilig. Bush, der Reagan im Weißen Haus nachfolgte, erreichte im Verbund mit der westdeutschen Seite hierbei eine Einigung. Die Wogen schienen geglättet, nachdem die Erneuerung der SNF anlässlich des NATO-Gipfels im Mai 1989 aufgeschoben wurde.

Politisch hatte der neue US-Präsident einiges im Gepäck. Auch die persönliche Komponente des Treffens wurde medienwirksam unterstrichen, etwa durch die gemeinsame Schifffahrt der Ehepaare Bush und Kohl auf dem Rhein. Im Rahmen seiner Rede in Mainz am 31. Mai 1989 bot der US-Präsident der Bundesrepublik an, Partner in der Führung („partner in leadership“) zu werden. Insbesondere die Christdemokraten betrachteten dies als große Würdigung ihrer jahrzehntelangen Politik der Westbindung und der belastbaren Beziehungen mit Washington. Doch dieses Konzept besaß auch eine strategische Komponente, wie es Frank Elbe und Pia Molitor beschreiben. Washington habe damals erkannt, dass bei der weiteren Gestaltung des Verhältnisses zwischen den Blöcken Westdeutschland eine Sonderrolle zukäme und das eigene Flankieren erforderte, weshalb Partner in der Führung durchaus als Steuerungsinstrument der transatlantischen Kraft in Europa anzusehen sei. Bush und Gorbatschow gaben sich in der Hauptstadt am Rhein im Sommer 1989 beinahe die Klinke in die Hand.

Gewachsenes Vertrauensverhältnis zur sowjetischen Führung

Der Arbeitsbesuch Gorbatschows in der Bundesrepublik, der einem medialen Großereignis glich, fand zwischen dem 12. und 15. Juni 1989 statt und stand erkennbar unter dem Vorzeichen einer verbesserten bilateralen Großwetterlage, nachdem sich der Reformer im Kreml und der Kanzler einander angenähert hatten. Kohls Goebbels-Vergleich drei Jahre zuvor hing lange Zeit schwer über den westdeutsch-sowjetischen Beziehungen. Bekannt war überdies, dass es im Verhältnis Moskaus zu Ost-Berlin erhebliche Spannungen aufgrund der Reformunwilligkeit Erich Honeckers gab.

Staatsbesuch des russischen Präsidenten Michail Gorbatschow in Bonn im Juni 1989 mit vertrauensbildenden Terminen unter Ausschluß der Öffentlichkeit: Das Ehepaar Kohl hatte das Ehepaar Gorbatschow am 14. Juni 1989 zu einem privaten Besuch eingeladen. Auf dem Rasen im Vordergrund Michail Gorbatschow und Helmut Kohl (dazwischen ein Dolmetscher, dahinter persönliche Referenten und daneben ein Kanzleramts-Fotograf). (© picture-alliance)

Insgesamt sprachen Kohl und sein Gast während der Staatsvisite drei Mal miteinander, das informelle Treffen im Park des Kanzlerbungalows am Abend des 12. Juni 1989 ist aber nur in Kohls Erinnerungen dokumentiert. Dabei schildert der Kanzler ein für ihn vertrauensbildendes Gespräch mit Gorbatschow in ausgeglichener Atmosphäre am Rhein, fernab jeder medialer und ministerialbürokratischer Aufmerksamkeit. Hierbei unterhielten sich beide erstmals auch über die „Parallelität ihrer Lebenserfahrungen“, vor allem in Bezug auf die Leiden des Zweiten Weltkriegs.

Kohl verglich in diesem wegweisenden Gespräch die unaufhaltsame Mündung des Rheins in die Nordsee mit dem genauso dringlichen Willen (s)eines Volkes, die Einheit wiederzuerlangen. Unter zeitgeschichtlichen Aspekten lässt sich eine durchaus tendenziöse Lesart des Gorbatschow-Besuches erkennen. Den Ausführungen des Politikwissenschaftlers Rafael Biermann zufolge verfolgte Kohl in seinen Memoiren die Absicht, das Gewicht des Gesprächs am Rhein politisch zu überhöhen, „seine Rolle im Einigungsprozess breit zu verankern und mit Anekdotischem zu würzen“. Es verwundert daher nicht, dass die Dokumente über die Staatsbesuche Bushs und Gorbatschows als katalytischer Auftakt der Aktenauswahl ihren Platz in der Sonderedition fanden. Diese Visiten können als Vorgeschichte des Mauerfalls und der Wiedervereinigungsdiplomatie gedeutet werden, neben der Huldigung der großen Staatskunst gegenüber beiden Supermächten als ein dem Wandel in Europa zuträgliches Element.

