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Miriam Rürup: „Jüdische Geschichte ist immer Migrationsgeschichte “ | Deutschland Archiv | bpb.de

Deutschland Archiv Neu im DA Schwerpunkte Erinnern, Gedenken, Aufarbeiten DDR-Geschichte als Erinnerungspolitik Katja Hoyers Buch jenseits des Rheins gelesen 1848/49 in der politischen Bildung Vier Ansichten über ein Buch, das es nicht gab "Es war ein Tanz auf dem Vulkan" „Nur sagen kann man es nicht“ Wenn Gedenkreden verklingen Zeitenwenden Geschichtsklitterungen „Hat Putin Kinder?“, fragt meine Tochter Wolf Biermann über Putin: Am ersten Tag des Dritten Weltkrieges Der Philosoph hinter Putin „Putin verwandelt alles in Scheiße“ Das Verhängnis des Imperiums in den Köpfen Ilse Spittmann-Rühle ist gestorben Der Friedensnobelpreis 2022 für Memorial Rückfall Russlands in finsterste Zeiten Memorial - Diffamiert als "ausländische Agenten" Die Verteidigung des Erinnerns Russlands Attacken auf "Memorial" Der Fall Schalck-Golodkowski Ende des NSU vor zehn Jahren 7. Oktober 1989 als Schlüsseltag der Friedlichen Revolution Die Geschichte von "Kennzeichen D" Nachruf auf Reinhard Schult Leningrad: "Niemand ist vergessen" Verfolgung von Sinti und Roma Zuchthausaufarbeitung in der DDR - Cottbus Sowjetische Sonderhaftanstalten Tage der Ohnmacht "Emotionale Schockerlebnisse" Ein Neonazi aus der DDR Akten als Problem? Eine Behörde tritt ab Ostberlin und Chinas "Großer Sprung nach vorn" Matthias Domaschk - das abrupte Ende eines ungelebten Lebens Ein Wettbewerb für SchülerInnenzeitungen Totenschädel in Gotha Bürgerkomitees: Vom Aktionsbündnis zum Aufarbeitungsverein Westliche Leiharbeiter in der DDR Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (I) Hohenzollern und Demokratie nach 1918 (II) Auf dem Weg zu einem freien Belarus? Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen im Visier des BND Neue Ostpolitik und der Moskauer Vertrag Grenze der Volksrepublik Bulgarien Die Logistik der Repression Schwarzenberg-Mythos Verschwundene Parteifinanzen China, die Berlin- und die Deutschlandfrage 8. Mai – ein deutscher Feiertag? China und die DDR in den 1980ern 1989 und sein Stellenwert in der europäischen Erinnerung Stasi-Ende Die ungewisse Republik Spuren und Lehren des Kalten Kriegs Einheitsrhetorik und Teilungspolitik Schweigen brechen - Straftaten aufklären Welche Zukunft hat die DDR-Geschichte? Die Deutschen und der 8. Mai 1945 Jehovas Zeugen und die DDR-Erinnerungspolitik Generation 1989 und deutsch-deutsche Vergangenheit Reformationsjubiläen während deutscher Teilung 25 Jahre Stasi-Unterlagen-Gesetz Kirchliche Vergangenheitspolitik in der Nachkriegszeit Zwischenbilanz Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung Der Umgang mit politischen Denkmälern der DDR Richard von Weizsäckers Rede zum Kriegsende 1985 Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg Nationale Mahn- und Gedenkstätten der DDR Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Die Entmilitarisierung des Kriegstotengedenkens in der SBZ Heldenkult, Opfermythos und Aussöhnung Durchhalteparolen und Falschinformationen aus Peking Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte Grenzsicherung nach dem Mauerbau Einmal Beethoven-Haus und zurück Das Bild Walther Rathenaus in der DDR und der Bundesrepublik Alles nach Plan? Fünf Gedanken über Werner Schulz „Wie ein Film in Zeitlupe“ "Ich hatte Scheißangst" Ein Nazi flieht in die DDR Der 13. Februar 1945 im kollektiven Gedächtnis Dresdens Vor 50 Jahren im September: Zweimal Deutschland in der UNO Der Mann aus dem inneren Zirkel DDR-Vermögen auf Schweizer Konten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933: Nicht nur in Berlin Moskauer Hintergründe des 17. Juni Opfer einer "Massenpsychose"? Der Wolf und die sieben Geißlein Der Prager Frühling 1968 und die Deutschen Operativer Vorgang „Archivar“ 9. November 1989. Der Durchbruch 9. November 1918. „Die größte aller Revolutionen“? Der vielschichtige 9. November Biermann in meinem Leben Ein Wolf im Museum Entmutigung & Ermutigung. Drei Stimmen zu Biermann Spurenverwischer Kleinensee und Großensee Tod einer Schlüsselfigur Das besiegte Machtinstrument - die Stasi Anhaltende Vernebelung Die RAF in der DDR: Komplizen gegen den Kapitalismus Einem Selbstmord auf der Spur Druckfrisch Ehrlicher als die meisten Die Stasi und die Bundespräsidenten Das Einheits-Mahnmal Bodesruh D und DDR. Die doppelte Staatsgründung vor 75 Jahren. Chinas Rettungsofferte 1989 für die DDR Wessen wollen wir gedenken? 1949: Ablenkung in schwieriger Zeit 1949: Staatsgründung, Justiz und Verwaltung 1949: Weichenstellungen für die Zukunft Walter Ulbricht: Der ostdeutsche Diktator Die weichgespülte Republik - wurden in der DDR weniger Kindheitstraumata ausgelöst als im Westen? Friedrich Schorlemmer: "Welches Deutschland wollen wir?" Vor 60 Jahren: Martin Luther King predigt in Ost-Berlin Der Händedruck von Verdun Deutsche Erinnerungskultur: Rituale, Tendenzen, Defizite Die große Kraft der Revolution. Kirche im Wandel seit 1990. "Alles ist im Übergang" Das Mädchen aus der DDR Die Todesopfer des Grenzregimes der DDR Die Kirchner-Affäre 1990 Der Weg des Erinnerns „Manche wischen das weg, als ginge es sie gar nichts an“ Maßstabsetzend Die nächste Zeitenwende "Gegner jeglicher geistigen Bevormundung" Wenn die Vergangenheit nie ruht „Sie verhandeln über ein Volk, das nicht mit am Tisch sitzt“ Christoph Hein: "Die DDR war ideologisch, wirtschaftlich und politisch chancenlos" Das Bild der DDR von Konrad Adenauer und Willy Brandt im Kalten Krieg Die Macht der leisen Mutigen: „Es lohnt sich anständig zu sein“ Ehemalige Nazis in der SED "80 Jahre zu spät" „Dieser Personenkreis entwickelt eigene Vorstellungen zum Begriff Freiheit“ Zur Wirklichkeit von gestern und zur Möglichkeit von morgen – Vom Jüdischen im Deutschen „Den Helsinki-Prozess mit wirklichem Leben erfüllen“ Leerstellen und Geschichtsklitterungen Biografieforschung: Tödliche Ostseefluchten Polen als Feind Die Dimensionen der KSZE als entspannungspolitisches Konzept vor und nach 1989. Und heute? Woher kam die Zivilcourage? Mehr als nur Wüstenstaub im Mantel der Geschichte Drei Monate Aussicht auf Demokratie. Thüringen 1945 Wann, wenn nicht jetzt? Tova Friedman: "Erinnere dich" Wie konnte das geschehen? „Der Boden in Bayreuth ist kontaminiert“ Ein Hauptquartier der DDR-Opposition: Die Ost-Berliner Umweltbibliothek Gibt es eine Gründungserzählung für das vereinte Deutschland? „Eine der zentralen Persönlichkeiten bei der Selbstdemokratisierung der DDR“ Transformation und Deutsche Einheit Die sozialpsychologische Seite der Zukunft Zwölf Thesen zu Wirtschaftsumbau und Treuhandanstalt Die andere Geschichte der Umbruchjahre – alternative Ideen und Projekte 34 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen Wiedervereinigt auf dem Rücken von Migranten und Migrantinnen? Film ohne Auftrag - Perspektiven, die ausgegrenzt und unterschlagen wurden Geheimdienste, „Zürcher Modell“ und „Länderspiel“ 50 Jahre Grundlagenvertrag Drei Kanzler und die DDR Populismus in Ost und West Akzeptanz der repräsentativen Demokratie in Ostdeutschland Zusammen in Feindseligkeit? Neuauflage "(Ost)Deutschlands Weg" Ostdeutsche Frakturen Welche Zukunft liegt in Halle? Anpassungsprozess der ostdeutschen Landwirtschaft Daniela Dahn: TAMTAM und TABU Wege, die wir gingen „Der Ort, aus dem ich komme, heißt Dunkeldeutschland” Unternehmerischer Habitus von Ostdeutschen Teuer erkauftes Alltagswissen Trotz allem im Zeitplan Revolution ohne souveränen historischen Träger Mehr Frauenrechte und Parität Lange Geschichte der „Wende“ Eine Generation nach der ersten freien Volkskammerwahl Unter ostdeutschen Dächern Die de Maizières: Arbeit für die Einheit Schulzeit während der „Wende” Deutschland – Namibia Im Gespräch: Bahr und Ensikat Gorbatschows Friedliche Revolution "Der Schlüssel lag bei uns" "Vereinigungsbedingte Inventur" "Es gab kein Drehbuch" "Mensch sein, Mensch bleiben" Antrag auf Staatsferne Alt im Westen - Neu im Osten Die Deutsche Zweiheit „Ein echtes Arbeitsparlament“ Corona zeigt gesellschaftliche Schwächen Widersprüchliche Vereinigungsbilanz Schule der Demokratie Warten auf das Abschlusszeugnis Brief an meine Enkel Putins Dienstausweis im Stasi-Archiv Preis der Einheit Glücksstunde mit Makeln Emotional aufgeladenes Parlament Geht alle Macht vom Volke aus? Deutschland einig Vaterland 2:2 gegen den Bundestag "Nicht förderungswürdig" Demokratie offen halten Standpunkte bewahren - trotz Brüchen Die ostdeutsche Erfahrung Kaum Posten für den Osten Braune Wurzeln Wer beherrscht den Osten „Nicht mehr mitspielen zu dürfen, ist hart.“ Ein Ost-West-Dialog in Briefen Stadtumbau Ost Ostdeutschland bei der Regierungsbildung 2017 Die neue Zweiklassengesellschaft DDR-Eishockey im Wiedervereinigungsprozess Die SPD (West) und die deutsche Einheit Die Runden Tische 1989/90 in der DDR Die Wandlung der VdgB zum Bauernverband 1990 Transatlantische Medienperspektiven auf die Treuhandanstalt Transformation ostdeutscher Genossenschaftsbanken Demografische Entwicklung in Deutschland seit 1990 Parteien und Parteienwettbewerb in West- und Ostdeutschland Hertha BSC und der 1. FC Union vor und nach 1990 25 Jahre nach der Wiedervereinigung Ostdeutsches Industriedesign im Transformationsprozess Wende und Vereinigung im deutschen Radsport Wende und Vereinigung im deutschen Radsport (II) Kuratorium für einen demokratisch verfassten Bund deutscher Länder Europäische Union als Voraussetzung für deutschen Gesamtstaat Welche Zukunft braucht Deutschlands Zukunftszentrum? Ein Plädoyer. (K)Einheit Wird der Osten unterdrückt? Die neue ostdeutsche Welle Die anderen Leben. Generationengespräche Ost "Westscham" Sichtweisen Die innere Einheit Wer beherrscht den Osten? Forschungsdefizite rechtsaußen Verpasste Chancen? Die gescheiterte DDR-Verfassung von 1989/90 Einladung in die bpb: 75 Jahre Bundesrepublik Zu selbstzufrieden? Eine Phantomgrenze durchzieht das Land Noch mehr Mauer(n) im Kopf? Überlegenheitsnarrative in West und Ost Mehr Osten verstehen Westkolonisierung, Transformationshürden, „Freiheitsschock“ Glücksscham "In Deutschland verrückt gemacht" The Rise of the AfD - a Surprise? Der Osten: Ideen und Macher? Noch immer "Bürger zweiter Klasse"? „Wer sich heute ernsthaft die DDR zurückwünscht, hat ein kurzes Erinnerungsvermögen“ Hat da jemand „Freiheit“ gerufen? Zur Verteidigung eines guten Wortes Erinnerungslandschaften, zerklüftet Generation Einheit – eine Inselgeneration? West-Ost-Land „Und keiner hat Recht“ Leuchttürme im blauen Meer Ein Foto, das Saarland und kein Osten Helmut Kohls Schulterzucken "Viele Westdeutsche haben mittlerweile die Nase voll" Wir können uns eine "Lega West" genauso wenig leisten wie eine Ostdeutschtümelei Ich will die DDR auf keinen Fall zurück Die Ohnmächtigen ergreifen Partei Alltag, Gesellschaft und Demokratie Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Ost-West Nachrichtenvergleiche Fußball mit und ohne Seele München 1972: Olympia-Streit um das „wahre Freundesland“ Afrikas Das religiöse Feld in Ostdeutschland Repräsentation Ostdeutschlands nach