Spannungen zwischen Kohl und Genscher in der Bündnispolitik

Die in dieser Zeit verlässlichen deutsch-amerikanischen Beziehungen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs und auch die damit verbundene persönliche Freundschaft zwischen Kohl und Bush kommen erkennbar durch die Dokumente der Edition zum Ausdruck, beispielsweise im Nachgang des amerikanisch-sowjetischen Gipfels Ende Mai 1990. Gorbatschow, der damals unter massivem innenpolitischen Druck stand, erklärte zur großen Verwunderung auch der eigenen Delegation zum Abschluss des Washingtoner Gipfels, dass Deutschland sein Bündnis frei wählen dürfe. Praktisch bedeutete dies die Zustimmung zur NATO-Mitgliedschaft. Unmittelbar nach jenem Durchbruch unterrichtete Bush den Kanzler in einem Fernschreiben detailliert über die eigenen Eindrücke der zurückliegenden Begegnung mit der sowjetischen Seite. An das AA weitergeleitet wurde dieses Schreiben jedoch nicht. Im Gespräch mit mir erklärte Dieter Kastrup dazu:

„Wir wurden nicht informiert, weder von den Amerikanern, noch vom Bundeskanzleramt. Über das Motiv kann man nur spekulieren. Wahrscheinlich stand dahinter die Furcht, durch eine Indiskretion könne diese wichtige Vorentscheidung gefährdet werden. Nicht einmal Genscher wusste von diesem Schreiben.“

Kastrup erfuhr am 5. Juni 1990 von den Details der seitens Moskau zugestandenen bündnispolitischen Wahlfreiheit Deutschlands anlässlich des Arbeitsgesprächs der vier westlichen Politischen Direktoren. Diese Umstände verdeutlichen zum einen, dass die Informationspolitik zwischen Kohls und Genschers Häusern angespannt war, und zum anderen, dass die etablierten Gesprächsebenen ihre Funktion erfüllten, da der Bonner Delegationsleiter von seinem US-amerikanischen Counterpart Robert Zoellick ins Bild gesetzt wurde, wie aus der Einheits-Edition des AA hervorgeht.

Genscher und Kohl gerieten mehrfach während des Verhandlungsprozesses wegen ihrer teils konträren Vorstellungen aneinander – vor allem, weil beide Spitzenpolitiker ohne vorangegangene Information des Koalitionspartners Erklärungen abgaben, die den Präferenzen des jeweils anderen widerstrebten. Als der Kanzler drei Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer sein 10-Punkte-Programm im Alleingang vorstellte, schien Genscher zumindest nach innen verärgert. Dass Kohl in seiner Rede die zeitnahe Anerkennung der Grenze zu Polen bewusst aussparte, missbilligte der Liberale genauso wie die Verbündeten in Paris und London. In seinen Erinnerungen betont Genscher jedoch, dass die Verschwiegenheit des Kanzlers in Bezug auf die 10 Punkte „eine Angelegenheit der Koalition“ gewesen sei, nach außen sollte das Kabinett Geschlossenheit wahren. Im Gegenzug hierzu hielt er am 31. Januar 1990 in der Evangelischen Akademie Tutzing eine mit Kohl nicht abgestimmte Rede, in der er einen Vorschlag unterbreitete, wie man der UdSSR die zukünftige deutsche Assoziation zur NATO unterbreiten könnte.