Wahl 2021 Die Transformation der DDR-Presse 1989/90 Das Elitendilemma im Osten "Affirmative Action" im Osten Ostdeutsche in den Eliten als Problem und Aufgabe Ostdeutsche Eliten und die Friedliche Revolution in der Diskussion Die Bundestagswahl 2021 in Ostdeutschland Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970–1990 Der Plan einer Rentnerkartei in der DDR "Es ist an der Zeit, zwei deutsche Mannschaften zu bilden" Deutsch-ausländische Ehen in der Bundesrepublik Verhandelte Grenzüberschreitungen Verpasste Chancen in der Umweltpolitik Der dritte Weg aus der DDR: Heirat ins Ausland Und nach Corona? Ein Laboratorium für Demokratie! Nichtehelichkeit in der späten DDR und in Ostdeutschland 30 Jahre später – der andere Bruch: Corona Mama, darf ich das Deutschlandlied singen Mit der Verfassung gegen Antisemitismus? Epidemien in der DDR Homosexuelle in DDR-Volksarmee und Staatssicherheit „Die DDR als Zankapfel in Forschung und Politik" Die Debatte über die Asiatische Grippe Coronavirus - Geschichte im Ausnahmezustand Werdegänge Familien behinderter Kinder in BRD und DDR Vom Mauerblümchen zum Fußball-Leuchtturm DDR-Alltag im Trickfilm Die alternative Modeszene der DDR Nachrichtendienste in Deutschland. Teil II Nachrichtendienste in Deutschland. Teil I Die Jagd gehört dem Volke Homosexuelle und die Bundesrepublik Deutschland Honeckers Jagdfieber zahlte die Bevölkerung Sicherheitspolitik beider deutscher Staaten von 1949 bis 1956 Frauen im geteilten Deutschland Ostdeutsche Identität Patriotismus der Friedensbewegung und die politische Rechte Rechte Gewalt in Ost und West Wochenkrippen und Kinderwochenheime in der DDR Urlaubsträume und Reiseziele in der DDR Reiselust und Tourismus in der Bundesrepublik Schwule und Lesben in der DDR Die westdeutschen „Stellvertreterumfragen“ Erfahrungen mit der Krippenerziehung „Päckchen von drüben“ Vor aller Augen: Pogrome und der untätige Staat Zwischen Staat und Markt Dynamo in Afrika: Doppelpass am Pulverfass Auf deutsch-deutscher UN-Patrouille in Namibia 1989 Zwischen den Bildern sehen Vom Neonazi-Aussteiger ins Oscar-Team „Eine Generalüberholung meines Lebens gibt es nicht“ "Autoritärer Nationalradikalismus“ Unter strengem Regime der Sowjets: Die Bodenreform 1945 Diplomatische Anstrengungen auf dem afrikanischen Spielfeld Demokratiestörung? „Im Osten gibt es eine vererbte Brutalität“ Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Turnschuhdiplomatie im Schatten Eine Keimzelle politischen Engagements (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Anti-Antisemitismus als neue Verfassungsräson? "Ich höre ein Ungeheuer atmen" Als es mir kalt den Rücken runterlief Deutsche Putschisten Thüringen als Muster-Gau? Wie die Mitte der Gesellschaft verloren ging "Nahezu eine Bankrotterklärung" „Bei den Jungen habe ich Hoffnung“ Der lange Weg nach rechts Übersehene Lehren für die Bundestagswahl 2025 Provinzlust - Erotikshops in Ostdeuschland Turnschuhdiplomatische Bildungsarbeit Ostdeutsche „Soft Power“ Abschied von der zivilen Gesellschaft? "Die DDR wird man nie ganz los" Von Nutzen und Nachteil der Brandmauer Disruption. Die Revolution der Erschöpften Wie Weimar ist die Gegenwart? Eine Zäsur für die deutsche Demokratie? „Der Erfolg der Linken zeigt, wie es gehen kann“ Zeitenwende 2.0 Die Post-Wagenknecht-Linke Staatskapazität statt Sündenböcke Der "NSU" im Lichte rechtsradikaler Gewalt "Dann muss ich eben selbst Milliardär werden"  Kommerzialisierte Solidarität Wie der DFB 1955 den Frauen-Fußball verbot Die Schlacht um die Waldbühne Die Hare-Krishna-Bewegung im Ost-Berlin der 1980er-Jahre Monomorium: Wie Krankenhäuser in der DDR zum Gesundheitsrisiko wurden Wie meine Großmutter Ursula Winnington die DDR-Küche aufmischte Wer gibt uns heute noch zu denken? Wolfgang Engler: „Eine gesamtgesellschaftliche Scham“ „Ein anständiger Mensch in unanständigen Zeiten“ Demokratiefeinde auf der Überholspur? „Mediale Wüsten“ "Wir fallen wieder zurück in unselige Zeiten" Italien und die DDR Die Leerstelle "Sind so kleine Hände" Textauszug aus: Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie Nein sagen Politik im Spiel. Eine politische Geschichte der Bundestrainer Die Trainer der SED Der Osten ist nicht verloren "Dann hätte sich das Land tatsächlich abgeschafft" Berlin – geteilte Stadt & Mauerfall Berliner Polizei-Einheit Die Mauer. 1961 bis 2026 The Wall: 1961-2021 - Part One The Wall: 1961-2021 - Part Two "Es geht nicht einfach um die Frage, ob Fußball gespielt wird" Mauerbau und Alltag in Westberlin Der Teilung auf der Spur Kein Olympia mehr in Berlin? Der Mauerfall aus vielen Perspektiven Video der Maueröffnung am 9. November 1989 Die Mauer fiel nicht am 9. November Mauersturz statt Mauerfall Heimliche Mauerfotos von Ost-Berlin aus Ost-West-Kindheiten "Niemand hat die Absicht, die Menschenwürde anzutasten" Berlinförderung und Sozialer Wohnungsbau in der „Inselstadt“ Wie stellt der Klassenfeind die preußische Geschichte aus? Flughafen Tempelhof Die Bundeshilfe für West-Berlin Christliche Gemeinschaft im geteilten Berlin Amerikanische Militärpräsenz in West-Berlin Das Stadtjubiläum von 1987 in Ost- und West-Berlin Bericht zum Workshop "Das doppelte Stadtjubiläum" Das untergegangene West-Berlin Interview: „Der Zoo der Anderen“ Die "Weltnachricht" mit ungewollter Wirkung Sanktioniert, instrumentalisiert, ausgeblendet 1989/90 - Friedliche Revolution und Deutsche Einheit Frauen in der Bürgerbewegung der DDR Die Wege zum 9. November 1989 „Die Stunde ist gekommen aufzustehen vom Schlaf“ Mythos Montagsdemonstration Ossi? Wessi? Geht's noch? Es gibt keine wirkliche Ostdebatte Die. Wir. Ossi. Wessi? Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen 2 plus 4: "Ihr könnt mitmachen, aber nichts ändern“ Blick zurück nach vorn Wem gehört die Revolution? Die erste und letzte freie DDR-Volkskammerwahl Mythos 1989 Joseph Beuys über die DDR Der 9. Oktober 1989 in Leipzig Egon Krenz über den 9. November Die deutsche Regierung beschleunigt zu stark Projekte für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin und Leipzig Deutsch-deutsche Begegnungen. Die Städtepartnerschaften am Tag der Deutschen Einheit Mit Abstand betrachtet - Erinnerungen, Fragen, Thesen. Die frohe Botschaft des Widerstands Mauerfall mit Migrationshintergrund "Wer kann das, alltäglich ein Held sein?" "Es geht um Selbstbefreiung und Selbstdemokratisierung" Kann man den Deutschen vertrauen? Ein Rückblick nach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit Von der (eigenen) Geschichte eingeholt? Der Überläufer Der Überläufer (Teil IV) Der Deal mit "Schneewittchen" alias Schalck-Golodkowski Der Maulwurf des BND: „Die Karre rast auf die Wand zu“ Der lautlose Aufstand Wem gehört die Friedliche Revolution? Verschiedene Sichten auf das Erbe des Herbstes 1989 „Und die Mauern werden fallen und die alte Welt begraben“ Im Schatten von Russlands Ukrainekrieg: Der Zwei-plus-Vier-Vertrag in Gefahr? Der Zwei-plus-Vier-Vertrag: Die Stufen der Einigung über die Einheit Der Wendepunkt Das Ende der Stasi vor 35 Jahren Der Zauber des Anfangs „Als wir träumten“ Verhinderter Historikerdiskurs Russlands neuer Vorwurf: Greift Berlin nach der Atombombe? Nationalismus und Polarisierung Krieg & Frieden. Wohin führt die Zeitenwende? Über 80 Analysen & Essays. Wenig Hoffnung auf baldigen Frieden Was riskieren wir? Ein Sommer der Unentschlossenheit Ein Jahr Krieg Die Waffen nieder? Ungleiche Fluchten? Schwerter allein sind zu wenig „Russland wird sich nach Putin ändern“ Die be(un)ruhigende Alltäglichkeit des Totalitären Vergessene Bomben aus Deutschland Putins Mimikry Schon einmal Vernichtungskrieg Verhandeln, aber wie? Das sterbende russländische Imperium und sein deutscher Helfer Was lief schief seit dem Ende des Kalten Krieges? „Sie haben die Zukunft zerbrochen“ Vertreibung ist auch eine Waffe "Wie ich Putin traf und er mich das Fürchten lehrte" "Wir bewundern sie und sie verschwinden" Mehr Willkommensklassen! Hoffen auf einen russischen „Nürnberger Prozess“ Russische Kriegskontinuitäten Wurzeln einer unabhängigen Ukraine Der erschütterte Fortschritts-Optimismus "Leider haben wir uns alle geirrt" Die Hoffnung auf eine gesamteuropäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur nicht aufgeben „Ihr Völker der Welt“ Das erste Opfer im Krieg ist die Wahrheit China und die „Taiwanfrage“ Deutschlands Chinapolitik – schwach angefangen und stark nachgelassen "Ein Dämon, der nicht weichen will" "Aufhören mit dem Wunschdenken" Zäsur und Zeitenwende. Wo befinden wir uns? Im zweiten Kriegsjahr Zeitenwende – Zeit der Verantwortung Müde werden darf Diplomatie nie Sprachlosigkeiten Wie ist dieser Krieg zu deeskalieren und zu beenden? Teil 1 Als Brückenbau noch möglich war Der Krieg in der Ukraine als neuer Horizont für politische Bildung und Demokratiepädagogik Bleibt nur Gegengewalt? „Mein Körper ist hier, aber mein Herz und meine Seele sind immer in Israel“ „Ich hoffe, dass die Ukraine die BRD des 21. Jahrhunderts wird“ Krieg als Geschäft Bodenlose Ernüchterung In geheimer Mission: Die DDR-NVA gegen den „jüdischen Klassenfeind“ „Verbote bringen herzlich wenig“ Eine missachtete Perspektive? Verordnete Feindbilder über Israel in der DDR: Eine Zeitungs-Selbstkritik Die erste DDR-Delegation in Israel. Ein Interview mit Konrad Weiß „Dieser westliche Triumphalismus ist ein großer Selbstbetrug“ Wolf Biermann: Free Palestine...? Was hilft gegen politische Tsunamis? Der Tod ist ein Meister aus Russland Wann ist die Zeit zu verhandeln? „Ich bedaure und bereue nichts“ "Schon im 3. Weltkrieg?" „Die Logik des Krieges führt zu keinem positiven Ende“ "Bitte wendet euch nicht von uns ab". Zwei Hilferufe aus Belarus Nach 1000 Tagen bitterem Krieg Russische Frauen von Deutschland aus im Widerstand Doppeldenken als soziale adaptive Strategie Belarus. Terra Incognita "Siegfrieden" „Die Deutschen sind die Düpierten“ Die Stunde Europas. Bloß wie? Ein Leben, zwei Mal Flucht Verklärung der Geschichte als Zukunftsrezept Daniel Kehlmann: „Was wir in den USA erleben, ist eine asymmetrische Diktatur“ "Dies alles muss beendet werden" Zwischen Wirtschafts- und Militärmacht Die Ostpolitik 1969 bis 1973: Vorbedingung für KSZE und Deutsche Einheit Krieg ohne Grenzen Wolf Biermann: "Die Moritat von den Liebespaaren im Jahre 2025“ „Nicht abwenden“ „Vielleicht sind wir erst am Anfang des Krieges“ Jüdinnen in Deutschland nach 1945 Interviews Beiträge Alle Porträts im Überblick Redaktion Un-Rechts-Staat DDR Bedrohter Alltag Unrecht, Recht und Gerechtigkeit - eine Bilanz von Gerd Poppe Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – eine "Totale Institution" Stasi-Hafterfahrungen: Selbstvergewisserung und Renitenz Kritik und Replik: Suizide bei den Grenztruppen und im Wehrdienst der DDR Suizide bei den Grenztruppen der DDR. Eine Replik auf Udo Grashoff Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes, ihre Aufarbeitung und die Erinnerungskultur Die Freiheit ist mir lieber als mein Leben „Nicht nur Heldengeschichten beschreiben“ Wer war Opfer des DDR-Grenzregimes? Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine Recherche Todesopfer des DDR-Grenzregimes - Eine andere Sicht "Begriffliche Unklarheiten" Die Reichsbahn und der Strafvollzug in der DDR "Schicksale nicht Begriffe" Mauerbau und Machtelite Zwangseingewiesene Mädchen und Frauen in Venerologischen Einrichtungen Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek Politisch inhaftierte Frauen in der DDR Ein widerständiges Leben: Heinz Brandt Über den Zaun und zurück – Flucht und Rückkehr von Dietmar Mann Die politische Justiz und die Anwälte in der Arä Honecker Geraubte Kindheit – Jugendhilfe in der DDR Haftarbeit im VEB Pentacon Dresden – eine Fallstudie Zwischen Kontrolle und Willkür – Der Strafvollzug in der DDR Suizide in Haftanstalten: Legenden und Fakten Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen in der DDR bei Stellung eines Ausreiseantrages Max Fechner – Opfer oder Täter der Justiz der Deutschen Demokratischen Republik? Die "Auskunftspersonen" der Stasi – Der Fall Saalfeld Geschlossene Venerologische Stationen und das MfS Jugendhilfe und Heimerziehung in der DDR Fraenkels "Doppelstaat" und die Aufarbeitung des SED-Unrechts "OV Puppe". Ein Stasi-Raubzug im Spielzeugland Verdeckte Waffendeals der DDR mit Syrien Vom Zwangsleben unter Anderen "Ungehaltene Reden". Denkanstöße ehemaliger Abgeordneter der letzten Volkskammer der DDR Was sollten Wähler und Wählerinnen heute bedenken? Ein urdemokratischer Impuls, der bis ins Heute reicht „Als erster aus der Kurve kommen“ Die Rolle des Staats in der Wahrnehmung der Ostdeutschen Die durchlaufene Mauer Interview: Peter-Michael Diestel Interview: Günther Krause Interview: Lothar de Maizière Warum ist das Grundgesetz immer noch vorläufig? "Ein Beitrittsvertrag, kein Vereinigungsvertrag" „Miteinander – Füreinander. Nie wieder gegeneinander“ 1989/90: Freiheit erringen, Freiheit gestalten Lager nach 1945 Ukrainische Displaced Persons in Deutschland Jugendauffanglager Westertimke Das Notaufnahmelager Gießen Gedenkstätte und Museum Trutzhain Die Barackenstadt: Wolfsburg und seine Lager nach 1945 Die Aufnahmelager für West-Ost-Migranten Die Berliner Luftbrücke und das Problem der SBZ-Flucht 1948/49 Migration und Wohnungsbau. Geschichte und Aktualität einer besonderen Verbindung am Beispiel Stuttgart-Rot Das Musterhaus Matz im Freilichtmuseum Kiekeberg Orte des Ankommens (I): Architekturen für Geflüchtete in Deutschland seit 1945 Asylarchitekturen zwischen technokratischer Kontrolle und Selbstbestimmung Tor zum Realsozialismus: Das Zentrale Aufnahmeheim der DDR in Röntgental Alternative Wohnprojekte mit Geflüchteten „Bereits baureif.“ Siedlungsbau der Nachkriegszeit auf dem ehemaligen Konzentrationslagergelände in Flossenbürg Das ehemalige KZ-Außenlagergelände in Allach – ein vergessener Ort der (Nach-) Kriegsgeschichte Neugablonz - vom Trümmergelände zur Vertriebenensiedlung Räume der Zuflucht – Eine Fallstudie aus Lagos, Nigeria "Sie legten einfach los". Siedler und Geflüchtete in Heiligenhaus Frauen in der DDR (Die) Mütter der Gleichberechtigung in der DDR Sexismus unter gleichberechtigten Werktätigen Der Schwangerschaftsabbruch in der DDR Die Situation von lesbischen Frauen in der DDR Hauptamtliche Stasi-Mitarbeiterinnen Frauen im geteilten Deutschland „Schönheit für alle!“ Pionierinnen im Fußball – Von der Produktion auf den Platz Vertragsarbeiterinnen in der DDR Gleichberechtigung in heterosexuellen Partnerschaften in der DDR Der fremde Blick Kultur und Medien Einmal Beethoven-Haus und zurück Gedächtnis im Wandel? Der Aufbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ostdeutschland Die Demokratisierung von Rundfunk und Fernsehen der DDR Die Stasi und die Hitler-Tagebücher Ein Nachruf auf Walter Kaufmann Die Tageszeitung »Neues Deutschland« vor und nach 1990 Wie ein Staat untergeht Objektgeschichte antifaschistischer Ausstellungen der DDR Reaktionen auf die Ausstrahlung der Fernsehserie „Holocaust“ „Mitteldeutschland“: ein Kampfausdruck? Gesundheitsaufklärung im Global Humanitarian Regime The British Press and the German Democratic Republic Kulturkontakte über den Eisernen Vorhang hinweg "Drei Staaten, zwei Nationen, ein Volk“ "Flugplatz, Mord und Prostitution" SED-Führung am Vorabend des "Kahlschlag"-Plenums Ende der Anfangsjahre - Deutsches Fernsehen in Ost und West "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Es gibt keinen Dritten Weg" Frauenbild der Frauenpresse der DDR und der PCI Regionales Hörfunkprogramm der DDR DDR-Zeitungen und Staatssicherheit Eine Chronik von Jugendradio DT64 Die "neue Frau": Frauenbilder der SED und PCI (1944-1950) „Streitet, doch tut es hier“ Olympia in Moskau 1980 als Leistungsschau für den Sozialismus Wo Kurt Barthel und Stefan Heym wohnten „Eine konterrevolutionäre Sauerei“ Die radix-blätter - ein besonderes Medium der Gegenöffentlichkeit in der DDR Wut und Zweifel: Erinnerungsbilder für die Zukunft „Wir wollten nicht länger auf Pressefreiheit warten“ Die Freiheit geht zum Angriff über auf die Utopie des Kommunismus Von der Kunst des Romans "Der Jazz-Bazillus hatte mich" Werte 1989 - 2025 Kahlschlag auch gegen den Jazz Jürgen Fuchs: "Ich feinde an, was über Leichen geht" Jazz nicht nur in Nischen Schülerzeitungstexte Noch Mauer(n) im Kopf? Liebe über Grenzen Ostseeflucht Fluchtursachen Die Frau vom Checkpoint Charlie Mutti, erzähl doch mal von der DDR Staatsfeind Nr.1: DAS VOLK!!! Mit dem Bus in die DDR Ost und West. Ein Vergleich Warum wird der 3. Oktober gefeiert? "Ich wünsch mir, dass die Mauer, die noch immer in vielen Köpfen steht, eingerissen wird" Immer noch Mauer(n) im Kopf? Jüdinnen und Juden in der DDR Antisemitismus in Deutschland Die Zweite Generation jüdischer Remigranten im Gespräch War die DDR antisemitisch? Antisemitismus in der DDR Teil I Antisemitismus in der DDR Teil II Als ob wir nichts zu lernen hätten von den linken Juden der DDR ... Ostdeutscher Antisemitismus: Wie braun war die DDR? Die Shoah und die DDR Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil I Umgang mit jüdischen Friedhöfen und Friedhofsschändungen, Teil II Israel im Schwarzen Kanal Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, I Der Nahostkonflikt in Kinder- und Jugendzeitschriften der DDR, II Das Israelbild der DDR und dessen Folgen Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte "Jüdisch & Links" von Wolfgang Herzberg Der patriarchalen Erinnerungskultur entrissen: Hertha Gordon-Walcher Jüdisch sein in Frankreich und in der DDR Zeitenwende Ist der Osten ausdiskutiert? Der Mutige wird wieder einsam Das Jahr meines Lebens Basisdemokratie Lehren aus dem Zusammenbruch "Wir wollten uns erhobenen Hauptes verabschieden" Für die gute Sache, gegen die Familie DDR-Wissenschaftler Seuchenbekämpfung Chemnitz: Crystal-Meth-Hauptstadt Europas Keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird Allendes letzte Rede Friedliche Revolution Gethsemanekirche und Nikolaikirche Das Wirken der Treuhandanstalt Gewerkschaften im Prozess von Einheit und Transformation Zusammenarbeit von Treuhandanstalt und Brandenburg Privatisierung vom DDR-Schiffbau Die Leuna-Minol-Privatisierung Übernahme? Die Treuhandanstalt und die Gewerkschaften: Im Schlepptau der Bonner Behörden? Treuhand Osteuropa Beratungsgesellschaft "Ur-Treuhand" 1990 Internationale Finanzakteure und das Echo des Sozialismus Soziale Marktwirtschaft ohne Mittelstand? Die Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR Suche nach den Spuren der DDR Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und der DDR Der Freundschaftsverein „EFA“ Die Mauer in der französischen Populärkultur DDR als Zankapfel in Forschung und Politik DDR-Geschichte in französischen Ausstellungen nach 2009 Theater- und Literaturtransfer zwischen Frankreich und der DDR Die DDR in französischen Deutschbüchern Kommunalpartnerschaften zwischen Frankreich und der DDR Frankreich als ferne Nähe „Der andere Planet“ und das „Sehnsuchtsland“ Regimebehauptung und Widerstand Mut zum Aussteigen aus Feindbildern Für die Freiheit verlegt - die radix-blätter Der Fußballfan in der DDR Jugend in Zeiten politischen Umbruchs Umweltschutz als Opposition Sozialistisches Menschenbild und Individualität. 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Italienische Zuwanderung nach Deutschland Jüdische Displaced Persons Das Notaufnahmelager Marienfelde Migration aus Süd- und Südosteuropa nach Westeuropa Die "Kinder der 'Operation Shamrock'" Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 West-Ost-Übersiedlungen in der evangelischen Kirche Migration aus der Türkei Griechische Migration nach Deutschland Die Herausforderung der Aussiedlerintegration Die Ausreise aus der DDR Das Spezifische deutsch-deutscher Migration Flüchtlinge und Vertriebene im Nachkriegsdeutschland Interview mit Birgit Weyhe zur Graphic Novel "Madgermanes" Die Migration russischsprachiger Juden seit 1989 Chinesische Vertragsarbeiter in Dessau Arbeitsmigranten in der DDR Gewerkschaften und Arbeitsmigration in der Bundesrepublik „Zustrombegrenzung“ im Nachkriegsdeutschland Deutschlandforschertagung 2016 Eröffnungsreden Panels und Poster Session Grenzgebiete Die Wende im Zonenrandgebiet Der andere Mauerfall Das "Grüne Band" Alltagsleben im Grenzgebiet Aktion, Reaktion und Gegenreaktion im „Schlüsseljahr“ 1952 Außensichten auf die deutsche Einheit Wahrnehmung des geeinten Deutschlands in Serbien Norwegische Freundschaft mit dem vereinten Deutschland Deutschland im Spiegel des Wandels der Niederlande Österreichs Reaktionen auf die Mühen zur deutschen Einheit Israelische Reaktionen auf die Wiedervereinigung Deutsche Diplomaten erleben den Herbst 1989 Das wiedervereinigte Deutschland aus Sicht der Slowaken Wahrnehmung der deutschen Einheit in Dänemark Die Perzeption der Wiedervereinigung in Lateinamerika Deutsch-polnische Beziehungen Der Blick junger Schweizer auf Deutschland Bulgarien blickt erwartungsvoll nach Deutschland Vom bescheidenen Wertarbeiter zur arroganten Chefin "Gebt zu, dass die Deutschen etwas Großes geleistet haben." 150 Jahre Sozialdemokratie Wehners Ostpolitik und die Irrtümer von Egon Bahr 150 Jahre Arbeiterturn- und Sportbewegung Die Spaltung der SPD am Ende der deutschen Teilung Willy Brandts Besuch in Ostberlin 1985 Deutschlandforschertagung 2014 Einleitungsvortrag von Christoph Kleßmann Tagungsbericht: "Herrschaft und Widerstand gegen die Mauer" Tagungsbericht: Sektion "Kultur im Schatten der Mauer" Interview mit Heiner Timmermann Interview mit Angela Siebold Interview mit Jérôme Vaillant Interview mit Irmgard Zündorf Interview mit Andreas Malycha Die Mauer in westdeutschen Köpfen Multimedia Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen „9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet" Arnold Julius und Walter Frankenstein: Überlebende der Shoah Milan Čobanov: Mit elf holte mich meine Mutter nach Deutschland Ayşe Demir: Ich bin ein Gastarbeiterkind Wie wurde ich ein politischer Mensch? 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Miriam Rürup: „Jüdische Geschichte ist immer Migrationsgeschichte “ Historikerin und Direktorin des Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam

Miriam Rürup Sharon Adler

/ 32 Minuten zu lesen

Von Migration und Staatenlosigkeit bis zu Frauen als Akteurinnen: Miriam Rürup über neue Perspektiven auf jüdische Geschichte und darüber, was sich in ungewöhnlichen Quellen entdecken lässt.

Miriam Rürup ist Historikerin und Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien (MMZ) in Potsdam sowie Professorin für Europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam. Miriam Rürup: „Bei meinen Studierenden habe ich den Eindruck, dass das Interesse an jüdischer Geschichte und Gegenwart derzeit eher größer als kleiner wird. Es wäre eine große verpasste Chance, wenn wir dieses Interesse nicht aufgreifen würden.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2026)

Sharon Adler: Die deutsch-jüdische Geschichte und Zeitgeschichte steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt deiner Forschung. Möchtest du zunächst etwas über deine eigene Familiengeschichte und dein Aufwachsen erzählen?

Miriam Rürup: Ich komme aus einem Elternhaus, in dem Lesen eine sehr große Rolle spielte. Das war etwas, was ich auch als Kind schon unglaublich gerne gemacht habe, mich in Geschichten vertiefen und Geschichten zuhören. Wenn also meine Eltern sich untereinander oder mit ihren Freundinnen und Freunden unterhalten haben, dann habe ich in meiner Erinnerung immer große Ohren gekriegt und fand das alles sehr spannend. Zugleich war es ein sehr politisches Elternhaus. Es wurde viel am Küchentisch diskutiert, auch mit dem großen Freundeskreis, der sehr politisch war und sehr international. Israelis, Libanesen, Palästinenser, die in verschiedenen Ländern lebten, Franzosen oder auch mal Verwandte aus der Sowjetunion und der DDR. In dieser Zusammensetzung wurde immer viel über die großen historischen Themen und die großen zeitgenössischen aktuellen Themen diskutiert. Zum Beispiel über alles rund um Israel und die besetzten Gebiete und wie man die linke Bewegung in Israel unterstützen kann.

Meine Mutter kommt aus Israel, aus einem sogenannten jeckischen Elternhaus. Ihre Eltern sind ursprünglich aus Mannheim und Heidelberg. Väterlicherseits kommt meine Familie aus dem Norden Deutschlands, aus Westfalen. Insofern war meine Erfahrung schon immer ein bisschen grenzüberschreitend. Aufgewachsen bin ich in Karlsruhe.

Zu dieser Zeit waren alle drei Großeltern, die zwei mütterlicherseits und die Oma väterlicherseits, auch in den entstehenden alternativen und grünen Bündnissen in Karlsruhe aktiv, noch vor der Gründung der Partei Die Grünen. Auch dadurch bin ich in einem Umfeld aufgewachsen, in dem ständig und viel diskutiert wurde.

Sharon Adler: Was hat deine in Israel geborene Mutter als Angehörige der Zweiten Generation über die Emigration, die Flucht oder auch die Verfolgung ihrer Eltern in Mannheim berichtet; war das ein Thema bei euch zuhause?

Miriam Rürup: Ich weiß nicht mehr, ob meine Schwester und ich da neugierig nachgefragt haben, aber wir wussten es einfach. Vor allem aber die Großeltern haben darüber gesprochen. An deren Geburtstagen oder anderen Gelegenheiten waren häufig Menschen aus ihrer Generation zu Besuch. Die hatten natürlich alle einen persönlichen Bezug zur Zeit des Nationalsozialismus und der Verfolgung. Und das erinnere ich schon, dass ich dabeisaß und mir diese Geschichten anhörte, und wie sie zum Beispiel untereinander darüber sprachen, in welchem Lager sie waren, in welchen Ghettos. Als Kind fand ich es immer ungewöhnlich oder überraschend, dass sie so offen damit umgingen. Und dass man sich gegenseitig mit der Erzählung übertrumpfte, wer wie viele Lager überlebt hat. Aber das waren ja auch schon die späten 1970er-Jahre, und die Verfolgung war zwar immer noch sehr präsent, aber wohl auch lang genug her, um darüber mit bitterem Humor zu sprechen. Das war sicherlich auch ein Versuch, das überhaupt zu verarbeiten. Viele haben ja aufgrund des Traumas nicht gesprochen.

Es waren die sehr tristen Jahre in der Bundesrepublik, wo es kaum junge Menschen in den jüdischen Gemeinden gab: Die bestanden aus Menschen, die den Krieg im Versteck oder die Lager überlebt und ihre Familien verloren haben, die alt oder gebrochen waren. Das waren die Menschen, die in Deutschland blieben. Dazu kamen damals viele Migrationsfamilien. Russen, die in den 70ern, schon lange vor den Kontingentflüchtlingen, aus der Sowjetunion emigriert sind und zum Beispiel über Israel nach Deutschland kamen. Und die Displaced Persons, die DPs, oder deren in den späten 1940ern geborene Kinder. Als ich meine Bat Mitzwa gemacht habe, bei Rabbiner Nathan Peter Levinson, war ich fast die Einzige im Bat-Mitzwa-Unterricht. Außer mir gab es noch den Sohn von Werner Nachmann und die Tochter des Kantors.

Sharon Adler: Wie begann dein Weg in das Forschungsfeld deutsch-jüdische Geschichte und Zeitgeschichte? Gab es Themen oder Fragestellungen, die dich zu Beginn deiner wissenschaftlichen Laufbahn als Historikerin besonders beschäftigt haben?

Miriam Rürup: Ich habe tatsächlich mit, wie es damals noch hieß, Frauengeschichte angefangen. Aufgewachsen bin ich in einem wunderschönen Mietshaus, wo alle Nachbarn sich kennen und füreinander da sind. Eine unserer Nachbarinnen war Historikerin: Susanne Asche. Sie war zu dieser Zeit an der Arbeit von zwei Büchern über Juden in Karlsruhe und Frauen in Karlsruhe beteiligt. Und als ich ein Schülerpraktikum machen sollte, bot sie an, dass ich es im Stadtarchiv in Karlsruhe machen könnte, wo sie arbeitete.

Dort habe ich dann kleine Rechercheaufträge im Bereich Frauengeschichte bekommen und sollte Kleinanzeigen des 19. Jahrhunderts durchsehen und in welchen beruflichen Sparten Frauen damals Werbung machten. Diese Praktikumszeit, es waren wohl so sechs oder acht Wochen, war schon relativ prägend. Ich bin mit diesem Gefühl da rausgegangen, dass das etwas wäre, worauf ich Lust hätte.

Dadurch, was ich über Frauengeschichte

Miriam Rürup in ihrem Büro am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam. Im Hintergrund ist ein Bild von HAP Grieshaber zu sehen, das Miriam Rürup von ihren Großeltern mütterlicherseits geerbt hat. Margot Fürst, die enge Mitarbeiterin und spätere Nachlassverwalterin des Künstlers, floh 1935 als Kommunistin vor der NS-Verfolgung nach Palästina und kehrte 1951 aus Israel nach Westdeutschland zurück. Die Großeltern kannten sie aus ihrer gemeinsamen politischen Tätigkeit in den 1920er-Jahren. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2026)

in den Quellen gefunden habe und zum anderen mitbekommen habe, wie über jüdische Geschichte in Karlsruhe gesprochen wurde, war mein Zugang zur Geschichte nicht die Geschichte der großen Herrschenden, der Kriege oder der Jahreszahlen. Sondern eher das Interesse daran, zu schauen, was passiert eigentlich mit denen oder wie handeln eigentlich diejenigen, die nicht so genau angeschaut werden – sprich: die Minderheiten, am Beispiel der jüdischen Minderheit, oder die Marginalisierten in der Gesellschaft, die in der Geschichte häufig keine eigene Stimme hatten, nämlich die Frauen. Das war mein erster Zugang.

Miriam Rürup promovierte 2007 an der Technischen Universität Berlin mit einer Dissertation über jüdische Studentenverbindungen an deutschen Universitäten zwischen 1886 und 1937, die 2008 unter dem Titel Ehrensache. Jüdische Studentenverbindungen an deutschen Universitäten 1886–1937 publiziert wurde.

Promoviert habe ich über jüdische Studentenverbindungen. Auch das kam aus diesem Anfangsverständnis heraus, mich mit Geschichte über die Dinge zu beschäftigen, die ein bisschen überraschend oder gegenläufig sind. In Göttingen begegnete ich Studentenverbindungen der Gegenwart ja vor allem als männerbündische und politisch mindestens konservative Vereinigungen. Historisch kannte ich sie vor allem als deutschnationale Organisationen. Und so dachte ich anfangs ganz naiv, dass das ja gar nicht mit der Idee einer jüdischen Studentenverbindung zusammenpassen könnte. Also entweder, weil sie als Juden herausgedrängt wurden, oder weil sie selbst das gar nicht für sich beanspruchten.

Die Überraschung war dann aber doppelt: Erstens gab es lange keine direkten Statuten, die Juden prinzipiell ausschlossen, sondern es war eher eine sehr wirksame soziale Praxis, die sie nicht willkommen geheißen hat. Und zweitens wollten sie genauso begeistert deutschnational, männerbündisch und trotzdem jüdisch sein können. Sie gingen einfach davon aus, dass sich das nicht widerspricht! Dieses Überraschungsmoment war etwas, was mich an meinem Blick auf jüdische Geschichte gereizt hat.

Und dann dachte ich: Warum sollten Juden nicht auch eine deutschnationale Haltung haben können? Schließlich wussten die Zeitgenossen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts beispielsweise noch nicht, was ab 1933 passieren sollte. Wir können ihnen keine politische Naivität vorwerfen, denn das würden wir aus unserer besserwissenden Rückschau tun.

Das Besondere an diesen Verbindungsstudenten ist auch, dass sie einen Lebensbund eingingen: Sie blieben, auch wenn sie längst nicht mehr Studierende waren, Mitglied des Bundes. Diese Lebensbünde als „Alte Herren“ hatten auch in der Emigration weiter Bestand – sowohl in Israel als auch in den USA und in England, als es die Studentenverbindungen selbst schon längst nicht mehr gab. Ich erinnere mich noch, wie ich als Doktorandin einen Vortrag in Israel gehalten habe und danach ein alter, am Stock gehender Mann auf mich zukam und sich bei mir bedankte, dass ich ihm „seinen Vater erklärt“ habe. Das war für mich sehr bewegend und eindrücklich. Für ihn habe ich wahrscheinlich ein Erklärungsmuster geliefert, in dem das, was er in seiner Familienerzählung vielleicht immer nicht ganz verstanden hatte, einen Sinn ergeben konnte. Es gibt die individuelle Lebensgeschichte, und dann gibt es das große Gerüst, in das wir uns alle als Individuen einsortieren.

Jüdische Perspektiven der Diaspora / Oral History

Sharon Adler: Nach Stationen und Funktionen – unter anderem in Jerusalem, Leipzig, Washington und Hamburg – leitest du seit 2020 als Direktorin das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam. Deutsch-jüdische Geschichte wird vorrangig mit Blick auf die Perspektive Deutschlands erzählt. Welche Erkenntnisse eröffnet eine transnationale und diasporische Perspektive für das Verständnis deutsch-jüdischer Geschichte?

Miriam Rürup: Also, fast schon banal auf den Punkt gebracht wäre das vielleicht: Jüdische Geschichte ist immer Migrationsgeschichte. „Banal” würde ich es deswegen nennen, weil das letztlich für die gesamte Geschichte gilt. Jede angebliche „Nationalgeschichte“, egal ob jüdisch, katholisch, buddhistisch, muslimisch geprägt, ist immer eine Migrationsgeschichte. Aber in der Gegenüberstellung muss man gerade die jüdische Geschichte eigentlich immer als eine nationale „Bindestrich”-Geschichte schreiben, als eine deutsch-jüdische, eine europäisch-jüdische, eine französisch-jüdische, weil es eben, gerade wenn wir uns Familien anschauen, immer auch weite Verzweigungen gibt. Dies ist nicht nur durch die vielen Fluchten, durch die vielen Emigrationszwänge bedingt, sondern auch von den freiwilligen Migrationsbewegungen bestimmt. Auch das ist in der jüdischen Geschichte wichtig. Wenn wir auf die deutsch-jüdische Geschichte im 19. Jahrhundert schauen, als die deutschen Juden sich langsam verbürgerlichten und einen sozialen Aufstieg durchliefen, gehörte dazu nicht nur, dass man neue Berufszweige ergriff, sondern auch, dass man in die sogenannte „neue Welt“ emigrierte, weil man sich dort mehr Chancen erhoffte.