Zeitweise konkurrierend in ihren deutschlandpolitischen Vorstellungen: Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) mit Bundesaußenminister Hanns-Dietrich Genscher (FDP, im hellen Mantel r.) vor dem Brandenburger Tor, das nach dem Mauerfall am 22. Dezember 1989 offiziell "geöffnet" wurde. Mit im Bild: Berlins damaliger Regierender Bürgermeister Walter Momper (SPD, mit rotem Schal), links daneben einer Friedenstaube applaudierend DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (SED) und Kanzleramtschef Rudolf Seiters (CDU).

Die Formulierung „kein Zoll nach Osten“ war damit geboren. Knapp einen Monat später, in Camp David, einigte sich Kohl im Rahmen einer transatlantischen Festlegung mit Bush darauf, dass Moskau lediglich ein militärpolitischer Sonderstatus der neuen Bundesländer angeboten werden sollte, solange dort noch Truppen der sowjetischen Westgruppe standen. Dennoch forderte Genscher bis ins Frühjahr 1990 hinein, die Bündnisse, also auch die NATO, die die Vereinigten Staaten als Sicherheitsfaktor in Europa ansahen, zeitnah nach der Einheit und des europäischen Zusammenwachsens aufzulösen. Die Leitungsebene des AA betrachtete in dieser Zeitspanne ein kooperatives Sicherheitsnetzwerk als geeigneten Nachfolger der großen Militärallianzen des vergangenen Kalten Krieges. Kohl ließ seinen Außenminister, wie aus einem persönlichen Schreiben hervorgeht, welches das PA AA 2015 veröffentlichte, wissen, dass er diese Ansicht ablehne und dass Genschers Forderung die innerwestliche Position unterlaufen würde.

Israelisch-jüdische Vorbehalte zurückhaltend behandelt

Die Bilder der im Freudentaumel auf der Berliner Mauer sitzenden Menschen wurden in den internationalen Reaktionen mehrheitlich als Triumph der Freiheit über das DDR-Regime begrüßt. Der Kalte Krieg und die Teilung des europäischen Kontinents, dessen sichtbarstes Zeichen die innerdeutsche Grenze gewesen war, schienen über Nacht der Vergangenheit anzugehören. Nicht erst, als der Wiedervereinigungsprozess durch Kohls 10-Punkte-Plan an Fahrt aufnahm, wurden in Israel Stimmen laut, die vor allem eine historisch begründete Skepsis gegenüber der möglichen Einheit äußerten. Zuallererst fürchteten die dortigen Kritiker, dass Deutschland erneut Hegemonialbestrebungen pflegen und seinen europäisch-atlantischen Weg verlassen könnte. Zu tief waren die Wunden des Holocaust, dem sechs Millionen europäische Juden zum Opfer gefallen waren, als dass man dem deutsch-deutschen Zusammenwachsen gelassen entgegensehen konnte. Ein sogenanntes „Viertes Reich“ schien sich den Kritikern nach bereit zu machen. Sowohl regierungsseitig als auch in den Medien Israels waren die Reaktionen mehrheitlich durch zwei Befürchtungen geprägt.

Erstens sorgte sich Jerusalem um den Fortgang der am Ende der 1980er-Jahre gewiss angespannten und hochkomplexen Beziehungen gegenüber Bonn – vor allem, weil man annahm, die Bundesregierung könnte Teile der „Gleichgültigkeit bis hin zur offenen Feindseligkeit“ der bisherigen DDR in ihre Außenpolitik gegenüber dem jüdischen Staat übernehmen. Ost-Berlin unterhielt, anders als die Bundesrepublik, in 40 Jahren nie diplomatische Beziehungen mit Israel, vor allem, um dadurch Wiedergutmachungsleistungen und einer Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit aus dem Weg zu gehen. Das SED-Regime zählte spätestens seit den 1960er-Jahren zur antizionistischen Achse, wie das enge Bündnis mit den arabischen Staaten sowie die Unterstützung des palästinensischen Terrorismus durch Ost-Berlin verdeutlichten.