Spielen wir das mal an einer fiktiven deutsch-jüdischen Frauenbiografie durch: Lily Meyer, geboren in Heilbronn im 19. Jahrhundert. Ihr Bruder schließt die Schule erfolgreich ab, studiert Medizin und geht Ende des 19. Jahrhunderts in die USA. Lily Meyer bleibt aber in Heilbronn und heiratet einen kurz zuvor aus den östlichen Provinzen des preußischen Reiches oder auch aus dem russländischen Reich zugewanderten Mann. Und schon haben wir eine transnationale Perspektive auf jüdische Geschichte, selbst wenn wir uns mit dem Lebenslauf von Lily Meyer in Heilbronn befassen und uns womöglich nur die Ortsgruppe eines neu entstehenden Vereins interessiert, in dem sie sich engagiert. Das heißt, wenn wir nur auf deutsche Geschichte schauen würden, dann verpassen wir etwas, was die jüdische Geschichte betrifft und häufig auch besonders macht. Und andersherum ermöglicht der Blick auf die jüdische Geschichte immer auch, dass man wegkommt von einem engen nationalstaatlichen Container-Verständnis von Geschichte.

Und was ich eben auch spannend finde, ist, auf die deutsch-jüdische Geschichte als eine Diaspora-Geschichte zu schauen – bei unserer fiktiven Lily Meyer würde man das auch schon sehen können. Eventuell wandert sie als ältere Frau zu ihrer Tochter aus, die sich in den USA niedergelassen und dort eine Familie gegründet sowie einen Beruf ergriffen hat. Wir können also auf die deutschen Jüdinnen und Juden schauen, die Deutschland unter den Nationalsozialisten verließen oder die vertrieben wurden und dann in Argentinien, in Südafrika, in Shanghai, in Israel beziehungsweise im Mandatsgebiet Palästina, in den USA lebten, aber trotzdem auch Jüdinnen und Juden deutscher Herkunft waren. Selbst wenn sie sich auf das neue Land einließen: Ein Rückbezug zu ihrer deutschen Vergangenheit als vertriebene Jüdinnen und Juden blieb. Ich finde es spannend, zu betrachten, wie dieser Rückbezug gelebt wurde und teils noch heute gelebt wird.

Diasporisch bedeutet dabei: Es gibt ein Zentrum, und aus dem Zentrum wird eine Gruppe vertrieben, lebt in der Zerstreuung, aber sehnt sich in unterschiedlichem Maße nach dem Zentrum zurück. Und diese Sehnsucht – womöglich gar nach einer Rückkehr zu der Situation vor der Vertreibung – ist das, was die Gruppe zusammenhält, teilweise über Generationen. Das können vielfältige Dinge sein, wie die Sprache, Heiratspolitiken, Kindererziehung, Religion oder auch landsmannschaftliche Zusammenschlüsse.

Am MMZ haben wir dazu mit der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts ein gemeinsames Forschungs- und Publikationsprojekt, das Online-Portal „Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora “, das sich damit beschäftigt. Das Besondere daran ist, dass wir darauf schauen, wie die deutsch-jüdische Geschichte außerhalb Deutschlands weitergeht, wie die ehemals deutschen Jüdinnen und Juden ihre deutsche Kultur weiterleben. Ich habe gerade ein Kapitel für das 2027 erscheinende Buch geschrieben. Darin geht es genau um diese Blicke zurück nach Deutschland, unter anderem auch um diejenigen, die versuchen, Entschädigungszahlungen zu bekommen. Oder um die, die „Stolpersteine“ für ihre Verwandten verlegen lassen oder sich aktiv in erinnerungskulturelle Debatten vor Ort einbringen – so wie ich es zum Beispiel in Hamburg rund um die Diskussion zur Bornplatz-Synagoge erlebt habe. Oder um die, die wollen, dass die Friedhöfe in Worms oder anderen Herkunftsorten gepflegt werden, für die es aber völlig ausgeschlossen wäre, sich dort wieder niederzulassen. Aber trotzdem ist das ja ein Gespräch mit Deutschland, was auf diese Weise stattfindet. Und das finde ich spannend.

Miriam Rürup auf die Frage, welche Erkenntnisse eine transnationale und diasporische Perspektive für das Verständnis deutsch-jüdischer Geschichte eröffnet: „Am MMZ haben wir dazu mit der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts ein gemeinsames Forschungs- und Publikationsprojekt, das Online-Portal ,Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora‘, das sich damit beschäftigt. Das Besondere daran ist, dass wir darauf schauen, wie die deutsch-jüdische Geschichte außerhalb Deutschlands weiter geht, wie die ehemals deutschen Jüdinnen und Juden ihre deutsche Kultur weiter leben. Ich habe gerade ein Kapitel für das 2027 erscheinende Buch geschrieben.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 202)

Sharon Adler: Das, am MMZ von dir geleitete hybride und internationale Publikationsprojekt und Online-Portal „Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora “ verbindet wissenschaftlich erschlossene Schlüsseldokumente mit persönlichen Familiengeschichten und Erinnerungsobjekten. Was wird durch das Zusammenspiel wissenschaftlicher Quellen und individueller Erinnerungen sichtbar, das in einer klassischen wissenschaftlichen Publikation möglicherweise verborgen bliebe?

Miriam Rürup: Also eigentlich ist das Schöne daran, dass es alles immer verkompliziert, sobald wir mit Individuen sprechen, von denen natürlich jeder seine eigene Geschichte hat. Und dass sich aus diesen vielen Einzelgeschichten trotzdem ein Bild wie ein Mosaik ergibt. Dieses Mosaik stellt gerne auch klassische Narrative infrage. Das klassische Narrativ könnte sein: Diaspora ist eine Zwangssituation im Exil, die man überwinden möchte. Wenn wir uns das aber anschauen, dann entdecken wir sehr viele Zwischentöne.

Das Projekt ist – gerade auch mit Blick auf die Nachfahren in vielen Ländern der Welt, die heute nicht mehr Deutsch sprechen – zweisprachig und hybrid angelegt. Wir haben eine Webseite aufgebaut, in der wir biografische Fallbeispiele vorstellen, Schlüsseldokumente aus verschiedenen Ländern präsentieren, diese interpretieren und Länderstudien zu verschiedenen Orten bereitstellen, in denen sich deutschsprachige Jüdinnen und Juden niederließen. Wir führen zwar eigentlich keine lebensgeschichtlichen Interviews, aber wir bekommen zum Beispiel E-Mails von Nachfahren, die häufig kein Deutsch mehr sprechen und über unsere Webseite mehr über die Geschichte der deutsch-jüdischen Minderheit lernen, in der sie möglicherweise aufgewachsen sind. Auch das bringt Familiengeschichte mit hinein, es sind teilweise Enkel oder inzwischen auch Urenkel, die in Buenos Aires oder Brighton leben und über unsere Webseite ein bisschen mehr Hintergrund zu ihrer eigenen Familiengeschichte erfahren können. Deshalb ist unser Projekt zweisprachig und digital angelegt – wir wollen auch diejenigen erreichen, die auf Englisch lesen und ein deutschsprachiges Buch vielleicht gar nicht in die Hand nehmen würden.

Sharon Adler: Viele deiner Forschungen widmen sich Themen, die in der deutsch-jüdischen Geschichtsschreibung lange nur wenig Beachtung fanden – etwa diasporische und transnationale Perspektiven oder die jüdische Geschichte in der DDR. Welche Themen und Aspekte möchtest du hier besonders hervorheben?

Miriam Rürup: Die Geschichte unseres Instituts ist eng mit der Nachgeschichte der DDR verbunden. Das MMZ wurde 1992 gegründet. Es war sozusagen eine Ausgründung aus der Professur, die damals Julius Schoeps an der Uni Potsdam innehatte, der nach der Wende vom Steinheim-Institut in Nordrhein-Westfalen an die neu gegründete Universität Potsdam kam. Das Team selbst ist quasi Teil dieser großen Transformation und setzte (und setzt) sich sowohl aus west- als auch aus ostdeutsch geprägten Kolleginnen und Kollegen zusammen. Einige unserer Kolleg/-innen sind in der DDR ausgebildet worden, andere in Westdeutschland und teilweise in Israel. Schon früh entstand am MMZ ein Projekt, bei dem Interviews geführt wurden: mit Zeitzeug/-innen aus der DDR, aber nicht über die DDR, sondern über ihre Erfahrungen im Umgang mit NS-Geschichte und Erinnerungskultur in der DDR. Zugleich ist dies auch eine Art von DDR-Geschichte. Daraus entstand das „Archiv der Erinnerung“ das die ehemalige stellvertretende Direktorin, Irene Diekmann , mit einem Team des MMZ aufgebaut hat.

Schon vor meiner Zeit in Potsdam, als ich noch Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg war, habe ich bereits viel zu Erinnerungskultur und insbesondere jüdischen Aspekten von Erinnerungskultur gearbeitet und erstaunliche Berührungspunkte zwischen West- und Ostdeutschland gefunden. Ich nenne das immer die deutsch-deutsch-jüdische Geschichte. Denn wir müssen meines Erachtens den Blick darauf lenken, jüdische DDR-Geschichte nicht als separate Geschichte zu schreiben. Also natürlich müssen DDR- und BRD-Geschichte auch jeweils für sich geschrieben werden, aber wir müssen sie gemeinsam und mit ihren Bezügen aufeinander betrachten. Die DDR ist ebenso wenig Fußnote der jüdischen Geschichte wie die BRD.

Wenn wir uns beispielsweise die Migrationsbewegung in den 1950er-Jahren aus der DDR in die BRD anschauen, darunter überdimensional viele Juden und Jüdinnen, die fluchtartig die DDR verlassen haben, dann müssen wir auch danach schauen: Wie groß und heterogen war die gesamte Migrationsbewegung, und wie sieht es vielleicht auch mit sozialen Faktoren oder Bildungsfaktoren als Gründe für die Bewegung nach Westen aus, wenn etwa die fliehenden Jüdinnen und Juden zugleich akademisch Gebildete waren, die auch aus anderen Gründen die DDR verlassen oder gezielt in den Westen gehen wollten? Es genügt sozusagen nicht, wenn wir nur „den einen Grund“ betrachten. Migrationsbewegungen können durch ein ganzes Bündel an Faktoren ausgelöst werden – kurzum: Ja, sie flohen als Juden. Vielleicht wanderten sie aber ebenso auch als Intellektuelle aus, vielleicht als Bildungsbürgerliche oder aus Hoffnungslosigkeit, da sie sich keine beruflichen oder gesellschaftlichen Chancen mehr erhofften und nicht nur der Antisemitismus, sondern darüber hinaus auch die ersten politischen Enttäuschungen zunahmen.

Denn wir sollten viele dieser Jüdinnen und Juden auch als Enttäuschte in den Blick nehmen. Verkürzt könnte man das so veranschaulichen: Die Juden, die nach 1945 nach Westdeutschland gegangen sind (oder dageblieben sind, nachdem sie überlebt hatten beziehungsweise in den DP-Lagern waren), die haben von Westdeutschland sicherlich nicht viel erwartet in Bezug auf ein antifaschistisches Selbstverständnis. In der DDR gab es hingegen den antifaschistischen Gründungsmythos, der natürlich von Juden etwa im Politbüro getragen wurde, der aber auch dafür gesorgt hat, dass viele der jüdischen Rückkehrer dachten: Da können wir uns niederlassen und ein besseres Deutschland aufbauen. Der Erwartungshorizont mag also in der DDR ungleich höher gewesen sein als in der BRD. Und solche Aspekte, finde ich, werden erst sichtbar, wenn wir die deutsch-jüdische Geschichte deutsch-deutsch-jüdisch anschauen und deswegen die DDR-Geschichte mit in unsere Gesamtschau auf die deutsche Geschichte nach 1945 hineinholen. Und das ist es auch, was wir in dem Projekt zur jüdischen DDR-Geschichte versuchen werden. Es ist – so wie das Diaspora-Projekt – ein sehr kollaboratives Projekt. Es arbeitet mit Interviews, die in den 1990ern gemacht wurden, es gibt eine zweite und eine dritte Interviewwelle, und wir werden jetzt noch einmal neue Interviews führen.

Wir freuen uns also auch über Menschen, die uns kontaktieren und zu Interviews bereit sind. Die spannendsten könnten natürlich einerseits die sein, die sich vielleicht noch nie ausführlich geäußert haben. Oder die, die auch schon in den 1990er-Jahren ihre Sicht geschildert haben und jetzt noch einmal interviewt werden, sodass man sieht: Wie verändert sich die eigene Sicht auf die subjektive Position in der Gesellschaft und in der Geschichte?