Neben der Angst, die bisherige DDR könne die Bonner Israel-Politik im Zuge der Einheit negativ beeinflussen, fürchtete man in Jerusalem zweitens eine für ganz Europa folgenreiche Wiederholung der Geschichte durch ein nachlassendes Erinnerungsbewusstsein in Deutschland. Versinnbildlicht wurde diese Gemengelage durch die Wortwahl von Israels Premier Jitzchak Shamir am 15. November 1989 gegenüber dem US-Sender PBS. Darin äußerte er seine Befürchtung einer möglichen Wiederholung der Shoah, sollte die Einheit stattfinden. Wie aus der Sonderedition des Kanzleramtes hervorgeht, verfasste Kohl am 1. Dezember 1989 daraufhin eine klarstellende Note an den israelischen Regierungschef. In dem persönlichen Schreiben bekundete der Kanzler seine Verwunderung gegenüber Shamirs Äußerung, da diese die „sonst guten und spannungsfreien Beziehungen (…) belasten“ könne.

Kohl verwies auf die Stabilität und Verlässlichkeit der eigenen Demokratie und betonte, dass die Deutschen in Ost und West die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus „als stete Mahnung“ im Sinne eines gesellschaftlichen Konsens begreifen würden, auch wenn sie bald in einem Staat zusammenleben werden. Israels Befürchtungen, der Überschwang nach dem Mauerfall könnte in eine aggressive, gar nationalistische Stimmung umschlagen, sei aus Sicht des Kanzleramts unbegründet. Shamir antwortete auf das Kohl‘sche Schreiben am 10. Dezember 1989 in gänzlich anderem, gar versöhnlichem Tonfall. Demnach stünde die israelische Regierung der Wiedervereinigung grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber. Nur müsse die Bundesregierung verstehen, dass die jubelnden Menschen auf deutschem Boden die Erinnerung an Hitlers Machtergreifung und des damit verbundenen furchtbaren Leids des jüdischen Volkes wachriefen, so Shamir. Jene emotional aufgeladene Situation prägte die Debatte maßgeblich. Jüdische Intellektuelle und Holocaust-Überlebende weltweit befürchteten eine tiefgreifende Akzentverschiebung in der deutschen Erinnerungskultur, bis hin zu einem möglichen „Schlussstrich“ unter der nationalsozialistischen Vergangenheit.

Plakat am 9. November 2024 im Rahmen der Aktion "Haltet die Freiheit hoch!" des Berliner Senats zum Gedenken an den Sturz von SED und Mauer im Herbst 1989. (© bpb / Holger Kulick)

Insbesondere die Sorge, der Interner Link: 9. November könne durch die Überlagerung mit dem Mauerfall die Erinnerung an die Reichspogromnacht von 1938 verdrängen oder sogar zu einem Nationalfeiertag erhoben werden, wurde wiederholt geäußert. Die Kanzleramts-Edition geht aktenbezogen nicht weiter auf die israelisch-jüdischen Sorgen im Verlauf des Einigungsprozesses ein, obwohl die Kritik aus Jerusalem den gesamten Weg zum 3. Oktober hin begleitete. Für Bonn stellte diese medial-politische Spannungslage zwar eine erhebliche Herausforderung dar, doch trat der Kanzler in dieser Phase durch seine Zurückhaltung kaum als aktiver Beschwichtiger der Befürchtungen gegenüber des im Zuge der Einheit entstehenden deutschen Staates mit knapp 80 Millionen Einwohnern hervor. Stattdessen wurde das AA vorausgeschickt. Im Februar 1990 empfing Außenminister Genscher seinen israelischen Amtskollegen Mosche Arens, womit eine vorsichtige Annäherung und pragmatische Akzeptanz in der generellen Frage der Vereinigung einsetzte. Auch die beiden Parlamentspräsidentinnen Süssmuth und Bergmann-Pohl brachen zu einer gemeinsamen „deutschlandpolitische[n] Werbereise“ nach Israel auf. Durch jene Visite sollte das positive Bild des bald geeinten Landes unübersehbar werden.

Diese relative Ruhe in den auch weiterhin besonderen deutsch-israelischen Beziehungen wurde durch den Zweiten Golfkrieg erschüttert. Irakische Raketen schlugen im Januar 1991 in Tel-Aviv ein, dies gilt bis heute als Schockmoment. Die Bundesregierung verweigerte damals, vor allem wegen der verfassungsrechtlichen Situation, eine Beteiligung an der US-amerikanisch geführten Anti-Irak-Koalition. Bonn zahlte im Gegenzug 17 Milliarden D-Mark an die Verbündeten, zur Abfederung des militärischen Unterfangens. Kohl und Genscher wollten auch angesichts des zu diesem Zeitpunkt noch nicht von Moskau ratifizierten Zwei-plus-Vier-Vertrages den Waffengang außerhalb des Bündnisgebietes umgehen, was seitens der Gegner der deutschen Position als „Scheckbuchdiplomatie“ kritisiert wurde.

Helmut Kohls "Mantel der Geschichte" in Aktenform und sein Amtsende

Das Ergebnis der Bundestagswahl vom 27. September 1998 führte zu einer Abwahl der fünften christlich-liberalen Regierung unter Helmut Kohl. Selbst nach 16 Amtsjahren wollte der Kanzler unter dem Slogan „Weltklasse für Deutschland“ erneut antreten und verlor gegen den sozialdemokratischen Herausforderer Gerhard Schröder. Der Grund für die Wahlschlappe der CDU lag auch in einer spürbaren Amtsmüdigkeit des 68-jährigen.

Helmut Kohl, bei der Bundestagswahl 1998 nach 16 Amtsjahren als Bundeskanzler abgewählt, gratuliert am 27.10.1998 seinem Amtsnachfolger Gerhard Schröder (SPD), rechts daneben der damalige SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine. (© picture-alliance/AP, Roland Weihrauch)

Mit dem Großen Zapfenstreich der Bundeswehr für den scheidenden Regierungschef vor dem Speyerer Dom am 17. Oktober 1998 endete zugleich eine prägende Ära der deutschen Nachkriegsgeschichte. Für den gebürtigen Pfälzer und Katholiken hatte das romanische Gotteshaus eine besondere biografische und symbolische Bedeutung, da es während seiner Amtszeit auch mehrfach Schauplatz internationaler Begegnungen gewesen war.

Neben traditioneller Militärmusik erklang während des Zeremoniells auch die Europahymne, wodurch Kohls Verdienste um die Einigung des Kontinents gewürdigt werden sollten. Wenige Monate zuvor war die von ihm initiierte Sonderedition Deutsche Einheit erschienen. Zeitgenössische Kritiker betrachteten den Veröffentlichungstermin, der in die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs fiel, nicht als zufällig. Ob die Publikation tatsächlich gezielt wahlpolitischen Interessen diente, lässt sich jedoch auch knapp drei Jahrzehnte nach Erscheinen des 1.667 Seiten umfassenden Bandes nicht abschließend beurteilen.

Zitierweise: Alexander Litvinenko, Die Sonderedition Deutsche Einheit – Helmut Kohls Sicht der Dinge auf die Wiedervereinigung, in: Deutschland Archiv vom 15.10.2026. Link: www.bpb.de/582177. Alle im Deutschlandarchiv veröffentlichten Beiträge sind Recherchen und Meinungsbeiträge der jeweiligen Verfasserinnen und Verfasser, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar und dienen als Mosaikstein zur Erschließung von Zeitgeschichte. (hk)

Ergänzend:

Markus Meckel, Interner Link: 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“, DA vom 16.2.2020

Hans Modrow, Interner Link: "Die Deutsche Zweiheit", DA vom 11.2.2023

Alexander Litvinenko, Interner Link: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag: Die Stufen der Einigung über die Einheit, DA vom 27.10.2024.

Thomas Bärsch, Interner Link: "Helmut Kohls Schulterzucken", DA vom 10.7.2026

Interner Link: Der vielschichtige 9. November, Deutschland Archiv vom 11.10.2026

Fussnoten

Fußnoten

  1. Vgl. Martin Mantzke, Wenn Gegenwart Geschichte wird, in: Internationale Politik (12) 1998, S. 57-58.

  2. Hanns Jürgen Küsters/Daniel Hofmann, (Bearb.): Deutsche Einheit. Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/90, hrsg. vom Bundesministerium des Inneren unter Mitwirkung des Bundesarchives. Dokumente zur Deutschlandpolitik, München 1998.