Oral History und die weibliche Perspektive

Sharon Adler: Was wird deiner Meinung nach sichtbar, wenn jüdische Geschichte aus weiblichen Perspektiven erzählt wird?

Miriam Rürup: Zu meinem Themenfeld gehört ja alles rund um Migrationsgeschichte. Migrationserfahrung ist bei Frauen völlig anders als bei Männern. Und das liegt nicht am biologischen Geschlecht, sondern an den sozialen Faktoren, die die Rollen anders verteilen oder auch das Rollenverständnis. Dass Männer Migration sehr häufig als einen Statusverlust empfunden haben, weil sie etwa in ihren vorherigen Berufen nicht mehr weiterarbeiten konnten, das sieht man auch historisch, und ich denke, dass sich das zu Teilen weitergetragen hat oder noch weiterträgt, in die Zeitgeschichte hinein.

Diesen Statusverlust haben Frauen möglicherweise nicht oder doch anders erlebt. Denn die Migrationserfahrung war aus weiblicher Perspektive anders als aus männlicher. Frauen konnten Migration beispielsweise zuweilen sogar als Statusgewinn erfahren, weil sie plötzlich die Erwerbstätigen und Familienernährerinnen wurden. Teils fanden sie eher Arbeit als Wäscherin, Hausmädchen oder als Kindermädchen, sogenannte niedere Berufe, die keine Ausbildungsberufe waren. Und dies konnte möglicherweise dazu führen, dass Frauen ein anderes Selbstbewusstsein entwickeln konnten. Also diese Verbindung von einer jüdischen Spezifik in der Migration – durch das Berufsprofil, das sich von dem nichtjüdischer Menschen unterscheidet – und was sich dadurch noch einmal auf geschlechtsspezifisch geprägte Berufsmuster auswirkt, das sind sehr spannende Forschungsstränge. Wo sich quasi jüdische, geschlechtsspezifische und migrationsgeprägte Erfahrungen begegnen. Mit Blick auf die Zeit der Migration aus der ehemaligen Sowjetunion und auf die Zugewanderten, die über die Kontingentregelung nach Deutschland gekommen sind und die in den jüdischen Gemeinden zu einem unglaublichen Revival beigetragen haben: Letztlich bedeutete es für viele, die hierherkamen, zunächst einmal einen sozialen Abstieg, bis sie Fuß fassen konnten – erst einmal also eine klassische Migrationserfahrung. Ich weiß noch, dass meine Mutter in der Jüdischen Gemeinde in Karlsruhe geholfen hat, und zwar sowohl bei den ganzen Ämtergängen als auch in der Küche, weil plötzlich viel mehr Leute versorgt werden mussten. Und auch da waren diejenigen, die von deutsch-jüdischer Seite Hilfe angeboten oder geleistet haben, meinem Eindruck nach durchaus weiblich. Sharon Adler: Als Aupair hast du Naamah Kelman-Ezrachi kennen gelernt, die als erste Frau in Israel zur Rabbinerin ordiniert wurde. Welche Erinnerungen hast du an diese Zeit und euren Austausch? Möchtest du etwas darüber erzählen, ob und wie sie deinen Blick auf die Rolle von Frauen im Judentum geprägt oder erweitert hat?

Miriam Rürup: Das war für mich ein Zugewinn, auch religiös, weil ich das tatsächlich nicht so kannte. Und es war Liebe auf den ersten Blick, wir sind seither sehr eng verbunden. Es ist quasi meine israelische, meine Jerusalemer Familie. Ich habe die Kinder aufwachsen sehen, und sie sind mir zu Geschwistern geworden.

Ich bin in einem nichtreligiösen Haushalt aufgewachsen und lebe bis heute nicht religiös. Bat Mitzwa habe ich gemacht, so wie in dem Alter halt alle Bat oder Bar Mitzwa oder meine christlichen Freundinnen und Freunde Konfirmation gemacht haben – nicht, weil ich religiös gewesen wäre. Ich bin sehr dankbar, dass Rabbiner Levinson meine Bat Mitzwa abgenommen hat, denn er nahm mich als Mädchen auch wirklich ernst, das kannte ich so aus der Gemeinde nicht. Durch ihn bekam ich eine Ahnung davon, dass jüdisches Leben auch anders sein könnte.

Der Austausch mit Naamah Kelman, die in den frühen1990ern zur ersten Rabbinerin Israels ordiniert wurde, war für mich schon deshalb eine Offenbarung, weil ich erfuhr, dass es das überhaupt gibt: religiöse Jüdinnen, die innerhalb der Gemeinden oder innerhalb ihres religiösen Judentums trotzdem auch Feministinnen sind. Dass sich das nicht widerspricht. Das kannte ich bis dahin nicht.

Miriam Rürup: „Als Historikerin arbeite ich vor allem mit zeitgenössischen Quellen: Das können Schriftquellen sein, oder Oral History, es können aber auch Dinge oder Gebäude sein, wie die Tempelruine in Hamburg. Denn auch eine Ruine kann ich als Quelle lesen, weil sie mit ihren verschiedenen sichtbaren Zeitschichten eine Geschichte erzählt.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2026)

In gewisser Weise begleitet mich das bis heute. Ich habe mich in Hamburg, quasi der Wiege des gemeindemäßig organisierten liberalen Judentums, für den Tempel in der Poolstraße engagiert. In dem Jahr, in dem ich aus Hamburg weggegangen bin, hat die Stadt diese Tempelruine nach sehr viel Überzeugungsarbeit gekauft, sodass erfolgreich verhindert wurde, dass sie von Investoren zu Eigentumswohnungen umgewandelt wurde. Inzwischen gibt es einen Verein „TempelForum e.V.“ und eine Initiative, die sich für die öffentliche Zugänglichkeit einsetzt und den Ort mit Leben zu füllen versucht.

Damit gibt es auch in Hamburg ein bauliches, sichtbares Denkmal dafür, dass es ein liberales Judentum gab, das noch einmal ganz anders war als das orthodoxe. Das ist etwas, was ich jetzt immer noch begleite. Dieses Engagement ist so meine Art, mich für das liberale Judentum und damit für Pluralität im Judentum einzusetzen.

Sharon Adler: Zu deinen Forschungsinteressen zählt auch die Geschlechtergeschichte. Wie beurteilst du den Anteil in der zeitgeschichtlichen Betrachtung von Jüdinnen in Deutschland?

Miriam Rürup: Eine Herausforderung ist zunächst, dass jüdische Geschichte, gerade in der zeitgeschichtlichen Betrachtung, häufig zu monolithisch gesehen wird. Man richtet den Blick zu wenig darauf, dass es innerhalb des Judentums verschiedene Strömungen und unterschiedliche politische und gesellschaftliche Ansätze gibt. Wenn wir zum Beispiel die jüdische Geschichte in der DDR anschauen, gibt es nicht „die Juden“: Ein Alfred Norden im Politbüro ist genauso ein Jude wie Rosa Luxemburg, auf die man sich in der DDR bezogen hat – und die möglicherweise mit Alfred Norden und dem, was das Politbüro aus der Idee des Sozialismus gemacht hat, nicht auf jede Weise grün gewesen wäre.

Dadurch, dass jüdische Geschichte häufig so monolithisch betrachtet wird, wird auch übersehen, wo Unterschiede zwischen Frauen und Männern innerhalb dieser Geschichte liegen. Man schaut sich die Geistesgrößen an, dann fallen meist Namen wie Hannah Arendt oder Bertha Pappenheim . Aber viel zu viele, die sich in politische oder gesellschaftliche Debatten eingemischt haben, sind aus der Wahrnehmung verschwunden.

Nehmen wir Regina Jonas, die erste in Deutschland ausgebildete Rabbinerin, die in Deutschland nie als Rabbinerin praktizieren konnte und von den Nazis ermordet wurde. Oder auch Frauen, die sich in der Weimarer Republik in feministischen und sozialpolitischen Fragen engagiert haben, wie die Ärztin Käte Frankenthal, die sich für die Abschaffung des Paragrafen 218 eingesetzt hat. Das sind aus heutiger Perspektive teilweise unglaublich progressive Diskussionen, die sie mit angestoßen haben. Und sie sind völlig aus der Wahrnehmung gerutscht – auch, weil sie vertrieben wurden oder Deutschland verlassen mussten.

Wenn der Nationalsozialismus nicht gewesen wäre, wären diese Strömungen des linken und progressiven Judentums und damit auch das weibliche Judentum möglicherweise nicht gekappt worden. Gerade in der Weimarer Republik waren sie stark geworden. Und nach 1945 verschwindet das ein Stück weit aus der Wahrnehmung, fast auch aus der innerjüdischen Wahrnehmung. Da gibt es dann noch die Mendelssohns und die Einsteins und eben vielleicht Hannah Arendt, aber nicht unbedingt diejenigen, die im Alltag aktiv waren und für linke jüdische Politik in der Vorkriegszeit standen, wie etwa Margot Fürst oder die aus einer gutbürgerlichen jüdischen Familie Münchens stammende Olga Benario, die als Kommunistin aus dem Exil in Mexiko an die Gestapo ausgeliefert und von den Nazis ermordet wurde.

Sharon Adler: Worin liegen deiner Meinung nach die Herausforderungen für die Forschung mit Blick auf die Erzählung der jüdischen Gegenwartsgeschichte ab den 1990er-Jahren?

Miriam Rürup: Wenn man in die jüngere Zeitgeschichte schaut, etwa auf die Zeit der Kontingentzuwanderung, entstehen noch einmal andere Herausforderungen. Wenn wir uns diejenigen genauer anschauen würden, die als Erwachsene aus der ehemaligen Sowjetunion in die Bundesrepublik beziehungsweise ins wiedervereinigte Deutschland gekommen sind, ist eine der Herausforderungen die Sprache. Zugewanderte Menschen, die heute weit über 70 Jahre alt sind, sprechen möglicherweise bis heute nicht besonders gut Deutsch, wenn sie überhaupt Deutsch können. Das ist natürlich eine große Herausforderung, sich ihrer Geschichte anzunähern und etwas, was viel zu wenig in den Blick genommen wurde: dass diese Menschen zum Beispiel eher in ihrer eigenen Sprache abgeholt oder interviewt werden müssen und nicht auf Deutsch mit großen Fragen konfrontiert werden sollten, bei denen von vornherein eine Barriere entsteht. Man muss also gegebenenfalls mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer arbeiten. Eine zweite große Herausforderung ist die Frage, was als eigene Kultur empfunden wird und worauf man sich als eigene Vergangenheit bezieht. Jüdische Geschichte in Deutschland ist stark durch die Zuwanderung geprägt. Doch dass wir auch das kulturelle Erbe und das, was die Menschen an Geschichte mitbringen, als neuen Teil der deutsch-jüdischen Geschichte der Gegenwart wahrnehmen – also quasi die russischsprachige jüdische Kultur und Vergangenheit –, das fehlt noch weitgehend. Obwohl sie die Mehrheit der gegenwärtigen Jüdinnen und Juden in Deutschland stellen. Wenn man jüdische Gegenwartsgeschichte ab den 1990er-Jahren schreiben würde, kann man nicht mehr allein bei Mendelssohn anfangen, jedenfalls nicht, wenn man auf der Ebene der Intellektuellen bleiben möchte. Dann muss man auch osteuropäische Geistesgrößen in den Blick nehmen – genauso, wie man zunehmend auch Israelis in Deutschland als Teil der deutsch-jüdischen Geschichte ernst nehmen sollte. Letzteres bietet sogar eine Chance, denn gerade in Israel ist das linke und sozialistisch geprägte Judentum nie ganz verschwunden, das es vor 1933 auch in Deutschland gab und dessen Erbe es wiederzuentdecken gilt. Jüdische Geschichte lässt sich ohnehin nicht isoliert betrachten: Wenn wir jüdische Geschichte seit 1948 vermitteln, gehört für mich die israelische Geschichte dazu – und wenn wir israelische Geschichte anschauen, müssen wir auch die palästinensische Geschichte mitdenken.

Vermittlung und Transfer

Sharon Adler: Als Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums beschäftigst du dich nicht nur mit Forschung, sondern auch mit der Vermittlung jüdischer Geschichte und Gegenwart. Mit der Fachtagung JewDacta am 8. und 9. Oktober 2026 bringt das MMZ bundesweit Expert/-innen aus Wissenschaft sowie schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit zusammen. Welche Impulse will die Tagung setzen?

Miriam Rürup: Schon mit der Namensgebung haben wir uns überlegt, humorvoll-spielerisch mit dem Thema umzugehen. Das ist der eine Ansatz. Zugleich wollen wir zeigen, wie wichtig Wissensvermittlung ist, wenn wir über die Bekämpfung von Antisemitismus sprechen, denn das ist die eigentliche Grundlage. Wir wollen bei all diesem gegenwärtigen Gerede über die Bekämpfung von Antisemitismus – und ich sage jetzt bewusst „Gerede“, denn die Realität zeigt uns, dass hinter den Lippenbekenntnissen häufig wenig steht – Wissen entgegensetzen. Denn wer Vorurteilen und antisemitischen Stereotypen etwas entgegensetzen will, braucht Wissen und Argumente.

Wenn man nicht weiß, wie man Vorurteilen begegnen soll, wenn einem die Argumente ausgehen, dann haben die Vorurteilstragenden freie Bahn, ihre Vorurteile weiter zu verbreiten, weil sie keinen Widerspruch erfahren. Darum sind auch Vermittlungsprojekte so wichtig. Gleichzeitig gibt es überall sehr engagierte Menschen und Vermittlungsprojekte in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit, die oft wenig sichtbar und chronisch unterfinanziert sind. Dabei sind sie ja diejenigen, die Geschichte vermitteln und sich engagieren. Mit der JewDacta wollen wir diese Akteur/-innen zusammenbringen, ihre Arbeit sichtbar machen und einen möglichst niedrigschwelligen Austausch ermöglichen. Deshalb gibt es neben Fachvorträgen und Workshops auch einen „Markt der Möglichkeiten“, auf dem unterschiedliche Projekte und Formate vorgestellt werden. Ich freue mich natürlich, dass die Bundeszentrale für politische Bildung den Fachtag fördert und dabei ist.

Ebenso wichtig ist uns zu vermitteln, dass es Spaß macht, sich mit jüdischer Geschichte zu beschäftigen und dass es nicht immer nur um Antisemitismus und Verfolgung geht, sondern dass es da ganz viele andere Themen gibt. Jüdische Geschichte ist auch Migrations-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte und bietet viele andere, auch ermutigende und empowernde Zugänge. Die auch anschlussfähig sein können für andere Minderheiten, zum Beispiel. Gerade für die Bildungsarbeit ergeben sich daraus Anknüpfungspunkte zu den Lebenswelten der Schüler/-innen. Jüdische Geschichte als Migrationsgeschichte kann eine Lehrkraft, wenn sie gut geschult ist, gerade auch in von Migration geprägten Klassen vermitteln, um zu zeigen, wie viele Parallelen es gibt, trotz aller Konflikte. Auch dafür wollen wir mit der JewDacta Räume schaffen.

Sharon Adler: Wo siehst du derzeit die größten Herausforderungen oder Möglichkeiten bei der Vermittlung von Wissen über Judentum, jüdische Geschichte und jüdische Gegenwart? Wie lässt sich insbesondere bei jungen Menschen Interesse für diese Themen wecken?

Miriam Rürup: Das mag jetzt vielleicht überraschend klingen, aber gerade der Nahostkonflikt und die Entwicklung seit dem 7. Oktober bieten auch eine Chance. Wir sollten diese Themen nicht als Barriere sehen, sondern als Möglichkeit, in der Schule und später an der Universität zu lernen, konstruktiv zu streiten und mit Gegensätzen umzugehen. Es geht darum, dass Jugendliche erfahren: Nur weil jemand eine andere Meinung hat als ich, werde nicht ich als Person angegriffen, sondern meine Position wird kritisiert. Man kann sich trotzdem weiterhin mögen oder zumindest respektieren und zusammen Fußball spielen oder was auch immer. Das halte ich gerade angesichts der Situation seit dem 7. Oktober für eine wichtige Aufgabe von Bildung.

Gleichzeitig sind viele Lehrkräfte auf diese schwierigen Themen nicht ausreichend vorbereitet. Sie haben Ängste und oft zu wenig Wissen. Deshalb versuchen wir am MMZ, mit Fortbildungen für Lehrkräfte in Brandenburg Methoden und Werkzeuge zu vermitteln, mit denen sie solchen Situationen begegnen können. Bei meinen Studierenden habe ich den Eindruck, dass das Interesse an jüdischer Geschichte und Gegenwart derzeit eher größer als kleiner wird. Es wäre eine große verpasste Chance, wenn wir dieses Interesse nicht aufgreifen würden. Das Faktenwissen ist dabei häufig erstaunlich gering – aber das gilt nicht nur für jüdische Geschichte, sondern für Geschichte generell, auch für die NS-Geschichte. Ich gehe deshalb zunächst immer davon aus, dass wenig Vorwissen vorhanden ist, und versuche eine Atmosphäre zu schaffen, in der alle sich trauen, Fragen zu stellen.

Am wichtigsten ist es, denke ich, Empathie zu vermitteln und ein grundlegendes Verständnis von Menschenrechten und gemeinsamen Werten und einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen. Wenn dieses Fundament da ist und Interesse entsteht, kann man darauf aufbauend auch Wissen und Fakten vermitteln. Man kann politisch völlig unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem miteinander verbunden bleiben. Das kenne ich auch aus Israel: Man weiß, welche Verwandten am Tisch sitzen und mit wem man über bestimmte Themen besser nicht spricht – und trotzdem bleibt man als Familie verbunden. Genau diese Fähigkeit, unterschiedliche Positionen auszuhalten, ohne den anderen als Menschen abzuwerten, müssen wir stärker vermitteln.

Sharon Adler: Digitale Medien und Künstliche Intelligenz können den Zugang zu historischem Wissen erleichtern, zugleich aber auch Desinformation sowie die Reproduktion historischer antisemitischer Narrative und Stereotype begünstigen: Welche Verantwortung kommt deiner Meinung nach Wissenschaft und historisch-politischer Bildung im Umgang mit diesen Phänomenen im digitalen Zeitalter zu?

Miriam Rürup: Extrem viel. Deshalb versuche ich auch, möglichst viele Forschungsprojekte, die bei uns im Haus entstehen, mit einem digitalen Standbein zu versehen. Denn über digitale Angebote und Social Media können wir Wissensbestände miteinander vernetzen, andere Menschen erreichen und ihnen verlässliche Informationsquellen anbieten. Es wäre schon viel gewonnen, wenn jemand beim Googeln einer Frage nicht sofort einer KI-Antwort vertraut, sondern nach einer seriösen Quelle sucht beziehungsweise wenigstens die KI-Antwort kritisch hinterfragt und ihre Quellen überprüft.

Und dann muss man eben noch einen Schritt weitergehen und Handlungsoptionen oder Argumentationshilfen anbieten. Damit diejenigen, die noch offenen Gemüts sind, sich auch anders informieren können oder Unterstützung für ihre Argumentation finden. Am MMZ arbeitet dazu die Emil Julius Gumbel Forschungsstelle, die die Hard Facts zu Antisemitismus und Rechtsextremismus in Geschichte und Gegenwart liefert. Diese Informationen sind nicht immer angenehm zu lesen, aber man braucht sie.

Wenn wir die Kapazitäten hätten, würde ich viel stärker in Social Media investieren, etwa in Formate auf Instagram oder Tikok. Als kleines Forschungsinstitut können wir das allerdings nicht leisten. Hier sind wir auch auf größere Partner angewiesen, etwa die Bundeszentrale für politische Bildung, die versucht, mit ihren Informationsangeboten ein bisschen gegenzuhalten.

Miriam Rürup bei der bundesweiten bpb-Fachtagung „Antisemitismus in der Krise. Entwicklungen, Auswirkungen, Gegenstrategien“ am 24. Februar 2025 in Mannheim. In ihrem Keynote-Vortrag „Antisemitismus – eine Krisengeschichte?“ thematisierte sie die historische Dimension des Antisemitismus und die Frage, wie Antisemitismus und Krisen in der Vergangenheit zusammenhingen. (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2025)

Zukunft der Forschungsfragen

Sharon Adler: Wenn du auf die Entwicklung der vergangenen Jahre blickst: Wo steht die deutsch-jüdische Geschichtsforschung heute – und wohin sollte sie sich aus deiner Sicht weiterentwickeln? Welche Fragestellungen oder methodischen Zugänge zeichnen sich bereits heute ab oder werden dabei künftig an Bedeutung gewinnen?

Miriam Rürup: Ich finde das eine schöne Frage, weil sie ein bisschen auch wieder an die Anfänge anknüpft. Meine Hoffnung wäre in der Tat, dass wir noch weiter diesen deutschnationalen Container verlassen und auch den Blick auf jüdische Geschichte nicht zu homogen gestalten und jüdische Geschichte nicht zu sehr wie in einer Art Selbstghettoisierung betrachten. Sondern dass wir schauen: Wo sind die Verflechtungen? Wo verschränkt sich jüdische Geschichte mit globaler Geschichte?

Daran arbeite ich persönlich gerade. Ich war vor Kurzem zehn Monate für das akademische Jahr 2025/2026 als Richard von Weizsäcker Fellow am St Antony's College der University of Oxford und habe gearbeitet, gelesen und geschrieben. Eines meiner großen Themen ist, mir die Geschichte von Staatenlosigkeit anzuschauen, also die Erfahrung von Staatenlosigkeit als jüdische Erfahrung, aber zugleich auch zu schauen: Was sind die Antworten auf diese Erfahrung? Und dann kommt man eben schnell von den jüdischen Antworten auf die universalen Antworten, also auf die Entstehung neuer Menschenrechtsinstrumente, die Staatenlosigkeit verhindern sollen.

Und da sind wir wieder an einem Punkt, den ich vorhin erwähnte: der Verschränkung von jüdischer mit israelischer und von israelischer mit palästinensischer Erfahrung. Die Antworten, die auf die jüdische Staatenlosigkeit entwickelt wurden, zum Beispiel Reisedokumente für Staatenlose, die keinen Pass haben, werden notgedrungen zu Antworten für staatenlose Palästinenser. Wenn ich bei der jüdischen Geschichtsforschung über jüdische Geschichte anfange, komme ich bei der israelischen Geschichte an, und unweigerlich kommt dann die palästinensische Erfahrung mit hinein. Das ist ein Beispiel dafür, wie ein Thema, das zunächst deutschnational ist und im Nationalsozialismus beginnt, eine verschränkte Perspektive bekommt.

Und das ist sowohl eine Herausforderung wie eine wunderbare Chance. Weil wir da auch wieder bei der Frage sind, wo vielleicht auch Ähnlichkeiten unserer Erfahrungen liegen, wenn auch extrem zeitversetzt. Es ist jetzt garantiert zu früh, das als in irgendeiner Form versöhnlich zu sehen. Wenn man sich die Quellen der frühen Diskussionen nach dem Zweiten Weltkrieg analytisch anschaut, dann ist das alles schon drin. Man merkt, wie die an diesen Diskussionen beteiligten Jüdinnen und Juden, zum Beispiel in der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen oder im World Jewish Congress und anderen jüdischen Organisationen, durchaus schon im Blick haben, dass das, was als Reaktion auf die NS-Verfolgungen entwickelt wird, zukünftig auch für andere Verfolgtengruppen relevant werden wird. Diese Verflechtungen mehr in den Blick zu nehmen, macht mir persönlich sehr viel Spaß, und ist etwas, bei dem ich denke, dass sich Geschichtsschreibung weiterentwickeln und auch zu aktuellen Debatten beitragen kann.

Sharon Adler: Zum Schluss noch eine Frage zu deiner eigenen Forschung: Welche Fragestellungen beschäftigen dich derzeit besonders? Und welchen Forschungsfragen möchtest du dich in den kommenden Jahren verstärkt widmen?

Miriam Rürup: Okay, dann kann ich abschließend noch ein bisschen über meine eigene Forschung schwärmen. Was ich immer spannend finde, ist, wenn wir nicht nur ein bisschen schräg schauen, also uns die Überraschungsmomente in der Geschichte anschauen, sondern auch bei den Quellen schauen, was da alles möglich ist. Als Historikerin arbeite ich vor allem mit zeitgenössischen Quellen: Das können Schriftquellen sein oder Oral History, es können aber auch Dinge oder Gebäude sein, wie die Tempelruine in Hamburg. Denn auch eine Ruine kann ich als Quelle lesen, weil sie mit ihren verschiedenen sichtbaren Zeitschichten eine Geschichte erzählt.

Wenn ich über Staatenlosigkeit arbeite, sind es zunächst unfassbar viele juristische Quellen, die teilweise unerträglich schwer zu lesen sind – jedenfalls für mich als Nichtjuristin. Aber dann gibt es noch weitere Quellen, die ich einbeziehe. Und das ist es, was dann am meisten Spaß macht, weil ich gerne Erfahrungsgeschichte schreiben möchte: die Staatenlosigkeit aus der Perspektive der Gesellschaft, die sie erfahren hat.