  3. Der Autor dieses Beitrags, der Jenaer Historiker Alexander Litvinenko, forscht zur Aktenpolitik des Kanzleramtes nach 1990. Dabei geht er neben der Entstehungsgeschichte der "Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/90" vor allem der Frage nach, welches Bild die Aktenauswahl durch ihre Schwerpunktsetzung erzeugte oder erzeugen sollte. Neben der Beschäftigung mit den Quellen der Edition sowie der Wissenschafts- und Memoirenliteratur führte der Autor auch Zeitzeugen-Gespräche, unter anderem mit Botschafter a.D. Dieter Kastrup aus dem Außenministerium, das damals Hanns-Dietrich Genscher (FDP) unterstand, und dem Politologen und früheren Vertrauten Kohls, Werner Weidenfeld.

  4. Vgl. Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Sonderedition, S. 7 (Geleitwort).

  5. Hans-Dieter Heumann, Hans-Dietrich Genscher. Die Biographie, Paderborn 2012, S. 225.

  6. George Bush, Brent Scowcroft, Eine neue Welt. Amerikanische Außenpolitik in Zeiten des Umbruchs, New York 1998.

  7. Gorbatschow, Michail: Erinnerungen, Berlin 1995.

  8. Thatcher, Margaret: Downing Street No.10. Die Erinnerungen, Düsseldorf 1993.

  9. Baker, James: Drei Jahre, die die Welt veränderten, Berlin 1996.

  10. Schewardnadse, Eduard: Als der Eiserne Vorhang zerriss. Begegnungen und Erinnerungen, Duisburg 2007.

  11. Genscher, Hans-Dietrich: Erinnerungen, Berlin 1995.

  12. Vgl. Heumann, Genscher, S. 225.

  13. Helmut Kohl, Erinnerungen 1982-90, München 2005; Ders: Erinnerungen 1990-1994, München 2007.

  14. Horst Teltschik: 329 Tage. Innensichten der Einigung, München 1991.

  15. Frank Elbe, Richard Kießler, Ein runder Tisch mit scharfen Ecken. Der diplomatische Weg zur deutschen Einheit, Baden Baden 1993. Verwendet wird hier die zweite Auflage aus dem Jahr 2020.

  16. Philip Zelikow, Condoleezza Rice, Germany Unified, Europe Transformed. A Study in Statecraft, Harvard 1995. Im Nachfolgenden wird die deutsche Fassung verwendet. Dies.: Sternstunde der Diplomatie. Die deutsche Einheit und das Ende der Spaltung Europas, München 2001.

  17. Vgl. ebenda, S. 8.

  18. Gespräch mit Werner Weidenfeld am 28.12.2024.

  19. Weidenfeld, Werner: Geschichte der deutschen Einheit. Außenpolitik für die deutsche Einheit, Stuttgart 1998.

  20. Karl-Rudolf Korte, Geschichte der deutschen Einheit. Deutschlandpolitik in Helmut Kohls Kanzlerschaft, Stuttgart 1998.

  21. Wolfgang Jäger: Geschichte der deutschen Einheit. Die Überwindung der Teilung, Stuttgart 1998.

  22. Dieter Grossert, Geschichte der deutschen Einheit. Das Wagnis der Währungs-, Wirtschafts-, und Sozialunion, Stuttgart 1998.

  23. Vgl. Hans Walter Hütter, Erinnerung als Programm. Der Geschichtspolitiker Helmut Kohl, in: Die Politische Meinung, (6) 2018, S.104- 108, hier S. 105, DPM_Sonderausgabe 6_Helmut Kohl_GESAMTAUSGABE.pdf (zugegriffen am 5.5.2025).

  24. Vgl. ebenda, S.37f.

  25. Vgl. Ulrich Pfeil: Der Händedruck von Verdun, in: Deutschlandarchiv vom 17.9.2024, https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/552233/der-haendedruck-von-verdun/ (zugegriffen am 5.5.2025).

  26. Vgl. Janis Christian Meyer, Geschichtspolitik unter Helmut Kohl (1982-1990), Berlin 2021, S. 19.

  27. Vgl. Meyer, Geschichtspolitik, S. 56f.

  28. Vgl. Jan-Holger Kirsch, „Hier geht es um den Kern unseres Selbstverständnisses als Nation“. Helmut Kohl und die Genese des Holocaust-Gedenkens als bundesdeutsche Staatsräson, in: Potsdamer Bulletin für Zeithistorische Studien, Nr. 43

  29. Vgl. ebenda.

  30. Vgl. Heumann, Genscher, S. 226.

  31. Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Sonderedition, S. 13.

  32. Ebenda.

  33. Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Sonderedition S. 10.

  34. Vgl. Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Sonderedition S. 9

  35. Vgl. ebenda, S. 13f.

  36. Ebenda, S. 14.

  37. Alexander von Plato, Die Vereinigung Deutschlands. Ein weltpolitisches Machtspiel. Bush, Kohl, Gorbatschow und die geheimen Moskauer Protokolle, Berlin 2002, S. 28, siehe Fußnote Nr. 32.

  38. Wegriefe, Klaus: Was Kanzler Kohl lieber für sich behielt, in: DER SPIEGEL 17/2025, aus der Online-Ausgabe entnommen: Helmut Kohl ließ brisante Zitate zur deutschen Einheit verschwinden - nun wurden sie veröffentlicht - DER SPIEGEL (zugegriffen am 1.9.2025)

  39. Bundesministerium des Inneren (Hrsg.), Sonderedition, S. 10.

  40. Vgl. Klaus Wegriefe: Was Kanzler Kohl lieber für sich behielt.

  41. Zit. ebenda.

  42. Siehe hierzu: Jost Dülffer, Rezension von: Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1990, Oldenburg 2021, in: Sehepunkte 21 (2021), https://www.sehepunkte.de/2021/09/35542.html, (zugegriffen am 5.5.2025).

  43. Siehe hierzu: AAPD 1990 (I), Dok. Nr. 76 Aufzeichnungen des Ministerialdirektors Eitel vom 21.3.1990, S. 308-324.

  44. Siehe hierzu: Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Sonderedition S. 1666f.

  45. Andreas Wirsching (Hrsg.): Die Einheit, S.7.

  46. Vgl. Alexander Litvinenko, Genscherismus. Ein transatlantisches Phänomen der späten 1980er Jahre, Baden Baden 2023, S. 39

  47. Vgl. Litvinenko, Genscherismus, S. 63.

  48. Vgl. Rafael Biermann, Zwischen Kreml und Kanzleramt. Wie Moskau mit der Einheit rang. Paderborn 1997, S. 131.

  49. Vgl. Elbe/Kießler, Runder Tisch, S. 22f., Siehe ebenso: Pia Molitor: Partner in der Führung: Die Deutschlandpolitik der Regierung Bush/Baker als Faktor amerikanischen Machterhalts, Paderborn 2012, S. 136f

  50. Siehe hierzu: Helmut Kohl, Erinnerungen 1982-1990, München 2005, S. 889f.

  51. Rafael Biermann, Zur Bedeutung freundschaftlicher Verbundenheit in der Politik. Eine Annäherung am Beispiel der des deutschen Einigungsprozesses, in: Aschmann, Birgit (Hrsg.): Gefühl und Kalkül. Der Einfluss von Emotionen auf die Politik des 19. und 20. Jahrhunderts, Stuttgart 2005, S. 197-230, hier S. 218.

  52. Biermann, Verbundenheit, S. 219.

  53. Siehe hierzu: Ders. Sonderedition, Dok. Nr. 299, Fernschreiben des Präsidenten Bush an Bundeskanzler Kohl, 4.6.1990, S. 1178-1180.

  54. Gespräch des Autors mit Dieter Kastrup am 19.10.2024.

  55. Andreas Wirsching (Hrsg.), Die Einheit, Dok. Nr. 107, Konsultation der vier westlichen Politischen Direktoren Duforcq, Kastrup, Seitz/Zoellick und Weston in London, 5.6.1990, S. 530-539.

  56. Genscher, Erinnerungen, S. 671.

  57. Zur deutschen Einheit im europäischen Rahmen, in: Der Bundesminister des Auswärtigen, Mitteilungen für die Presse, Nr. 1026/9, S. 29f. Tutzinger Blätter (2) 1990.