Da stehe ich allerdings vor einem Problem, weil nicht alle Staatenlosen darüber geschrieben oder Interviews gegeben haben. Aber wenn wir weiterschauen und flexibel sind, was Quellen sein können, dann können es auch Romane sein. Und so nehme ich unter anderem Kinderliteratur als Quellengrundlage. Ohnehin: Die Literatur der 1950er-Jahre ist verblüffend voll mit Themen wie Displaced Persons, Pass- und Visumsgeschichten, Exil, Menschen, die keine Heimat haben, und Flüchtlingen.

Miriam Rürup: „Die Literatur der 1950er-Jahre ist verblüffend voll mit Themen wie Displaced Persons, Pass- und Visumsgeschichten, Exil, Menschen, die keine Heimat haben, und Flüchtlingen. Wenn wir uns den ersten Band von Paddington anschauen, der Ende der 1950er-Jahre erschienen ist, gibt es dort den Trödler, einen Ungarn, der von der Geschichte her durchaus auch jüdisch sein könnte.“ (© Sharon Adler/PIXELMEER, 2026)

Wenn wir uns zum Beispiel den ersten Band von „Paddington“ anschauen, der Ende der 1950er-Jahre erschienen ist, gibt es dort den Trödler, einen Ungarn, der von der Geschichte her durchaus auch jüdisch sein könnte. Das wird ein bisschen absichtlich in der Schwebe gehalten. Doch wenn man sich das historisch anschaut, ergibt das alles Sinn: Sein Laden befindet sich im Londoner East End, wo jüdische Flüchtlinge gewohnt haben, und immer wieder neue Migrationswellen ankamen. Das heißt, ich schlüpfe jetzt begeistert zurück in meine eigene Kinderliteratur und Kinderfilme. Chaplin, Laurel und Hardy – also „Dick und Doof“ –, auch Erich Kästner, Judith Kerr, die alle darf ich noch einmal lesen. Diese Bücher lese ich jetzt als Quellen, um sie als Teil einer gesellschaftlichen Erfahrungsgeschichte zu betrachten. Das ist es, was ich gerade verschriftliche und worauf ich meine Forschungsfragen aktuell verstärkt richten möchte. Es geht mir dabei darum zu untersuchen, ob und inwiefern brennende Themen der Gegenwart – wie etwa die palästinensische Staatenlosigkeit – mit der jüdischen historischen Erfahrung der Staatenlosigkeit zusammenhängen. Ganz verkürzt gesagt: Ich frage mich in meiner aktuellen Forschung, ob und wie die heutige palästinensische Staatenlosigkeit auch mit der israelischen Geschichte und der jüdischen Erfahrung zusammenhängt. Denn die NS-Geschichte und die massenhaften Ausbürgerungen von Jüdinnen und Juden aus Deutschland haben mit dazu beigetragen, dass Israel sich 1950, nach der Staatsgründung im Jahr 1948, mit dem Rückkehrgesetz ein Staatsangehörigkeitsrecht gegeben hat, das Jüdinnen und Juden weltweit als potenzielle Staatsbürger einschloss und damit für alle Zukunft vor Staatenlosigkeit schützen sollte. Wie verflochten und vielschichtig diese Geschichte ist, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt – und dass man vermutlich das eine nicht ohne das andere betrachten kann –, das frage ich mich in meinen aktuellen Forschungen zur jüdischen Erfahrung der Staatenlosigkeit.

Zitierweise: „Miriam Rürup: „Jüdische Geschichte ist immer Migrationsgeschichte ““, Interview mit Miriam Rürup, in: Deutschland Archiv, 7.10.2026, Link: www.bpb.de/582265 (ali)

Weiterführende Links

Externer Link: Zu Susanne Asche
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Externer Link: Zu Frauen in Karlsruhe

Externer Link: Online-Portal „Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora"
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Externer Link: Zum Wiederaufbau von Vorkriegssynagogen

Externer Link: Online-Portal „Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora"

Externer Link: Zu Naamah Kelman-Ezrachi

Externer Link: Zum Tempel in der Poolstraße in Hamburg

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Externer Link: Zu Olga Benario

Externer Link: Zu Richard von Weizsäcker Fellowship am St Antony's College der University of Oxford

Fussnoten

Fußnoten

  1. Nathan Peter Levinson (1921-2016), Rabbiner und Vertreter des liberalen Judentums in Deutschland; 1941 Flucht in die USA, dort Ausbildung am Hebrew Union College und Ordination zum Rabbiner. 1950 kehrte er nach Deutschland zurück und war von 1950 bis 1953 Landesrabbiner in Berlin; 1964 wurde er Landesrabbiner von Baden und betreute zugleich die jüdischen Gemeinden in Hamburg und Schleswig-Holstein. Er engagierte sich im christlich-jüdischen Dialog und für die Gründung der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg. Vgl. Deutscher Koordinierungsrat, Nachruf auf Nathan Peter Levinson, 2016; Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, Die Anfänge der HfJS in Heidelberg 1979–1999, 2019.

  2. Werner Nachmann (1925-1988), war von 1961-1988 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Karlsruhe, und des Oberrates der Israeliten Badens und von 1969-1988 Vorsitzender des Direktoriums des Zentralrates der Juden in Deutschland. 1965 wurde er zum ersten Präsidenten von Makkabi Deutschland gewählt, https://stadtgeschichte.karlsruhe.de/stadtarchiv/blick-in-die.-geschichte/ausgaben/blick-122/widerstand, zuletzt aufgerufen am 18.9.2026.

  3. Vgl. Susanne Asche, in: Juden in Karlsruhe. Beiträge zu ihrer Geschichte bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung, Karlsruhe 1988; Susanne Asche u. a. (Hrsg.), Karlsruher Frauen 1715–1945. Eine Stadtgeschichte, Karlsruhe 1992.

  4. Siehe Miriam Rürup, Ehrensache. Jüdische Studentenverbindungen an deutschen Universitäten 1886-1937 (Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Bd. 33), Göttingen 2008.

  5. „Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora“ ist ein gemeinsames Projekt des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien (MMZ) und des Leo Baeck Instituts Jerusalem. Das hybride Publikationsprojekt verbindet wissenschaftlich erschlossene Quellen mit digitalen Formaten und partizipativen Elementen wie der Rubrik „Bring Your Own Story“, in der Nachfahr/-innen eigene Familiengeschichten, Dokumente und Erinnerungsobjekte einbringen können, https://diaspora.juedische-geschichte-online.net/, zuletzt aufgerufen am 3.8.2026.

  6. Naamah Kelman-Ezrachi wurde 1992 am Hebrew Union College-Jewish Institute of Religion in Jerusalem als erste Frau in Israel zur Rabbinerin ordiniert, https://wrj.org/blog/ordination-100th-reform-rabbi-israel, zuletzt aufgerufen am 16.8.2026.

  7. Albert Norden (1904-1982), jüdischer Journalist und SED-Politiker, Sohn des Rabbiners Joseph Norden (1870-1942/43) und seiner Frau Emilie (1876-1931), geb. Meseritz, seit 1921 Mitglied der KPD, 1933 emigriert, 1946 in die SBZ zurückgekehrt, seit 1958 Mitglied des Politbüros des ZK der SED, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118588605.html, zuletzt aufgerufen am 17.9.2026.

  8. Regina Jonas (1902-1944) studierte ab 1924 an der liberalen Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. 1930 schloss sie ihr Studium mit einer halachischen (Halacha steht für jüdisches Religionsgesetz) Arbeit mit dem Titel „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?" ab. 1935 wurde sie zur Rabbinerin ordiniert. 1942 verschleppten die Nazis sie ins Ghetto Theresienstadt, wo sie auch als Rabbinerin gewirkt hat. 1944 folgte die Deportation nach Auschwitz, wo Regina Jonas kurz nach ihrer Ankunft ermordet wurde.

  9. Käte Frankenthal (1889-1976), jüdische Ärztin, Sozialistin und Politikerin; 1914 approbiert, während des Ersten Weltkriegs Militärärztin, später Stadtärztin in Berlin-Neukölln und 1930/31 Abgeordnete im Preußischen Landtag. 1933 aus dem Staatsdienst entlassen, emigrierte sie über Prag, Paris und Zürich in die USA, wo sie später als Psychoanalytikerin und Familientherapeutin arbeitete. Vgl. Digitales Deutsches Frauenarchiv, „Käte Frankenthal – Der dreifache Fluch“, https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/angebote/dossiers/218-und-die-frauenbewegung/kaete-frankenthal-der-dreifache-fluch; Ärztekammer Berlin, „Ärztinnen der ersten Generation: Käte Frankenthal“, https://magazin.aekb.de/kultur-geschichte/aerztinnen-der-ersten-generation-kaete-frankenthal, zuletzt aufgerufen am 17.9.2026.

  10. Hannah Arendt wurde am 14.10.1906 in Linden bei Hannover geboren und wuchs in Königsberg auf. Sie studierte Philosophie, griechische Philologie und protestantische Theologie und promovierte 1928 in Philosophie. Aufgrund der politischen Lage in Deutschland emigrierte sie 1933 nach Paris und von dort aus 1941 in die USA. 1951 erhielt sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Arendt starb 1975 in New York. Ihr Bericht von der „Banalität des Bösen“ war ihre Zusammenfassung des Eichmann-Prozesses in Jerusalem im Jahr 1963, er löste eine bis heute anhaltende Auseinandersetzung aus.

  11. JewDacta – Jewish Educational Dialogues: Contemporary Approaches to Teaching Jewish History ist eine internationale Fachtagung des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien (MMZ), die am 8. und 9. Oktober 2026 in Potsdam stattfindet. Ziel ist die Vernetzung von Akteur/-innen aus Wissenschaft sowie schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit und der Austausch über aktuelle Ansätze der Vermittlung jüdischer Geschichte und Gegenwart, https://www.mmz-potsdam.de/aktuelles/veranstaltungen/2026/save-the-date-jewdacta, zuletzt aufgerufen am 5.8.2026.

  12. Die Emil Julius Gumbel Forschungsstelle (EJGF) am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien beschäftigt sich mit Antisemitismus und Rechtsextremismus in Geschichte und Gegenwart sowie mit der Auseinandersetzung der demokratischen und zivilgesellschaftlichen Gesellschaft mit diesen Tendenzen. Namensgeber ist der jüdische Mathematiker und Statistiker Emil Julius Gumbel (1891-1966), der mit den Methoden seiner Wissenschaft den politischen und rechtsextremen Terror der Weimarer Republik dokumentierte, https://www.mmz-potsdam.de/forschung/emil-julius-gumbel-forschungsstelle, zuletzt aufgerufen am 18.8.2026.

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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autoren/-innen: Miriam Rürup, Sharon Adler für Deutschlandarchiv/bpb.de

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, geboren 1973 in Karlsruhe, ist Historikerin und Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien (MMZ) in Potsdam sowie Professorin für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam. Nach dem Studium der Geschichte, Soziologie und Europäischen Ethnologie in Göttingen, Tel Aviv und Berlin promovierte sie an der Technischen Universität Berlin über jüdische Studentenverbindungen an deutschen Universitäten. Wissenschaftliche Stationen führten sie unter anderem an die Hebräische Universität Jerusalem, das Simon-Dubnow-Institut in Leipzig, die Universität Göttingen und das Deutsche Historische Institut in Washington, D.C. Von 2012 bis 2020 leitete sie das Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg (IGdJ) und baute dort unter anderem digitale Angebote wie die Online-Edition Hamburger Schlüsseldokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte auf. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der deutsch-jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, der Migrations- und Geschlechtergeschichte, der Geschichte von Staatenlosigkeit sowie der Erinnerungskultur. Aktuell beschäftigt sie sich insbesondere mit deutsch-jüdischen Diasporakulturen und der deutsch-deutschen jüdischen Erinnerungskultur seit 1945. Sie ist Associate Fellow der Historischen Fakultät der Universität Oxford und war 2025/2026 für ein akademisches Jahr als Richard von Weizsäcker Fellow am St Antony's College der University of Oxford. Interner Link: >> Mehr zu Miriam Rürup >>

geboren 1962 in West-Berlin, ist Journalistin, Moderatorin und Fotografin. Im Jahr 2000 gründete sie das Online-Magazin und Informationsportal für Frauen AVIVA-Berlin, das sie noch heute herausgibt. Das Magazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und über jüdisches Leben zu berichten. Sharon Adler hat verschiedenste Projekte zu jüdischem Leben in Deutschland für unterschiedliche Auftraggeber/-innen umgesetzt und auch selbst Projekte initiiert wie "Schalom Aleikum“, das sie zur besseren Verständigung von Jüdinnen und Muslima entwickelte. Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 initiierte sie das Interview- und Fotoprojekt "Jetzt erst recht. Stop Antisemitismus". Hier berichten Jüdinnen und Juden in Interviews über ihre Erfahrungen mit Antisemitismus in Deutschland. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende der Stiftung ZURÜCKGEBEN. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. Für das Deutschland Archiv der bpb betreut sie die Reihe "Jüdinnen in Deutschland nach 1945"