  58. Siehe hierzu: Andreas Wirsching (Hrsg.): Die Einheit, Dok. Nr. 76 , Schreiben des Bundeskanzlers an Bundesminister Genscher, 23.3.1990, S. 380f.

  59. Das Vierte Reich, in: Jedioth Achronoth vom 29.11.1989, zit. nach: Jenny Hestermann, Ein „Tag der tiefen Trauer“- Israelische Reaktionen auf den Umbruch in der DDR und die deutsche Wiedervereinigung, in: Deutschland Archiv 2014, S. 112-125, hier S.114 , Online Ausgabe: https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/189684/ein-tag-der-tiefen-trauer/ (zugegriffen am 13.7.2025) .

  60. Hestermann, Tag tiefer Trauer.

  61. Vgl. Moshe Zimmermann: 40 Jahre deutsch-israelische Beziehungen. Vergangenheit als Instrument und Alibi, Erfurt 2005, S. 3f.

  62. Vgl. Stefan Meining: Die DDR und Israel. Bilanz eines Nichtverhältnisses, in: Mertens, Lothar (Hrsg): Deutschland und Israel. Ausgewählte Aspekte eines schwierigen Verhältnisses, Berlin 2006, S. 101-146, hier S. 112.

  63. Siehe hierzu: Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Sonderedition, Dok. Nr. 106, Schreiben des Bundeskanzlers an Premierminister Shamir, Bonn 1.12.1989, S. 594.

  64. Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Sonderedition, Dok. Nr. 106, S. 594

  65. Zit. ebenda.

  66. Vgl. Bundesministerium des Innern (Hrsg.), Sonderedition, Dok. Nr. 118, Schreiben des Premierministers Shamir an Bundeskanzler Kohl, Jerusalem 10.12.1998, S. 632.

  67. Vgl. ebenda.

  68. Vgl. Ammon Neustadt: Israelische Reaktionen auf die Entwicklung in Deutschland, in Europa Archiv 1990, S. 351-358, hier S. 353, vgl. ebenso: Hestermann, Tag tiefer Trauer.

  69. Vgl. Hestermann, Tag tiefer Trauer.

  70. Ebenda.

  71. Siehe hierzu: Hintergrund: Deutschland im Krieg auf stern.de, (letzter Zugriff am 12.5.2026).

  72. Zweifellos führte die Edition sowohl der interessierten Öffentlichkeit als auch der zeitgeschichtlichen Forschung die Abläufe des inneren wie äußeren Vereinigungsprozesses aus der Perspektive des Bundeskanzleramtes erneut vor Augen und lieferte belastbare Zeugnisse angesichts der anschwellenden Memoiren-Literatur. Damit war sie zugleich der erste umfangreiche aktenpolitische Beitrag einer Regierungszentrale zur historischen Zäsur von 1989/90. Ein Jahr nach Kohls Ausscheiden aus der aktiven Politik geriet die CDU allerdings im Zuge des Parteispendenskandals in einen anderen Fokus der Öffentlichkeit. Dem Altbundeskanzler wurde vorgeworfen, rechtswidrig Spenden angenommen und damit gegen das Parteiengesetz verstoßen zu haben. Obwohl Kohl die Namen der Gönner unter Verweis auf sein angeblich gegebenes Ehrenwort auch in einem vielbeachteten Interview nicht preisgab, blieb er letztlich von strafrechtlichen Konsequenzen verschont. Gleichwohl beschädigte die Affäre um die sogenannten „schwarzen Kassen“ sein öffentliches Ansehen nachhaltig. Infolge der schwerwiegenden Vorwürfe und innerparteilicher Differenzen ließ Kohl schließlich den Ehrenvorsitz der CDU ruhen.

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Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Jena und Honours-Stipendiat der FSU Jena. Autor von "Genscherismus" Ein transatlantisches Phänomen der späten 1980er Jahre, Baden-Baden 2023. Zuvor zeitweise Referent des Deutschen Bundestages, Mitgliedschaften in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und im Bundesverband für Sicherheitspolitik an Hochschulen (BSH).